Autor: Christian Musche; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 16.02.2018

Zivil-militärisches Zusammenwirken in der Planungsphase

Beratung von Reservisten

Leben in der Lage: Die Teilnehmenden im Planspiel

Der Reserveoffizierlehrgang des SFL Res IV-2017 an der Führungsakademie

Reservisten bei der Seminardiskussion

Generalleutnant Bohrer an der FüAkBw: ,,Die Reservedienstleistenden sind wichtiger denn je!"

 

 

 

 

 

 

 

Es klingt auf den ersten Blick alles andere als kurzweilig, wenn es darum geht, sich drei Tage lang mit Reservisten und deren Belangen zu beschäftigen. Doch für die Bundeswehr sind die Reservisten eine besondere Zielgruppe. Es stecken in der Thematik viele spannende Themen. Weil Reservisten für die Bundeswehr besonders wichtig sind, bildet sie die Beauftragten für Reservistenangelegenheiten (BeauftrResAngel) aus. Diese Ausbildung findet dreimal im Jahr als ein dreitägiges Pflichtmodul für jeweils 26 Seminarteilnehmende an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) statt, welches Oberst i.G. Christian Musche leitet. Im diesjährigen ersten Seminar kamen dazu Kommandeure oder deren entsandte Stellvertreter nach Hamburg, vom Dienstgrad Major bis zum Generalleutnant. Die Grundlagen und Kenntnisse für die Reservistenarbeit ab Bataillonsstärke mit bis zu 1.200 unterstellten Soldaten werden durch die Akademie sowie dem Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr, dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) sowie zivilen Arbeitgebern vermittelt.

Pflichtseminar für die Aktiven 

In der Regel nehmen für die Kommandeure deren Stellvertreter teil, da sie es sind, die mit der Aufgabe des Beauftragten durch die Dienststellenleiter im Rahmen einer Nebenfunktion betraut werden. Für die aktiven Soldaten ist es jedoch eine grundsätzliche Verpflichtung, das Seminar zu besuchen. Daneben können ausgewählte Reservisten zusätzlich als Multiplikatoren zum Seminar zugelassen werden.

Verantwortliche Aufgabe

Worum geht es? Es gilt, bei den Seminarteilnehmern das Bewusstsein aufzufrischen, dass es darauf ankommt, aktiv um die Reservisten zu werben und Reservisten zu gewinnen. Damit wird die Bindung von Reservisten an die Bundeswehr zu einer äußerst verantwortlichen Aufgabe auf allen Führungsebenen der Bundeswehr. Bundeswehrweit liegt der Beorderungsstand von wehrübenden Reservisten bei nahezu 28.400 Personen. In dieser Zahl aus dem Jahr 2017 sind alle Bereiche der Bundeswehr wie auch des Bundesministeriums der Verteidigung enthalten. Viele Maßnahmen zur Personalgewinnung, beispielsweise der Seiteneinstieg mit höherem Dienstgrad auch für ungediente Personen, oder die Überbrückung von personellen Engpässen werden durch eine Reservistenarbeit erreicht.

Für Reservisten einsetzten

Gerade vor dem Hintergrund des Freiwilligkeitsprinzips gilt es, den einzelnen inhaltlich zu überzeugen und gut aus- und weiterzubilden. Nur auf diese Weise wird die Bundeswehr auf einen qualifizierten, motivierten und verlässlichen Reservisten zurückgreifen können. Der BeauftrResAngel setzt sich für die Reservisten ein und erhält dazu während des Seminars sein Rüstzeug, das dann auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort angepasst zur Wirkung gebracht werden muss.

Partner sind tragende Säule

Die drei wesentlichen Säulen einer gelingenden Reservistenarbeit des BeauftrResAngel sind der Reservistenverband, die Arbeitgeber sowie das gesamte Personalmanagement der Bundeswehr. Diese drei Partner unterstützen den Beauftragten bei seiner Arbeit und sind zudem eine tragende Säule des Seminars. Aus allen drei Bereichen tragen die zuständigen Fachleiter vor. Sie kommen aus der ministeriellen Ebene, den Bundesober- und Bundesmittelbehörden sowie der Ämterebene. Die Thematik „Reservisten“ wird somit umfassend aus den jeweiligen Blickwinkeln beleuchtet und diskutiert. Der Austausch untereinander, die Erfahrungen der Lehrenden oder die Netzwerkbildung bilden einen weiteren Mehrwert des Seminars.

Persönlich um Reservisten kümmern

Für den Seminarleiter Musche ist klar, dass für die mit der Reservistenarbeit betrauten Personen aufgrund der Auswirkung einer veränderten Entwicklung der Bevölkerung und Bevölkerungsstruktur das Ringen um geeignetes Personal zunehmend anspruchsvoller sein wird. „Alle Seminarteilnehmer“, sagt Musche, „benötigen das Wissen darum, dass für den, der Personal für die Bundeswehr gewinnen und binden möchte, es erforderlich ist, sich thematisch auszukennen und dass es vor allem darum geht, sich persönlich um die Reservisten zu kümmern." Die Nutzung eines Netzwerkes und das aktive Einbringen in diese Aufgabe zahlen sich letztlich für alle Beteiligten aus.