Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

Reise in die Neue und doch so altvertraute Welt

Autor: Andreas Beckmann; Fotos: Torsten Näther

Hamburg, 18.07.2018

Gruppenbild vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C.

Vortrag in der Deutschen Botschaft in Washington D.C.

Lehrgangsteilnehmer im UN-Sicherheitsrat

 Gruppenbild vor der P-8A Poseidon 

 

Es war eine lange Reise mit vielen Etappen, die auf dem Programm standen. Die Reiseroute umfasste Stationen in Washington D.C, New York, Jacksonville, Tampa und endete schließlich in Miami. Sie wollen wissen, wer sich aufgemacht hat, die Neue Welt kennenzulernen?

13 Tage lang bereiste der Lehrgang Generalstabsdienst/Admiralstabsdienst National 2017 (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAkBw) die Städte und Stätten in den Vereinigten Staaten und absolvierte dabei ein dicht bepacktes Programm. Dabei wurde sie bis New York vom stellvertretenden Akademiekommandeur, Flottillenadmiral Karsten Schneider, und für den weiteren Verlauf durch Generalmajor a.D. Rainer Fiegle begleitet.

Ziel der traditionellen Reise zum nordamerikanischen Verbündeten, die jeder LGAN auf dem Programm hat, ist es, den sicherheitspolitischen Blick zu weiten. Dieses Ziel sollte auch für den 14. streitkräftegemeinsamen Lehrgangs gelten. Streitkräftegemeinsam, weil der Lehrgang sich aus Teilnehmern aller Teilstreitkräfte und Organisationseinheiten der Bundeswehr zusammensetzt.

Mit vielen deutschen und amerikanischen Persönlichkeiten wurden die Kontakte gesucht, um in den Dialog einzutreten. So konnten aus erster Hand Informationen gewonnen werden, die für jeden persönlich zum Nutzen waren. Es war ein schöner Effekt, dass das in der Ausbildung dem Lehrgang vermittelte theoretische Wissen durch die praktische Erfahrung ergänzt werden konnte. Es bleibt bei den vielen Reisenden eine Fülle an politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Eindrücken von Land und Leuten. Davon kann ein langes Berufsleben gezehrt werden. Der besondere Fokus lag auf dem Bereich der Sicherheitspolitik.

Washington D.C. und New York zum Auftakt

In der Hauptstadt besuchte der Lehrgang zuerst die Deutsche Botschaft. Dort erfolgte eine Einordnung der derzeitigen sicherheitspolitischen Lage aus deutscher Sicht. An der National Defense University (NDU) nutzten die angehenden Admiral- und Generalstabsoffiziere die Gelegenheit, um in ausgiebigen Diskussionsrunden mit Vertretern des Verteidigungsministeriums, mit Journalisten, sowie mit Lehrenden und Studierenden der NDU ihre Standpunkte austauschen. Auf Themen rund um die Digitalisierung, Automatisierung und Robotik lag ein Augenmerk. Diese Technologien, die einen großen Einfluss auf die Wirtschaft und auf das Militär haben, wurden in den Zusammenhang mit dem Phänomen „Deglobalisierung“ gestellt. Eine Führung durch das Capitol-Building und der Besuch mehrerer Think Tanks rundeten das Programm in der Hauptstadt ab. In New York waren die Ständige Vertretung Deutschlands und die Vereinten Nationen der Dreh- und Angelpunkt. Die Generalversammlung und den Sicherheitsrat einmal „live“ zu sehen, war ein ganz besonderes Erlebnis. Den Abschluss in New York bildete der Besuch des Ground Zero und des 9/11 Memorials.

Die US NAVY in Jacksonville im Fokus

Zu Beginn der zweiten Reisewoche wurde die Mayport Naval Base in Jacksonville besucht. Im Heimathafen der vierten US Flotte hatten die Lehrgangsteilnehmer die Chance den Lenkwaffenzerstörer der Arleigh-Burke-Klasse „USS The Sullivans“ zu besichtigen. Im anschließenden Briefing nutzte der Befehlshaber der Fourth Fleet, Rear Admiral Sean Buck, die Gelegenheit, um die Aufträge und Herausforderungen im Einsatzraum des US Southern Command aufzuzeigen. Weitere Highlights waren die Besichtigung der neuen Aufklärungsdrohne MQ-4C Triton und eines P-8A Poseidon Seefernaufklärungsflugzeugs auf der US Naval Airbase.

Höhere US Kommandobehörden in Tampa

Im US Central Command (USCENTCOM) auf der McDill Air Force Base in Tampa gab der Leiter des Deutschen Verbindungskommando USCENTCOM, Brigadegeneral Schoy, einen ausführlichen Überblick über die deutsche Einbindung. Nachfolgend trug Lieutenant General Charles Brown, Deputy Commander USCENTCOM, zum Thema „Leadership“ vor. Seine Hauptbotschaft an die Lehrgangsteilnehmer lautete: „Articulate risk! And articulate the risk if you don`t act!“ Der kanadische General Major Millner referierte zum Thema „Coalitions“ aus Sicht eines J5 Deptuy Directors. Aus seiner Sicht kommt es zukünftig deutlich auf aktuelle und zukünftige Koalitionen an. Ein interessanter Werksbesuch bei einer F35 Produktionsstätte des Unternehmens Lockheed Martin rundete den Besuch des Lehrgangs in Tampa ab.

Südamerika und Küstenwache zum Abschluss

In Miami war es Frau Generalkonsulin Annette Klein, die den Lehrgang in die Besonderheiten Floridas einschließlich seiner deutschstämmigen Verbindungen eingewiesen hat. Sie legte dabei ein Augenmerk auf die aktuelle politische, ökologische sowie auf gesellschaftliche Situation in Florida und den USA. Die Ausbildungsreise fand ihren Abschluss durch einen Vortrag von Vertretern des US Southern Command sowie einen Besuch bei der US Coast Guard. Dabei wurde der Blick auf Südamerika und die Karibik gelenkt und Herausforderungen angesprochen, die im europäischen Denken weniger im Fokus stehen: zum Beispiel der weltweite Drogenhandel und die politische Situation in den südamerikanischen Staaten.

Gegenseitiges Verständnis

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die vielen Diskussionen und Gespräche des Besuchs das gegenseitige Verständnis und Vertrauen gefördert haben. Das bisher auf dem Lehrgang erworbene theoretische Wissen wurde durch einen Blick über den transatlantischen Tellerrand hinaus vertieft. Eine sehr gut durchgeplante Organisation und das hohe Engagement der Gastgeber bildeten dabei das Fundament des Erfolgs der Reise. Die dargebotene Hochwertigkeit der Vorträge und das Sammeln von Erfahrungen aus erster Hand machen die USA-Reise auch künftig zu einem wichtigen Ausbildungsabschnitt des Lehrgangs. Der nächste LGAN freut sich auf die Reise.

 

 

 

 

 

Aktuelles

Ohne Abschied kein Wiedersehen

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Michael Gundelach

Hamburg, 10.07.2018

Brigadegeneral Kohl bei der Verabschiedung des LGAI

Landestypische Trachten

Blechbläserquintett des Marineorchesters Hamburg

Der argentinischen Inspekteur des Heeres, Generalmajor Claudio Pasqualini

Oberstleutnant Boniface A.R. Zanga Zambo aus Kamerun

Dr. Martin Willich übergibt den Scharnhorst-Preis Major Majid Jan

 

 

 

 

 

 

Die 72 Absolventen des 56. internationalen Generalstabs- und Admiralstabslehrgangs (LGAI) sind nach einjähriger Lehrzeit in einer feierlichen Abschlussveranstaltung von der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) verabschiedet worden. Zwei Jahre haben die Offiziere aus 45 verschiedenen Nationen - darunter 17 Deutsche – in Deutschland verbracht, erst ein Jahr gemeinsam deutsch am Bundessprachenamt in Hürth gelernt, anschließend die Schulbank in Hamburg gedrückt. Dabei befand sich unter den Absolventen in dem diesjährigen LGAI eine Soldatin.

Gemeinsam stark

Brigadegeneral Oliver Kohl, Kommandeur der Führungsakademie, verabschiedet die bunte Truppe mit persönlichen Worten. Er zollte ihnen Respekt für das Engagement und die hervorragende Leistung, die Generalstabsausbildung in einer fremden Sprache zu durchlaufen. „Sie alle haben sich hier verdient gemacht und diesen Lehrgang mitgestaltet. Ich persönlich war dabei sehr beeindruckt, wie sie in einer neuen Sprache so kritische Fragen stellen konnten. Dieses haben Sie bei Besuchen von wichtigen Institutionen in Brüssel und Wien, wie beispielsweise bei der UN oder OSZE, für mich sehr eindrucksvoll bewiesen.“ Das Ziel, das Handwerkzeug der Generalstabsausbildung zu erreichen, wo Kritikfähigkeit, Konsensfähigkeit und Konfliktfähigkeit neben der Militärpolitik mit dazu gehören, sieht er als erfüllt an. Er unterstrich dabei auch, dass die Absolventen Teil eines riesen ALUMNI-Netzwerkes sind. „Das ist für Sie, rund um die Welt, ein Mehrwert über den LGAI hinaus“, sagte der General vor den noch Lehrgangsteilnehmern.

Großartige Unterstützung

Viele Familien sind mitgekommen, Verteidigungsattachés sind aus Berlin angereist, Freunde und Wegbegleiter der Lehrgangsabsolventen tummeln sich im Manfred-Wörner-Zentrum, teilweise sogar in landestypischen Trachten. Die 250 Gäste umrankten die stolzen Offiziere bei ihren Feierlichkeiten, das Blechbläserquintett des Marineorchesters Hamburg sorgt mit stimmungsvollen Stücken wie „California Dreamin‘ “ für eine schöne Atmosphäre. Alle denken noch einmal an die anstrengenden und herausfordernden, aber auch sehr schönen letzten Monate zurück.

Festredner von der anderen Seite des Globus

Oliver Kohl übergibt das Wort an den argentinischen Inspekteur des Heeres, Generalmajor Claudio Pasqualini. Er ist eigens aus Argentinien angereist, um die Festrede zu halten. Eingeladen wurde der ehemalige Absolvent der FüAk bereits sehr viel früher, als er noch Heeresdivisionskommandeur war. Inzwischen ist er seit Januar im neuen Amt und freut sich umso mehr, die jetzigen Absolventen zu verabschieden. Das liegt 17 Jahre nach seiner eigenen Abschlussrede als Lehrgangssprecher. Auch für ihn ist ein Kern der LGAI-Ausbildung die Verknüpfung im Netzwerk untereinander, in der Bekanntschaften und Freundschaften entstehen. „Bleiben Sie bitte in Kontakt untereinander. Es ist ein unbezahlbarer Schatz für Sie“, legte er den Absolventen an Herz. Laut Pasqualini trägt gerade diese vertrauensbildende Maßnahme zum Verständnis untereinander bei und dient dem Frieden.“ Inzwischen ist es gute Tradition, einen LGAI-Absolventen zur Verabschiedung einzuladen, um den Teilnehmern lebhaft vor Augen zu führen, was ein ehemaliger Lehrgangsteilnehmer erreichen kann. Es soll auch Motivation sein, selbst immer das Höchstmögliche anzustreben.

Wehmut und Zukunftsappell

Oberstleutnant Boniface A.R. Zanga Zambo aus Kamerun hält anschließend als Lehrgangssprecher eine Rede. Unabhängig von seinen Vorrednern zieht auch er für sich und seine Lehrgangskameraden ein ähnliches Fazit nach den zwei Jahren in Deutschland. „Gerade dieser Lehrgang in Hamburg hat uns gezeigt, dass Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen friedlich zusammenleben können. Wir haben eine bessere Verständigung miteinander, die zu einer besseren Welt und gegenseitiger Akzeptanz führt. In unseren Herzen bleibt daher die lebendige Erinnerung an die Freundschaften“, so der Oberstleuntant. Für ihn sei aber auch das Erlernen einer gemeinsamen Sprache ein Geschenk gewesen. So konnte er auch die Zeit an der Führungsakademie erst richtig geniessen, wie er betonte.

Preis und Witz

Dr. Martin Willich, Vorsitzender des Freundeskreises LGAI an der FüAk, schaffte es im Anschluss in seiner Rede, einen der Lehrgangsabsolventen richtig zu überraschen. Bewegt zeigt sich Major Majid Jan aus Pakistan, als er erfährt, dass er den Scharnhorst-Preis für überragende gezeigte Leistungen erhält. Willich betont, „es geht bei dem Preis darum, dass der Offizier eine hervorragende Gesamtpersönlichkeit ist“. Neben seinen fünf Sprachen hat Jan laut Willich unter anderem durch seine Höflichkeit und Differenziertheit sowie seinen spitzen Humor überzeugt. Ironisch fügte Willich in der Laudatio auf Jan an: „Sie, Major Jan, haben einmal die Frage in den Raum gestellt, warum die Deutschen denn Kreativität bräuchten, sie hätten doch Regeln und Vorschriften“, bevor er Jan das Buchgeschenk „Die Deutschen und ihre Mythen“ von Herfried Münkler überreichte.

Lange Geschichte

Der LGAI hat an der Führungsakademie eine über 50jährige Tradition: Seit dieser Zeit wurden bislang Offiziere aus insgesamt 120 Nationen zum Generalstabs- und Admiralstabsoffizier ausgebildet. Sie werden auf operativer und taktischer Ebene im gesamten Aufgabenspektrum der Streitkräfte geschult und nehmen besonders persönliche Eindrücke einer Parlamentsarmee, des Leitbilds vom Staatsbürger in Uniform, des Führens mit Auftrag und des Konzepts der Inneren Führung in ihren persönlichen Erfahrungsschatz auf. Neben dieser militärischen Ausbildung erhalten die Lehrgangsteilnehmer zusätzlich eine Vielzahl kultureller, politischer und wirtschaftlicher Einblicke in die deutsche Gesellschaft. Unterstützt werden sie dabei von einem Drittel deutscher Lehrgangsteilnehmer. Für alle Absolventen stehen nun die nächsten herausfordernden Aufgaben im Heimatland an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ausstellungseröffnung an der FüAk "Die Finnische Jägerbewegung 1914-1918"

Autor: FüAkBw; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 13.07.2018

Die Ausstellung umfasst zehn Ausstellungstafeln sowie ein Filmabschnitt

Der Bürgermeister vom Stadt Kauhava, Herr Markku Lumio, begrüßt die Teilnehmer

Die Zuhörer des Vortrags sammelten sich im Hörsaal 4

 

 

Eine Ausstellung zur finnischen Jägerbewegung wurde Ende Juni an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) unter der Teilnahme von mehr als 40 Gästen eröffnet.

Die Wanderausstellung zum 100. Jahrestag der Rückkehr der finnischen Jäger ist seit letztem Dezember bereits an drei Orten in Norddeutschland zu sehen gewesen. Demnächst wird diese Ausstellung vom 27. Juni bis zum 11. Juli 2018 an der FüAkBw im Gebäude 9 (Henning-von-Tresckow-Gebäude) der Clausewitz-Kaserne präsentiert werden.

Erstellt wurde die Ausstellung vom Finnischen Jägermuseum mit freundlicher Unterstützung des Regionalverbandes Süd-Ostbottnien. Diese Wanderausstellung in Deutschland ist maßgeblich dem Engagement des Vereins für Kultur und Geschichte von Hohenlockstedt zu verdanken.

Vortrag zur Geschichte der finnischen Jäger

Nach dem einleitenden Grußwort des finnischen Lehrgangsteilnehmers des Lehrgangs Generalstabsdienstoffiziere/Admiralstabsdienstoffiziere National 2016 (LGAN) an der FüAkBw,  Korvettenkapitän Pekka Snellman, sowie des Lehrgangsleiters, Oberst Henning Weeke, wurden die Gäste durch den Ehrengast, Herr Markku Lumio, Bürgermeister der Stadt Kauhava in Finnland, in die große Bedeutung eingeführt, welche die Jägerbewegung in Finnland noch heute genießt.

Im Anschluss an seinen Vortrag führte die Leiterin des Finnischen Jägermuseums, Frau Hanna Rieck-Takala, näher in diesen besonderen Teil der finnischen Geschichte ein. So wurden weitere Einblicke in diesem bedeutenden Abschnitt deutsch-finnischer Militärkooperation geboten.

Vor einhundert Jahren, mitten im ersten Weltkrieg, wurden in der  Zeit von 1915–1918 nahezu zweitausend finnische Freiwillige im Lockstedter Lager, dem heutigen nördlich von Hamburg gelegenen Hohenlockstedt, militärisch ausgebildet. Im Mai 1916 wurde mit ihnen das Königlich-Preußische Jägerbataillon 27 aufgestellt. Im Februar 1918 kehrten die Jäger nach Finnland zurück und bildeten später die Basis der finnischen Armee. Die finnischen Jäger haben damit einen bedeutenden Anteil an der Bewahrung der finnischen Unabhängigkeit in drei Kriegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beschleunigen im Führungsprozess- Herausforderung durch....

Beschleunigen im Führungsprozess- Herausforderung durch Bedrohungen

Autor: Christof Schulz; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 09.07.2018

Einsatz der verbundenen Kräfte

Die Analysephase ist in vollem Gang

Luftunterstzüng am deutschen Beispiel

Gute Vorarbeit ist alles

 

Das Militärische Nachrichtenwesen (MilNW) ist vor Herausforderungen gestellt. Neue Bedrohungen tangieren den Führungsprozess der Landstreitkräfte. Ob und wie dieser Denk- und Abstimmungsprozess beschleunigt werden kann, damit beschäftigt sich das Modul „Militärisches Nachrichtenwesen in Landoperationen“  an der Führungsakademie der Bundeswehr.

Mit welchen Methoden kann das gegnerische Handeln analysiert werden, wenn dessen Vorgehen und Denken stärker von den eigenen Einsatzgrundsätzen abweichen? Wie behalten wir einen Kenntnisvorsprung, wenn das militärische Vorgehen des anderen nicht unbedingt auf der Hand liegt? Wie vereinbart man erforderliche Tiefe der Operationsplanung mit der Forderung des Führungsprozesses der Landstreitkräfte mit dem Ziel, möglichst schnell zu einem stringenten Entschluss zu gelangen? Das Modul „Militärisches Nachrichtenwesen in Landoperationen“ findet Antworten auf diese Fragen und eröffnet neue inhaltliche und ablauforganisatorische Aspekte im Führungsprozess.

