Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

Reservisten im Blick der Führungsakademie

Autor: Christian Musche; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 16.02.2018

Beratung von Reservisten

Der Reserveoffizierlehrgang des SFL Res IV-2017 an der Führungsakademie

Reservisten bei der Seminardiskussion

Generalleutnant Bohrer an der FüAkBw: ,,Die Reservedienstleistenden sind wichtiger denn je!"

 

 

 

 

 

 

 

Es klingt auf den ersten Blick alles andere als kurzweilig, wenn es darum geht, sich drei Tage lang mit Reservisten und deren Belangen zu beschäftigen. Doch für die Bundeswehr sind die Reservisten eine besondere Zielgruppe. Es stecken in der Thematik viele spannende Themen. Weil Reservisten für die Bundeswehr besonders wichtig sind, bildet sie die Beauftragten für Reservistenangelegenheiten (BeauftrResAngel) aus. Diese Ausbildung findet dreimal im Jahr als ein dreitägiges Pflichtmodul für jeweils 26 Seminarteilnehmende an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) statt, welches Oberst i.G. Christian Musche leitet. Im diesjährigen ersten Seminar kamen dazu Kommandeure oder deren entsandte Stellvertreter nach Hamburg, vom Dienstgrad Major bis zum Generalleutnant. Die Grundlagen und Kenntnisse für die Reservistenarbeit ab Bataillonsstärke mit bis zu 1.200 unterstellten Soldaten werden durch die Akademie sowie dem Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr, dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. (VdRBw) sowie zivilen Arbeitgebern vermittelt.

Pflichtseminar für die Aktiven 

In der Regel nehmen für die Kommandeure deren Stellvertreter teil, da sie es sind, die mit der Aufgabe des Beauftragten durch die Dienststellenleiter im Rahmen einer Nebenfunktion betraut werden. Für die aktiven Soldaten ist es jedoch eine grundsätzliche Verpflichtung, das Seminar zu besuchen. Daneben können ausgewählte Reservisten zusätzlich als Multiplikatoren zum Seminar zugelassen werden.

Verantwortliche Aufgabe

Worum geht es? Es gilt, bei den Seminarteilnehmern das Bewusstsein aufzufrischen, dass es darauf ankommt, aktiv um die Reservisten zu werben und Reservisten zu gewinnen. Damit wird die Bindung von Reservisten an die Bundeswehr zu einer äußerst verantwortlichen Aufgabe auf allen Führungsebenen der Bundeswehr. Bundeswehrweit liegt der Beorderungsstand von wehrübenden Reservisten bei nahezu 28.400 Personen. In dieser Zahl aus dem Jahr 2017 sind alle Bereiche der Bundeswehr wie auch des Bundesministeriums der Verteidigung enthalten. Viele Maßnahmen zur Personalgewinnung, beispielsweise der Seiteneinstieg mit höherem Dienstgrad auch für ungediente Personen, oder die Überbrückung von personellen Engpässen werden durch eine Reservistenarbeit erreicht.

Für Reservisten einsetzten

Gerade vor dem Hintergrund des Freiwilligkeitsprinzips gilt es, den einzelnen inhaltlich zu überzeugen und gut aus- und weiterzubilden. Nur auf diese Weise wird die Bundeswehr auf einen qualifizierten, motivierten und verlässlichen Reservisten zurückgreifen können. Der BeauftrResAngel setzt sich für die Reservisten ein und erhält dazu während des Seminars sein Rüstzeug, das dann auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort angepasst zur Wirkung gebracht werden muss.

Partner sind tragende Säule

Die drei wesentlichen Säulen einer gelingenden Reservistenarbeit des BeauftrResAngel sind der Reservistenverband, die Arbeitgeber sowie das gesamte Personalmanagement der Bundeswehr. Diese drei Partner unterstützen den Beauftragten bei seiner Arbeit und sind zudem eine tragende Säule des Seminars. Aus allen drei Bereichen tragen die zuständigen Fachleiter vor. Sie kommen aus der ministeriellen Ebene, den Bundesober- und Bundesmittelbehörden sowie der Ämterebene. Die Thematik „Reservisten“ wird somit umfassend aus den jeweiligen Blickwinkeln beleuchtet und diskutiert. Der Austausch untereinander, die Erfahrungen der Lehrenden oder die Netzwerkbildung bilden einen weiteren Mehrwert des Seminars.

Persönlich um Reservisten kümmern

Für den Seminarleiter Musche ist klar, dass für die mit der Reservistenarbeit betrauten Personen aufgrund der Auswirkung einer veränderten Entwicklung der Bevölkerung und Bevölkerungsstruktur das Ringen um geeignetes Personal zunehmend anspruchsvoller sein wird. „Alle Seminarteilnehmer“, sagt Musche, „benötigen das Wissen darum, dass für den, der Personal für die Bundeswehr gewinnen und binden möchte, es erforderlich ist, sich thematisch auszukennen und dass es vor allem darum geht, sich persönlich um die Reservisten zu kümmern." Die Nutzung eines Netzwerkes und das aktive Einbringen in diese Aufgabe zahlen sich letztlich für alle Beteiligten aus.


 

Aktuelles

Französischer Schulkommandeur in Hamburg

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 20.02.2018


Konteradmiral Carsten Stawitzki begrüßt Brigadegenral Pascal Facon an der Führungsakademie

General Facon beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr

 Die französische Delegation bei der Begrüßung

 

 

 

 

 

 

 

Brigadegeneral Pascal Facon hat in der vergangenen Woche die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) besucht, um sich vor Ort über die gemeinsame teilstreitkräftegebundene Ausbildung von Stabsoffizieren zu informieren. Der Besuch war der Gegenbesuch, der im vergangenen Jahr zwischen General Facon und Konteradmiral Carsten Stawitzki vereinbart worden ist. Der Kommandeur der FüAkBw war im November 2017 Gast an der École de Guerre in Paris.

Pendant zur Führungsakademie

General Facon ist seit dem 30. Juni 2017 Direktor des Centre de doctrine et d’enseignement du commandement (CDEC) und in dieser Eigenschaft dem Kommandeur der Führungsakademie vergleichbar. 2016 wurden zwei Zentren, das für Doktrin- und Einsatzauswertezentrum sowie das für strategische Studien des französischen Heeres, fusioniert. Entstanden ist dabei das Centre de Doctrine et d´Enseignement du Commandement (CDEC): das Zentrum für Doktrin sowie Ausbildung Führungslehre Landstreitkräfte, das heute auch die Generalstabsausbildung des französischen Heeres verantwortet.

Neue Ausbildung in Frankreich

Mit der Verlagerung der Generalstabsausbildung von der ehemaligen „Ecole Supérieure de Guerre“, dem Heeresgeneralstabslehrgang, hin zur heutigen, streitkräftegemeinsamen Ecole de Guerre ist die Ausbildung der Stabsoffiziere des Heeres qualitativ neu aufgestellt worden. Eine der Initiativen ist daher die Veränderung der Heeresgeneralstabsausbildung gewesen. Ziel dabei war, die Ausbildung der Generalstabsoffiziere stärker zu betonen und das strategische Denken in den Vordergrund zu stellen, gerade in einer Zeit sicherheitspolitischen Wandels. Die Generalstabsoffiziere des französischen Heeres sollten intellektuell besser vorbereitet werden auf Planung und Durchführung von Operationen, vom Gefecht der verbundenen Kräfte des Heeres bis zu internationalen Operationen von Heer, Luftwaffe und Marine.

Ausbildung an der Fakultät Landstreitkräfte

An der FüAkBw wurde General Facon zunächst von Konteradmiral Stawitzki begrüßt. Nach dem traditionellen Eintrag ins Gästebuch der Akademie erhielt General Facon einen kurzen Vortrag über die Ausbildung im Lehrgang Generalstabsdienst / Admiralstabsdienst National (LGAN). In diesem nationalen Lehrgang nehmen auch Offiziere aus NATO-Staaten teil, so auch französische Offiziere. Diesen galt der Besuch von General Facon. Zusammen mit dem französischen Verbindungsoffizier, Oberst i.G. Philippe Flecksteiner, wurde dem französischen Gast im Anschluss an ein gemeinsames Mittagessen die Ausbildung an der Fakultät Landstreitkräfte durch Oberst i.,G. Frank Schmidt vorgestellt. General Facon informierte sich über Auftrag und Gliederung der Fakultät Landstreitkräfte. Ein weiterer Aspekt war es, direkte Einblicke in die Lehre Landstreitkräfte, insbesondere zum Lehrgang Generalstabsdienst /Admiralstabsdienst national zu erhalten. Das Gespräch mit den französischen Offizieren am Folgetag galt der persönlichen Kontaktpflege.

 

 

UN-Peacekeeping - Sicherheit und Vertrauen stärken

Autor: Michel Gallien; Fotos: privat / Taylor Mohr, US Army / Scott M. Ash, US Air Force

Hamburg, 13.02.2018

Andrea Rotter profitiert von UN-Seminar an der FüAkBw

Vereinte Nationen vernetzt in Genf

 Frauennetzwerk WIIS verbindet

Aufgabe der Vereinten Nationen: Hilfe in instablien Regionen

 

 

 

 

 

 

 

„Strukturiertes Arbeiten und unkonventionelles Denken“ oder „auch mal etwas um die Ecke denken“ – damit ist Andrea Rotter, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hanns-Seidel-Stiftung in München, immer gut gefahren. Dort ist sie seit März 2015 in der Abteilung für Politik und Zeitgeschehen tätig, mit Fokus auf Internationale Beziehungen. Jetzt hat es sie zur Führungsakademie nach Hamburg verschlagen. Dort nimmt sie am Weiterbildungsmodul „United Nations (UN) Peacekeeping Missions“ teil. Dieses beschäftigt sich mit dem Aufbau von Friedensprozessen innerhalb so genannter „failed states“, also Staaten, die ihre grundlegenden Funktionen nicht mehr ausführen können. Überlegungen zur Stärkung der Zivilgesellschaft oder eine Bewusstseinsgenerierung für demokratische Prozesse bezüglich Menschen- und Frauenrechte sind hier Themenschwerpunkte. Schließlich geht es darum, die Teilhabe an demokratischen Prozessen zu unterstützen.

Vom Frauen-Netzwerk zur UN 

Warum ist sie in den Norden zu genau diesem Seminar gereist? Durch das Frauennetzwerk „Women in international security“ ist Rotter auf dieses Seminar „UN Peacekeeping Missions“ aufmerksam geworden. „Es dreht sich in dem Modul ja auch schwerpunktmäßig um dieses Thema, aus weltweiten Perspektiven“, so Rotter. In der ersten Woche wird im Seminar ein theoretischer Anteil behandelt, in der zweiten Woche nehmen die Teilnehmer eine so genannte „Security Sector Reform“ inklusive einer Simulation mit dem Titel „Civilian affairs office“ bei failed states.

Kein Patentrezept für Staaten

Wie funktioniert genau eine Security Sector Reform? Andrea Rotter erklärt, in Ländern, in denen früher Jahre lang Bürgerkriegsähnliche Verhältnisse geherrscht haben, wird Militär oft für Repressalien gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt. Die Polizei kann ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. In dem Kurs ist vorgesehen, alte Strukturen aufzubrechen, das heißt, Militär, Polizei und Justizsystem zu verändern, um wieder Stabilität im Land herzustellen. Die Vereinten Nationen, die UN, ist auf Einladung der Regierung in dem Land, um dieses zu unterstützen. Wie kann man die Zivilbevölkerung mit einbinden? „Vertrauen schaffen und Stärkung des Sicherheitssektors stehen im Vordergrund, es gibt aber für kein Land ein Patentrezept, das ist von Staat zu Staat unterschiedlich“, sagt Rotter.

Jeden Tag sicherheitspolitische Themen

Vom ländlichen Leben zum weltstädtischen Großstadtdschungel: Die gebürtige Allgäuerin hat schon Einiges erlebt auf ihrem Werdegang. Nach dem Abitur ging es für sie zum Studium nach Passau. Dort studierte Rotter „International Culture and Business Studies“, bevor sie 2011 an der Universität Regensburg selbst als Dozentin eine Promotionsstelle besetzte. Der Masterabschluss in „European-American Studies“, speziell Internationale Beziehungen und Amerikanistik, folgte 2013. Ein Jahr später zog es Rotter nach Berlin. Dort arbeitete sie an der Stiftung für Wissenschaft und Politik. Als Trägerin des Deutschen Instituts für Internationale Politik und Sicherheit berät die Stiftung die Bundesregierung sowie den Deutschen Bundestag bei außen- und sicherheitspolitischen Fragen. An der Hanns-Seidel-Stiftung setzt sie sich tagtäglich mit sicherheitspolitischen Themen auseinander. Mit ihren Interessen und Vorkenntnissen war die Teilnahme an dem Seminar eine große Bereicherung.

Netzwerken für besseres Verständnis

„Ich habe viel mitgenommen in den zwei Wochen“, erklärt Rotter, „ich konnte viele Verantwortliche aus der UN kennenlernen, die aus ihrer Praxis berichtet haben – dadurch ist es mir gelungen, ein besseres Verständnis für Peacekeeping-Prozesse zu entwickeln, zu verstehen, warum vieles so langwierig ist oder ab und zu nicht funktioniert. Es gibt zahlreiche Interdependenzen der unterschiedlichen Einheiten. Außerdem habe ich gelernt, wie zivil-militärischer Austausch funktioniert und was das oft für ein Balanceakt ist.“ Voll des Lobes ist Rotter auch für die Organisation: „Das Modul war super strukturiert.“

Immer dem Motto treu bleiben

Nach dem Aufenthalt in Hamburg, der Andrea Rotter viele neue Kenntnisse und Kontakte verschafft hat, stehen für die Bayerin nun fernere Ziele auf der Agenda. Die 32-Jährige möchte unbedingt einmal nach Ägypten oder Griechenland reisen. „Das Land der Pharaonen“ und die „Welt der Antike“ haben schon länger ihr Interesse geweckt. Auch könnte sich Rotter vorstellen, einmal einen sozialkritisch, tiefgründigen Liebesroman zu verfassen. Zukünftig möchte sie vor allem ihrem Motto treu bleiben – „I am not going to censure myself to comfort your ignorance“ (ich werde meine Persönlichkeit nicht aufgeben, um deiner Ignoranz einen Wohlfühldienst zu leisten).


 

 

 

Doris Wagner begleitet CERASIA

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann / Doris Wagner / Bundeswehr

Hamburg, 07.02.2018

Doris Wagner interessiert sich für Sicherheitspolitik

 Planspiel Cerasia an der Führungsakademie

 Der zivile Partner - das ,,West Erbil Emergency Hospital"

Doris Wagner berät Lehrgangsteilnehmer des Planspiels

Ungefähr drei Wochen verbrachte Doris Wagner, ehemalige Bundestagesabgeordnete der Grünen, an der Führungsakademie der Bundeswehr. In der Planspielübung CERASIA 2018 des nationalen Lehrgangs Generalstabsdienst/ Admiralitätsstabsdienst 2016 (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) schlüpfte sie in die ihr aufgrund Ihrer Bundestagstätigkeit bereits bekannte Rolle der Sprecherin im Verteidigungsausschuss des Bundestages. Aber wie kam es dazu?

Als bayrisches Nordlicht in den Verteidigungsausschuss

Doris Wagner wurde 1963 in der Hansestadt Bremen geboren und ist dort aufgewachsen. Gleich nach ihrem Abitur verschlug es sie als Nordlicht in südliche Gefilde, nach Würzburg, wo sie eine Dolmetscherschule besuchte. Im Süden ist sie seither wohnhaft geblieben. Denn nach Etappen in Mailand in Italien und London in Großbritannien ist sie seither in München ansässig. Für die bayerischen Grünen wurde sie über die Landesliste 2013 Mitglied des Bundestags und war bis 2017 Mitglied im Verteidigungsausschuss. Aus dieser Zeit kommen ihre fundierten Kenntnisse einer verteidigungspolitischen Ausschussarbeit, die sie bei CERASIA nun vollumfänglich einbringen konnte.

Auf Feuer reagieren

"Mir ist es wichtig, sich mit Sicherheitspolitik auseinander zu setzen, weil wir in Krisenzeiten leben. Die Krisen sind so nah.“ Ihr ist das bewußtsein wichtig, dass wir dabei in wirklich krisenbestimmten Zeiten leben. Entscheidungen sollten daher vorausschauend und diplomatisch gut vorbereitet sein. „Wie die Feuerwehr, die sich darauf vorbereitet, dass es immer neue Brandbeschleuniger gibt und man auch auf diese reagieren muss, um das Feuer richtig zu bekämpfen.“  Dass sie mal mit Sicherheitspolitik, Bundeswehr oder Politik im Allgemeinen zu tun haben würde, hat sie sich in den 1990er Jahren, als sie vier Jahre in Mailand lebte, nicht vorstellen können. „Ich war immer an Politik Interessiert, aber zu der damaligen Zeit war ich noch sehr weit weg von Politik, schon gar von der Vorstellung, jemals aktiv Politik zu gestalten“, so Doris Wagner.

Nicht als Oberleutnant in den Irak

Von der Führungsakademie in Hamburg hörte sie dann Positives in ihrer Abgeordnetenfunktion. Den Weg quer durch Deutschland, wieder in eine Hansestadt, nahm sie zwei Wochen vor der eigentlichen Planspielübung gerne auf sich. Erst durch den Elbtunnel, dann durch das Kasernentor. Schließlich wollte sie sich gut auf die Übung in Hamburg vorbereiten. Unbekannt ist ihr der Zutritt in eine Kaserne dabei nicht. 2015 ist sie während einer einwöchigen Multiplikatoren Ausbildung zum Oberleutnant ernannt worden. Als Bundestagsabgeordnete war sie außerdem in Afghanistan, Erbil (Irak) und Israel. Dort hat sie weitere Einblicke in die Bundeswehr erhalten.

Mit Dolmetscherin verwechselt

Für sie als Abgeordnete war die Reise nach Erbil die spannendste überhaupt. Total dankbar ist sie für die unglaublich lehrreiche Reise, die sie mit dem Inspekteur des Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Michael Tempel machen durfte. Eine für sie witzige Anekdote während der Erbil-Reise: „ Ich bin dort direkt mit dem italienischen Kommandeur ins Gespräch gekommen. Natürlich in fließendem Italienisch, das ich als Dolmetscherin und den fünf Jahren in Italien beherrsche. Man glaubte dort von Anfang an ich sei als Dolmetscherin mitgereist, weniger als Abgeordnete.“ Allein an diesem Szenario zeigt sich, das Doris Wagner ein zugänglicher Typ ist und schnell ins Gespräch kommt.

Gespräche ohne Vorurteile

Mit den Lehrgangsteilnehmern während CERASIA 2018 hätte sie sich gewünscht noch mehr ins Gespräch zu kommen. Laut ihr war es manchmal ein bisschen kurz, aus dem Grund, weil die Teilnehmer sehr in ihrer Aufgabe gebunden waren und der Zeitdruck enorm hoch war. Die Möglichkeit zum Austausch nutzte sie vorwiegend während der Essenzeiten oder während der Pausen vor den fiktiven Ausschusssitzungen. Der Informationsaustausch war durchweg positiv für sie. Das stellt für Doris Wagner neben vielen anderen Begegnungen während der Übung und an der Führungsakademie ein Highlight dar. Sie findet es toll das man offen und ohne Vorurteile aufeinander zugeht. Aus ihrer Erfahrung im politischen Umfeld weiß sie umso besser, als noch mancher junger angehender Referent, dass es wichtig sei sich zu begegnen und dadurch vielleicht vorherrschende Vorurteile abzubauen. Das hat Auswirkungen auf die Ergebnisse. Sie würde daher den Lehrgangsteilnehmern mit auf den Weg geben: „Seid offen für andere.“

Plötzlich Übungsende

Gerührt hat sie daher auch als viele Teilnehmer mit Abschluss der Übung noch schnell mit Umarmungen fleißig ihre Visitenkarten ausgetauscht haben. „Das war so richtig wuselig, da die Übung zu Ende war und plötzlich auf einmal ohne Zeitdruck festgestellt wurde, die Ersten müssen schon abreisen. Wenn die sich wieder sehen, werden sie sich an die positiven Erfahrungen zurück erinnern und die erfahrene Offenheit wahrscheinlich auch anderen Referenten aus anderen Ressorts sofort gewähren“, so Doris Wagner.

Ohne Zeitdruck nach Paris

Ohne eigenen Zeitdruck ist eines ihrer privaten Ziele eine Reise nach Paris. Unabhängig von ihrer Ausbildung zur Textilbetriebswirtin im Jahr 1995 hat sie es sich schon immer gewünscht in ihre Lieblingsstadt, die Modestadt Paris, zu fahren und „einfach mal ein bis zwei Monate die Stadt vor Ort wirken zu lassen.“ Momentan wirkt erst mal die Führungsakademie nach, mit all der angefundenen Offenheit auf die sie gestoßen ist und dem Leitspruch der Akademie: „Der Geist bewegt die Materie.“


 

 

 

Planspiel in Echtzeit – CERASIA 2018 fordert Offiziere

Autor: Andreas Aschert; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 05.02.2018

Zivil-militärisches Zusammenwirken in der Planungsphase

 Leben in der Lage: Die Teilnehmenden im Planspiel

 "ein gemeinsames Verständnis füreinander entwickeln"

 Theorie in die Praxis umsetzen

Doris Wagner bringt ihre Erfahrung in die Übung ein

 

 

 

 

 

Über 90 Lehrgangsteilnehmer des Lehrgangs General- / Admiralitätsstabsdienst National (LGAN) 2016 der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) stellten sich den Herausforderungen des Planspiels CERASIA 2018 in der Clausewitz-Kaserne. Unter Zeitdruck und den Augen von 30 militärischen und zivilen Experten wurde eine abgestimmte militärpolitische Position erarbeitet und ein vorlagefähiges Konzept auf ministerieller Ebene erstellt. Die Teilnehmer wurden durch dieses Planspiel befähigt, eine künftige ministerielle Tätigkeit auszuführen, und zwar ressortübergreifend.

Praxisnähe durch vernetzten Ansatz

In der Übung geht es nicht nur um eine Krisenbewältigung in der fiktiven Region CERASIA mit militärischen Mitteln, sondern auch um das unerlässliche Zusammenwirken von zivilen und militärischen Instrumenten. Die Übung steht so voll und ganz im Einklang mit dem Weißbuch 2016 unter dem Aspekt des vernetzten Ansatzes. Sieben Referenten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und 22 Angehörige des Attaché Lehrganges des Auswertigen Dienstes nehmen an dem Planspiel teil, um der Idee der ressortgemeinsamen Ausbildung und Übung gerecht zu werden. Mit ihnen entsteht bei CERASIA 2018 eine Praxisnähe und Tiefe in der Ausbildung. "Die Übung ist ein unheimlicher Zugewinn. Wir haben hier die Chance der gemeinsamen Ausbildung, in der wir auch ein gemeinsames Verständnis füreinander entwickeln", so Oberst i.G. Boris Nannt, der als Direktor Strategie und Fakultäten CERASIA 2018 verantwortet.

Eine abgestimmte Position als Ziel

Fünf Tage in Echtzeit und ohne Unterbrechung sind für alle eine Herausforderung. Die Teilnehmer des LGAN 2016 durchlaufen die in der Übung geforderten Prozesse und Abläufe anwendungstechnisch das erste Mal. „Grundlagen der Stabsarbeit auf Kommandoebene hatten wir als einwöchige theoretische Unterrichtung. Jetzt setzten wir das zuvor Gelernte in der Praxis um, und zwar direkt auf ministerieller Ebene“, so Major Christian Menrath, LGAN-Teilnehmer. Wie er wenden auch alle anderen Lehrgangsteilnehmer nun Verfahren ministerieller Arbeit mit dem Ziel an, eine auf politisch-strategischer Ebene inner- und interministeriell abgestimmte Position zu entwickeln und ihre vorbereiteten Entscheidungen zu kommunizieren.

Tiefes Verständnis

Das Interagieren und Kommunizieren mit nicht militärischen Akteuren und deren spezifischen Herangehensweisen an die Problemlösung brachte einige wenige Lehrgangsteilnehmer zu Stirnrunzel. So brachte auch Doris Wagner, ehemaliges ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss und ehemaliges ordentliches Mitglied der interparlamentarischen Konferenz für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik/ Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ihre Erfahrungen in die Übungen ein. Im Planspiel trat sie in die Funktion der Obleute und wurde durch die Lehrgangsteilnehmer bei der Obleute-Unterrichtung des Verteidigungsausschusses über Ereignisse im Krisenland CERASIA als Obfrau einer Partei informiert. Im Nachgang führten alle Gespräche der Übungsteilnehmer im gegenseitigen Miteinander zu einem tieferen Verständnis der anderen Partei und festigte die Idee des vernetzten Ansatzes.

Fiktive Region CERASIA

Die fiktive Region CERASIA, nach der die Übung benannt ist, hat die geografischen Daten und Gegebenheiten der Region vom Horn von Afrika, das die östliche Spitze des afrikanischen Kontinents bildet. Geopolitisch ist CERASIA nicht mit dem echten Horn von Afrika, mit den Ländern wie beispielsweise Dschibuti und Somalia, den Ethnien und Religionen, sowie der dort gegenwärtig anzufindenden Gegebenheiten  vergleichbar und gleichzusetzen. Im Übungsszenario beispielsweise entwickelte sich über mehrere Jahre eine Krise, die hin und wieder sichtbar wurde und in einem multiplen Krisenszenar endet, das nur ressortgemeinsam lösbar ist. So finden sich im Planspiel, wie in der Realität, Akteure aus allen Bereichen zur Krisenbewältigung. GIZ, THW, Bundespolizei etc. Die Hörsäle, durch den LGAN 2016 besetzt und die Referenten aus BMZ und dem Auswertigen Dienstes verstärkt, bereiten während der Übung u.a. Strategiegespräche im Bundesministerium der Verteidigung, Abstimmungsrunden im Auswärtigen Amt (AA), ein Staatssekretärsfrühstück im AA oder die Obleute-Unterrichtung vor und bilden jeweils ein Referat im Bundesministerium der Verteidigung ab. Dementsprechend müssen die Referenten wie im echten Ministerium ihre präzise, kurz formulierten Vorlagen, Sprechempfehlungen etc. ihrem jeweiligen Unterabteilungsleiter vorlegen und vortragen.  In CERASIA 2018 wurde diese Aufgabe u.a. von fünf Obersten außer Dienst wahrgenommen. Das Planspiel fand inzwischen zum fünften Mal statt. "Diese Übung ist durchaus mit der Realität vergleichbar", betonte Doris Wagner abschließend im Gespräch mit Teilnehmern der Übung, bevor diese ihre Heimreise antraten.


