„DETERMINED EFFORT 2017“ – ein Ausbildungshöhepunkt der Lehre Landstreitkräfte

Autor: Marc Birnstiel; Fotos: Katharina Roggmann/ Marc Birnstiel

Hamburg, 15.01.2018

Generalleutnant Manfred Hofmann

Generalleutnant Manfred Hofmann

Diskussion der Ergebnisse

Diskussion der Ergebnisse

Lehrgangsteilnehmer beim Vortrag

Lehrgangsteilnehmer beim Vortrag

Generalleutnant a.D. Ton van Loon

Generalleutnant a.D. Ton van Loon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

44 Heeresuniformträger des nationalen Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst 2016 (LGAN 2016) haben ihre teilstreitkräftespezifische Ausbildung zu Ende gebracht. Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des prägenden Ausbildungsabschnittes der Heeresangehörigen stellte die zweiwöchige Stabsübung „DETERMINED EFFORT 2017“ dar.  Der Lehrgang, zu dem auch zehn internationale Heeresuniformträger gehören, wurde durch Delegationen aus vier weiteren Ländern unterstützt. Am letzten Tag der Übung sprach Generalleutnant Manfred Hofmann, Kommandierender General des Multinationalen Korps Nordost in Stettin (Polen), über seine vielfältigen Aufgaben.

Szenario bewaffneter Konflikt

Das fiktive Szenario der Übung war südländisch. Auf der Landkarte der Iberischen Halbinsel wurde ein bewaffneter Konflikt zweier fiktiver Staaten simuliert, die nach militärischen Auseinandersetzungen im Streit um Ressourcenvorkommen und ethnischer Minderheiten jeweils Staatsterritorium des Anderen eroberten. Die NATO, unter einem Mandat des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, kann dann u.a. ein Land Component Command, ein für militärische Operationen eingesetztes Kommando für Bodenstreitkräfte, einsetzten. Somit hat die Nato in der Folge des Konflikts einen Multinationalen Korpsstab damit beauftragt, als Land Component Command eine landgestützte Operation zur Trennung der Konfliktparteien zu planen und diese mit den anderen Teilstreitkräften abzustimmen. Die Kernfunktionen des Korpsstabes wurden im Rahmen der Übung durch Lehrgangsteilnehmer besetzt.

Theorie und Praxis

In den 14 Wochen intensiver Lehre im Bereich Landstreitkräfte auf Brigadeebene und Divisionsebene wurden nationale Führungsprozesses angewendet. Eine Division führt dabei rund 20.000 Soldaten. Zum Ende wurden dann die Lehrgangsteilnehmer vor die Herausforderung gestellt, die Ebene eines Land Component Commands zu erklimmen. Der Unterschied ist dabei der Sprung und das Umdenken vom zuvor erlernten nationalen Führungsprozess hin zur Multinationalität, mit dem in der NATO angewandten internationalen Führungsprozess.

Kernelement Multinationalität

Die NATO Comprehensive Operations Planning Directive, eine Richtline für alle NATO-Mitglieder zur einheitlichen Operationsplanung, diente als Grundlage des Führungsprozesses. In knapp vier Wochen wurde der neue Prozess sowohl theoretisch vorgestellt und erarbeitet als auch in einer kurzen Planübung praktisch geübt. Die Voraussetzungen waren damit gelegt, den Prozess zu vertiefen und die Abschlussübung meistern. Ein Kernelement der Übung „DETERMINED EFFORT“ ist die Multinationalität, die in allen NATO Korps die Wirklichkeit darstellt. Dazu wurde die Übung durch Delegationen aus Österreich, den USA, dem Vereinigten Königreich und Polen unterstützt. Konsequenterweise war die Übungssprache Englisch.

Senior Mentor Ton van Loon

Senior Mentor dieser Übung war der ehemalige Generalleutnant Ton van Loon aus den Niederlanden. Die drei Übungsstäbe profitierten vom umfangreichen Erfahrungsschatz des ehemaligen Kommandierenden Generals des I. Deutsch-Niederländischen Korps und Kommandeurs des Regionalkommandos Süd in Afghanistan. In seiner Rolle als Kommandeur verdeutlichte er ein ums andere Mal: „Wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz der Führung. Insbesondere ist das Augenmerk auf die „Zivil-Militärische Zusammenarbeit“ und „Operative Kommunikation“ zu legen, um heutige Konflikte bewältigen zu können“, so der General.

Aus der Praxis für die Praxis

An dem letzten Tag der Übung hielt Generalleutnant Hofmann einen Vortrag über die Herausforderungen, die sich für das Korps Nordost aus den jüngsten Beschlüssen der NATO zum Schutz der Nordost-Flanke ergeben. Anschaulich präsentierte er den Weg des Korps von einem Hauptquartier „lower readiness“ zu einem „high readiness headquarter“. Nicht ohne Stolz stellte Generalleutnant Hofmann fest, dass das Multinationale Korps Nordost bereit für seine Rolle als NATO „custodian of regional security“ ist.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Für die Angehörigen des Heeres in der anspruchsvollen Generalstabsausbildung endete mit der Stabsübung „DETERMINED EFFORT“ die Ausbildung auf der höchsten taktischen Ebene. Sie blicken auf eine spannende und fordernde Zeit an der FüAk zurück.



 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 11.01.2018

Botschafter Dr. Gambat Damba beim Eintrag ins Gästebuch der Akademie

Botschafter Dr. Gambat Damba beim Eintrag ins Gästebuch

Konteradmiral Carsten Stawitzki begrüßt die Delegation aus der Mongolei

Konteradmiral Stawitzki begrüßt die Delegation der Mongolei

Konteradmiral Carsten Stawitzki und Botschafter Dr. Gambat Damba

Konteradmiral Stawitzki und Botschafter Dr. Gambat Damba

Beim Tischgespräch im Büro des Kommandeurs: Honorarkonsul Dr. Reinberg, Frau Oberst Orosoo, Botschafter Dr. Damba, Konteradmiral Stawitzki, (v.li.n.re.)

Beim Tischgespräch im Büro des Kommandeurs: Honorarkonsul Dr. Reinberg, Frau Oberst Orosoo, Botschafter Dr. Damba, Konteradmiral Stawitzki, (v.li.n.re.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war fast wie ein Besuch unter alten Freunden. Als diese Woche der Botschafter der Mongolei, Dr. Gambat Damba, zu Gast in der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) war, kam er auf eigenen Wunsch: aufgrund der engen Verbundenheit der beiden Länder. Er fügte diesen Besuch seinem offiziellen Antrittsbesuch in der Freien und Hansestadt Hamburg an und nutzte seinen Aufenthalt in dieser Stadt, um die Bedeutung der langjährigen Verbindung zwischen der Mongolei und der Führungsakademie zu betonen. Begrüßt wurden der Botschafter und seine Delegation durch den Hausherren der Akademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki.

Ein bleibendes Zeichen

Ein bleibendes Zeichen hinterließ der Botschafter gleich zu Beginn seiner Ankunft an der Führungsakademie. Der zusammen mit dem Honorarkonsul der Mongolei in Hamburg, Dr. Marcus Reinberg, dem Verteidigungsattaché an der Botschaft der Mongolei, Oberst Ariunaa Orosoo, dem Botschaftsrat Yondon Battumur und Botschaftsrätin Munkhjargal Luvsandorj, angereiste Botschafter trug sich gleich zu Beginn ins Gästebuch der Akademie ein.

Überblick über das, was FüAK ist

Bei der folgenden Kurzunterrichtung konnte sich die mongolische Delegation ein erstes Bild über die Ausbildung des mongolischen Teilnehmers am internationalen Lehrgang Generalitätsstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst (LGAI) machen. Hierzu führte Oberst i.G. Frank Wasgindt die Besucher einmal virtuell durch die Ausbildung. Derzeit bildet die Führungsakademie 73 internationale Lehrgangsteilnehmer aus 43 Nationen aus, die zusammen mit 17 deutschen Lehrgangsteilnehmern in vier Hörsäle aufgeteilt sind. Wie an der FüAk üblich, findet auch die LGAI-Ausbildung grundsätzlich streitkräftegemeinsam statt.

Deutschunterricht in Köln

So stehen den 38 internationalen Angehörigen der Army 18 Airforce- und 15 Navy-Offiziere gegenüber. Die Ausbildungsinhalte orientieren sich an dem des deutschen Generalstabsdienst / Admiralitätsstabsdienstlehrgangs (LGAN). Jedoch findet die LGAI-Ausbildung in zeitlich komprimierterer Form statt. Das hat seinen Grund unter anderem darin, dass die ausländischen LGAI-Teilnehmer einen einjährigen Deutschkurs an der Bundessprachenschule in Hürth bei Köln absolvieren, bevor sie nach Hamburg kommen.

