Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Lernen 4.0

Auf dem Weg zur digitalen Ausbildungsakademie:  Mit Neuem Lernen beschäftigt sich das Innovationslabor „Führen Morgen Heute Lernen“ der Führungsakademie der Bundeswehr.

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Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Das German Institute for Defence and Strategic Studies – GIDS – untersucht geostrategische, sicherheitsrelevante Fragestellungen unserer Zeit. 

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„Als die Mauer fiel…“ – Mitarbeitende blicken zurück

 

 

„Als die Mauer fiel…“ – Mitarbeitende blicken zurück

 

 

Oberregierungsrätin Melanie Schulz leitet das Dezernat Persönlichkeitsentwicklung und Beratung. Sie stammt aus Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern). (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

Oberstleutnant i.G. Jörg Barandat war unter anderem von Mai 2013 bis Ende September 2019 Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr zum Thema „Strategische Herausforderungen“. Anschließend wurde er in den Ruhestand versetzt. Er kommt gebürtig aus Goslar. (Foto: privat)

 

Fregattenkapitän Kirst Amenda ist im Projektmanagement im Teilbereich Infrastruktur an der Führungsakademie der Bundeswehr tätig. Er stammt gebürtig aus Eckernförde. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

Im Jahr 1942 heiraten die Großeltern von Fregattenkapitän Amenda, „Oma Gerda“ und „Opa Alfred“, zum ersten Mal. (Foto: privat)

 

Der Mauerfall hat die Familie zusammengeführt: Im Wohnzimmer ließen sich die Großeltern von Fregattenkapitän Amenda im Jahr 1994 ein zweites Mal trauen. (Foto: privat)

 

Oberstleutnant Dirk Nickels leitet das Dezernat Protokoll an der Führungsakademie der Bundeswehr. Er kommt gebürtig aus dem Kreis Dithmarschen. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

 

Zu Zeiten des Mauerfalls diente Dirk Nickels als junger Offizieranwärter in Flensburg beim Panzerbataillon 513. (Foto: privat)

 

 

Diese Nacht veränderte alles: das politische System, die Möglichkeiten zu reisen und vor allem die Gesellschaft. Der Sprecher der DDR-Regierung, Günter Schabowski, verkündete bei einer Pressekonferenz am Abend des 9.November 1989 die neuen Reiseregeln. Kurze Zeit später ist die Berliner Mauer gefallen. Vier Mitarbeitende der Führungsakademie der Bundeswehr blicken auf dieses geschichtliche Ereignis zurück und erzählen ihre persönliche Geschichte.

 

Überall waren bunte Lichter

Als sich das politische System änderte, war Oberregierungsrätin Melanie Schulz gerade mal neun Jahre alt. Verstanden, was in dieser Zeit passiert ist, hat die Grundschülerin damals in Gänze nicht. Sie merkte nur, dass ihre Eltern sehr kritisch waren. Ihr Vater hat sich in der Bürgerbewegung „Neues Forum“ engagiert und war dementsprechend viel unterwegs. Er war auch derjenige, der sie mit zu Montagsdemonstrationen in ihrer Heimatstadt Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) nahm. Gemeinsam mit ihm demonstrierte Melanie Schulz für eine demokratische Neuordnung. Als die Mauer vor 30 Jahren gefallen ist, hat die damals Neunjährige bereits geschlafen. Von dem Ereignis erfuhr sie am nächsten Morgen von ihrem Vater. „Ich war ein stückweit fassungslos darüber.“ Denn ihr Vater wollte an diesem Tag nichts unternehmen. Sie musste also wie gewohnt zur Schule gehen. „Es waren nicht alle Mitschüler da“, erinnert sie sich heute. Eine Woche nach der Maueröffnung fuhr die gesamte Familie dann nach Aurich zu Freunden. „An der Grenze wurden wir gefragt, ob wir einen Stadtplan für Hamburg haben wollen“, sagt Schulz. Doch das verneinte die Familie. Mit einer Karte von ihrem Opa aus dem Jahr 1936 machten sie sich schlussendlich auf die lange Reise in den Westen. „Wir sind im Dunkeln in Aurich angekommen und dachten, dort ist Rummel. Überall waren bunte Lichter. Später stellten wir fest, dass es ein Einkaufszentrum war“, sagt sie und lacht. „Es war einfach aufregend.“ Heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, schaut sich Melanie Schulz ein Foto von damals an: In einem Bildarchiv fand sie eines von der Eröffnung des Brandenburger Tores am 22.Dezember 1989 in Berlin. Es weckt Erinnerungen an eine Zeit, die einfach alles verändert hat. 

 

Nach Dienstschluss gleich zur „Zonengrenze“

Wo er am Tag des Mauerfalls – am 9.November 1989 – war, daran kann sich Oberstleutnant i.G. Jörg Barandat noch genau erinnern: Zur damaligen Zeit war er Hauptmann und Chef der vierten Kompanie im Panzeraufklärungsbataillon 10 in Ingolstadt. Ende August 1989 kam er an die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Hier absolvierte er bis zum 1.Dezember 1989 den Vorgängerlehrgang des heutigen Basislehrganges Stabsoffizier (BLS). „Mit unserem Dozenten aus dem Fachbereich Sicherheitspolitik und Streitkräfte (SPS) diskutierten wir intensiv die Lage. Es bestand Konsens darüber, dass die Staaten des Warschauer Vertrages (WVO) und Rates für Gemeinsame Wirtschaftshilfe (RGW) wirtschaftlich am Ende waren, und dass grundlegende Veränderungen bevorstünden. Dies spiegelte sich auch in den aktuellen Diskussionen wider, aber dass es dann so schnell gehen würde, damit hatte keiner gerechnet“, sagt Barandat. Am Abend des 9. November 1989 besuchte er das Volksfest „Hamburger Dom“. „Als ich gegen Mitternacht zur U-Bahn-Haltestelle ging, stand da ein Zeitungsverkäufer: ,Extrablatt! Die Mauer gefallen, die Grenze ist offen!‘ Mein erster Gedanke: Nun dreht die Springer-Presse aber völlig ab“, so Barandat. Zurück in der Unterkunft schaltete er das Radio und den Fernseher an. Er verfolgte, was Günter Schabowski zu den neuen Regelungen für Reisen ins Ausland verbreitete. Anschließend liefen die Bilder von der Öffnung des Grenzübergangspunkts Bornholmer Straße in „Dauerschleife“. Es war eine kurze Nacht, so Oberstleutnant Barandat. Am nächsten Morgen ging es wieder in den Hörsaal. An die Worte seines Dozenten kann er sich ebenfalls noch erinnern: „Eigentlich müssten wir jetzt die Sektkorken knallen lassen, aber sie wollen ja in den nächsten Tagen gut ihre Prüfung bestehen?! Also, weiter geht’s im Unterrichtsstoff.“ Nach Dienstschluss ist er gleich zur „Zonengrenze“ nach Lauenburg gefahren:  „Die Straßen waren geschwängert von Zweitakterabgasen - nie wieder in meinem Leben habe ich schlechte Luft mit solcher Freude eingesogen

 

Mauerfall lässt alte Liebe nach über 40 Jahren wieder entflammen

Als die Mauer fiel, war Fregattenkapitän Kirst Amenda gar nicht in Deutschland. Dennoch hat er eine ganz persönliche Mauerfallgeschichte – vielmehr eine Familiengeschichte. Zur damaligen Zeit war er als Leutnant zur See in der fliegerischen Ausbildung in den USA. Von dem geschichtlichen Ereignis in seiner Heimat erfuhr Fregattenkapitän Amenda zufällig über die Nachrichten im Fernsehen. Seine persönliche Geschichte beginnt jedoch kurze Zeit später mit einem Brief, den seine Oma aus Erfurt zugeschickt bekam. „Meine Oma ist Eckernförderin und mein Opa war als Bootsmann bei der Marine dort eingesetzt“, sagt Fregattenkapitän Amenda. Nach dem Krieg wollte sein Großvater zurück nach Thüringen. Seine Oma wollte ihre Heimat jedoch nicht verlassen. Die Konsequenz: Sie ließen sich 1946 scheiden. Seitdem gab es keinerlei Kontakt zu ihm. Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, bekam seine Oma kurze Zeit später diesen besagten Brief aus Erfurt. In diesem erkundigte sich sein Opa nach den gemeinsamen Kindern und erzählte, wie sein Leben in den vergangenen Jahren verlaufen ist. Er war unter anderem bei der Polizei, womit jeglicher Westkontakt damals ausgeschlossen war. Kurze Zeit später besuchte „Opa Alfred“, wie er nun von allen genannt wurde, Eckernförde. Dadurch lernte Fregattenkapitän Amenda seinen Großvater und seine Mutter ihren Vater kennen. „Als ich ihn zum ersten Mal gesehen hatte, fiel mir auf, dass er kleiner als meine Oma war und mit schwer verständlichem Dialekt sprach“, sagt Fregattenkapitän Amenda und lacht. Doch „Opa Alfred“ ging es mit dem Plattdeutschen wohl nicht anders, ergänzt er. Die Liebe zwischen seinen Großeltern flammte wieder auf. Im Sommer 1990 löste „Opa Alfred“ seinen Hausstand in Erfurt auf und zog wieder mit „Oma Gerda“ in Eckernförde zusammen. Der Höhepunkt folgte dann vier Jahre später: „Opa Alfred“ und „Oma Gerda“ heirateten 48 Jahre nach ihrer Scheidung, also im Jahr 1994, erneut - in ihrem Wohnzimmer und mit den eigenen Kindern als Trauzeugen – mit dabei war die komplette Familie.

  

Plötzlich verstummten die Podiumsgäste

Schon immer hat sich Oberstleutnant Dirk Nickels für Außen- und Sicherheitspolitik sowie Geopolitik interessiert. Im Herbst 1989 erfuhr der junge Offizieranwärter, der dem Panzerbataillon 513 angehörte, von einem Informationsabend in Flensburg. In diesem sollte es um die aktuellen Entwicklungen in Deutschland und Europa gehen. Das Thema weckte sein Interesse. Er nahm an der Veranstaltung teil. „Zu dieser Zeit liefen bereits die Demonstrationen in Leipzig, das Thema Wiedervereinigung war zwar insgeheim schon in mancher Munde, wurde aber noch nicht direkt ausgesprochen“, sagt Oberstleutnant Nickels. Dieses Thema sei offiziell noch nicht so vehement verfolgt worden. „Man hat aber schon gespürt: Da ist etwas im Busch“, so Nickels weiter. Im zweiten Teil dieser Abendveranstaltung fand eine Podiumsdiskussion statt. Als diese im vollen Gange war, kam eine Mitarbeiterin des Hauses herein und gab dem Moderator einen Zettel in die Hand. „Dieser guckte völlig irritiert und las den Zettel mit einer kurzen Verzögerung vor“, erinnert sich Nickels heute. Die Worte des Moderators hat er ebenfalls nicht vergessen: „Unsere Mitarbeiterin hat mir gerade eben eine Information hereingegeben, die für mich noch so unglaublich scheint, aber im Grunde genommen voll in unser jetziges Thema passt: Ich habe soeben erfahren, dass berichtet wird, dass die Mauer in Berlin geöffnet wurde.“ Die Diskussion im Saal verstummte - plötzlich waren alle Anwesenden sprachlos. Der Moderator löste in diesem Moment die Podiumsdiskussion auf: „Ich möchte das jetzt eigentlich auch so stehen und wirken lassen und die heutige Veranstaltung damit beenden. Wir sollten alle einmal rausgehen und uns davon überzeugen, ob das wirklich der Wahrheit entspricht.“ Der junge Offizieranwärter setzte sich sofort ins Auto und hörte Radio. Auf allen Sendern liefen entsprechende Berichte. Als er zu Hause angekommen war, verfolgte er die Nachrichten im Fernsehen und sah, wie die ersten Trabbis am Übergang in der Invalidenstraße „rüberkamen“ und die Menschen am Brandenburger Tor die Mauer „erstürmten“. „Ich kannte ja noch die Zone. Wir haben in der Zeit des Kalten Krieges unsere Stellungen für die Panzer im Grenzgebiet erkundet, sind privat ausschließlich auf den offiziellen Transitstrecken mit mulmigem Gefühl durch die DDR nach Westberlin gefahren. Mir war an diesem Abend sofort bewusst, dass das, was gerade passiert, ein Stück Geschichte ist. Die Bilder im Fernsehen und vor allem die Freude der Menschen an diesem Abend werde ich nie vergessen. Das war Gänsehaut pur.“

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelles

International – Besucher aus aller Welt an der Führungsakademie

 

 

International – Besucher aus aller Welt an der Führungsakademie

 

Delegation aus Sri Lanka bei der Begrüßung an der Führungsakademie. (Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Kontaktaufnahme mit Indischer Delegation vor dem Stabsgebäude der Führungsakademie (Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Dezernat Protokoll mit seinen Akteuren organisiert Informationsbesuche für Delegationen aus aller Welt. (Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

 

 

 

 

 

Die Besucherliste der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) ist lang und erlesen. 2018 waren über 100 Besuchergruppen und internationale Delegation zu Gast an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr. Auch im vierten Quartal 2019 liegen der Protokoll-Abteilung wieder jede Menge Anfragen und Anmeldungen von Besuchern und internationalen Delegationen vor.

Mit den überwiegend eintägigen Informationsbesuchen wollen sich die ausländischen Gäste einen möglichst genauen Einblick über die vielfältigen Aufgabenbereiche der Führungsakademie und des im vergangenem Jahr eröffneten „German Institute for Defence and Strategic Studies“ (GIDS), verschaffen. Besuchergruppen und internationale Delegationen aus der ganzen Welt kommen an die Führungsakademie der Bundeswehr in Blankenese. So hatten sich beispielsweise im September eine Delegation des General Defence Command and Staff College - dem Pendant zur FüAkBw - aus Sri Lanka und hochrangige Delegationen aus China und Israel über das Ausbildungsangebot und den Lehrbetrieb getreu des Mottos „Lebenslanges Lernen“ informiert. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung deutscher aber auch internationaler Offiziere und Stabsoffiziere in über 80 unterschiedlichen Fortbildungs- und Verwendungslehrgängen sowie zahlreichen Seminaren ist die Hauptaufgabe der Akademie.

Die bedeutendsten Lehrgänge an der FüAkBw sind der zweijährige Lehrgang General-/Admiralstabsdienst National (LGAN) und der einjährige Lehrgang General-/Admiralstabsdienst International (LGAI), an dem neben deutschen Teilnehmern vorwiegend Soldaten aus den verschiedensten  Ländern, die nicht der EU oder der NATO angehören, ihre Ausbildung erhalten.

Die überwiegende Mehrzahl der Lehrgänge und Seminare an der Führungsakademie dauern jedoch nur ein bis zwei Wochen und dienen der Fort- und Weiterbildung der Bundeswehrangehörigen und interessierten zivilen Führungskräften.   

 

Alles muss klappen wie am Schnürchen

Für einen reibungslosen Ablauf aller offiziellen Besucher und Delegationen ist Oberstleutnant Dirk Nickels mit seinem Protokoll-Team verantwortlich. Er trifft mit seinen Mitarbeitern bereits im Vorfeld mit den jeweiligen Ansprechpartnern, den Militärattachés und den Botschaften die nötigen Absprachen, um dem Informationsbedarf der Besucher zu entsprechen. Je nachdem, welcher Teilstreitkraft die Besuchergruppen angehören, liegt das Hauptinteresse auf der Ausbildung von Heeres-, Luftwaffen- oder Marinesoldaten. Wann immer es möglich ist, berücksichtigt die Protokoll-Abteilung bei der Planung der Besuchsprogramme auch nachgefragte Sonderwünsche. Neben der obligatorischen Besichtigung verschiedener Hamburger Sehenswürdigkeiten werden auch ganz banale Wünsche, wie ein Spaziergang am Uferweg der Elbe oder im Blankeneser Treppenviertel, berücksichtigt. Zudem nutzen viele der ausländischen Gäste gerne die Möglichkeit, sich von der deutschen Küche einen eigenen kulinarischen Eindruck zu verschaffen und für die Familien zu Hause kiloweise Schokolade, Gummibärchen und andere Süßigkeiten einzukaufen.

Mit Langeweile in der Protokoll-Abteilung ist auch in den nächsten Wochen nicht zu rechnen, da sich bereits weitere Delegationen aus Tunesien und Frankreich angekündigt haben. Zudem wird der Besucherstrom eher zunehmen, da es ein wichtiger Auftrag der Führungsakademie ist, mit möglichst vielen Nationen und nationalen Institutionen in den Austausch und Dialog zu treten.

 

 

 

Autor: Führungsakademie der Bundeswehr/Claus Rosenbusch

 

 

 

 

 

 

Es darf geträumt werden

 

 

Es darf geträumt werden: Führungsakademie der Bundeswehr entwickelt sich weiter

 

Generalmajor Oliver Kohl betonte, dass jeder Akademieangehörige an dem Veränderungsprozess mitwirken kann. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Fragen, Forderungen und Hinweise bezüglich der Veränderungsprojekte dürfen gern direkt an den Bereich Projektmanagement gerichtet werden, so Oberst i.G. Strunk. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

In Workshops konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Ideen einbringen. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

 

 

 

Vielleicht ist der eine oder andere von den rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der „Aktuellen Stunde“ auf den Geschmack gekommen: Es darf geträumt werden! Welche Ideen haben sie zur „Digitalen Ausbildungsakademie für lebenslanges Lernen“? In fünf Modulen haben die Leiter der Projektgruppen Personal, Organisation, Kultur, Informationstechnologie und Infrastruktur das Gespräch mit den Interessierten gesucht. In einem Workshop wurden dann Fragen, Impulse und Erfahrungen zusammengetragen. Auch nach der Veranstaltung sind Ideen und Anregungen gewünscht.

Ideen sind gefragt

Über welches Profil müssen die Auszubildenden künftig verfügen? Wie können wir die Mitarbeitenden für das Arbeiten und Lernen im digitalen Umfeld qualifizieren? Wie sehen Lebens-, Arbeits- und Lern(t)räume zukünftig aus? Was brauche ich, um lebenslang lernen zu können? Das sind nur einige Fragen, die in den Projektgruppen zur „Digitalen Ausbildungsakademie“ diskutiert und erarbeitet werden. Einen Einblick in die Arbeit der Projektteams wurde in den Modulen des Manfred-Wörner-Zentrums gegeben. Ziel der Arbeiten war es, die Anwesenden zu informieren und für eine Teilnahme in den Projektteams zu werben. Zurzeit befinden sich die Projektteams in einer kreativen Ideenfindungsphase. An dieser kann sich jeder Mitarbeitende mit Ideen beteiligen.

Warum schon wieder Veränderung?

Digitalisierung verändert weltweit das Gefechtsfeld und die Anforderungen an Ausbildung und Führung. Diese Entwicklung lässt sich nicht umkehren. Das machten der Kommandeur der FüAkBw, Generalmajor Oliver Kohl, und der Direktor Strategie und Fakultäten, Brigadegeneral Boris Nannt, in ihren Vorträgen deutlich. Mehr noch: Die Akademie möchte Führungskräfte handlungssicher für das digitale Umfeld auszubilden. Das bedeutet eine Modernisierung der Lehre im Hinblick auf Inhalte, Methoden, Infrastruktur, Kultur und Technologien. Eine Modernisierung, die dem Wandel der Lernkultur Rechnung trägt. Diese Modernisierung erfolgt an der FüAkBw durch den Aufbau der „Digitalen Ausbildungsakademie für lebenslanges Lernen“, ein Veränderungsprojekt, das auf 24 Monate angelegt ist. Die ersten Ergebnisse der fünf Projektgruppen werden nach zwölf Monaten am 17. und 18. Juni 2020 während des 2. Innovationslabors für Neues Lernen präsentiert. An diesem nehmen erneut Experten aus Bundeswehr, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes teil. Bis dahin geht die FüAkBw mit einer intensiven Kreativphase in der Projektarbeit ungewohnte Wege und „das soll auch so sein“, so Generalmajor Kohl. „Wir wissen nicht, was am Ende der 24 Monate für ein Ergebnis stehen wird. Ich kenne es nicht und deshalb brauche ich Sie und Ihr Engagement.“

Wo steht die FüAkBw mit anderen Veränderungsprojekten

Die Einnahme der neuen Struktur der FüAkBw ist mit der Übergabe der Dienstgeschäfte an den neuen Chef des Stabes, Oberst i.G. Michael Schlechtweg, vorerst beendet. Hier gilt es nun, die Akademie auf die Überprüfung dieser Struktur im Herbst 2020 vorzubereiten, berichtet der Leiter des Bereichs Projektmanagement, Oberst i.G. Michael Strunk. Eine weitere große Aufgabe ist es, die drei Veränderungsprojekte „Digitale Ausbildungsakademie“, „Kompetenzzentrum Führungskräfteentwicklung“ und „GIDS /Denkfabrik FüAkBw“ zu synchronisieren. Dies erfolgt durch „die Kommunikation aus der Mitte“, das heißt, dass die Projektverantwortlichen auf verschiedenen Ebenen und zeitnah informieren. Besprechungsformate zur Information sollen angeboten, aber auch aufgesucht werden. Strunk appelliert an das Auditorium, sich mit Fragen, Forderungen und Hinweisen direkt an den Bereich Projektmanagement zu wenden. Auch hier ist das persönliche Engagement gefragt. Die FüAkBw ist auf einem guten Weg, so Oberst i.G. Strunk.

Autorin: Dorthe Kramer

 

 

Tagung: Afrika im Aufbruch?! GIDS-Forum am 19. November 2019

 

 

Tagung: Afrika im Aufbruch?!

GIDS-Forum am 19. November 2019

 

Foto: Adobe Stock

 

 

 

 

 

Die Perspektiven auf Afrika sind facettenreich. Immer noch wird Afrika vor allem als „Problembringer“ gesehen, nicht zuletzt in sicherheits- und wirtschaftspolitischen Fragen. Ist dem wirklich so?

Für das internationale GIDS-Forum wollen wir Sie über die kommende Veranstaltung am 19. November 2019 von 9.00 bis 18.30 Uhr infomieren.

Zur GIDS Seite und den Informationen

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brasilianische Delegation trifft langjährigen Partner

 

 

Brasilianische Delegation trifft langjährigen Partner

 

Wenn es um die militärische Spitzenausbildung geht, dann schaut das brasilianische Heer als erstes nach Deutschland. Das sagen zumindest Angehörige einer 65-köpfigen Delegation um Generalmajor Rodrigo Pereira Vegara, die vor kurzem die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg besucht hat. Seit über 20 Jahren besteht der Austausch auf verschiedenen Ebenen zwischen den beiden Armeen. Die Reisen nach Deutschland sind mittlerweile Tradition und finden großen Anklang bei den brasilianischen Teilnehmern. Diese erhoffen sich von dem Tag an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland vor allem eines: dass die bestehenden Kooperationen vertieft und ausgeweitet werden.

Botschafter für die Führungsakademie

Die Informationsreise der Brasilianer durch Europa dient dem Kennenlernen der militärpolitischen Institutionen befreundeter Nationen und dem Erfahrungsaustausch mit gleichwertigen Militärschulen. Denn die Gäste absolvieren in ihrem Land den Lehrgang für Politik, Strategie und Hohe Verwaltung – dem Pendant zum Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst der Führungsakademie. Dieser bereitet die Offiziere darauf vor, die obersten Stellen innerhalb des brasilianischen Heeres zu besetzen. Regelmäßig nehmen diese auch am internationalen Lehrgang des Generalstabs-/Admiralstabsdienst in Deutschland teil. Und das mit Erfolg! Schon dreimal sind die Brasilianer Lehrgangsbeste geworden. Einige Absolventen kehren oftmals als Militärattaché nach Deutschland zurück. Die brasilianischen Lehrgangsteilnehmenden sind zudem immer auch Botschafter für die Führungsakademie und tragen einen großen Anteil zur Völkerverständigung unter den beiden Ländern bei, wie Oberstleutnant i.G. Thomas Ritter vom Ausbildungsprozessmanagement während seines Vortrages über die Lehrgangsstrukturen anmerkte.

Gäste stellen viele Fragen

Die brasilianischen Gäste interessierten sich vor allem für die Lehrinhalte und das Konzept des lebenslangen Lernens. Auf die Frage hin, ob die Bundeswehr zukünftig Personal aufstocken müsse, um den aktuellen Herausforderungen Einhalt zu bieten, erläuterte Oberst i.G. Frank Wasgindt das Konzept der Freiwilligen- und Berufsarmee. Der Leiter des internationalen Lehrganges erzählte den Interessierten, dass die Wehrpflicht zwar im Jahr 2011 abgeschafft wurde, die Bundeswehr derzeit jedoch mehr als 175.000 Zeit- und Berufssoldaten zählt. Auch Reservisten spielen für die Bewältigung der Aufgaben eine große Rolle. Es sei dementsprechend wichtig, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

Treffen endet mit brasilianischer Tradition

Am Ende der Begegnung stand eine brasilianische Tradition: Der jüngste Dienstgrad der ausländischen Delegation bedankte sich bei den deutschen Gastgebern mit einer kurzen Rede. Der Offizier betonte darin, wie wichtig der gegenseitige Austausch sei und das die Führungsakademie der Bundeswehr als Leitbild diene.

 

Autor: Führungsakademie der Bundeswehr/Jan-Philipp Dombrowski

Fotografin: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel

 

Indische Delegation besucht die Führungsakademie

 

 

Indische Delegation besucht die Führungsakademie

 

Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, begrüßt Generalleutnant Dushyant Singh aus Indien. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Experten im Diskurs: Generalleutnant Dushyant Singh lässt sich von seinen deutschen Gesprächspartnern inspirieren. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Der Leiter des Kompetenzzentrums Führungskräfte-entwicklung, Oberst i.G. Jesko Peldzsus (links), gab der 17-köpfigen Delegation einen ersten Überblick über die Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr.   (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Auf der Suche nach Denkansätzen besuchte eine indische Delegation des Higher Command Course (HCC) - der vergleichbar mit dem Lehrgang des Generalstabs-/Admiralstabsdienst ist - die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Herausforderungen der Zukunft

In landestypischer Uniform und teils mit imposantem Turban gekleidet, wollten die 17 Teilnehmenden unter Leitung von Generalleutnant Dushyant Singh mehr über die Lehre an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland erfahren. Die Denkfabrik, das German Institute for Defence and Strategic Studies, stand ebenfalls im Fokus. Es ist gleichermaßen an der Führungsakademie der Bundeswehr und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg angesiedelt und forscht zum Thema Sicherheitspolitik und Strategiefähigkeit. Oberstleutnant i.G. Matthias Friedrich vom Ausbildungsprozessmanagement informierte die Gäste über die Lehrgänge und ging zugleich auf die größten Herausforderungen der Zukunft wie Klimawandel, Demografie, Digitalisierung und Globalisierung ein. Zudem erläuterte er das Lehrkonzept „Lebenslanges Lernen“ anhand verschiedener Module, die an der Führungsakademie angeboten werden.

Gäste nutzen die Zeit für den Austausch

Doch nicht nur Vorträge warteten auf die indischen Stabsoffiziere. Schließlich dient die Deutschlandreise der Gäste dazu, Impulse mitzunehmen und Fragen zu stellen. Die Teilnehmenden interessierten sich insbesondere für die Ausbildungsinhalte, die Art und Form der Didaktik sowie Methodik, die an der Führungsakademie angeboten wird. „Mehr Aktivität, weniger zuhören“, ist das Ziel der Führungsakademie. Die Offiziere sollen sich aktiv einbringen und werden somit zum Handeln aufgefordert. Ob sich die Ausbildung der Stabsoffiziere über die Jahre verändert habe und ob sich auch die Persönlichkeit der Lehrgangsteilnehmenden von früher zu heute unterscheidet, fragte ein Teilnehmer in die Runde. Der Direktor Strategie und Fakultäten an der FüAkBw, Brigadegeneral Boris Nannt, bejahte beide Fragen. Die Gesellschaft verändere sich und damit auch das Denken und Handeln der Offiziere. Diese würden heutzutage kritischer hinterfragen und anzweifeln, erklärte er seinen Zuhörern. Zudem beginnen viele Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr nicht direkt nach der Schule, sondern kommen häufig erst, nachdem sie erste Berufserfahrung im zivilen Leben gesammelt haben.

Zusatzinformationen:

Deutschland steht seit vielen Jahren als zuverlässiger Austausch- und Kooperationspartner an der Seite Indiens. Vor allem in den letzten Jahren wurde die Partnerschaft sichtbar ausgebaut. Dies entspricht dem strategischen Ziel der Bundesregierung aus dem Jahr 2015. Die Bundeswehr trägt mit Diskurs und Wissensaustausch in sicherheitspolitischen Themen dazu bei, diesem einen Schritt näherzukommen.

 

Autor: Führungsakademie der Bundeswehr/Jan-Philipp Dombrowski

 

 

 

Dozent springt zum Weltrekord

 

 

Dozent der Führungsakademie der Bundeswehr springt zum Weltrekord

130 Fallschirmspringer bilden Formationen aus 5300 Meter Höhe

 

130 Fallschirmspringer haben aus 5300 Meter Höhe einen Weltrekord aufgestellt. Unter ihnen ist auch Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner, Dozent der Fakultät Landstreitkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr. (Foto: Gary Wainwright)

 

Kurz vor dem Sprung in 5300 Meter Höhe: Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner ist bereit für den Weltrekordversuch. (Foto: Privat)

 

Die Fallschirmspringer haben ab dem Absprung 70 Sekunden Zeit die Formation zu bilden. (Foto: Gary Wainwright)

 

Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner hat sich an der Führungsakademie dem Thema „Spezielle und Spezialoperationen“ verschrieben. (Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann)

 

 

An dieses Erlebnis wird sich Oberstleutnant i.G. Frank Hölzner noch lange erinnern: Zusammen mit 130 Fallschirmspringern aus 26 Nationen stellte der Dozent der Fakultät Landstreitkräfte an der Führungsakademie der Bundeswehr in Kalifornien einen Weltrekord im so genannten „Sequential Großformationsspringen“ auf. Die Teilnehmenden springen dafür aus sechs Flugzeugen und versuchen gemeinsam aus 5300 Meter Höhe, eine Formation zu fliegen.

Ein Sprung, zwei Formationen

Das Besondere in diesem Jahr: Die Springer wollten nicht nur eine, sondern gleich zwei Formationen mit einem Sprung abdecken. Die Schwierigkeit: Sie hatten lediglich 70 Sekunden Zeit dafür und mussten alle Griffe nach der ersten Formation lösen und sich für eine zweite erneut zusammenfinden. Doch davon ließen sich die erfahrenen Springer nicht entmutigen. Fünf Übungssprünge machten die Teilnehmenden, dann waren die Weichen auf Weltrekord gestellt. „Es hat gleich beim ersten Versuch geklappt“, freut sich Oberstleutnant i.G. Hölzner, der vor 32 Jahren zum ersten Mal Fallschirm gesprungen ist. Seine Leidenschaft dafür weckte die Bundeswehr. Denn als er im Jahr 1986 eingezogen wurde, landete er bei den Fallschirmjägern in Wildeshausen. Kurze Zeit später absolvierte er den militärischen Freifalllehrgang. Seither führt der Dozent für „Spezielle und Spezialoperationen“ ungefähr 100 bis 200 Sprünge im Jahr durch, wie er sagt. „Ich komme auf mehr als 4700 Sprünge insgesamt“, erzählt er und ergänzt: „Die durchschnittliche Sprungerfahrung der Teilnehmer des Weltrekordversuches lag bei 5200 Sprüngen.“

Es wird nie langweilig

Doch wie kommt ein Dozent von der Führungsakademie der Bundeswehr nun dazu, bei einem Weltrekordversuch dabei zu sein? Die simple Antwort: In dem er eingeladen wird. Denn nur wer zuvor von den Initiatoren „Sequential Games“ gefragt wird, darf daran teilnehmen. Allerdings müssen die Springer bis dahin ihr Können in kleineren Gruppen beweisen. Haben sie das geschafft, haben sie die Chance, für größere Veranstaltungen eingeladen zu werden. Oberstleutnant Frank Hölzner gehört zu dieser Gruppe, denn es ist bereits sein achter Weltrekord. Doch langweilig wird es nicht, wie er betont. Schließlich steht nie fest, ob alle Springer am besagten Tag in Topform sind und ob der Versuch klappt.

Wie eine Torte

Schon die Vorbereitung verlangt viel ab: Denn die Springer üben in kleineren Gruppen ihre entsprechende Sequenz, um diese dann am Tag des Weltrekordversuches zusammenzufügen. „Das muss man sich wie die einzelnen Sektoren Stücke einer Torte vorstellen: In der Mitte schneidet man einen Kreis heraus. Das ist die Basis, also die Springer, die zuerst aus dem Flugzeug springen. Und dann werden von außen die Tortenstücke, also die Sektoren, herangeschoben. Die Basis ist sozusagen das Zentrum, das angeflogen wird.“ Das Schwierigste dabei: „Man muss abbremsen, auf Level fliegen und zugreifen“, fügt Hölzner hinzu.

Komplett fokussiert

Insgesamt 40 Minuten dauert es, bis die Flugzeuge die Sprunghöhe von 5300 Meter erreicht haben. Diese Zeit nutzen die Springer, um sich zu fokussieren. Jeder kleine Fehler kann nicht nur dafür sorgen, dass der Weltrekordversuch scheitert, sondern auch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. „Man muss 100 Prozent beim Sprung sein. Während des Steigfluges geht man den gesamten Sprungablauf vom Absprung bis zur Landung mehrmals im Kopf durch“, so Oberstleutnant Hölzner.

Nächster Weltrekordversuch in Planung

Ob der Versuch geglückt ist, merken die erfahrenen Springer meist schon in der Luft: „Wenn so eine große Formation fliegt, dann ist die ganz spannungsfrei. In dem Moment merkt man, alle haben Griffe, alle sind auf Level. Man weiß nicht hundertprozentig, ob es geklappt hat, weil man nicht alle 130 Personen sieht, aber man merkt vom Gefühl her, es könnte was geworden sein“, so Hölzner. Kommuniziert wird in der Luft nur über die Augen und die Gestik. Umso größer war die Freude bei den Springern als sie ihre Emotionen nach der Landung freien Lauf lassen konnten – der Weltrekordversuch ist geglückt. Und der nächste ist für Oktober 2020 bereits in Planung: Dann soll der Rekord aus dem Jahr 2014 mit 214 Springern aus einer Nation getoppt werden, sagt Frank Hölzner voller Vorfreude.

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirtschaftsjunioren treffen Offiziere

 

 

Wirtschaftsjunioren treffen Offiziere

 

Mitte Oktober besuchten knapp 70 Wirtschaftsjunioren der Hansestadt die Führungsakademie der Bundeswehr in Blankenese. Sie trafen dabei auf rund 90 Teilnehmende des Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN), der in diesem Herbst seine zweijährige Ausbildung an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr begonnen hat. Die jungen Führungskräfte nutzten das Zusammentreffen zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch.

Bei den Wirtschaftsjunioren der Handelskammer Hamburg engagieren sich rund 130 Führungskräfte und Unternehmer unter dem Motto „Handeln für Hamburg“ für wirtschaftliche und soziale Belange in der Hansestadt. Das Netzwerk junger hanseatischer Führungskräfte existiert bereits seit 40 Jahren. Von den Gästen im Manfred-Wörner-Zentrum in der Clausewitz-Kaserne hatten indes die wenigsten Berührungspunkte mit der Bundeswehr. Zumindest bisher. Umso gespannter lauschten sie den Vorträgen über die Führungsakademie und die Bundeswehr.

Brigadegeneral Holger Neumann, Direktor Ausbildung, begrüßte die jungen Führungskräfte und erklärte Aufbau und Struktur der Führungsakademie. Die Führungsakademie sei eine Ausbildungsstätte, an der Führen, insbesondere militärisches Führen, einen großen Anteil innerhalb der Lehre ausfülle. Auch bei der Bundeswehr gäbe es Chefs, Geschäftsführer oder Abteilungsleiter – nur hätten sie andere Namen. General Neumann wies allerdings darauf hin, dass der Beruf des Soldaten ein besonderer Beruf sei. „Wir dienen unserem Land unter Einsatz von Leib und Leben“, sagte er. Das Konzept der Inneren Führung sei dabei ebenso wichtig wie auch die Aufgabe, die Führungskompetenzen der Nachwuchskräfte stetig zu steigern. Das scharfe Ende des Soldatenberufs erfordere dabei besondere Ansprüche an das Führen von Menschen.

Der kriegstaugliche Stabsoffizier

Die Führungsakademie der Bundeswehr verstehe sich als höhere Managementschule. Gerade die jungen Offiziere im LGAN, -dem zweijährigen Hochwert-Lehrgang, sollen in der Zeit nicht nur den Horizont erweitern sondern auch die Möglichkeit haben, outside the box zu denken. Es folgte ein Vortrag vom Leiter des Dezernats Grundlagen Führungskräfteentwicklung, Oberst i. G. Dirk Bejga, über Fakten zur Führungsakademie. Er erwähnte, dass die Führungsakademie bis zu 3000 Lehrgangsteilnehmer pro Jahr in bis zu 80 Lehrgängen unterrichte. Rund 500 militärische und zivile Gastdozenten ergänzen das Ausbildungsangebot der Akademie jährlich, um das Spitzenpersonal der Bundeswehr aber auch zivile Führungskräfte mit dem Anspruch des „Lebenslangen Lernens“ auszubilden.

Die Ausbildung sei interdisziplinär und eng vernetzt mit anderen Ressorts der Bundesregierung wie dem Auswärtigen Amt oder dem Bundesministerium des Inneren. Am Ende stehe die Ausbildung des kriegstauglichen Stabsoffiziers, den es bestmöglich auf zukünftige Anforderungen und die Herausforderungen im Einsatz vorzubereiten gelte. Oberstleutnant i. G. Bastian Volz von der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften gab in einer Tour d´Horizon einen Überblick über die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland und die Aufgaben der Bundeswehr in Grundbetrieb und Einsatz. Dabei führte er im großen Bogen rund um die weltweiten, sicherheitspolitischen Bedrohungen zu der Bundeswehr als einem wesentlichen Instrument deutscher Sicherheitspolitik.

Praktikum für Offiziere in der Wirtschaft

Die Wirtschaftsjunioren hörten nicht nur gespannt zu, es fiel auch die eine oder andere Frage. Ob denn die Bundeswehr in Bezug auf den Einsatz ihrer Kräfte auch Einfluss auf die Politik habe? Bei der Beantwortung dieser Frage verwies Oberstleutnant i.G. Volz auf den militärischen Ratschlag, der im Verteidigungsministerium formuliert und dann der politischen Leitung vorgelegt werde Insofern habe man die Möglichkeit einzuwirken. Aber die letzte Entscheidung fälle die Politik.

In einem letzten Vortrag stellten Korvettenkapitän Mark Baumert und Major Nadir Attar vom LGAN 2018 das Projekt „Erfahrungsaustausch Führung und Management“ vor, das als Führungspraktikum den Lehrgangsteilnehmenden in Kooperation mit Unternehmen und zivilen Institutionen einen Einblick in strategische Führungs- und Entscheidungsstrukturen der Wirtschaft ermöglichen soll.

„Nach dem großen Erfolg der letzten Jahre wollen wir dieses Projekt um weitere Firmen erweitern. Wir würden uns sehr freuen, wenn die Wirtschaftsjunioren den angehenden Führungskräften unserer Streitkräfte die Gelegenheit zum Einblick in Leitungs- und Entscheidungsebenen Ihres Unternehmens geben würden“, so der Appell des zuständigen Projektoffiziers, Oberstleutnant Kai Prüter, an die anwesenden Wirtschaftsjunioren.

 

Erfahrungsaustausch ohne Berührungsängste

Claudia Arendt von der Volksbank Hamburg empfand den Erfahrungsaustausch als überaus bereichernd: „Wir haben Einblicke in eine Welt erhalten, die uns sonst verschlossen ist. Mich interessiert beispielsweise das Thema agile Führung bei der Bundeswehr. Das geht für mich auf den ersten Blick nicht zusammen. Also wie gestaltet sich das“, fragte sie. Markus Kruse von Euler Hermes Deutschland und vom Kommunikationsteam der Wirtschaftsjunioren sah das ähnlich: „Mich hat beeindruckt, dass die Bundeswehr deutlich moderner ist, als ich sie in Erinnerung hatte und man aus der Presse so wahrnimmt“. Er selbst leistete vor mehreren Jahren den Grundwehrdienst. Auf der anderen Seite zeigten sich auch die Offiziere des LGAN interessiert. Major Bodo Erler freute sich über den Einblick in das moderne Führungsdenken der Wirtschaft. „Das ist sehr interessant und bereichert unser eigenes Selbstverständnis als Streitkräfte im Wandel“, sagte er, bevor er sich wieder Frau Arendt zuwandte und das Thema agiles Führen vertiefte. Insgesamt waren gerade die Gespräch im Anschluss anregend. Berührungsängste gab es keine.

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Victoria Eicker

 

Sportlich, informativ und gesundheitsbewusst

 

 

Video: Soldatinnen und Soldaten messen sich an der Führungsakademie

 

 

Ob Fallschirmziehen, Fitness und Fußball spielen: Beim Tag des Gesundheitsbewusstseins sind Soldatinnen und Soldaten sowie Mitarbeitende der Führungsakademie der Bundeswehr in verschiedenen Teamsport- und Einzelwettbewerben gegeneinander angetreten. Sie erweiterten ihr Wissen bei verschiedenen Vorträgen wie „Leistungsfähigkeit und Vitamin D“, „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ oder „Psychische Belastungen am Arbeitsplatz“ und lernten bei einer Führung durch die Clausewitz-Kaserne mehr über die Bedeutung von Kräutern und ihre Wirkung kennen. Zudem warteten ein Rückenschmerzsimulator, ein Wirbelsäulenscreening und eine Typisierungsaktion auf die Teilnehmenden. Klingt spannend? Mehr Eindrücke gibt’s im folgenden Video.
   

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Marie Kellermann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Nähkästchen geplaudert

 

 

Aus dem Nähkästchen geplaudert

 

Die Leitung der Führungsakademie der Bundeswehr begrüßt den neuen LGAN.(Foto:Führungsakademie der Bundeswehr/ Lene Bartel )

 

General de Maiziere (1964) – Der ehemaliger Kommandeur der Führungsakademie Formulierte diese Forderungen an die Offiziere im Generalstab. (Foto:Führungsakademie der Bundeswehr/ Lene Bartel)

 

Den Lehrgangsteilnehmenden des LGAN stehen zwei herausfordernde Jahre bevor.(Foto:Führungsakademie der Bundeswehr/ Lene Bartel)

 

 

 

 

 

Es kommt nur äußerst selten vor, dass für ein und dieselbe Veranstaltung die komplette Führungsriege der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) gleichzeitig vertreten ist. Damit unterstrichen der Kommandeur, Generalmajor Oliver Kohl und die beiden Direktoren welchen hohen Stellenwert die Begrüßung des neuen Jahrganges des General- /Admiralstabdienstes National (LGAN) für sie hat.

Kommandeur beglückwünscht Teilnehmende zu ihrem Mut

Nachdem die Generale auf dem Podium des großen Hörsaales im Manfred Wörner Zentrum Platz genommen hatten, kehrte Stille ein und die insgesamt 107 Lehrgangsteilnehmenden, darunter zwölf Frauen, fragten sich höchstwahrscheinlich, was da in den nächsten Minuten auf sie zukommen würde. An diesem Tag jedoch hieß der Kommandeur der FüAkBw die Anwesenden willkommen und beglückwünschte alle Teilnehmenden zu ihrem Mut, sich den Herausforderungen dieses zweijährigen und international hoch anerkannten Führungslehrgangs zu stellen.

Generale stellen ihre eigenen Lebensläufe vor

Um darzustellen, wie unterschiedlich Karrieren verlaufen können, gingen die Generale gleich zu Beginn der Veranstaltung auf ihre eigenen Lebensläufe ein. Sie sprachen locker und offen über ihre bereits absolvierten Stationen. Dabei ließen sie auch keinen Zweifel daran, dass dieser Lehrgang eine abwechslungsreiche und spannende Zeit werden wird. Gleichzeitig sei die Zeit keinesfalls mit einem Zuckerschlecken zu vergleichen. „Es ist die Eintrittskarte für äußerst spannende Verwendungen mit sehr großen Einfluss und Gestaltungsmöglichkeiten. Genießen Sie die Zeit an der Führungsakademie, alles ist hier möglich“, so General Kohl. Er sprach auch darüber, dass sich Lehrgangsteilnehmende und Mitarbeitende auf dem Campus stets auf Augenhöhe begegnen und hier auch kontroverse Meinungen geäußert werden können - sofern dies in angemessener Form geschehe.

Was künftige Generalstabsoffiziere mitbringen sollten

Wie er sich einen künftigen Generalstabsoffizier vorstellt, darüber gab der Kommandeur ebenfalls Auskunft. Bei seiner Benennung der wichtigsten Eigenschaften bezog sich General Kohl auf eine Aufzählung, die der ehemalige Kommandeur der Führungsakademie, General de Maiziere, bereits 1964 zu Papier gebracht hatte: „Auf Grundlage der charakterlichen Lauterkeit, solider Fachkenntnisse und einer guten Allgemeinbildung (…)“, forderte dieser schon damals „(…) Verständnis und Herz für die Truppe, ohne der oft notwendigen Härte der Entscheidung auszuweichen.“ General Kohl verwies darauf, dass Erwartungen jederzeit im Flur vor seinem Büro nachgelesen werden können und ergänzte zudem noch den Begriff der „Kriegstauglichkeit“. Damit ist gemeint, dass „egal was sie machen und tun, alles direkte und indirekte Auswirkungen auf die Truppe hat und sich immer gefragt werden sollte, was bedeutet das für die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte?“

„Mut zum Diskurs“

Anschließend fügte der Kommandeur noch einen letzten und wichtigen Aspekt, gerade auch in Hinblick auf die Weiterentwicklung der Bundeswehr hinzu: „Mut zum Diskurs“ sei in jüngster Vergangenheit zum neuen Leitspruch einer modernen Führungsakademie geworden.

Auch der stellvertretende Kommandeur der Führungsakademie und zugleich Direktor Strategie und Fakultäten, Brigadegeneral Boris Nannt, gab den Lehrgangsteilnehmenden einige praktische Ratschläge mit auf den Weg: „Nehmen Sie die Dinge einfach so wie sie sind (...), beobachten Sie, seien Sie kritisch und fordern Sie uns (…)“. General Nannt ist davon überzeugt, dass die Lehrgangsteilnehmenden „hier eine hervorragende Ausbildung und das Rüstzeug um verschiedenste Methoden und modernste Verfahren bei der Problemlösung anwenden zu können“ vermittelt bekommen.

Die Bundeswehr voranbringen

Der Direktor Ausbildung, Brigadegeneral Holger Neumann, ist für die Durchführung und die Ausbildungsinhalte des LGAN verantwortlich und damit erster Ansprechpartner für alle Belange der hochwertigsten militärischen Ausbildung bei der Bundeswehr. General Neumann sprach von Motivation in Bezug auf Führungsanspruch und Gestaltungswillen, von Auffassungsgabe und Weitblick, von Mut, Neugier und Vorbildfunktion, die er voraussetzt und von Integrations- und Reflexionsfähigkeit, die er erwarte. Rückblickend auf seine eigene Ausbildung fasste er seine Zeit während dieses Lehrganges wie folgt zusammen: „Zwei Jahre, in denen man sich auf sich selbst konzentrieren kann, selbst seines eigenen Glückes Schmied ist. Neue Wege gehen und sich den Grenzen der Komfortzone nähern kann.“ Er forderte die Lehrgangsteilnehmenden auf, die Bundeswehr mit dem hier Erlernten voranzubringen. 

Die Generale stimmten abschließend darin überein, dass abseits jeder Karriereplanung, den individuellen Eigenschaften und der persönlichen Leistungsfähigkeit der einzelnen Lehrgangsteilnehmenden auch eine ganze Portion Glück nötig ist, um vielleicht irgendwann einen der rund 200 Spitzendienstposten in der Dienstgradgruppe der Generale begleiten zu dürfen.

 

 

Autor: Führungsakademie der Bundeswehr/Claus Rosenbusch

 

 

Fünf Akademien – ein Ziel

 

Fünf Akademien – ein Ziel

 

Jedes Jahr im Oktober findet eine Arbeitsgruppen- und Steuerungsgruppensitzung der C5 statt (Erklärung der Redaktion: C5 steht für die Führungsakademien in Spanien, Italien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland). Diesmal waren die Vertreter zu Gast an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Neben dem Treffen im Oktober findet auch einmal jährlich eine Kommandeurssitzung statt. Auch diesmal standen unter anderem wieder die gemeinsame Übung CJEX sowie Wege für eine engere Kooperation auf der Agenda. Die Redaktion sprach dazu mit Oberst d.G. Michael Exeli. Er ist Dozent an der Fakultät Einsatz, CIR, SKB und leitet regelmäßig die Übung.

 

Foto:Oberst Michael Exeli im Gespräch mit der Redaktion Fotografin Lene Bartel

 

Herr Oberst d.G. Exeli, zunächst einmal: Was haben wir uns unter dem C5-Treffen vorzustellen?

Wir arbeiten schon seit mehreren Jahren eng mit unseren Partnerakademien in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien zusammen. Wir führen beispielsweise jährlich die multinationale und streitkräftegemeinsame Hochwertübung CJEX für unsere General- und Admiralstabslehrgänge durch. Aber das ist nur ein Punkt. Es gibt mehrere Treffen im Jahr, um die gemeinsame Übung zu koordinieren, aber auch um andere Felder der Kooperation zu identifizieren und auszubauen. Gleichzeitig halten wir uns so auf dem Laufenden, was die jeweils anderen Akademien auf der Agenda haben und planen.

Können Sie kurz skizzieren was CJEX ist?

Das ist eine Übung während unseres zweijährigen Lehrgangs für Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN), die wir gemeinsam mit unseren Partnerakademien in Großbritannien, Spanien und Italien durchführen. Frankreich ist ja leider seit letztem Jahr nicht mehr bei dieser Übung dabei. CJEX bringt den Teilnehmenden multinationale Zusammenarbeit nahe aber auch den streitkräfteübergreifenden Einsatz von Truppen in einer Krisensituation. Das Besondere ist, dass Delegationen der befreundeten Akademien die Führungsakademie besuchen und auch wir Delegationen zu den drei verbleibenden Partnerakademien schicken. Von unserem LGAN werden nächstes Jahr rund 25 Offiziere pro Delegation in eine der Partnerakademien versendet. Insgesamt sind dann etwa 75 unserer Lehrgangsteilnehmenden unterwegs. Aus den Partnerakademien kommen rund 45 Offiziere zu uns, außerdem 15 Amerikaner und kleinere Delegationen aus Ungarn, Polen und Bulgarien, um hier an der CJEX mitzuwirken. Darüber hinaus erwarten wir einen Besuch vom Baltic Defense College. Das Baltic Defense College wir wahrscheinlich zukünftig auch an der Übung teilnehmen.

Was haben Sie im Oktober genau zu CJEX besprochen?

Nächstes Jahr findet die Übung von 4. bis 14. Mai statt. Ganz wichtig ist uns dabei – wie schon erwähnt – der multinationale Ansatz. Das Szenario der Übung passen wir jedes Jahr ein bisschen an. Im Oktober legen wir auch immer die Termine für die Übungen in den darauffolgenden Jahren fest. So haben wir beispielweise den Termin für 2021 bestätigt und für 2022 festgelegt. Außerdem haben wir noch Termine vereinbart, um die Details für die nächstjährige CJEX zu besprechen. Allerdings war CJEX nur einer der Punkte, über den wir gesprochen haben.

Worüber haben Sie noch gesprochen?

Bei diesen Treffen geht es auch immer darum, wie wir noch enger kooperieren können. Das betrifft insbesondere die Ausbildung und Lehre – denn hier können wir gegenseitig voneinander profitieren. Im Bereich unseres hochwertigsten Lehrgangs, des LGAN, besteht seit mehreren Jahren die Kooperation für den Bereich multinationale Zusammenarbeit und Streitkräfteeinsatz mit der Übung CJEX. Es gibt aber weitere Bereiche wie zum Beispiel Sicherheitspolitik, internationale Partner oder die Projektarbeiten der Lehrgangsteilnehmenden des LGAN, in denen wir uns künftig enger austauschen könnten.

Gibt es da eine konkrete Vorstellung?

Einerseits werden wir gemeinsame Interessen in der Ausbildung betrachten. Dazu werden wir gemeinsam alle Lernpläne der Akademien genau analysieren und daraus Zusammenarbeitsfelder ableiten. Vorstellbar wäre auch eine Art kleiner „Denkmuskel“, den wir gemeinsam implementieren und der die zukünftigen Herausforderungen unter anderem für die operative Führung bearbeitet und daraus Ableitungen für die Lehre trifft. Es geht hier insbesondere um die inhaltliche Weiterentwicklung der Ausbildung. Es gibt viele künftige Herausforderungen, mit denen sich alle Akademien im Rahmen ihrer Ausbildung und Lehre auseinandersetzen müssen. Sei dies nun die Implementierung von Künstlicher Intelligenz, Automatisierung, Robotik, moderne Waffensysteme oder Ähnliches. Aber auch Fragen wie beispielsweise, welche Veränderungen in künftigen Konfliktfeldern und in der Kriegsführung durch die komplexe Zunahme hybrider Bedrohungen anstehen? Wie geht man mit der neuen Dimension Cyber um? Oder wie entwickelt sich die europäische Zusammenarbeit der Streitkräfte vor dem Hintergrund der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik auf europäischer Ebene? Wie sie sehen, gibt es genug zu tun.

Wie gehen Sie jetzt weiter vor?

Wir werden bereits Ende November einen weiteren Workshop auf Arbeitsgruppenebene durchführen. Dort wollen wir die Kooperationsfelder, ohne uns vorerst irgendwelche Schranken zu setzen, definieren. Es steht nur eine Frage im Mittelpunkt: In welchen Bereichen könnten wird enger kooperieren.  Danach werden wir einen Rahmenvertrag erarbeiten, der sowohl bereits bestehende Kooperationen wie CJEX aber auch neue Kooperationen regelt. Im kommenden Jahr im Sommer soll der Rahmenvertrag dann zur Kommandeurssitzung vorgelegt werden. Wir wollen uns damit inhaltlich zukunftsorientiert aufstellen und die Ausbildungsziele gemeinsam angleichen, um noch besser zusammen zu arbeiten.

 

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Victoria Eicker

 

 

 

 

 

 

Militärdekan von Schubert verabschiedet

 

 

Ein tapferer Seemann segelt los und vertraut

 

Militärdekan Hartwig von Schubert verabschiedet sich in den Ruhestand. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Natürlich wurde auch bei diesem Gottesdienst gemeinsam gesungen. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

Er wird die Nachfolge vom Militärdekan Hartwig von Schubert antreten: Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler (rechts). (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich war es ein ganz normaler Gottesdienst: Es wurde gemeinsam gesungen, gesprochen und gelesen. So wie sonst auch immer, wenn Militärdekan Dr. Hartwig von Schubert zum Gebet in den Kirchsaal der Führungsakademie der Bundeswehr eingeladen hat. Doch dieses Mal war eines anders: Der 65-Jährige hielt seine letzte Andacht und verabschiedete sich in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler.

Vielfältige Stationen

„Ich freue mich über jeden, der hier ist. Ich bin dankbar und stolz für die 15 Jahre, die ich hier verbringen konnte“, sagt Dr. Hartwig von Schubert, der seine ersten Erfahrungen 1972 bei der Bundesmarine sammelte. Dort fasste er den Entschluss, Evangelische Theologie in Göttingen, Tübingen und Heidelberg zu studieren. Bevor ihn sein Weg dann allerdings an die höchste militärische Ausbildungsstätte der Bundeswehr verschlagen hat, war er unter anderem fünf Jahre als Gemeindepastor in Hamburg St.-Georg tätig, arbeitete fünf Jahre als wissen-schaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg, war zehn Jahre im Vorstand des Diakonischen Werks Hamburg und zwei Jahre in der Evangelische Akademie Nordelbien beschäftigt. Im Jahr 2004 nahm er seinen Dienst als Seelsorger und Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr auf. Er beschäftigte sich hier mit den Themen Politische und Militärische Ethik. Auch einen fünfmonatigen Auslandseinsatz in Afghanistan hat er als Militärdekan begleitet.