 

 

 

Ausblicke, Einblicke, Weitsicht – LGAN in Berlin

Autor: Julia Döhrn; Fotos: LGAN 2016

Hamburg, 01.02.2018

Im Gespräch mit Henning Otte (CDU), Tobias Lindner (Grüne) und Siemtje Möller (SPD)

Zivile und militärische Führungskräfte im Gespräch an der Bundesakademie für Sicherheitspolitik  

 Der LGAN 2016 mit Staatssekretärin Emily Haber im BMI

Major Kai Domack überreicht Bundespräsident Steinmeier als Dank den großen Lehrgangscoin

Hier werden Entscheidungen getroffen: der Kabinettstisch im Bundeskanzleramt

Der Staatssekretär Silberhorn plädiert für vernetztes Denken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie entstehen politische Entscheidungen? Wird der vernetzte Ansatz in der Bundesregierung gelebt? Was bewegt zurzeit das politische Berlin? Diesen und anderen Fragen gingen die Lehrgangsteilnehmenden des Lehrgangs generalstabsdienst / Admiralstabsdienst 2016 (LGAN) der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) zu Beginn des Jahres 2018 auf der traditionell stattfindenden Hauptstadtreise nach. Begleitet wurde der LGAN vom stellvertretenden Kommandeur der Akademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider.

Im Zentrum des Handelns

Direkt am ersten Tag besuchte der Lehrgang das Zentrum des Regierungshandelns, das Bundeskanzleramt. Im Gespräch mit Brigadegeneral Andreas Delp, der mit seinem Team die Bundeskanzlerin und den Chef des Bundeskanzleramts in sicherheits- und verteidigungspolitischen Fragen berät, wurden vor allem die Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD diskutiert. Während der Führung durch das Bundeskanzleramt und beim Besuch der Reichstagskuppel bekamen die Teilnehmenden besondere Eindrücke und Ausblicke auf das Regierungsviertel Berlins.

Besuch im „Mutterhaus der Bundeswehr“

Am Dienstag wurde der Lehrgang im Bundesministerium der Verteidigung hochranging empfangen. Zunächst stand der Austausch mit den Abteilungsleitern „Strategie und Einsatz“ sowie „Planung“ und den stellvertretenden Abteilungsleitern der Abteilung „Politik“ und des Führungsstabs der Streitkräfte an. Bei einer Podiumsdiskussion wurden kontroverse Fragen zur Lage der Bundeswehr diskutiert. Der Austausch hinterließ bei allen einen nachhaltigen Eindruck, zeigte er doch den enormen Handlungsbedarf für eine zukunftsfeste Bundeswehr auf. Auch die daran anschließende Gesprächsrunde mit dem stellvertretenden Generalinspekteur, Vizeadmiral Rühle, war geprägt von Fragen zur Weiterentwicklung der Bundeswehr, der Personallage und der Tradition in der Bundeswehr.  Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nahm sich Zeit, um mit den Lehrgangsteilnehmenden über ihre künftige Rolle bei der Modernisierung der Bundeswehr zu sprechen. Sie rief ihren Führungskräftenachwuchs dazu auf, fachlich versiert aber trotzdem demütig, kommunikativ und aufgeschlossen, standfest und ohne Scheuklappen voranzugehen.

Die Parlamentsarmee im Bundestag

Im Anschluss traf der Lehrgang mit ehemaligen und künftigen Bundestagsabgeordneten des Verteidigungsausschusses zu einem offenen Austausch zusammen. Eine wichtige Station für eine Parlamentsarmee. Fragen zum Verteidigungshaushalt,  Einsatzmandaten und Deutschlands Rolle in den Bündnissen wurden kritisch diskutiert – auch mit Blick auf eine mögliche große Koalition. Der folgende Tag begann für die nationalen Lehrgangsteilnehmenden mit ausführlichen Briefings im Bundesnachrichtendienst. Dort wurde einmal mehr deutlich, wie sehr die Bundesregierung in unruhigen außenpolitischen Zeiten auf belastbare Informationen aus den Krisenregionen dieser Welt angewiesen ist.  Die Kameraden aus unseren Partnernationen tauchten derweil im Stasi-Museum in die Geschichte des geteilten Deutschlands ein. Im Bundesrat informierten sie sich zudem über die Besonderheiten des föderalen Systems in der Bundesrepublik.

Gespräch mit Bundespräsident Steinmeier

Nach dem Mittagessen wartete für alle der Höhepunkt der Reise: Der Besuch im Schloss Bellevue und das persönliche Zusammentreffen mit Bundespräsident Steinmeier. In einem ausführlichen Gespräch informierte sich der Bundespräsident über die Lage in der Bundeswehr und beantwortete Fragen zu den ersten Monaten seiner Amtszeit. Er sprach allen Soldatinnen und Soldaten sein Vertrauen aus und versicherte: „In mir haben Sie einen Freund der Bundeswehr.“ Die Worte des Bundespräsidenten werden den Lehrgangsteilnehmenden mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben. Am Abend hatte die Bundesakademie für Sicherheitspolitik nach Pankow geladen. Dort trafen der LGAN 2016, die Crew des 72. Attachéelehrgangs des Auswärtigen Amtes und junge Führungskräfte aus dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen. Nicht nur in Vorbereitung auf das gemeinsame Planspiel CERASIA wurden an diesem Abend wichtige Kontakte geknüpft und einige Vorurteile bei einem Glas Wein abgebaut. Der Austausch und das Netzwerk werden weit darüber hinaus relevant bleiben.

Vernetzt denken und handeln

Der Donnerstag und der Freitag standen daher auch ganz im Zeichen des vernetzten Ansatzes. Bei Terminen im Auswärtigen Amt, im BMZ und erstmals auch im Bundesministerium des Innern wurde kontrovers diskutiert. Welche Rolle spielt die Bundeswehr im Denken der anderen Ressorts? Welche ressortgemeinsame Vision gibt es für die Sahel-Region? Wie können Fluchtursachen bekämpft und Migration gesteuert werden? Mit der Beauftragten für Sicherheitspolitik des AA, Bettina Cadenbach, dem Parlamentarischen Staatssekretär im BMZ, Thomas Silberhorn und der Staatssekretärin im BMI,  Emily Haber, trafen die Lehrgangsteilnehmenden auf erfahrene politische Entscheider. Die allen gemeinsame Botschaft: Nur ressortgemeinsam können wir die zahlreichen Krisen heute und in Zukunft effektiv bewältigen. Einen Perspektivwechsel bot der Besuch bei den Botschaften der Nordischen Länder. Die Militärattachées aus Finnland, Dänemark, Norwegen und Schweden reflektierten die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands aus nordischer Sicht. Gleichzeitig sensibilisierten sie die Lehrgangsteilnehmenden für Geographie und Geopolitik mit Blick auf die Arktis und den großen Nachbarn Russland.

Viele Eindrücke gesammelt

Mit vielen Eindrücken kehrt der LGAN 2016 zurück nach Hamburg. Einige Diskussionen werden nachwirken. Besondere Begegnungen werden in Erinnerung bleiben. Und schon bald werden die ersten Lehrgangsteilnehmenden die Entscheidungsprozesse in Berlin mitgestalten.

 

 

 

Holocaust-Gedenktag #WeRemember

Autor: Philipp Lenske; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 30.01.2018

Landesrabbiner Shlomo Bistritzky trägt sich in das Gästebuch der Führungsakademie der Bundeswehr ein

Michel Friedman: ,,Wo beginnt der Endpunkt von Gewalt?"  

 Der Kommandeur führt in die Thematik ein

Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg im Gespräch mit Oberst a.D. Stratenschulte

Hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft verfolgen den spannenden Gedankenaustausch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

,,Erinnern ist unverzichtbar, doch es darf nicht einfach zur Pflicht, kein lästiges Ritual werden,“ sagte der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki anlässlich der Veranstaltung zum gemeinsamen Tag des Erinnerns an die Opfer des Holocausts. „Wie gedenken wir richtig - und gibt es überhaupt ein richtig? Wir müssen Unfassbares fassbar machen, einen persönlichen Eindruck erschaffen, Fakten analysieren, einen eigenen Standort bestimmen und auf die Gegenwart übertragen.“

Haltung und Mut

Er forderte dazu auf, sich der Geschichte zu stellen, um den eigenen Kompass zu justieren, nicht nur heute, sondern jeden Tag. Er appellierte in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal im Manfred-Wörner-Zentrum, Anstand, Haltung und Mut zu zeigen, außerdem gemeinsam über Werte nachzudenken und Selbstbezüge herzustellen. Mit diesen Worten leitete Admiral Stawitzki die Podiumsdiskussion unter Leitung von Jörn Thießen ein. Special guest: Professor Michel Friedman. Darüber hinaus nahm der Leiter der Steuergruppe Denkfabrik der FüAK, Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, an der Diskussion teil..

Geschichte aus Geschichten verstehen

„Wo beginnt der Endpunkt von Gewalt?“, fragte Friedman. „Um diese Endpunkte der Gewalt nie wieder eintreffen zu lassen, müssen wir die Anfangspunkte dieser Taten verstehen und ihnen entgegenwirken.“ Friedman entstammt einer polnisch-jüdischen Familie und hat die grausamen Taten der NS-Zeit leibhaftig an seiner Familie erlebt. ,,Wo beginnt die Ermordung von Menschen? Sie beginnt nicht dort, wo Menschen Menschen Schlimmes antun, sie beginnt bereits dort, wo Menschen wegsehen. Wegsehen, weghören, schweigen - wir müssen offen und ehrlich darüber reden, was passiert ist, und auch was in der Gegenwart passiert“, erklärt Friedman.

Gesellschaft in Veränderung

Er geht der Frage nach, welche Indizien, welches menschliche Verhalten, welche politischen Umstände zu solch extremen Endpunkten führen können. Er fängt von Rassismus und Menschenhass an zu sprechen. „Ich nehme eine Substanzveränderung in der Gesellschaft wahr“, konstatiert er, „geistige Brandstiftung, wann führt das zu tatsächlicher Brandstiftung?“

Voraussetzung für verstehen ist Wissen

Der ehemalige Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr, Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, ging auf die Rolle der Bundeswehr im Umgang mit Erinnerung in den Streitkräften ein. ,,Wenn wir nicht wissen, wie es entstanden ist, wie können wir das Geschehene zukünftig verändern?“ Es liege an jedem selbst, das Verstehen zur lernen und das erlernte Wissen weiterzugeben.“ Hierzu reiste kürzlich eine 30-köpfige Delegation aus polnischen, französischen und deutschen Offizieren ins das Konzentrationslager Auschwitz, um die Hintergründe verstehen zu lernen, zu diskutieren und das Gelernte besser einzuordnen. (Bericht aus der Bundeswehr aktuell vom 22.01.2018)

Jeder ist Jemand

,,Keiner muss sich verantwortlich für einen anderen fühlen, jeder muss sich jedoch persönlich angegriffen fühlen, wenn Menschen Schlimmes widerfährt“, führt Friedman weiter aus. Um das höchste Gut in der Demokratie zu wahren, die Unantastbarkeit der menschlichen Würde, seien wir alle in der Bringschuld. Geschichte werde sich immer wiederholen, wenn man sich nicht an sie erinnere. ,,Doch was sind wir bereit zu tun, um die Demokratie, in der wir leben, zu halten?“ fragt Professor Friedman die 150 Zuschauer in der Rotunde des Manfred-Wörner-Zentrums. ,,Wir sind alle aufeinander angewiesen, genauso wie die nachfolgenden Generationen auf uns angewiesen sind.“

Nachdenken, um zu handeln

Friedmans Ausführungen enden oft gezielt in Fragen. Fragen, die sich nach dem Vortrag jeder Teilnehmer ganz persönlich stellen wird. Weil jeder in der Pflicht ist, nachzudenken, zu analysieren, um zu verstehen, um Wissen zu begreifen, und um zu wissen, wie man besser versteht, um auch besser zu handeln. Damit dieser Diskussion kein Ende gesetzt wird, erinnert und gedenkt die Führungsakademie im Rahmen besonderer historischer Veranstaltungsformate der Geschichte – und stellt Bezüge zu jedem Einzelnen im Hier und Jetzt her.

 

 

 

Islands strategische Herausforderungen

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 25.01.2018

Arnór Sigurjónsson beim Eintrag in das Gästebuch der Führungsakademie

 General Wieker und Arnór Sigurjónsson im Moltke-Saal

 Interessierte Zuhörer des LGAN 2017

 Arnór Sigurjónsson und Oberst i.G. Boris Nannt bei der Begrüßung an der Führungsakademie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der vergangenen Woche haben die Lehrgangsteilnehmer des Lehrgangs Generalitätsstabsdienst- und Admiralitätsstabsdienst 2017 (LGAN) einen besonderen Gast an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) begrüßt. Die FüAk wurde von Arnór Sigurjónsson, Director General des Defence Directorate am isländischen Außenministerium, besucht, der in Begleitung vom Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, nach Hamburg-Blankenese kam.

In den Herzen angekommen

An der Führungsakademie war es der Direktor Strategie und Fakultäten, Oberst i.G. Boris Nannt, der den Gast aus dem hohen Norden in Empfang nahm, um diesen nach dem traditionellen Eintrag ins Gästebuch der Akademie den LGAN-Teilnehmern vorzustellen. „Island“, so sagte Nannt, „ist bei uns in Deutschland nicht erst seit der EM 2016 in den Herzen angekommen." Er selber ist dem Kieler Handball sehr verbunden, in dessen erster Mannschaft viele Isländer spielten.

