LEGO SERIOUSPLAY

Wir bauen auf – Innere Führung

Autorin: Claudia Birkholz; Bilder: Claudia Birkholz

Hamburg, 08.02.2019

Zur Eingewöhnung bauten alle Teilnehmenden zum Einstieg eine Schildkröte nach Vorlage

Hauptmann Anke Blaschke baut den „idealen Vorgesetzten“

Hauptmann Alexander Jetschowski baut seine Vorstellung zur besten Führungskultur 2025

Major Jörg Becker baut seine Vorstellung zur besten Führungskultur 2025

 

 

 

LEGO SERIOUSPLAY im Basislehrgang Stabsoffiziere (BLS)

LEGO gehört nicht nur ins Kinderzimmer. Auch auf dem aktuellen Basislehrgang Stabsoffiziere (BLS) wurde ein Tag lang ernsthaft mit den bunten Bausteinen gespielt. Im Hörsaal neun stand das Thema „Innere Führung“ auf dem Dienstplan. Der Tutor, Oberstleutnant Wolfgang Janker, brachte bereits im Vorfeld die Idee ein, sich diesem komplexen Thema einmal anders zu nähern. Hintergrund ist eine Methode, die bereits in diversen Führungsetagen der zivilen Wirtschaft zum Einsatz kommt, wenn spielerisch ernsthafte Problemstellungen bearbeitet werden. Mit dem sogenannten LEGO SERIOUSPLAY kommt die Gruppe durch gezielte Fragen und Aufgaben beim Bauen von Modellen, dem individuellen Ziel schrittweise näher.

Bauen Sie eine Schildkröte

„Ich kenne solche Methoden bisher nur aus dem Bereich Recruiting und bin neugierig, wie wir es im Hörsaal umsetzen können“, sagte eine Lehrgangsteilnehmerin vor Beginn des Ausbildungstages. Auch die anderen Kameraden im Raum betrachteten die mit Laken abgedeckten Tische und die auf den Plätzen verteilten Legosteine zunächst mit fragendem Gesichtsausdruck.

Die erste Stunde begann zunächst damit, sich mit der Methode und dem Material vertraut zu machen. Hierfür bekam jeder fünf Minuten Zeit, um mit Hilfe einer Vorlage eine kleine Schildkröte zu bauen. Nachdem nun alle warm gespielt waren, kam schon eine Aufgabe, bei der etwas mehr Kreativität gefragt war. In wiederum fünf Minuten sollte vor Jedem eine Brücke entstehen. Als Auflage wurde vorgegeben, dass die eigene Hand unter die Brücke passen muss. Keine Brücke glich der anderen und auch die Erläuterungen zu den Kreationen waren sehr individuell.

Der ideale Vorgesetzte

 Mit der nächsten Aufgabe näherten wir uns nun langsam dem Seminarthema „Innere Führung“. Oberstleutnant Janker wollte nun von den BLS-Teilnehmenden den in ihren Augen idealen Vorgesetzten. Damit gab er den Startschuss für die nächsten kreativen Kunstwerke. Jeder Stein wurde bewusst gewählt und stand für eine Eigenschaft oder Fähigkeit. Bei der gegenseitigen Vorstellung der Gebilde stellte sich schnell heraus, dass es trotz der augenscheinlich sehr unterschiedlichen Herangehensweise auch viele Gemeinsamkeiten in der Bedeutung der verwendeten Spielsteine gibt.

Führungskultur 2025

Nach der Mittagspause wurde die Aufgabenstellung noch einmal komplexer. Für die Ausgangslage sollten sich alle vorstellen, dass wir uns im Jahr 2025 befinden und die Bundeswehr den Stiftungspreis für die beste Führungskultur Deutschlands gewonnen hat. Aber wie haben wir das schaffen können? Auf diese Frage sollten die nächsten Modelle Antworten geben.

Zu Beginn waren alle noch sehr verhalten und kramten in den Boxen mit den bunten Steinen ohne genau zu wissen, was am Ende dabei herauskommt. Nach wenigen Minuten waren die Teilnehmenden in sich gekehrt und bauten Stein um Stein erneut die unterschiedlichsten Phantasiegebilde. Der Hörsaalleiter stellte immer wieder neue Leitfragen: Was ist 2025 gänzlich neu? Welche Widerstände mussten überwunden werden? Was hat die Einführung dieser Führungskultur begünstigt?

Inzwischen ging das Zusammenbauen immer schneller von der Hand und bereits nach 20 Minuten ging erneut die Vorstellungsrunde in den Arbeitsgruppen los. Das war aber noch lange nicht alles. Aus den jeweils sechs Meisterstücken der Gruppenmitglieder sollte am Ende eine Gesamt-Führungskultur 2025 einer jeden Gruppe entstehen. Also steckten alle erneut die Köpfe zusammen, arbeiteten Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und ließen aus den individuellen Ideen ein Gesamtkonzept entstehen.

Die letzte Vorstellungsrunde der Gesamtgebilde erfolgte nun vor dem gesamten Hörsaal. Alle lauschten den Ausführungen der Arbeitsgruppen und freuten sich sowohl bei Übereinstimmungen zu den eigenen Ideen, als auch bei neuen Denkrichtungen, auf die die eigene Gruppe nicht gekommen ist.

Die anfängliche Skepsis vom Morgen, ist am späten Nachmittag einer Begeisterung für die Methode gewichen und alle Lehrgangsteilnehmer und Lehrgangsteilnehmerinnen des Hörsaal neun waren sich einig – LEGO SERIOUSPLAY ist zur Bearbeitung von komplexen Fragestellungen eine tolle Alternative zu herkömmlichen Workshops. Außerdem - spielerisch lernen können nicht nur Kinder.