Ehrwürdiger Abschied vor über 400 Soldaten

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 09.05.2018

Einmarsch der Ehrenformation

Einmarsch der Ehrenformation

Admiral Stawitzki bedankt sich bei allen Akademieangehörigen

Admiral Stawitzki bedankt sich bei allen Akademieangehörigen

Die Truppenfahne tritt vor zur Kommandoübergabe

Die Truppenfahne wird zur Kommandoübergabe getragen

Truppenfahne in neuen Händen

Truppenfahne in neuen Händen

Der scheidende Kommandeur, Konteradmiral Stawitzki

Der scheidende Kommandeur, Konteradmiral Stawitzki

Brigadegeneral Oliver Martin Kohl übernimmt das Kommando

Brigadegeneral Oliver Martin Kohl übernimmt das Kommando

Vizeadmiral Rühle übergibt das Kommando an den neuen Kommandeur der Führungsakademie

Vizeadmiral Rühle übergibt das Kommando an den neuen Kommandeur der Führungsakademie

 

Ein ehrwürdiger Abschied nach knapp zwei Dienstjahren an der Führungsakademie: Bei strahlendem Sonnenschein sind in der Clausewitz-Kaserne am 9. Mai 2018 etwa 400 Soldaten aus Deutschland und Europas engsten Partnernationen sowie zivile Mitarbeiter angetreten, um Konteradmiral Carsten Stawitzki zu verabschieden. Bewegte Monate, unglaublich viel Engagement und zahlreich auf den Weg gebrachte Initiativen liegen in den vergangenen Monaten hinter uns. Admiral Stawitzki hat im Rahmen der „Neuentwicklung FüAk“ eine Menge angestoßen.

Zahlreiche Gäste in Hamburg

Nun hat Brigadegeneral Oliver Kohl das Kommando der Führungsakademie der Bundeswehr von Admiral Stawitzki übernommen. 400 militärische und zivile Gäste aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft begleiteten den Übergabeappell. Der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle, übergab das Kommando an General Kohl. Dieser Wechsel vollzieht sich zum ersten Mal, seit die Führungsakademie dem Generalinspekteur der Bundeswehr direkt unterstellt ist.

Schon viel erreicht

Die Führungsakademie gehört in der über 60-jährigen Geschichte der Bundeswehr und in über 25 Jahren „Armee der Einheit“ zu einem festen und unverzichtbaren Bestandteil unserer Bundeswehr-Geschichte, wofür Admiral Rühle zunächst den militärischen und zivilen Mitarbeitern mehrerer Generationen großen Dank zollte.
Rühle wandte sich danach dem scheidenden Kommandeur, Konteradmiral Stawitzki, zu. Er sprach über „sein großes Aufgabenpaket“: Umstellung Basislehrgang Stabsoffizier, Neukonzeption Lehrgang Generalstabsdienst, Integration von mehr Führungspersonal in den Ausbildungsbetrieb, darüber hinaus haben allein 2017 insgesamt über 70 Spitzen-Führungskräfte aus der Bundeswehr einen Vortrag an der FüAk gehalten.

Weitere Etappenziele

Die Liste der Aufgabenfelder und des bereits Erreichten lässt sich noch um viele Punkte erweitern. Das Kompetenzzentrum Ausbildung und Führung wurde etabliert. Mit der Kooperationsvereinbarung „Common Campus“ wurde der Grundstein für eine enge Zusammenarbeit zwischen der Führungsakademie, dem Bildungszentrum Bundeswehr und dem Zentrum Innere Führung gelegt. Die Grundlagen wurden geschaffen, um die Führungsakademie als Denkfabrik auszurichten.

Weichenstellung durch Stawitzki

 „In enger Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität haben Sie die Weichen gestellt, in einem systematischen Wissensmanagement die Lehre, Lehrgangsarbeiten und Masterarbeiten des neu geschaffenen Studiengangs ,Militärische Führung und internationale Sicherheit‘ zu koordinieren.“ Für Rühle ist dies ein besonders bemerkenswerter Aspekt des Gesamtpaktes Weiterentwicklung. Die FüAk als Denkfabrik wird die Strategiefähigkeit der Bundeswehr insgesamt verbessern. „Jetzt kommt es darauf an, den eingeschlagenen Weg besonnen und konsequent weiterzugehen, um sich gut gerüstet den künftigen Herausforderungen zu stellen.“

