Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 26.03.2018

Konteradmiral Carsten Stawitzki eröffnete den Großen Nationalen Informationstag an der Führungsakademiewidth=

Konteradmiral Carsten Stawitzki eröffnete den Großen Nationalen Informationstag an der Führungsakademie

Begeisterte Zuhörer

 Begeisterte Zuhörer

Die Tanzgruppe Sol Mexicano führte landestypische Tänze auf

Die Tanzgruppe Sol Mexicano führte landestypische Tänze auf

Musikalische Vorführungen und gemeinsame Gespräche der Teilnehmenden runden den Abend ab

Musikalische Vorführungen und gemeinsame Gespräche der Teilnehmenden runden den Abend ab

Los Viejitos - der Tanz der alten Leute

Los Viejitos - der Tanz der alten Leute

 

 

 

 

 

 

 

Die Gemeinsamkeit von Chichén Itzá, dem Tag der Toten, und der Mariachi-Musik besteht nicht nur darin, dass sie Teil des UNESCO-Weltkulturerbes sind. Sie stammen auch beide aus Mexiko. Wie die weltberühmten Ruinenstätten oder das Kulturerbe in Mexiko aussieht, aber auch, worin der geschichtliche und politische Hintergrund des Landes besteht, erfuhren die rund 200 Besucher des Großen Nationalen Informationstages (GNIT). Aus erster Hand informierten drei mexikanische Stabsoffiziere des Lehrganges Generalstabs- Admiralstabsdienst International (LGAI) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in der Clausewitz-Kaserne ihre Lehrgangskameraden und zivile Gäste und Freunde der FüAkBw.

Ausdruck bilateraler Zusammenarbeit

Für Konteradmiral Carsten Stawitzki war es als Kommandeur der FüAkBw eine besondere Freude, diesen Informationstag eröffnen zu dürfen. Er wollte schon immer mal gerne das Land bereisen, erzählt er, sei bisher aber noch nicht dazu gekommen. Mexiko stehe nach wie vor auf seiner privaten Reisewunschliste. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie verbunden wir alle miteinander sind. Es ist daher ein toller Tag, auf den ich mich sehr gefreut habe – leider wird es auf absehbare Zeit mein letzter GNIT sein", verrät Stawitzki. Ihn erfreute sehr, dass zu diesem Event der mexikanische Botschafter Rogelio Granguillhome Morfin aus Berlin angereist ist. Der Botschafter betonte, dass die bilaterale Zusammenarbeit der beiden Länder äußerst fruchtbar sei und dieses auch durch die mexikanischen Lehrgangsteilnehmer als Botschafter seines Landes an der FüAkBw sehr deutlich zum Ausdruck käme.

Drei Mexikaner und eine Tanzgruppe

Die drei mexikanischen Stabsoffiziere, Oberstleutnant Jose Manuel Sosa Lagunes, Fregattenkapitän Juan Ignacio Cabera Osuna und Oberstleutnant Guillermo Camacho Zamora führten die Gäste mit ihrer siebenteiligen Präsentation anschaulich durch ihr Land. Die Tanzgruppe Sol Mexicano aus Hamburg unterstrich mit eingeschobenen Tänzen während der Vorführung den kulturellen Teil mit landestypischer Musik und Kleidern. So führten sie regionale Tänze wie „La Bruja", „Les Chiapanecas", „El Sinaloense", „Los Viejitos" und „El San de la Negra" auf. „Mexiko ist mehr als Tapas und Sombrero, obwohl sie beides im Anschluss ausprobieren können", sagte Lagunes. Damit hatte er die Zuhörer mit einem kleinen Lacher in die familiäre Welt der Mexikaner abgeholt. Für ihn ist auch klar: „Alle, die auf dem Kontinent sind, sind Amerikaner", wobei Mexiko mit seinen 11.000 Quadratkilometern Meeresküste zu Nordamerika gehört.

Zwei Ministerien bei den Streitkräften

Dem Zuhörer wurde später durch den Streitkräfteanteil von Fregattenkapitän Juan Ingacio Cabera Osuna klar, warum Mexiko über ein eigenständiges Marineministerium parallel neben einem Verteidigungsministerium verfügt. Diesem unterstehen von den rund 206.000 Soldaten der gesamten Streitkräfte rund 54.000 Soldaten, die sich in zwei Flotten wiederfinden. Die Konstruktion eines Verteidigungsministeriums neben einem Marineministerium gibt es in dieser Form nur in Mexiko. Beide unterstehen direkt dem Präsidenten der Republik. Anders, zumindest im Vergleich zu Deutschland, ist das Wahlsystem für die zirka 120 Millionen Mexikaner gestaltet. So wird der mexikanische Präsident nur für eine einmalige Amtsperiode von sechs Jahren gewählt. Die 128 Senatoren und 500 Abgeordneten werden hingegen einmalig für zehn Jahre gewählt. Sie kommen aus 32 Bundesländern, wobei Mexiko mit seinen rund zwei Millionen Quadratkilometern das Sechsfache von der Bundesrepublik Deutschland einnimmt.

Exportorientiertes Land

Wirtschaftlich nimmt Mexiko als exportorientiertes Land mit seinem 2,3-prozentigen jährlichen Wachstum Platz 14 der Weltwirtschaft ein. „Einer der wichtigsten Sektoren, mit drei Prozent von den rund 1.020 Milliarden Euro des Bruttoinlandproduktes, ist die Automobilbranche", so Oberstleutnant Guillermo Camacho Zamora in seinem Teil der Darstellung des Landes. Die drei zeigten den Gästen und Lehrgangsteilnehmern so in einem zweistündigen Parforce-Ritt durch die Geographie, Geschichte, Gesellschaft, Streitkräfte, Wirtschaft, Kultur und das politische System ein umfangreiches Bild ihres familiär geprägten Landes. Sie freuten sich sehr, abschließend die Gäste zu landestypischen Köstlichkeiten wie Tapas im Foyer des Manfred-Wörner-Zentrums in der Führungsakademie einzuladen.