Autor: Verena Hoffmann, Bernd Abshagen; Fotos: Thorsten Näther

Hamburg, 12.10.2018

Der LGAN 2017 auf der Freitreppe der Marineschule Mürwik

Dynamic Display auf hoher See

v.l.n.r. die Kapitäne zur See Schwarzhuber, Abry, Kesten und Bobzin sowie Korvettenkapitän Gräßel

Kapitän zur See Straus verabschiedet sich

 

 

 

"Diese Reise war ein absoluter Gewinn", sagte Oberstleutnant i.G. Bernd Przyswitt, Tutor des LGAN 2017, "die Marine live zu erleben, das kann durch keinen Vortrag im Hörsaal ersetzt werden." Im September 2018 lernte der Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) 2017 die Deutsche Marine an unterschiedlichen Orten hautnah kennen. Auf Basis der Jährlichen Weisung Marine erhielten die Lehrgangsteilnehmenden einen Einblick in die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr und in die aktuellen Bestrebungen der Marine im Rahmen der Re-Fokussierung der Bundeswehr. Erster Anlaufpunkt der viertägigen Reise (FüAkEx 2018) war die Marineschule Mürwik. Der Kommandeur der Marineschule, Kapitän zur See Tobias Abry, begrüßte die Besucher herzlich in der "Alma Mater" der deutschen Marineoffiziere, "FükAkEx ist aus Sicht der Marine von zentraler Bedeutung, um ein streitkräftegemeinsames Verständnis für maritime Fragen und die Besonderheiten der Marine zu fördern. Das gilt insbesondere für das zukünftige Führungspersonal der Bundeswehr."

Deutsche Marine heute und Re-Fokussierung der Bundeswehr

In den anschließenden Impulsvorträgen und einer anregenden Panel Diskussion lernten die Lehrgangsteilnehmenden einerseits die Aufgaben und aktuellen Herausforderungen der Einsatzflottillen, des Marinefliegerkommandos und der Offizierausbildung der Marine näher kennen und konnten andererseits die Einsatzbereitschaft der fahrenden Flotte kritisch hinterfragen. Hierbei stellten die beiden Diskussionsleiter, Korvettenkapitän Michael Gräßel und Korvettenkapitän Martin Pauker, fest, dass der LGAN 2017 sich sehr kritisch mit der Re-Fokussierung der Bundeswehr insbesondere in Bezug auf Landes- und Bündnisverteidigung vor dem Hintergrund der aktuellen Personal- und Materiallage auseinandersetzt. Die Herausforderungen der Re-Fokussierung standen auch in den folgenden Tagen der Rundreise zu den Marinestützpunkten Eckernförde und Kiel immer wieder im Fokus der interessierten Fragen des Lehrgangs.

Dynamic Display auf hoher See

Den Höhepunkt der Reise war schließlich die Seefahrt an Bord der Fregatte „HESSEN“ und der Korvette „ERFURT“. Bei bestem Wetter präsentierte die Marine dem Lehrgang ihr mannigfaltiges Einsatzspektrum durch mehrere Übungen in der Kieler Bucht. Dabei erkannten die Kameraden und Kameradinnen von Heer und Luftwaffe, welche Bedeutung Teamwork an Bord eines Schiffes hat. "Hier sitzen alle wahrlich in einem Boot", sagte Oberstleutnant Przyswitt, "und können dieses auch wirklich nur gemeinsam zur Entfaltung bringen."

Ein guter Rahmen für eine Verabschiedung

Während die "blauen Jungs" den „Landratten“ des Heeres und der Luftwaffe mit Stolz die Fähigkeiten ihrer Marine praktisch vor Augen führten, kam bei mindestens einem Kameraden der Marine an diesem Tag auch ein gehöriges Maß an Wehmut auf. Für Kapitän zur See Henning Straus war dieser Tag  sein letzter Seetag als aktiver Marineoffizier, bevor er zum Ende September in den Ruhestand versetzt wurde. Der Lehrgang nutzte das Einlaufbier an Bord der Fregatte „HESSEN“ und den Abschluss der FüAkEx 2018, um Kapitän Straus zu verabschieden und ihm für seine Einsatzbereitschaft als Leiter der Fakultät Marine an der Führungsakademie zu danken.

Ein herzliches Dankeschön an die Deutsche Marine

Seit 1957 werden militärische Spitzenkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr auf ihre anspruchsvollen Aufgaben in der Bundeswehr, der NATO, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen vorbereitet. Nur mit der Unterstützung der Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine oder den Organisationsbereichen wie der Streitkräftebasis, dem Zentralen Sanitätsdienst oder dem Cyber- und Informationsraum kann die Aus-, Fort- und Weiterbildung dieser Akademie zeitgemäß und praxisorientiert sein und bleiben. Der neue Leiter der Fakultät Marine, Kapitän zur See Peter Görg, dankt herzlich "der Flotte, dass diese trotz ihrer vielfältigen Aufgaben und Belastungen einem solchen Programm Raum und Zeit gibt."