Bunte Mischung aus Erfahrungen

Mehr als 20 Teilnehmer aus dem Militärischen Nachrichtenwesen beschäftigen sich im Seminar „Militärisches Nachrichtenwesen in Landoperationen“ mit diesen spannenden Fragen. Von Soldaten der 10. Panzerdivision, des I. Deutsch-niederländischem Korps, aus verschiedenen Bereichen des Systems Militärisches Nachrichtenwesens bis hin zu Reservedienstleistenden waren Experten mit einer höchst unterschiedlichen Erfahrungsbandbreite beim zuletzt durchgeführten Seminars anwesend. Die Diskussionen waren äußerst lebhaft, es gab einen regen Gedankenaustausch und nicht zuletzt sorgte der Lehrgang dafür, alle Teilnehmer auf einen gemeinsamen Wissenstand zu bringen - den sie selbst wiederum in ihren eigenen Bereich als Multiplikator mitnehmen konnten.

„Neue Bedrohung“ - Herausforderung bei der Analyse

Bereits bekannte Verfahren bildeten die Analysegrundlage, um das theoretische und praktische Vorwissen zu vertiefen und in konkreten Beispielen und Lagen auf „neue Bedrohungen“ im Führungsprozess der Landstreitkräfte auf Ebene einer Division anzuwenden. Konkret bedeutet dieses, dass ein möglicher Gegner auf zwei Arten ungewöhnlich agiert: Zum einen wendet er sogenannte Bataillonskampfgruppen an, das heißt er agiert in (relativ) kleinen Kampfgruppen mit mehreren hundert Soldaten. Diese Bataillonskampfgruppe ist jedoch zum Einsatz von verbundenen Kräften, also den Einsatz unterschiedlicher Truppengattungen und Teilstreitkräfte, befähigt und verfügt daher unter anderem über eigene Kampfunterstützungselemente wie z.B. Artillerie sowie eigene Aufklärungskräfte, eine verstärkte logistische Befähigung und eine Anbindung an ein sogenanntes Sensor-to-Shooter-System der übergeordneten Armee. Das entspricht nicht unseren üblichen Einsatzgrundsätzen, die die Autarkie erst auf Brigadeebene vorsehen. Zum anderen verfügt der Gegner aber auch über Kräfte des klassischen Durchbruchs in der Division-, Brigade- bzw. Regimentsgliederung. Flankiert werden die Operationen des Gegners durch hybride Aktivitäten im holistischen Spektrum, einem ganzheitlichen Ansatz, der weit über eine rein militärische Bedrohungen hinausgeht. Ein derart eigenständiger Gegner erfordert flexibel agierende eigene Kräfte und insbesondere eine Flexibilität im Denken im Führungsprozess, um ihn erfolgreich abzuwehren.

 


Konsequenzen für das Militärische Nachrichtenwesen

Die Rolle des Militärischen Nachrichtenwesens und der Aufklärung wird noch bedeutsamer. Ein derartiger Gegner erfordert eine sehr detaillierte Analyse. Diese wie auch die jeweiligen Teilbeiträge des Militärischen Nachrichtenwesens in den einzelnen Phasen des Führungsprozesses dürfen diesen bei Zeitdruck dennoch nicht verlangsamen. Hier muss lageabhängig geprüft werden, was zwingend im Führungsprozess zu berücksichtigen und welche Teile parallel zum Planungsauftrag durch die Zelle MilNW der jeweiligen Ebene bearbeitet werden kann.

Ziel erreicht

Das Ziel der Modulausbildung wurde für den Dozenten an der FüAkBw erreicht. Es ging darum,  ein gemeinsames Grundverständnis für die Thematik des Gefechts der verbundenen Kräfte in Bataillonskampfgruppen und Durchbruchskräften einschließlich der Anwendung der bekannten Analyse- und Aufklärungsverfahren des Militärischen Nachrichtenwesens zu schaffen. Möglichkeiten der Straffung des Prozesses wurden diskutiert und angeboten. Die Modulteilnehmer wurden bedarfsorientiert für ihre Funktionsbereiche mit dem Blick in die Zukunft und insbesondere für ihren Einsatz in den Planungszellen im Einsatz und auf Übungen geschult.

 

Strategie – eine Betrachtung „outside the box“

Autor: Christoph Weigmann ; Fotos: Michael Gundelach

Hamburg, 05.07.2018

 


Brigadegeneral Oliver Kohl bei der Begrüßungsrede


Kommandeur Brigadegeneral Oliver Kohl, Oberst Boris Nannt, Professor Dr. Matthias Rogg und Professor Dr. Burkhard Meißner (v.l.n.r.)


Professor Dr. Burkhard Meißener, Vorstand GIDS


Generalintendant Wilfried Schulz


Das erste Panel: Teilnehmer in der Diskussion Moderator Jörn Thießen, Professor Dr. Klaus Beckmann, Monsignore Klaus Pfeffer, Wilfried Schulz (v.l.n.r.)


Teilnehmer Panel 2 in der Diskussion: Dr. Michael Vesper und Christian Toetzke (v.l.n.r.)


Das Panel 2 Moderator Hajo Seppelt, Staatsrat Christoph Holstein, Dr. Michael Vesper, Christian Toetzke


Lars Wichert, Goldmedailliengewinner


Das Panel 3: Moderatorin Ulrike Heckmann, Professor Dr. Klaus Töpfer, Harry Assenmacher, Professor Dr. Stefan Bayer

Mit Spannung erwartet wurde die erste Tagung „Strategie – outside the box“ der Denkfabrik an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Wie jüngst mehrfach berichtet, hat diese Tagung im Vorfeld der offiziellen Gründung des German Institute für Defence and Strategic Studies (GIDS) am 29. Juni 2018 stattgefunden. In dieser Tagung wurde der erste wissenschaftliche Impuls des GIDS gesetzt.

Was ist Strategie?

Welche Bedeutung hat Strategie in den verschiedenen Bereichen von Politik, Gesellschaft und Kultur? Welchen Einfluss hat Strategie auf Entscheidungsprozesse? Wie wird Strategie rationalisiert, operationalisiert und kommuniziert? Und was kann die Bundeswehr daraus lernen? Mit diesen Fragen befassten sich 10 Expertinnen und Experten auf den Panels und rund 150 Tagungsbesucherinnen und Besucher beim offiziellen wissenschaftlichen Auftakt des neuen GIDS. In drei Panals wurden Strategien und deren Wirkungen thematisiert, die Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen, aus Kirche, Politik, Gesellschaft, Sport, Wirtschaft und Militär zur Diskussion stellten.

Auftakt durch Kommandeur

Herzlich begrüßt wurden die Gäste durch den Kommandeur der Führungsakademie, Brigadegeneral Oliver Kohl. Die Führungsakademie ist zusammen mit der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr (HSU) einer der beiden Kooperationspartner und Träger des GIDS. Die heutige Tagung findet dabei unter der Leitung der FüAk statt. Dafür wurde die Gründungsurkunde für das GIDS am Samstag an der HSU durch die Bundesministerin für Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen, unterzeichnet werden.

Leiter GIDS eröffnet

Die beiden Leiter des GIDS, Oberst Professor Dr. Matthias Rogg (FüAkBw) und Professor Dr. Burkhard Meißner (Netzwerk Internationale Konfliktanalysen an der HSU), leiteten thematisch in die Tagung ein. Dabei machte Oberst Professor Rogg die Zielsetzung des GIDS noch einmal deutlich. „Der Auftrag der Ministerin war klar formuliert: Beim GIDS geht es um strategische Beratung. Doch inhaltlich musste der Auftrag mit Leben gefüllt werden.“ Und er führte aus, dass es bei der inhaltlichen Aufstellung der Forschunfgsfelder des GIDS zunächst um eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Begriff „Strategie“ ging. Die Vorgabe lag im Weißbuch. „Doch in welchem Bereich müssen wir vom GIDS die strategische Beratung komlementär ergänzen?“, so fragte Rogg weiter. Die Antwort wird in der arbeit des GIDS in sechs Forschungsfeldern liegen.

Das Amt des Strategen

Professor Meissner führte dann in den Begriff der Strategie ein und zeigte die Entwicklung der Bedeutung des Begriffs des Strategen von den Perserkriegen bis zur heutigen Zeit auf. Wurde in der Antike vom Strategen neben der Beratung bei den Operationen auch die rechnerische exakte Planung und Abrechnung einer Heerführung verstanden , so entwickelte sich der Stratege nach und nach zu einem Amtsträger. „Zu allen Zeiten galt jedoch, dass Strategie sowohl der Sachlogik als auch der Kreativität folgt. Beides wird erwartet“, so Meißner in seinen Ausführungen. Strategie ist heute eine Wissenschaft geworden, interdisziplinär verstanden und Teil der Politik. Diese Tagung sollte  -so die beiden Vorstände weiter – helfen, für etwas Ordnung bei dem „schillernden“ Begriff zu sorgen. „Und wer strategisch beraten will, muss andere Strategien kennen.“ Darum ging es in dieser Tagung.
Im ersten Panel stand das Thema Institution und Strategie im Vordergrund. Unter der Moderation von Direktor Jörn Thießen wurden die Erfahrungen von Generalvikar Monsignore Klaus Pfeffer vom Bistum Essen, Wilfired Schulz, Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses und Professor Dr. Klaus Beckmann, Präsident der HSU, in einem anregenden Gespräch zu einem lebhaften Austausch gebracht.

Erfahrungen im Bistum Essen

Es war spannend zu hören, wie das Bistum Essen als eines der ärmsten Bistümer Deutschlands strategisch den Umbau der Diözese vorgenommen hat, nachdem ein Rückgang der Gläubigen, sinkende Kirchensteuereinnahmen, Immobiliensanierungen und weitere Gründe ein „Weiter so“ nicht mehr zugelassen haben. „Über die Notwendigkeit einer Strategie wurde in der Kirche lange nicht nachgedacht. Dass die katholische Kirche bestand, war einfach eine Selbstverständlichkeit. Man wurde in das katholische Milieu hinein geboren und dort sozialisiert.“ So der Generalvikar. Seit den 68er Jahren hat sich dieses verändert, wie Pfeffer sagte, „Heute haben die Kirchen oftmals noch nicht begriffen, dass die Menschen frei geworden sind im Denken und Entscheiden. Sie schließen sich einem Weg nur noch aus Überzeugung an“, Auf die Entwicklung war das Bistum nicht vorbereitet. „Strategisch geht es in Essen um die Frage: Wo wollen wir hin angesichts von Pluralität und Vielfalt?“

Das Theater hat die Aufgabe der Politik übernommen

Aus einer ganz anderen Perspektive wurde das strategische Vorgehen in der Theaterwelt verdeutlicht. Mit Wilfried Schulz war ein Intendant Gast an der FüAk, der in seinem beruflichen Werdegang bereits mehrere Staatstheater und Theater zu einer wirtschaftlich und kulturell bedeutsamen Institution gemacht hat. Mit der Übernahme des Staatstheaters Düsseldorf im Jahr 2016 übernahm er ein Ensemble ohne Theater, denn mit seinem Vertragsbeginn wurde sein Haus erst einmal für mehrere Jahre durch Umbauarbeiten gesperrt. Für Schulz geht es strategisch um die Frage „Wie können wir unseren Beitrag ( der Beitrag der Theater, Anm. d. Autors) dazu leisten, dass der Besuch des Theaters wieder selbstverständlicher Teil des Lebens wird“. Und weiter führte er aus: „Heute geniert sich auch ein Vorstandsmitglied nicht zu sagen, dass er seit dreißig Jahren kein Theater mehr besucht habe. Dabei ist das Theater „der Raum, in dem die gesellschaftlichen Probleme diskutiert werden, denn das Theater habe die Aufgabe der Politik übernommen, sich mit den Problemen der Menschen auseinanderzusetzen“, so Schulz. Es geht Schulz dabei um die Frage, dass die Gesellschaft sich wieder der Frage stellt, wie ein Miteinander, ein gemeinsames Leben aussehen könnte: „Wie wollen wir leben?“ Um diese Frage geht es Schulz. Strategisch zu erreichen, dass das Theater „wieder den Muskel stark macht für die Empathie der Menschen, denn der Verlust der Empathie führt zur Auflösung der Gesellschaft“. Zur Strategie eines Theaters gehört es daher auch dafür Sorge tragen zu können, Differenzen aushalten zu lernen“.
Konkret arbeitet Schulz an der Strategie, den Ruf des Schauspielhauses aufzubauen durch die Aufführung an unterschiedlichsten Orten.

Strategie in Uni

Professor Klaus Beckmann hatte strategische Fragestellungen anderer Art zu beantworten. Mit seinem Amtsantritt galt es, den Verwaltungsbau der Universität zu reorganisieren und die Universität vorzubereiten, in das Exzellenzcluster der deutschen Universitätswelt aufzusteigen. Die wesentliche strategische Aufgabe verdeutlicht sich in dem Leitbild einer Universität. Hier geht es um die Frage „Wer wollen wir sein?“ Wenn sich darüber Klarheit verschafft worden ist, dann ist die Ressourceneinteilung in einer Hochschulwelt, die immer von knappen Ressourcen gekennzeichnet ist, die wesentliche strategische Leistung, um den Ziel näher zu kommen.

Sport und Strategie?

In dem zweiten Panel standen Strategien im Sport im Mittelpunkt der Diskussion. Mit Dr. Michael Vesper, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Sportbundes (DOSB) und Präsidenten des deutschen Galoppsportverbandes, wurden strategische Anforderungen von einem Sportfunktionär definiert, um in Deutschland Spitzensport zu etablieren. Insbesondere ging es ihm darum, den deutschen Galoppsport wieder im Spitzensport zu positionieren. Nach Vesper verlangt die Strategie drei Voraussetzungen: Der Sport muss interessant sein für ein großes Publikum. Es müssten Geschichten erzählbar sein und endlich muss die Sportart, um die es geht, das Lebensgefühl einer Generation widerspiegeln.
Die Anforderungen aus dem Bereich Sport wurden ergänzt und beleuchtet aufgrund der fachlichen Expertise von Staatsrat Christoph Holstein, Staatsrat im Senat der Freien und Hansestadt Hamburg. Er zeichnet verantwortlich für das Konzept „Active City“ und damit für die Strategie, die erforderlich war, um aus einer gescheiterten Olympiabewerbung ein nachhaltiges Sportkonzept für die Zukunft für Hamburg aufzubauen.
Der Geschäftsführer von Upsolut Sport, der Erfinder der Cyclassics in Hamburg, Christian Toetzke, erklärte das strategische Konzept und erläuterte seine Erfahrungen der Öffentlichkeit, wie Spitzen- und Breitensport miteinander erfolgreich verknüpft werden können. Er veranschaulichte dieses deutlich an dem neuen Projekt, das Thema „Fitness“ als Breitensport populär zu machen. Es war unter der Moderation vom Experten für Drogen im Sport, Hajo Seppelt, ein rundes Panel, das das Thema breit gefächert verdeutlicht hat.

Diese Diskussion wurde nicht zuletzt durch Beiträge befruchtet, die Lars Wichert, Sportsoldat der Bundeswehr und Goldmedailliengewinner im Deutschland-Achter und im Doppel-Vierer, passend aus dem Publikum eingeworfen hat.

Nachhaltigkeit und Strategie

Wie gelingt es, Strategien so aufzustellen, dass ihre Wirkungen nachhaltig bleiben, war das Thema des dritten Panels, das von der NDR-Moderatorin Ulrike Heckmann moderiert worden ist. In ihrer Runde unterhielten sich Harry Assenmacher, Geschäftsführer der Forest Finance Service GmbH, ein Anbieter für nachhaltige Finanzprodukte mit dem ehemaligen Exekutivdirektor des Umweltprogramms, sowie Umweltspezialist Professor Dr. Klaus Töpfer. Mit Professor Stefan Bayer, einem Experten für Klimawandel an der FüAkBw, wurden anschließend nachhaltige Strategien in einem weiten Licht dargestellt.
Von der Position waren sich beide, Professor Toepfer und Herr Assenmacher, sehr nahe. Während es Professor Töpfer nach einer Strategie fragte, „ob Friedenspolitik ein Aufrüstungspotential bedingt oder ein Abrüstungspotential mit Blick auf eine Verteilung der Güter“, so geht es Assenmacher darum, „in den Regionen den Familien eine Perspektive zu geben. Dieses sei gegeben, wenn eine Familie ein Haus bauen könnte und sein Geld verdienen kann. Durch Arbeit zur Sicherung der Existenz beizutragen, ist der größte Beitrag zu Perspektive und Frieden“, so Assenmacher. So sei es seine Vision, an einem weltwieten Bauernhof mitzuarbeiten.
Professor Bayer war es, der auf die Bedeutung von Trade-offs hinwies. Nach Bayer kommt es sehr darauf an, „dass alle externen Kosten in einer volkswirtschaftlichen Rechnung berücksichtigt werden müssen.“ Das gilt beispielsweise auch dabei, die Kosten durch Waldverlust zu beziffern, nur weil die denkbare Aufforstungsfläche für andere Investitionen genutzt werden.
Das Thema „Nachhaltigkeit“, dessen Gedanke der Forstwirtschaft entstammt, wurde unter den Panelteilnehmern lebhaft diskutiert.

Ausblick auf das GIDS

Oberst Professor Rogg und Professor Meißner verabschiedeten die Gäste dieses an Eindrücken und Informationen reichen Tages. „Strategischer Diskurs ist notwendig. Die Maßstäbe hierzu sind Phantasie, Geduld und Humor.“ Das GIDS hat einen würdigen Auftakt gefunden.
Strategie, so war es ein Fazit aus einem der Panels, „hat immer etwas mit Auswahl zu tun. Strategie hat etwas mit Vermittlung zu tun. Und Strategie hat etwas mit der genauen Kenntnis des Umfeldes zu tun.“, so Meißner in seinen Abschlussworten. Und an die Bundeswehr gab es von Seiten der Panelisten einen Appell: Es gilt ein sachliches Verhältnis der Gesellschaft zur Bundeswehr zu definieren. Es gilt jedoch auch, ein sachliches Verhältnis der Bundeswehr zur Gesellschaft zu finden. Die Sachlichkeit in dem Prozeß sei jedoch oftmals nicht zu erkennen. Um hierauf eine Antwort zu geben, bedarf es eines Loslassens des Heute. Dieses „Loslassen“  ist immer ein Teil der Strategie, denn diese verlangt Abstraktion.“
Auf die offizielle Gründung, sowie die Rede der Ministerin wurde mit Spannung verwiesen. GIDS – willkommen in der Welt, Mut zum Diskurs!

