Autor: Stefan Berger; Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 06.03.2019

Von links: Major Mwongoso, Oberstleutnant Bekono und Dr. Krohn auf dem Podium

Das Publikum ist fasziniert von den Ausführungen

Teilnehmer des LGAI und weitere Gäste hören die Vorträge

Oberstleutnant Bekono und seine Frau im Gespräch mit den Gästen

Mit einem weiteren Regionalen Informationstag zu Afrika führte der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI) 2018 seine Gäste dieses Mal nach Kamerun und Tansania und damit in Teile Zentral- und Ostafrikas.
Die beiden Referenten, Oberstleutnant Bekono aus Kamerun und Major Mwongoso aus Tansania, überraschten mit faszinierenden Bildern und weitreichenden sowie offenen Worten über ihre beiden Länder. Sie verdeutlichten die Verwurzelung in ihren Traditionen, ihrer Kunst und Kultur genauso, wie die heutige Zuwendung hin zu den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft.

Regionale Informationen komplettieren Wissen

Die Regionalen Informationstage sind fester Berstandteil des militärischen Lebens an der Führungsakadmie. Durch lebendige Vrstellung von Kultur, Geschichte und eigene Erlebnissen, erfahren Lehrgangsteilnehmer und Gäste immer wieder neue Aspekte der Länder aus erster Hand. Mit ihren Länderpräsentationen zeigten die beiden Offiziere aus dem LGAI 2018 die Schönheit und die Geheimnisse Afrikas mit ihren Menschen auf und gaben damit einen Überblick darüber, was diese großen afrikanischen Staaten in Afrika ausmacht. Ergänzend dazu stellte diesmal erneut Dr. Krohn die deutsche Perspektive auf die Region und die Zusammenarbeit mit Afrika vor.

Gebannt folgten die Gäste einer Reise in die beiden Länder und erfuhren viel Neues und Unerwartetes über diese komplexen Nationen. Anhand der Geographie, der Flora und Fauna sowie des Lebensstils, der Sprache, der Kleidung und des Essens sind sie seltene Beispiele für Vielfalt. Oberstleutnant Bekono: „Kamerun wird wegen seiner vielfältigen Klima- und Vegetationszonen als Afrika im Miniaturformat bezeichnet.“

Optimismus trotz Unruhe

Lange Landesgrenzen mit vielen Nachbarstaaten und die strategische Lage der beiden Länder an zwei Ozeanen leiteten anschließend zu einer Übersicht über Auftrag und Leistungsfähigkeit der beiden Streitkräfte über. Insbesondere Kamerun ist mit zahlreichen bewaffneten Aufständen an seinen Grenzen und auch im eigenen Land konfrontiert. Oberstleutnant Bekono ist aber zuversichtlich, dass die Streitkräfte aufgrund ihrer Professionalität und Leistungsfähigkeit derzeit gut mit diesen Herausforderungen umgehen können und zuletzt gute Fortschritte erzielt wurden. Tansania hat aufgrund der eigenen geographischen Lage einen anderen Fokus, aber auch Gemeinsamkeiten. Major Mwongoso: “Die Teilnahme an Missionen der Vereinten Nationen ist für Tansania ein wichtiges Mittel der Außen- und Sicherheitspolitik.“ Er betonte darüber hinaus das gute Verhältnis zwischen Bevölkerung und Streitkräften, getragen von dem Stolz auf den Beitrag Tansanias zur Sicherung des Friedens in Afrika sowie seinen Beitrag zur Unabhängigkeit der afrikanischen Völker. Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Wehrpflicht in Deutschland ist interessant, dass jeder erwachsene Tansanier für sechs Monate an einem militärischen National Service Training teilnehmen muss. Nur mit dem Zeugnis für diesen abgeleisteten Dienst kann man sich für eine Arbeitsstelle bewerben. Das dient nicht nur der Bildung einer Reserve sondern auch der Stärkung der Bindung der Bevölkerung an Ihren Staat.

Mit Partnern in die Zukunft 

Die Förderung und Aufrechterhaltung eines friedlichen und stabilen außenwirtschaftlichen Umfelds, in dem die innenpolitischen Aufgaben der integrativen Wirtschaftsentwicklung und der Armutsbekämpfung schnell und ohne Hindernisse voranschreiten können, bleiben darüber hinaus weiter wesentliche Ziele der Politik. Auch die Partnerschaft zu Deutschland stellten beide Referenten besonders hervor.
Dennoch sind die Schwerpunkte in beiden Ländern aufgrund der unterschiedlichen regionalen Lage nicht die gleichen. Oberstleutnant Bekono fokussiert stark auf die Sicherheitslage in Kamerun, da er sagt, dass „diese im Moment die vordringliche Aufgabe darstellt.“ In Tansania stehen aufgrund der deutlich besseren Sicherheitslage dagegen wirtschaftliche Herausforderungen und auch der Klimawandel im Vordergrund.
Der anschließende Empfang mit Speisen und Getränken aus Zentral- und Ostafrika bot dann noch reichlich Gelegenheit zum Austausch über die beiden Länder.