Ein OTL der Mongolei an der FüAk

Von diesem Angebot profitiert auch Lieutnant Colonel Erdenebileg aus der Mongolei, der an der Unterrichtung teilgenommen hat. 26 Mitglieder der mongolischen Armee hat die Mongolei seit 1993 an der FüAk im LGAI ausbilden lassen, wie Colonel Orosoo herausstellte. Davon haben zehn bereits erfolgreich an ISAF-Einsätzen in verantwortlicher Position teilgenommen. Nächstes Jahr wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ehemaliges LGAI-Mitglied zum General befördert. Insgesamt waren 123 Soldaten aus der Mongolei zu unterschiedlichen Lehrgängen und Modulen nach Deutschland geschickt worden. „Es ist ein stetiger Austausch, der lebt.“

Die Highlights sind die Reisen

Die Reisen, die der LGAI durch viele Städte Deutschlands, nach Brüssel und Wien unternimmt, sind die Highlights des Lehrgangs. Insbesondere in Berlin erhalten die ausländischen Akademiemitglieder neben der Tour durch Berlin und Potsdam einen Einblick in den Deutschen Bundestag, ins Kanzleramt, ins Bundespräsidialamt, ins Bundesverteidigungsministerium und ins Entwicklungshilfeministerium und erleben so die Institutionen der deutschen Demokratie.

Gute Beziehung wird gelebt

Ein weiteres Highlight beim Besuch des mongolischen Botschafters stellte das gemeinsame Mittagessen mit dem Kommandeur und dem mongolischen LGAI-Teilnehmer dar. Danach kam der Besuch der Delegation in Hamburg auch dem Ende entgegen. Zurück bleibt das Wissen darum, dass die guten Beziehungen zur Mongolei noch einmal erneut gefestigt worden sind. Danke für Ihren Besuch, Exzellenz.

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Philipp Lenske

Hamburg, 10.01.2018

Der Reserveoffizierlehrgang des SFL Res IV-2017

Der Reserveoffizierlehrgang des SFL Res IV-2017

Reserveoffiziere bei der Seminararbeit

Reserveoffiziere bei der Seminararbeit

Intensive Gruppenarbeit

Intensive Gruppenarbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

Knapp 60 Reserveoffiziere haben beim Stabsoffizierfortbildungslehrgang für Reservisten (SFL Res) eine umfangreiche Vorbereitung auf Tätigkeiten in nationalen Stäben, Kommandobehörden und Ämtern erhalten. Dieser Lehrgang dient als Einstieg für die Fort- und Weiterbildung im Modulsystem der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Die Teilnehmer, Uniformträger aller Teilstreitkräfte, kamen aus allen Teilen Deutschlands. Der Leiter der Lehrgruppe Module, Oberst i.G. Stephan Wolf, begrüßte alle mit den Worten: „Es kommt auf Sie an – Sie machen einen wichtigen Teil der Streitkräfte aus.“

Umfangreiches Programm

Grundsätzlich dient das Modul dazu, an Reservestabsoffiziere verkürzt das Wissen mitzugeben, das den aktiven Führungskräften der Bundeswehr im Basislehrgang Stabsoffiziere (BLS) bei deren Ausbildung inhaltlich vermittelt wird. Die zwei Wochen Lehrzeit führen dazu, dass auch das Programm dicht gestrickt ist. Die erste Woche wird intensiv Stabsarbeit in Kommandobehörden gelehrt. In vier Hörsälen werden die Prozesse bis zur Vorlage zur Entscheidung (VzE) anhand einer bestehenden Lage ausgearbeitet. In der zweiten Woche werden den Lehrgangsteilnehmern durch die Fakultät Politik, Strategie, Gesellschaftswissenschaften vertiefende Informationen und Kenntnisse zu sicherheitspolitischen Fragestellungen und Instrumentarien gegeben. Die Beschäftigung mit dem kulturellen Wandel der Bundeswehr, der militärischen Erinnerungskultur oder die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Aspekt Völkermord geben in der zweiten Seminarwoche ebenso viel Ansatzpunkte zu lebhaften Diskussionen wie die Neuausrichtungen der Militärischen Organisationsbereiche Marine, Heer, Luftwaffe, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis oder Cyber und Informationsraum.

Nicht nur Lernen ist angesagt

Die Tage an der FüAk haben für die angereisten Reserveoffiziere nicht nur aus Lernen und Arbeit bestanden. Bei einem Begrüßungsabend oder bei einer obligatorischen Stadtrundfahrt durch die Innenstadt von Hamburg mit anschließender Barkassenfahrt durch den Hamburger Hafen gab es gute Möglichkeiten, neue Kameraden kennenzulernen und neue Netzwerke aufzubauen. So sind die zwei Wochen sehr schnell vorbei gegangen. Die Lehrgangsteilnehmer gingen kurz vor Weihnachten mit dem Bewusstsein auseinander, mit der Führungsakademie einen Ort zu haben, an dem ein Wiedersehen im Rahmen eines nächsten Modulbesuches denkbar ist. Das Modul  SFL Res stellt einen willkommenen Beitrag der Führungsakademie dar, die Reserveoffiziere auf die unterschiedlichsten Verwendungen in der Bundeswehr vorzubereiten und diese mit der Bundeswehr zu verbinden.


 

 

 

Autor: Julia Döhrn; Fotos: Zebis, Doreen Bierdel

Hamburg, 09.01.2018

Militärbischof, Dr. Franz-Josef Overbeck, Botschafter Ekkehard Brose, Vizeadmiral Joachim Rühle sowie Professor Dr. Eckard Minx (v.li.n.re.) bei der Diskussion

Militärbischof, Dr. Franz-Josef Overbeck, Botschafter Ekkehard Brose, Vizeadmiral Joachim Rühle sowie Professor Dr. Eckard Minx (v.li.n.re.) im Zentrum der Diskussion

Konteradmiral Carsten Stawitzki führt die Delegation der FüAkBw an

Konteradmiral Stawitzki führt die Delegation der FüAkBw an

Interessierte Zuhörer

Zahlreiche Besucher am Thema interessiert

Botschafter Ekkehard Brose und Vizeadmiral Joachim Rühle im Gespräch

Botschafter Brose und Vizeadmiral Joachim Rühle im Gespräch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Führen künftig Roboter unsere Kriege?
Wie gut ist Deutschland auf die Krisen und Konflikte der Zukunft vorbereitet?
Können wir durch mehr strategische Vorausschau Krisen besser vorbeugen?

Die Zukunft von Konflikten: Wie kann man besser vorbeugen? Mit dieser Frage haben sich Experten aus Politik, Kirche, Militär und Wirtschaft in Berlin beschäftigt. Die Podiumsdiskussion „Operation Frieden – was kann Strategische Vorausschau zur Früherkennung und Krisenprävention beitragen?“ bot auch 40 Lehrgangsteilnehmern und Stammpersonal der Führungsakademie der Bundeswehr die Möglichkeit, sich abseits des Akademiealltags mit Zukunftsfragen zu beschäftigen. Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, begleitete die Gruppe.

Strategische Vorausschau

Der katholische Militärbischof, Dr. Franz-Josef Overbeck, der Beauftragte des Auswärtigen Amtes für zivile Krisenprävention und Stabilisierung, Botschafter Ekkehard Brose, der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle, sowie der Vorstandsvorsitzende der Daimler und Benz Stiftung, Professor Eckard Minx, diskutierten dabei sehr offen über die Möglichkeiten und Grenzen der strategischen Vorausschau. Botschafter Ekkehard Brose betonte die Vielzahl an Krisen, denen sich Deutschland und seine Partner seit Jahren gegenüber sähen. „Das Tagesgeschäft und die Krisenbewältigung fordert die Mitarbeiter und Strukturen der Bundesregierung bereits enorm und lässt weniger Raum, Zeit und Ressourcen für die Befassung mit möglichen künftigen Konflikten als wünschenswert wäre“, sagte der Botschafter.

Perspektivwechsel wagen

Professor Minx rief dazu auf, „eingetretene Pfade zu verlassen und Perspektivwechsel zu fördern!“ Strategische Vorausschau als „Denken auf Vorrat“ brauche daher Gruppen von Menschen, die unabhängig vom Tagesgeschäft den Freiraum hätten, sich mit Zukunftsfragen zu beschäftigen. Er warb dafür, diese Freiräume auch in den Institutionen der Bundesregierung zu schaffen und Mitarbeiter in den Methoden der strategischen Vorausschau zu schulen. Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck erklärte, „die säkulare Gesellschaft hat die Rolle von Religion in Konflikten vollkommen unterschätzt“. Wer verenge und lediglich interessengeleitet auf die Probleme unserer Zeit blicke, werde den komplexen sozialen und menschlichen Dimensionen von Konflikten nicht gerecht. Die Dimension Mensch bewegte auch Vizeadmiral Rühle, insbesondere mit Blick auf autonome Systeme. Er glaubt, auch künftig werde kein Kampf „Maschine gegen Maschine“ geführt.

Denken in Alternativen fördern

Einig waren sich die Panelisten, dass strategische Vorausschau keine eindeutigen Lösungen für künftige Probleme bietet. Sie funktioniere vielmehr als „Denkhilfe“, als „Motor für Phantasie“, quasi als Instrument, um in Alternativen zu denken. Mit einem starken Plädoyer, die strategische Vorausschau in den Institutionen der Bundesregierung zu fördern, warben auch die Veranstalter, Dr. Veronika Bock, Direktorin des Zentrums für Ethische Bildung in den Streitkräften (zebis), der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), Wolfgang Rudischhauser, und der Kommandeur des Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, Generalmajor Reinhardt Zudrop.

Die Zukunft denken

Die Reise in die Hauptstadt hat sich nicht nur für die Lehrgangsteilnehmer gelohnt. Den Kommandeur der Führungsakademie beschäftigen die aufgeworfenen Fragen ebenso. „Wie finden wir Antworten auf die Krisen von morgen in einer Welt, die immer dynamischer, komplexer und unübersichtlicher wird - und die uns meist schon mit den heutigen Herausforderungen gänzlich in Beschlag nimmt? Wie können wir strategische Vorausschau im Sinne einer methodisch fundierten und kontinuierlichen Auseinandersetzung mit denkbaren Zukunftsszenarien für unsere Sicherheitsvorsorge einsetzen?“

Themen relevant für die FüAk

Konteradmiral Stawitzki denkt außerdem darüber nach, wie die Führungsakademie der Bundeswehr mit verantwortlichen politischen und gesellschaftlichen Akteuren in einen Dialog treten kann, um bisherige Denkweisen zu hinterfragen und um sich auf neue Wege der Entscheidungsfindung einzulassen. Darüber hinaus findet er lobende Worte für „das hoch interessante Thema“ sowie „die großartige Formatidee“, Lehrgangsteilnehmer in die Veranstaltung einzubinden. „Es war eine tolle Bereicherung“, erklärt der Admiral, „wir werden die Thematik in unser Portfolio aufnehmen und bei unseren Vorträgen im Jahr 2018 berücksichtigen.“

 

 

 

Autor: Kai Prüter; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.01.2018

Vizeadmiral Rainer Brinkmann

Vizeadmiral Rainer Brinkmann an der FüAk

Konteradmiral Carsten Stawitzki und Vizeadmiral Rainer Brinkmann (v.li.n.re.)

Konteradmiral Carsten Stawitzki und Vizeadmiral Rainer Brinkmann (v.li.n.re.)

Interessierte Zuhörer des LGAN 2016

Interessierte Zuhörer des LGAN 2016

Admirtal Brinkmann beim Vortrag über die Innere Führung

Admirtal Brinkmann beim Vortrag über die Innere Führung

„Was für Einstein die Mathematik, für Christen die Bibel, ist für uns die Innere Führung". So begann Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, seinen Vortrag Ende Dezember an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw). Begrüßt wurde er vom Kommandeur der Akademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki. Diese Veranstaltung war einer der letzten im abgelaufenen Jahr 2017 und erfolgte im Rahmen des Ausbildungsmoduls "Innere Führung." Teilnehmende des Lehrgangs Generalitätsstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst National (LGAN) 2016 hatten das Glück, einen beeindruckenden Vortrag zum Thema "Innere Führung und Selbstverständnis" im vollbesetzten Moltke-Saal der FüAk zu hören. Dabei ist es dem Vizeadmiral gelungen, die Zuhörer für das Thema zu begeistern - und das ganz ohne PowerPoint.

„Innere Führung ist eine exzellente Führungskultur“

Für Vizeadmiral Brinkmann bedeutet die Innere Führung eine exzellente Führungskultur. Sie ist Handlungsmaxime, die dem Soldaten und dem Offizier im Speziellen in einem sich ständig ändernden Umfeld Halt gibt. Dabei stellte Brinkmann die Frage, warum sie bisweilen so kritisch gesehen wird und doch zugleich wie eine „Monstranz“ vor jedem Führungsverhalten vorweggetragen wird? Die Antwort sieht der vortragende Admiral darin, dass Innere Führung heute in einem anderen Umfeld praktiziert wird, als dieses früher der Fall gewesen ist. Die Rahmenbedingungen des militärischen Dienstes seien heute andere als in der Vergangenheit: Globalisierung, Digitalisierung, Regelungsdichte, komplexe Prozesse, überbordende Bürokratie, fehlende Zeit, unzureichende Teilhabe an Gestaltung oder die Diversifizierung von Zuständigkeiten sind für Vizeadmiral Brinkmann deutliche Kennzeichen der Moderne. Diese Aspekte bergen zugleich viele Hemmnisse, die Menschen hindern zu handeln.

Ohnmacht und Vertrauensverlust

Überlagert wird dabei die für den Einzelnen kaum zu bewältigende Komplexität des Alltags durch das Gefühl eigener Ohnmacht und einem Vertrauensverlust in die Eliten. "Vertrauen jedoch ist die unverzichtbare Ingredienz von Führung" so Brinkmann. „Führen mit Auftrag, Fehlerkultur, Zeitmanagement und Professionalität sind weitere Grundbedingungen für gute Führung.“ Demgegenüber führe das Streben nach Perfektionismus in dem hochtourigen Alltag eher zur Entmündigung der Mitarbeiter.

Vorbilder sind notwendig

In dieser Situation sind Vorbilder genauso notwendig wie gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Erfahrungen und vor allem gemeinsam errungene Erfolge. Und der Vizeadmiral führte weiterhin aus: „Die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen ist Sache des Dienstherrn, soldatisches Selbstverständnis zu leben jedoch ist Sache der Soldaten.“

Wir.Dienen.Deutschland

Welchen soldatischen Selbstverständnisses bedarf es aber in den Streitkräften und wie steht es damit? Das schlichte Motto „Wir.Dienen.Deutschland“ ist, so Brinkmann, sehr gut angekommen. Dieses Motto kann Richtschnur sein, wird in einer Zeit zunehmender Individualisierung aber nicht allenthalben gelebt. Dabei fordert die Innere Führung zwar die Beachtung der Würde des Menschen; es ist aber nicht ihre Aufgabe, die Wünsche des Einzelnen zu erfüllen. Der militärische Alltag verlangt sehr wohl, sich bisweilen in Verzicht zu üben und Härten zu ertragen. „Das ist heutzutage aber nicht sonderlich beliebt“, so der Admiral.

 

Humor und Gelassenheit ist Teil gelebter Führung

Brinkmann beendete seinen Vortrag mit dem Appell an die Teilnehmenden des LGAN, Mut zur Entscheidung zu haben, die Bundeswehr aktiv mit zu gestalten und dabei eine Fehlerkultur zu pflegen, in der Diskussionen und konstruktive Kritik zugelassen werden. "Aktuelle Probleme können nicht mit den Rezepten der Vergangenheit gelöst werden", wie Vizeadmiral Brinkmann abschließend hervorhob. Er warb bei den Zuhörern für einen optimistischen Blick nach vorne und sprach den Zuhörern die Empfehlung aus, sich den nötigen Humor und eine gewisse Gelassenheit zu bewahren.

 

 

 

Autor: Jörg Knoop; Fotos: Michael Gundelach

Hamburg, 20.12.2017

Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes beim Vortrag

Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes beim Vortrag

Gruppenfoto der Modulteilnehmer

Gruppenfoto der Modulteilnehmer

Angeregte Diskussion unter den Teilnehmern

Angeregte Diskussion unter den Teilnehmern

Seminarteilnehmer bei der Arbeit

Seminarteilnehmer bei der Arbeit


 

 

 

 

„Exercises are Fun“, dies war das Eingangsstatement von Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes, Abteilungsleiter CJ7 des Multinational Joint Headquaters Ulm (MN JHQ Ulm) für den Pilotdurchlauf des Moduls " Grundlagen für das Erstellen und Durchführen von Streitkräftegemeinsamen Übungen“, das im Dezember an der Führungsakademie der Bundeswehr durchgeführt worden ist. 10 Teilnehmer beschäftigten sich 5 Tage mit der anspruchsvollen Thematik.

Viel Rüstzeug für die Übungen

In Zusammenarbeit mit der Lehrgruppe Module hat die Fakultät Einsatz, Kommando CIR, SKB die Organisation und Durchführung des anspruchsvollen Seminars in der Generalleutnant Graf von Baudissin Kaserne übernommen. Das Seminar gliederte sich in einen englisch-sprachigen allgemeinen und einem deutsch-sprachigen nationalen teil. Dabei wurde der Seminarleiter durch ein drei-köpfiges Team aus dem Bereich Übungen und Training (CJ7) des Multinational Joint Headquaters Ulm (MN JHQ Ulm) unterstützt. Die Ulmer brachten hierbei ihre Erfahrungen aus der streitkräftegemeinsamen „Reception Staging and Onward Movement (RSOM)“ - Übung JOINT DERBY  (JODY) des Jahres 2016 mit ein. Dadurch sind den Seminarteilnehmern die theoretischen Lerninhalte überaus gewinnbringend vermittelt worden. Es entstand eine lebendige Seminaratmosphäre, die es den Seminarteilnehmern ermöglichte, die „Anlage von Übungen“ anschaulich zu erlernen.

NATO-Prozess bildet die Grundlage

Thematischer Schwerpunkt waren die konzeptionellen Grundlagen und Rahmenbedingungen der NATO. Es war das Ziel, den von der NATO vorgegebenen „Exercise Planning Process (EPP)“ für ein vorgegebenes streitkräftegemeinsames Übungsvorhaben entsprechend anzuwenden sowie ausgewählte Aspekte einer Übungsplanung selbstständig erarbeiten und vortragen zu können. Mit ihrer Teilnahme an dem Seminar haben die Teilnehmer das Rüstzeug erhalten, um zukünftig an bilateralen, multinationalen sowie an NATO-Übungen mitzuwirken oder sich in einem multinationalen Team zielorientiert zu organisieren.

Breit aufgestellter, internationaler Teilnehmerkreis

Die Gruppe der Seminarteilnehmer setzte sich aus Mitgliedern der nationalen Fähigkeitskommandos und dem Multinationalen Kommando Operative Führung aus Ulm zusammen.  Zusätzlich hat auf Einladung des deutschen Verteidigungsministeriums (BMVg) ein Teilnehmer des österreichischen Kommandos Landstreitkräfte an dem Pilotprojekt teilgenommen. Die multinationalen Teilnehmer hatten während des nationalen Anteils am Donnerstagnachmittag Gelegenheit zu einer begleiteten Exkursion in die Metropolregion Hamburg. Die nationalen Aspekte des Übungswesens der Bundeswehr wurden durch Vortragende aus dem Bereich des Ministeriums sowie durch Vertreter der deutschen Fähigkeitskommandos Kommando CIR, SKB, des Kommandos Heer, des Kommandos Luftwaffe, des Kommandos Sanität, des Marinekommandos und des BAIUDBw ergänzt. Neben der fachlichen Weiterbildung gab es natürlich auch Gelegenheit zum Networking und zum Gedankenaustausch, was das Seminar zusätzlich belebte. Die Lehrgangsteilnehmer betonten am Ende der Woche, dass sie eine Verstetigung des Pilotseminars in den kommenden Jahren sehr begrüßen würden. Das Feed-Back fiel somit sehr positiv aus und ist Antrieb und Motivation für eine Neuauflage des Seminars in 2018.

 

 

 

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 20.12.2017

Admiral Stawitzki und Admiral Schneider applaudieren für die gelungenen Vorträge

Admiral Stawitzki und Admiral Schneider applaudieren für die gelungenen Vorträge

Gemeinsamer Austausch nach dem Vortrag fördern das Verständnis untereinander

Gemeinsamer Austausch nach dem Vortrag fördern das Verständnis untereinander

Lehrgangsteilnehmer aus Thailand und China erhalten das Wappen der Führungsakademie

Lehrgangsteilnehmer aus Thailand und China erhalten das Wappen der Führungsakademie


 

 

 

 

Der LGAI hat eine Länderreihe neu aufgesetzt: Als Dialogforum mit sprichwörtlichen „Erste-Hand-Information“ durch die Lehrgangsteilnehmer hat sich der Regionale Informationstag (RIT) in kürzester Zeit zu einer festen Größe im Lehrgang Generalstabs- / Admiralstabsdienst International (LGAI) entwickelt. Auch 2018 werden die Regionalen Informationstage weiter zur Professionalisierung der Lehrgangsteilnehmenden genutzt. Dabei ist geplant, künftig ausgewählte Regionen als Abendveranstaltungen durchzuführen, um neue Teilnehmerkreise auch außerhalb der Bundeswehr anzusprechen.

Fortschreitende Globalisierung erfordert Zusammenarbeit

Mit fortschreitender Globalisierung erlangt die internationale Zusammenarbeit im zivilen und militärischen Bereich einen immer höheren Stellenwert. Auch künftig braucht Deutschland in verschiedenen Regionen der Welt zur Sicherung des Friedens starke und verlässliche Partner. Aufbauen und Vertiefen kann man diese Partnerschaften besonders durch persönliches Kennenlernen, Verständnis und gegenseitigen Respekt. Genau dieses Konzept, sich kennenlernen und später vertraut miteinander zusammen arbeiten, hat sich der LGAI zum Motto gemacht.

Neues Konzept

Das neue Konzept der Regionalen Informationstage im LGAI leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Begegnungen mit anderen Kulturen sind für viele Bundeswehrangehörige im Rahmen der Auslandseinsätze für die Bundeswehr mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch Kenntnisse über die verschiedenen Regionen, über kulturelle Unterschiede, verschiedene Denkmuster und Verhaltensweisen, die partnerschaftlich  von Lehrgangsteilnehmern und ihren Mentoren vermittelt werden, sind eine wunderbare Ergänzung und zeichnen dieses neue Konzept aus.

Großer Zuspruch

Darüber hinaus beteiligt sich ein Großteil unterschiedlicher Zuhörer und Gäste durch Anregungen und neue Impulse. Insbesondere der Dialog sowie die abschließende Podiumsdiskussion mit den Referenten finden hier einen sehr großen Zuspruch. In diesem Sinne lädt der LGAI auch im Jahr 2018 erneut zu Regionalen Informationstagen ein. Die nächste Veranstaltung zum Thema Zentralasien und Kaukasus findet am 11. Januar 2018 im Moltke-Saal der FüAkBw statt.

 

 

 

 

Autor: Nils Schellner; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 14.12.2017

Admiral Stawitzki empfängt Josseline da Silva Gbony

Oberst Wasgindt stellt Vortragende vor

 Ausbildungskooperation von besonderer Bedeutung

Beniner erzählt über seine Heimat

Botschafterin Josseline da Silva Gbony und Beninerin im Gespräch


 

 

 

 

Die Großen Nationalen Informationstage (GNIT) des Lehrgangs Generalitätsstabsdienstoffiziere/ Admiralitätsstabsdienstoffiziere (LGAI) gehören wie auch die Regionalen Informationstage traditionell zum festen Bestandteil eines jeden Lehrgangs an der Führungsakademie der Bundeswerh (FüAkBw). Während bei den Regionalen Informationstagen die Sicherheitspolitik einer Region im Fokus steht, soll der GNIT tiefe Einblicke in Kultur, Religion, Gesellschaft und Traditionen eines Landes gewähren. Im Verlaufe eines jeden Lehrgangsdurchganges haben die Repräsentanten von vier ausgewählten Nationen die Möglichkeit, an einem Nachmittag ihre Länder den Angehörigen der FüAk wie auch den geladenen Gästen vorzustellen. In diesem Ausbildungsdurchgang machte der westafrikanische Staat Benin den Anfang.

Hoher Besuch

Neben zahlreichen Gästen aus dem  Freundeskreis des LGAI sowie den Paten der internationalen Lehrgangsteilnehmer wurde als Ehrengast die Botschafterin Benins durch den Akademiekommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitzki, begrüßt. In Ihrem Grußwort an die anwesenden Gäste hob die Botschafterin die herausragende Bedeutung der Ausbildungskooperation zwischen ihrem Land und Deutschland hervor. So befinden sich derzeit neben den hier auf dem LGAI anwesenden Stabsoffizieren weitere elf beninische Soldaten zur Ausbildung in Deutschland.

Kultur und Tanz

Von der Schönheit der Landschaften und den kulturellen Besonderheiten ihres Landes musste ihre Exzellenz Josseline da Silva Gbony nicht erst überzeugen, denn für alle Gäste waren die Einblicke in Tradition, Kultur und Geografie überaus eindrucksvoll. Abgerundet wurde die auf Deutsch vorgetragene Vorführung der vier vortragenden Stabsoffiziere aus Heer, Luftwaffe und Marine von einem Auftritt einer Beninischen Musik- und Tanzgruppe.

