GIDS

Das German Institute for Defence and Strategic Studies – GIDS – untersucht geostrategische, sicherheitsrelevante Fragestellungen unserer Zeit. 

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

Zur Veranstaltung

SKB-Wochen an der FüAkBw-Mit fester Grundlage einsatzbereit

SKB-Wochen an der FüAkBw-

Mit fester Grundlage einsatzbereit

Autor: Autorenteam FüAkBw; Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 21.02.2019

Viel Inhalt - viel mitschreiben

Aufmerksamkeit war den Referenten garantiert

Viele Zwischenfragen erweitern die Information

Die Komplexität der SKB führte immer wieder zu Zwischenfragen und Anmerkungen

Generalleutnant Martin Schelleis führte in die umfangrieche Materie der SKB ein

Neben Vorträgen gab es auch praktische Darstellungen

Schneeschippen im Januar? SKB. NATO-Kolonne durch Deutschland? SKB. Beratung im Umgang mit gefährlichen Stoffen? SKB. Wieviel Expertise sich hinter diesen drei Buchstaben verbirgt, erfuhren die angehenden Generalstabsoffiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, wo Angehörige der Streitkräftebasis (SKB) zwei Wochen lang Einblicke in die zahlreichen Aufgaben und Möglichkeiten dieses Organisationsbereiches der Bundeswehr gaben. Die Streitkräftebasis allein ist mit ihren Tätigkeitsfeldern so umfangreich und spannend, dass sich die Teilbereiche selbst vorstellen. Neben dem Inspekteur der Streitkräftebasis präsentierten die jeweiligen Kommandeure ihren Fachbereich den Teilnehmern der Lehrgänge.

Fachwissen und Werbung

Ihre fachlichen Erläuterungen nutzten die Vortragenden der SKB auch zur Werbung für ihren Organisationsbereich. Die angehenden Generalstabsoffiziere fänden hier anspruchsvolle Verwendungen, war einhelliger Appell. Die SKB-Wochen eröffnete der Inspekteur der SKB, Generalleutnant Martin Schelleis. In seinem Überblick zeigte er zunächst auf, wie viele Mitarbeiter unterschiedlicher Statusgruppen in der SKB Dienst tun und wen oder was sie in der Bundeswehr mit ihrem Dienst unterstützen. „Zentraler Unterstützer und Enabler der Bundeswehr“ überschrieb er diese Darstellung. Die hatte es in sich, musste Schelleis doch die vernetzten Aufgabenbereiche von der nationalen Ebene bis in die Einsätze vorstellen.

Nationales und Internationales verbinden

Der Inspekteur SKB stellte zugleich die aktuellen Schwerpunkte seines Bereichs vor. Als Nationaler Territorialer Befehlshaber müsse er in Deutschland jegliche Unterstützung für nationale und multinationale Streitkräfte bereitstellen und koordinieren. Was sich zunächst harmlos liest, beinhaltet jedoch eine immense Operationsarbeit. So beispielsweise bei den Märschen von Truppen nach Norwegen oder der Übung ATLANTIC RESOLVE im Januar 2017.
Ist dies schon umfangreich genug, so ist die SKB für die Ausdifferenzierung des Heimatschutzes in der Verantwortung. In der Bezifferung des Kräftebedarfs kommen hierzu noch die Überlegungen der Einbindung von Reservedienstleistenden und der Blick in die nahe Zukunft; Stichwort Landesregimenter.

Logistik weit im Voraus denken

Nach der Einführung kamen Kommandeure unterschiedlicher Teilbereiche der SKB zu Wort. Zunächst setzten die Logistiker Akzente. Ihre Kernaussage: „Durchgängiges logistisches System von der Basis in Deutschland bis in die Einsatzräume durch Zusammenfassung aller Kräfte und Mittel aus der Basislogistik, Einsatzlogistik und durch Leistungen Dritter“. Liest sich einfach, bedeutet aber, dass vor dem Beginn einer Übung, einer Operation oder eines Einsatzes geklärt sein muss, dass erstens die Truppe vollumfänglich mit allem notwendigen Material versorgt ist und zweitens alle Bewegungen sicher und zeitgerecht im Inland und in allen anderen Gebieten bis hin zum Einsatzgebiet möglich sind. Dies gelte es ebenso sicherzustellen, wenn im Bündnis geübt würde.

Material, Sprit und Wasser

Die Kommandeure des Logistikkommandos der Bundeswehr und des Logistikzentrums der Bundeswehr zeigten damit den Lehrgangsteilnehmern auf, in welcher Komplexität die SKB denken und handeln muss. Damit das System Dienstleistung aber rund läuft, sind noch viele weitere Aspekte einzubeziehen. So erklärte der Kommandeur des ABC-Abwehrkommandos der Bundeswehr, dass der Begriff ABC für Atomar/Biologisch/Chemisch nicht alles umfasse, was sein Bereich verantworte. „Wir sind auch für die Trinkwasserversorgung mit einer Qualität wie in Deutschland zuständig“. Und ABC würde erweitert um die Beratung zu Gefahrstoffen allgemein.

Material erhalten oder reparieren

Bei all den großen Planungen ist in der Logistik zu bedenken, dass genutztes Material starken Beanspruchungen ausgesetzt ist. Damit es so lange wie möglich einsatzbereit bleibt, hat die Heeresinstandsetzungslogistik GmbH HIL bei sogenannten landgestützten Systemen wie Fahrzeugen und Waffen die Verantwortung. Ihr Ziel ist es, die Verfügbarkeit von Systemen sicherzustellen, was auch die kontinuierliche Prüfung von möglichen Verbesserungen am Gerät sowie die Kostenkontrolle beinhaltet. Dazu muss die HIL koordinieren, wann welches Material in welche Instandsetzungseinrichtung gebracht werden muss und wie Ersatzteile vorrätig sein müssen.

Die Menschen immer im Mittelpunkt

Mit dem Beitrag des Kommandeurs  des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr rückte der Fokus wieder auf die Menschen. Soldaten seien in Deutschland in der Fläche zwar rar. Aber bei Schneechaos oder Waldbränden, bei Überflutungen oder Sturmschäden stünden sie neben anderen Hilfskräften im Mittelpunkt. Nicht zuletzt weil sie schnell strukturierte Kräfte mit schwerem Gerät in den Einsatz brächten. Das sei möglich, weil das Grundgesetz die Hilfeleistung erlaube: „Alle Behörden des Bundes und der Länder leisten sich gegenseitig Rechts- und Amtshilfe“. Dies zu koordinieren und einzuspielen sei ein Teil der Territorialen Aufgaben. Genauso sei das Kommando aber auch eingebunden in die zuvor erwähnten Marschplanungen mit eigenen und alliierten Truppen, in die Planungen der Verwendung von Reservisten in Deutschland.

Soldaten sind immer im Gespräch

Wie wichtig diese Koordination ist, kam im Beitrag des Kommandeurs Zentrum Zivil-Militärische-Zusammenarbeit ZMZ heraus. Die Bundeswehr muss ihren militärischen Auftrag bei Einsätzen im Ausland inmitten der Bevölkerung und im engen Verbund mit nationalen und internationalen Organisationen erfüllen. Um dies sicherzustellen, ist das Zentrum in der Lage, wissenschaftlich zu analysieren, alle Dienststellen fachlich zu beraten und die für ZMZ vorgesehenen Soldaten auszubilden.

NATO Kommando in Ulm

Den Abschluss bildete der Vortrag des Befehlshabers des Multinationalen Kommandos Operative Führung (MN KdoOpFü) in Ulm. Dem Kommando unterliegt die Bereitstellung von Personal und Material zur Planung und Führung multinationaler Einsätze der Land, Luft- und Seestreitkräfte der Europäischen Union und der NATO. Die NATO-Zertifizierung erfolgte im Mai 2018, während der Übung Trident Juncture wurde dem Kommando die Befähigung erteilt, multinationale und teilstreitkräfteübergreifende Einsätze zu planen und zu führen. Seither gilt ein Jahr lang die Rufbereitschaft, im Ernstfall NATO-Kräfte mit bis zu 60.000 Soldaten zu führen.

Kommandozentrum für Mobilität

Im Juni 2018 folgte die Entscheidung der NATO-Mitglieder, in Ulm eines der beiden neuen NATO-Kommandos einzurichten: das Joint Enabling and Support Command (JSEC). Das JSEC untersteht bei Aktivierung dem militärstrategischen NATO-Hauptquartier Supreme Headquarters Allied Powers Europe – auch SHAPE genannt. JSEC wird zuständig für Truppen- und Materialtransporte sowie deren Schutz und Einsatzbefähigung in ganz Europa sein. Die Grundbefähigung soll im Oktober 2019 stehen, die volle Einsatzbereitschaft im Oktober 2021.

Die Militärpolizei in der SKB

Die umfangreichen Fähigkeiten der Feldjäger konnten sich die angehenden Generalstabsoffiziere im Zuge einer Ausbildungsreise zum Kommando Feldjäger nach Hannover anschauen. Auf einer Stationsausbildung stellten die Feldjäger ihre Handlungs- und Ausbildungsmöglichkeiten dar. Zugleich erläuterten sie die Möglichkeiten zur Unterstützung der Disziplinarvorgesetzten in der Truppe.

Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und zivilen Kräften

Aufgrund der Rolle des Inspekteurs der Streitkräftebasis als Nationaler Territorialer Befehlshaber kamen auch die Stellen der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge zu Wort. Der Vertreter des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) erläuterte das strategische Krisenmanagement der Bundesregierung und erläuterte wie eine Krise auf Regierungsebene behandelt wird. Der Referent aus dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ergänzte zu den Verfahren und Mitteln des Katastrophen- und Zivilschutzes und zeigte Schnittstellen und gemeinsame Übungen mit der Bundeswehr auf. Die Vorstellung des Bundesamts Technisches Hilfswerk (THW) verdeutlichte die auf Bundesebene zur Verfügung stehenden Mittel für den Katastrophen- und Zivilschutz.

Während einer dreitätigen Planuntersuchung hatten die angehenden Generalstabsoffiziere abschließend noch einmal die Gelegenheit in ausgewählte Aspekte der SKB, vor allem im Rahmen der Drehscheibe Deutschland, einzutauchen und angeleitet von internen und externen Fachreferenten vertiefte Diskussionen zu führen.

Fazit der SKB-Wochen an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg ist somit, dass Vielfältigkeit der Aufgaben der SKB verdeutlichten, dass die Aufgabenfülle eine hohe Zahl an Möglichkeiten sowohl fachlich als auch im personellen Bereich für die angehenden Generalstabs-/Admiralstabsoffiziere bietet, die im Truppenalltag gar nicht so bekannt sind und gerade vor dem Hintergrund der Refokussierung auf Bündnis- und Landesverteidigung an Bedeutung gewinnen wird.

 

Aktuelles

Vom Hamburger Hafen an die neue Seidenstraße

Autor: Dr. Ralf Hartmann; Fotograf: Bundeswehr

Hamburg, 20.02.2019

Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, beim Besuch in China

Das chinesische Militär spielt eine große Rolle

Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, empfängt die Verteidigungsministerin der Republik Indien, Nirmala Sitharaman, im Februar 2019

Die maritime Sicherheit betrifft den indischen Ozean genauso wie die Bundesrepublik Deutschland

Ein riesiges geografisches und geopolitisches Gebiet behandelten die Teilnehmer im Seminar Geopolitik an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Genauso breit aufgestellt waren auch die Referenten: Von Stiftungen über ehemalige Mitarbeiter von Regierungsorganisationen bis zur Helmut-Schmidt-Universität und der Offizierschule in Dresden reichte die Expertise. Kein Wunder, galt es doch, brisante Themen zu besprechen. Vom 17. bis 20. Dezember 2018 wurde an der Führungsakademie unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. Ralf Hartmann und Fregattenkapitän aD Dr. Hartmut Klüver das Seminar Geopolitik „Der indopazifische Raum. Regionale Entwicklungen von globaler Bedeutung“ durchgeführt. Das stark nachgefragte Seminar mit langer Warteliste beschäftigte sich teils tagesaktuell mit den geopolitischen Strukturen und Entwicklungen im indo-pazifischen Raum. Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den Fakultätsleiter Direktor Jörn Thiessen führte Oberstleutnant Priv.-Doz. Dr. Robert Riemer (OSH Dresden) in seinem Vortrag zunächst in die politische Geschichte dieses Raumes ein. Nach einem kurzen Abriss der älteren Geschichte befasste er sich eingehend mit der Entwicklung vor allem seit dem 2. Weltkrieg, die viele Umbrüche brachte und bis heute andauernde Krisen etwa in Kaschmir, Tibet oder den Himalaya-Staaten zur Folge hatte.

China und die Tibetfrage

Über die intensiven chinesischen Bemühungen zur Erschließung des Landes referierte Ministerialrat Oberstleutnant Dr. Martin Grosch. Er wies neben der politisch-historischen Entwicklung auch auf die anhaltendenden Schwierigkeiten der einheimischen tibetischen Bevölkerung hin. Diese gerät bei weiterhin starkem Zuzug chinesischer Bevölkerung zunehmend in eine Minderheitenposition. Grosch zog die Zuhörer mit zahlreichen Bildern und mit eigenem Erleben in die Materie und konnte so die rasante Veränderung der Verhältnisse in der fernen Gegend anschaulich machen.

Südasien - Geschichte und Konfliktlinien

Schnell fasste Ministerialrat a. D. Hans-H. Dube China auf und führte die Teilnehmer nach Südasien. In seinem Vortrag “Südasien - kurze Geschichte und Konfliktlinien“ skizzierte er in Kürze die Entwicklung im Raum Pakistan, Afghanistan und China. Der Referent war viele Jahrzehnte für die Bundesregierung und die GIZ in diesem Gebiet tätig, so auch fünf Jahre in Kabul. Als eigene Quelle zeichnete er ein detailreiches, durch eingespielte eigene TV-Interviews angereichertes Bild dieses nach wie vor von zahllosen Interessen und daraus erwachsenden Konflikten erschütterten Raumes. Wie die Zuhörerreaktionen zeigten, gelang es ihm, vor allem die zahllosen Konflikte in ihrer Entstehung und Entwicklung herauszuarbeiten und die hier nach wie vor akuten politischen Probleme in ihren möglichen Auswirkungen deutlich zu machen.

Konkurrenzdenken: Indiens Außen- und Sicherheitspolitik

Schon ging es wieder zurück zum Nachbarstaat. Über „Indiens Außen- und Sicherheitspolitik“ berichtete Frau Prof. Dr. Sandra Destradi, Dozentin der Helmut-Schmidt-Universität. Außenpolitisch befindet sich Indien in der Region Südasien und in der erweiterten Nachbarschaft der Region des Indischen Ozeans und ist zusehend der Konkurrenz der asiatischen Macht China ausgesetzt. Indien verfolgt eine Politik der „strategischen Autonomie“ und hat in den vergangenen Jahren geschickt seine Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Akteuren ausgebaut - ohne sich zu stark an die einzelnen Partner wie USA, EU, Russland, Iran oder die anderen aufstrebenden Großmächte zu binden. Destradi schilderte eindrucksvoll diesen eigenen Weg Indiens auch vor dem Hintergrund der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Ebenso wies sie deutlich auf die zukünftig erwachsenden Probleme gerade im Verhältnis zu China und Konflikten im Himalaya als Einflussfaktoren der Politik hin.

Indiens und Chinas Entwicklung 

Dr. Habil. Christian Wagner von der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin knüpfte nahtlos an und ging auf „Indien und China“ mit Blick auf Innovation und Demografie ein. Er verdeutlichte, dass beide Länder zwar fast die gleiche Bevölkerungsgröße haben, jedoch China in der Entwicklung mittlerweile um Jahre voraus sei. Während Indien eine eher zurückhaltende Sicherheitspolitik verfolge, tritt die Volksrepublik China zunehmend aggressiver auf und verfolgt ihre Interessen im Himalaya und teils zusammen mit Pakistan nachhaltig. Das hier bestehende Konfliktpotenzial sei nicht zu unterschätzen, seien doch alle drei Nachbarländer Atommächte, machte Wagner klar. 

Die Neue Seidenstrasse – Politik durch Handel

Unter dem Titel „Die neue Seidenstrasse. Wiederauflage des alten „Great Game“ oder vielversprechende globale Entwicklungsstrategie?“ befasste sich Oberstleutnant i.G. Jörg Barandat mit dem chinesischen Leuchtturmprojekt dieses Jahrhunderts. Die Neue Seidenstrasse soll nach chinesischer Darstellung vor allem dem Ausbau des Handels und der internationalen Beziehungen dienen. Zunehmend mehren sich aber kritische Stimmen, die vor den Folgen des Projektes warnen. Zahlreiche Länder im Verlauf dieser geplanten Land- und Seeverbindungen verfügen nicht über die Mittel, um den Ausbau ihrer Straßen und Häfen zu finanzieren. Hier bietet China scheinbar günstige Kredite an, die teils schon mittelfristig in eine Schuldenfalle führen, aus der nur die langfristige Verpachtung von Häfen, Eisenbahnlinien und anderen Infrastrukturen führt. Sie fallen dadurch dem Zugriff Chinas zum Opfer. Zugleich ergibt sich auch eine politische und wirtschaftliche Abhängigkeit der betroffenen Staaten in Asien und Afrika.

Kaschmir-Konflikt

Kaum war ein Konflikt behandelt, tauchte flugs der nächste auf. Dem Kashmir-Konflikt, eine seit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans bestehende Auseinandersetzung, nahm sich Oberstleutnant Dr. Martin Pabst vor. Er stellte Hintergründe und Akteure, den aktuellen Stand des Konfliktes und die Ziele der Beteiligten, zu denen auch hier wieder China gehört, vor. Zugleich arbeitete er heraus, welche regionalen und globalen Auswirkungen der Konflikt birgt, die dieses ungelöste Problem bislang aufweist und möglicherweise auch in Zukunft noch entfalten könnte.

Immer wieder China als regionale Hegemonialmacht

Die Macht in Ostasien beschäftige die Teilnehmer intensiv über zwei Seminartage. Der Donnerstagvormittag begann mit einem Vortrag von Oberst Hans Hundt über die Rolle Chinas als regionale Hegemonialmacht und Global Player. Der ausgewiesene Chinaexperte, der das Land seit Jahrzehnten kennt, zeichnete ein farbiges und äußerst interessantes Bild einer großen historischen Nation im Aufbruch, deren Ambitionen von den Nachbarstaaten aber zunehmend als Gefahr wahrgenommen werden. Damit verdichtet sich das Bild über den indopazifischen Raum.

Tagesaktuell: China`s Five Fingers in the Himalayas

Der letzte Vortrag des Seminars hatte „China`s Five Fingers in the Himalayas“ zum Thema. Dr. Andreas Dittmann, Professor am Geographischen Institut der Julius-Liebig-Universität in Gießen reiste am frühen Morgen direkt aus Singapur an und erreichte nach einigen Verzögerungen aufgrund eines verpassten Anschlusses auf die Minute genau die Führungsakademie. Seine tagesaktuellen Ausführungen beschäftigten sich intensiv mit den chinesischen Bemühungen um eine Ausweitung seines Einflussgebietes, aber auch mit den speziellen Problemen in den teils umstrittenen Grenzräumen zu Pakistan, Indien und den kleinen Himalaya-Staaten Nepal und Bhutan.

Maritime Sicherheit im indischen Ozean

Der indopazifische Raum wird auch durch zahlreiche Gewässer bestimmt. Die maritime Sicherheit ist mittlerweile auch im globalen Rahmen eine existentielle Frage geworden, führen doch die bedeutendsten Handelsrouten durch den indischen und pazifischen Ozean. Wie es um die Sicherheit der Seerouten im indischen Ozean bestellt ist zeugte Kapitän zur See a.D. Heinz Dieter Jopp auf. Jopp, Direktor der Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung und früherer Leiter des Fachbereichs Sicherheitspolitik und Strategie der Führungsakademie und Publizist zählt somit zu den Fachleuten auf diesem Gebiet. In Deutschland wird die Frage nach der Sicherheit der Seewege bislang kaum diskutiert. Aktuell werden diese Handelswege nur durch Piraterie gefährdet. Denkbar sind aber auch politische Entwicklungen, in deren Verlauf die verschiedenen „Nadelöhre“ dieser Seewege - z.B. das Bab el Mandeb, die Malakka-Straße oder andere - gesperrt werden könnten. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auch auf die Versorgung Europas und damit auf die Versorgung in Deutschland.

Hamburg und die Wirtschaft des Indo-Paz. Raums / Sicherheitsempfindliche Infrastruktur

Maritime Sicherheit spiegelte sich auf einer Exkursion wider. Die Teilnehmer konnten sich in der Praxis mit der Entwicklung des Hamburger Hafens, aber auch dem Problem der sicherheitsempfindlichen Infrastruktur am Beispiel eines internationalen Großhafens vertraut machen. Unter der sachkundigen Führung von Oberstleutnant a.D. Dr. Thomas Palaschewski erkundeten sie mit Bus, Hafenfähre, zu Fuß und per U-Bahn Teile des Hamburger Hafens und setzten unterwegs verschiedene Schwerpunkte zu den Aspekten maritime Sicherheit.

Künstliche Intelligenz als Werkzeug der Zukunft

Schutz, Präzision, Schnelligkeit – Künstliche Intelligenz als Werkzeug der Zukunft

Autorin: Dr. Victoria Eicker; Fotograf: Marco Dorow / Julia Schneider

Hamburg, 18.02.2019

Eröffnung und Begrüßung der Gäste durch Generalmajor Oliver Kohl & Thorsten Herrmann, Mitglied der Geschäftsführung Microsoft Deutschland

VN Direktorin Anja Kaspersen erläutert KI aus Sicht der Vereinten Nationen

KI Expertin Sian John im Gespräch mit Generalleutnant Vollmer und Admiral Nielson

Der Inspekteur des Heeres spricht über die Digitalisierung des Heeres

Künstliche Intelligenz (KI) – eine der großen Innovationen unserer Zeit. KI ist mittlerweile ein nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug in unserem Alltag – und auch die Bundeswehr nutzt es. Unbestritten ist das immense Potential, aber wo verlaufen die Grenzen zu den kaum abschätzbaren Gefahren. Darüber diskutierten im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz am Donnerstag Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bundeswehr mit etwa 120 Gästen in der Microsoft-Zentrale in München Schwabing. Es war eine gemeinsame Veranstaltung des von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Juni 2018 ins Leben gerufenen Think Tanks „German Institute for Defence and Strategic Studies“ (GIDS) in Hamburg und Microsoft Deutschland.

Zwischen Hollywood und Realität

„Die Bundeswehr braucht Künstliche Intelligenz“ sagte Generalleutnant Jörg Vollmer, Inspekteur des Heeres auf dem ersten Panel „Künstliche Intelligenz im Kontext innerer und äußerer Sicherheit“. Admiral Manfred Nielson, Stellvertretender Kommandeur des NATO-Kommandos ACT (Allied Command Transformation) pflichtete ihm bei. KI könne viele Prozesse schneller strukturieren und analysieren und so die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit steigern. So könne Personal für andere Kernkompetenzen freigemacht werden. Mit den beiden Spitzenmilitärs der Bundeswehr diskutierten Sian John, Chief Security Advisor Microsoft Corporation und Anja Kaspersen, Direktorin im Office for Disarmament Affairs der Vereinten Nationen in Norwegen.

