Autor: Stefan Berger mit Ergänzungen von Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 28.02.2018

Zivil-militärisches Zusammenwirken in der Planungsphase

Major Awasthi beim Vortrag

Honorarkonsul Madan Lai Raigar und Frau, Konteradmiral Carsten Stawitzki, Verteidigungsattaché Brigadegeneral Gurvindr Singh und Frau (v.l.n.r.)

Die indische Sängerin Suprabha KV stimmte die Gäste mit dem "National SOng" auf die Rpublik Indien ein

Begeisterte Zuhörer

Tänzerinnen der Bollywood Dance Company Tatjana Wegener

Verteidigungsattaché Brigadegeneral Gurvindr Singh überreicht das Gastgeschenk an die FüAk

Prakruthi Kolay entführte mit dem alten Tempeltanz Bharathanatyan

 

„In Indien ist es eine Tradition, zuerst eine Lampe anzuzünden, bevor verheißungsvolle Ereignisse oder Rituale beginnen.“ Mit diesen Worten forderten die beiden indischen Referenten und Veranstalter des Abends, Fregattenkapitän Anshal Sharma und Major Himanshu Awasthi, die Ehrengäste des Abends, deren Ehepartner und den Kommandeurr der Führungsakademie, auf, das 'Divya Jyotir', das 'Göttliche Licht', zu entzünden. Die beiden Offiziere sind Teilnehmer des internationalen Lehrgangs Genralstabsdienst / Admiralstabsdienst (LGAI) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw).

Hoher Besuch aus Indien

Zuvor begrüßte Konteradmiral Carsten Stawitzki die Gäste des Abends und den LGAI 2017 zu dem Großen Nationalen Informationstag, der an der FüAk kurz GNIT genannt wird. Dem indischen Verteidigungsattaché Brigadegeneral, Gurvindr Singh, und seiner Frau sowie dem Generalkonsul von Indien in Hamburg, Madan Lai Raigar und seiner Frau, galt die besondere Aufmerksamkeit.

Die Indische Hymne zu Beginn

Den Einstieg in eine Reise durch das unbeschreibliche Indien erlebten die Gäste mit der live gesungene Hymne an das Mutterland aus dem Jahr 1950. Die indische Sängerin Suprabha KV stimmte die Gäste mit dem "National Song" auf die Republik Indien ein.  Die beiden Referenten Fregattenkapitän Sharma und Major Awasthi überraschten dann mit faszinierenden Bildern und Informationen über ein Land, das in seinen Traditionen, seiner Kunst, Kultur und Literatur genauso verwurzelt ist wie es heute der Gegenwart und Zukunft zugewandt ist. Mit ihrer Präsentation zeigten die beiden Offiziere aus dem LGAI 2017 die Schönheit und die Geheimnisse Indiens und ihrer Menschen auf und gaben damit einen Überblick darüber, was diese große Nation ausmacht.

Incredible India

Incredible India! Gebannt folgten die Gäste einer Reise in das Land des Mystischen und Unerwarteten. Sie folgten in ein Land mit etwa 1,3 Milliarden Menschen, die nahezu allen der Menschheit bekannten Glaubensrichtungen angehören und die sich trotzdem als eine Einheit, eine freie Nation, eine Gemeinschaft der Inder verstehen.

Indien – ein Land der Superlative

Die beiden Referenten stellten ein Land vor, dass das siebtgrößte Land der Erde ist, die sechstgrößte Wirtschaft der Welt aufweist, die drittgrößte Armee sein eigen nennt und zudem noch eine Atommacht ist. Die Zuhörer folgten der Reise in ein Land, das reich an einem kulturellen Erbe ist. Die Menschheit hat durch indische Mathematiker die Zahl „Null“ erhalten und das Dezimalsystem. Trigonometrie, Geometrie und Astronomie wurden in Indien gelehrt, und die medizinischen Wissenschaften wurden durch Inder maßgeblich geprägt.