Profunder Austausch

Nicht nur Benin profitiert von der Ausbildung seiner Soldaten bei der Bundeswehr. Auch für die deutschen Streitkräfte ist der Austausch mit Angehörigen der Streitkräfte von Nicht-NATO ein deutlicher Gewinn. Aufgrund ihrer umfangreichen Kenntnisse aus zahlreichen Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen sind die ausländischen Stabsoffiziere des LGAI profunde Ratgeber und Wissensspeicher für die deutschen Lehrgangsteilnehmer. Das nebenbei noch das Verständnis für die Arbeitsweise, aber auch für den Menschen, welcher in der fremden Uniform steckt, wächst ist ein zusätzlicher Effekt, der allen Beteiligten hilft, die Aufgaben der Zukunft zu meistern.

„Ohne Mampf kein Kampf…“

…getreu diesem Motto fand der GNIT Benin sein Ende mit einer Verkostung von traditionellen beninischen Speisen und Getränken. Wer schon immer wissen wollte, wie Yamswurzel mit Hühnchen, Akassa oder Tambour schmecken, hatte hier die Gelegenheit bei einem anregenden Gespräch im Foyer des MWZ die Köstlichkeiten Benins zu probieren. Bei einem der nächsten Großen Informationstage wird sich Indien einem breiten Publikum präsentieren. Wir freuen uns darauf.

 

 


 

 

 

Autor: Inka von Puttkamer; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 13.12.2017

Sir General James Everard beim Eintrag ins Gästebuch der Führungsakademie

General Everard im Gespärch mit General Wieker und Konteradmiral Stawitzki

 Das Auditorium lauscht gebannt dem Vortrag

Lebhafte Diskussion: General Everard stellt sich den Fragen der Lehrgangsteilnehmer

Konteradmiral Stawitzki übergibt die Münze der Führungsakademie zur Erinnerung

Ergiebige Gespräche: die beiden Generale freuen sich über den lebendigen Austausch


 

 

 

 

„It’s an early Christmas present to be here!“ Mit diesem Worten leitet Sir General James Everard, der stellvertretende „Supreme Allied Commander Europe“ aus dem NATO-Hauptquartier in Mons/ Belgien, seinen Vortrag an der Führungsakademie der Bundeswehr ein. Gemeinsam mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, ist er an die Akademie gekommen, um einen aktuellen Sachstand über die NATO zu geben und vor allem mit den jungen Offizieren - „the generation, that matters“ wie er sagt - zu diskutieren. Everard ist dabei nicht auf unbekanntem Terrain. Bereits drei Mal war er in Deutschland stationiert, wenn auch jedes Mal durch so viele Auslandseinsätze geprägt, dass kaum Zeit für Landeskunde übrig blieb. Mit einem Lob auf die Weihnachtsmärkte und einer Äußerung über die deutsche Bahn wies der General sich dennoch als wohlwissender Insider aus und hatte das Publikum gleich auf seiner Seite.

„Goodness doesn’t come for free“

Everards Vortrag ist durch viele Zitate gekennzeichnet. Er zieht bekannte (Clausewitz, Hobbes) und unbekannte Autoren (Kirchick, Rackham) heran, um klarzumachen, dass Lesen für den Geist das gleiche wie Sport für den Körper ist. Zunächst legt er ein paar Grundlagen: Die Ausgaben für das Militär sind in den letzten 20 Jahren fast überall gekürzt worden. Wir befinden uns in den sichersten und besten Lebensumständen, die es jemals gab. Die Armut auf der Welt ist stark zurückgegangen. Gleichzeitig ist in Europa festzustellen, dass Medienmanipulation, die Instrumentalisierung der Meinungsfreiheit und die Rückkehr zu einem neuen Nationalismus in sehr vielen Ländern zu einer Gesellschaftsspaltung führen. Er treibt diesen Gedanken auf die Spitze: „No friends, only interests.“ Hier kommt für ihn die NATO ins Spiel. „NATO is usually like vegetables for a child: not what you want, but what you need“, sie sei für permanentes Krisenmanagement zuständig, zusammen mit den anderen großen Organisationen steht sie für die Garantie von Demokratie, Recht und Freiheit.

„Cohesion of the Alliance“

Mit Jens Stoltenberg zitiert er den Generalsekretär, für den es keine größeren Herausforderungen für die NATO seit Ende des Kalten Krieges gab als jetzt. Die Herausforderungen ordnet er geografisch zu: Russland, China, Naher Osten, Nordafrika. Everard betont, dass Russland ein Dialogpartner, ein „strategic competitor“ ist. Die Stärken der NATO betont der General mit der Fähigkeit, aktuell zu bleiben, sich an Entwicklungen anzupassen und mit der Konsensfähigkeit. 29 Staaten, die ihn immer wieder finden. Die NATO sei ein verlässliches Bündnis, da sie grade keine Koalition, sondern viel stärker, eine Allianz, ist. Weiter stellt Everard den 360-Grad-Ansatz des Bündnisses heraus, also den allumfassenden Blick auf die Dinge. Was ihn wirklich umtreibt? Die Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung. Das könnte manchmal schneller gehen. Und der Zusammenhalt aller Staaten. Man muss viel Kompromissbereitschaft zeigen.

Vielseitige Herausforderungen

Hier findet bereits eine lebhafte Diskussion statt. Ob die Rückkehr zum Nationalismus Auswirkungen auf die NATO habe? Grade hier hilft das Bündnis, so Everard. Verschiedene Ziele müssen in Balance gebracht werden, mit der 360-Grad-Perspektive werden alle Blickwinkel genutzt und er sagt, die NATO sei „remarkably robust“, weil sich alle Chiefs of Defense respektvoll begegnen und schätzen. Die Koexistenz verschiedener Ansichten müsse erlaubt sein. Auf Libyen angesprochen, sind sich der britische und der deutsche General einig: das Militär alleine ist keine Lösung, sondern die letzte Eskalation. Auf welchem Gebiet sieht Everard zukünftige Herausforderungen? Bei hybriden Bedrohungen. Für ihn ist noch keine Nutzung des Artikels 5 des NATO-Vertrages bei einer solchen Gefahr absehbar. Hier wird es in Zukunft Lösungen geben müssen.

„War is shaped by human nature“

Speziell für das Publikum aus jungem Führungspersonal hat Sir General Everard noch ein paar Anmerkungen zu guter Führung. Hier kommt der Botaniker Oliver Rackham ins Spiel: „Do not play god“. Er hat kernige Sätze auf Lager, die eingängig sind. Man solle wissen, für wen man arbeitet und wer für einen arbeitet („Know who you work for and who works for you“). Diese Menschen seien es wert, auch gefördert zu werden. Mit Clausewitz sagt er, dass wir alle dafür bezahlt werden, Entscheidungen zu treffen und dies damit eine Pflicht sei. Dennoch solle man sich immer wieder selbst prüfen. Dass Einfallsreichtum gefragt sei, erklärt er simpel damit, dass der Strom nicht durch ständige Verbesserung von Kerzen erfunden wurde. Weiterhin gibt er den Offizieren mit, dass sie sich vor ihrer Verantwortung nicht scheuen, menschliche Beziehungen durchdringen und ihre Gedanken auch gut zum Ausdruck bringen können sollen.

First-hand information

Am Ende seines vielschichtigen Vortrages sind die Erwartungen, die der Akademiekommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitzki bei seiner Begrüßung geäußert hat, mehr als wahr geworden: Everard lieferte authentische Informationen aus erster Hand.

 


 

 

 

Autor: Stefan Berger; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 12.12.2017

Kapitän zur See Straus begrüßt die Gäste des Jahresempfangs der Marine

Die Uniform verbindet - nationale und internationale Marineuniformträger sind zahlreich vertreten

 Die Jazz-Combo des Marinemusikkorps Kiel sorgt für anregende musikalische Unterhaltung

 Zivile und militärische Besucher im regen Austausch


 

 

 

 

Das Jahrestreffen der Marine hat traditionell einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Führungsakademie. Seit Beginn dieser Veranstaltungsreihe ist es das Forum für den offenen Austausch über aktuelle Themen des maritimen Soldatenberufs. Auch in diesem Jahr fand sich wieder neben allen Trägern des „blauen Tuches“ aus den verschiedenen Lehrgängen und Nationen an der Führungsakademie und dem Stammpersonal eine Vielzahl von Gästen und Freunden aus Militär, Gesellschaft und Wirtschaft zum Meinungsaustausch im Beck-Saal ein.

