„Türen öffnen statt eintreten“

 

Soldaten vom Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr steigen von einem Hausdach in einen Hubschrauber. (Bundeswehr/Jana Neumann)

Soldaten vom Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr steigen von einem Hausdach in einen Hubschrauber. (Bundeswehr/Jana Neumann)

 

Kampfschwimmer (KSM) üben im Hafenbereich am Stützpunkt Eckernförde. (Bundeswehr/Björn Wilke)

Kampfschwimmer (KSM) üben im Hafenbereich am Stützpunkt Eckernförde. (Bundeswehr/Björn Wilke)

 

Sie kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, um am Modul 4019, besser bekannt als „Einsatzgrundsätze und Führung Spezialkräfte“, teilzunehmen: Aus den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine, einigen militärischen Organisationsbereichen, Bundes- und Landespolizei und der Streitkräftebasis reisten aktive Soldaten, Beamte und Reservisten an, um sich über den aktuellen Sachstand der Spezialkräfte von Bundeswehr und Polizei auszutauschen. Bis zu 14 Gäste von der Führungsakademie der Bundeswehr und aus externen Dienststellen hörten sich unter anderem einen Vortrag darüber vom Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte, Brigadegeneral Markus Kreitmayr, an.

Teilnehmende sprechen über Führungsgrundsätze

Im Seminar lernen die Teilnehmenden getreu dem Motto „Türen öffnen statt eintreten“ mehr über die Organisation, die Aufgaben und Fähigkeiten deutscher Spezialkräfte. Sie sprechen über Führungsgrundsätze bei Operationen sowohl im nationalen als auch im internationalen Umfeld und vergleichen diese mit anderen NATO-Partnern. An Beispielen vertiefen sie ihre Kenntnisse in der Einsatzplanung und erweitern diese bei der Zusammenarbeit mit Spezialkräften.

Modul entwickelt sich weiter

Der Leiter des Moduls, Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner, zeigte sich ebenso wie Teilnehmende begeistert von der Veranstaltung: „Es ist unglaublich von welcher Qualität und Offenheit die Vorträge der Referenten und das Interesse der Zuhörer geprägt sind“. Referenten, die bereits wiederholt das Modul 4019 unterstützt haben, freuten sich zudem über dessen Weiterentwicklung. Es sei beeindruckend, in welcher Geschwindigkeit sich die Spezialkräfte von Bund und Ländern entwickeln würden, so einer der Gastredner. Zwei Teilnehmende resümierten: „Die lange Anreise und die investierte Zeit haben sich mehr als gelohnt“. Auch in diesem Punkt waren sich Vertreter diverser ziviler und militärischer Spezialkräfte einig: Das Modul sollte nicht nur von Angehörigen der Spezialkräfte wahrgenommen werden, sondern vielmehr auch von jenen, die aktuell oder in Zukunft im „Einsatzverbund Spezialkräfte“ eine Aufgabe wahrnehmen. Nur so könne die Denkweise und die Haltung, also das „Mindset“, zum Thema transportiert werden.

Fortsetzung geplant

Die Bundeswehr nutzt den Begriff „Einsatzverbund Spezialkräfte“, um damit zu verdeutlichen, dass diese Kräfte bei fast allen Operationen von anderen Bereichen, also von der militärischen als auch von der zivilen Seite, Unterstützung benötigen. Nur, wenn Einsatzkräfte ein gemeinsames Ziel verfolgen und sich gegenseitig unterschützen, können die gestellten Aufgaben gelöst werden, stimmten die Teilnehmenden überein. Für die Leiterin der Spezialeinsatzkommandos Niedersachsen als auch für die Führungskräfte der Bundespolizei stand am Ende eines fest: Wir werden unser Führungspersonal weiter zu diesem Modul schicken. Vielleicht ja bereits zur nächsten Veranstaltung, die vom 21. bis 25.September 2020 geplant ist.

 

Autor: Führungsakademie der Bundeswehr/Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner