Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

Innere Führung und Compliance – eine enge Verbindung

Autor: Kai Prüter; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 17.01.2018

Brigadegeneral Friedhelm Tränapp beim Vortrag

Interessierte Zuhörer beim Vortrag

Vortrag vor dem LGAN 2016

Fregattenkapitän Jan Dinand dankt im Namen des LGAN 2016  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Thema Compliane hat Brigadegeneral Friedhelm Tränapp, Compliance Management Beauftragter im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) den Moltke-Saal der Clausewitz-Kaserne bis zum letzten Platz gefüllt. Im Rahmen des Ausbildungsmoduls „Innere Führung" des Lehrgangs Generalstabsdienst-/ Admiralitätsstabsdienstoffiziere (LGAN) legte der Gastredner seine Sicht auf das Thema "Compliance Management im BMVg - Sachstand und Perspektiven" dar. Diesem folgte eine lebhafte Diskussion..

Innere Führung und Compliance

Gleich zu Beginn seiner Vorlesung machte General Tränapp deutlich, dass Innere Führung und Compliance eng zusammengehören. Der Begriff „Compliance“  (übersetzt: Regeleinhaltung) ist häufig negativ belegt und wird dabei mit Misstrauen verbunden. Diesen Vorbehalten wolle der General „mit seinem Vortrag ein wenig entgegen wirken“.

Kein echter Anlass für Compliance

„Es gab keinen konkreten Anlass für die Einführung von Compliance", betonte Tränapp in seinen Ausführungen. Schließlich sind wir alle an Artikel 20 Absatz 3 des GG gebunden; Compliance Management (CM) soll hierbei lediglich unterstützen, diese Zielvorgabe einzuhalten. CM ist kein Projekt, sondern eine Daueraufgabe, die aber nicht in „Stein gemeißelt" ist. Der Compliance Management Beauftragte (CMB) wurde am 7. März 2017 etabliert und direkt Staatssekretär Hoofe im BMVg unterstellt.

Compliance-Beratung als Schwerpunkt

Der Schwerpunkt der Aufgabe des CMB liegt in der Compliance-Beratung. Aus diesem Grunde wurde auch eine Ansprechstelle eingerichtet. „Der CMB ist nicht operativ tätig", so der Brigadegeneral. Dabei hat seine Arbeit sehr praktischen Bezug. Ein Ergebnis seiner Tätigkeit sei es beispielsweise, dass es demnächst zu erlaubten Nebentätigkeiten eine Handreichung für alle Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr geben wird, um beobachtete Verhaltensunsicherheiten zu diesem Thema auszuräumen.

Schulung durch die FüAk

Für alle derzeit erkannten 17 Risiken sollen Maßnahmen entwickelt werden, wie diese minimiert werden können. Das ist das Compliance-Programm, mit dem 2018 begonnen werden wird. Begonnen wird mit der Umsetzung des Compliance-Managements im BMVg. Für die Truppe ist CM damit noch nicht von Bedeutung. Hinsichtlich möglicher Hilfestellungen oder Handreichungen ist die Truppe aber sehr wohl Zieladressat, wie General Tränapp deutlich herausstellte. Für die erforderlichen Schulungen wird es ein „Tone from the middle" geben. Unterstützt wird diese Ausbildung durch die FüAk.

Compliance als wertebasiertes System

Kritischen Stimmen hielt BG Tränapp entgegen, dass Compliance ein wertebasiertes System ist und damit in enger Beziehung zur Inneren Führung stehe. „CM ist kein Angriff auf die Innere Führung - Compliance zahlt auf das Konto Innere Führung ein und nicht umgekehrt", so Tränapp am Ende seiner Ausführungen.

Lebhafte Diskussion am Schluss

Fregattenkapitän Jan Dinand fasste am Ende des Vortrags und einer sehr lebhaft geführten Diskussion seine Eindrücke in den Dankesworten des LGANs an Brigadegeneral Tränapp wie folgt zusammen: „Meine erste Assoziation mit Compliance war ,Korruptionsprävention` und der Erlass ,Annahme von Belohnungen und Geschenken`. Ein Blick in das Gabler Wirtschaftslexikon ergab die Definition: „Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen, Regeln und Normen im Unternehmen“. Dabei drängt sich doch zunächst die Frage auf, ob wir dann Compliance brauchen, da doch die Bindung an Recht und Gesetz für demokratisch legitimierte Streitkräfte und durch die gelebte Innere Führung und das Ideal des Staatsbürgers in Uniform obligatorisch sein müsste?“, so der Fregattenkapitän.

Abgerundeter Vortrag

Abschließend bleibt die Feststellung, dass der Vortrag von Brigadegneral Tränapp überzeugt hat: Compliance im BMVg und in der Bundeswehr sind wichtig. Sie sind wichtig, weil Compliance modern ist und nicht, weil es Compliance-Elemente nicht auch vorher schon gegeben hat. Die immer komplexer werdende Umgebung macht die Organisation und Strukturierung von Compliance-Maßnahmen notwendig. Die Veranstaltung empfand das Publikum als gelungen und abgerundet organisiert, zahlreiche Aspekte der facettenreichen Thematik wurden beleuchtet.

 

 

Aktuelles

Ausbildungshöhepunkt der Lehre Landstreitkräfte

„DETERMINED EFFORT 2017“ – ein Ausbildungshöhepunkt der Lehre Landstreitkräfte

Autor: Marc Birnstiel; Fotos: Katharina Roggmann/ Marc Birnstiel

Hamburg, 15.01.2018

Generalleutnant Manfred Hofmann

Diskussion der Ergebnisse

Lehrgangsteilnehmer beim Vortrag

Generalleutnant a.D. Ton van Loon

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

44 Heeresuniformträger des nationalen Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst 2016 (LGAN 2016) haben ihre teilstreitkräftespezifische Ausbildung zu Ende gebracht. Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des prägenden Ausbildungsabschnittes der Heeresangehörigen stellte die zweiwöchige Stabsübung „DETERMINED EFFORT 2017“ dar.  Der Lehrgang, zu dem auch zehn internationale Heeresuniformträger gehören, wurde durch Delegationen aus vier weiteren Ländern unterstützt. Am letzten Tag der Übung sprach Generalleutnant Manfred Hofmann, Kommandierender General des Multinationalen Korps Nordost in Stettin (Polen), über seine vielfältigen Aufgaben.