Zivil-militärischer Austausch

„Für uns Marinesoldaten an der Führungsakademie ist dieser Abend wertvoll und wichtig“, betonte der Gastgeber, Kapitän zur See Henning Straus, Fakultätsleiter Marine und Beauftragter des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr. „Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, sich einmal außerhalb des dienstlichen Rahmens zu treffen, um interessante und weiter bildende Gespräche zu führen.“ Gerade die Führungsakademie der Bundeswehr hier in Hamburg sei dafür besonders geeignet, stellte der Leiter der Fakultät Marine weiter fest: „Existieren hier doch nicht nur theoretische Vorstellungen zu zivil-militärischen Beziehungen, sondern wie hier deutlich sichtbar auch praktische Umsetzungen.“

Markenbotschafter

Mittlerweile schon traditionell unterstützt wurde der Empfang auch in diesem Jahr durch die Jazz-Combo des Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Oberstabsbootsmann Jens-Peter Glau. So zielten an diesem Abend auch viele der geführten Gespräche auf die so genannten „Botschafter aus der Gesellschaft“ ab Auf die Reservedienstleistenden, Unternehmer oder Angehörige aus anderen Ressorts des öffentlichen Dienstes. Mit ihrer Fachexpertise fördern und unterstützen sie die aktuelle Ausbildung der Marineoffiziere an der Führungsakademie durch Kooperation und Wissensaustausch.

Offen der Zukunft entgegen

„Durch die Zusammenarbeit mit anderen, so wie wir es seit Jahren erfolgreich praktizieren, gewinnt unsere Bundeswehr täglich an Gestaltungskraft hinzu“, stellte Straus fest. So ist mit der Bundeswehr eine moderne Armee entstanden, die einzigartig ist. Ihre Traditionen und Werte gilt es zu wahren. In diesem Sinne arbeitet auch die Fakultät Marine hier an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte der Bundeswehr weiter an der Professionalisierung und einer zeitgemäßen Ausbildung für die zukünftigen Generalstabs-/Admiralstabsoffiziere mit.

Veränderungsbereitschaft

Dazu bedarf es jedoch laut Straus bei allen der Offenheit, Veränderungsbereitschaft und eines zukunftsorientierten Bewusstseins, ohne voreilig alles vermeintlich Alte oder Überholte über Bord zu werfen. Die Gäste genossen bei erstklassiger Musik anregende Gespräche sowie eine hervorragende Küche – ein inspirierender Abend für alle Beteiligten. Damit hat die Fakultät Marine den Angehörigen der Führungsakademie sowie ihren Gästen den Abschluss des Jahres würdig ausklingen lassen.

 


 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Christiane Rodenbücher

Hamburg, 08.12.2017

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Dunkelheit in den frühen Abendstunden. Fackeln tauchen den Festplatz in der Clausewitz-Kaserne in eine adventlich-feierliche Atmosphäre. Sterne und Weihnachtsbeleuchtung. Die leicht fröstelnden Temperaturen sorgen für eine winterliche Stimmung. Die Angehörigen der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) und ihre Gäste sind zur Adventsandacht mit einem anschließenden adventlichen Beisammensein zusammen gekommen.

Begrüßt wurde die Gemeinschaft durch Konteradmiral Carsten Stawitzki, der gleich zu Beginn und noch vor seiner Rede alle militärischen Angehörigen antreten ließ, um Oberstleutant i.G. Christian Musche zum Oberst i.G. zu befördern. Mit einem dreifachen „Hurra“ wurde er in seinen neuen Dienstgrad entlassen.

In seiner in deutscher und englischer Sprache gehaltenen Ansprache rief der Kommandeur dazu auf, Mut zur Entschleunigung zu haben. „Alles hat seine Zeit“, so der Admiral. „Und wenn sich in diesen speziellen Tagen des Jahres einmal mehr die Dinge wieder beschleunigen, wenn wir mit Blick auf die aktuelle Nachrichtenlage vom Nahen Osten bis nach Ostasien nicht zur Ruhe kommen, sollten wir gerade jetzt versuchen, uns zu entschleunigen, Ordnung in den eigenen Gedanken zu schaffen, eben einmal tief durchatmen.“

Halt durch festes Wertefundament

Er appellierte an die Anwesenden, sich des Wertefundaments, auf dem wir stehen, immer wieder zu vergewissern, denn dieses sei ein nie endender Auftrag. „Denn nur, wer auf einem festen Fundament steht, kann sich selbst, gerade aber auch anderen Halt geben“, so der Kommandeur. Er legte dar, dass das Wertefundament, welches unsere westliche Gesellschaft trägt, untrennbar mit dem Zeitalter der Aufklärung verknüpft ist. In dieser Zeit schrieb Gotthold Ephraim Lessing in der Stadt der FüAk sein letztes Drama „Nathan der Weise“, das aus einem Streit mit dem Hauptpastor der über 760 Jahre alten Hamburger Hauptkirche St. Katharinen zu Hamburg entstanden ist. Der in diesem Drama zum Ausdruck gebrachte Auftrag zu Respekt und Toleranz, zur Achtung der Freiheit und des Individuums, ist heute aktueller denn je.

Was unsere Gesellschaft trägt

Alle diese Grundlagen stellt die Präambel des Grundgesetzes fest. „In der Verantwortung vor Gott und den Menschen … alles das trägt unsere Gesellschaft, und gerade unsere Aufgabe ist es eben auch“, sagte der Kommandeur. „Genauso in der aktuellen Diskussion um die eigene Tradition und das Selbstverständnis der Bundeswehr: Da geht es nicht darum, vermeintlich leicht verständliche Grundsatzregeln aufzuschreiben, sondern es geht vielmehr darum, Geschichte mit Geschichten zu erzählen, zu erklären und begreifbar zu machen, um damit auch Halt zu finden und Halt zu geben.“ Auf diese Weise hat es Lessing am Ende des Disputes mit Nathan dem weisen getan.

Die Gäste des DSACEUR

Besonders begrüßt hat der Kommandeur die anwesenden Gäste des Deputy Suppreme Allied Commander Europe, des stellvertretrenden NATO-Oberbefehlshabers in Europa. Bei dieser Gelegenheit ist der Kommandeur besonders auf einen großen Freund der Führungsakademie, Brian Leakey, den Leiter der US-Delegation aus Leavenworth, eingegangen. Dieses Jahr jährte sich sein Einsatz für die Kontinuität dieses seit 1966 bestehenden Austausches der FüAk mit der vergleichbaren Akadmie der US Army zum letzten Mal. Mit einem Geschenk über Carl von Clausewitz, der sich zu seiner Zeit ebenfalls für anregende Dialoge einsetzte, wurde er auf seine Reise zurück in seine alte Heimat verabschiedet.

Gemütliches Beisammensein

Eine Adventsandacht, die der evangelische Militärdekan Pastor Dr. Hartwig von Schubert hielt und die eingerahmt war von englischen und deutschen Adventsliedern, beendeten den offiziellen Teil des Abends im Freien. Aufgebaut war ein kleiner Weihnachtsmarkt. In diesem festlichen Umfeld hat die Abendgesellschaft im Anschluss daran noch die Gelegenheit wahrgenommen, sich bei einem Glühwein, einer Grillwurst oder einer Suppe auszutauschen, zu singen und zu lachen. Ein kameradschaftlicher Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird, ging zu Ende.

 

 

 

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 07.12.2017

General a.D. Hans-Lothar Domröse beim Vortrag

Die drei Delegationen des trilateralen Fachgespräches

Die Seminarteilnehmer nach getaner Planung

Generalleutnant Norbert Gehart, Konteradmiral Carsten Stawitzki, Ministerialdirgentin Alice Greyer-Wieninger, Martin Stocker (v.l.n.r.)

Eine gelebte Tradition: In der letzten Novemberwoche haben sich die Delegationen aus Deutschland, Österreich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft erneut zu ihrem regelmäßigen Treffen und zum Austausch über die Themen Immobilienmanagement, Umweltschutz und Dienstleistungen getroffen. Dieses Mal an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg. Die hochkarätig besetzte Gruppe wurde auf der letzten Etappe ihres Besuchsprogramms von Konteradmiral Carsten Stawitzki begrüßt. Nach einem Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie und einem kurzen Einführungsstatement durch den Kommandeur hat Oberst i.G. Martin Simberg die Besuchsdelegationen in einem prägnanten Vortrag über den Auftrag und die aktuelle Situation der Führungsakademie der Bundeswehr informiert. Ausführlich ist er auf die Erweiterung der FüAk mit der Neugliederung und die Weiterentwicklung der Führungsakademie zu einer Denkfabrik eingegangen. Auch die Umsetzung neuer Akzente in der Lehre, wie die Kompetenzorientierte Ausbildung, nahm einen wichtigen Stellenwert ein.

