Brasilianische Delegation trifft langjährigen Partner

 

Wenn es um die militärische Spitzenausbildung geht, dann schaut das brasilianische Heer als erstes nach Deutschland. Das sagen zumindest Angehörige einer 65-köpfigen Delegation um Generalmajor Rodrigo Pereira Vegara, die vor kurzem die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg besucht hat. Seit über 20 Jahren besteht der Austausch auf verschiedenen Ebenen zwischen den beiden Armeen. Die Reisen nach Deutschland sind mittlerweile Tradition und finden großen Anklang bei den brasilianischen Teilnehmern. Diese erhoffen sich von dem Tag an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland vor allem eines: dass die bestehenden Kooperationen vertieft und ausgeweitet werden.

Botschafter für die Führungsakademie

Die Informationsreise der Brasilianer durch Europa dient dem Kennenlernen der militärpolitischen Institutionen befreundeter Nationen und dem Erfahrungsaustausch mit gleichwertigen Militärschulen. Denn die Gäste absolvieren in ihrem Land den Lehrgang für Politik, Strategie und Hohe Verwaltung – dem Pendant zum Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst der Führungsakademie. Dieser bereitet die Offiziere darauf vor, die obersten Stellen innerhalb des brasilianischen Heeres zu besetzen. Regelmäßig nehmen diese auch am internationalen Lehrgang des Generalstabs-/Admiralstabsdienst in Deutschland teil. Und das mit Erfolg! Schon dreimal sind die Brasilianer Lehrgangsbeste geworden. Einige Absolventen kehren oftmals als Militärattaché nach Deutschland zurück. Die brasilianischen Lehrgangsteilnehmenden sind zudem immer auch Botschafter für die Führungsakademie und tragen einen großen Anteil zur Völkerverständigung unter den beiden Ländern bei, wie Oberstleutnant i.G. Thomas Ritter vom Ausbildungsprozessmanagement während seines Vortrages über die Lehrgangsstrukturen anmerkte.

Gäste stellen viele Fragen

Die brasilianischen Gäste interessierten sich vor allem für die Lehrinhalte und das Konzept des lebenslangen Lernens. Auf die Frage hin, ob die Bundeswehr zukünftig Personal aufstocken müsse, um den aktuellen Herausforderungen Einhalt zu bieten, erläuterte Oberst i.G. Frank Wasgindt das Konzept der Freiwilligen- und Berufsarmee. Der Leiter des internationalen Lehrganges erzählte den Interessierten, dass die Wehrpflicht zwar im Jahr 2011 abgeschafft wurde, die Bundeswehr derzeit jedoch mehr als 175.000 Zeit- und Berufssoldaten zählt. Auch Reservisten spielen für die Bewältigung der Aufgaben eine große Rolle. Es sei dementsprechend wichtig, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Treffen endet mit brasilianischer Tradition

Am Ende der Begegnung stand eine brasilianische Tradition: Der jüngste Dienstgrad der ausländischen Delegation bedankte sich bei den deutschen Gastgebern mit einer kurzen Rede. Der Offizier betonte darin, wie wichtig der gegenseitige Austausch sei und das die Führungsakademie der Bundeswehr als Leitbild diene.

 

Autor: Führungsakademie der Bundeswehr/Jan-Philipp Dombrowski

Fotografin: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel