Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Bundeswehr / Bunks

Hamburg, 01.11.2018

Verbundenheit zwischen Hansestadt und Bundeswehr v.l.n.r. Generalarzt Dr. med. Joachim Hoitz, Dr Peter Tschentsche, Generalmajor Oliver Kohl.

Reges Interesse: Nahezu alle Plätze waren besetzt.

Aufmerksames Zuhören, als das Marine Musikkorps Kiel aufspielt.

 

Impressionen der Musiker.

 

 

 


Es war ein würdiger Rahmen für gleich zwei Geburtstagsfeiern, zu denen der Hamburger Senat eingeladen hat. Die großen Kronleuchter tauchten den großen Festsaal des Hamburger Rathauses in ein glänzendes Licht. Die Hamburger Geschichte, die sich in fünf beeindruckenden Wandgemälden dem Betrachter offenbart, ist der anschauliche Mantel für den festlichen Abend geworden. Denn am 30. Oktober 2018 wurde das sechzigjährige Bestehen der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw) und des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg gefeiert. Der Hamburger Anteil an der Geschichte der beiden Bundeswehrstandorte wurde damit sichtbar in die alte Geschichte der Hansestadt eingewoben. Es passte der historische Rahmen für diesen Festakt.

Begrüßung durch den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Mit dem Trompetenkonzert D-Dur des Hamburger Komponisten, Kantors Johannei und Direktor der Hamburgischen Oper Georg Philipp Telemann (1681-1767) begann der Festakt. Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr Peter Tschentscher, begrüßte die anwesenden Angehörigen der FüAkBw und des Bundeswehrkrankenhauses wie auch die geladenen Gäste. Darunter waren auch viele Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik und aus dem diplomatischen Korps. In seiner Rede beschrieb Tschentscher noch einmal die Geschichte der beiden Bundeswehrinstitutionen aus Hamburger Sicht. Abschließend stellte er fest, dass die Bundeswehr „seit 1958 fest in Hamburg verzahnt ist.“ Die Bundeswehr sei ein verlässlicher Partner, was beispielsweise in der Flüchtlingsbetreuung ebenso zum Ausdruck kam wie auch bei der Unterstützung der Durchführung des G-20-Gipfels. Beide Standorte „stärken nicht zuletzt durch Ihren Auftrag und ihre Kooperationen den Wissenschaftsstandort Hamburg.“

Seit 60 Jahren Teil des Wissenschaftsstandortes

Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl, griff den Gedanken des Ersten Bürgermeisters in seiner Festansprache auf. „In Vorbereitung des heutigen Tages habe ich gelernt“, so der General, „dass man anhand des Ortes, an dem man im Rathaus wahrgenommen wird, die Wertschätzung des Senates und der Bürgerschaft ablesen kann. Wenn ich mich umschaue, spreche ich sicherlich auch im Namen von Generalarzt Dr. Hoitz, dass uns dieses offensichtliche Zeichen der Verbundenheit sehr freut.“ Es war nicht selbstverständlich, dass Hamburg der zukünftige Standort der Führungsakademie der Bundeswehr werden sollte, nachdem diese ein Jahr zuvor 1957 in Bad Ems aufgestellt worden ist, wie der Akademiekommandeur ausführte. Es gab starke Konkurrenz süddeutscher Städte.

Schiet-Wedder sprach für Hamburg

Es ist dem Engagement des damaligen Hamburger Bürgermeisters Kurt Sieveking und auch des Hamburger Senators Renatus Weber und seiner Argumentationen zu verdanken, dass die Führungsakademie in der weltoffenen Stadt Hamburg ihren Sitz haben sollte. Es war Weber, der den Verteidigungsstaatssekretär Rust seinerzeit darauf hingewiesen hat, „dass im Sommer das Klima in Hamburg für derartige Lehrveranstaltungen wesentlich erträglicher sei.“ Ob Rust angesichts des Hamburger Sommers 2018 dieses ebenfalls als entscheidendes Argument akzeptiert hätte?

Wissenschaftliches Know-How

In seinen Ausführungen verdeutlichte General Kohl noch einmal, wie sehr die Akademie mit ihrem Auftrag und dem einmaligen wissenschaftlichen Know-How auch ein Teil des Wissenschaftsstandortes Hamburg ist. „Wir sind dabei, die Akademie mit ihren vorhandenen Fähigkeiten, Kompetenzen und Ressourcen auch zu einer militärstrategischen und sicherheitspolitischen Denkfabrik auszubauen“, so der Kommandeur. Und er beendete seine Rede mit dem Hinweis, dass In hanseatischer Gelassenheit die nächsten 60 Jahre angegangen werden könnten.

Die vollständige Rede von Generalmajor Kohl.

Auch das Bundeswehrkrankenhaus feiert 60 Jahre Hamburg

Es war die Festrede von Generalarzt Dr. Holtz, der den Reigen der Jubiläumsfestreden abgeschloss, denn auch das Bundeswehrkrankenhaus feierte sein 60 jähriges Bestehen in der Stadt an der Elbe. Dabei sind seine historischen Wurzeln wesentlich älter. So stand an der Stelle des heutigen Bw-Krankenhauses bereits 1937 das größte Standortlazarett Norddeutschlands. Nach dem 2. Weltkrieg hat die britische Besatzungsmacht ein Militärhospital in dem alten Gebäude geführt, bevor an dem Standort 1958 ein Krankenhaus der neuaufgestellten Bundeswehr geworden ist. Eine wechselvolle Geschichte zeichnet das Krankenhaus auch als Krankenhaus der Bundeswehr aus. Seit 1973 ist das Krankenhaus in das Rettungsnetz der Freien und Hansestadt Hamburg integriert. Mit dieser Integration wurde dort auch der Rettungshubschrauber SAR 71 stationiert. 2004 war das Krankenhaus von der Schließung bedroht. Es ist dem Einsatz von Senat und Bürgerschaft zu verdanken, dass es heute besteht und mit seinem weltweiten Kooperationsnetzwerk einen weltweiten Bekanntheitsgrad erlangt hat. Kooperationen unter anderem mit der Uniklinik Eppendorf als Lehrkrankenhaus und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin tragen ebenso zu der großen Expertise des Hauses bei wie der konsequente Ausbau der medizinischen Bereiche mit traumatologischen Schwerpunkten. Bedeutsam ist die Etablierung der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Schwerpunkt in der Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen.

 

 

Auf eine erstklassige Versorgung der Soldaten kommt es an

Über allem steht jedoch der Auftrag der erstklassigen Versorgung der Soldatinnen und Soldaten und die fachliche Aus- und Weiterbildung des Sanitätspersonals zur Vorbereitung der Auslandseinsätze. In diesem Zusammenhang stehen Ärzte und Sanitäter des viertgrößten Bundeswehrkrankenhauses regelmäßig in weltweiten Einsätzen, was zum Beispiel im Ebola-Einsatz in Afrika der Fall war oder im bereich der Telemedizin, um Fernbehandlungen auf Schiffen rund um die Uhr zu gewährleisten.

Feiern bei einem Glas Wein 

Die einzelnen Festreden wurden immer wieder durch Musikstücke, die vom Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky gespielt wurden, festlich umrahmt. Nach der feierlichen Nationalhymne klang der Festakt mit einem anschließenden Empfang aus. Bei einem Glas Wein wurde in den historischen Räumen des Rathauses noch einmal auf die „Geburtstagskinder“ angestoßen.