Szenario bewaffneter Konflikt

Das fiktive Szenario der Übung war südländisch. Auf der Landkarte der Iberischen Halbinsel wurde ein bewaffneter Konflikt zweier fiktiver Staaten simuliert, die nach militärischen Auseinandersetzungen im Streit um Ressourcenvorkommen und ethnischer Minderheiten jeweils Staatsterritorium des Anderen eroberten. Die NATO, unter einem Mandat des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, kann dann u.a. ein Land Component Command, ein für militärische Operationen eingesetztes Kommando für Bodenstreitkräfte, einsetzten. Somit hat die Nato in der Folge des Konflikts einen Multinationalen Korpsstab damit beauftragt, als Land Component Command eine landgestützte Operation zur Trennung der Konfliktparteien zu planen und diese mit den anderen Teilstreitkräften abzustimmen. Die Kernfunktionen des Korpsstabes wurden im Rahmen der Übung durch Lehrgangsteilnehmer besetzt.

Theorie und Praxis

In den 14 Wochen intensiver Lehre im Bereich Landstreitkräfte auf Brigadeebene und Divisionsebene wurden nationale Führungsprozesses angewendet. Eine Division führt dabei rund 20.000 Soldaten. Zum Ende wurden dann die Lehrgangsteilnehmer vor die Herausforderung gestellt, die Ebene eines Land Component Commands zu erklimmen. Der Unterschied ist dabei der Sprung und das Umdenken vom zuvor erlernten nationalen Führungsprozess hin zur Multinationalität, mit dem in der NATO angewandten internationalen Führungsprozess.

Kernelement Multinationalität

Die NATO Comprehensive Operations Planning Directive, eine Richtline für alle NATO-Mitglieder zur einheitlichen Operationsplanung, diente als Grundlage des Führungsprozesses. In knapp vier Wochen wurde der neue Prozess sowohl theoretisch vorgestellt und erarbeitet als auch in einer kurzen Planübung praktisch geübt. Die Voraussetzungen waren damit gelegt, den Prozess zu vertiefen und die Abschlussübung meistern. Ein Kernelement der Übung „DETERMINED EFFORT“ ist die Multinationalität, die in allen NATO Korps die Wirklichkeit darstellt. Dazu wurde die Übung durch Delegationen aus Österreich, den USA, dem Vereinigten Königreich und Polen unterstützt. Konsequenterweise war die Übungssprache Englisch.

Senior Mentor Ton van Loon

Senior Mentor dieser Übung war der ehemalige Generalleutnant Ton van Loon aus den Niederlanden. Die drei Übungsstäbe profitierten vom umfangreichen Erfahrungsschatz des ehemaligen Kommandierenden Generals des I. Deutsch-Niederländischen Korps und Kommandeurs des Regionalkommandos Süd in Afghanistan. In seiner Rolle als Kommandeur verdeutlichte er ein ums andere Mal: „Wichtig ist ein ganzheitlicher Ansatz der Führung. Insbesondere ist das Augenmerk auf die „Zivil-Militärische Zusammenarbeit“ und „Operative Kommunikation“ zu legen, um heutige Konflikte bewältigen zu können“, so der General.

Aus der Praxis für die Praxis

An dem letzten Tag der Übung hielt Generalleutnant Hofmann einen Vortrag über die Herausforderungen, die sich für das Korps Nordost aus den jüngsten Beschlüssen der NATO zum Schutz der Nordost-Flanke ergeben. Anschaulich präsentierte er den Weg des Korps von einem Hauptquartier „lower readiness“ zu einem „high readiness headquarter“. Nicht ohne Stolz stellte Generalleutnant Hofmann fest, dass das Multinationale Korps Nordost bereit für seine Rolle als NATO „custodian of regional security“ ist.

Übergang zur operativen und strategischen Ebene

Für die Angehörigen des Heeres in der anspruchsvollen Generalstabsausbildung endete mit der Stabsübung „DETERMINED EFFORT“ die Ausbildung auf der höchsten taktischen Ebene. Sie blicken auf eine spannende und fordernde Zeit an der FüAk zurück.



 

 

Seit 25 Jahren enge Partnerschaft mit der Mongolei

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 11.01.2018

Botschafter Dr. Gambat Damba beim Eintrag ins Gästebuch

Konteradmiral Stawitzki begrüßt die Delegation der Mongolei

Konteradmiral Stawitzki und Botschafter Dr. Gambat Damba

Beim Tischgespräch im Büro des Kommandeurs: Honorarkonsul Dr. Reinberg, Frau Oberst Orosoo, Botschafter Dr. Damba, Konteradmiral Stawitzki, (v.li.n.re.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war fast wie ein Besuch unter alten Freunden. Als diese Woche der Botschafter der Mongolei, Dr. Gambat Damba, zu Gast in der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) war, kam er auf eigenen Wunsch: aufgrund der engen Verbundenheit der beiden Länder. Er fügte diesen Besuch seinem offiziellen Antrittsbesuch in der Freien und Hansestadt Hamburg an und nutzte seinen Aufenthalt in dieser Stadt, um die Bedeutung der langjährigen Verbindung zwischen der Mongolei und der Führungsakademie zu betonen. Begrüßt wurden der Botschafter und seine Delegation durch den Hausherren der Akademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki.

Ein bleibendes Zeichen

Ein bleibendes Zeichen hinterließ der Botschafter gleich zu Beginn seiner Ankunft an der Führungsakademie. Der zusammen mit dem Honorarkonsul der Mongolei in Hamburg, Dr. Marcus Reinberg, dem Verteidigungsattaché an der Botschaft der Mongolei, Oberst Ariunaa Orosoo, dem Botschaftsrat Yondon Battumur und Botschaftsrätin Munkhjargal Luvsandorj, angereiste Botschafter trug sich gleich zu Beginn ins Gästebuch der Akademie ein.

Überblick über das, was FüAK ist

Bei der folgenden Kurzunterrichtung konnte sich die mongolische Delegation ein erstes Bild über die Ausbildung des mongolischen Teilnehmers am internationalen Lehrgang Generalitätsstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst (LGAI) machen. Hierzu führte Oberst i.G. Frank Wasgindt die Besucher einmal virtuell durch die Ausbildung. Derzeit bildet die Führungsakademie 73 internationale Lehrgangsteilnehmer aus 43 Nationen aus, die zusammen mit 17 deutschen Lehrgangsteilnehmern in vier Hörsäle aufgeteilt sind. Wie an der FüAk üblich, findet auch die LGAI-Ausbildung grundsätzlich streitkräftegemeinsam statt.

Deutschunterricht in Köln

So stehen den 38 internationalen Angehörigen der Army 18 Airforce- und 15 Navy-Offiziere gegenüber. Die Ausbildungsinhalte orientieren sich an dem des deutschen Generalstabsdienst / Admiralitätsstabsdienstlehrgangs (LGAN). Jedoch findet die LGAI-Ausbildung in zeitlich komprimierterer Form statt. Das hat seinen Grund unter anderem darin, dass die ausländischen LGAI-Teilnehmer einen einjährigen Deutschkurs an der Bundessprachenschule in Hürth bei Köln absolvieren, bevor sie nach Hamburg kommen.

Ein OTL der Mongolei an der FüAk

Von diesem Angebot profitiert auch Lieutnant Colonel Erdenebileg aus der Mongolei, der an der Unterrichtung teilgenommen hat. 26 Mitglieder der mongolischen Armee hat die Mongolei seit 1993 an der FüAk im LGAI ausbilden lassen, wie Colonel Orosoo herausstellte. Davon haben zehn bereits erfolgreich an ISAF-Einsätzen in verantwortlicher Position teilgenommen. Nächstes Jahr wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein ehemaliges LGAI-Mitglied zum General befördert. Insgesamt waren 123 Soldaten aus der Mongolei zu unterschiedlichen Lehrgängen und Modulen nach Deutschland geschickt worden. „Es ist ein stetiger Austausch, der lebt.“

Die Highlights sind die Reisen

Die Reisen, die der LGAI durch viele Städte Deutschlands, nach Brüssel und Wien unternimmt, sind die Highlights des Lehrgangs. Insbesondere in Berlin erhalten die ausländischen Akademiemitglieder neben der Tour durch Berlin und Potsdam einen Einblick in den Deutschen Bundestag, ins Kanzleramt, ins Bundespräsidialamt, ins Bundesverteidigungsministerium und ins Entwicklungshilfeministerium und erleben so die Institutionen der deutschen Demokratie.

Gute Beziehung wird gelebt

Ein weiteres Highlight beim Besuch des mongolischen Botschafters stellte das gemeinsame Mittagessen mit dem Kommandeur und dem mongolischen LGAI-Teilnehmer dar. Danach kam der Besuch der Delegation in Hamburg auch dem Ende entgegen. Zurück bleibt das Wissen darum, dass die guten Beziehungen zur Mongolei noch einmal erneut gefestigt worden sind. Danke für Ihren Besuch, Exzellenz.

 

 

„Es kommt auf Sie an“ – Reservestabsoffiziere im Fokus

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Philipp Lenske

Hamburg, 10.01.2018

Der Reserveoffizierlehrgang des SFL Res IV-2017

Reserveoffiziere bei der Seminararbeit

Intensive Gruppenarbeit

 

 

 

 

 

 

 

 

Knapp 60 Reserveoffiziere haben beim Stabsoffizierfortbildungslehrgang für Reservisten (SFL Res) eine umfangreiche Vorbereitung auf Tätigkeiten in nationalen Stäben, Kommandobehörden und Ämtern erhalten. Dieser Lehrgang dient als Einstieg für die Fort- und Weiterbildung im Modulsystem der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Die Teilnehmer, Uniformträger aller Teilstreitkräfte, kamen aus allen Teilen Deutschlands. Der Leiter der Lehrgruppe Module, Oberst i.G. Stephan Wolf, begrüßte alle mit den Worten: „Es kommt auf Sie an – Sie machen einen wichtigen Teil der Streitkräfte aus.“

Umfangreiches Programm

Grundsätzlich dient das Modul dazu, an Reservestabsoffiziere verkürzt das Wissen mitzugeben, das den aktiven Führungskräften der Bundeswehr im Basislehrgang Stabsoffiziere (BLS) bei deren Ausbildung inhaltlich vermittelt wird. Die zwei Wochen Lehrzeit führen dazu, dass auch das Programm dicht gestrickt ist. Die erste Woche wird intensiv Stabsarbeit in Kommandobehörden gelehrt. In vier Hörsälen werden die Prozesse bis zur Vorlage zur Entscheidung (VzE) anhand einer bestehenden Lage ausgearbeitet. In der zweiten Woche werden den Lehrgangsteilnehmern durch die Fakultät Politik, Strategie, Gesellschaftswissenschaften vertiefende Informationen und Kenntnisse zu sicherheitspolitischen Fragestellungen und Instrumentarien gegeben. Die Beschäftigung mit dem kulturellen Wandel der Bundeswehr, der militärischen Erinnerungskultur oder die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Aspekt Völkermord geben in der zweiten Seminarwoche ebenso viel Ansatzpunkte zu lebhaften Diskussionen wie die Neuausrichtungen der Militärischen Organisationsbereiche Marine, Heer, Luftwaffe, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis oder Cyber und Informationsraum.

Nicht nur Lernen ist angesagt

Die Tage an der FüAk haben für die angereisten Reserveoffiziere nicht nur aus Lernen und Arbeit bestanden. Bei einem Begrüßungsabend oder bei einer obligatorischen Stadtrundfahrt durch die Innenstadt von Hamburg mit anschließender Barkassenfahrt durch den Hamburger Hafen gab es gute Möglichkeiten, neue Kameraden kennenzulernen und neue Netzwerke aufzubauen. So sind die zwei Wochen sehr schnell vorbei gegangen. Die Lehrgangsteilnehmer gingen kurz vor Weihnachten mit dem Bewusstsein auseinander, mit der Führungsakademie einen Ort zu haben, an dem ein Wiedersehen im Rahmen eines nächsten Modulbesuches denkbar ist. Das Modul  SFL Res stellt einen willkommenen Beitrag der Führungsakademie dar, die Reserveoffiziere auf die unterschiedlichsten Verwendungen in der Bundeswehr vorzubereiten und diese mit der Bundeswehr zu verbinden.


 

 

 

Krisen und Kriege – sind wir gewappnet?

Autor: Julia Döhrn; Fotos: Zebis, Doreen Bierdel

Hamburg, 09.01.2018

Militärbischof, Dr. Franz-Josef Overbeck, Botschafter Ekkehard Brose, Vizeadmiral Joachim Rühle sowie Professor Dr. Eckard Minx (v.li.n.re.) im Zentrum der Diskussion

Konteradmiral Stawitzki führt die Delegation der FüAkBw an

Zahlreiche Besucher am Thema interessiert

Botschafter Brose und Vizeadmiral Joachim Rühle im Gespräch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Führen künftig Roboter unsere Kriege?
Wie gut ist Deutschland auf die Krisen und Konflikte der Zukunft vorbereitet?
Können wir durch mehr strategische Vorausschau Krisen besser vorbeugen?

Die Zukunft von Konflikten: Wie kann man besser vorbeugen? Mit dieser Frage haben sich Experten aus Politik, Kirche, Militär und Wirtschaft in Berlin beschäftigt. Die Podiumsdiskussion „Operation Frieden – was kann Strategische Vorausschau zur Früherkennung und Krisenprävention beitragen?“ bot auch 40 Lehrgangsteilnehmern und Stammpersonal der Führungsakademie der Bundeswehr die Möglichkeit, sich abseits des Akademiealltags mit Zukunftsfragen zu beschäftigen. Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, begleitete die Gruppe.

Strategische Vorausschau

Der katholische Militärbischof, Dr. Franz-Josef Overbeck, der Beauftragte des Auswärtigen Amtes für zivile Krisenprävention und Stabilisierung, Botschafter Ekkehard Brose, der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Vizeadmiral Joachim Rühle, sowie der Vorstandsvorsitzende der Daimler und Benz Stiftung, Professor Eckard Minx, diskutierten dabei sehr offen über die Möglichkeiten und Grenzen der strategischen Vorausschau. Botschafter Ekkehard Brose betonte die Vielzahl an Krisen, denen sich Deutschland und seine Partner seit Jahren gegenüber sähen. „Das Tagesgeschäft und die Krisenbewältigung fordert die Mitarbeiter und Strukturen der Bundesregierung bereits enorm und lässt weniger Raum, Zeit und Ressourcen für die Befassung mit möglichen künftigen Konflikten als wünschenswert wäre“, sagte der Botschafter.

Perspektivwechsel wagen

Professor Minx rief dazu auf, „eingetretene Pfade zu verlassen und Perspektivwechsel zu fördern!“ Strategische Vorausschau als „Denken auf Vorrat“ brauche daher Gruppen von Menschen, die unabhängig vom Tagesgeschäft den Freiraum hätten, sich mit Zukunftsfragen zu beschäftigen. Er warb dafür, diese Freiräume auch in den Institutionen der Bundesregierung zu schaffen und Mitarbeiter in den Methoden der strategischen Vorausschau zu schulen. Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck erklärte, „die säkulare Gesellschaft hat die Rolle von Religion in Konflikten vollkommen unterschätzt“. Wer verenge und lediglich interessengeleitet auf die Probleme unserer Zeit blicke, werde den komplexen sozialen und menschlichen Dimensionen von Konflikten nicht gerecht. Die Dimension Mensch bewegte auch Vizeadmiral Rühle, insbesondere mit Blick auf autonome Systeme. Er glaubt, auch künftig werde kein Kampf „Maschine gegen Maschine“ geführt.

Denken in Alternativen fördern

Einig waren sich die Panelisten, dass strategische Vorausschau keine eindeutigen Lösungen für künftige Probleme bietet. Sie funktioniere vielmehr als „Denkhilfe“, als „Motor für Phantasie“, quasi als Instrument, um in Alternativen zu denken. Mit einem starken Plädoyer, die strategische Vorausschau in den Institutionen der Bundesregierung zu fördern, warben auch die Veranstalter, Dr. Veronika Bock, Direktorin des Zentrums für Ethische Bildung in den Streitkräften (zebis), der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS), Wolfgang Rudischhauser, und der Kommandeur des Zentrum Innere Führung der Bundeswehr, Generalmajor Reinhardt Zudrop.

Die Zukunft denken

Die Reise in die Hauptstadt hat sich nicht nur für die Lehrgangsteilnehmer gelohnt. Den Kommandeur der Führungsakademie beschäftigen die aufgeworfenen Fragen ebenso. „Wie finden wir Antworten auf die Krisen von morgen in einer Welt, die immer dynamischer, komplexer und unübersichtlicher wird - und die uns meist schon mit den heutigen Herausforderungen gänzlich in Beschlag nimmt? Wie können wir strategische Vorausschau im Sinne einer methodisch fundierten und kontinuierlichen Auseinandersetzung mit denkbaren Zukunftsszenarien für unsere Sicherheitsvorsorge einsetzen?“

Themen relevant für die FüAk

Konteradmiral Stawitzki denkt außerdem darüber nach, wie die Führungsakademie der Bundeswehr mit verantwortlichen politischen und gesellschaftlichen Akteuren in einen Dialog treten kann, um bisherige Denkweisen zu hinterfragen und um sich auf neue Wege der Entscheidungsfindung einzulassen. Darüber hinaus findet er lobende Worte für „das hoch interessante Thema“ sowie „die großartige Formatidee“, Lehrgangsteilnehmer in die Veranstaltung einzubinden. „Es war eine tolle Bereicherung“, erklärt der Admiral, „wir werden die Thematik in unser Portfolio aufnehmen und bei unseren Vorträgen im Jahr 2018 berücksichtigen.“

 

 

 

Was für Einstein die Mathematik, ist für uns die Innere Führung

Autor: Kai Prüter; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.01.2018

Vizeadmiral Rainer Brinkmann an der FüAk

Konteradmiral Carsten Stawitzki und Vizeadmiral Rainer Brinkmann (v.li.n.re.)

Interessierte Zuhörer des LGAN 2016

Admirtal Brinkmann beim Vortrag über die Innere Führung

„Was für Einstein die Mathematik, für Christen die Bibel, ist für uns die Innere Führung". So begann Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine und Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte, seinen Vortrag Ende Dezember an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw). Begrüßt wurde er vom Kommandeur der Akademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki. Diese Veranstaltung war einer der letzten im abgelaufenen Jahr 2017 und erfolgte im Rahmen des Ausbildungsmoduls "Innere Führung." Teilnehmende des Lehrgangs Generalitätsstabsdienst / Admiralitätsstabsdienst National (LGAN) 2016 hatten das Glück, einen beeindruckenden Vortrag zum Thema "Innere Führung und Selbstverständnis" im vollbesetzten Moltke-Saal der FüAk zu hören. Dabei ist es dem Vizeadmiral gelungen, die Zuhörer für das Thema zu begeistern - und das ganz ohne PowerPoint.

„Innere Führung ist eine exzellente Führungskultur“

Für Vizeadmiral Brinkmann bedeutet die Innere Führung eine exzellente Führungskultur. Sie ist Handlungsmaxime, die dem Soldaten und dem Offizier im Speziellen in einem sich ständig ändernden Umfeld Halt gibt. Dabei stellte Brinkmann die Frage, warum sie bisweilen so kritisch gesehen wird und doch zugleich wie eine „Monstranz“ vor jedem Führungsverhalten vorweggetragen wird? Die Antwort sieht der vortragende Admiral darin, dass Innere Führung heute in einem anderen Umfeld praktiziert wird, als dieses früher der Fall gewesen ist. Die Rahmenbedingungen des militärischen Dienstes seien heute andere als in der Vergangenheit: Globalisierung, Digitalisierung, Regelungsdichte, komplexe Prozesse, überbordende Bürokratie, fehlende Zeit, unzureichende Teilhabe an Gestaltung oder die Diversifizierung von Zuständigkeiten sind für Vizeadmiral Brinkmann deutliche Kennzeichen der Moderne. Diese Aspekte bergen zugleich viele Hemmnisse, die Menschen hindern zu handeln.

Ohnmacht und Vertrauensverlust

Überlagert wird dabei die für den Einzelnen kaum zu bewältigende Komplexität des Alltags durch das Gefühl eigener Ohnmacht und einem Vertrauensverlust in die Eliten. "Vertrauen jedoch ist die unverzichtbare Ingredienz von Führung" so Brinkmann. „Führen mit Auftrag, Fehlerkultur, Zeitmanagement und Professionalität sind weitere Grundbedingungen für gute Führung.“ Demgegenüber führe das Streben nach Perfektionismus in dem hochtourigen Alltag eher zur Entmündigung der Mitarbeiter.

Vorbilder sind notwendig

In dieser Situation sind Vorbilder genauso notwendig wie gemeinsame Erlebnisse, gemeinsame Erfahrungen und vor allem gemeinsam errungene Erfolge. Und der Vizeadmiral führte weiterhin aus: „Die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen ist Sache des Dienstherrn, soldatisches Selbstverständnis zu leben jedoch ist Sache der Soldaten.“

Wir.Dienen.Deutschland

Welchen soldatischen Selbstverständnisses bedarf es aber in den Streitkräften und wie steht es damit? Das schlichte Motto „Wir.Dienen.Deutschland“ ist, so Brinkmann, sehr gut angekommen. Dieses Motto kann Richtschnur sein, wird in einer Zeit zunehmender Individualisierung aber nicht allenthalben gelebt. Dabei fordert die Innere Führung zwar die Beachtung der Würde des Menschen; es ist aber nicht ihre Aufgabe, die Wünsche des Einzelnen zu erfüllen. Der militärische Alltag verlangt sehr wohl, sich bisweilen in Verzicht zu üben und Härten zu ertragen. „Das ist heutzutage aber nicht sonderlich beliebt“, so der Admiral.

 

Humor und Gelassenheit ist Teil gelebter Führung

Brinkmann beendete seinen Vortrag mit dem Appell an die Teilnehmenden des LGAN, Mut zur Entscheidung zu haben, die Bundeswehr aktiv mit zu gestalten und dabei eine Fehlerkultur zu pflegen, in der Diskussionen und konstruktive Kritik zugelassen werden. "Aktuelle Probleme können nicht mit den Rezepten der Vergangenheit gelöst werden", wie Vizeadmiral Brinkmann abschließend hervorhob. Er warb bei den Zuhörern für einen optimistischen Blick nach vorne und sprach den Zuhörern die Empfehlung aus, sich den nötigen Humor und eine gewisse Gelassenheit zu bewahren.

 

 

 

Gut gerüstet für zukünftige Übungen

Autor: Jörg Knoop; Fotos: Michael Gundelach

Hamburg, 20.12.2017

Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes beim Vortrag

Gruppenfoto der Modulteilnehmer

Angeregte Diskussion unter den Teilnehmern

Seminarteilnehmer bei der Arbeit


 

 

 

 

„Exercises are Fun“, dies war das Eingangsstatement von Oberst i.G. Jac-Peter Tölkes, Abteilungsleiter CJ7 des Multinational Joint Headquaters Ulm (MN JHQ Ulm) für den Pilotdurchlauf des Moduls " Grundlagen für das Erstellen und Durchführen von Streitkräftegemeinsamen Übungen“, das im Dezember an der Führungsakademie der Bundeswehr durchgeführt worden ist. 10 Teilnehmer beschäftigten sich 5 Tage mit der anspruchsvollen Thematik.

Viel Rüstzeug für die Übungen

In Zusammenarbeit mit der Lehrgruppe Module hat die Fakultät Einsatz, Kommando CIR, SKB die Organisation und Durchführung des anspruchsvollen Seminars in der Generalleutnant Graf von Baudissin Kaserne übernommen. Das Seminar gliederte sich in einen englisch-sprachigen allgemeinen und einem deutsch-sprachigen nationalen teil. Dabei wurde der Seminarleiter durch ein drei-köpfiges Team aus dem Bereich Übungen und Training (CJ7) des Multinational Joint Headquaters Ulm (MN JHQ Ulm) unterstützt. Die Ulmer brachten hierbei ihre Erfahrungen aus der streitkräftegemeinsamen „Reception Staging and Onward Movement (RSOM)“ - Übung JOINT DERBY  (JODY) des Jahres 2016 mit ein. Dadurch sind den Seminarteilnehmern die theoretischen Lerninhalte überaus gewinnbringend vermittelt worden. Es entstand eine lebendige Seminaratmosphäre, die es den Seminarteilnehmern ermöglichte, die „Anlage von Übungen“ anschaulich zu erlernen.