Ein Land der Vielfalt

„Wir kommen aus einem Land des Friedens und der Ruhe. Indien ist vielfältig: Ob Berge, Wüsten, Ebenen, Küsten und Strand, wir haben sie alle“, stellte Fregattenkapitän Sharma in seinem Vortrag heraus. Dass Indien tatsächlich eine komplexe Nation und ein seltenes Beispiel für Vielfalt ist, ergänzte Major Awashti in seinem Vortragsteil anhand der Geografie, der Flora und Fauna. Er erzählte von unterschiedlichen Lebensstilen, von den beiden Amtssprachen Englisch und Hindu, von 22 Hauptsprachen und 122 weiteren Sprachen, die dort existieren. Der bildhafte Blick auf unterschiedliche Kleidungsstile und die Vielfalt der indischen kulinarischen Spezialitäten machte den Reichtum dieses Subkontinentes deutlich.

Die indische Armee

Insbesondere die 15.200 km lange Landesgrenzen und die strategische Lage Indiens an zwei Ozeanen leiteten zu einer Übersicht über Auftrag und Leistungsfähigkeit der indischen Streitkräfte über. In den indischen Streitkräften leisten 1,325 Mio. Soldaten ihren Dienst, die von 2,14 Mio. Reservisten unterstützt werden. Indien weist die fünftgrößte Marine mit über 200 Schiffen auf.

Indische Politik hat viele Herausforderungen

Die Förderung und Aufrechterhaltung eines friedlichen und stabilen außenwirtschaftlichen Umfelds, in dem die innenpolitischen Aufgaben der integrativen Wirtschaftsentwicklung und der Armutsbekämpfung schnell und ohne Hindernisse voranschreiten können, bleiben hingegen weiter wesentliche Ziele der indischen Politik. Auch die Partnerschaft zu Deutschland, mit dem Indien seit 2001 eine "Strategische Partnerschaft" eingegangen ist, stellten die beiden Referenten besonders hervor.

Indische Kultur an der FüAk

Der Große Nationale Informationstag über Indien fand mit Vorführungen aus der über die 5.000 Jahre alten, sehr reichen Kultur und Tradition Indiens seinen Abschluss. Durch diesen Teil des Abends führte Anna Gruber, die fachkundig die kulturellen Etappen erläuterte.

Indischer Blumentanz verzauberte das Medienzentrum

Die indische Tänzerin Prakruthi Kolay entführte mit dem alten Tempeltanz Bharathanatyan in die mystische Welt Indiens. Es ist ein Blumentanz, der der Mutter Erde huldigt. Mit ihrem Tanz „Namo Namo“ erfolgte eine Huldigung an die Schönheit Indiens. Indische Tänze wurden im Anschluss von der Tanzgruppe Desi Jarman Vaale aufgeführt. Der alte Tanz Bhangra, mit dem der Frühjahrsbeginn gefeiert wird, zeigte den Zuschauern ein Beispiel der alten Tanztradition Indiens.

Bollywood ganz nah

Die Moderne wurde von der Bollywood Dance Company Tatjana Wegener verkörpert. Drei Tänzerinnen tanzten Tänze aus einem Genre, das ursprünglich der indischen Filmindustrie entstandt. Der Tanzstil Bollywood, der seinen Namen aus den Worten „Bombay“ und „Hollywood“ hat, ist heute eine eigenständige Tanzrichtung mit universalem Charakter, die Elemente des Hip-Hop und des Bauchtanzes in sich birgt.

Indische Lieder zum Abschluss

Abschließend sang noch einmal Suprabha KV aus Bangalore indische Lieder. Sie begann mit „Chira Liya Hai“, das dem Old Bollywood Mashup entstammt. Es folgte von Sohra Saal das Lied „Hai Apna Dil T oh Aawara“ und von Padoson „Mere Saamne Wali Khidki Mein“. Bei dem anschließenden Empfang mit indischen Speisen und Getränken gab es nach diesem stimmungsvollen Vorträgen und Darbietungen noch reichlich Gelegenheit zum Austausch über das Incredible India!