Weitere Informationen zum GIDS Hamburg.

 

 

 

 

GIDS ist Denkfabrik der Zukunft

Autor: Jörg Fleischer ; Fotos: Jonas Weber/ Michael Gundelach

Hamburg, 02.07.2018

 


 Die Ministerin eröffnet das GIDS


Unterzeichnung der Gründungsurkunde


Professor Dr. Klaus Beckmann (HSU) bei der Begrüßung


Professor Dr. Klaus Beckmann, Verteidigungsministerin Dr Ursula von der Leyen und Brigadegeneral Oliver Kohl (v.l.n.r.)


Das neue Fachbuch „Militär, Strategie und Forschung wird an die Ministerin übergeben

 

GIDS ist Denkfabrik der Zukunft

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am Samstag das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS) in Hamburg eröffnet. Das GIDS bündele militärfachliche Expertise und wissenschaftliche Exzellenz in einer Denkfabrik für die Bundeswehr der Zukunft. „Im Zentrum der Arbeiten des GIDS steht immer der Beitrag zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr – fachlich versiert und praxisorientiert“, so die Ministerin.

Unterzeichnung der Gründungsurkunde

Sie unterzeichnete bei einer Festveranstaltung vor mehr als 120 geladenen Gästen an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU), der Universität der Bundeswehr in Hamburg, die Gründungsurkunde des GIDS. Von der Leyen signierte das Dokument im Thomas-Ellwein-Saal der HSU gemeinsam mit dem Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAk), Brigadegeneral Oliver Kohl, und dem Präsidenten der HSU, Professor Dr. Klaus Beckmann. Die GIDS-Gründung fand im Rahmen des „open campus“, des Tages der offenen Tür an der HSU statt.

Schallmauer durchbrochen

Der Präsident der HSU, Prof. Dr. Klaus Beckmann, hob die Bedeutung der GIDS-Gründung hervor. Lange sei darauf hingearbeitet worden. Nun, da das Ziel endlich erreicht sei, komme die Eröffnung des GIDS dem Durchbruch der Schallmauer gleich. Auf dem Feld der Strategieberatung stoße die Bundeswehr mit dem GIDS in eine wissenschaftliche Lücke vor, so Beckmann. Dazu leisteten HSU und FüAk beide ihren wertvollen Beitrag.

Der Auftrag lautete: Profil schärfen

Das neue Institut ist auf Initiative der Ministerin gegründet worden. Sie hatte 2016 den Auftrag gegeben, das Profil der Denkfabrik der Bundeswehr zu schärfen und das dort angesiedelte Wissen besser nutzbar zu machen. Das GIDS ist der neue Teil der Denkfabrik der Bundeswehr, bestehend aus FüAk und HSU. In diesem Kontext soll das GIDS die zentrale Koordinierungsstelle des Think Tanks sein. Es geht darum, aus den vielen Strängen des Wissens, die durch HSU und FüAk verlaufen, ein starkes Tau der Expertise und der Beratung zu machen.

Ein bisher unbestelltes Feld

Das GIDS besetze in der deutschen Think Tank-Landschaft ein bisher unbestelltes Feld, so die Ministerin. Die aktuellen Entwicklungen, ob die Konfliktherde an den Grenzen Europas oder Fake News und Cyber, verlangten mehr denn je die Fähigkeit strategisch zu denken. „Wir müssen strategiefähiger werden, wenn wir verantwortlicher gestalten wollen“, so Ursula von der Leyen. Hiermit werde die im Weißbuch 2016 der Bundesregierung eingeschlagene Richtung konsequent fortgeführt.

Netzwerk „Strategie und Vorausschau“

In einer Welt, die immer wechselvoller und unübersichtlicher wird, ist nach Ausführungen der Ministerin kein Platz mehr für einsame Entscheidungen der Politik. Diese brauche vielmehr den strategischen Diskurs mit klugen Gesprächspartnern. Diesen Dialog habe sich das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) zur Aufgabe gemacht und in seiner Politischen Abteilung ein Netzwerk „Strategie und Vorausschau“ aufgebaut. Genau dazu, so die Ministerin, passe auch das GIDS mit seiner „ganz spezifischen und einzigartigen Expertise“ der FüAk. Diese verfüge über ein einzigartiges „Reservoir an Erfahrung und Wissen“, wie Ursula von der Leyen es nannte. Gleichzeitig stehe mit der HSU eine der beiden „akademischen Ausbildungsschmieden unseres Offizier-Nachwuchses“ am Standort Hamburg bereit. Ihr Markenkern sei eine wissenschaftlich exzellente und interdisziplinäre Grundlagenforschung.

Einzigartige Kooperation

„Es ist genau diese Kombination aus militärischer Kompetenz und wissenschaftlicher Expertise, die wir im GIDS zusammenbringen und nutzen wollen. Diese strukturelle Kooperation zwischen einer Universität und einer Militärakademie ist einzigartig“, unterstrich die Ministerin. Der gemeinsame Wissensschatz dürfe nicht in Archiven verstauben. „Vielmehr müssen wir dafür Sorge tragen, dass dieses Wissen bei den Entscheidungsträgern in der Bundeswehr und der Politik ankommt“, erklärte die Ministerin.

Es geht um Wissensmanagement

Expertise soll nicht nur gewonnen, sondern auch abgeschöpft und systematisiert werden. Das Wissensmanagement nutzt, steuert und vernetzt die Expertise. Das Produkt daraus soll eine erstklassige Strategieberatung für Bundeswehr und Bundesregierung sein. Und darüber hinaus eine strategische Vorausschau.

Entscheidungsgrundlage für Entscheider

Dazu solle das GIDS künftig seinen Beitrag leisten. Es werde Analysen liefern, die den militärischen und politischen Verantwortungsträgern eine Entscheidungsgrundlage biete, sagte Ursula von der Leyen. Mit Unterstützung des GIDS werden die großen sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen unserer Zeit gestellt.

Das GIDS soll Sparringspartner sein

Nach den Vorstellungen der Ministerin soll das GIDS „Sparringspartner für die Bundeswehrführung und das BMVg“ sein. „Dazu gehört es, alte Denkmuster herauszufordern und unbequeme Fragen zu stellen“, sagte die Ministerin. Damit werde das GIDS unmittelbar anknüpfen an das Projekt der Politischen Abteilung des BMVg zur weiteren Verbesserung der Strategiefähigkeit, METIS, benannt nach der griechischen Göttin der Weisheit.

Ideenwerkstatt und Impulsgeber

Weiter solle das GIDS Ideenwerkstatt und Impulsgeber sein. Dazu müssten Debatten angestoßen werden – in der Bundeswehr, aber auch mit externen Experten und Expertinnen aus dem In- und Ausland. Das GIDS stellt sich den sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen unserer Zeit, die in der Öffentlichkeit formuliert werden. Es soll aktiver Part des öffentlichen Diskurses sein. Damit wird ausdrücklich der Wille der Bundeswehr zum offenen und kritischen Dialog artikuliert. Sie richtet den Blick bewusst über den Tellerrand.

Gefragter Gesprächs- und Kooperationspartner

Das GIDS soll sich auf diesem Weg zu einem gefragten Gesprächs- und Kooperationspartner entwickeln – national wie international. Im Austausch mit den Ressorts der Bundesregierung und ihren Einrichtungen wie beispielsweise der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) und dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw). Darüber hinaus im Dialog mit anderen Think Tanks wie etwa der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) oder der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Weiter ist das GIDS in einem engen Netzwerk verwoben mit den Ideenschmieden der Partner und Verbündeten.

Mut zum Diskurs

An diesem Projekt werden 24 wissenschaftliche Denkerinnen und Denker von FüAk und HSU, die im GIDS gebündelt werden, kontinuierlich arbeiten. Die Ministerin forderte sie nachdrücklich auf, bewusst neue Wege zu beschreiten und Mut zum Diskurs zu haben. Die Denker sollen also ein Stück weit auch Querdenker sein. „Ich freue mich auf eine Denkfabrik, die unsere Politik strategiefähiger und unsere Bundeswehr einsatzbereiter macht“, so Ursula von der Leyen.

Schon viel vorgearbeitet

Als Zeichen dafür, dass im Vorfeld der GIDS-Gründung schon eine Reihe von hochkarätigen wissenschaftlichen Beiträgen von FüAk und HSU erarbeitet worden sind, überreichten Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg und Prof. Dr. Burkhard Meißner der Ministerin das neue wissenschaftliche Fachbuch „Militär, Strategie und Forschung – Studien zu Verteidigungskapital, Economic Statecraft, Data Envelopment und Verhaltensökonomie“.