Langes Tagungsprogramm

Die diesjährige Gastgeberin des Treffens war Ministerialdirigentin Alice Greyer-Wieninger, Abteilungsleiterin Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen (IUD) am Bundesministerium für Verteidigung, mit weiteren Delegationsmitgliedern des BMVg. Die österreichische Delegation wurde von Generalleutnant Norbert Gehart, Leiter der Sektion III Bereitstellung im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport der Republik Österreich, angeführt. Die dritte Delegation war die schweizerische, die durch Martin Stocker, Leiter Armasuisse Immobilien und Vizedirketor im Eidgenössischen Department für Verteidigung vertreten worden ist.

Seit 2011 tagt dieses Gremiumim jährlich abwechselnd in einem der drei vertretenen Länder. Im Mittelpunkt dieser Gespräche steht der regelmäßige Erfahrungsaustausch. Nach dem Aufenthalt an der Führungsakademie sind die jeweiligen Delegationen in ihre Heimatländer und Standorte zurückgefahren. Eine angefüllte Tagungswoche ging zu Ende.

 

 

Autor: Michael Vollmer; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.12.2017

Nachdenken ist Pflicht

Nachdenken ist Pflicht

General a.D. Hans-Lothar Domröse beim Vortrag

General a.D. Hans-Lothar Domröse beim Vortrag

Die Seminarteilnehmer nach getaner Planung

Die Seminarteilnehmer nach getaner Planung

interessierte Zuhörer

interessierte Zuhörer

Einmal jährlich findet eines der „Aushängeschilder“ unter den Lehrmodulen an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) statt. In diesem November war es wieder soweit. Unter dem Thema des viertägigen Seminarmoduls „Operative Führung für Generale und Admirale“ trafen sich Führungskräfte aus den oberen NATO-Stäben. Begrüßt wurden die Seminarteilnehmer durch Konteradmiral Carsten Stawitzki, der als Kommandeur der Führungsakademie der Gastgeber der hochkarätigen Veranstaltung war.

Geleitet wie auch durchgeführt wurde das Modul von der Fakultät Einsatz, CIR, SKB. In dem Seminar werden die Grundsätze und Prinzipien operativer Führung im Rahmen des NATO und EU Crisis Management Process erlernt und die praktische Umsetzung im Rahmen einer Operationsplanung und –führung von Joint Operations eingeübt. Dabei stand die Funktion eines Befehlshabers auf der operativen Führungsebene im Mittelpunkt. Dieser Befehlshaber musste seine Rolle im Rahmen eines operativen Planungsprozesses wahrnehmen.

Befehlshaber als Krisenbewältiger

Das Seminar orientierte sich an dem NATO Übungsszenario „Crisis in East Cerasia“. Dieses Übungsszenario ist anhand einer Non-Art 5-Operation angelegt. Darunter ist ein neues strategisches Konzept der NATO zu verstehen, das der Krisenbewältigung im besonderen Maße Rechnung trägt. Im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der WEU/EU tragen die "Petersberg Aufgaben" als humanitäre Aufgaben, als Rettungseinsätze oder als friedenserhaltende- und friedensschaffende Einsätze zur zivilen und militärischen Konfliktprävention sowie Krisenbewältigung bei.

Do it yourself

General a.D. Hans-Lothar Domröse, der der Senior Mentor des Moduls war, konnte nicht zuletzt aufgrund seiner Verwendung als ehemaliger Joint Force Commander Brunssum den Seminarteilnehmern anhand von sieben Aufgabenstellungen im Rahmen des Führungsprozesses seine Führungserfahrungen veranschaulichen. So wurden in zwei Arbeitsgruppen unter der Leitung von Oberst a.D. Harald Küster und Oberst i.G. Michael Vollmer während der Seminarwoche die entsprechenden Direktiven und Weisungen eines JFC Commanders erarbeitet und mit dem Senior Mentor besprochen.

Lebenslanges Lernen

Neben den szenariobezogenen Aufgabenstellungen wurden ausgewählte operative Aspekte durch vielfältige Fachvorträge vertieft. So trug zu Beginn Prof. Dr. Wolff Heintschel von Heinegg von der Europa-Universität Viadrina lagebezogen zu den operativ rechtlichen Aspekten eines „Non-international armed conflict“ vor. Oberstleutnant Bernd Sölter vom STRATCOM Center of Exellence in Riga verdeutlichte die operative Bedeutung  „Strategischer Kommunikation bei Non-Art 5. Operations“. Besondere Bedeutung kam dem Thema “Cyber Operations in Conflict Environments” zu, vorgetragen durch Oberstleutnant Andreas Kornmaier von der Fakultät Eins, CIR, SKB.

Einsatzplanungen werden immer komplexer

Wie komplex ein Einsatz und die damit verbundenen logistischen Herausforderungen sein können, verdeutlichten die Vorträge von Oberst i.G. Detlef Harry Baum, der ebenfalls an der Fakultät Einsatz, CIR, SKB der FüAkBw arbeitet. Seine Ausführungen zum “Theater Logistics“ und zur  „Force Generation & Deployment” sind von den Teilnehmenden mit hohem Interesse verfolgt und intensiv diskutiert worden.

 

Admiral lädt zum Captains Dinner

Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Konteradmiral Carsten Stawitzki, ließ es sich als besonderes Highlight am Donnerstagabend nicht nehmen, die versammelten Führungskräfte zum Formal Dinner auf die Rickmer Rickmers einzuladen. Ber der Gelegenheit informierte der Kommandeur auf Wunsch der Generale und Admirale über den aktuellen Sachstand der Weiterentwicklung der Führungsakademie.

Gerne wieder!

Viele Lehrgangsteilnehmer betonten am Ende der Woche bei der Verabschiedung, dass sowohl die Wiederholung des NATO Planungsprozesses als auch die konkreten Aufgabenstellungen eines Commanders für sie den besonderen Gewinn des Seminars ausgemacht haben. Neben der fachlichen Weiterbildung standen Networking und die Möglichkeit zu vielen Gesprächen bei diesem Hochwertseminar an prominenter Stelle.

Das Feed back der Generale und Admirale fiel sehr positiv aus: „Vielen Dank!“ und „Gerne wieder!.“

 

 

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Stefan Bayer

Hamburg, 01.12.2017

Prof. Dr. Bayer beim  Vortrag auf der EIDESEA 2017

Prof. Dr. Bayer beim Vortrag auf der EIDESEA 2017

Peruanische Kadetten der Militärschule Escuela Militar de Chorrillos

Peruanische Kadetten der Escuela Militar de Chorrillos "Coronel Francisco Bolognesi" beim abendlichen Empfang

Pazifikstrand im Stadtteil Miraflores von Lima

Pazifikstrand im Stadtteil Miraflores von Lima

Peruanische Kadetten der Militärschule Escuela Militar de Chorrillos

Folkloredarbietung der peruanischen Kadetten der Militärschule Escuela Militar de Chorrillos "Coronel Francisco Bolognesi"

Huaca Pucllana ist eine beeindruckende Pyramide aus der Prä-Inka-Zeit und befindet sich mitten in der Hauptstadt Lima

Huaca Pucllana ist eine beeindruckende Pyramide aus der Prä-Inka-Zeit und befindet sich mitten in der Hauptstadt Lima"

Es sind die Erfahrungen und Erlebnisse einer Forschungsreise im klassischen Sinne, die Professor Dr. Stefan Bayer, Leiter des Fachgebietes Ökonomie und Strategie in der Fakultät für Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), von seiner (zu) kurzen Forschungsreise nach Lima / Peru zurück an die FüAkBw gebracht hat. Die von der Hanns-Seidel-Stiftung in München unterstützte Reise Anfang November wurde zum wissenschaftlichen Diskurs und für Expertengespräche ebenso genutzt wie auch dazu, die Führungsakademie zusammen mit der Helmut-Schmit-Universität der Bundeswehr (HSU) als die neue Denkfabrik am Standort Hamburg bei den internationalen Partnern zu positionieren und zu vernetzen.