Von der Reise zu Gott

In seinem letzten Gottesdienst spricht von Schubert von der Reise zu Gott und wie wichtig es ist, sich auf diesem Weg mitzuteilen. Dazu greift er das Bild eines tapferen Seemannes auf, der lossegelt und vertraut. „Es hat sich gelohnt, dass ich Theologe geworden bin. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt. Ich kann nur junge Menschen ermutigen, diesen Weg zu gehen“, so von Schubert bevor er die Anwesenden zum Empfang einlädt. Bei diesem dankte ihm unter anderem der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, für sein Wirken. Er habe ihn als einen Menschen kennengelernt, der sachlich argumentiert und sich für die Akademie eingesetzt hat. Er war ein Mann des Wortes, so Generalmajor Kohl weiter. Der wissenschaftliche Direktor der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften, Prof. Dr. Volker Stümke, gab Anekdoten zum Besten. Er erzählte, wie sich Offiziere um den Militärdekan stritten, damit er in ihren Lehrgang kommt. Es zeige, wie beliebt von Schubert war. „Du redest Klartext. Du redest die Sprache der Soldaten und du gehst auf sie ein“, so Stümke und beendet seine Rede mit den Worten: „Es ist schade, dass du jetzt gehst.“

Staffelstab übergeben

Den Staffelstab hat Dr. Hartwig von Schubert nun an seinen Nachfolger Militärpfarrer Andreas-Christian Tübler übergeben. Doch bevor von Schubert nun in seinen Ruhestand verschwindet, wollte er den Anwesenden bei seiner Verabschiedung noch eines mit auf dem Weg geben:  „Wer mich googelt, findet mich. Mit dem treffe ich mich auch gerne auf einen Kaffee. Ich habe jetzt schließlich Zeit.“

 

Autorin: Führungsakademie der Bundeswehr/Sophie Düsing

 

 

 

 

Englischer Militärattaché im Interview

 

Britischer Militärattaché blickt auf seine Zeit an der Führungsakademie zurück

 

Er erinnert sich gern an seine Zeit an der Führungsakademie der Bundeswehr zurück: Brigadegeneral Rob Rider, Militärattaché an der Botschaft des Vereinigten Königreiches Großbritannien. (Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/ Victoria Eicker) 

 

Brigadegeneral Rob Rider, Militärattaché an der Botschaft des Vereinigten Königreiches Großbritannien, war im Jahr 1996 Teilnehmer des nationalen Lehrganges Generalstabs-/Admiralstabsdienstes an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Wie es ihm an der höchsten militärischen Ausbildungsstätte in Deutschland gefallen hat und welche Erinnerungen er mit dieser Zeit verbindet, hat er im Interview verraten.

Herr Brigadegeneral Rider, wann haben Sie den Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) besucht?

Rider: Ich war von 1996 bis 1998 an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Das war der LGAN 39 Heer. Damals war es hauptsächlich ein teilstreitkräftespezifischer Lehrgang.

 

Sie haben damals die Ehrenurkunde General von Clausewitz gewonnen?

Rider: Ja, das stimmt. Ich habe diesen Preis für meine Lehrgangsarbeit zum Thema „Norddeutschlands langes Kriegsende“ erhalten. Kurz gesagt, war es eine soziale, militärische und politische Analyse des Dritten Reichs. Das passte zu meinem Studium in den 1980er Jahren. Ich habe deutsche, russische und französische Geschichte an der Universität von Cambridge studiert.

Sie waren nicht nur Mitte der 1990er Jahre in Hamburg, richtig?

Rider: Das ist korrekt. Ich war von 2002 bis 2004 als Verbindungsoffizier noch ein weiteres Mal an der Führungsakademie in Hamburg. Allerdings wurde ich in dieser Zeit in den Irak abkommandiert – das war von Januar bis Mai 2003. Daher wurde ich danach auch als Dozent am Zentrum für gemeinsame Operationen eingesetzt, schließlich war der Irakkrieg eine gemeinsame Operation mit den Amerikanern. Ich kam mit einer Menge Einsatzerfahrungen – insbesondere auf strategischer Ebene – zurück.

Wie sind Sie an die Führungsakademie gekommen?

Rider: Damals konnte man sich entscheiden, ob man eine Generalstabsausbildung in England machen möchte oder im Ausland. Ich wollte unbedingt nach Deutschland, denn die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg hatte einen sehr guten Ruf und ich wollte meine Sprachkenntnisse verbessern. Heutzutage müssen unsere Soldaten, die als junge Offiziere an die Führungsakademie kommen, allerdings auch noch den englischen Generalstabslehrgang in Shrivenham machen – allerdings später in ihrer Laufbahn.

Konnten Sie bereits Deutsch, als Sie nach Hamburg kamen?

Rider: Mein Deutsch habe ich auf der britischen Sprachenschule in Mönchengladbach gelernt. Wir hatten damals noch einen großen Standort dort. Zudem ist meine Frau aus Iserlohn, das hat mir auch immer geholfen.

Wie war für Sie die Zeit in Hamburg?

Rider: Es ist erst einmal grundsätzlich ein Geschenk, zwei Jahre am Stück nur lernen zu dürfen. Ich hatte eine großartige Zeit mit meinen Kameraden damals. Wir sind viel gereist. Aber am meisten freute ich mich darüber, dass man thematisch in die Tiefe gehen konnte. Die Deutschen haben eine gute Lehre. Ich habe viel über die Geschichte gelernt, aber man kann auch viel über Prozesse in der NATO lernen. Was ich hier insbesondere gelernt habe, ist, operativ zu denken. Denn das war total anders als das britische System damals – und heute auch.

Und was hat Ihnen noch gefallen?

Rider: Ehrlich gesagt, war es eine sehr schöne Zeit. Ich hatte einen geregelten Arbeitstag. Meine Familie war mit dabei. Meine Tochter ist damals in Hamburg geboren – sie ist ein echtes Hamburger Deern, heute 22 Jahre alt. Außerdem waren die Reisen fantastisch. Insbesondere die nach Amerika. Dort hat man einen sehr guten Einblick in Strategie und strategisches Denken bekommen – da sind die Amerikaner einfach weiter als die Europäer.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit Ihres Lehrgangs?

Rider: Sehr, sehr gute. Ich hatte sehr engagierte Kameraden. Sie waren im Übrigen alle sehr gute Analysten und Stabsarbeiter. Mit einem sehr klassischen Verständnis darüber, wie man Stabsarbeit und Führung zusammenbindet. In Deutschland geht alles in die Tiefe, das ist nicht oberflächlich. Das finde ich großartig. Wovon ich heute noch zehre – und das liegt sicher daran, dass ich sehr oft in Deutschland eingesetzt wurde – sind die guten Kontakte, die ich während meiner Einsätze hier schmieden konnte.

Warum sind Kontakte für Sie so wichtig?

Rider: Salopp formuliert: Wenn es mal irgendwo brennt, dann kann ich immer jemanden anrufen, um herauszufinden, was Sache ist. Man kann so auch schneller Missverständnisse vermeiden – zumindest öfter mal.

Hat Ihnen der Besuch des LGAN auch beruflich etwas gebracht?

Rider: Seit 1983 wurde ich immer wieder in Deutschland eingesetzt. Deshalb, ja, ich gelte als Experte für Deutschland. Und ich bleibe ja auch noch bis Sommer 2020 als Verteidigungsattaché in Berlin.

Wie fanden Sie denn den Lehrgang?

Rider: Das war nicht immer einfach für mich. Es ist ein sehr deutsches System, in Lehre und Methode. Wir ausländischen Teilnehmer müssen uns da auch immer integrieren. Man braucht auch eine gewisse Gelassenheit – es geht ja darum, eine Sprache und eine Kultur zu verstehen.

Was meinen Sie damit?

Rider: Am Anfang habe ich versucht, ein bisschen zu Deutsch zu werden, ich wollte in allem perfekt sein, in der Sprache und im Unterricht, alles gleichzeitig. Man vergisst dabei, dass man als Brite aber auch etwas mitbringt – beispielsweise hatten wir Briten damals schon sehr viel Einsatzerfahrung. Ich war 1989 in Irland, 1991 und 1992 in Belize an der Grenze zu Guatemala und 1994 bis 1995 in Bosnien im Einsatz. Dann wird man auch wieder lockerer. Man kann sich da sehr unter Druck setzen. Alleine schon die Sprache ist eine Barriere, man wird in den komplexen Themen keine perfekten Sätze formulieren.

Haben Sie etwas für sich mitgenommen?

Rider: Ich habe gelernt, nach Perfektionismus zu streben, ohne perfekt sein zu müssen. In Hamburg habe ich versucht, ein bisschen lockerer zu werden und wurde wieder ein bisschen englischer. Dann konnte ich auch bessere Arbeit leisten. Die Sprache ist ein wichtiger Schlüssel in die Kultur und damit auch der Schlüssel zur Integration. Das war für mich 1996 bis 1998 die Herausforderung.

Danach ging es zurück nach England?

Rider: Ja. Und das war auch erst gar nicht so einfach. Ich musste mich dann erstmal in England wieder integrieren. Da fehlte mir dann plötzlich die Fachkenntnis. In den ersten Monaten habe ich 90 bis 100 Stunden gearbeitet, um das wieder aufzuholen, aber man integriert sich schnell – sink or swim, adapt to survive!

 

 Autorin: Victoria Eicker

 

Die Führungsakademie als Denkfabrik

 

 

Die Führungsakademie als Denkfabrik

 

Anfang September fand die 53. Sicherheitspolitische Informationstagung der Clausewitz-Gesellschaft an der Führungsakademie der Bundeswehr statt. Thema war die Stärkung der Resilienz und der nationalen Führungsfähigkeit im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung. Damit knüpfte die Tagung thematisch an die durch den Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabdienst National (LGAN) 2017 Ende August in Berlin veranstaltete Ergebnispräsentation an. Und tatsächlich fanden sich auch Lehrgangsteilnehmer auf einem der Panels wieder.   

