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Die Geschichte der CK

Bild : Historische Lage der CKZoom
Historischer Kartenausschnitt mit der heutigen Lage der CK

Die Kaserne liegt im Westen der Freien und Hansestadt Hamburg. Ihre geschichtlichen Ursprünge reichen bis in die frühe Neuzeit zurück. Das Areal wurde wechselseitig militärisch wie privat genutzt. Die Nationalsozialisten eigneten sich das Gelände schliesslich gewaltsam an und übergaben es 1939 der Reichsluftwaffe. Der Beitrag skizziert die Geschichte der Kaserne bis heute.

Die Zeit bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts


Die Straßennamen "Up de Schanz" und "Schanzkamp" deuten es an: Bereits im späten Mittelalter wurde das Gelände östlich von Dockenhuden militärisch genutzt.

Aufgrund des gespannten Verhältnisses zwischen Hamburg auf holsteinischem Gebiet und dem dänischen König, welchem Hamburg von 1559 bis 1603 die Huldigung versagte, verstärkte Dänemark die militärische Präsenz vor den Toren Hamburgs. Um 1679 entstand auf dem Dockenhudener Feld eine Schanzenanlage, die wahrscheinlich ein militärisches Standlager einschloß. Es handelte sich bei der Schanzenanlage um ein tiefprofiliertes Graben- und Wallsystem mit ausspringenden Bastionen. Obwohl an der Schanze keine Gefechte erwähnt werden, bedrohte die Anlage dennoch den freien Handelsweg Hamburgs auf der Elbe.

Die Anlage verfiel und wurde 1789 auf einer militärischen Karte des Majors von Varendorf als alte Schanze verzeichnet. Als Wiesen- und Weidefläche war das Gelände bis Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz von zwei Familien. Zwischen den Ländereien befand sich eine Gärtnerei die spezialisiert war auf Blumen und Obstanbau. Um 1892 erhielt die Stadt Hamburg das Areal von der alt­ein­ge­ses­sen­en Familie Laeis, die Reeder, Kaufleute und Senatoren hervorgebracht hatte, als Geschenk übereignet. Die Stadt verpachtete das Areal an hamburgische Juden, die innerhalb der Stadtgrenzen kein Land erwerben durften.

Die Zeit von 1900 bis 1938


Nach der Jahrhundertwende pachtete Professor Plaut den Teil der Gärtnerei und ließ 1902 das jetzige Gebäude 13 zur Villa umbauen. Umgeben war das Haus von einem Gewächshaus und Stallungen. Das Gebäude diente vorrangig als Sommersitz der Familie, welche ihren Hauptwohnsitz am Rotherbaum hatte. Prof. Plaut war ein anerkannter Bakteriologe und Mykologe, der von 1913 bis zu seinem Tode 1928 das Pilzforschungsinstitut im heutigen Universitätsklinikum Eppendorf leitete.
In der Zeit des 1. Weltkrieges wurden Flüchtlingsfamilien in der Villa untergebracht. Die Tochter, Frau Rachel Liebeschütz-Plaut habilitierte als erste Frau 1924 an der Hamburgischen Medizinischen Fakultät. Die Familie Liebeschütz errichtete um 1930 das nebenstehende Gebäude 12. Der Frau Rachel Liebschütz-Plaut wurde 1933 als "Nicht-Arierin" die Lehrbefugnis entzogen. Sie engagierte sich daraufhin bis zur Emigration der Familie im Jahre 1938 sehr aktiv in der Selbsthilfe der Juden in Hamburg. Frau Henriette Arndt, eine aus Pommern stammende Lehrerin mit jüdischem Vater, wurde mit Beginn der NS-Herrschaft diskriminiert. Sie wandte sich der jüdischen Religion zu und leitete ab 1936 den jüdischen Schulzirkel in Blankenese. Der Schulzirkel bot jüdischen Kindern eine Schulausbildung, welche ihnen in städtischen Schulen versagt wurde. Die Unterrichtungen fanden in der Villa Plaut statt. Henriette Arndt wurde am 25.10.1941 deportiert und vermutlich im Juni 1942 im Ghetto Lodz ermordet.

1937 fiel das Gelände mit dem Groß-Hamburg-Gesetz an die Hansestadt Hamburg. Die Pachtverträge wurden für ungültig erklärt. Die Stadt schenkte es 1938 dem Deutschen Reich.
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Die Nutzung während der Kriegs- und Nachkriegszeit


1939 übernahm die Reichsluftwaffe das Areal. Dies entsprach der Tendenz, im Westen der Stadt überwiegend Luftwaffenverbände zu stationieren. Im Frühjahr 1940 wurde der Befehl erteilt, das Luftgaukommando XI von Hannover nach Hamburg zu verlegen. Die Auswahl fiel auf Blankenese, weil hier die nachrichtentechnischen Anbindungen vorhanden und die Tarnmöglichkeiten sehr gut waren. Man war nach den Erinnerungen des Kommandeurs, General Wolf,» "von der eigentlichen Luftverteidigung Hamburgs weit genug abgesetzt"«.

