Aus dem Nähkästchen geplaudert

 

Die Leitung der Führungsakademie der Bundeswehr begrüßt den neuen
LGAN.(Foto:Führungsakademie der Bundeswehr / Lene Bartel )

Die Leitung der Führungsakademie der Bundeswehr begrüßt den neuen LGAN.(Foto:Führungsakademie der Bundeswehr/ Lene Bartel )

 

General de Maiziere (1964) – Der ehemaliger Kommandeur der Führungsakademie
Formulierte diese Forderungen an die Offiziere im Generalstab.
 (Foto:Führungsakademie der Bundeswehr/ Lene Bartel)

General de Maiziere (1964) – Der ehemaliger Kommandeur der Führungsakademie Formulierte diese Forderungen an die Offiziere im Generalstab. (Foto:Führungsakademie der Bundeswehr/ Lene Bartel)

 

Den Lehrgangsteilnehmenden des LGAN stehen zwei herausfordernde Jahre bevor.(Foto:Führungsakademie der Bundeswehr/ Lene Bartel)

Den Lehrgangsteilnehmenden des LGAN stehen zwei herausfordernde Jahre bevor.(Foto:Führungsakademie der Bundeswehr/ Lene Bartel)

 

 

 

 

 

Es kommt nur äußerst selten vor, dass für ein und dieselbe Veranstaltung die komplette Führungsriege der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) gleichzeitig vertreten ist. Damit unterstrichen der Kommandeur, Generalmajor Oliver Kohl und die beiden Direktoren welchen hohen Stellenwert die Begrüßung des neuen Jahrganges des General- /Admiralstabdienstes National (LGAN) für sie hat.

Kommandeur beglückwünscht Teilnehmende zu ihrem Mut

Nachdem die Generale auf dem Podium des großen Hörsaales im Manfred Wörner Zentrum Platz genommen hatten, kehrte Stille ein und die insgesamt 107 Lehrgangsteilnehmenden, darunter zwölf Frauen, fragten sich höchstwahrscheinlich, was da in den nächsten Minuten auf sie zukommen würde. An diesem Tag jedoch hieß der Kommandeur der FüAkBw die Anwesenden willkommen und beglückwünschte alle Teilnehmenden zu ihrem Mut, sich den Herausforderungen dieses zweijährigen und international hoch anerkannten Führungslehrgangs zu stellen.

Generale stellen ihre eigenen Lebensläufe vor

Um darzustellen, wie unterschiedlich Karrieren verlaufen können, gingen die Generale gleich zu Beginn der Veranstaltung auf ihre eigenen Lebensläufe ein. Sie sprachen locker und offen über ihre bereits absolvierten Stationen. Dabei ließen sie auch keinen Zweifel daran, dass dieser Lehrgang eine abwechslungsreiche und spannende Zeit werden wird. Gleichzeitig sei die Zeit keinesfalls mit einem Zuckerschlecken zu vergleichen. „Es ist die Eintrittskarte für äußerst spannende Verwendungen mit sehr großen Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten. Genießen Sie die Zeit an der Führungsakademie, alles ist hier möglich“, so General Kohl. Er sprach auch darüber, dass sich Lehrgangsteilnehmende und Mitarbeitende auf dem Campus stets auf Augenhöhe begegnen und hier auch kontroverse Meinungen geäußert werden können - sofern dies in angemessener Form geschehe.

Was künftige Generalstabsoffiziere mitbringen sollten

Wie er sich einen künftigen Generalstabsoffizier vorstellt, darüber gab der Kommandeur ebenfalls Auskunft. Bei seiner Benennung der wichtigsten Eigenschaften bezog sich General Kohl auf eine Aufzählung, die der ehemalige Kommandeur der Führungsakademie, General de Maiziere, bereits 1964 zu Papier gebracht hatte: „Auf Grundlage der charakterlichen Lauterkeit, solider Fachkenntnisse und einer guten Allgemeinbildung (…)“, forderte dieser schon damals „(…) Verständnis und Herz für die Truppe, ohne der oft notwendigen Härte der Entscheidung auszuweichen.“ General Kohl verwies darauf, dass Erwartungen jederzeit im Flur vor seinem Büro nachgelesen werden können und ergänzte zudem noch den Begriff der „Kriegstauglichkeit“. Damit ist gemeint, dass „egal was sie machen und tun, alles direkte und indirekte Auswirkungen auf die Truppe hat und sich immer gefragt werden sollte, was bedeutet das für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte?“

„Mut zum Diskurs“

Anschließend fügte der Kommandeur noch einen letzten und wichtigen Aspekt, gerade auch in Hinblick auf die Weiterentwicklung der Bundeswehr hinzu: „Mut zum Diskurs“ sei in jüngster Vergangenheit zum neuen Leitspruch einer modernen Führungsakademie geworden.

Auch der stellvertretende Kommandeur der Führungsakademie und zugleich Direktor Strategie und Fakultäten, Brigadegeneral Boris Nannt, gab den Lehrgangsteilnehmenden einige praktische Ratschläge mit auf den Weg: „Nehmen Sie die Dinge einfach so wie sie sind (...), beobachten Sie, seien Sie kritisch und fordern Sie uns (…)“. General Nannt ist davon überzeugt, dass die Lehrgangsteilnehmenden „hier eine hervorragende Ausbildung und das Rüstzeug um verschiedenste Methoden und modernste Verfahren bei der Problemlösung anwenden zu können“ vermittelt bekommen.

Die Bundeswehr voranbringen

Der Direktor Ausbildung, Brigadegeneral Holger Neumann, ist für die Durchführung und die Ausbildungsinhalte des LGAN verantwortlich und damit erster Ansprechpartner für alle Belange der hochwertigsten militärischen Ausbildung bei der Bundeswehr. General Neumann sprach von Motivation in Bezug auf Führungsanspruch und Gestaltungswillen, von Auffassungsgabe und Weitblick, von Mut, Neugier und Vorbildfunktion, die er voraussetzt und von Integrations- und Reflexionsfähigkeit, die er erwarte. Rückblickend auf seine eigene Ausbildung fasste er seine Zeit während dieses Lehrganges wie folgt zusammen: „Zwei Jahre, in denen man sich auf sich selbst konzentrieren kann, selbst seines eigenen Glückes Schmied ist. Neue Wege gehen und sich den Grenzen der Komfortzone nähern kann.“ Er forderte die Lehrgangsteilnehmenden auf, die Bundeswehr mit dem hier Erlernten voranzubringen. 

Die Generale stimmten abschließend darin überein, dass abseits jeder Karriereplanung, den individuellen Eigenschaften und der persönlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Lehrgangsteilnehmenden auch eine ganze Portion Glück nötig ist, um vielleicht irgendwann einen der rund 200 Spitzendienstposten in der Dienstgradgruppe der Generale begleiten zu dürfen.

 

 

Autor: Führungsakademie der Bundeswehr/Claus Rosenbusch