Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

Die EU war Thema beim „Clausewitz-Gespräch“

Autor: Helmut Zimmermann; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 15.06.2018


Prof. Dr. Lennart Souchon begrüßte die Teilnehmenden

Admiral Jürgen Ehle (l) und Fregattenkapitän Helmut Zimmermann führen in die Thematik ein

Dient dem Internationalen Clausewitz-Zentrum als Vorbild: Carl von Clausewitz preußischer Generalmajor und Heeresreformer

Anfang Juni konnte das Internationale Clausewitz Zentrum (ICZ) wieder einmal eine herausragende Persönlichkeit für einen Vortrag im Rahmen eines Clausewitz-Gesprächs an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) gewinnen. Flottillenadmiral Jürgen Ehle, Leiter des Arbeitsbereichs Militärpolitik an der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union (EU) in Brüssel, hat seine Gedanken vor einem interessierten Publikum aus Öffentlichkeit, Verwaltung, Industrie, Polizei und Streitkräften zum Thema „Die Zukunft der Europäischen Union – aus Sicht deutscher Militärpolitik“ vorgestellt.

Informationen aus erster Hand

Der Leiter des Arbeitsbereichs „Militärpolitik“ und seine Mitarbeiter beraten den deutschen Ständigen Vertreter bei der EU und den deutschen Vertreter im Politischen und Sicherheitspolitischen Komitee der EU (PSK) in sicherheits- und allen militärpolitischen Fragen. Er ist zugleich stellvertretend für den Deutschen Militärischen Vertreter im Militärausschuss der EU (DMV EU) tätig. Dieser militärische Vertreter vertritt den Generalinspekteur der Bundeswehr bei der EU.

Europas Stellung im Weltgefüge

Die sicherheitspolitisch interessierten Zuhörer verfolgten mit großem Interesse die Ausführungen zur europäischen Stellung im Weltgefüge. „Bei der EU handelt es sich längst nicht mehr nur um eine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern um einen globalen politischen Akteur mit gemeinsamen Werten und Interessen, die es zu sichern und zu verteidigen gilt“, so der Admiral. Er stellte anschaulich dar, auf welche internen und externen sicherheitspolitischen Einflussfaktoren wie Migration, völkerrechtswidrige Aggressionen Russlands, veränderte sicherheitspolitische Schwerpunkte der USA unter Präsident Trumps und letztendlich der BREXIT die EU reagieren will. Dabei seien die Weichen für die „Sicherheitsgemeinschaft“ Europas neu justiert worden, so Ehle weiter. Nicht unerwähnt blieb, dass es vor allem der Wille vieler EU Mitgliedstaaten ist, die Potenziale der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GSVP) intensiv auszuschöpfen, um zu zeigen, dass „mehr Europa“ einen konkreten Nutzen für die Sicherheit der Bürger mit sich bringt. 

Der Weg zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Er ging in diesem Zusammenhang auch auf die nächsten Schritte ein, die die EU bei dieser Neujustierung der Weichen für eine „Sicherheitsgemeinschaft“ gehen will. Dabei kann die EU auf die bereits seit 2003 mittels mannigfaltiger militärischer Operationen und ziviler Missionen erzielten sicherheitspolitischen Erfolge aufbauen. Der Admiral betonte, dass die Ergebnisse der GSVP nicht geringschätzt werden dürfen. Sie sollten als Schritte hin zu einer Europäischen Sicherheits- und Verteidigungsunion (EVU) verstanden werden.

Das Ziel: Die Europäische Verteidigungsunion

In diesem Kontext spannte Flottillenadmiral Ehle den Bogen vom Vertrag von Lissabon aus Dezember 2009 bis hin zur Globalen Strategie für die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union im Jahr 2016. Er verdeutlichte, dass in den letzten Jahren eine Vielzahl von Initiativen der GSVP auf den Weg gebracht worden seien, die zu einer Europäischen Verteidigungsunion (EVU) führen sollen. Ein Instrument hierzu sei die im EU-Vertrag vorgezeichnete Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (SSZ), der 25 EU-Staaten beigetreten sind. Die ersten 17 Projekte seien bereits ausgemacht worden, um europäische militärische Fähigkeitslücken zu schließen und hochwertige Rüstungsprojekte gemeinsam zu entwickeln. Der geschaffene Europäische Verteidigungsfond (EVF), von Kommissionspräsident Juncker ins Leben gerufen und aus dem EU Haushalt finanziert, würde die Mitgliedsstaaten bei konkreten Vorhaben der Forschung und Fähigkeitsentwicklung unterstützen.

Zusammenarbeit zwischen NATO und EU

Mit einer koordinierten jährlichen Überprüfung der nationalen Verteidigungsplanungen (CARD – Coordinated Annual Review on Defence) sollen Arbeits-, Zeit- und Finanzpläne zwischen den Mitgliedsstaaten koordiniert und weiterentwickelt werden. Des Weiteren würde in diesem Gesamtkontext einer engeren Zusammenarbeit zwischen NATO und EU Vorschub geleistet werden.  Der Weg hin zur EVU bedeute nach Ehle für Deutschland vor allem den Dreiklang: (1) Transatlantisch bleiben – europäischer werden, (2) Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit in der NATO und (3) die Europäische Verteidigungsunion mit Leben füllen („Armee der Europäer“).

Hier gelangen Sie zur Seite des Internationalen Clausewitz-Zentrums (ICZ)

 

 

Aktuelles

Diversity bedeutet, das Schubladendenken zu verlassen

Autor: Verena Hoffmann / Jonathan Scheffler; Fotos: Jonathan Scheffler

Hamburg, 13.06.2018


Austausch in der Arbeitsgruppe "Religiöse Vielfalt leben"


Dr. Maren Tomforde „Den Menschen hinter der Uniform sehen"


Dr. Ute Schäffer und Dr.Maren Tomforde folgen gespannt den Vorträgen der Teilnehmenden


Oberstleutnant Dr. Uwe Ulrich trägt über "Diversity innerhalb der Bundeswehr" vor

Unter dem Motto „Diversity in der Hochschule“ fand Anfang Juni der 6. Deutsche Diversity-Tag an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) in Hamburg statt. In einem vielfältigen Programm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Workshops und einem Poetry Slam wurde das Thema „Vielfalt“ den interessierten Besuchern näher gebracht. Neben Vertretern aus der freien Wirtschaft und Forschung brachte sich auch die Bundeswehr mit Fachvorträgen und Workshops ein. Interessierte Teilnehmer konnten unter Anleitung von Hauptfeldwebel Hülya Süzen vom Zentrum Innere Führung (ZInFü) in einem Thesenspiel zum Thema „Religiöse Vielfalt leben“ unterschiedliche Statements zur Religion und Bundeswehr diskutieren. Die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) bot zum Thema „Diversität in der Bundeswehr“ einen Workshop an, der von Frau Dr. Maren Tomforde und Oberstleutnant i.G. Dr. Uwe Ulrich geleitet wurde. Beide haben langjährige Erfahrungen mit "Diversity"-Inhalten und stellten in ihren Impulsvorträgen deutlich heraus, dass „Diversity“ nicht nur die Dimension Gender umfasst.

