„DETERMINED EFFORT 2017“ – ein Ausbildungshöhepunkt der Lehre Landstreitkräfte

Autor: Marc Birnstiel; Fotos: Katharina Roggmann/ Marc Birnstiel

Hamburg, 15.01.2018

Generalleutnant Manfred Hofmann

Generalleutnant Manfred Hofmann

Diskussion der Ergebnisse

Diskussion der Ergebnisse

Lehrgangsteilnehmer beim Vortrag

Lehrgangsteilnehmer beim Vortrag

Generalleutnant a.D. Ton van Loon

Generalleutnant a.D. Ton van Loon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

44 Heeresuniformträger des nationalen Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst 2016 (LGAN 2016) haben ihre teilstreitkräftespezifische Ausbildung zu Ende gebracht. Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des prägenden Ausbildungsabschnittes der Heeresangehörigen stellte die zweiwöchige Stabsübung „DETERMINED EFFORT 2017“ dar.  Der Lehrgang, zu dem auch zehn internationale Heeresuniformträger gehören, wurde durch Delegationen aus vier weiteren Ländern unterstützt. Am letzten Tag der Übung sprach Generalleutnant Manfred Hofmann, Kommandierender General des Multinationalen Korps Nordost in Stettin (Polen), über seine vielfältigen Aufgaben.

Szenario bewaffneter Konflikt

Das fiktive Szenario der Übung war südländisch. Auf der Landkarte der Iberischen Halbinsel wurde ein bewaffneter Konflikt zweier fiktiver Staaten simuliert, die nach militärischen Auseinandersetzungen im Streit um Ressourcenvorkommen und ethnischer Minderheiten jeweils Staatsterritorium des Anderen eroberten. Die NATO, unter einem Mandat des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, kann dann u.a. ein Land Component Command, ein für militärische Operationen eingesetztes Kommando für Bodenstreitkräfte, einsetzten. Somit hat die Nato in der Folge des Konflikts einen Multinationalen Korpsstab damit beauftragt, als Land Component Command eine landgestützte Operation zur Trennung der Konfliktparteien zu planen und diese mit den anderen Teilstreitkräften abzustimmen. Die Kernfunktionen des Korpsstabes wurden im Rahmen der Übung durch Lehrgangsteilnehmer besetzt.

Theorie und Praxis

In den 14 Wochen intensiver Lehre im Bereich Landstreitkräfte auf Brigadeebene und Divisionsebene wurden nationale Führungsprozesses angewendet. Eine Division führt dabei rund 20.000 Soldaten. Zum Ende wurden dann die Lehrgangsteilnehmer vor die Herausforderung gestellt, die Ebene eines Land Component Commands zu erklimmen. Der Unterschied ist dabei der Sprung und das Umdenken vom zuvor erlernten nationalen Führungsprozess hin zur Multinationalität, mit dem in der NATO angewandten internationalen Führungsprozess.

Kernelement Multinationalität

Die NATO Comprehensive Operations Planning Directive, eine Richtline für alle NATO-Mitglieder zur einheitlichen Operationsplanung, diente als Grundlage des Führungsprozesses. In knapp vier Wochen wurde der neue Prozess sowohl theoretisch vorgestellt und erarbeitet als auch in einer kurzen Planübung praktisch geübt. Die Voraussetzungen waren damit gelegt, den Prozess zu vertiefen und die Abschlussübung meistern. Ein Kernelement der Übung „DETERMINED EFFORT“ ist die Multinationalität, die in allen NATO Korps die Wirklichkeit darstellt. Dazu wurde die Übung durch Delegationen aus Österreich, den USA, dem Vereinigten Königreich und Polen unterstützt. Konsequenterweise war die Übungssprache Englisch.

Senior Mentor Ton van Loon

Senior Mentor dieser Übung war der ehemalige Generalleutnant Ton van Loon aus den Niederlanden. Die drei Übungsstäbe profitierten vom umfangreichen Erfahrungsschatz des ehemaligen Kommandierenden Generals des I. Deutsch-Niederländischen Korps und Kommandeurs des Regionalkommandos Süd in Afghanistan. In seiner Rolle als Kommandeur verdeutlichte er ein ums andere Mal: „Wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz der Führung. Insbesondere ist das Augenmerk auf die „Zivil-Militärische Zusammenarbeit“ und „Operative Kommunikation“ zu legen, um heutige Konflikte bewältigen zu können“, so der General.

Aus der Praxis für die Praxis

An dem letzten Tag der Übung hielt Generalleutnant Hofmann einen Vortrag über die Herausforderungen, die sich für das Korps Nordost aus den jüngsten Beschlüssen der NATO zum Schutz der Nordost-Flanke ergeben. Anschaulich präsentierte er den Weg des Korps von einem Hauptquartier „lower readiness“ zu einem „high readiness headquarter“. Nicht ohne Stolz stellte Generalleutnant Hofmann fest, dass das Multinationale Korps Nordost bereit für seine Rolle als NATO „custodian of regional security“ ist.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Für die Angehörigen des Heeres in der anspruchsvollen Generalstabsausbildung endete mit der Stabsübung „DETERMINED EFFORT“ die Ausbildung auf der höchsten taktischen Ebene. Sie blicken auf eine spannende und fordernde Zeit an der FüAk zurück.