Dozent der Führungsakademie der Bundeswehr springt zum Weltrekord

130 Fallschirmspringer bilden Formationen aus 5300 Meter Höhe

 

130 Fallschirmspringer haben aus 5300 Meter Höhe einen Weltrekord aufgestellt. Unter ihnen ist auch Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner, Dozent der Fakultät Landstreitkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr. (Foto: Gary Wainwright)

130 Fallschirmspringer haben aus 5300 Meter Höhe einen Weltrekord aufgestellt. Unter ihnen ist auch Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner, Dozent der Fakultät Landstreitkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr. (Foto: Gary Wainwright)

 

Kurz vor dem Sprung in 5300 Meter Höhe: Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner ist bereit für den Weltrekordversuch. (Foto: Privat)

Kurz vor dem Sprung in 5300 Meter Höhe: Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner ist bereit für den Weltrekordversuch. (Foto: Privat)

 

Die Fallschirmspringer haben ab dem Absprung 70 Sekunden Zeit die Formation zu bilden. (Foto: Gary Wainwright)

Die Fallschirmspringer haben ab dem Absprung 70 Sekunden Zeit die Formation zu bilden. (Foto: Gary Wainwright)

 

Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner hat sich an der Führungsakademie dem Thema „Spezielle und Spezialoperationen“ verschrieben. (Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann)

Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner hat sich an der Führungsakademie dem Thema „Spezielle und Spezialoperationen“ verschrieben. (Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

 

An dieses Erlebnis wird sich Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner noch lange erinnern: Zusammen mit 130 Fallschirmspringern aus 26 Nationen stellte der Dozent der Fakultät Landstreitkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr in Kalifornien einen Weltrekord im so genannten „Sequential Großformationsspringen“ auf. Die Teilnehmenden springen dafür aus sechs Flugzeugen und versuchen gemeinsam aus 5300 Meter Höhe, eine Formation zu fliegen.

Ein Sprung, zwei Formationen

Das Besondere in diesem Jahr: Die Springer wollten nicht nur eine, sondern gleich zwei Formationen mit einem Sprung abdecken. Die Schwierigkeit: Sie hatten lediglich 70 Sekunden Zeit dafür und mussten alle Griffe nach der ersten Formation lösen und sich für eine zweite erneut zusammenfinden. Doch davon ließen sich die erfahrenen Springer nicht entmutigen. Fünf Übungssprünge machten die Teilnehmenden, dann waren die Weichen auf Weltrekord gestellt. „Es hat gleich beim ersten Versuch geklappt“, freut sich Oberstleutnant i.G. Hölzner, der vor 32 Jahren zum ersten Mal Fallschirm gesprungen ist. Seine Leidenschaft dafür weckte die Bundeswehr. Denn als er im Jahr 1986 eingezogen wurde, landete er bei den Fallschirmjägern in Wildeshausen. Kurze Zeit später absolvierte er den militärischen Freifalllehrgang. Seither führt der Dozent für „Spezielle und Spezialoperationen“ ungefähr 100 bis 200 Sprünge im Jahr durch, wie er sagt. „Ich komme auf mehr als 4700 Sprünge insgesamt“, erzählt er und ergänzt: „Die durchschnittliche Sprungerfahrung der Teilnehmer des Weltrekordversuches lag bei 5200 Sprüngen.“

Es wird nie langweilig

Doch wie kommt ein Dozent von der Führungsakademie der Bundeswehr nun dazu, bei einem Weltrekordversuch dabei zu sein? Die simple Antwort: In dem er eingeladen wird. Denn nur wer zuvor von den Initiatoren „Sequential Games“ gefragt wird, darf daran teilnehmen. Allerdings müssen die Springer bis dahin ihr Können in kleineren Gruppen beweisen. Haben sie das geschafft, haben sie die Chance, für größere Veranstaltungen eingeladen zu werden. Oberstleutnant Frank Hölzner gehört zu dieser Gruppe, denn es ist bereits sein achter Weltrekord. Doch langweilig wird es nicht, wie er betont. Schließlich steht nie fest, ob alle Springer am besagten Tag in Topform sind und ob der Versuch klappt.

Wie eine Torte

Schon die Vorbereitung verlangt viel ab: Denn die Springer üben in kleineren Gruppen ihre entsprechende Sequenz, um diese dann am Tag des Weltrekordversuches zusammenzufügen. „Das muss man sich wie die einzelnen Sektoren Stücke einer Torte vorstellen: In der Mitte schneidet man einen Kreis heraus. Das ist die Basis, also die Springer, die zuerst aus dem Flugzeug springen. Und dann werden von außen die Tortenstücke, also die Sektoren, herangeschoben. Die Basis ist sozusagen das Zentrum, das angeflogen wird.“ Das Schwierigste dabei: „Man muss abbremsen, auf Level fliegen und zugreifen“, fügt Hölzner hinzu.

Komplett fokussiert

Insgesamt 40 Minuten dauert es, bis die Flugzeuge die Sprunghöhe von 5300 Meter erreicht haben. Diese Zeit nutzen die Springer, um sich zu fokussieren. Jeder kleine Fehler kann nicht nur dafür sorgen, dass der Weltrekordversuch scheitert, sondern auch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. „Man muss 100 Prozent beim Sprung sein. Während des Steigfluges geht man den gesamten Sprungablauf vom Absprung bis zur Landung mehrmals im Kopf durch“, so Oberstleutnant Hölzner.

Nächster Weltrekordversuch in Planung

Ob der Versuch geglückt ist, merken die erfahrenen Springer meist schon in der Luft: „Wenn so eine große Formation fliegt, dann ist die ganz spannungsfrei. In dem Moment merkt man, alle haben Griffe, alle sind auf Level. Man weiß nicht hundertprozentig, ob es geklappt hat, weil man nicht alle 130 Personen sieht, aber man merkt vom Gefühl her, es könnte was geworden sein“, so Hölzner. Kommuniziert wird in der Luft nur über die Augen und die Gestik. Umso größer war die Freude bei den Springern als sie ihre Emotionen nach der Landung freien Lauf lassen konnten – der Weltrekordversuch ist geglückt. Und der nächste ist für Oktober 2020 bereits in Planung: Dann soll der Rekord aus dem Jahr 2014 mit 214 Springern aus einer Nation getoppt werden, sagt Frank Hölzner voller Vorfreude.

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

 

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