„Künstliche Intelligenz verändert unsere Gesellschaft grundlegend“, sagte Thorsten Herrmann, Mitglied der Geschäftsführung Microsoft Deutschland. „Wir müssen aber erst einmal differenzieren, denn die Technologien, die heute verfügbar sind, unterscheiden sich sehr stark von dem, was zum Beispiel in Hollywood Blockbustern gezeigt wird.“ Das Potential von schon heute vorhandener KI-Technologie sei allerdings schon jetzt als Ergänzung kognitiver Fähigkeiten des Menschen immens. Das ist auch für militärische Prozesse interessant, denn sie können Reaktionszeit steigern und Schutz bieten.

Sicherheit ist auch ein Thema bei Microsoft, als ein weltweit vernetztes Unternehmen – insbesondere in Bezug auf Cyberangriffe. Cyberangriffe sind indes ebenso ein virulentes Thema für die Bundeswehr. Und auch hier kann Künstliche Intelligenz helfen, so Sian John. Die Angriffe auf Systeme im Cyberraum würden größer, besser und schneller. „Es gibt mehr Technologie, die Welt vernetzt sich mehr, damit wird die Angriffsfläche größer“, sagte die KI-Expertin. Microsoft nutze Künstliche Intelligenz aber nicht nur zur Sicherung von Systemen. „Ziel ist es, dass die Technologie die Basisarbeit macht, auf deren Grundlage die Menschen Entscheidungen treffen“, erklärte John. Durch Algorithmen sei Künstliche Intelligenz mittlerweile so weit, dass Maschinen eigenständig lernen, Daten zu verarbeiten. Die dann gefilterten Daten, helfen dem Menschen, schneller entscheiden zu können. Künstliche Intelligenz sei ein wichtiges Werkzeug, sich vor Bedrohungen zu schützen – hierbei sei Schnelligkeit ein wesentlicher Faktor und den könne Künstliche Intelligenz verbessern.

Klarheit der Begriffe

Der Inspekteur des Heeres erklärte, dass die Digitalisierung der Streitkräfte in vollem Gange sei. In Munster habe man bereits mit der Aufstellung von Test- und Versuchskräften begonnen, die erste Erfahrungen in der Digitalisierung von landbasierten Operationen sammelten. Künstliche Intelligenz sei ein Bestandteil davon. „Insgesamt integrieren wir aber neue Entwicklungen zu langsam in das System“, erklärte er. Da pflichtete ihm Admiral Nielson bei: „Der Zug ist abgefahren“, stellte er nüchtern fest und forderte: „Wir sollten den Anschluss nicht verpassen. Wir brauchen einen übergreifenden Ansatz bei Künstlicher Intelligenz.“ Anja Kaspersen differenzierte, das KI eine Eigenschaft sei, kein System. Man müsse mehr Klarheit in die Diskussion bringen und die Begriffe schärfen. Erst dann könne man zielführend über Chancen und Risiken sprechen.

Das betrifft auch die Unterscheidung von automatisierten und autonomen, beziehungsweise halbautonomen Waffensystemen. „Wir verwenden bereits halbautonome Waffensysteme“, erklärte Vollmer. Beispielsweise nutze der Schützenpanzer ein halbautonomes System zur Abwehr von Raketen. Der Mensch sei nicht mehr involviert. Allerdings sei es der Mensch, der entscheidet, wann ein solches System zu welchem Zweck genutzt wird. Admiral Nielson gab zu bedenken, dass man nicht nur die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz beachten müsse, „wir müssen darüber nachdenken, wie wir Menschen ausbilden, damit sie in Zukunft mit der Technologie umgehen können.“ Auch über den Aspekt eines Regelwerkes, wie mit Künstlicher Intelligenz umzugehen sei, wurde diskutiert. Das war gerade Direktorin Kaspersen wichtig, denn hier sei man darum bemüht, Leitlinien zum Umgang mit KI zu entwickeln – multilateral. Doch Regelwerk hin oder her. „Wir wollen unsere Soldatinnen und Soldaten in den Einsätzen bestmöglich schützen. Wenn KI das kann, dann ist das gut“, sagte Admiral Nielson. „Künstliche Intelligenz sollte unser Diener sein“, sagte John. Vollmer pflichtete bei, „aber ich möchte, dass ein Mensch das noch kontrolliert.“

Die Ethik mitgedacht

Im zweiten Panel „Ethische und rechtliche Aspekte der Anwendung Künstlicher Intelligenz im Umfeld öffentlicher Sicherheit“ debattierten Marcel Otto Yon, CEO Bundeswehr Cyber Innovation Hub, Konstantin von Hammerstein, Der Spiegel, Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime im Bundesland Nordrhein-Westfalen, und Prof. Dr. Merith Niehuss, Präsidentin der Bundeswehr Universität München. Hier ging es beispielsweise um die Frage, ob die Gesetzgebung der schnellen Entwicklung von Cyberangriffen und damit auch KI folgen könne. Hier gab Yon zu bedenken, dass ein Einschreiten durch den Gesetzgeber wohl überlegt sein müsse. „Im Falle der Biometrie hatte sich der Gesetzgeber eingeschaltet und damit einen ganzen Industriezweig ins Ausland befördert“ Aber ungeachtet dessen erklärte Oberstaatsanwalt Hartmann: „der Gesetzgeber wird sich der ethischen Verantwortung rund um Künstliche Intelligenz stellen müssen“.

In Wissenschaft und Industrie werde Ethik selbstverständlich immer mitgedacht, sagte Niehuss. Aber man müsse gut abwägen, wo die Gefahren den Nutzen übersteigen, um dann mit einem Regelwerk oder Gesetzen einzugreifen. „Die ganz große Vision einer der Biologie nachempfundenen Intelligenz wird noch sehr lange dauern“, sagte Yon und plädierte dafür, die Debatte auf das zu fokussieren, was derzeit existiere: KI als Werkzeug, Prozesse des Alltags zu optimieren, damit der Mensch schneller und besser entscheiden könne – beispielsweise bei der Krisenfrüherkennung. Den Menschen zu ersetzen, soweit sei man noch nicht. „Am Ende macht ein Mensch den Plausibilitätscheck“, so Niehuss. Schließlich blieb die Erkenntnis: „KI ist eine Naturgewalt. Der Zug wird nicht aufzuhalten sein“, sagte von Hammerstein. Doch Vieles ist eine gute Ergänzung, so dass sich der Mensch auf Kernkompetenzen konzentrieren kann – das war Konsens. Generalmajor Oliver Kohl, Kommandeur der Führungsakademie in Hamburg und damit Mitveranstalter, schloss die Veranstaltung mit den Worten: „Bei all diesen Veränderungen, die auf uns zurollen, stellen sich für uns an der Führungsakademie der Bundeswehr zwei Fragen: Wie werden wir künftig führen? Und wie wollen wir dafür ausbilden?“ – Anregungen zur Beantwortung dieser Fragen bot der Nachmittag allemal.

 

 

 

 

Westafrika – Spannende ethnische und kulturelle Vielfalt

Autor: Stefan Berger; Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 11.02.2019

Eröffnung und Begrüßung der Gäste durch Oberst i.G. Jesko Peldzus

Oberstleutnant Serge Kabore redet über seine Heimat Burkina Faso

Die Oberstleutnante Coovi und Kabore während der Diskussionsrunde mit dem Dozenten Klüver

Im Dialog mit den Lehrgangsteilnehmern

Durch fortschreitende Globalisierung, Flüchtlingsströme aus Afrika nach Europa und eine zunehmende Terrorgefahr in einigen Ländern des afrikanischen Kontinents erhält die internationale Zusammenarbeit im zivilen und militärischen Bereich einen immer höheren Stellenwert. Auch zukünftig braucht Deutschland in Afrika zur Sicherung des Friedens und zur Wahrung eigener Interessen starke und verlässliche Partner. Aufbauen und Vertiefen kann man diese Partnerschaften besonders durch persönliches Kennenlernen, Verständnis und gegenseitigen Respekt.

Der Lehrgang für Generals- und Admiralsstabsdienst International 2018 (LGAI 2018) wurde konkret:  „Westafrika 2“ hieß es Ende Januar beim bereits sechsten Regionalen Informationstag RIT im Manfred-Wörner-Zentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr FüAkBw.