(Foto: Führungsakademie der Bundeswehr/Lene Bartel)

 

 

 

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Frei im Geist, Fest im Entschluss

 

 

Frei im Geist, Fest im Entschluss

 

Es ist Ende September. Zwei Jahre Lehrgang liegen hinter den 95 Offizieren, die sich ein letztes Mal im Manfred-Wörner-Zentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg zusammenfinden. Es liegt eine Zeit reicher Erfahrungen, enger Kameradschaft und bereichernder Erlebnisse hinter ihnen. Das hat sie zusammengeschweißt – für ein ganzes Soldatenleben. Der Lehrgang Generalsstabs-/Admiralstabsdienst National 2017 wurde mit einem Festakt verabschiedet

Musikalisch eingeleitet wurde der Festakt in Hamburg Blankenese mit dem Pilgerchor aus Richard Wagners Tannhäuser. 2017 begann der Lehrgang für Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN 2017). Heute sitzen die jungen Offiziere in Hamburg Blankenese und blicken auf eine ereignisreiche Zeit zurück. Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, verglich den zwei Jahre dauernden Lehrgang in seiner Ansprache mit einer Pilgerfahrt. „Sie begannen die Reise vor zwei Jahren hier und wussten nicht, was sie erwartet und wie es am Ziel sein würde – ähnlich wie bei einer Pilgerreise.“

Und ähnlich wie bei einer Pilgerreise sei man auch mit einer veränderten Persönlichkeit am Ziel angekommen. Zahlreiche Reisen in NATO- und EU-Staaten, sowie der Besuch anderer Streitkräfte und wichtiger Bundeswehrstandorte liegen hinter den 95 Frauen und Männern. Zahlreiche Übungen haben sie gemeinsam absolviert, von der taktisch-operativen über die operative bis hin zur strategischen Ebene. Die Übungen vollzogen die Lehrgangsteilnehmenden zunächst in ihrer eigenen Teilstreitkraft – also in Heer, Marine oder Luftwaffe – im weiteren Lehrgangsverlauf dann gemeinsam in der Übungsreihe Joint Endeavour. Ergänzend wurde die Übung CJEX, einer Übung gemeinsam mit den Partnerakademien in England, Italien und Spanien auch in international besetzen Stäben gemeinsam ausbildet. Das Planspiel Cerasia, als ressortübergreifende Übung gemeinsam mit Vertretern aus dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung runden die Ausbildung ab.

Erster Lehrgang mit Verzahnung zur Denkfabrik

Im Verlauf des LGAN 2017 gab es verschiedene maßgebliche Veränderungen an der Führungsakademie. So eröffnete im Juni 2018 die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das „German Institute for Defence and Strategic Studies“ (GIDS). Das GIDS ist die neue Denkfabrik der Bundeswehr, die sich unter anderem durch das militärische Fachwissen an der Führungsakademie der Bundeswehr speist. Eine wesentliche Veränderung betraf die Studienphase, die nun lehrgangsbegleitend erfolgt und nicht mehr nur drei Monate am Ende der zwei Jahre betrifft. Das Thema der Studienphase wird durch den Generalsinspekteur der Bundeswehr vorgegeben und dann intensiv unter wissenschaftlichen Aspekten untersucht.

Der LGAN 2017 bekam vom Generalinspekteur der Bundeswehr General Eberhard Zorn vor knapp zwei Jahren das Thema: „Nationale Führungsorganisation im Rahmen von Landes- und Bündnisverteidigung“. Dazu legte Zorn den jungen Offizieren ein weißes Blatt Papier auf den Tisch. „Denken Sie frei und ohne Grenzen“ – das war seine Vorgabe. Der LGAN 2017 hat mir seinen Ergebnissen der Studienphase einen wichtigen Beitrag als Teil der Denkfabrik Führungsakademie leisten können und durch ihre Zuarbeit einen weiteren Schritt bei der Etablierung des GIDS, die nun die weitere Bearbeitung übernommen hat, mitgestaltet.

Der Lehrgangsleiter, Oberst i.G. Lars Gehlhaar, resümierte vor seinen Lehrgangsteilnehmenden: „Sie haben das entgegengebrachte Vertrauen und die eingeräumten Freiräume perfekt genutzt. Mit gelebter Kameradschaft, gegenseitigem Respekt und einer perfekten Balance“. Er betonte die offenen und mutigen Diskussionen und hob die gezeigte geistige Freiheit und den gezeigten Mut zum Diskurs hervor. „Bleiben Sie  ganz nach Ihrem Lehrgangsmotto frei im Geist und fest im Entschluss“; gab er seinen 95 Offizieren aus 15 Nationen mit auf den Weg. Zu dem Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National werden auch immer Soldatinnen und Soldaten aus EU- und NATO-Staaten sowie gegebenenfalls aus der Schweiz eingeladen.

Und die Bestpreise gingen an …

Beim Festakt an der Führungsakademie bekam nicht nur jeder Teilnehmende vom Generalinspekteur persönlich seine Lehrgangsurkunde überreicht. Einige Offiziere wurden zusätzlich wegen besonderer Leistungen ausgezeichnet. Für herausragende Lehrgangsarbeiten erhielten die Majore Anja Blümel und Elisabeth Frank die Ehrenmedaille General von Clausewitz. Über die Ehrenurkunde General von Clausewitz freute sich der Schweizer Oberstleutnant i.Gst. Beat Stettler. Den Zukunftspreis der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. erhielt der Wissenschaftliche Oberrat Rolf Baasch. Von den Lehrgangsteilnehmenden wurde Major Stefan Alves Kraus als „Primus Inter Pares“ ausgezeichnet. Damit würdigten sie seine Besonnenheit, seinen messerscharfen Verstand und seinen angenehmen Charakter. Schließlich wurde der Dr.-Manfred-Wörner-Preis für den besten internationalen Lehrgangsteilnehmer durch den Kommandeur der Führungsakademie und den Generalinspekteur an den Dänen Major Christian Dalum übergeben. Ebenfalls überreichten die beiden Kommandeure den General-Heusinger-Preis an Major Frank Obermeyer. Er hatte sich durch besondere Haltung und Leistung ausgezeichnet.

Bei der festlichen Abschlussfeier fand General Zorn lobende Worte für den Lehrgang: „Während der Ergebnispräsentation haben Sie schlüssige und saubere Vorschläge gemacht und mutig vorgetragen“, sagte er. Nun werden diese Ergebnisse diskutiert und ausgewertet. Er legte den jungen Offizieren für die Zukunft eine faktenreiche Recherche und klare Sprache ans Herz. „Seien Sie wahrhaftig und denken Sie bei Ihren Vorlagen immer auch an die Auswirkungen auf die Truppe“, sagte er.

 

Autorin: Victoria Eicker

 

„Großfamilie LGAI“ erkundet Hamburg

 

„Großfamilie LGAI“ erkundet Hamburg

 

Die LGAI-Großfamilie des Jahrgangs 2019 ist in Hamburg angekommen. (Führungsakademie der Bundeswehr/Michael Gundelach)

 

Auch die Kinder hatten sichtlich Spaß bei der Veranstaltung. (Führungsakademie der Bundeswehr/Dirk Jordan)

 

Ein gelungener Abschluss des Familientages: Bei einem Grillfest tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Erlebnisse aus. (Führungsakademie der Bundeswehr/Dirk Jordan)

 

Dieser Ausflug ist weit mehr als eine Stadtrundfahrt. Es ist eine Veranstaltung, die 163 Teilnehmende des internationalen General- und Admiralstabsdienstes (LGAI) und ihre Familien näherzusammenbringen möchte: Die Führungsakademie der Bundeswehr lädt einmal im Jahr zum Familientag ein, damit sich die Lehrgangsteilnehmenden, die sich zum ersten Mal beim Bundessprachenamt gesehen haben, noch besser kennenlernen können. Ganz nebenbei erkunden sie bei dieser Veranstaltung zusammen die neue Umgebung. So lernen sie unter anderem, dass eines der berühmtesten Wahrzeichen – der Hamburger Elbtunnel - vor genau 108 Jahren eröffnet wurde.

Lokale Anekdoten und viele Sehenswürdigkeiten

Sichtlich gut gelaunt ging es für die „Großfamilie LGAI“ in Richtung Hamburger Innenstadt. Von vier Tour-Guides erfuhren die Teilnehmenden etwas über die Geschichte der Stadt, hörten lokale Anekdoten und sahen vom Bus aus einige Hamburger Sehenswürdigkeiten.Die zweistündige Tour führte sie über die Elbchaussee, vorbei am Fischmarkt, über die Reeperbahn, am Rathaus, am Michel, an der Binnen- wie Außenalster vorbei, durch die Speicherstadt bis hin zur Überseebrücke. Denn dort wartete schon der nächste Programmpunkt auf die Gäste: eine Fahrt mit dem Schiff MS Hammonia. Eine Stunde ging es für die „Großfamilie LGAI“ durch den Hamburger Hafen, vorbei an den bekannten großen Werften, dem Theater im Hafen sowie der Elbphilharmonie bis hinunter auf die Höhe von Blankenese.

Gemeinsam Lachen und Spaß haben

Zurück an der Führungsakademie bildete das Grillfest am Abend den gelungenen Abschluss dieses ereignisreichen Tages. Delikat bereichert wurde das Speiseangebot durch zahlreiche internationale Gerichte aus Pakistan, Mexiko, Indonesien und China, die durch die Lehrgangsteilnehmenden und ihre Familien bereitgestellt wurden. Während sich die Erwachsenen angeregt unterhielten, eroberten die 51 teilnehmenden Kinder bis in die späten Abendstunden die bereitgestellte Hüpfburg. Sie bewiesen eindrucksvoll, dass es keiner gemeinsamen Sprache oder eines gleichen Alters bedarf, um gemeinsam Spaß zu haben und gemeinsam Lachen zu können.

 

 

 Autor:  Sebastian Kirleis

 

 

 

 

 

 

 

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Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“