Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.03.2018

Die 16 jungen Diplomaten mit Oberst i.G. Nannt vor dem Admiral-Dieter-Wellershoff Gebäude an der FüAkBw

Der Direktor Strategie und Fakultäten, Oberst i.G. Boris Nannt begrüßt die Vertreter der Balkan Länder

 

 

 

Wenn eine Gruppe von Diplomaten zu Gast an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg ist, wird die FüAk Teil des diplomatischen Netzwerks der Bundesrepublik Deutschland: bilateraler Austausch von entscheidender Relevanz. So war das auch gestern der Fall, als 16 junge Diplomaten aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, aus Kroatien, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Montenegro und aus Serbien in Hamburg die Akademie besuchten. Sie sind Teilnehmer am 8. West-Balkan-Kurs des Auswärtigen Amtes. Begleitet wurden die Vertreter der Balkan-Länder durch Botschafterin a.D. Gudrun Steinacker. An der FüAk wurde die Gruppe durch den Direktor Strategie und Fakultäten, Oberst i.G. Boris Nannt, begrüßt.

FüAk gibt Stoff für Diplomaten

Es war das Anliegen der FüAk, der kleinen Gruppe einen Überblick über die Organisation und die Lehrinhalte der FüAk zu geben. Diesen Impuls setzte Oberstleutnant i.G. Matthias Friedrich. Er gab mit seinem Vortrag einen Einblick in den Ausbildungsauftrag der FüAk und stellte den osteuropäischen Diplomaten das Ausbildungskonzept der FüAk dar. Angefangen von der Stabsoffizierausbildung über die Generalstabsdienstausbildung in der Ausbildung der Spitzenführungskräfte der Bundeswehr bis hin zur Umsetzung des Ansatzes eines lebenslangen Lernens durch modulare Ausbildungsinhalte gewannen die diplomatischen Führungskräfte einen kompakten Überblick über die komplexe Ausbildungswelt der FüAk.

Deutsche Sicherheitspolitik

Mit dem sich anschließenden Vortrag von Dr. Philipp Münch, Dozent für Europäische Verteidigungs- und Rüstungspolitik an der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften an der FüAk, setzte sich der informative Tag fort. Münch führte die Zuhörer in die komplexe Welt der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ein. Ausgehend von den geopolitischen und historischen Rahmendaten besprach Münch im Anschluss die Prinzipien der deutschen Sicherheitspolitik. Anhand der im Weißbuch 2016 aufgeführten Inhalte erläuterte er den Diplomaten die Wertegrundlagen der deutschen Politik, die deutschen Interessen und Ziele einer deutschen Sicherheitspolitik. Eingehend ging Münch dabei auf das Dreieck einer präventiven, umfassenden und multilateralen Einbindung der deutschen Sicherheitspolitik im internationalen Kontext ein.

Künftige Herausforderungen

Der Blick auf künftige Herausforderungen für die deutsche Sicherheit führte Münch zum Auftrag der Bundeswehr. In diesem Kontext zeigte er ausführlich das Einsatzspektrum der deutschen Streitkräfte auf. Insgesamt bot der Vortrag viele Ansatzpunkte für Fragen aus dem Planum der Diplomaten, die diese Chance auch zu nutzen wussten. „Es war ein beeindruckender Vortrag, der uns sehr viel gebracht hat.“ Mit diesen Worten bedankte sich die Sprecherin der 16 Diplomatinnen und Diplomaten, Milica Radojicic aus Montenegro, bei dem FüAk-Dozenten. Anschließend machte sich der 8. West-Balkan-Kurs auf den Weg nach Berlin und Potsdam.