NATO-Prozess bildet die Grundlage

Thematischer Schwerpunkt waren die konzeptionellen Grundlagen und Rahmenbedingungen der NATO. Es war das Ziel, den von der NATO vorgegebenen „Exercise Planning Process (EPP)“ für ein vorgegebenes streitkräftegemeinsames Übungsvorhaben entsprechend anzuwenden sowie ausgewählte Aspekte einer Übungsplanung selbstständig erarbeiten und vortragen zu können. Mit ihrer Teilnahme an dem Seminar haben die Teilnehmer das Rüstzeug erhalten, um zukünftig an bilateralen, multinationalen sowie an NATO-Übungen mitzuwirken oder sich in einem multinationalen Team zielorientiert zu organisieren.

Breit aufgestellter, internationaler Teilnehmerkreis

Die Gruppe der Seminarteilnehmer setzte sich aus Mitgliedern der nationalen Fähigkeitskommandos und dem Multinationalen Kommando Operative Führung aus Ulm zusammen.  Zusätzlich hat auf Einladung des deutschen Verteidigungsministeriums (BMVg) ein Teilnehmer des österreichischen Kommandos Landstreitkräfte an dem Pilotprojekt teilgenommen. Die multinationalen Teilnehmer hatten während des nationalen Anteils am Donnerstagnachmittag Gelegenheit zu einer begleiteten Exkursion in die Metropolregion Hamburg. Die nationalen Aspekte des Übungswesens der Bundeswehr wurden durch Vortragende aus dem Bereich des Ministeriums sowie durch Vertreter der deutschen Fähigkeitskommandos Kommando CIR, SKB, des Kommandos Heer, des Kommandos Luftwaffe, des Kommandos Sanität, des Marinekommandos und des BAIUDBw ergänzt. Neben der fachlichen Weiterbildung gab es natürlich auch Gelegenheit zum Networking und zum Gedankenaustausch, was das Seminar zusätzlich belebte. Die Lehrgangsteilnehmer betonten am Ende der Woche, dass sie eine Verstetigung des Pilotseminars in den kommenden Jahren sehr begrüßen würden. Das Feed-Back fiel somit sehr positiv aus und ist Antrieb und Motivation für eine Neuauflage des Seminars in 2018.

 

 

 

 

Große Resonanz für neue Regionale Informationstage

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 20.12.2017

Admiral Stawitzki und Admiral Schneider applaudieren für die gelungenen Vorträge

Gemeinsamer Austausch nach dem Vortrag fördern das Verständnis untereinander

Lehrgangsteilnehmer aus Thailand und China erhalten das Wappen der Führungsakademie


 

 

 

 

Der LGAI hat eine Länderreihe neu aufgesetzt: Als Dialogforum mit sprichwörtlichen „Erste-Hand-Information“ durch die Lehrgangsteilnehmer hat sich der Regionale Informationstag (RIT) in kürzester Zeit zu einer festen Größe im Lehrgang Generalstabs- / Admiralstabsdienst International (LGAI) entwickelt. Auch 2018 werden die Regionalen Informationstage weiter zur Professionalisierung der Lehrgangsteilnehmenden genutzt. Dabei ist geplant, künftig ausgewählte Regionen als Abendveranstaltungen durchzuführen, um neue Teilnehmerkreise auch außerhalb der Bundeswehr anzusprechen.

Fortschreitende Globalisierung erfordert Zusammenarbeit

Mit fortschreitender Globalisierung erlangt die internationale Zusammenarbeit im zivilen und militärischen Bereich einen immer höheren Stellenwert. Auch künftig braucht Deutschland in verschiedenen Regionen der Welt zur Sicherung des Friedens starke und verlässliche Partner. Aufbauen und Vertiefen kann man diese Partnerschaften besonders durch persönliches Kennenlernen, Verständnis und gegenseitigen Respekt. Genau dieses Konzept, sich kennenlernen und später vertraut miteinander zusammen arbeiten, hat sich der LGAI zum Motto gemacht.

Neues Konzept

Das neue Konzept der Regionalen Informationstage im LGAI leistet dazu einen wesentlichen Beitrag. Begegnungen mit anderen Kulturen sind für viele Bundeswehrangehörige im Rahmen der Auslandseinsätze für die Bundeswehr mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch Kenntnisse über die verschiedenen Regionen, über kulturelle Unterschiede, verschiedene Denkmuster und Verhaltensweisen, die partnerschaftlich  von Lehrgangsteilnehmern und ihren Mentoren vermittelt werden, sind eine wunderbare Ergänzung und zeichnen dieses neue Konzept aus.

Großer Zuspruch

Darüber hinaus beteiligt sich ein Großteil unterschiedlicher Zuhörer und Gäste durch Anregungen und neue Impulse. Insbesondere der Dialog sowie die abschließende Podiumsdiskussion mit den Referenten finden hier einen sehr großen Zuspruch. In diesem Sinne lädt der LGAI auch im Jahr 2018 erneut zu Regionalen Informationstagen ein. Die nächste Veranstaltung zum Thema Zentralasien und Kaukasus findet am 11. Januar 2018 im Moltke-Saal der FüAkBw statt.

 

 

 

 

Benin im Fokus der Führungsakademie

Autor: Nils Schellner; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 14.12.2017

Admiral Stawitzki empfängt Josseline da Silva Gbony

Oberst Wasgindt stellt Vortragende vor

 Ausbildungskooperation von besonderer Bedeutung

Beniner erzählt über seine Heimat

Botschafterin Josseline da Silva Gbony und Beninerin im Gespräch


 

 

 

 

Die Großen Nationalen Informationstage (GNIT) des Lehrgangs Generalitätsstabsdienstoffiziere/ Admiralitätsstabsdienstoffiziere (LGAI) gehören wie auch die Regionalen Informationstage traditionell zum festen Bestandteil eines jeden Lehrgangs an der Führungsakademie der Bundeswerh (FüAkBw). Während bei den Regionalen Informationstagen die Sicherheitspolitik einer Region im Fokus steht, soll der GNIT tiefe Einblicke in Kultur, Religion, Gesellschaft und Traditionen eines Landes gewähren. Im Verlaufe eines jeden Lehrgangsdurchganges haben die Repräsentanten von vier ausgewählten Nationen die Möglichkeit, an einem Nachmittag ihre Länder den Angehörigen der FüAk wie auch den geladenen Gästen vorzustellen. In diesem Ausbildungsdurchgang machte der westafrikanische Staat Benin den Anfang.

Hoher Besuch

Neben zahlreichen Gästen aus dem  Freundeskreis des LGAI sowie den Paten der internationalen Lehrgangsteilnehmer wurde als Ehrengast die Botschafterin Benins durch den Akademiekommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitzki, begrüßt. In Ihrem Grußwort an die anwesenden Gäste hob die Botschafterin die herausragende Bedeutung der Ausbildungskooperation zwischen ihrem Land und Deutschland hervor. So befinden sich derzeit neben den hier auf dem LGAI anwesenden Stabsoffizieren weitere elf beninische Soldaten zur Ausbildung in Deutschland.

Kultur und Tanz

Von der Schönheit der Landschaften und den kulturellen Besonderheiten ihres Landes musste ihre Exzellenz Josseline da Silva Gbony nicht erst überzeugen, denn für alle Gäste waren die Einblicke in Tradition, Kultur und Geografie überaus eindrucksvoll. Abgerundet wurde die auf Deutsch vorgetragene Vorführung der vier vortragenden Stabsoffiziere aus Heer, Luftwaffe und Marine von einem Auftritt einer Beninischen Musik- und Tanzgruppe.

Profunder Austausch

Nicht nur Benin profitiert von der Ausbildung seiner Soldaten bei der Bundeswehr. Auch für die deutschen Streitkräfte ist der Austausch mit Angehörigen der Streitkräfte von Nicht-NATO ein deutlicher Gewinn. Aufgrund ihrer umfangreichen Kenntnisse aus zahlreichen Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen sind die ausländischen Stabsoffiziere des LGAI profunde Ratgeber und Wissensspeicher für die deutschen Lehrgangsteilnehmer. Das nebenbei noch das Verständnis für die Arbeitsweise, aber auch für den Menschen, welcher in der fremden Uniform steckt, wächst ist ein zusätzlicher Effekt, der allen Beteiligten hilft, die Aufgaben der Zukunft zu meistern.

„Ohne Mampf kein Kampf…“

…getreu diesem Motto fand der GNIT Benin sein Ende mit einer Verkostung von traditionellen beninischen Speisen und Getränken. Wer schon immer wissen wollte, wie Yamswurzel mit Hühnchen, Akassa oder Tambour schmecken, hatte hier die Gelegenheit bei einem anregenden Gespräch im Foyer des MWZ die Köstlichkeiten Benins zu probieren. Bei einem der nächsten Großen Informationstage wird sich Indien einem breiten Publikum präsentieren. Wir freuen uns darauf.

 

 


 

 

 

Hochrangiger NATO-General zu Besuch an der Führungsakademie

Autor: Inka von Puttkamer; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 13.12.2017

Sir General James Everard beim Eintrag ins Gästebuch der Führungsakademie

General Everard im Gespärch mit General Wieker und Konteradmiral Stawitzki

 Das Auditorium lauscht gebannt dem Vortrag

Lebhafte Diskussion: General Everard stellt sich den Fragen der Lehrgangsteilnehmer

Konteradmiral Stawitzki übergibt die Münze der Führungsakademie zur Erinnerung

Ergiebige Gespräche: die beiden Generale freuen sich über den lebendigen Austausch


 

 

 

 

„It’s an early Christmas present to be here!“ Mit diesem Worten leitet Sir General James Everard, der stellvertretende „Supreme Allied Commander Europe“ aus dem NATO-Hauptquartier in Mons/ Belgien, seinen Vortrag an der Führungsakademie der Bundeswehr ein. Gemeinsam mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, ist er an die Akademie gekommen, um einen aktuellen Sachstand über die NATO zu geben und vor allem mit den jungen Offizieren - „the generation, that matters“ wie er sagt - zu diskutieren. Everard ist dabei nicht auf unbekanntem Terrain. Bereits drei Mal war er in Deutschland stationiert, wenn auch jedes Mal durch so viele Auslandseinsätze geprägt, dass kaum Zeit für Landeskunde übrig blieb. Mit einem Lob auf die Weihnachtsmärkte und einer Äußerung über die deutsche Bahn wies der General sich dennoch als wohlwissender Insider aus und hatte das Publikum gleich auf seiner Seite.

„Goodness doesn’t come for free“

Everards Vortrag ist durch viele Zitate gekennzeichnet. Er zieht bekannte (Clausewitz, Hobbes) und unbekannte Autoren (Kirchick, Rackham) heran, um klarzumachen, dass Lesen für den Geist das gleiche wie Sport für den Körper ist. Zunächst legt er ein paar Grundlagen: Die Ausgaben für das Militär sind in den letzten 20 Jahren fast überall gekürzt worden. Wir befinden uns in den sichersten und besten Lebensumständen, die es jemals gab. Die Armut auf der Welt ist stark zurückgegangen. Gleichzeitig ist in Europa festzustellen, dass Medienmanipulation, die Instrumentalisierung der Meinungsfreiheit und die Rückkehr zu einem neuen Nationalismus in sehr vielen Ländern zu einer Gesellschaftsspaltung führen. Er treibt diesen Gedanken auf die Spitze: „No friends, only interests.“ Hier kommt für ihn die NATO ins Spiel. „NATO is usually like vegetables for a child: not what you want, but what you need“, sie sei für permanentes Krisenmanagement zuständig, zusammen mit den anderen großen Organisationen steht sie für die Garantie von Demokratie, Recht und Freiheit.

„Cohesion of the Alliance“

Mit Jens Stoltenberg zitiert er den Generalsekretär, für den es keine größeren Herausforderungen für die NATO seit Ende des Kalten Krieges gab als jetzt. Die Herausforderungen ordnet er geografisch zu: Russland, China, Naher Osten, Nordafrika. Everard betont, dass Russland ein Dialogpartner, ein „strategic competitor“ ist. Die Stärken der NATO betont der General mit der Fähigkeit, aktuell zu bleiben, sich an Entwicklungen anzupassen und mit der Konsensfähigkeit. 29 Staaten, die ihn immer wieder finden. Die NATO sei ein verlässliches Bündnis, da sie grade keine Koalition, sondern viel stärker, eine Allianz, ist. Weiter stellt Everard den 360-Grad-Ansatz des Bündnisses heraus, also den allumfassenden Blick auf die Dinge. Was ihn wirklich umtreibt? Die Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung. Das könnte manchmal schneller gehen. Und der Zusammenhalt aller Staaten. Man muss viel Kompromissbereitschaft zeigen.

Vielseitige Herausforderungen

Hier findet bereits eine lebhafte Diskussion statt. Ob die Rückkehr zum Nationalismus Auswirkungen auf die NATO habe? Grade hier hilft das Bündnis, so Everard. Verschiedene Ziele müssen in Balance gebracht werden, mit der 360-Grad-Perspektive werden alle Blickwinkel genutzt und er sagt, die NATO sei „remarkably robust“, weil sich alle Chiefs of Defense respektvoll begegnen und schätzen. Die Koexistenz verschiedener Ansichten müsse erlaubt sein. Auf Libyen angesprochen, sind sich der britische und der deutsche General einig: das Militär alleine ist keine Lösung, sondern die letzte Eskalation. Auf welchem Gebiet sieht Everard zukünftige Herausforderungen? Bei hybriden Bedrohungen. Für ihn ist noch keine Nutzung des Artikels 5 des NATO-Vertrages bei einer solchen Gefahr absehbar. Hier wird es in Zukunft Lösungen geben müssen.

„War is shaped by human nature“

Speziell für das Publikum aus jungem Führungspersonal hat Sir General Everard noch ein paar Anmerkungen zu guter Führung. Hier kommt der Botaniker Oliver Rackham ins Spiel: „Do not play god“. Er hat kernige Sätze auf Lager, die eingängig sind. Man solle wissen, für wen man arbeitet und wer für einen arbeitet („Know who you work for and who works for you“). Diese Menschen seien es wert, auch gefördert zu werden. Mit Clausewitz sagt er, dass wir alle dafür bezahlt werden, Entscheidungen zu treffen und dies damit eine Pflicht sei. Dennoch solle man sich immer wieder selbst prüfen. Dass Einfallsreichtum gefragt sei, erklärt er simpel damit, dass der Strom nicht durch ständige Verbesserung von Kerzen erfunden wurde. Weiterhin gibt er den Offizieren mit, dass sie sich vor ihrer Verantwortung nicht scheuen, menschliche Beziehungen durchdringen und ihre Gedanken auch gut zum Ausdruck bringen können sollen.

First-hand information

Am Ende seines vielschichtigen Vortrages sind die Erwartungen, die der Akademiekommandeur, Konteradmiral Carsten Stawitzki bei seiner Begrüßung geäußert hat, mehr als wahr geworden: Everard lieferte authentische Informationen aus erster Hand.

 


 

 

 

Jahresempfang Marine 2017 - Führungsakademie und Gesellschaft im Dialog

Autor: Stefan Berger; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 12.12.2017

Kapitän zur See Straus begrüßt die Gäste des Jahresempfangs der Marine

Die Uniform verbindet - nationale und internationale Marineuniformträger sind zahlreich vertreten

 Die Jazz-Combo des Marinemusikkorps Kiel sorgt für anregende musikalische Unterhaltung

 Zivile und militärische Besucher im regen Austausch


 

 

 

 

Das Jahrestreffen der Marine hat traditionell einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Führungsakademie. Seit Beginn dieser Veranstaltungsreihe ist es das Forum für den offenen Austausch über aktuelle Themen des maritimen Soldatenberufs. Auch in diesem Jahr fand sich wieder neben allen Trägern des „blauen Tuches“ aus den verschiedenen Lehrgängen und Nationen an der Führungsakademie und dem Stammpersonal eine Vielzahl von Gästen und Freunden aus Militär, Gesellschaft und Wirtschaft zum Meinungsaustausch im Beck-Saal ein.

Zivil-militärischer Austausch

„Für uns Marinesoldaten an der Führungsakademie ist dieser Abend wertvoll und wichtig“, betonte der Gastgeber, Kapitän zur See Henning Straus, Fakultätsleiter Marine und Beauftragter des Inspekteurs der Marine an der Führungsakademie der Bundeswehr. „Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, sich einmal außerhalb des dienstlichen Rahmens zu treffen, um interessante und weiter bildende Gespräche zu führen.“ Gerade die Führungsakademie der Bundeswehr hier in Hamburg sei dafür besonders geeignet, stellte der Leiter der Fakultät Marine weiter fest: „Existieren hier doch nicht nur theoretische Vorstellungen zu zivil-militärischen Beziehungen, sondern wie hier deutlich sichtbar auch praktische Umsetzungen.“

Markenbotschafter

Mittlerweile schon traditionell unterstützt wurde der Empfang auch in diesem Jahr durch die Jazz-Combo des Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Oberstabsbootsmann Jens-Peter Glau. So zielten an diesem Abend auch viele der geführten Gespräche auf die so genannten „Botschafter aus der Gesellschaft“ ab Auf die Reservedienstleistenden, Unternehmer oder Angehörige aus anderen Ressorts des öffentlichen Dienstes. Mit ihrer Fachexpertise fördern und unterstützen sie die aktuelle Ausbildung der Marineoffiziere an der Führungsakademie durch Kooperation und Wissensaustausch.

Offen der Zukunft entgegen

„Durch die Zusammenarbeit mit anderen, so wie wir es seit Jahren erfolgreich praktizieren, gewinnt unsere Bundeswehr täglich an Gestaltungskraft hinzu“, stellte Straus fest. So ist mit der Bundeswehr eine moderne Armee entstanden, die einzigartig ist. Ihre Traditionen und Werte gilt es zu wahren. In diesem Sinne arbeitet auch die Fakultät Marine hier an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte der Bundeswehr weiter an der Professionalisierung und einer zeitgemäßen Ausbildung für die zukünftigen Generalstabs-/Admiralstabsoffiziere mit.

Veränderungsbereitschaft

Dazu bedarf es jedoch laut Straus bei allen der Offenheit, Veränderungsbereitschaft und eines zukunftsorientierten Bewusstseins, ohne voreilig alles vermeintlich Alte oder Überholte über Bord zu werfen. Die Gäste genossen bei erstklassiger Musik anregende Gespräche sowie eine hervorragende Küche – ein inspirierender Abend für alle Beteiligten. Damit hat die Fakultät Marine den Angehörigen der Führungsakademie sowie ihren Gästen den Abschluss des Jahres würdig ausklingen lassen.

 


 

 

 

Wir stellen uns vor

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Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“