Islands strategische Herausforderungen

In seinem Vortrag stellte der isländische Chef der Verteidigung dar, welche Bedeutung das kleine Land und seine rund 340.000 Einwohner für die Verteidigung der NATO-Nordflanke haben. Obgleich Island nur über eine eigene Küstenwache, die Icelandic Coast Guard, verfügt und über keine weiteren Streitkräfte, so ist es doch eines der Gründungsmitglieder der NATO. Sigurjónsson brachte den Bundeswehroffizieren einen Perspektivwechsel nahe. Welche Bedeutung die Nordflanke für die NATO und damit die Position Islands hat, wird deutlich, wenn sich vergegenwärtigt wird, dass dieser Inselstaat eine Basis in der sogenannten GIUK- Lücke darstellt.

Die GIUK-Lücke

Im NATO-Marinekontext wird unter der GIUK-Lücke eine gedachte Linie zwischen Grönland, Island und dem Nordende des Vereinigten Königreichs (UK) bezeichnet. Diese Lücke befindet sich am Übergang zwischen dem europäischen Nordmeer, der Grönlandsee und dem nördlichen Atlantischen Ozean. In der Verteidigungsstrategie der NATO kommt damit der Basis Island eine besondere Bedeutung zu. Aber auch viele Luftkorridore kreuzen sich über Island. Vor all diesen Gesichtspunkten rückt Island damit sehr nah an das europäische Festland und an kontinentaleuropäische Sicherheitsinteressen. Zu diesen und weiteren Aspekten unter dem Gesichtspunkt der besonderen Lage Islands hat Sigurjónsson seine Einschätzung abgegeben.

Icelandic Coast Guard

Eine besondere Aufmerksamkeit wurde der Icelandic Coast Guard zuteil. Diese kleine maritime Einheit hat den Auftrag, die isländischen Küstenlinien und Hoheitsgewässer zu verteidigen und Search & Rescue-Massnahmen durchzuführen. Diese kleine, aber effiziente Einheit wurde von Konteradmiral Georg Lárusson, Director General ISL Coast Guard, und Kapitän Jon Gudnason, Kommandant Keflavik Air Base, vorgestellt. Es war zum Abschluss auch der isländische Kapitän, der den Lehrgangsteilnehmern einen kurzen Überblick über die Aufgaben gegeben hat, die Island im Rahmen der eigenen wie auch der Bündnisverteidigung wahrnimmt.

Viele Fragen an die Isländer

Die abschließende Fragerunde zeigte deutlich, wie groß das Interesse an Island ist. Viele Fragen sorgten dafür, dass der Vortrag inhaltlich rund wurde. Am Ende blieb das Bewusstsein, wie gut ein Perspektivwechsel tut, um mit General Wiekers Worten zu sprechen, um die eigene Sicht auf die Welt besser einzuordnen.

 

 

 

Die Politik der Staaten ist ihre Geographie

Autor: Ralf Hartmann; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 22.01.2018

 Geopolitische Sichtweisen treffen auf Lehrgangsteilnehmer

Der Dozent erklärt die Geopolitik

Im Hörsaal beim geopolitischen Parforceritt

Die Teilnehmer verabschiedeten sich mit einem Gruppenbild

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Anlehnung an Napoleon begründet sich die Politik eines Landes in seiner Geografie. Gemeint ist damit, dass es auf die Zusammenhänge zwischen geografischen Faktoren auf der einen Seite und der Politik eines Staates auf der anderen Seite ankommt. Unter Geopolitik versteht man darum vereinfacht ausgedrückt die Lehre vom Einfluss des geografischen Raumes auf die Politik eines Staates und der Raumgebundenheit der politischen Vorgänge.

Es stellt sich die Frage, welchen Einfluss die geografischen Bedingungen eines Staates auf seine nationale und internationale Politik haben. Mit Fragen dieser Art beschäftigte sich das Modul „Geopolitik“ der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), das unter der Leitung von Oberstleutnant Dr. Ralf Hartmann und Fregattenkapitän der Reserve Dr. Hartmut Klüver von der Fakultät Politik, Strategie und Gesellschaftswissenschaften in einem einwöchigen Seminar gelehrt worden ist. In einer Woche haben 20 zivile und militärische Lehrgangsteilnehmer diese geopolitischen Sichtweisen auf regionale und globale Krisen und Konflikte sowie die Politik der darin agierenden staatlichen Akteure angewendet.

Geopolitik am Beispiel Osteuropa, Türkei und Iran

Um mögliche Einflüsse geografischer Faktoren auf die Innen- und Außenpolitik beziehungsweise die Sicherheitsinteressen eines Staates besser verstehen zu können, wählten die Modulleiter zwei beispielhafte geografische Räume aus, die tagesaktuell im Fokus der internationalen Politik stehen. Der erste thematische Schwerpunkt lag hierbei auf Osteuropa und den Ländern des Baltikums, Weißrussland, Russland sowie der Ukraine als Brückenland zwischen Ost und West. Unmittelbar an diesen Raum grenzte das Gebiet, auf dem der zweite Fokus lag. Betrachtet wurden die beiden Regionalmächte Türkei sowie Iran mit ihrer jeweiligen geopolitischen Rolle am Rande zu Osteuropa.

Ein geopolitischer Parforceritt

Für die Lehrgangsteilnehmer erfolgte ein Parforceritt durch die geografischen Rahmenbedingungen und durch historische und völkerrechtliche Zusammenhänge in diesen Ländern. Alle diese Faktoren galt es zu analysieren und zu bewerten. Anschaulich lernten die Lehrgangsteilnehmenden an diesen Beispielen, dass es neben den geografischen Faktoren eben auch auf die damit eng verknüpfte Bedeutung von Demographie, Ethnizität, Ökonomie, Ressourcen, Handelsbeziehungen, Infrastruktur oder Klimabedingungen für die Geopolitik eines Staates ankommt.

Unterstützung durch viele Gastdozenten

Das Modul zum Ende letzten Jahres wurde dank zahlreicher hochkarätiger Gastdozenten aus Wissenschaft und Forschung zu einem echten Höhepunkt, denn die Dozenten führten thematisch in die einzelnen Länder und geopolitischen Gesichtspunkte ein. Durch diese tiefen Kenntnisse entwickelten sich im Anschluss an die Vorträge rege Diskussionen zu unterschiedlichsten Aspekten der aufgezeigten geopolitischen Zusammenhänge.

Hafenrundfahrt und Ausblick auf das Jahr 2018

Abgerundet wurde das Modul durch einen Besuch des Hamburger Hafens. Es gibt keinen besseren Ort als einen Hafen, an dem die Lehrgangsteilnehmer noch einmal unterschiedliche Faktoren wie Wirtschaft und Infrastruktur für die Geopolitik eines Staates hautnah erleben konnten. Die Modulleiter Hartmann und Klüver waren sich am Ende des Moduls sicher, dass „die Lehrgangsteilnehmer nun geopolitische Faktoren erkennen, deren Bedeutung auf die Politik eines Staates bewerten und dementsprechende Folgerungen auch für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik ziehen können.“ Am Ende gab Hartmann noch einen kurzen Ausblick auf das geplante Geopolitik Seminar in diesem Jahr 2018: „Im Jahr 2018 wird Asien und die Volksrepublik China im Fokus der geopolitischen Analyse stehen.“

 

 

 

Ministerin empfängt militärischen Führungs-nachwuchs in Berlin

Autor: Timo Kather; Foto: Bundeswehr/Sebastian Wilke

Hamburg, 18.01.2018

Ursula von der Leyen empfängt den Lehrgang für den Generalstabsdienst/ Admiralstabsdienst der Führungsakademie der Bundeswehr zum Gespräch

 

 

 

 

 

 

 

 

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am Dienstagmittag rund 100 Offiziere getroffen, die derzeit den Lehrgang für den Generalstabsdienst/Admiralsstabsdienst (LGAN) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg absolvieren. Die Ministerin empfing die Soldaten im Stauffenbergsaal des Verteidigungsministeriums in Berlin. Sie nahm sich rund eine Stunde Zeit, um mit den Offizieren über ihre künftige Rolle bei der Modernisierung der Bundeswehr zu sprechen.

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Innere Führung und Compliance – eine enge Verbindung

Autor: Kai Prüter; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 17.01.2018

Brigadegeneral Friedhelm Tränapp beim Vortrag

Interessierte Zuhörer beim Vortrag

Vortrag vor dem LGAN 2016

Fregattenkapitän Jan Dinand dankt im Namen des LGAN 2016  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem Thema Compliance hat Brigadegeneral Friedhelm Tränapp, Compliance Management Beauftragter im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) den Moltke-Saal der Clausewitz-Kaserne bis zum letzten Platz gefüllt. Im Rahmen des Ausbildungsmoduls „Innere Führung" des Lehrgangs Generalstabsdienst-/ Admiralstabsdienst (LGAN) legte der Gastredner seine Sicht auf das Thema "Compliance Management im BMVg - Sachstand und Perspektiven" dar. Diesem folgte eine lebhafte Diskussion..

Innere Führung und Compliance

Gleich zu Beginn seiner Vorlesung machte General Tränapp deutlich, dass Innere Führung und Compliance eng zusammengehören. Der Begriff „Compliance“  (übersetzt: Regeleinhaltung) ist häufig negativ belegt und wird dabei mit Misstrauen verbunden. Diesen Vorbehalten wolle der General „mit seinem Vortrag ein wenig entgegen wirken“.

Kein echter Anlass für Compliance

„Es gab keinen konkreten Anlass für die Einführung von Compliance", betonte Tränapp in seinen Ausführungen. Schließlich sind wir alle an Artikel 20 Absatz 3 des GG gebunden; Compliance Management (CM) soll hierbei lediglich unterstützen, diese Zielvorgabe einzuhalten. CM ist kein Projekt, sondern eine Daueraufgabe, die aber nicht in „Stein gemeißelt" ist. Der Compliance Management Beauftragte (CMB) wurde am 7. März 2017 etabliert und direkt Staatssekretär Hoofe im BMVg unterstellt.

Compliance-Beratung als Schwerpunkt

Der Schwerpunkt der Aufgabe des CMB liegt in der Compliance-Beratung. Aus diesem Grunde wurde auch eine Ansprechstelle eingerichtet. „Der CMB ist nicht operativ tätig", so der Brigadegeneral. Dabei hat seine Arbeit sehr praktischen Bezug. Ein Ergebnis seiner Tätigkeit sei es beispielsweise, dass es demnächst zu erlaubten Nebentätigkeiten eine Handreichung für alle Soldaten und zivilen Mitarbeiter der Bundeswehr geben wird, um beobachtete Verhaltensunsicherheiten zu diesem Thema auszuräumen.

Schulung durch die FüAk

Für alle derzeit erkannten 17 Risiken sollen Maßnahmen entwickelt werden, wie diese minimiert werden können. Das ist das Compliance-Programm, mit dem 2018 begonnen werden wird. Begonnen wird mit der Umsetzung des Compliance-Managements im BMVg. Für die Truppe ist CM damit noch nicht von Bedeutung. Hinsichtlich möglicher Hilfestellungen oder Handreichungen ist die Truppe aber sehr wohl Zieladressat, wie General Tränapp deutlich herausstellte. Für die erforderlichen Schulungen wird es ein „Tone from the middle" geben. Unterstützt wird diese Ausbildung durch die FüAk.

Compliance als wertebasiertes System

Kritischen Stimmen hielt BG Tränapp entgegen, dass Compliance ein wertebasiertes System ist und damit in enger Beziehung zur Inneren Führung stehe. „CM ist kein Angriff auf die Innere Führung - Compliance zahlt auf das Konto Innere Führung ein und nicht umgekehrt", so Tränapp am Ende seiner Ausführungen.

Lebhafte Diskussion am Schluss

Fregattenkapitän Jan Dinand fasste am Ende des Vortrags und einer sehr lebhaft geführten Diskussion seine Eindrücke in den Dankesworten des LGANs an Brigadegeneral Tränapp wie folgt zusammen: „Meine erste Assoziation mit Compliance war ,Korruptionsprävention` und der Erlass ,Annahme von Belohnungen und Geschenken`. Ein Blick in das Gabler Wirtschaftslexikon ergab die Definition: „Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen, Regeln und Normen im Unternehmen“. Dabei drängt sich doch zunächst die Frage auf, ob wir dann Compliance brauchen, da doch die Bindung an Recht und Gesetz für demokratisch legitimierte Streitkräfte und durch die gelebte Innere Führung und das Ideal des Staatsbürgers in Uniform obligatorisch sein müsste?“, so der Fregattenkapitän.

Abgerundeter Vortrag

Abschließend bleibt die Feststellung, dass der Vortrag von Brigadegneral Tränapp überzeugt hat: Compliance im BMVg und in der Bundeswehr sind wichtig. Sie sind wichtig, weil Compliance modern ist und nicht, weil es Compliance-Elemente nicht auch vorher schon gegeben hat. Die immer komplexer werdende Umgebung macht die Organisation und Strukturierung von Compliance-Maßnahmen notwendig. Die Veranstaltung empfand das Publikum als gelungen und abgerundet organisiert, zahlreiche Aspekte der facettenreichen Thematik wurden beleuchtet.

 

 

Tag der Bundeswehr

 

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