Anknüpfend an den ersten Regionalen Informationstag „Westafrika, Teil 1“ im Jahr 2019, der schon den Fokus auf den westafrikanischen Kontinent richtete, begaben sich Gäste, Teile des Stammpersonals der FüAkBw und Lehrgangsteilnehmer des LGAN 2018 sowie des LGAI unter der Moderation von Oberstleutnant Tobias Maiworm als „RIT-Meister“ auf die gedankliche Reise nach Benin und Burkina Faso. Im bewährten Format präsentierten die Lehrgangsteilnehmer Oberstleutnant Coovi Theophile Gbeto aus Benin und Oberstleutnant Serge Kabore aus Burkina Faso „Erste-Hand-Informationen“ aus ihrer Heimat.

Neben der langen Geschichte Westafrikas stellten die beiden auch Traditionen beider Länder, die Vielfalt der dort lebenden Gesellschaften sowie die Geographien, Ökonomien, Lebensstile und der Sprachen heimischen Volksgruppen vor.

Zuvor waren die Zuhörer durch Hartmut Klüver aus der Fakultät Politik-, Sozial- und Gesellschaftswissenschaften mit einem detail- und facettenreichen Vortrag in die offizielle deutsche Sicht auf Westafrika, insbesondere aber in die deutschen Interessen an und Aktivitäten in den Länder Benin und Burkina Faso eingewiesen worden.


In der anschließenden Diskussion, in der sich die Referenten in einem anregenden Dialog den tiefgründigen und teils kritischen Fragen der Zuhörer stellten, stellte Kabore unmissverständlich fest: „Auch Burkina Faso braucht verlässliche Partner, die bereit sind, in mein Land zu investieren. […] Dann bin ich überzeugt davon, dass mein Land einer positiven Zukunft entgegensieht.“

Gbeto aus Benin, der bereits am Stabsoffizierlehrgang in China teilnahm, unterstrich die Wichtigkeit vieler starker Partnerländer speziell im Rahmen der Ausbildungskooperation. So lobte er Deutschland: „Ich bin nun zum dritten Mal in Deutschland und kann sagen, dass ich vom Prinzip Führen mit Auftrag vollkommen überzeugt bin und es anderen jederzeit vorziehe.“

Dank der persönlichen Schilderungen der afrikanischen Offiziere erfuhren die Zuhörer und Gäste bei diesem Regionalen Informationstag neue Anregungen und Impulse. Diese hinterfragten sie intensiv in der abschließenden Podiumsdiskussion mit den Referenten, die fachkundig und mit persönlichen Erfahrungen versuchten, jede Frage zu beantworten und Anmerkungen aufzunehmen.

Neben der geistigen Nahrung sollte auch die sinnliche Erfahrung zum besseren Verständnis stehen. So probierten die Gäste, Lehrgangsteilnehmer und die Referenten bei einem Empfang im Foyer des Manfred-Wörner-Zentrums lokale Spezialitäten aus Burkina Faso und Benin.

 

 

 

Soldaten helfen im Kampf gegen den Krebs

Autor: Jörg Rütten; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 06.02.2019

Scheck für die Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum-Hamburg

Oberst i.G. Rütten übergibt den Scheck an Frau Winter

 

Soldaten helfen im Kampf gegen den Krebs

Die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg unterstützt die Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V. mit einer Spende. Unter dem Motto „Wir müssen was tun. Lasst uns helfen, die unfassbaren Schicksale zu überwinden. Setzen Wir als Lehrgang ein Zeichen. Knack den Krebs!“ initiierte der Lehrgangsteilnehmer Hauptmann Patrick Pahlke im Basislehrgang Streitkräfte eine Spendenaktion zugunsten krebskranker Kinder. Damit setzten die Lehrgangsteilnehmer ein Zeichen der Solidarität.

Der Kommandeur der Führungsakademie, Generalmajor Oliver Kohl war von diesem Engagement derart angetan, dass er in allen Bereichen der Akademie darum bat, den angesammelten Betrag durch weitere Spenden zu erhöhen. Er musste nicht lange bitten: Zum Schluss kamen 1.200 Euro zusammen, eine wertvolle Unterstützung für die Kinder und Pfleger des Kinderkrebszentrums und ein gefühlvolles Zeichen der Soldaten als verantwortungsbewusster Teil der Gesellschaft.

Den Scheck übergaben stellvertretend für alle Lehrgangsteilnehmer und das Stammpersonal der Lehrgangsleiter BLS B, Oberst Jörg Rütten und der Lehrgruppenfeldwebel, Hauptfeldwebel Andreas Neumann an die Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg. Rütten unterstrich das Motto und den Wunsch: „Wir wünschen allen Kindern und Beteiligten von ganzem Herzen gute Besserung, Kraft und Durchsetzungsvermögen“.

 

Herr Dr. Bublitz, Geschäftsführer Fördergemeinschaft Kinderkrebs-Zentrum Hamburg e.V., bedankte sich schriftlich mit folgenden Worten:

"Sehr geehrter Herr Generalmajor Kohl,

wir möchten uns bei Ihnen auf diesem Wege ganz herzlich für das außerordentliche Spendenengagement Ihrer Führungsakademie bedanken. Im Rahmen der symbolischen Spendenübergabe am 21. Januar mit Oberst Jörg Rütten, Hauptfeldwebel Andreas Neumann sowie Oberstabsgefreite Laura Clayborn haben wir viel über das abteilungsübergreifende Spendenengagement der Akademieteilnehmer erfahren.

Wir sind begeistert!

Ihre Spende kommt der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zugute. Seit 1975 unterstützen wir die Station, indem wir mit unterschiedlichsten Projekten die Patientenversorgung verbessern, soziale Hilfen für betroffene Familien leisten und an den molekularen Grundlagen kindlicher Krebserkrankungen forschen, um neuen Diagnostik- und Therapieformen den Weg zu ebnen. Hierfür haben wir 2006 ein eigenes Forschungsinstitut gegründet. Wir freuen uns, Sie und Ihre Mannschaft an unserer Seite zu wissen! " 

Wir bauen auf - LEGO SERIOUSPLAY

Wir bauen auf – Innere Führung

Autorin: Claudia Birkholz; Bilder: Claudia Birkholz

Hamburg, 08.02.2019

Zur Eingewöhnung bauten alle Teilnehmenden zum Einstieg eine Schildkröte nach Vorlage

Hauptmann Anke Blaschke baut den „idealen Vorgesetzten“

Hauptmann Alexander Jetschowski baut seine Vorstellung zur besten Führungskultur 2025

Major Jörg Becker baut seine Vorstellung zur besten Führungskultur 2025

 

 

 

LEGO SERIOUSPLAY im Basislehrgang Stabsoffiziere (BLS)

LEGO gehört nicht nur ins Kinderzimmer. Auch auf dem aktuellen Basislehrgang Stabsoffiziere (BLS) wurde ein Tag lang ernsthaft mit den bunten Bausteinen gespielt. Im Hörsaal neun stand das Thema „Innere Führung“ auf dem Dienstplan. Der Tutor, Oberstleutnant Wolfgang Janker, brachte bereits im Vorfeld die Idee ein, sich diesem komplexen Thema einmal anders zu nähern. Hintergrund ist eine Methode, die bereits in diversen Führungsetagen der zivilen Wirtschaft zum Einsatz kommt, wenn spielerisch ernsthafte Problemstellungen bearbeitet werden. Mit dem sogenannten LEGO SERIOUSPLAY kommt die Gruppe durch gezielte Fragen und Aufgaben beim Bauen von Modellen, dem individuellen Ziel schrittweise näher.

Bauen Sie eine Schildkröte

„Ich kenne solche Methoden bisher nur aus dem Bereich Recruiting und bin neugierig, wie wir es im Hörsaal umsetzen können“, sagte eine Lehrgangsteilnehmerin vor Beginn des Ausbildungstages. Auch die anderen Kameraden im Raum betrachteten die mit Laken abgedeckten Tische und die auf den Plätzen verteilten Legosteine zunächst mit fragendem Gesichtsausdruck.