Diversity verlangt, ein Schubladendenken zu verlassen

Mit ihrem Beiträgen unterstrichen sie die Wichtigkeit gelebter Vielfalt in den Streitkräften und sensibilisierten ihre Zuhörer, das Schubladendenken in unserer Gesellschaft aufzubrechen. „Diversity" bedeutet Unterschiedlichkeit! Unterschiedlichkeit in Alter, Rasse, Religion, Behinderung, Bildung, Herkunft, sexuelle Orientierung und Geschlecht. Vielfalt anerkennen, heißt, sich auf den Anderen einzulassen und die positiven Synergieeffekte zu nutzen.

„Der wertschätzende Umgang mit Vielfalt ist normativ geboten“

Neben Vertretern der FüAkBw trugen Referenten des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg und des Bildungs- und Informationszentrums der Bundeswehrverwaltung in Mannheim zum Thema Diversität und deren Einsatzmöglichkeiten in Behörden vor. Das Zentrum Innere Führung in Koblenz zeigte auf, wie man mit Hilfe von Ausbildungsmaterialien Soldaten/-innen erreichen und informieren kann.

Vielfalt ist gewollt

Alle Vorträge hatten gemeinsam, dass Vielfältigkeit innerhalb der Bundeswehr gewollt ist und als eine Chance für die Bundeswehr verstanden wird. „Denn“, so Oberstleutnant Dr. Uwe Ulrich, „profitiert die Bundeswehr, wie andere Streitkräfte auch, von der Vielfalt an unterschiedlichen Erfahrungen und Qualifikationen.“ Schon „der Bezug zu unserer Werteordnung und der Blick in das Grundgesetz fordert den wertschätzenden Umgang mit dem Individuum sowie dessen chancengerechte Behandlung“, wie Oberstleutnant Dr. Ulrich ausführte. Und somit ist es für alle Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr von besonderer Bedeutung, den Umgang mit Vielfältigkeit zu lehren.

Auch an der FüAkBw ist Diversität ein Thema

Speziell der FüAkBw mit ihren Lehrgängen für zukünftige Stabsoffiziere käme eine besondere Verantwortung zu. „Bezogen auf die Inhalte befassen wir uns mit Ursachen und Wirkungen soziokultureller Vielfalt in der Bundeswehr. Es geht um sicherheits- und gesellschaftspolitische Megatrends wie der demografische Wandel, die Individualisierung oder die Digitalisierung, um nur einige Beispiele zu nennen. Es geht aber auch um Wahrnehmungsfehler und ihre Auswirkungen in der Personalauswahl und im (Aus-)Bildungsprozess. Es geht zudem um Führungsfragen unter den Bedingungen wachsender Vielfalt – sowohl hinsichtlich des Auftrages als auch der Personen, die ihn ausführen sollen“, so Ulrich.

„Den Menschen hinter der Uniform sehen“

Frau Dr. Maren Tomforde stellte in ihrem Workshop die Foto-Ausstellung „Uniformierte Vielfalt“ vor, die anlässlich des Diversity Tages 2017 an der Führungsakademie entstanden ist. Die Ausstellung zeigt je ein Foto der Soldaten und zivilen Angestellten der Führungsakademie in Büro- beziehungsweise Dienstkleidung wie auch in Privatkleidung. Dazwischen befindet sich ein selbst gewähltes Objekt, das die Person für sich als wichtig erachtet. Die Ausstellung soll darauf aufmerksam machen, dass wir Menschen in unserem geschäftigen Arbeitsalltag oft nur in ihrer offiziellen Position und Funktion wahrnehmen, z.B. als Fahrer des Akademiekommandeurs. Die Individuen dahinter, mit all ihren Fähigkeiten, Fertigkeiten, vielseitigen Interessen und vor allem Erfahrungen, beachten oder kennen wir oftmals nicht.

 


Vorurteile abbauen

Um auf dieses oberflächliche Bild und deren Vorurteile aufmerksam zu machen, wurden die Gäste des Diversity-Tages 2018 im Eingangsbereich des Hauptgebäudes der HSU von zwei lebensgroßen Pappaufstellern, die eine Soldatin und einen Soldaten in Uniform zeigten, konfrontiert. Die Aufgabe der Teilnehmenden war es, dem abgebildeten Soldaten sowie der Soldatin typische Vorurteile „anzuheften“. Die Anzahl der verschiedenen Vorurteile zeigte deutlich, wie uns Vorurteile beim Anblick von Äußerlichkeiten prägen und unser Schubladendenken aktivieren.

Der Vielfalt eine Chance geben

Mit dem sechsten Diversity-Tag an der HSU wurde auf das Thema Diversität an Hochschulen aufmerksam gemacht und ein klares Zeichen gesetzt: Die Vorurteile müssen durchbrochen und abgebaut werden, um der Vielfalt eine gerechte Chance zu geben. Ob dies an der HSU gelungen ist, bleibt abzuwarten. Welche Themen den Diversity-Tag 2019 bestimmen werden, wird sich im nächsten Jahr zeigen.

 

 

 

Ein breites und buntes Spektrum

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Bundeswehr/ Herholt

Hamburg, 08.06.2018


Brigadegeneral Oliver Martin Kohl, auch für die jüngsten Gäste als Ansprechpartner da 


 Marinetaucher zeigen ihr Können


Generalarzt Dr. Joachim Hoitz begrüßt die Rettungssanitäter


Soldaten der Infanterie im Gespräch mit Besuchern


Das begehbare Herz

11.00 Uhr, die Tore der Clausewitz-Kaserne in Hamburg-Blankenese sind gerade einmal eine Stunde lang geöffnet, da verzeichnet die Wache am Tor bereits um die 1.000 Besucher. Das Gelände ist weitläufig, auf dem sich die Besucher des Tags der Bundeswehr verteilen. „ Wir sind über die guten Besucherzahlen gleich zu Beginn unserer Veranstaltung sehr zufrieden, dies zeigt, dass wir ein großes Interesse geweckt haben“, erklärt Oberstleutnant Stefan Ochmanek. Ochmanek ist der Projektoffizier, der auf Seiten der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) für die Organisation des Tags der Bundeswehr verantwortlich ist.

Tag der Bundeswehr bundesweit

Der Tag der Bundeswehr wird heute an 16 Standorten in der gesamten Bundesrepublik begangen. In Oldenburg wird er prominent durch den Besuch der Bundeverteidigungsministerin Ursula von der Leyen begleitet. Ihre Rede wird live an alle Standorte übertragen, so auch an die Führungsakademie.

60 Jahre in Hamburg – Feier mit Geburtstagstorte

In Hamburg ist dieses Jahr die FüAkBw Gastgeberin des Tags der Bundeswehr, der von den fünf großen Hamburger Bundeswehr-Dienststellen gefeiert wird. Zusammen mit der FüAk sind auch das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg, das Landeskommando, die Bundeswehrfachschule und die Helmut-Schmidt-Universität vertreten. Es ist zugleich ein schönes Ereignis, dass in diesem Jahr die FüAkBw wie auch das Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg ihren 60-sten Geburtstag feiern können. Am Nachmittag wird dieser Geburtstag mit dem Anschnitt der Geburtstagstorte gefeiert.

Begrüßung durch fünf Gastgeber

Nach einem ökumenischen Gottesdienst, der an dem Kreuz, das im Zentrum der Kaserne steht, von dem evangelischen und katholischen Militärdekan begangen worden ist, begrüßte der Kommandeur der Führungsakademie, Brigadegeneral Oliver Martin Kohl, als Gastgeber die Besucher. Zusammen mit ihm standen der Chef des Bundeswehrkrankenhauses in Hamburg, Generalarzt Dr. Joachim Hoitz vom Bundeswehr-Krankenhaus, Professor Dr. Klaus Beckmann, der Präsident der Helmut-Schmidt-Universität der Leiter der Bundeswehrfachschule, Oberstudiendirektor Paul Winter sowie der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kapitän zur See Michael Giss, auf der Bühne.

Vielfältiges Programm

Die Besucher erleben in Hamburg ein vielfältiges Programm. Gleich zu Beginn empfängt den Besucher die Besatzung des Spähwagens Fennek, die vor ihrem Spähwagen ihren Dienst und ihr Fahrzeug vorstellt. Wenn die Marinetaucher ins Vorführbecken steigen, ist der Platz vor dem gläsernen Unterwassercontainer voll mit Besuchern. Insbesondere die Kinder haben ihre Freude, denn diese müssen einen Taucher in Tiefseetauchmontur über Funk zu Fundstellen am Meeres-, nein Containergrund führen. Dort sammelt der Taucher die am Grund verborgenen Süßigkeiten auf und bringt sie an die Wasseroberfläche. Eindrucksvoll erleben die Besucher die Marinetaucher im Einsatz. Ein Hubschrauber der Marine ist zu sehen, zwei Spitzenseglerinnen aus dem Perspektiv-Kader des German Sailing Teams sind mit ihrem Laser-Segelboot vor Ort.

Eindrucksvolle Hochleistungsmedizin

Auf dem Sportplatz der Akademie wird das Thema „Gesundheit“ in den Mittelpunkt gestellt. Ein Feldlazarett ist aufgebaut, und das BwK Hamburg ist mit einem begehbaren Herzen eindrucksvoll dabei, Hochleistungsmedizin vorzustellen. Etwas weiter kann der Rettungshubschrauber Christoph 29 besichtigt werden. Ein Blick in die Turnhalle zeigt eine große Kinderschar, die sich an den Sportgeräten und am Sport-Parkour versucht. Der Infanterist der Zukunft und der Schützenpanzer Puma zeugen von der modernen Einsatzwelt der Bundeswehr. Das Großgerät des deutschen Heeres stellt für die Bevölkerung eine besondere Attraktion dar.





Von Historie bis zu Karriere

Darüber hinaus kann sich an vielen Ständen über die Vielfalt rund um die Bundeswehr informiert werden, sei es der Stand der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, des Deutschen Bundeswehrverbandes, des Bundeswehrsozialwerkes, des Bildungszentrums der Bundeswehr oder im Truck des Karrierecenters. Das breite und bunte Spektrum des Berufs- und Einsatzfeldes der Bundeswehr wird an dem Tag der Bundeswehr in Hamburg-Blankenese sehr deutlich. Für historisch Interessierte veranstaltet die FüAk Rundgänge zu historischen Themen und Orten.

Zahlreiche Fähigkeiten der Streitkräfte

Über das Landeskommando Hamburg ist auch die zivil-militärische Zusammenarbeit prominent vertreten, denn dafür ist seit der Flutkatastrophe 1962 das Landeskommando für diese Stadt verantwortlich. Diese 1962 erstmals unter dem damaligen Hamburger Innensenator Helmut Schmidt praktizierte Zusammenarbeit ist seit dieser Zeit auch verfassungsrechtlich festgeschrieben. Sie wird subsidiär gelebt. An der FüAk können die Besucher dieses an den Ständen der Feuerwehr Hamburg, des Technischen Hilfswerks oder der Polizei Hamburg erleben. Alle Stellen sind dort mit ihrem Personal und Material vertreten und beantworten gerne die Fragen. Kommen Sie vorbei. Bis 17.OO Uhr sind die Kasernentore noch für Sie geöffnet.

 

 

 

Innovationsmanagement in der Bundeswehr

Autor: Marcel Borcherd; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 08.06.2018


Gemeinsamer Austausch als Schlüssel zur Auftragserfüllung


Modulteilnehmer bei der Arbeit


Zivil-Militärische Zusammenarbeit

 

Globalisierung, Digitalisierung, Vernetzung: Es gibt unzählige Beispiele, die darauf hinweisen, dass die Welt einem raschen Wandel unterliegt. In einer derart schnelllebigen Welt sind stete Anpassungen unabdingbar. Innovationen machen auch vor der Bundeswehr nicht halt. Wie das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) das Innovationsmanagement für die Bundeswehr angeht, wurde erstmalig in einem eigenständigen Seminar dargestellt. Die Fakultät Management befasste sich vor diesem Hintergrund zu diesem Thema im Rahmen eines Pilotseminars mit dem Titel „Innovationsmanagement – Einsatz der Wissenschaftlichen Unterstützung Nicht-Technisch“.

Zielgruppe sind nicht nur die Planer in der Bundeswehr beziehungsweise das Planungsamt der Bundeswehr (PlgABw). Gute Ideen für Innovationen können in allen Bereichen entstehen und jede dieser Ideen soll betrachtet werden.

Regierungsrat Marcel Borcherd kommt aus dem Planungsamt, genau vom Fachgebiet Entwicklung Bundeswehr der Fakultät Management. Er führte durch das Seminar. Alle Seminarteilnehmer diskutierten konstruktiv und brachten sich gleichermaßen aktiv und bereichernd in das Seminargeschehen ein. Gemeinsam wurde die Frage erläutert, was Innovationsmanagement für das BMVg bedeutet und wie die Wissensunterstützung einen Innovationsprozess unterstützen kann.

Handlungstraining zum besseren Verständnis

Die Konzeption des Seminars erfolgte in Abstimmung mit dem BMVg und dem Planungsamt. Ziel des Seminars war es, einen Überblick über das Innovationsmanagement im Allgemeinen zu geben und den Wissenstransfer zum Entscheidungsträger abzubilden. Durch kurze Inputs konnte hier ein gemeinsames Verständnis von der Thematik geschaffen werden.

Im weiteren Verlauf des Seminars wurden die Methoden der Wissensunterstützung erläutert und deren Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt. Gleichermaßen wurde den Teilnehmern ermöglicht, die einzelnen Methoden in Handlungstrainings an ausgewählten Beispielen auszuprobieren. Die praktischen Anwendungen trugen zum klaren Verständnis der Methoden an sich als auch zum Erkennen ihrer Einsatzspektren bei.

Gastdozenten aus dem PlgABw, Vertreter der Universität der Bundeswehr München sowie die Seminarteilnehmer, die durch Einbringen ihrer Erfahrungen aus den jeweiligen Verwendungen das Geschehen bereicherten, machten das Seminar zum Erfolg.

Weiterentwicklung und Ausblick

Den Abschluss der Woche bildete eine ausführliche Auswertung des Seminars durch den Seminarleiter mit den Teilnehmern und den Verantwortlichen aus dem BMVg und dem PlgABw. In einer sehr konstruktiven Aussprache wurde festgestellt, dass es an der einen oder anderen Stelle noch Weiterentwicklungspotenzial gibt, es aber insgesamt für einen Pilotdurchgang eine erfolgreiche Woche war.

Die Resonanz der Teilnehmer hat durchweg gezeigt, dass der Bedarf an einer solchen Aus- und Weiterbildung vorhanden ist. Deshalb geht es weiter: Das Folgemodul ist in Planung. Die entscheidenden Punkte für Anpassungen wurden erkannt und fließen in die Planung für den zweiten Durchgang mit ein, denn Innovation macht auch vor dem Seminar selbst nicht halt.

 

 

 

 

 

Gedenken an Gründer der Inneren Führung

Autor: Dr. Wolfgang Schmidt, Anne Bressem; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 05.06.2018


Delegation der FüAkBw erinnert an Wolf Graf von Baudissin


Kranzniederlegung am Grab Wolf Graf von Baudissins

Gemeinsames Gebet mit Militärdekan Dr. Hartwig von Schubert

Oberst Dr. Schmidt gedenkt Wolf Graf von Baudissin

Kranz zur Erinnerung

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute vor genau 25 Jahren ist der Gründervater der Inneren Führung gestorben. Am 5. Juni 1993 wurde Generalleutnant a. D. Professor Wolf Graf von Baudissin auf dem Friedhof Großflottbek begraben. Er war einer der bedeutendsten deutschen Soldaten des 20. Jahrhunderts. Seine Gedanken zum inneren Gefüge der deutschen Streitkräfte und zum Umgang miteinander prägten die Bundeswehr maßgeblich. Die zentralen Ideen des Konzepts der Inneren Führung und das ihr zugrunde liegende Leitbild des Staatsbürgers in Uniform leisten bis heute einen wichtigen Beitrag, die Verankerung der Streitkräfte in unserer Gesellschaft sicherzustellen. Am 25. Todestag hat die Führungsakademie der Bundeswehr mit einer Kranzniederlegung seiner gedacht.

Wir wollen mutig sein, neu zu denken

„Sie haben beweisen dürfen, dass Sie nicht nur ein Fachmann, ein ‚Experte‘ der Inneren Führung sind, sondern auch eine operative Begabung, die bei uns so selten ist. Ein breit angelegter Soldat also, der auf allen Führungsgebieten Impulse zu geben und neue Ideen zu entwickeln in der Lage ist. Sie repräsentieren gerade auch in ihrer integrierten Verwendung das Bild des modernen Offiziers“. Mit diesen Worten verabschiedete der damalige Generalsinspekteur der Bundeswehr, Ulrich de Maizière, den Generalleutnant Wolf Graf von Baudissin am 19. Dezember 1967 in den Ruhestand. Davor lag eine über vierzigjährige Zeit als Soldat.

Ein großer Reformer und Modernisierer

Wolf Graf von Baudissin ist als einer der großen Modernisierer und Reformer in die deutsche Militärgeschichte eingegangen. Ihm ist neben Scharnhorst, Gneisenau, Ulrich de Maizière und Adolf Graf Kielmannsegg die erste demokratische Armee Deutschlands, die Bundeswehr, zu verdanken. Er setzte das Reformprogramm der Bundeswehr durch, welches unter dem Begriff der Inneren Führung die Funktionsbedingungen einsatzfähiger Streitkräfte mit den freiheitlichen Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates in Einklang bringt.

Staatsbürger in Uniform

Dem entspricht das ebenfalls von ihm entwickelte Rollenmodell des Staatsbürgers in Uniform, eines guten Soldaten, vollwertigen Staatsbürgers und freien Menschen. So sieht das Leitbild der Inneren Führung seit ihren Anfängen den einsatzbereiten Soldaten vor, der zugleich freier Mensch und verantwortungsbewusster Staatsbürger ist. Den Kern der Inneren Führung bilden demnach einsatzfähige Streitkräfte, die mit den freiheitlichen Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaates konform gehen, jederzeit einsatzbereit sind, zugleich aber auch eng in die Gesellschaft eingebunden sind.

Frieden in Freiheit

Den Frieden in Freiheit zu generieren geriet zur bestimmenden Richtschnur des soldatischen Dienens in der Bundeswehr. Dies gilt unverändert bis heute. Wolf Graf von Baudissin hatte in der Bundeswehr keinen leichten Stand. Die überwiegende Mehrzahl der militärischen Altelite konnte mit der Modernität der neuen Führungsphilosophie kaum etwas anfangen. Sie opponierte heftig gegen sein reformatorisches Werk. Auch an der Führungsakademie, als 1968 der stellvertretende Inspekteur des Heeres, Helmut Grashey, im Moltke-Saal von der Inneren Führung als einer Maske sprach, die man als Konzession zur Zustimmung der SPD für die westdeutsche Aufrüstung habe anlegen müssen. Sie gelte es abzulegen, um wieder zu echtem Soldatentum – so wie er und seinesgleichen es verstanden – zurückkehren zu können. Auch heute steht das Konzept der Inneren Führung immer mal wieder in der Kritik. Mit dem Prozess "Innere Führung heute" gibt das Bundesministerium der Verteidigung dem Konzept Baudissins jüngst einen neuen Impuls.

Verbundenheit der Führungsakademie mit Baudissin

Mit der Benennung einer Liegenschaft ehrte die Führungsakademie der Bundeswehr 1994 einen der bedeutendsten Soldaten des 20. Jahrhunderts. Damit ersetzte man den bisherigen, ab 1965 an einen ausschließlich an einen Funktionär des nationalsozialistischen Krieges erinnernden Namen durch eine Persönlichkeit, die zum Nachdenken über den Zweck des Soldatseins in der Bundeswehr anregt – zum Dienst für Frieden, Freiheit und Menschenwürde. Dazu steht auch der Nachlass von Generalleutnant Professor Wolf Graf von Baudissin im 2001 eingerichteten Baudissin-Dokumentations-Zentrum an der Führungsakademie der Bundeswehr zur Verfügung.

Zum Fachaufsatz von Oberst Dr. Schmidt: Generalleutnant Wolf Graf von Baudissin (1907-1993). Vom Sachwalter des Krieges zum Sachwalter der Friedens

Zum Artikel des Zentrum Innere Führung

 

 

 

Reisen bildet und bietet neue Perspektiven

Autor: Matthias Siegemund; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 05.06.2018


Eine Geschichtsstunde in der Aviatorsbar über Deutsche Fliegerasse im Zweiten Weltkrieg von „Chick“ Cleveland


Die Kursteilnehmer vor dem Ehrenmal der Gebrüder Wright auf der Maxwell Air Force Base

Integriert in den Untergruppen wird das „Oberved System“ analysiert

Übergabe des Lehrgangswappen an den Kommandanten des Air Command and Staff Colleges

Fünf Lehrgangsteilnehmer der Luftwaffe des 13. Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) reisten zum United States (US) Air Command and Staff College auf der Maxwell Air Force Base bei Montgomery in Alabama, um an einer operativen Planungsübung teilzunehmen. Auf einem der traditionsreichsten Flugplätze der US-Luftwaffe (US Air Force) und einem historischen Ort, an welchem die Gebrüder Wright im Jahre 1910 ihre erste Flugschule gründeten, erweiterten die Teilnehmer ihren Horizont.

Faszination Fliegen

Heute noch können dort Legenden der US Air Force angetroffen werden. „Wir hatten die Gelegenheit „Chick“ Cleveland, dem letzternannten Fliegerass (Flying Ace) der US Air Force und Präsidenten der Flying Aces Association, zu begegnen, an seiner Faszination über die Deutsche Luftwaffe teilzuhaben und ihm die Insignien unseres Lehrgangs zu überreichen“, so Oberstleutnant Matthias Siegemund, einer der angereisten LGAN-Lehrgangsteilnehmer.

Heiße Phase Operative Planungsprozesse

Die Reise fiel in eine Phase des LGAN, in welcher die Teilnehmer im operativen Denken und Planen geschult werden. Ausgehend vom operativen Planungsprozess der NATO konnten die fünf Teilnehmer ihre Kompetenzen bei dem bedeutendsten NATO-Verbündeten einbringen. „Darauf waren wir gespannt“, so Siegemund. Die Übung erfolgte gemeinsam mit dem US-Kurs „Multi-Domain Operations & Strategy“ (MDOS). Darüber hinaus nahmen 15 weitere Mitstudenten (Fellow-Students) aus den unterschiedlichsten Bereichen der US Air Force teil.

Auswerten des Szenars

Eine Überraschung erlebten die vom 13. Lehrgangs Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) Teilnehmenden beim Auswerten des Übungs-Szenars. Kein Naabezien, kein Cerasia und kein Skolkan. Diese fiktiven Bezeichnungen von Länderregionen entstammen NATO-Übungen, in denen auf Basis realer Geographie aber an fiktiven politischen Grenzen, Bevölkerungen und Religionsgruppen das Planen militärischer Operationen geübt wird.

Realer Konflikt projiziert in die Zukunft

Wie Oberstleutnant Siegemund stießen seine vier Kameraden bei der Übung auf einen realen Konflikt, welcher aufgrund bestimmter Annahmen der Zukunftsanalyse zehn Jahre in die Zukunft projiziert wurde. In diesem semi-fiktionalen Szenar stehen sich in Vorderasien eine schiitische Koalition unter iranischer Hegemonie und eine sunnitisch-arabische Koalition unter Führung Saudi-Arabiens gegenüber.

Begegnungen mit Ressourcenproblemen

Der in der Übungskünstlichkeit über Jahre schwelende Konflikt droht zu eskalieren. Nicht aus religiösen oder ideologischen Gründen, sondern wegen Wasser. Die
Veränderung des Weltklimas sorgt für Wassermangel in der Region mit erheblichen Auswirkungen. Durch kein vorhandenes Wasser findet keine Landwirtschaft statt. Das impliziert das die Ernährung der Bevölkerung nicht mehr stattfindet. Durch Hunger leidende Bevölkerung prosperiert nicht und erzeugt politische Instabilität. Damit liegt die Notwendigkeit vor, unter Nutzung aller staatlichen Machtinstrumente dem Ressourcenproblem zu begegnen.

Annahmen zum Nachdenken

„Weitere Annahmen regten uns intensiv zum Nachdenken an“, sagte der Oberstleutnant, „wie beispielsweise die regionale Proliferation von Nuklear- und hypersonischen Waffen, der NATO-Austritt der Türkei nach unilateraler Anerkennung des kurdischen Staates durch die USA oder das Überschreiten des Peak Oil Demand, also der Spitzennachfrage von Öl und der damit einhergehende Verfall des Ölpreises“, führte er weiter aus.

Einsatz von Instrumenten

Laut Matthias Siegemund könnte sich in einem derartigen, in der Zukunft vielleicht vorherrschenden Konflikt, für die künftige militärische Funktionselite der US Air Force die Fragestellung entwickeln, welche eigenen Instrumente staatlicher Macht, wie Wirtschaft, Diplomatie, Informationen oder Militär eingesetzt werden können, um den Konflikt einzuhegen und eigene Interessen zu schützen.

Handlungslinien werden herausgearbeitet

Hierzu wurden das global und regional zu beobachtende System (observed system) sowie das Anzustrebende (desired system) in einem Zeithorizont von zwanzig Jahren analysiert. Daraus wurden, vergleichbar mit dem NATO-Planungsprozess, die strategischen Problemstellungen herausgearbeitet und Handlungslinien (lines of effort) entwickelt.

Systemänderungen herbeiführen

Diese wurden auf die operative, militärische Ebene heruntergebrochen und ein Operational Design entwickelt. Die operative Ausgestaltung für die einzelnen jeweils nachfolgenden Ebenen ist daraus ersichtlich. In diesem werden verschiedene Änderungszustände des zu beeinflussenden Systems auf dem Weg vom beobachteten (observed) zum angestrebten System (desired system) beschrieben. Es wird untersucht, welche Effekte ausgelöst durch militärische Aktionen die beabsichtigten Systemänderungen schrittweise herbeiführen. Dieser Ablauf ist dem laut dem Oberstleutnant dem NATO-Planungsprozess grundsätzlich sehr ähnlich.

Militärische Operationsdimensionen

Das Denken in Effekten und Aktionen beschränkt sich laut den fünf Lehrgangsteilnehmenden nicht auf Luftmacht allein, sondern bezieht andere militärische Operationsdimensionen mit ein. Unter den NATO-Begriffen „joint effects“ und „joint actions“ werden das Zusammenwirken der Teilstreitkräfte in den Dimensionen zu Land, Luft, See sowie im Cyber- und Informationsraum beschrieben.
Die Bundeswehr hat beispielsweise zudem die Dimension Weltall. MDOS entwickelt  laut den LGAN-Teilnehmern ein erweitertes Verständnis von Operationsdimensionen und begründet damit für sie eine einzigartige operative und strategische Denkschule in den US Streitkräften.

Operatives Denken

Sie erklärten, dass MDOS die Operationsdimensionen Land, Luft, See, Weltraum, Elektromagnetisches Spektrum und Mensch nutzt. Diese Dimensionen („multi-domains“) werden dabei nicht nebeneinander betrachtet, sondern in Abhängigkeit voneinander und zueinander. Es wird bei den iterativen Schritten der Systemänderung untersucht, wie das Handeln in einer Dimension Effekte in den anderen Dimensionen auslöst. So können Aktionen im Weltraum oder im Elektromagnetischen Spektrum genutzt werden, um günstige Effekte für eine Luftkriegsoperation herbeizuführen. Mit diesem Verständnis wird das operative Denken deutlich über die eigene Teilstreitkraft ausgedehnt.

Denkströmungen in anderen Streitkräften

„Die Teilhabe an dieser Denkschule weitete unser operatives Verständnis erheblich“, betont Matthias Siegemund.  „Es zeigte uns eine Denkströmung in den US-Streitkräften, wie das operative Planen weiterentwickelt werden kann. Operatives Denken im 21. Jahrhundert ist weit mehr als das Bewegen von Truppenkörpern der Brigade- oder Divisionsebene, also 6.000 bis 20.000 Mann als Symbole auf einer Karte“, führte er weiter aus.

Dimensionen von Konflikten erkennen

Die Zukunft wird laut ihm neue Konfliktformen hervorbringen. Staatliche und nichtstaatliche Akteure werden in neuen Dimensionen handeln. „Unsere Aufgabe als nächste Generation von Generalstabsdienstoffizieren und Kommandeuren wird es sein, diese Dimensionen zu erkennen, zu verstehen und unsere Streitkräfte auf das Handeln darin vorzubereiten“, so sein persönliches Fazit.

