Vom Freiwillig Wehrdienstleistenden zum Offizieranwärter

 

Hauptgefreiter Luca Riggers legt dem Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, Unterlagen zur Unterschrift vor. (Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

Hauptgefreiter Luca Riggers legt dem Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, Unterlagen zur Unterschrift vor. (Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

 

Bei seinem Gelöbnis wusste Luca Riggers damals noch nicht, dass er seinen Dienst als Zeitsoldat verlängern wird. (Foto: Privat)

Bei seinem Gelöbnis wusste Luca Riggers damals noch nicht, dass er seinen Dienst als Zeitsoldat verlängern wird. (Foto: Privat)

 

Er wollte zuerst nur einmal sehen, ob die Bundeswehr etwas für ihn ist: Hauptgefreiter Luca Riggers begann seine Dienstzeit als Freiwillig Wehrdienstleistender. Nach seiner Grundausbildung kam er an die Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg und verpflichtete sich nun als Zeitsoldat für 13 Jahre in der Offizierlaufbahn. (Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing)

Er wollte zuerst nur einmal sehen, ob die Bundeswehr etwas für ihn ist: Hauptgefreiter Luca Riggers begann seine Dienstzeit als Freiwillig Wehrdienstleistender. Nach seiner Grundausbildung kam er an die Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg und verpflichtete sich nun als Zeitsoldat für 13 Jahre in der Offizierlaufbahn. (Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing)

 

Nun ist es offiziell: Hauptgefreiter Luca Riggers hat den Dienstanzug des Heeres gegen den der Luftwaffe getauscht. (Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

Nun ist es offiziell: Hauptgefreiter Luca Riggers hat den Dienstanzug des Heeres gegen den der Luftwaffe getauscht. (Führungsakademie der Bundeswehr/Ines Blandau)

 

 

 

Als Freiwillig Wehrdienstleistender (FWDL) kam Luca Riggers zur Bundeswehr. Eigentlich wollte er studieren. Doch als er sein Abitur mit 17 Jahren in der Tasche hatte, wusste er noch nicht genau was. Sein Vater erinnert sich gern an seine Zeit bei der Bundeswehr zurück und so kam Hauptgefreiter Riggers auf die Idee, die Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Hannover zu besuchen und dort die dreimonatige Grundausbildung zu absolvieren. Genau wie die Geschichte von Luca Riggers fangen vermutlich viele Erzählungen über die Bundeswehrzeit an, doch seine hebt sich dann von vielen anderen ab. Denn Riggers entschied sich nicht – wie manch andere FWDLer – nach seinen insgesamt 21 Monaten bei der Bundeswehr in das zivile Leben zurückzukehren. Vielmehr entschloss er sich, die Offizierausbildung einzuschlagen und sich als Personaloffizier ausbilden zu lassen.

Von der Grundausbildung direkt in das Vorzimmer des Kommandeurs

Es war schon eine besondere Situation für Luca Riggers, als ihm nach der Grundausbildung vorgeschlagen wurde, an die Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg, der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland, zu wechseln. „Ich habe mich dafür entschieden, ohne zu wissen, was mich genau erwartet“, sagt der 20-Jährige und fügt sofort hinzu: „Ich bin echt glücklich, dass ich hier bin.“ Sein Weg führte ihn direkt in das Vorzimmer des Kommandeurs der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl. „Das war eine coole Erfahrung, denn nicht jeder FWDLer lernt überhaupt einen Zwei-Sterne-General kennen“, sagt er. Im Vorzimmer des Kommandeurs nimmt er seit Januar 2018 Anrufe und Termine entgegen, er checkt die E-Mails, macht Vorschläge für Brieftexte, die verschickt werden sollen, bearbeitet und erstellt Einladungen und vieles mehr.

Entscheidung ist gefallen

Die Entscheidung, was er beruflich werden möchte, fiel im Herbst vergangenen Jahres. „Da hat es bei mir ,Klick‘ gemacht. Ich habe mich informiert, welche Möglichkeiten die Bundeswehr bietet. Dann bin ich auf den Personaloffizier bei der Luftwaffe aufmerksam geworden.“ Er durchlief ein dreitägiges Assessment Center in Köln, das alle Bewerber für die Laufbahn der Offiziere bei der Bundeswehr durchlaufen müssen. Verschiedene Prüfungen wie Deutsch-, Sport- oder Mathetests warteten dort auf ihm, um seine Eignung zu überprüfen. Als er diese erfolgreich absolviert hatte, fiel seine Entscheidung auf die Studienrichtung der Betriebswirtschaftslehre, da er dort die meisten Überschneidungen mit den Tätigkeiten als Personaloffizier sieht, wie er sagt. Das Bachelor-Studium fängt im Oktober nächsten Jahres an und dauert drei Jahre. Doch um zuvor militärische Grundkenntnisse zu erwerben, wechselt Hauptgefreiter Riggers, der sich bei der Bundeswehr als Zeitsoldat für 13 Jahre verpflichtet hat, nun an die Offiziersschule der Luftwaffe nach Fürstenfeldbrück in der Nähe von München.

„Schnee, Matsch und zwei Tage Wildnis“

Bereits zahlreiche Erfahrungen konnte der 20-Jährige bei der Bundeswehr sammeln. Auf die Frage, welcher denn der härteste Moment gewesen sei, sagt er ohne zu zögern: „die Grundausbildung, die jeder Soldat zu durchlaufen hat“. In dieser lernen die Rekruten unter anderem die Grundfertigkeiten eines Soldaten kennen, verbessern ihre körperliche Leistungsfähigkeit und erfahren, was es mit der „Inneren Führung“ auf sich hat. Zwei so genannte „Biwaks“, also Lager im Freien, bei denen sich die Soldaten nur mit der eigenen Ausrüstung in der Natur zurechtfinden müssen, warteten dort auf die Wehrdienstleistenden. „Das zweite Biwak war das härteste, weil es im Winter stattfand. Es waren 5 Grad minus, Schnee, Matsch und zwei Tage Wildnis. Man bekam nur wenig Schlaf und war ausgepowert“, sagt der 20-Jährige. Im Anschluss daran folgte noch ein abschließender 15 Kilometer langer Marsch mit kompletter Ausrüstung, der den jungen Soldaten nochmal alles abverlangte. „Mein schönster Moment bisher war der erfolgreiche Abschluss der Grundausbildung und die Beförderung zum Gefreiten“, sagt er. Die Zeit war prägend und es war „ein tolles Gefühl, dass man alles mit den Kameraden durchgestanden hat“. Im Gespräch hebt er immer wieder das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Kameradschaft hervor.

Bild über die Bundeswehr wurde klarer

Seine Meinung über die Bundeswehr konnte der 20-Jährige durch seinen Freiwilligen Wehrdienst revidieren. „Am Anfang dachte ich, dass sind irgendwelche Leute, die in Wäldern rumlaufen und mit ihren Gewehren rumschießen und dann im Einsatz sind. Im Nachhinein verstehe ich, warum es viele verschiedene Ausbildungen bei der Bundeswehr gibt, zu denen auch der Stabsdienst gehört“, sagt der Offizieranwärter, bevor er der Führungsakademie der Bundeswehr den Rücken kehrt und ihn sein Weg nun weiter zur Offizierschule der Luftwaffe nach Fürstenfeldbruck führt.

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing