Autor: Ralf Hartmann; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 22.01.2018

Geopolitische Sichtweisen treffen auf Lehrgangsteilnehmer

 Geopolitische Sichtweisen treffen auf Lehrgangsteilnehmer

Der Dozent erklärt die Geopolitik

Der Dozent erklärt die Geopolitik

Die Lehrgangsteilnehmer bei ihrem Parforceritt

Im Hörsaal beim geopolitischen Parforceritt

Die Teilnehmer verabschiedeten sich mit einem Gruppenbild

Die Teilnehmer verabschiedeten sich mit einem Gruppenbild

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Anlehnung an Napoleon begründet sich die Politik eines Landes in seiner Geografie. Gemeint ist damit, dass es auf die Zusammenhänge zwischen geografischen Faktoren auf der einen Seite und der Politik eines Staates auf der anderen Seite ankommt. Unter Geopolitik versteht man darum vereinfacht ausgedrückt die Lehre vom Einfluss des geografischen Raumes auf die Politik eines Staates und der Raumgebundenheit der politischen Vorgänge.

Es stellt sich die Frage, welchen Einfluss die geografischen Bedingungen eines Staates auf seine nationale und internationale Politik haben. Mit Fragen dieser Art beschäftigte sich das Modul „Geopolitik“ der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), das unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. Ralf Hartmann und Fregattenkapitän der Reserve Dr. Hartmut Klüver von der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften in einem einwöchigen Seminar gelehrt worden ist. In einer Woche haben 20 zivile und militärische Lehrgangsteilnehmer diese geopolitischen Sichtweisen auf regionale und globale Krisen und Konflikte sowie die Politik der darin agierenden staatlichen Akteure angewendet.

Geopolitik am Beispiel Osteuropa, Türkei und Iran

Um mögliche Einflüsse geografischer Faktoren auf die Innen- und Außenpolitik beziehungsweise die Sicherheitsinteressen eines Staates besser verstehen zu können, wählten die Modulleiter zwei beispielhafte geografische Räume aus, die tagesaktuell im Fokus der internationalen Politik stehen. Der erste thematische Schwerpunkt lag hierbei auf Osteuropa und den Ländern des Baltikums, Weißrussland, Russland sowie der Ukraine als Brückenland zwischen Ost und West. Unmittelbar an diesen Raum grenzte das Gebiet, auf dem der zweite Fokus lag. Betrachtet wurden die beiden Regionalmächte Türkei sowie Iran mit ihrer jeweiligen geopolitischen Rolle am Rande zu Osteuropa.

Ein geopolitischer Parforceritt

Für die Lehrgangsteilnehmer erfolgte ein Parforceritt durch die geografischen Rahmenbedingungen und durch historische und völkerrechtliche Zusammenhänge in diesen Ländern. Alle diese Faktoren galt es zu analysieren und zu bewerten. Anschaulich lernten die Lehrgangsteilnehmenden an diesen Beispielen, dass es neben den geografischen Faktoren eben auch auf die damit eng verknüpfte Bedeutung von Demographie, Ethnizität, Ökonomie, Ressourcen, Handelsbeziehungen, Infrastruktur oder Klimabedingungen für die Geopolitik eines Staates ankommt.

Unterstützung durch viele Gastdozenten

Das Modul zum Ende letzten Jahres wurde dank zahlreicher hochkarätiger Gastdozenten aus Wissenschaft und Forschung zu einem echten Höhepunkt, denn die Dozenten führten thematisch in die einzelnen Länder und geopolitischen Gesichtspunkte ein. Durch diese tiefen Kenntnisse entwickelten sich im Anschluss an die Vorträge rege Diskussionen zu unterschiedlichsten Aspekten der aufgezeigten geopolitischen Zusammenhänge.

Hafenrundfahrt und Ausblick auf das Jahr 2018

Abgerundet wurde das Modul durch einen Besuch des Hamburger Hafens. Es gibt keinen besseren Ort als einen Hafen, an dem die Lehrgangsteilnehmer noch einmal unterschiedliche Faktoren wie Wirtschaft und Infrastruktur für die Geopolitik eines Staates hautnah erleben konnten. Die Modulleiter Hartmann und Klüver waren sich am Ende des Moduls sicher, dass „die Lehrgangsteilnehmer nun geopolitische Faktoren erkennen, deren Bedeutung auf die Politik eines Staates bewerten und dementsprechende Folgerungen auch für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik ziehen können.“ Am Ende gab Hartmann noch einen kurzen Ausblick auf das geplante Geopolitik Seminar in diesem Jahr 2018: „Im Jahr 2018 wird Asien und die Volksrepublik China im Fokus der geopolitischen Analyse stehen.“