Autor: Stefan Berger; Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 11.02.2019

Eröffnung und Begrüßung der Gäste durch Oberst i.G. Jesko Peldzus

Oberstleutnant Serge Kabore redet über seine Heimat Burkina Faso

Die Oberstleutnante Coovi und Kabore während der Diskussionsrunde mit dem Dozenten Klüver

Im Dialog mit den Lehrgangsteilnehmern

Durch fortschreitende Globalisierung, Flüchtlingsströme aus Afrika nach Europa und eine zunehmende Terrorgefahr in einigen Ländern des afrikanischen Kontinents erhält die internationale Zusammenarbeit im zivilen und militärischen Bereich einen immer höheren Stellenwert. Auch zukünftig braucht Deutschland in Afrika zur Sicherung des Friedens und zur Wahrung eigener Interessen starke und verlässliche Partner. Aufbauen und Vertiefen kann man diese Partnerschaften besonders durch persönliches Kennenlernen, Verständnis und gegenseitigen Respekt.

Der Lehrgang für Generals- und Admiralsstabsdienst International 2018 (LGAI 2018) wurde konkret:  „Westafrika 2“ hieß es Ende Januar beim bereits sechsten Regionalen Informationstag RIT im Manfred-Wörner-Zentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr FüAkBw.

Anknüpfend an den ersten Regionalen Informationstag „Westafrika, Teil 1“ im Jahr 2019, der schon den Fokus auf den westafrikanischen Kontinent richtete, begaben sich Gäste, Teile des Stammpersonals der FüAkBw und Lehrgangsteilnehmer des LGAN 2018 sowie des LGAI unter der Moderation von Oberstleutnant Tobias Maiworm als „RIT-Meister“ auf die gedankliche Reise nach Benin und Burkina Faso. Im bewährten Format präsentierten die Lehrgangsteilnehmer Oberstleutnant Coovi Theophile Gbeto aus Benin und Oberstleutnant Serge Kabore aus Burkina Faso „Erste-Hand-Informationen“ aus ihrer Heimat.

Neben der langen Geschichte Westafrikas stellten die beiden auch Traditionen beider Länder, die Vielfalt der dort lebenden Gesellschaften sowie die Geographien, Ökonomien, Lebensstile und der Sprachen heimischen Volksgruppen vor.

Zuvor waren die Zuhörer durch Hartmut Klüver aus der Fakultät Politik-, Sozial- und Gesellschaftswissenschaften mit einem detail- und facettenreichen Vortrag in die offizielle deutsche Sicht auf Westafrika, insbesondere aber in die deutschen Interessen an und Aktivitäten in den Länder Benin und Burkina Faso eingewiesen worden.


In der anschließenden Diskussion, in der sich die Referenten in einem anregenden Dialog den tiefgründigen und teils kritischen Fragen der Zuhörer stellten, stellte Kabore unmissverständlich fest: „Auch Burkina Faso braucht verlässliche Partner, die bereit sind, in mein Land zu investieren. […] Dann bin ich überzeugt davon, dass mein Land einer positiven Zukunft entgegensieht.“

Gbeto aus Benin, der bereits am Stabsoffizierlehrgang in China teilnahm, unterstrich die Wichtigkeit vieler starker Partnerländer speziell im Rahmen der Ausbildungskooperation. So lobte er Deutschland: „Ich bin nun zum dritten Mal in Deutschland und kann sagen, dass ich vom Prinzip Führen mit Auftrag vollkommen überzeugt bin und es anderen jederzeit vorziehe.“

Dank der persönlichen Schilderungen der afrikanischen Offiziere erfuhren die Zuhörer und Gäste bei diesem Regionalen Informationstag neue Anregungen und Impulse. Diese hinterfragten sie intensiv in der abschließenden Podiumsdiskussion mit den Referenten, die fachkundig und mit persönlichen Erfahrungen versuchten, jede Frage zu beantworten und Anmerkungen aufzunehmen.

Neben der geistigen Nahrung sollte auch die sinnliche Erfahrung zum besseren Verständnis stehen. So probierten die Gäste, Lehrgangsteilnehmer und die Referenten bei einem Empfang im Foyer des Manfred-Wörner-Zentrums lokale Spezialitäten aus Burkina Faso und Benin.