Selbstverständnis des MDOS

Die Reise ließ die fünf LGAN-Teilnehmer wahrlich hinter den Horizont blicken. Sie verstehen dieses gleichfalls als das Selbstverständnis des MDOS-Kurses, der unter dem Motto ‚Über den Horizont‘ (Over the Horizon) regelmäßig, öffentlich zugänglich im Web und über unterschiedliche Social Media Kanäle publiziert und informiert.

Militärische Verantwortung im öffentlichen Raum

Die MDOS-Lehrgangsteilnehmenden, als vermutliche Träger der militärischen Verantwortung der nächsten zwanzig Jahre in den US-Streitkräften, transportieren ihre strategischen und operativen Gedanken in einen öffentlichen Raum. Sie fördern aktiv einen thematischen Diskurs, sowohl innerhalb der Streitkräfte, als auch mit der interessierten Öffentlichkeit. „Der Mut zu dieser Öffentlichkeit stärkt das Selbstverständnis, sich als ‚Funktions- und Verantwortungselite‘ eines Staates zu begreifen und sich einem kritischen Diskurs – streitkräfteintern als auch extern – bewusst und aktiv zu stellen“, schwärmt Oberstleutnant Siegemund. Laut ihm sollte dieses der Führungsakademie und ihrem Anspruch als Denkfabrik zum Vorbild dienen.

 

 

„Erfahren Sie mehr über die Bundeswehr als attraktiven Arbeitgeber am 9. Juni 2018 beim Tag der Bundeswehr Die Führungsakademie der Bundeswehr - seit 60 Jahren in Hamburg"

 

 

 

„Gamification" - "Spielen" in der Ausbildung?

Autor: Eggo Rettmer; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 04.06.2018

Seit Jahrtausenden planen, simulieren oder analysieren Soldaten militärische Operationen. Der Bogen reicht von spielebasierten Ansätzen wie dem Schachspiel über den Sandkasten bis zur heutigen computergestützten Simulation für Analyse-Verfahren wie z.B. Operations Research.
Alle diese Verfahren haben ihren Platz und können zu bestimmten Zielen wirksam eingesetzt werden. Einen sehr guten Überblick über die Möglichkeiten bietet dieses "Wargaming Handbook".

Matrix Wargame

Auch das "Matrix Wargame" hat einen festen Platz in diesem bunten Kaleidoskop militärischer Ausbildungs-, Planungs- und Analyse-Werkzeuge. Dabei handelt es sich nach Wikipedia um "eine grundsätzlich nicht computergestützte, kompetitive, rundenbasierte Konflikt- bzw. Kriegssimulation, mit dem Ziel, mögliche Handlungsoptionen von Konflikt- bzw. Kriegsparteien auf Basis strukturierter Argumentation nachvollziehen und vorausahnen zu können."
Der Basislehrgang Streitkräfte (BLS) an der Führungsakademie hat diesen Wikipedia Beitrag entwickelt und das im Video dargestellte Matrix Wargame im Februar 2018 durchgeführt.
Generell hat ein Matrix Wargame mehrere Anwendungsmöglichkeiten. Diese gehen von der Vermittlung von Ausbildungsinhalten über die Szenario-Analyse bis hin zur Entscheidungsfindung im Rahmen der Strategieentwicklung.

„Serious Games“ an der Führungsakademie

Dozenten der Führungsakademie und die Lehrgangsteilnehmenden bewerten das Matrix Wargame gleichermaßen als besonders geeignete Maßnahme, um im Rahmen der kompetenzorientierten Ausbildung strategische Fähigkeiten auszubilden.
Erleben Sie am 9. Juni 2018, wie "Wargaming" das strategische Denken fördert:
Beim Tag der Bundeswehr haben alle Gäste dazu die Gelegenheit - an der Station "Wargaming/Serious Games/Gamification".
Die Führungsakademie bereitet seit 60 Jahren in Hamburg das Top-Management der Bundeswehr auf zukünftige Spitzenpositionen vor. Ausbildungsmethoden und -mittel werden laufend weiterentwickelt. Lernen Sie uns kennen.
Herzlich Willkommen!

 

Zwei Akademien mit den gleichen Themen

Autor:Christoph Weigmann; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 31.05.2018


 Oberst Professor Dr. Matthias Rogg begrüßte die Besucher


Peter Burkowski im Gespräch mit der Steuergruppe Denkfabrik an der Führungsakademie

Delegationsteilnehmerin Dr. Silke Köser

 Aufmerksamer Austausch

Es gibt viele Gemeinsamkeiten, die die Führungsakademie für Kirche und Diakonie der Evangelischen Kirche (fakd) und die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg (FüAk) bewegen. Dieses zeigte sich während eines Besuches, den Vertreter des Leitungsteams der fakd der FüAk abstatteten. Angeführt wurde die Delegation aus Berlin von Dr. Paul Hanselmann, der unter anderem die Schwerpunktfelder „Organisations- und Unternehmensentwicklung“ in der fakd betreut. Außerdem begleiteten die Delegation Frau Dr. Silke Köser, verantwortlich unter anderem für den Bereich „Management in sozialen Organisationen (MSO)“, sowie Dr. Lars Charbonnier aus dem Bereich „Theologische Diskurse und Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung“. 

Fachgespräch in der Fakultät Management

Ziel des Besuches der Delegation war es, sich über den Auftrag und die Inhalte von bestimmten Ausbildungsinhalten auszutauschen. So wurde die dreiköpfige Delegation zunächst von Oberst Michael Strunk empfangen, der an der FüAk in der Fakultät Management das Fachgebiet Management-Verfahren verantwortet. Zusammen mit Hauptmann Thorsten Fischer hat er ein Fachgespräch geführt.

Neuer Auftrag Denkfabrik

Im Anschluss daran wurden die Besucher von Oberst Professor Dr. Matthias Rogg, dem Leiter der Steuergruppe Denkfabrik an der FüAk, begrüßt. In einem zweistündigen Gespräch stellte Oberst Professor Rogg die Denkfabrik vor, um die die FüAk aufgrund der Weisung der Bundesverteidigungsministerin erweitert wird. In diesem Zusammenhang wurde die Steuergruppe Denkfabrik an der Führungsakademie eingerichtet. Aufgabe dieser Steuergruppe ist es, das gemeinsam von der FüAk und der Helmut-Schmidt-Universität gegründete German Institute for Defence and Strategic Studies akademieseitig und in Kooperation mit der HSU zu steuern. Die FüAk wird damit Hamburg als Bildungsstandort bereichern.

MFIS ist der erste Pfeiler

Dabei kann die FüAk diesen Auftrag auf einer bewährten Basis aufbauen. Gemeinsam mit der HSU betreibt die FüAk bereits seit mehreren Jahren den Masterstudiengang „Militärische Führung und Internationale Sicherheit“ (MFIS), der sich zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt hat. Die Abschlussarbeiten besitzen regelmäßig eine außergewöhnliche Qualität. Dieser Studiengang richtet sich als Aufbaustudiengang an Personen ab Mitte 30, die bereits einen eigenen Berufsabschluss aufweisen und militärische Praxis mitbringen.

„Erarbeitet einmal ein neues Konzept“

Vor diesem Hintergrund forderte die Ministerin die FüAk auf, eine neues Konzept zu erarbeiten, indem sich nicht nur der Input-Charakter widerspiegelt, den die FüAk als Ausbildungsstätte seit eh und je besitzt: die Ausbildung des eigenen Top-Führungspersonals. Zusätzlich soll der Output-Charakter hinzukommen. Dieses bedeutet, dass sich die FüAk mit ihren Ergebnissen der Öffentlichkeit und dem Diskurs stellen soll. Umgesetzt wird dieses durch den Beratungsauftrag, der neu hinzugekommen ist. Hierzu stellt die FüAk mit den etwa 125 Dozenten für alle Themen der militärischen Führungsfragen zum einen in ihren eigenen Fakultäten eine Ressource dar.

Das Kern-Mantel-Prinzip

Über das GIDS erfolgt die wissenschaftliche "Tiefenbohrung" zu bestimmten Themen, so der Oberst in dem Gespräch. Die Steuergruppe soll dabei den Forschungsansatz des GIDS, das gleichsam den Kern der Denkfabrik darstellen wird, mit dem Netzwerk der FüAk und der HSU verbinden. Damit können FüAk und HSU als Mantel aufgefasst werden. Ab Ende Juni 2018 wird das GIDS seine offizielle Arbeit aufnehmen. Basis wird eine exzellente Grundlagenforschung im Bereich der Sicherheitspolitik sein. Gerade die Sicherheitspolitik stellt die komplexeste Materie der Außenpolitik dar. Ein kritischer, politischer Beratungsansatz, der nicht von vornherein antizipierend ist, und der öffentliche Diskurs, der in der wissenschaftlichen Debatte gesucht wird, sind die weiteren Rahmenparameter der neuen Denkfabrik.

Sechs Forschungscontainer des GIDS

Die Konzentration der Forschungsfelder wird auf sechs Feldern, den so genannten ,,Forschungscontainern“, liegen. Die Forschungsfelder „Kultur und Identität in einem veränderten sicherheitspolitischen Umfeld“, „Ökonomie und Ökologie von Gewalt“ und „Dynamiken und Typologien von Kriegen und Konflikten“ werden die ersten drei Themenfelder sein, mit denen dieses Jahr die Umsetzung des Auftrags begonnen wird. Gerade zu dem ersten „Container“ führte Oberst Rogg der Delegation beispielhaft den Baedeker-Angriff im Zweiten Weltkrieg oder das Vorgehen des so genannten Islamischen Staates an. Beispielhaft wurde zum zweiten Forschungsfeld angeführt, wie sehr sich Gewalt in andere Bereiche verlagern wird und das Militär an Bedeutung zurücktritt.

Kritische Infrastruktur

„Was geschieht“, so die Frage von Professor Rogg, ,,wenn systematisch die Organisations-IT von mehreren Krankenhäusern gehackt wird, so dass im Bewusstsein der Bevölkerung das Vertrauen in eine funktionierende Gesundheitsversorgung durch den Staat zum Einsturz gebracht wird?“ Im kommenden Jahr werden die Forschungsfelder um die Themen „ressortgemeinsames und interdisziplinäres Denken und Handeln in sicherheitspolitischer Perspektive“, „Militärstrategie und Führung im 21. Jahrhundert“ sowie „Strategische Partnerschafen“ erweitert.

Hoffnung auf Zusammenarbeit

Zum Abschluss des Gespräches und nach einem lebhaften Austausch zu all den angesprochenen Themenfeldern verabschiedete sich Rogg von den drei Vertretern der fakd und gab der Hoffnung Ausdruck, dass eine Zusammenarbeit der beiden Akademien in Zukunft weiterentwickelt werden kann. Ein rundum freundschaftlicher und ergiebiger Austausch kam mit der Verabschiedung aus der Denkfabrik zum Abschluss.

 

Erfahren Sie mehr über Internationalität an der Führungsakademie am 9. Juni 2018 beim Tag der Bundeswehr.

Die Führungsakademie der Bundeswehr - seit 60 Jahren in Hamburg

 

 

Wie sag´ ich es? Interviewtraining an der Führungsakademie

Autor: Jürgen Bredtmann, Eggo Rettmer; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 29.05.2018


Medientraining an der FüAkBw

Wir reden, täglich, viel: Mehrere tausend Worte geben wir pro Tag von uns. Und dann gibt es Momente, da bringen wir kein einziges Wort heraus, wissen nicht mehr, was wir sagen wollen.

Ein solcher Moment kann ein Interview sein. Doch das Gespräch mit Journalisten lässt sich üben.

Vorbereitung zählt

Wer ist der Journalist, was will er und wofür? Was will ich? Welche Botschaft will ich dem Publikum vermitteln?

Zur Botschaft gehören hier nicht nur die Worte, sondern unter anderem auch Mimik, Gestik, Sprechtempo und Stimmmodulation.

Feedback hilft

Später dann die Auswertung durch die Trainer: Was war stark, worauf sollte ich beim nächsten Mal achten?

Und natürlich: Welchen Originalton, welche Antwort, hätte der Journalist tatsächlich in seinen Beitrag eingebaut?

Da schließt sich der Kreis: Ist da unsere zuvor definierte Botschaft an den Zuschauer drin und verständlich?

Bei vielen Teilnehmenden reift die Erkenntnis: Das sollte durchaus häufiger geübt werden.

Medientraining ist fester Bestandteil der Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr.

Kommen Sie uns besuchen, lernen Sie uns kennen

Lernen Sie sich besser kennen – beim Tag der Bundeswehr in Hamburg.

Wenn Sie sich ausprobieren wollen, kommen Sie gerne auch zum persönlichen Medientraining. Wie wirken Sie auf Ihre Mitmenschen? Welche Botschaft haben Sie gerade durch Ihr Verhalten, Ihre Stimme, Ihre Worte gesendet?

In den etwa 15 Minuten Training sehen und hören Sie sich selber, Sie werden viel über sich und Ihre Wirkung auf andere erfahren. Seit 60 Jahren ist die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Wir machen die Guten besser.

Wenn Absolventen zur Denkfabrik werden – Teil II

Autor: Sven Erich Scharnitzki; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 28.05.2018


Intensive Gruppenarbeit


Bei der Vorstellung der Arbeitsergebnisse

Arbeiten mit LEGO-Serious-Play

 

 

 

 

 

 

 

Die Teilnehmenden des jeweils älteren der beiden nationalen Generalstabsdienst- / Admiralstabsdienstlehrgänge (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) präsentieren im Rahmen der sogenannten Studienphase die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeiten. Dabei bildet die Studienphase die Abschlussübung der Ausbildung des obersten Top-Führungspersonals der Bundeswehr. Seit diesem Jahr trägt der LGAN erstmals zu strategischen Analysen als Teil des Think Tanks bei, zu dem die FüAkBw zusammen mit der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr gemäß Weisung der Bundesverteidigungsministerin weiterentwickelt wird. Eine der wichtigsten Aufgaben dieses Think Tanks, der synonym als Denkfabrik bezeichnet wird, ist dabei die sicherheitspolitische Beratung der Bundesregierung.

