Lehrgang General-/ Admiralstabsdienst International (LGAI)

Der LGAI dient der Vorbereitung von Stabsoffizieren aus Nicht-NATO- Mitgliedsstaaten auf Verwendungen im Generalstabs-/ Admiralstabsdienst bzw. der Ergänzung einer im Heimatland vorausgegangenen Generalstabs-/Admiralstabsausbildung. Er bereitet auf Aufgaben in Höheren Stäben - insbesondere im integrierten Bereich – sowie in ausgewählten Generalstabs-/Admiralstabsverwendungen vor und vermittelt den Lehrgangsteilnehmenden Kenntnisse der europäischen Sicherheitsstruktur und der Entwicklung der Europäischen Union (EU) mit Schwerpunkt der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP).
Der Lehrgang, geführt von einem Oberst i.G. vermittelt darüber hinaus Kenntnisse über Strukturen und Arbeitsweisen der EU und dient zur Netzwerkbildung der Entwicklung/Vertiefung der Verbundenheit zur Bundesrepublik Deutschland. Deutsche Stabsoffiziere, die gleichzeitig Lehrgangsteilnehmer sind, unterstützen die internationalen Lehrgangsteilnehmenden durch Wahrnehmung einer Mentorenfunktion.

Erreichbarkeit/Ansprechpartner:

Führungsakademie der Bundeswehr
LGAI
Postfach
22585 Hamburg
Telefon Bw-Intern: 90 7900 - 5735 (S3 StOffz)
Telefon: +49 (0)40 8667 -5735
E-Mail: FueAkBwLGAI@bundeswehr.org

 

Gemeinsam international:

1962 begann die Führungsakademie der Bundeswehr, internationale Offiziere aus Nicht-NATO-Staaten für Generalstabsfunktionen auszubilden. Am Anfang waren dies nur Heeresoffiziere, ein Hörsaal mit elf internationalen und fünf deutschen Teilnehmern. Später kam ein weiterer Heereshörsaal hinzu.
1986 wurde die Ausbildung um abwechselnd einen Luftwaffenhörsaal Marinehörsaal erweitert. Seit 1995 sind es ständig zwei Heereshörsäle, ein Luftwaffen- und ein Marinehörsaal. Sie werden jeweils von einem erfahrenen Oberstleutnant i.G. bzw. Fregattenkapitän geführt.
Einladungen zur Entsendung von Lehrgangsteilnehmern ergehen im Zusammenwirken des Bundesministeriums der Verteidigung mit dem Auswärtigen Amt an die Entsendestaaten. Diese wählen die Lehrgangsteilnehmenden aus. Die Ausbildung der internationalen Offiziere findet auf der Basis eines bilateralen Ausbildungsvertrages zwischen Deutschland und der betreffenden Nation statt. Nach einer elfmonatigen Sprachausbildung am Bundessprachenamt in Hürth beginnt der zehnmonatige LGAI Mitte August eines jeden Jahres. Bis heute wurden im LGAI etwa 3.000 ausländische Offiziere aus über 120 Nationen in Hamburg ausgebildet, ein Viertel davon deutsche Lehrgangsteilnehmende.

Beitrag zum weltweiten Ansehen der Bundeswehr:

In deutscher Sprache werden die Lehrgangsteilnehmenden auf Aufgaben im Generalstabs-/Admiralstabsdienst auf operativer und taktischer Ebene im gesamten Aufgabenspektrum der Streitkräfte im nationalen und internationalen Umfeld vorbereitet. Sie nehmen vor allem persönliche Eindrücke einer Parlamentsarmee in einer Demokratie, das Leitbild vom Staatsbürger in Uniform, das Führen mit Auftrag und das Konzept der Inneren Führung in ihren persönlichen Erfahrungsschatz auf. Neben der Fachausbildung wird den internationalen Lehrgangsteilnehmenden darüber hinaus ein tiefgreifendes Bild der Politik, Kultur, Geschichte und Wirtschaft Deutschlands vermittelt.
Viele ehemalige Lehrgangsteilnehmende des LGAI besetzen heute Spitzenpositionen in ihren Ländern, so dass diese Ausbildung an der Führungsakademie auch einen wichtigen Beitrag zum weltweiten Ansehen der Bundeswehr leistet.

Im Dialog der Kulturen:

Abgerundet wird das Ausbildungskonzept durch zivile Patenschaften aus dem Hamburger Umfeld mit den internationalen Lehrgangsteilnehmern und eine enge Zusammenarbeit mit dem Verein „Freundeskreis Ausbildung ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr e.V.“. Der Freundeskreis unterstützt den LGAI sowohl finanziell als auch durch die Organisation interessanter Abendveranstaltungen und Vorträge von hochgestellten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.