Die erste Stunde begann zunächst damit, sich mit der Methode und dem Material vertraut zu machen. Hierfür bekam jeder fünf Minuten Zeit, um mit Hilfe einer Vorlage eine kleine Schildkröte zu bauen. Nachdem nun alle warm gespielt waren, kam schon eine Aufgabe, bei der etwas mehr Kreativität gefragt war. In wiederum fünf Minuten sollte vor Jedem eine Brücke entstehen. Als Auflage wurde vorgegeben, dass die eigene Hand unter die Brücke passen muss. Keine Brücke glich der anderen und auch die Erläuterungen zu den Kreationen waren sehr individuell.

Der ideale Vorgesetzte

 Mit der nächsten Aufgabe näherten wir uns nun langsam dem Seminarthema „Innere Führung“. Oberstleutnant Janker wollte nun von den BLS-Teilnehmenden den in ihren Augen idealen Vorgesetzten. Damit gab er den Startschuss für die nächsten kreativen Kunstwerke. Jeder Stein wurde bewusst gewählt und stand für eine Eigenschaft oder Fähigkeit. Bei der gegenseitigen Vorstellung der Gebilde stellte sich schnell heraus, dass es trotz der augenscheinlich sehr unterschiedlichen Herangehensweise auch viele Gemeinsamkeiten in der Bedeutung der verwendeten Spielsteine gibt.

Führungskultur 2025

Nach der Mittagspause wurde die Aufgabenstellung noch einmal komplexer. Für die Ausgangslage sollten sich alle vorstellen, dass wir uns im Jahr 2025 befinden und die Bundeswehr den Stiftungspreis für die beste Führungskultur Deutschlands gewonnen hat. Aber wie haben wir das schaffen können? Auf diese Frage sollten die nächsten Modelle Antworten geben.

Zu Beginn waren alle noch sehr verhalten und kramten in den Boxen mit den bunten Steinen ohne genau zu wissen, was am Ende dabei herauskommt. Nach wenigen Minuten waren die Teilnehmenden in sich gekehrt und bauten Stein um Stein erneut die unterschiedlichsten Phantasiegebilde. Der Hörsaalleiter stellte immer wieder neue Leitfragen: Was ist 2025 gänzlich neu? Welche Widerstände mussten überwunden werden? Was hat die Einführung dieser Führungskultur begünstigt?

Inzwischen ging das Zusammenbauen immer schneller von der Hand und bereits nach 20 Minuten ging erneut die Vorstellungsrunde in den Arbeitsgruppen los. Das war aber noch lange nicht alles. Aus den jeweils sechs Meisterstücken der Gruppenmitglieder sollte am Ende eine Gesamt-Führungskultur 2025 einer jeden Gruppe entstehen. Also steckten alle erneut die Köpfe zusammen, arbeiteten Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus und ließen aus den individuellen Ideen ein Gesamtkonzept entstehen.

Die letzte Vorstellungsrunde der Gesamtgebilde erfolgte nun vor dem gesamten Hörsaal. Alle lauschten den Ausführungen der Arbeitsgruppen und freuten sich sowohl bei Übereinstimmungen zu den eigenen Ideen, als auch bei neuen Denkrichtungen, auf die die eigene Gruppe nicht gekommen ist.

Die anfängliche Skepsis vom Morgen, ist am späten Nachmittag einer Begeisterung für die Methode gewichen und alle Lehrgangsteilnehmer und Lehrgangsteilnehmerinnen des Hörsaal neun waren sich einig – LEGO SERIOUSPLAY ist zur Bearbeitung von komplexen Fragestellungen eine tolle Alternative zu herkömmlichen Workshops. Außerdem - spielerisch lernen können nicht nur Kinder.

 

 

Führungsakademie gedenkt der Opfer des Holocaust

Gedenkveranstaltung zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust"

Autorin: Dr. Victoria Eicker; Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 31.01.2019

Angehörige der Führungsakademie der Bundeswehr gedenken den Opfern des Holocaust

Mit den Klängen aus dem Kinofilm Schindlers Liste endete die Veranstaltung zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Vor der Villa Plaut hatten sich Angehörige der Führungsakademie versammelt, um über das Gebäude Zugang zur Geschichte der jüdischen Bürger im Nationalsozialismus zu erhalten. Nach Einer Einleitung durch Brigadegeneral Boris Nannt setzten der Hamburger Landesrabbiner Shlomo Bistritzky und der evangelische Militärdekan Hartwig von Schubert Impulse zur Geschichte der jüdischen Deutschen und zur aktuellen Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Mehr über die Geschichte und Erinnerung auf dem Gelände der Führungsakademie der Bundeswehr erfahren Sie hier.

 

 

 

 

 

Sicherheitspolitischer Hotspot Ostsee

Sicherheitspolitischer Hotspot Ostsee

Autorin: Dr. Victroria Eicker; Fotografin: Lene Bartel

Hamburg, 23.01.2019

Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Generalmajor Oliver Kohl, eröffnet die Tagung

Inga Skujina, außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin der Republik Lettland, im Gespräch

v.l.n.r. Moderatorin Nana Brink, Prof. Dr. Carlo Masala, Prof. Dr. James Bindenagel und Generalleutnant Hans-Werner Wiermann im zweiten Panel 

Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine, in der Diskussion über ,,Die Herausforderungen des Ostseerausm aus maritimer Sicht"

Der Leiter der Steuergruppe Denkfarbik, Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, moderiert die Panels

v.l.n.r. Brigadegeneral Boris Nannt, Prof. Dr. Carlo Masala und Vizeadmiral Rainer Brinkmann im Abschlusspanel

Der Vorstand des GIDS, Prof. Dr. Bruckhard Meißner, beendet die Tagung mit seinen abschließenden Worten

 

 

 

 

Aktuelles und Videos siehe: Hompage des German Institute for Defence and Strategic Studies

Hamburg – Um das Konfliktpotenzial rund um die Ostsee ging es bei der Konferenz „Strategie in Raum und Zeit: Neue Herausforderungen für Deutschland, NATO und EU im Ostseeraum“ des im Juni 2018 neu gegründeten German Institute for Defense and Strategic Studies (GIDS). An der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg diskutierten Experten aus Politik, Bundeswehr und Wissenschaft am Dienstag über den sicherheitspolitischen Hotspot Ostseeraum und die strategischen Herausforderungen an Deutschland im Bündnis.

Mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim 2014 und den hegemonialen Ansprüchen Russlands hat die sicherheitspolitische Architektur in Osteuropa eine deutliche Erschütterung erfahren. „Die Krise hat sich von einem Randmeer – nämlich dem Schwarzen Meer – zu einem anderen Randmeer – die Ostsee – verlagert“, erklärte Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, Vorstand des GIDS in seiner Begrüßung. „Der Ostseeraum ist zu einem sicherheitspolitischen Hotspot geworden.“ Dabei komme der strategischen Betrachtung eine besondere Rolle zu.

Strategie im Spannungsfeld zwischen Militär und Politik

Dem Begriff der Strategie widmete sich in der Keynote Prof. Dr. Stig Förster, der in seinen Ausführungen bis ins 19. Jahrhundert und die strategischen Ansätze von Carl von Clausewitz und Helmut von Moltke zurückging. „Strategisches Denken war zu der damaligen Zeit auf Kriegsvorbereitung und Krieg beschränkt“ und damit weit von einem gesamtstaatlichen Ansatz entfernt, erklärte er. Strategie stand – und stehe immer – im Spannungsfeld zwischen Politik und Militär.

Die strategische Dimension des Meeres

„Das Meer hat eine wichtige strategische Dimension“, betonte Vizeadmiral Rainer Brinkmann, Stellvertreter des Inspekteurs der Marine, in seinem Vortrag. Die geographische Lage Deutschlands in der Mitte Europas sei nicht nur bedeutsam für die Rolle Deutschlands innerhalb der Europäischen Union, sondern habe auch eine maritime Komponente. Deutschlands Wohlstand als Exportnation hänge essentiell von den Weltmeeren ab. „Die Deutsche Marine schützt Handelswege“, sagte Brinkmann. „Die Ostsee ist Teil der Nordflanke und bildet eine strategische Einheit mit dem Nordmeer, daher ist die Präsenz des Bündnisses im Baltikum unverzichtbar.“ Die maritimen Herausforderungen aus sicherheitspolitischer Perspektive würden zunehmen.

Demokratische Werte und Desinformation

Inga Skujina, außerordentliche und bevollmächtige Botschafterin der Republik Lettland, betonte nach einem kurzen Abriss der jüngsten lettischen Geschichte, dass Landesverteidigung keine Sache der Vergangenheit mehr sei. „Aus den jüngsten Entwicklungen in der Ukraine haben wir unsere Schlussfolgerungen gezogen“, sagte Skujina. „Es geht darum, für unsere demokratischen Werte einzustehen.“ Der ehemalige Kommandeur des 1. Deutsch-Niederländischen Korps, Generalleutnant a.D. Ton van Loon erklärte in einem Impulsvortrag, dass es weltweit eine Rückkehr zu Machtpolitik gebe – und das nicht nur in Russland. Die Werkzeuge seien vielfältig und beziehen hybride Kriegsführung beziehungsweise hybride Methoden mit ein. „Desinformation hat eine neue Dimension erreicht, wenn man mit Social Media Wahlen gewinnen kann.“ Das Ziel sei es dabei, Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung der Menschen zu nehmen. Die Tatsachen rücken dabei weiter in den Hintergrund. „Es gibt Nähte zwischen den verschiedenen Gesellschaftsgruppen. Wenn man auf diese einwirkt, können sie zerreißen“, sagt der Niederländer. In der Folge müsse Resilienz gestärkt werden.

Vertrauen schaffen und Strategie stärken

Oberst i.G. Dr. Norbert Eitelhuber von der Stiftung Wissenschaft und Politik referierte über mögliche Entwicklungsszenarien für das NATO-Russland-Verhältnis. Er plädierte für eine strategische Analyse – „Beobachtung allein reicht nicht. „Ein Russland, das sich seiner selbst unsicher ist, ist ein Quell der Unruhe“, sagte Eitelhuber. Darum sei jeder Schritt, der hilft, Vertrauen wiederaufzubauen, ein wichtiger Schritt. „Nur Vertrauen schafft Sicherheit.“ In der anschließenden offenen Diskussion sagte Skujina: „Wir sind in Lettland im hybriden Krieg. Das ist eine Konstante in unserem Alltag.“ Am Ende war man sich einig, dass man in diesem Spannungsfeld nur strategisch vorgehen kann. „Für uns ist es wichtig, dass die Amerikaner in Europa bleiben“, betonte van Loon. Bezogen auf das Baltikum gab Eitelhuber noch einmal zu bedenken: „Wir müssen Russland klarmachen, dass die Kosten für einen Einmarsch ins Baltikum zu hoch wären.“

„Deutschland braucht eine mutige und strategische Vision“

Auf einem weiteren Panel wurde insbesondere über die Rolle Deutschlands im wackelnden Weltgefüge diskutiert. Prof. Dr. Carlo Masala, Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, betonte, die Lage sei klar: Auf der einen Seite Russland, in der Mitte Europas zurückkehrender Nationalismus und mit Blick nach Westen die Frage, ob die USA weiter eine europäische Macht sein wollen. „Deutschland ist zu klein, um global eine Rolle zu spielen“, sagte der Professor. Dennoch werde von Deutschland Führung in Europa erwartet – mit Samthandschuhen. „Deutsche Hegemonie zeigt sich im Positiven im Ostseeraum“, betonte er. Prof. Dr. James Bindenagel, U.S. Ambassador a.D. und Leiter des Center for International Security and Governance an der Universität Bonn, gab den Gästen einen Einblick in die transatlantische Partnerschaft – gesehen von der anderen Seite. „Trump hat Visionen und einen starken Willen, aber keine Strategie“, sagte er unverblümt. Je mehr sich die USA als internationaler Akteur in sicherheitspolitischen Fragen zurückziehe, desto wichtiger werde die Rolle Deutschlands. „Aber Deutschland – und auch Europa – brauchen eine strategische Planung“, gab er zu bedenken, „und eine mutige und strategische Vision.“

Die Widerstandskraft der Gesellschaft

„Es wird keine Sicherheit in Europa geben ohne eine europäische Union“, betonte Generalleutnant Hans-Werner Wiermann, deutscher militärischer Vertreter im NATO-Militärausschuss und EU-Militärausschuss und fügte an: „Es wird auch keine Sicherheit für Europa geben ohne amerikanisches Engagement in Europa.“ Das Dilemma sei klar: „Europa kann bestimmte Sachen besser als der Nationalstaat und andere kann man besser im Nationalstaat angehen und nicht auf der Ebene der europäischen Union. Das muss Brüssel entscheiden“, sagte Wiermann, und es müsse klug entscheiden. Zugleich forderte Masala: „Wir müssen die sicherheitspolitischen Debatten offen führen, und nicht, weil man eine bestimmte Reaktion in der Gesellschaft antizipiert, Probleme nicht ansprechen – oder schlimmer noch – wichtige Entscheidungen nicht treffen.“ Es sei wichtig, sich ehrlich zu machen, betonte Brinkmann. Das führte am Ende auch noch einmal zum Thema der Resilienz. Die Widerstandskraft der Gesellschaft zu stärken, sie auf sicherheitspolitische Umbrüche mit möglichen Folgen vorzubereiten – das sei schließlich auch Strategie.

Aktuelles und Videos siehe: Hompage des German Institute for Defence and Strategic Studies

 

 

Stolze Bilanz: Über 3000 Euro für die Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien

Autor: Birgit Schön; Fotos: Bundeswehrsozialwerk

Hamburg, 22.01.2019

Der stolze Gewinner mit seinem Fußball im Kreise der Regionalstelle des BwSW

Mitglieder der Regionalstelle 2127 des BwSW beim Oster-Büchermarkt

2824,15 Euro. Das ist die Summe, welche die Regionalstelle Hamburg –West dem Bundeswehr-Sozialwerkes im vergangenen Jahr für die „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien“ überreichen konnte. Darüber hinaus ergab eine Spendensammlung des Seminars „Internationale Höhere Führung 2018 an der Führungsakademie der Bundeswehr zusätzliche 525 Euro.

Bücherflohmarkt und Tag der Bundeswehr

An insgesamt fünf Veranstaltungstagen im vergangenen Jahr kam das Geld für die Aktion Sorgenkinder in Hamburg zusammen. , Den Anfang machte im März ein Oster- Bücherflohmarkt, bei dem die Besucher in der Clausewitz-Kaserne der Führungsakademie der Bundeswehr neben vielen, bunten Büchern auch Kaffee und Kuchen genießen konnten. Bei dieser Veranstaltung konnte ein Erlös von 453,20 Euro für die Aktion Sorgenkinder gewonnen werden. Später im Juni, beim „Tag der Bundeswehr“, an dem sich 2018 auch die Führungsakademie der Bundeswehr beteiligte, konnte das Bundeswehr-Sozialwerk mit einem Glücksrad und konnte damit 771, 95 Euro erzielen. Es gab tolle Preise zu gewinnen: Zwei Mitfahrten auf einem Marineschiff bei der Kieler Woche und einen Rundflug über Hamburg mit der Reservistenkameradschaft Flugdienst aus Appen. Das lockte viele Besucher, das Glücksrad mal kräftig zu drehen.