 

 

Weitere Informationen:

GIDS Hamburg

Bundesministerium der Verteidigung

 

 

 

Das Wissen muss ein Können werden

Autor: Thorsten Fischer; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 26.06.2018


Die Modulteilnehmenden


"Wissensmanagement benötigt keine Software"


Wissen und Ideen aus einfachen Methoden generieren

Dies wusste bereits General Carl Phillipp Gottfried von Clausewitz. Wissen kann allerdings nur dann ein Können werden und zum Handeln befähigen, wenn ein bewusster und systematischer Umgang mit der Ressource Wissen erfolgt – und genau das ist der Kern des Wissensmanagements in der Bundeswehr (WiMgmtBw)!

Unter dem Leitgedanken „Nicht Wissen ist Macht, sondern angewandtes Wissen ist Macht“ fand im Juni 2018 ein weiterer Durchgang des Moduls „Wissensmanagement in der Bundeswehr“ an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) in Hamburg statt. Den Lehrgangsteilnehmern wurden in dem einwöchigen Seminar Grundlagen des Wissensmanagements sowohl theoretisch als auch praktisch-methodisch vermittelt.

WiMgmtBw betrifft dabei jeden Prozess und erreicht somit jede Dienststelle und jeden Beteiligten der Organisation. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in der „bunt-gemischten“ Gruppe an Seminarteilnehmenden wider, welche mit viel Elan das Thema aus unterschiedlichsten Perspektiven heraus beleuchteten.

Wissensmanagement ist vielschichtig

Zu Beginn des Moduls wurden zunächst eine gemeinsame Basis und „Abholpunkte“ geschaffen. Was ist eigentlich Wissen? Wie entsteht Wissen? Wo ist es zu finden? Was ist Wissensmanagement? Und wie gestaltet es sich in der Bundeswehr? Solche und ähnliche Fragen standen im Vordergrund.

Wissensmanagement aus Sicht des Bundesverteidigungsministeriums

Wie kommt das WiMgmtBw in der Bundeswehr zur Umsetzung? Mit seinem Beitrag WiMgmtBw aus Sicht des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) gab Oberstleutnant i. G. Manuel Sandvoß aus dem Referat Managemententwicklung einen konzeptionellen Überblick. Dabei stand er den Seminarteilnehmern Rede und Antwort. Auch das digitale Dokumentenmanagementsystem der Bundeswehr als ein spezieller Teil des WiMgmtBw war im jüngst durchgeführten Modul ein zentrales Thema. An dieser Stelle gaben Frau Regierungsdirektorin Heike Höschel und Oberstleutnant Lars Kostka (beide BMVg), sowie Oberst Andreas Prüfert von der Einführorganisation Dokumentenmanagementsystem Heer das Implementierungskonzept und Ihre bis dato gesammelten Erfahrungen an die Lehrgangsteilnehmer weiter.

Wissensmanagement als Abbild des Gehirns

Ein weiteres Highlight war der Beitrag von Herrn Oberstleutnant d. R. Frank Röbers, welcher als Vorstandsvorsitzender der Synaxon AG vom spannenden Weg zu einem vertrauensbasierten Wissensmanagement in einem Wirtschaftsunternehmen berichtete. Neben Herrn Röbers gab Kapitänleutnant d. R. Marcus Tatulinski als Experte für Psychologie einen interessanten Einblick in die Funktionsweisen des Gehirns und erklärte kurzweilig wie Menschen lernen, also Informationen aufnehmen, verarbeiten und zu Wissen umwandeln.

Wissensmanagement in der Umsetzung

Ein Tag des Seminars stand gänzlich im Zeichen der praktischen Methode. Dazu zeigte Frau Dorothé Mertens von der Firma „Wissenshunter“ den Seminarteilnehmenden, wie man anhand einfacher und sofort einsetzbarer Methoden neue Ideen und Wissen generieren kann. Abgerundet wurde die Woche durch einen Gastauftritt von Herrn Leitender Wissenschaftsdirektor Reinhard Färber aus dem Bildungszentrum der Bundeswehr in Mannheim. Er berichtete, wie der Megatrend der Digitalisierung unser (Arbeits-)Leben bereits heute entscheidend beeinflusst und auch das Wissensmanagement innerhalb von Organisationen in Zukunft weiter prägen wird. Dabei betonte er, dass es darauf ankommt diese Entwicklung nicht als Bedrohung bestehender Ordnung, sondern vielmehr als Chance und Möglichkeit zu betrachten, das Wissen der Organisationsmitglieder noch besser als bisher zu nutzen.

Wissenschaftsmangement ohne Software

Eine der Kernbotschaften des Seminars war, dass das Wissensmanagement keine Software benötigt. Allzu leicht wird verkannt, dass das wertvollste Wissen der Soldaten und zivilen Mitarbeiter oftmals nicht expliziert verschriftlicht und somit auch nicht in einer Datenbank gespeichert werden kann. Lediglich ein Bruchteil des Wissens kann in Form von Informationen durch Software-Lösungen erfasst werden. Das über Jahre und Jahrzehnte angeeignete Erfahrungswissen, das Können und die Kompetenz der Mitarbeiter, welche die Streitkräfte letzten Endes mit Leben erfüllen, sind der eigentliche Schatz der Organisation; ein Schatz den es wertzuschätzen, zu bewahren und weiter zu mehren gilt.

 

 

 

 

 

 

 

Strategie „outside the box“ – Tagung zur Gründung des GIDS

Autor: Birgit Czernotzky; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 22.06.2018


Die Steuergruppe Denkfabrik an der Führungsakademie


Träger des GIDS: Die Führungsakademie der Bundeswehr


Träger des GIDS: Die Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr

Was ist Strategie? Welche Bedeutung hat Strategie in den verschiedenen Bereichen von Politik, Gesellschaft und Kultur? Welchen Einfluss hat Strategie auf Entscheidungsprozesse? Wie wird Strategie rationalisiert, operationalisiert und kommuniziert? Und was kann die Bundeswehr daraus lernen?  Mit dieser Thematik befasst sich die erste Tagung des neuen German Institute for Defence and Strategic Studies - GIDS.

Die Welt im geostrategischen Umbruch

Namhafte Experten stellen ihre strategischen Konzepte und die zentralen Herausforderungen ihrer Bereiche vor. In einer Welt im geostrategischen Umbruch stehen Bundeswehr und die Bundesregierung vor besonderen Herausforderungen. Die Rahmenbedingungen für die Sicherheitspolitik verändern sich rasant. Strategische Antworten sind gefordert. Das GIDS wird die großen Fragestellungen unserer Zeit aus sicherheits- und verteidigungspolitischer Sicht untersuchen und damit die Basis für eine entsprechende Beratung der Entscheidungsträger schaffen.

Blick über den Tellerrand wagen

Die Strategietagung ist hier ein erster Schritt. Wir wollen den Blick „outside the box“ auf unterschiedliche Strategien und deren Wirkung lenken. In diesem interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch kommen namhafte Expertinnen und Experten verschiedener Branchen und Bereiche zu Wort. Ziel ist, damit Erkenntnisse für unsere eigene Strategiearbeit zu gewinnen.

Die Gründung des GIDS

Diese Tagung findet statt im Vorfeld der offiziellen Gründung des GIDS. Die Gründung des GIDS erfolgt am Samstag, den 30. Juni 2018, in einer Festveranstaltung an der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr in Hamburg (HSU). Die Gründungsurkunde wird von der Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula v.der Leyen, dem Kommandeur der Führungsakademie (FüAkBw), Brigadegeneral Oliver Kohl, und dem Präsidenten der HSU, Professor Dr. Klaus Beckmann, unterzeichnet. Das GIDS ist eine gemeinschaftliche Gründung der FüAkBw und der HSU.

 

Weitere Artikel und Informationen zum GIDS finden Sie hier.

Artikel Denkfabrik in Loyal 04/2018

Artikel Wissen relevant machen in Die Bundeswehr 06/2018

 

Weitere Informationen auf der offiziellen GIDS-Hamburg Webseite

 

 

 

 

 

 

 

Social Media: An der FüAk von Journalisten lernen

Autor: Verena Hoffmann / Jonathan Scheffler; Fotos: Jonathan Scheffler

Hamburg, 18.06.2018


Dirk Feldhaus (Mitte) - Beauftragter Kommunikation der Arbeitgebermarke Bundeswehr

Klaus Gorny (Mitte in der Diskussionsrunde) - Head of Communications Facebook- beantwortet die Fragen der Teilnehmenden

PR-Experte Malte Schinlder über Social Media in der Bundeswehr

Moderator der Podiumsdiskussion: Journalist Dirk Finger

Klaus Gorny, Dirk Finger und Malte Schindler (v.l.n.r.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Thema „Social Media im Einsatz und in der Truppe: Chancen und Risiken“ fand im Rahmen des Ausbildungsangebotes Mitte Juni im Manfred-Wörner-Zentrum der Führungsakademie Hamburg (FüAkBw) unter Leitung von Oberstleutnant Jürgen Bredtmann, eine Podiumsdiskussion vor etwa 50 interessierten Gästen statt. Hierbei stellten sich der Beauftragte Kommunikation Arbeitgebermarke Bundeswehr, Dirk Feldhaus, der Head of Communications Facebook, Klaus Gorny, sowie der Video-Experte für PR und Marketing, Malte Schindler, den vielfältigen Fragen vom Journalisten Dirk Finger zum Thema Chancen und Risiken von Social Media innerhalb der Bundeswehr. Eineinhalb Stunden beschäftigten sich die eingeladenen Experten sowie die anwesenden Zuhörer mit Fragen rund um das Thema „soziale Medien“ und ihre Nutzung für die und in der Bundeswehr.

Transparenz tut der Bundeswehr gut

Hierbei wurde deutlich, dass die Bundeswehr eine der ersten Großorganisationen ist, die das Potenzial von „Social Media“ erkannt hat und dass kein Weg an ihrer Nutzung vorbei führt. Der größte Vorteil der sozialen Medien wurde in der Werbung für die Bundeswehr, hier im Speziellen für die Nachwuchswerbung, erkannt. Über verschiedene Instrumente wie Snapchat, Facebook, Instagram und YouTube können sich die unterschiedlichsten Altersgruppen über die Bundeswehr informieren. Besonders die YouTube-Auftritte der Serie „Die Rekruten“ erlangte hohe Aufmerksamkeit und hatte steigende Bewerberzahlen zur Folge. Die Beobachtung der gleichaltrigen Darsteller bei der Bewältigung ihrer täglichen Abenteuer und Aufgaben bei der Bundeswehr nutzen viele Jugendliche zur Information, um sich dann bei der Bundeswehr zu bewerben. „Wir erreichen damit unsere Hauptzielgruppe im Alter von 17 bis 35, zeigen den realistischen Alltag in der Grundausbildung und bauen dadurch Vorbehalte bei unseren zukünftigen Bewerbern ab“, so Dirk Feldhaus. „Wir zeigen neben dem normalen Dienst auch beide Seiten des Soldatenlebens – Kameraden, die sich in der Bundeswehr verwirklichen und Menschen, die sich in der Bundeswehr nicht wiederfinden und das Militär verlassen.“

„Wir sind nicht Hollywood, sondern die Bundeswehr“

Diesen offenen und ungeschminkten Umgang in den Medien und die umfangreiche Nutzung der unterschiedlichen Social-Media-Kommunikationsmittel für die Bundeswehr lobte der Journalist und Marketingexperte Malte Schindler. Neben Internetkanälen greift die Bundeswehr zusätzlich auf die Medien Fernsehen, Radio und auch Plakatwerbung zurück. „Mit dem modifizierten Flecktarn auf unseren Plakaten verknüpft heutzutage jeder die Bundeswehr, auch ohne diesen Hinweis explizit geben zu müssen“, sagt Feldhaus. Damit hat die Bundeswehr einen deutlichen Wandel hinter sich, von einer sehr reservierten und langweiligen Medienpräsenz hin zu einer sehr offenen Kommunikationsplattform. Besonders lobend erwähnte Malte Schindler hierbei die Berichterstattung über den Auslandseinsatz in Mali, da sie ein realistisches Bild vom Leben eines Soldaten/einer Soldatin im Einsatz darstelle. Diese Serie zeige ungeschönt den Alltag in diesem Auslandseinsatz, ohne die Gefahren zu verharmlosen. Der tägliche Alltagstrott, Bürokratie und Langeweile gehören genauso zum Einsatz wie die Verwundung oder der Tod von Soldaten. „Dieser offene Umgang mit der Wirklichkeit im Einsatz spricht die Leute an“, erklärt Feldhaus

Geschichten für Jugendliche

Nicht nur „Mali“ und „Die Rekruten“ sollen Interessierte und potenzielle Bewerber ansprechen. „In Google stellen Interessierte aus allen Altersgruppen Fragen zum Alltag in der Bundeswehr. Wir versuchen daraus interessante Geschichten für Social Media abzuleiten. Aber nicht jede Idee ist spannend genug, um sie in kleinen Häppchen zu erzählen. Über die Fragen hinaus bekommen wir auch Feedback von Familien, die sich positiv über die Internetpräsenz der Bundeswehr äußern, da dadurch das Berufsbild des Soldaten für viele Jugendliche greifbarer dargestellt wird“, erklärt der Beauftragte Kommunikation Arbeitgebermarke Bundeswehr.

Ohne Social Media geht es nicht mehr

Die Botschaft der heutigen Diskussionsrunde ist laut Dirk Feldhaus eindeutig: ,,In der heutigen Zeit können wir uns nicht erlauben, auf Medienauftritte zu verzichten, wenn wir der Bevölkerung den Auftrag der Bundeswehr und Karrierechancen näher bringen wollen. Wenn wir es nicht machen, machen es die Soldaten mit Handys oder Helmkameras. Die selbstgedrehten Videos der Soldaten können nur unterstützend Informationen über die Bundeswehr vermitteln. Die Basis muss aber von uns kommen. Und hierbei merken wir, dass wir mit unseren Social-Media- Aktivitäten einfach mehr Menschen erreichen, als wir es noch vor ein paar Jahren geschafft haben. Trotz mittelschwerer Krise aufgrund des Datenmissbrauchsskandals dient Facebook weiterhin als Werbekanal. Und bei einer Generation, welche kein Fernseher mehr schaut, müssen wir unsere Informationen in YouTube, Facebook und anderen Formaten bereit stellen."

Social Media als Modul an der Akademie

Die FüAkBw bietet, um der Bedeutung der Sozialen Medien Rechnung zu tragen, seit diesem Jahr das Thema „Sozial Media und Streitkräfte“ an. Hierbei ist die Podiumsdiskussion ein Teil des Seminars, das in dieser ersten regulären Durchführung 16 Lehrgangsteilnehmer von Major bis Oberst wahrnahmen. Die Heterogenität der Gruppe reichte dabei vom Reservisten über einen stellvertretenden Kommandeur bis hin zum medienaffinen Chef vom Dienst von Bundeswehr TV. Das Wissen im Seminar war daher breit gestreut und startete bei dem ein oder Seminarteilnehmer ohne tiefere Kenntnisse. Durch die umfangreichen Angebote während des Moduls, wie beispielsweise der praktische Anteil einer Strategieentwicklung für eine Sozial-Media-Kampagne, der Rechtslagen oder der Krisenkommunikation in Zeiten von Fakenews, Sozialbots und Shitstorm wurde der Modulteilnehmer mit Twitter, Instagram, SnapChat, YouTube und Facebook vertraut gemacht. Das Modul bedient sich dabei vieler externer Dozenten wie beispielweise dem Fachanwalt Phillip von Mettenheim oder Leonard Wessendorf für die Krisen- und Unternehmenskommunikation aus ziviler Sicht.

 

 

 

Die EU war Thema beim „Clausewitz-Gespräch“

Autor: Helmut Zimmermann; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 15.06.2018


Prof. Dr. Lennart Souchon begrüßte die Teilnehmenden

Admiral Jürgen Ehle (l) und Fregattenkapitän Helmut Zimmermann führen in die Thematik ein

Dient dem Internationalen Clausewitz-Zentrum als Vorbild: Carl von Clausewitz preußischer Generalmajor und Heeresreformer

Anfang Juni konnte das Internationale Clausewitz Zentrum (ICZ) wieder einmal eine herausragende Persönlichkeit für einen Vortrag im Rahmen eines Clausewitz-Gesprächs an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) gewinnen. Flottillenadmiral Jürgen Ehle, Leiter des Arbeitsbereichs Militärpolitik an der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union (EU) in Brüssel, hat seine Gedanken vor einem interessierten Publikum aus Öffentlichkeit, Verwaltung, Industrie, Polizei und Streitkräften zum Thema „Die Zukunft der Europäischen Union – aus Sicht deutscher Militärpolitik“ vorgestellt.

Informationen aus erster Hand

Der Leiter des Arbeitsbereichs „Militärpolitik“ und seine Mitarbeiter beraten den deutschen Ständigen Vertreter bei der EU und den deutschen Vertreter im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU (PSK) in sicherheits- und allen militärpolitischen Fragen. Er ist zugleich stellvertretend für den Deutschen Militärischen Vertreter im Militärausschuss der EU (DMV EU) tätig. Dieser militärische Vertreter vertritt den Generalinspekteur der Bundeswehr bei der EU.

Europas Stellung im Weltgefüge

Die sicherheitspolitisch interessierten Zuhörer verfolgten mit großem Interesse die Ausführungen zur europäischen Stellung im Weltgefüge. „Bei der EU handelt es sich längst nicht mehr nur um eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern um einen globalen politischen Akteur mit gemeinsamen Werten und Interessen, die es zu sichern und zu verteidigen gilt“, so der Admiral. Er stellte anschaulich dar, auf welche internen und externen sicherheitspolitischen Einflussfaktoren wie Migration, völkerrechtswidrige Aggressionen Russlands, veränderte sicherheitspolitische Schwerpunkte der USA unter Präsident Trumps und letztendlich der BREXIT die EU reagieren will. Dabei seien die Weichen für die „Sicherheitsgemeinschaft“ Europas neu justiert worden, so Ehle weiter. Nicht unerwähnt blieb, dass es vor allem der Wille vieler EU Mitgliedstaaten ist, die Potenziale der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GSVP) intensiv auszuschöpfen, um zu zeigen, dass „mehr Europa“ einen konkreten Nutzen für die Sicherheit der Bürger mit sich bringt. 

Der Weg zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Er ging in diesem Zusammenhang auch auf die nächsten Schritte ein, die die EU bei dieser Neujustierung der Weichen für eine „Sicherheitsgemeinschaft“ gehen will. Dabei kann die EU auf die bereits seit 2003 mittels mannigfaltiger militärischer Operationen und ziviler Missionen erzielten sicherheitspolitischen Erfolge aufbauen. Der Admiral betonte, dass die Ergebnisse der GSVP nicht geringschätzt werden dürfen. Sie sollten als Schritte hin zu einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion (EVU) verstanden werden.

Das Ziel: Die Europäische Verteidigungsunion

In diesem Kontext spannte Flottillenadmiral Ehle den Bogen vom Vertrag von Lissabon aus Dezember 2009 bis hin zur Globalen Strategie für die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union im Jahr 2016. Er verdeutlichte, dass in den letzten Jahren eine Vielzahl von Initiativen der GSVP auf den Weg gebracht worden seien, die zu einer Europäischen Verteidigungsunion (EVU) führen sollen. Ein Instrument hierzu sei die im EU-Vertrag vorgezeichnete Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (SSZ), der 25 EU-Staaten beigetreten sind. Die ersten 17 Projekte seien bereits ausgemacht worden, um europäische militärische Fähigkeitslücken zu schließen und hochwertige Rüstungsprojekte gemeinsam zu entwickeln. Der geschaffene Europäische Verteidigungsfond (EVF), von Kommissionspräsident Juncker ins Leben gerufen und aus dem EU Haushalt finanziert, würde die Mitgliedsstaaten bei konkreten Vorhaben der Forschung und Fähigkeitsentwicklung unterstützen.

Zusammenarbeit zwischen NATO und EU

Mit einer koordinierten jährlichen Überprüfung der nationalen Verteidigungsplanungen (CARD – Coordinated Annual Review on Defence) sollen Arbeits-, Zeit- und Finanzpläne zwischen den Mitgliedsstaaten koordiniert und weiterentwickelt werden. Des Weiteren würde in diesem Gesamtkontext einer engeren Zusammenarbeit zwischen NATO und EU Vorschub geleistet werden.  Der Weg hin zur EVU bedeute nach Ehle für Deutschland vor allem den Dreiklang: (1) Transatlantisch bleiben – europäischer werden, (2) Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit in der NATO und (3) die Europäische Verteidigungsunion mit Leben füllen („Armee der Europäer“).

Hier gelangen Sie zur Seite des Internationalen Clausewitz-Zentrums (ICZ)

 

 

Diversity bedeutet, das Schubladendenken zu verlassen

Autor: Verena Hoffmann / Jonathan Scheffler; Fotos: Jonathan Scheffler

Hamburg, 13.06.2018


Austausch in der Arbeitsgruppe "Religiöse Vielfalt leben"


Dr. Maren Tomforde „Den Menschen hinter der Uniform sehen"


Dr. Ute Schäffer und Dr.Maren Tomforde folgen gespannt den Vorträgen der Teilnehmenden


Oberstleutnant Dr. Uwe Ulrich trägt über "Diversity innerhalb der Bundeswehr" vor

Unter dem Motto „Diversity in der Hochschule“ fand Anfang Juni der 6. Deutsche Diversity-Tag an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) in Hamburg statt. In einem vielfältigen Programm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Workshops und einem Poetry Slam wurde das Thema „Vielfalt“ den interessierten Besuchern näher gebracht. Neben Vertretern aus der freien Wirtschaft und Forschung brachte sich auch die Bundeswehr mit Fachvorträgen und Workshops ein. Interessierte Teilnehmer konnten unter Anleitung von Hauptfeldwebel Hülya Süzen vom Zentrum Innere Führung (ZInFü) in einem Thesenspiel zum Thema „Religiöse Vielfalt leben“ unterschiedliche Statements zur Religion und Bundeswehr diskutieren. Die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) bot zum Thema „Diversität in der Bundeswehr“ einen Workshop an, der von Frau Dr. Maren Tomforde und Oberstleutnant i.G. Dr. Uwe Ulrich geleitet wurde. Beide haben langjährige Erfahrungen mit "Diversity"-Inhalten und stellten in ihren Impulsvorträgen deutlich heraus, dass „Diversity“ nicht nur die Dimension Gender umfasst.

Diversity verlangt, ein Schubladendenken zu verlassen

Mit ihrem Beiträgen unterstrichen sie die Wichtigkeit gelebter Vielfalt in den Streitkräften und sensibilisierten ihre Zuhörer, das Schubladendenken in unserer Gesellschaft aufzubrechen. „Diversity" bedeutet Unterschiedlichkeit! Unterschiedlichkeit in Alter, Rasse, Religion, Behinderung, Bildung, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Vielfalt anerkennen, heißt, sich auf den Anderen einzulassen und die positiven Synergieeffekte zu nutzen.

„Der wertschätzende Umgang mit Vielfalt ist normativ geboten“

Neben Vertretern der FüAkBw trugen Referenten des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg und des Bildungs- und Informationszentrums der Bundeswehrverwaltung in Mannheim zum Thema Diversität und deren Einsatzmöglichkeiten in Behörden vor. Das Zentrum Innere Führung in Koblenz zeigte auf, wie man mit Hilfe von Ausbildungsmaterialien Soldaten/-innen erreichen und informieren kann.

Vielfalt ist gewollt

Alle Vorträge hatten gemeinsam, dass Vielfältigkeit innerhalb der Bundeswehr gewollt ist und als eine Chance für die Bundeswehr verstanden wird. „Denn“, so Oberstleutnant Dr. Uwe Ulrich, „profitiert die Bundeswehr, wie andere Streitkräfte auch, von der Vielfalt an unterschiedlichen Erfahrungen und Qualifikationen.“ Schon „der Bezug zu unserer Werteordnung und der Blick in das Grundgesetz fordert den wertschätzenden Umgang mit dem Individuum sowie dessen chancengerechte Behandlung“, wie Oberstleutnant Dr. Ulrich ausführte. Und somit ist es für alle Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr von besonderer Bedeutung, den Umgang mit Vielfältigkeit zu lehren.

Auch an der FüAkBw ist Diversität ein Thema

Speziell der FüAkBw mit ihren Lehrgängen für zukünftige Stabsoffiziere käme eine besondere Verantwortung zu. „Bezogen auf die Inhalte befassen wir uns mit Ursachen und Wirkungen soziokultureller Vielfalt in der Bundeswehr. Es geht um sicherheits- und gesellschaftspolitische Megatrends wie der demografische Wandel, die Individualisierung oder die Digitalisierung, um nur einige Beispiele zu nennen. Es geht aber auch um Wahrnehmungsfehler und ihre Auswirkungen in der Personalauswahl und im (Aus-)Bildungsprozess. Es geht zudem um Führungsfragen unter den Bedingungen wachsender Vielfalt – sowohl hinsichtlich des Auftrages als auch der Personen, die ihn ausführen sollen“, so Ulrich.

„Den Menschen hinter der Uniform sehen“

Frau Dr. Maren Tomforde stellte in ihrem Workshop die Foto-Ausstellung „Uniformierte Vielfalt“ vor, die anlässlich des Diversity Tages 2017 an der Führungsakademie entstanden ist. Die Ausstellung zeigt je ein Foto der Soldaten und zivilen Angestellten der Führungsakademie in Büro- beziehungsweise Dienstkleidung wie auch in Privatkleidung. Dazwischen befindet sich ein selbst gewähltes Objekt, das die Person für sich als wichtig erachtet. Die Ausstellung soll darauf aufmerksam machen, dass wir Menschen in unserem geschäftigen Arbeitsalltag oft nur in ihrer offiziellen Position und Funktion wahrnehmen, z.B. als Fahrer des Akademiekommandeurs. Die Individuen dahinter, mit all ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten, vielseitigen Interessen und vor allem Erfahrungen, beachten oder kennen wir oftmals nicht.

 


Vorurteile abbauen

Um auf dieses oberflächliche Bild und deren Vorurteile aufmerksam zu machen, wurden die Gäste des Diversity-Tages 2018 im Eingangsbereich des Hauptgebäudes der HSU von zwei lebensgroßen Pappaufstellern, die eine Soldatin und einen Soldaten in Uniform zeigten, konfrontiert. Die Aufgabe der Teilnehmenden war es, dem abgebildeten Soldaten sowie der Soldatin typische Vorurteile „anzuheften“. Die Anzahl der verschiedenen Vorurteile zeigte deutlich, wie uns Vorurteile beim Anblick von Äußerlichkeiten prägen und unser Schubladendenken aktivieren.

Der Vielfalt eine Chance geben

Mit dem sechsten Diversity-Tag an der HSU wurde auf das Thema Diversität an Hochschulen aufmerksam gemacht und ein klares Zeichen gesetzt: Die Vorurteile müssen durchbrochen und abgebaut werden, um der Vielfalt eine gerechte Chance zu geben. Ob dies an der HSU gelungen ist, bleibt abzuwarten. Welche Themen den Diversity-Tag 2019 bestimmen werden, wird sich im nächsten Jahr zeigen.

 

 

 

Tag der Bundeswehr

 

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Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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