Autor: Verena Hoffmann; Fotos: Schmitz Photoimaging, Bremen

Hamburg, 12.03.2018

Konteradmiral Carsten Stawitzki mit Andrea Schreiber

 Konteradmiral Carsten Stawitzki mit Andrea Schreiber, der
 Diversity-Beauftragten von Mercedes Benz Bremen

Diversity eine nicht zu delegierende Führungsaufgabe

Marco Bode, Aufsichtsratsvorsitzender SV Werder Bremen

Vortrag vor interessierter Zuhörerschaft

,,Diversity ist eine nicht zu delegierende Führungsaufgabe"

Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

Facettenreiche Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik

Vielfalt eröffnet neue Chancen

Gruppenbilder der Initiatoren und Vortragenden

Diversity, ein Thema für Bundeswehr, Industrie, Wissenschaft

 

 

„Führen durch Vielfalt – Vielfalt durch Führen“ - Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik haben zu diesem Thema einen spannenden Abend in Bremen gestaltet. Die Netzwerkagentur retorio hatte dazu ins Mercedes-Kundencenter nach Bremen eingeladen. Marco Bode, Aufsichtsratsvorsitzender des SV Werder Bremen, Oliver Schneider, Geschäftsführer von PractiGo GmbH, Pädagogik-Professorin Jutta Berninghausen von der Hochschule Bremen und Konteradmiral Carsten Stawitzki hielten Vorträge und standen anschließend im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema Vielfalt den knapp hundert Personen Rede und Antwort. Der Kommandeur der Führungsakademie stellte klar: „Die Bundeswehr hat die Chancen von Diversity-Management erkannt und nutzt die Vielfalt, sie sieht die gelebte Alltagsherausforderung von Führungskräften in der Bundeswehr als Bereicherung an.“

Vielfalt als Beitrag zum Erfolg

Bereits in den einleitenden Worten der Initiatorin und Diversity-Beauftragten von Mercedes Benz Bremen Andrea Schreiber wurde deutlich, dass der Erfolg eines Unternehmens wie Mercedes Benz davon abhängt, wie die Vielfalt der Mitarbeiter genutzt wird. Nur so könne dem Problem des künftigen Fachkräftemangels entgegen gewirkt werden. Eine Organisation, die die Vielfalt ihrer Mitarbeiter als etwas Positives erlebt und fördert, schaffe auch künftig eine starke Arbeiterbindung auf Basis von Motivation, Vertrauen und Teamarbeit. Darauf aufbauend stellte Konteradmiral Stawitzki in seinem Vortrag die Bedeutung von Vielfalt für eine Organisation wie der Bundeswehr heraus.

Diversity-Management in der Bundeswehr

Gerade eine Organisation wie die Bundeswehr, die vom äußeren Erscheinungsbild her uniform auftritt, ist laut Konteradmiral Stawitzki dazu angeraten, die Vielfalt in den Köpfen ihrer unterschiedlichen und individuellen Mitarbeiter zu nutzen. In seinem Vortrag beschäftigte er sich mit der Frage, wie viel Vielfalt die Uniform verträgt, und bezog dabei auch explizit die zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr mit ein. In seinen Worten stellte er deutlich heraus, dass die Bundeswehr Vielfalt in Uniform braucht. „Nur allzu oft steht eine Führungskraft vor der Frage, wie sich eine Projektgruppe für einen Auftrag zusammensetzen soll, und wir stellen dabei unser Team nach unserem Spiegelbild oder eingefahrenen Denkmustern zusammen… gewohnte Arbeitsweisen, bewährte Teams. Doch je diverser wir Arbeitsgruppen zusammenstellen, ob alt, ob jung, ob Frau, ob Mann, ob Soldat oder Zivilkraft, desto umfangreicher profitieren wir von den unterschiedlichen Erfahrungen und Ideen." Folglich lautet sein Appell an die modernen Führungskräfte von heute und morgen: „die bequemen Arbeitsweisen hinter sich lassen, Neues zulassen, vom anfänglichen Chaos der Koordination neuer Teams nicht abschrecken lassen."

Nicht zu delegierende Führungsaufgabe

Ist, um die Chancenvielfalt in der Bundeswehr zu gewährleisten, eine beauftragte Person für Diversity-Management, ähnlich einer Fachkraft für Arbeitssicherheit nötig? Hier vertritt Konteradmiral Stawitzki ein klares Nein. Die Aufgabe Diversity-Management und die Steuerung der daraus entstehenden Chancen will er nicht delegieren, dies sei seine Aufgabe und die aller Führungskräfte. „Für Vorgesetzte ist es eine Verpflichtung, mit Vielfältigkeit und Andersartigkeit der anvertrauten Menschen bewusst und respektvoll umzugehen, dazu gehört auch, sich dadurch Chancen einzugestehen", erklärt der Akademie-Kommandeur. Für die Bundeswehr stellt dies eine weitere Facette dar, als Arbeitsgeber attraktiv und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Es geht laut Stawitzki um das Schaffen von Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich vielfältige Talente entfalten können, „denn die Vielfalt ist eine unserer größten Stärken".

Umfangreiches Fotoprojekt

Mit Freude verwies der Kommandeur der Führungsakademie auf sein Projekt „Uniformierte Vielfalt“, das anlässlich des Diversity-Tages am 30. Mai 2017 an der Führungsakademie vorgestellt wurde. Die Fotoausstellung, von der Teile im Mercedes-Kundencenter in Bremen der interessierten Öffentlichkeit für den Abend präsentiert wurden, zeigt Angehörige der Führungsakademie aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Ein Bild lichtet die Personen in ihrer Büro-/Arbeitskleidung ab, das andere Bild zeigt die Person in Privat-/Hobbykleidung. Dazwischen befindet sich ein selbst gewähltes Objekt, das die Person für sich als wichtig erachtet. Die Ausstellung soll darauf aufmerksam machen, dass wir Menschen in unserem geschäftigen Arbeitsalltag oft nur in ihrer offiziellen Position und Funktion wahrnehmen, die Individuen dahinter mit all ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten und vielseitigen Interessen jedoch oftmals nicht beachten. Mit dieser Ausstellung, so Stawitzki, will die Führungsakademie der Bundeswehr zeigen, dass Uniform und Vielfalt nicht im Widerspruch zueinander stehen. Er lädt das Publikum herzlich zum Tag der Bundeswehr am 9. Juni 2018 nach Hamburg ein, wo die Ausstellung ein weiteres Mal gezeigt werden wird.

„Diversity ist kein Automatismus"

Mit diesen Worten beschrieb Marco Bode, Aufsichtsratsvorsitzender SV Werder Bremen, die Bedeutung von Diversity auch für den Bereich Profi-Fußball. Er ging sogar so weit, den Fußball als Vorreiter für Diversity zu bezeichnen, denn hier wird seit langem nicht auf das Alter, sondern auf die Kompetenzen geschaut. Alle Spieler vereinen die gemeinsamen Nenner: die Freude am Spiel, den Willen zu gewinnen, gemeinsam im Team zu Bestleistungen zu kommen. Ob im Sport, im Studium, in der Arbeitswelt oder in der Bundeswehr… am Ende des Abends haben die Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Bedeutungsvielfalt von Diversity für die künftige Arbeitswelt eindrucksvoll herausgestellt. Im Mittelpunkt dabei: Immer der Mensch als Individuum.