Mammutaufgabe Weiterentwicklung

„Das war für die Mammutaufgabe ,Weiterentwicklung der FüAk‘ ein ausgezeichneter Start seit Ende 2016, und es wurde mehr erreicht, als in der kurzen Zeit zu erwarten war“, dankte Joachim Rühle anerkennend. „Herr Admiral Stawitzki, Sie haben sich immer mit Ihrem ganzen Herzen und Verstand für die FüAk eingesetzt. Das ehrt Sie, und damit haben Sie nicht nur die Achtung Ihrer Weggefährten und Vorgesetzten gewonnen, sondern vielmehr auch Respekt, bereitwillige Gefolgschaft und Zuneigung der Ihnen anvertrauten Menschen – mithin wohl der schönste Lohn eines Truppenführers und Vorgesetzten.“

Dank an die Truppe

Stawitzki wandte sich zum Abschluss seiner Kommandeur-Zeit in Hamburg letztmalig an seine angetretene Truppe. „Sie, meine Kameraden, gestalten die Gegenwart, mit der besten Ausbildung unseres Top-Führungspersonals. Sie sind das Teuerste, was wir haben. Sie sind die Zukunft der Bundeswehr“, bedankte er sich wertschätzend bei allen Soldatinnen und Soldaten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Vergangenheit – Gegenwart –Zukunft: Die Führungsakademie ist einzigartig“, sagt Stawitzki. „Wir leisten  eine hervorragende Ausbildung - und das seit über 60 Jahren.“ Anschließend entband Admiral Rühle den Kommandeur Stawitzki von seinem Kommando. Carsten Stawitzki trat bereits zum 1. April seinen neuen Dienstposten im Bundesministerium der Verteidigung als Abteilungsleiter Ausrüstung an.

Pragmatismus und strategische Ausrichtung

Mit Brigadegeneral Oliver Kohl folgt laut Admiral Rühle an der Spitze der Führungsakademie eine ausgezeichnete Persönlichkeit. „Mit Ihrem Wissen und Ihren Erfahrungen aus Ihren Verwendungen gerade hinsichtlich der militärischen Ausbildung, aber vor allem aus der letzten Verwendung als Brigadekommandeur und der Leitung der Arbeitsgruppe ,Innere Führung Heute‘ sind Sie mit der richtigen Mischung aus Pragmatismus und strategischer Ausrichtung, aus truppendienstlicher und ministerieller Erfahrung ausgestattet“, begrüßte Rühle den neuen Kommandeur. Rühle sieht ihn für die nun bevorstehenden Aufgaben bestens gewappnet. „Als Nächstes stehen die Ausweitung der Kompetenzorientierung auf das gesamte Lehrangebot, die Etablierung der Denkfabrik und die weitere nationale und internationale Vernetzung auf der Aufgabenliste. Hinzu kommt die Kooperation mit dem Bildungszentrum und dem Zentrum Innere Führung. Auch die bereits guten Ergebnisse in der Entwicklung der Lehre oder beim Lehrdeputat müssen verstetigt werden“, führte er weiter aus.

Auf das Morgen bestens vorbereitet

Damit wechselt die Führung der Akademie von einem Marine- auf einen Heeresoffizier. Brigadegeneral Kohl, zuletzt Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41 in Neubrandenburg, freut sich auf die jetzt anstehenden Aufgaben. „Ich möchte meinen Betrag dazu leisten, dass militärische Führungspersönlichkeiten unsere Akademie verlassen, die für alle Herausforderungen gewappnet sind – und das alles auf der zeitlosen Basis, die der dritte Kommandeur der Akademie und spätere Generalinspekteur der Bundeswehr, Ulrich de Maizière, bereits 1964 höchst treffend formuliert hat: charakterliche Lauterkeit, solide Fachkenntnisse und breite Bildung!“

Kaderschmiede für TOP-Führungspersonal

Die Führungsakademie der Bundeswehr legt als Alma Mater aller Stabsoffiziere den Grundstein für eine solide und zeitgemäße Aus-, Fort- und Weiterbildung der deutschen Stabsoffiziere im Kontext eines lebenslangen Lernens. Die Modullandschaft, der Basislehrgang Stabsoffizier, der Lehrgang für General- und Admiralstabsdienst oder auch der Capstone Course bieten zahlreiche Plattformen für die berufliche Entwicklung und das Schärfen des persönlichen Profils. Vor allem in der Lehre, aber auch im planerischen Bereich, leisten die Angehörigen der Führungsakademie insbesondere in der Lehre eine ausgezeichnete Arbeit. Diese Arbeit kommt letztlich allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen zu Gute und beweist: Eine gute nationale wie internationale Zusammenarbeit ist die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Wirken.