Einsatzbereite Kräfte stellen

Die diesjährige strategische Analyse steht unter dem Motto „Einsatzbereite Kräfte“. Hierzu hat der LGAN 2016 vier Untergruppen eingerichtet, welche sich zukunftsorientiert mit den Bereichen der Nachwuchsgewinnung, der Neugestaltung der Offizierausbildung, der Logistik sowie der vernetzten Operationsführung beschäftigen.
In einer kurzen Artikelreihe werden die vier Arbeitsgruppen vorgestellt. Begonnen wurde mit der Arbeitsgruppe „Onboarding und Recruiting“, deren Inhalte im Teil I der Reihe vorgestellt worden sind.

Teil II : Die Arbeitsgruppe „Battle-Cloud“ – NetOpFü 4.0“

Ein weiteres Thema der diesjährigen Studienphase lautet „NetOpFü 4.0“. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich der weite Bereich der Digitalisierung der Streitkräfte. Ziel soll es sein, eine Definition des digitalen Gefechtsfeldes 2035+ zu erarbeiten. Daraus werden die Herausforderungen, Handlungsfelder, Optionen sowie Lücken für zukunftsorientierte Planungen der Operationsführung abgeleitet und identifiziert. Der Zeithorizont des Jahres 2035 und darüber hinaus wurde gewählt, weil auf dieses Datum zukunftsgereichtet hingearbeitet werden kann. Wichtig ist, dass die heutigen Innovationszyklen dabei immer noch vorstellbar bleiben.

Anregung durch die Luftwaffe

Die Themenauswahl wurde durch das Projekt „Konzeption und Weiterentwicklung“ im Rahmen der Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer der Luftwaffe angeregt. Als Auftaktveranstaltung wurde mit der Methode LEGO-Serious-Play gearbeitet. Es ist der Vorteil dieser Methode, dass in einem ersten Schritt durch kleine Aufgabestellungen, wie z.B. „Bauen Sie ihre digitale Führungspersönlichkeit“, die Kreativität von Menschen gefördert werden können. In weiteren Schritten können dann die Komplexität eines Themas greifbar gemacht und mögliche Visionen entwickelt werden.

Die FüAkBw erwartet die Präsentation mit Spannung. Wir werden berichten.

Sie haben Teil I verpasst? Bitte klicken Sie hier.

„Erfahren Sie mehr über die Bundeswehr als attraktiven Arbeitgeber am 9. Juni 2018 beim Tag der Bundeswehr Die Führungsakademie der Bundeswehr - seit 60 Jahren in Hamburg"

 

 

 

Von der Copacabana bis nach Feuerland

Autor: Nils Schellner; Fotos: Katharina Roggmann, Wikipedia

Hamburg, 25.05.2018


 Lehrgangswappen des LGAI


 Brasilien ist Gast des Regionalen Informationstages

 Wer möchte da nicht hin? Blick auf Rio de Janeiro

 Argentinien ist Gast des Regionalen Informationstages

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Regionale Informationstag (RIT) mit dem Schwerpunkt Südamerika und den gastgebenden Ländern Brasilien und Argentinien stand dick im Kalender der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Die drei vortragenden Stabsoffiziere, Oberstleutnant Carlos Morgero aus Brasilien, Fregattenkapitän Santiago Michelis Roldan sowie Major Christian Castellanos aus Argentinien, verstanden es auf vorzügliche Weise, nicht nur ihre Heimatländer vorzustellen, sondern auch den Finger in offene Wunden zu legen.

Von Kolonialherren geprägt

Nachdem Major Prinz zu Löwenstein als deutscher Mentor das Auditorium mit wenigen Worten in das Thema einführte, folgte die Darstellung Südamerikas durch Fregattenkapitän Roldan. Dieser machte deutlich, dass der gesamte Kontinent maßgeblich durch die Kolonialisierung durch Spanier und Portugiesen, aber auch durch den Handel mit afrikanischen Sklaven geprägt wurde. Dr. Andreas Berns, Angehöriger der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften, beleuchtete in seiner Funktion als Fachdozent für Süd- und Lateinamerika die Deutsche Sichtweise über die Lage und Entwicklung des südamerikanischen Kontinents.

Dem Publikum bot sich in den anschließenden Ländervorträgen ein abwechslungsreicher Eindruck der Errungenschaften und der Lebenssituationen in den vorgestellten Ländern. So machte Oberstleutnant Morgero deutlich, dass Brasilien seine sicherheitspolitischen Interessen durchaus auch an der westafrikanischen Gegenküste sieht. Ferner führte er aus, dass gerade der Kampf gegen den Schmuggel von Drogen durch die weiten Flächen des Amazonasgebietes großer sicherheitspolitischer Anstrengungen bedarf.

Malvinas oder Falkland Inseln?

Im Rahmen der Darstellung der sicherheitspolitischen Ziele war es Major Castellanos aus Argentinien ein wichtiges Anliegen, die argentinische Sichtweise auf den Status der Falkland Inseln deutlich zu machen. Hierbei betonte er vehement das Streben nach einer friedlichen Lösung für den Konflikt mit Großbritannien. Im Jahre 1982 kam es zwischen Argentinien und Großbritannien bereits einmal zum Waffengang, welcher nach anfänglicher Besetzung der Inselgruppe durch argentinische Streitkräfte für Großbritannien entschieden wurde und in dessen Folge 1.000 Menschen das Leben verloren.

Südpol, das Ende der Welt?

„Die im Anschluss an die Vorträge durchgeführte sicherheitspolitische Debatte wurde lebhaft geführt“, so Prinz zu Löwenstein im Austausch mit einem Kameraden bei der Veranstaltung. Gerade die innerbrasilianischen Herausforderungen bei dem Kampf gegen Gewaltkriminalität oder beim Ausgleich der Chancenunterschiede für einzelne Volksgruppen ließen einige Gäste bohrend nachfragen. Oberstleutnant Morgero schilderte die Anstrengungen seines Landes, diesen Herausforderungen zu begegnen. Er stellte dabei auch die Möglichkeiten dar, die die brasilianischen Streitkräfte in diesem Zusammenhang hätten. Die südpolaren Ambitionen sowohl Brasiliens als auch Argentiniens waren ferner Grund für interessierte Fragen und eine lebhafte Debatte über die Motive dieser Anstrengungen beider Länder.

Oberstleutnant Claudio Kurz stand als engagierter Gesprächspartner am Infostand beider Länder nach der Vortrags- und Diskussionsrunde bereit. Als Angehöriger der argentinischen Luftwaffe bereitete er argentinische und brasilianische Spezialitäten zur Verkostung vor. Damit ist zu guter Letzt auch bei diesem Regionalen Informationstag für das leibliche Wohl bestens gesorgt worden.

Quo Vadis RIT?

Das neue Format der Regionalen Informationstage hat sich laut der Lehrgangsteilnehmenden fest etabliert. Mit dem kürzlich stattgefunden RIT BeNeLux (Beglien, Niederlande, Luxemburg) wurde erstmalig die Brücke zwischen Teilnehmern des LGAI und des LGAN (Lehrgangs Generalstabsdienst-/ Admiralstabsdienst International bzw. National) geschlagen. So trugen neben einem luxemburgischen LGAI-Teilnehmer auch LGAN-Teilnehmer aus den Niederlanden und Belgien vor. „Dies gilt es weiter auszubauen“, wie einige Zuhörer es wünschten. Wir freuen uns auf den nächsten RIT.

 

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Die Führungsakademie der Bundeswehr - seit 60 Jahren in Hamburg

 

 

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