In den Jahren 1940/41 wurden die Dienstgebäude, das Kasino und die Unterkunftsbaracken fertiggestellt. Nach unbestätigten Informationen mit genau den Ziegelsteinen, die ursprünglich für eine Elbbrücke vorgesehen waren. Die Brücke sollte die Elbe an der Stelle des heutigen Elbtunnels überbrücken. Der Führungsbunker wurde als eines der letzten Bauwerke abgeschlossen.

Nach 1945 wurde die Liegenschaft durch britische Truppen genutzt. Sie erhielt den Namen UXBRIDGE-Barracks nach dem Headquarter der Royal Air Force in der Nähe von London. Die Liegenschaft wurde durch die 85 Group Royal Air Force genutzt, welche im Jahre 1947 nach Uetersen verlegt wurde. Anschließend übernahm ein Stab der Royal Engineers der Britischen Rheinarmee die Kaserne.
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Bautätigkeiten während der Aufbauphase der Führungsakademie


1958 erfolgte die Übergabe der Kaserne von britischer in deutsche Verwaltung. Die vom damaligen Bundesminister für Verteidigung Blank 1956 initiierte Entscheidung, die "Wehrakademie" nach Hamburg zu verlegen, war 1957 vom Bundesminister Strauß bestätigt worden.

Die Stadt Hamburg setzte sich gegenüber anderen Mitbewerbern durch, obwohl die Nähe zur damaligen innerdeutschen Grenze gegen den Standort sprach. Senatspräsident Sieverking soll die Entscheidung mit der Zusagen, die Ausbaukosten (in Höhe von 38 Millionen DM ?) zu übernehmen, nicht unwesentlich beeinflusst haben.

Im Oktober 1958 wurde die Führungsakademie der Bundeswehr in die Clausewitz-Kaserne verlegt. Gleichzeitig begann der Bau der Lehrsaalgebäude 9 und 10, die 1959 übergeben wurden.
Im Jahre 1960 entstand das Lehrsaalgebäude für die Luftwaffe. Es stand 1961 erstmalig dem 5. Generalstabslehrgang zur Verfügung.

Im jetzigen Gebäude 7, welches 1940 als Küche / Mannschaftsspeisesaal gebaut wurde, fanden noch bis 1962 Lehrveranstaltungen statt. Ab 1963 wurde dort die Zeichenstelle und die Lichtpauserei sowie Unterkünfte für Unteroffiziere eingerichtet. Das alte Kohleheizwerk (Geb 8) wurde stillgelegt und im Gebäude 19 eine moderne Ölfeuerung eingebaut.

1965 konnte das Gebäude 6a/b übernommen werden. Die bis dato in Baracken untergebrachten Dozenten und Angehörigen der Studiengruppen erhielten somit neue Diensträume.
Im selben Jahr begann der Neubau des Hochhauses 23 als Unterkunftsgebäude für die Lehrgangsteilnehmer. Die seit 1958 für die Unterbringung genutzten Baracken waren baufällig und vom Standard her nicht mehr tragbar. Das Gebäude wurde 1967 fertig gestellt. Die Sportanlagen im Westteil der Liegenschaft entstanden im Zeitraum 1977 bis 1980. 1985 begannen die Ausführungsplanungen für ein Gästehaus der Führungsakademie. Es konnte 1987 als Unterkunft für Offiziere bezogen werden. Ebenfalls 1985 wurde das Fachzentrum Audiovisuelle Medien (heute Teileinheit AV) im Gebäude 9 eingerichtet. 1986 wurden erste Ideen für ein Zentrum zur Durchführung rechnergestützter Planübungen entworfen. Im Gebäude 9 wurde das Rechenzentrum als Interimslösung gegründet.
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Bautätigkeiten zur Verbesserung der Ausbildungs- und Dienstbedingungen


Von Ende 1992 bis Ende 1996 wurde für rund 18 Millionen DM das Gebäude 16 mit Truppenküche und Heimbereichen grundlegend saniert, ohne das es seinen Charakter einbüßte. In dieser Zeit wurde der Heimbetrieb provisorisch im Keller des Gebäudes 2 aufrechterhalten. 1996 wurde begonnen, das Unterkunftsgebäude 23 umzubauen. In Anlehnung an den wieder verworfenen Standard "Kaserne 2000" wurden die Unterkünfte zu Appartements umgebaut und die Sammelsanitäranlagen entfernt. Dieser Schulstandard wird Vorbild für zukünftige Umbauten in den Unterkunftsbereichen der Akademie. Das Gebäude wurde im April 1998 wieder in Nutzung genommen. 1996 begann nach einer 10-jährigen Planungs- und Genehmigungsphase der Neubau des Planübungszentrums, des heutigen Manfred-Wörner-Zentrums. Die Übergabe dieses architektonisch und technisch anspruchsvollen Gebäudes fand im Januar 2000 statt. Die audio-visuelle Ausstattung erfolgte im darauffolgenden Jahr.

Wegen Standsicherheitsproblemen infolge von Qualitätsmängeln in der Bauausführung muss derzeit am Gebäude 9 eine aufwendige Betonsanierung durchgeführt werden. Die Bauarbeiten begannen im August 2001. Seit November 1999 war es baupolizeilich gesperrt. Mehrere Lehrgänge sind seitdem in die Reichspräsident-Ebert-Kaserne ausgelagert. Dort wurden für rund 1,2 Millionen DM die alten Lehrsäle der Logistikschule modernisiert.
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Stand vom 06.03.2006