Autor: Daniel Giese; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 20.11.2018

Die 13-köpfige Delegation aus den Maghreb-Staaten zu Gast an der Führungsakademie der Bundeswehr

Der Lehrgangsleiter LGAI, Oberst i.G. Wasgindt, begrüßt die Delegation am Admiral-Dieter-Wellershoff-Gebäude

Botschafters a. D. Dr. Michael Witter beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

Gruppenfoto der Maghreb-Delegation vor dem Admiral-Dieter-Wellershoff-Gebäude

 

 

 

 

 

 

Im Rahmen der „Internationalen Diplomatenausbildung“ des Auswärtigen Amtes war eine 13-köpfige Delegation aus den Maghreb-Staaten Mitte November zu Gast in der Hansestadt. Die Visite der jungen Diplomatinnen und Diplomaten aus Algerien, Marokko und Tunesien umfasste auch einen exklusiven Besuch der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), einer der weltweit führenden postuniversitären Bildungseinrichtungen für höheres militärisches und ziviles Führungspersonal.

Führungsakademie präsentiert sich

Die Delegation unter Leitung des Botschafters a. D. Dr. Michael Witter wurde von Oberst i.G. Frank Wasgindt begrüßt. Nach dem Eintrag ins Gästebuch der Akademie stellte Oberstleutnant i.G. Sascha Kraft dem Diplomatennachwuchs aus Nordafrika Auftrag, Organisationsstruktur und Ausbildungsangebot der FüAk vor. Dabei ging er auch auf die neu hinzugekommene Aufgabe als strategische Denkfabrik und das zu diesem Zweck Mitte 2018 gegründete „German Institute für Defense and Strategic Studies“ (GIDS) ein.

Im Anschluss präsentierte Oberst Wasgindt den einjährigen Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI), an dem aktuell fünf Stabsoffiziere aus den drei Maghreb-Staaten teilnehmen. Für die Diplomatinnen und Diplomaten war es interessant zu erfahren, dass der LGAI nicht nur internationalen militärischen Führungskräftenachwuchs auf Verwendungen im Generalstabsdienst vorbereitet, sondern dass der Lehrgang darüber hinaus auch als außen- und sicherheitspolitisches Mittel dienen soll, um den Teilnehmern aus Nicht-NATO-Staaten den ganzheitlichen deutschen Ansatz von Sicherheitspolitik zu vermitteln.

Deutschlandbesuch vermittelt umfassende Einblicke

Während des dreiwöchigen Aufenthalts in Deutschland lernt der Diplomatennachwuchs noch bis Ende November die Funktions- und Arbeitsweise der Bundesregierung sowie die Grundlagen der deutschen verfassungsrechtlichen Ordnung kennen. Das Programm umfasst zudem Studienfahrten in ausgewählte Bundesländer sowie Besuche bei öffentlichen Institutionen und politischen Stiftungen, in Unternehmen und Museen. Thematisch stehen im Fokus von Vorträgen und Seminaren neben deutscher Kultur und Geschichte unter anderem die deutsche Nahost- und Afrikapolitik, das deutsch-französische Verhältnis sowie grenzübergreifende Kooperationen beispielsweise in Klima- und Migrationsfragen.

In Hamburg stand jedoch nicht nur der Besuch der FüAk auf der Agenda der Delegation aus den Maghreb-Staaten. Vielmehr wurden die Diplomatinnen und Diplomaten auch offiziell im Rathaus begrüßt und waren zu einem Empfang ins Gästehaus des Senats an der Außenalster geladen. Die Gruppe besichtigte zudem die Flugzeugproduktion von Airbus in Finkenwerder, das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ und sie konnte die Hansestadt bei einer Hafenrundfahrt auf der Elbe vom Wasser aus entdecken.

Die Internationale Diplomatenausbildung

Mit der Internationalen Diplomatenausbildung möchte das Auswärtige Amt jungen Diplomatinnen und Diplomaten aus dem Ausland am Beginn ihrer Karriere die Gelegenheit bieten, in Deutschland berufliche Erfahrungen zu sammeln, Positionen zu vergleichen und Gemeinsamkeiten zu erkennen.

Die Internationale Diplomatenausbildung wurde 1992 ins Leben gerufen, um den Aufbau Auswärtiger Dienste in den jungen Demokratien Mittel- und Osteuropas zu unterstützen. Später folgten Programme für weitere Staaten vor allem in Asien und Afrika. Inzwischen bietet das Auswärtige Amt pro Jahr mehr als 15 Kurse für etwa 300 Diplomaten aus mehr als 180 Ländern an.

Region mit großer Relevanz für Europa

Die Maghreb-Staaten haben zunehmend Bedeutung für Deutschland. Wie im Fall von Marokko sind sie durch das Mittelmeer zum Teil nur wenige Kilometer von Europa getrennt. Die geografischen Rahmenbedingungen schaffen wechselseitige regionale Abhängigkeiten und ein enges nachbarschaftliches Beziehungsgeflecht sowohl zur Europäischen Union (EU) als auch zu Deutschland. Vor diesem Hintergrund und um künftige Kooperationen zu fördern, besteht ein großes Interesse Deutschlands und der EU an Stabilität, Wachstum und rechtsstaatlicher Entwicklung in der Maghreb-Region.