Enge Verbindung der Länder

Kurz nach seiner Anreise hielt Bayer einen Vortrag zum Thema „Intergenerational Discounting in Climate Policy Analysis and Strategic Planning“ an der renommierten Pontifical Catholic University of Peru (PUCP). Inhalt seiner Ausführungen war die „Strategische Bedeutung ökonomischer Planungsmethoden für langfristige Entscheidungssituationen“.  Sein peruanischer Kollege, José Carlos Silva, Professor für Ökologische Ökonomie an der Fakultät der PUCP, kommentierte die Ausführungen Bayers und moderierte die daran anschließende kontroverse Diskussion unter den etwa 35 Zuhörerinnen und Zuhörer. Wie eng Peru und Deutschland miteinander verflochten sind, mag an einem konkreten Beispiel deutlich werden. Im Verlauf der Diskussion wurde ein tagesaktueller Rechtsstreit erörtert. Dieser handelte von der Klage eines peruanischen Bauern gegen einen deutschen Energiekonzern vor dem Landgericht Essen. In diesem Rechtsstreit strebt der peruanische Kläger an, das Energieunternehmen wegen der Folgen der Klimaerwärmung in seiner Heimatregion in Peru in Regress zu nehmen. Für Professor Bayer rücken durch diesen Fall die so genannten externen Kosten der Stromproduktion in den Fokus. Diese Klage könnte das Kernanliegen juristisch begründen: „Eine vollständige Wirtschaftsrechnung muss alle Kosten des Handelns berücksichtigen“, so Bayer.

Einfluss auf die Sicherheitspolitik

An den beiden Folgetagen stand die internationale Konferenz für Verteidigung, Sicherheit und Umwelt für Professor Bayer auf dem Programm. Teilnehmer aus insgesamt neun Ländern waren zugegen und tauschten sich über verschiedene Aspekte militärstrategischer Implikationen des internationalen Klimawandels aus. Wegweisend wurde die Tagung gemeinsam von der Pontifical Catholic University of Peru (PUCP), der Escuela Militar de Chorrillos Coronel Francisco Bolognesi, ein Pendant zur deutschen Führungsakademie der Bundeswehr auf Heeresebene, sowie vom World Wildlife Fund (WWF) organisiert und durchgeführt.

Verteidigungsminister eröffnet Konferenz

Der erste Tag wurde an der Militärschule, der zweite an der PUCP durchgeführt. Die Tagung hatte ein starkes politisches Gewicht mit der Begrüßung durch den peruanischen Verteidigungsminister Jorge Nieto Montesinos. Dieser führte die rund 400 Konferenzteilnehmer mit einem nachdenklich stimmenden Grußwort auf die kommenden zwei Tage ein. In seinem Grußwort titulierte er sich als Minister für Frieden, Sicherheit und Entwicklung. Aus seiner Sicht „sind alle Facetten strategische Aufgaben, die die peruanischen Streitkräfte in Zukunft noch deutlich mehr beschäftigen werden."

Verlust an nationaler Souveränität

Professor Bayer hatte die große Ehre, den wissenschaftlichen Teil der EIDESEA 2017 mit einem Grundsatzvortrag zu eröffnen. In diesem arbeitete er die neuen strategischen Herausforderungen für Streitkräfte im Zeitalter des Klimawandels heraus. „Zugleich hat der Klimawandel den Verlust an Souveränität für die Nationen zur Folge“, sagte Bayer. Neues, sehr umfassendes Denken ist sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene notwendig, um hier nachhaltige Lösungen zu erarbeiten und politisch umzusetzen. „Dazu sind derartige Konferenzen prädestiniert“, wie der Vortragende ausführte.  Weitere interessante Vorträge, so Erfahrungen aus Kanada, den USA, aus dem Gastgeberland Peru oder Brasilien, aber auch Überlegungen zum Risikomanagement privater Unternehmen wurden vorgestellt und ausführlich diskutiert. Während der Tagungspausen konnten intensive Gespräche geführt werden. Zudem wurde Bayer zu zwei Interviews mit regionalen Tageszeitungen gebeten.

Folklore zur Aufmunterung

Die peruanischen Gastgeber verwöhnten nach dem ersten Tagungstag die Konferenzbesucher mit peruanischer Folklore und allerlei Gaumenfreuden mit Getränken und Speisen. Bei den Abschlussgesprächen wurde dieses Forum einheitlich als beispielgebend bewertet, ein Tagungsband und eine Nachfolgekonferenz binnen Jahresfrist werden vorbereitet. Die verbleibenden beiden Tage konnten zur Erkundung Limas genutzt werden,  auch hier wieder mit großartiger Unterstützung der peruanischen Gastgeber, bevor die lange Rückreise vom Pazifik in den kalten Norden Deutschlands anstand.


 

 

 

 

Autor: Jana Grigoleit; Fotos: Jana Grigoleit

Hamburg, 30.11.2017

Zahlreiche Partner/-innen folgten der Einladung zum

Zahlreiche Partner/-innen folgten der Einladung zum "Welcome- Abend"

Erstes Kennenlernen und gemeinsamer Austausch

 Erstes Kennenlernen und gemeinsamer Austausch

Erste internationale Freundschaften entstehen

Erste internationale Freundschaften entstehen

Die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) ist als höchste Bildungseinrichtung der deutschen Streitkräfte in vielerlei Hinsicht eine ganz besondere Einrichtung: Soldaten aus 120 verschiedenen Nationen haben hier in den vergangenen 60 Jahren schon ihren Dienst geleistet. Rund 50 unterschiedliche Nationalitäten sind Tag aus Tag ein in den verschiedenen Lehrgängen der Akademie vor Ort. Viele von ihnen ziehen mit ihren Familien nach Hamburg, nicht nur in eine neue Stadt, sondern in ein neues Land. Häufig ist damit auch der Wechsel auf einen ganz anderen Kontinent verbunden. Um ihnen den Einstieg in Hamburg zu erleichtern und um Informationen weiterzugeben, die für Neuankömmlinge in der Hansestadt von Bedeutung sind, haben sich drei Frauen vorgenommen, das gegenseitige Kennenlernen zu unterstützen: Die Ladies´ Night wird fortgesetzt.

Engagement ist alles

Frauke Lüchow, Kimberly Jordan und Hauptmann Jana Grigoleit sind allesamt Ehefrauen oder Lebenspartnerinnen von (ehemaligen) Lehrgangsteilnehmern. Sie haben zu einem Welcome-Abend als Auftaktveranstaltung für die Familien der gerade begonnenen Lehrgänge des internationalen sowie nationalen General- und Admiralstabsdienstes eingeladen. „Wir machen das, weil wir wollen, dass die Familien, die eine neue Sprache, Wohnung, Schule oder Umgebung kennenlernen, gleich von Anfang an die richtigen Informationen erhalten, um einen leichten Start hier zu haben‘‘, berichtet Frauke Lüchow, die Lebenspartnerin von Major Hille. Die Resonanz war umwerfend: 48 Partnerinnen und Partner der Lehrgangsteilnehmenden aus zwölf verschiedenen Nationen sind der Einladung gefolgt. Auch „ältere‘‘ Familien sind dazu gekommen, um ihre Erfahrungen weiter zugeben.

Durchdachtes Programm

Mit einem Rundgang durch die FüAk ging es in diesem Jahr los. Oft genug finden hier Veranstaltungen statt. Und alle sollen zwischen den wichtigsten Gebäuden, Henning-von-Tresckow-Gebäude, Admiral-von-Wellershof-Gebäude und Manfred-Wörner-Zentrum, unterscheiden können. In der Heimgesellschaft eröffnete Frauke Lüchow anschließend offiziell den Abend und erzählte von ihren eigenen Erfahrungen. So hat sie in diesem Jahr die Organisation des Krabbelcafés in der Graf-Baudissin-Kaserne übernommen. „Durch Kinder bekommen wir schnell einen Zugang zu sozialen Netzwerken‘‘, erklärt sie. Das heftige Kopfnicken vieler Gäste zeigte, dass sie ähnliche Dinge erlebt haben. Die verteilten Broschüren mit Informationen über das Freizeitbüro, Spielplätze in der Umgebung, Sehenswürdigkeiten, Ärzte und vieles mehr wurden gerne genommen. Beim anschließenden Essen haben die Teilnehmer bereits Telefonnummern ausgetauscht.

Schönes Miteinander

„Freundschaft, das ist wie Heimat.‘‘ Damit trifft Kurt Tucholsky den Nagel auf den Kopf, was die gelungene Auftaktveranstaltung angeht. Alle Teilnehmenden waren durch die Bank froh, gekommen zu sein und gleich die ersten Bänder für neue Freundschaften geknüpft zu haben. „So ein Netzwerk ist Gold wert‘‘, bestätigte ebenfalls Kimberly Jordan. Auch die Veranstalterinnen haben viel mitgenommen. „Es ist immer wieder faszinierend, wie so viele Nationen sich sozusagen durch das Schicksal vereint gleich so gut verständigen und verstehen‘‘, sagt Lüchow. Der Erfolg ist bestätigt, daher freuen sich alle auf die Fortsetzung der Reihe: Ein Adventsnachmittag und Familienausflüge sollen folgen.


 

 

 

 

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