Tombola und immer wieder Glücksrad

Ebenfalls im Juni fand das Kinderfest in der Clausewitz-Kaserne an der Elbe statt. Dort war das Bundeswehr-Sozialwerk mit der schon zur Tradition gewordenen Tombola mit am Start und konnte für die Aktion Sorgenkinder 808 Euro erzielen. Auch hier lockte der Hauptpreis viele Besucher an den Stand: Über einen Gutschein in Höhe von100 Euro für einen Aufenthalt in einem Haus des Bundeswehr-Sozialwerks freute sich Oberstabsgefreite Ewa Kolodziejczyk, Mitarbeiterin der Führungsakademie der Bundeswehr. Im November drehte sich wieder das Glücksrad. Am traditionellen „Tag der Regionen“ des Lehrgangs Generalstabs-/ Admiralstabsdienst National erfreute sich das Bundeswehrsozialwerk über 440 Euro, die das Glücksrad in den Geldbeutel drehte. Zu gewinnen gab es wie im Sommer einen Rundflug der Reservistenkameradschaft Appen über Hamburg. Stolzer Gewinner war der Sohn eines Lehrgangsteilnehmers aus dem LGAN 2017, der darüber hinaus auch noch einen Lederfußball gewann. Einen Monat später fand zur Weihnachtszeit die letzte Aktion statt. Beim vorweihnachtlichen Abend des Lehrgangs Generalstabs- / Admiralsstabsdienst International dreht sich nicht nur wieder das Glücksrad mit tollen Preisen, auch selbstgemachte Weihnachts-Dekoration und diverse Handarbeiten sorgten für einen Erlös von 351 Euro.

Das Bundeswehr-Sozialwerk (BwSW) engagiert sich für die Menschen in der Bundeswehr – und für deren Familien. Was mit Erholungsheimen begann, ist heute zu einem breiten Spektrum an sozialen Angeboten ausgebaut: zum Beispiel Hilfen für Eltern von Kindern mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, sowie für unverschuldet in Not geratenen Bundeswehrangehörige und ihre Familien. Unterstützung durch Bereitstellung kostenloser Urlaube in vereinseigenen Häusern oder finanzielle Einzelhilfen erhalten auch Familien, die von einem Auslandseinsatz betroffen sind, insbesondere verletzte Einsatzrückkehrer und deren Familien oder Hinterbliebene von gefallenen Soldaten. Aus der „Aktion Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien“ werden unter anderem seit Jahren spezielle Freizeiten für Kinder mit Beeinträchtigungen, sowie Einzelhilfen finanziert und unverschuldet in Not geratene oder schwer erkrankte Bundeswehrangehörige und ihre Familien unterstützt.

Serbiens großer Tag an der Führungsakademie der Bundeswehr

Autor: Marc Schulz; Fotos: Lene Bartel

Hamburg, 14.01.2019

Oberstleutnant Mandić gewährte tiefe Einblicke in die Herausforderungen seines Landes

Tanzvorführung des Serbischen Vereins für Kultur und Kunst „Mladost“

Am 4. Dezember 2018 setzte der zweite Große Nationale Informationstag (GNIT) des Lehrgangs Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) die Vortragsreihe mit kulturellem Schwerpunkt der Partnernationen des LGAI 2018 fort.

Beim jüngsten Großen Nationalen Informationstag stand Serbien, vorgestellt durch den serbischen Lehrgangsteilnehmer, Herrn Oberstleutnant Velimir Mandić, im Mittelpunkt. Mit dem Blick Deutschlands auf den Balkan und im Speziellen auf Serbien leitete der Kommandeur der Führungsakademie, Herr Generalmajor Oliver Kohl, mit seinen Erfahrungen ein. Als ALUMNI des Jahrgangs 2007 begrüßte der serbische Militär-Attaché, Herr Oberst im Generalstab Dejan Cimbaljević, drückte seine besondere Verbundenheit zur Führungsakademie der Bundeswehr aus und dankte allen Gästen mit sehr persönlichen Worten. In bewährter Manier stellte der Lehrgangsleiter des LGAI, Herr Oberst im Generalstab Frank Wasgindt, den Hauptredner vor und bereitete so die Bühne für dessen kurzweiligen Vortrag.

Oberstleutnant Mandić gewährte mit ungezwungenem Witz und Charme sowie interessanten Fakten tiefe Einblicke in die Herausforderungen seines Landes. Er ließ dabei auch die komplizierten Themen, wie Gebietsstreitigkeiten und die wirtschaftliche Entwicklung, nicht aus. Zur allgemeinen Erheiterung verglich er die Entwicklung und die Chancen Serbiens mit der seines pubertierenden Sohnes und unterstrich aus seiner persönlichen Sicht die Parallelen. Inhaltlich wurde Oberstleutnant Mandić im Thema Religion durch Herrn Erzdiakon Milutin Marić unterstützt, welcher den Gästen kurz und informativ die Besonderheiten der orthodoxen Kirche näher brachte. Gegenseitiges Verständnis erzeugend, ging er dabei auf die Unterschiede, aber auch auf die Gemeinsamkeiten zur römisch-katholischen Kirche ein. Für Auflockerung sorgten verschiedene Tanzvorführungen des Serbischen Vereins für Kultur und Kunst „Mladost“. Die sichtbare Begeisterung der serbischen Kinder in ihren handgefertigten Kostümen führte zu einem donnernden Applaus aller Gäste, bevor zum Abschluss der Veranstaltung typisch serbische Getränke und Speisen gereicht wurden.

 

Strategie in Raum und Zeit: Tagung am 22.01.2019

Strategie in Raum und Zeit: Neue Herausforderungen für Deutschland, NATO und EU im Ostseeraum

Autor: Dr. Victroria Eicker; Fotos: GIDS

Hamburg, 07.01.2019

 

Die völkerrechtswidrige Annexion der Krim 2014 war der Anfang. Die hegemonialen Ansprüche Russlands auf die Ostukraine schwelen seither unterschwellig und ungelöst vor sich hin. Das sicherheitspolitische Umfeld ist an der NATO-Ostgrenze deutlich volatiler geworden. Der Ostseeraum markiert da einen strategischen Knotenpunkt.

Diesem Thema und seinen sicherheitspolitischen Implikationen für Deutschland widmet sich am 22. Januar die zweite Strategiekonferenz der neuen, bundeswehreigenen Denkfabrik „German Institute for Defense and Strategic Studies“ (GIDS). Im Manfred-Wörner-Zentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg werden Impulsvorträge und Paneldiskussionen zu der Frage führen, welche Bedeutung Deutschland im Bündnis insbesondere in Bezug auf den Ostseeraum heute hat. Hochkarätige Gastredner und Panelisten werden den strategischen Dialog bereichern.

Gemeinsame Diskussion zwischen Experten und Publikum

Deutschlands Sicherheit ist tief verknüpft mit den Bündnispartnern aus NATO und Europäischer Union. Die strategische Bedeutung des Ostseeraums für die Sicherheit und Stabilität in Europa und damit auch in Deutschland ist in den vergangenen Jahren besonders in den Vordergrund gerückt. Welche strategische Rolle wird Deutschland angesichts der derzeitigen und künftig zu erwartenden politischen Umwälzungen erfüllen müssen? Welche Anforderungen kommen in den verschiedenen Bündnissen auf Deutschland zu? Die Thematik wird aus unterschiedlichen Perspektiven mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Streitkräften beleuchtet, sowie sicherheitspolitische und militärstrategische Herausforderungen, Ausrichtungen und Entwicklungsszenarien gemeinsam mit dem Publikum diskutiert.

GIDS – Denkfabrik im Aufbau

Das GIDS wurde im Juni 2018 von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eröffnet. Die Auftaktveranstaltung des GIDS ging der Frage nach, welche Bedeutung Strategie im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs beigemessen wird. Diskutiert wurde damals mit Vertretern aus Wissenschaft und Politik, Religion und Kultur. Die am 22. Januar 2019 folgende zweite Tagung findet ganztägig mit Impulsvorträgen und Paneldiskussionen statt. Damit setzt das GIDS auf dem Strang des öffentlichen Diskurses seinen Weg zur etablierten Denkfabrik fort.

Zu einer Teilnahme sind Sie herzlich eingeladen. Nähere Informationen finden Sie hier

 

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