Arbeit für den Frieden lohnt sich immer
Hamburg/Solers, im Juni 2010
"Wer an Europa zweifelt, oder gar verzweifelt, der soll über Kriegsgräberstätten gehen, um Motivation für ein gemeinsames Europa und zur Völkerverständigung zu erlangen." Unter diesem an Jean Claude Juncker (Premierminister Luxemburgs) angelehnten Motto führte eine Abordnung der Führungsakademie der Bundeswehr unter Führung ihres Kommandeurs, Generalmajor Robert Bergmann, vom 22. Juni bis zum 01. Juli 2010 einen Arbeitseinsatz für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Solers, ca. 30 Kilometer südöstlich von Paris, durch.
Kranzniederlegungen als erster Höhepunkt
Auftakt und zugleich ersten Höhepunkt des Arbeitseinsatzes bildeten die feierlichen Kranzniederlegungen an den Gedenkstätten der Gefallenen sowohl auf dem deutschen Soldaten- als auch dem örtlichen französischen Friedhof. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung, sowie zahlreicher Fahnenabordnungen der französischen Veteranenverbände, wurden die Kranz-niederlegungen durch Generalmajor Bergmann und den Bürgermeister der Gemein-de Solers, Herrn Yves Marmet, durchgeführt. So konnte eindrucksvoll das gemeinsame Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege begangen werden. Beim anschließenden kleinen Empfang im Gemeindehaus standen dann auch die nach den Weltkriegen entstandene Deutsch-Französische Freundschaft sowie das gemeinsame Gedenken im Vordergrund.369 Steine mit 2228 Inschriften von Gefallenen stimmten nachdenklich
Hauptaufgabe auf dem 1962 offiziell eröffneten Friedhof für deutsche Gefallene des Zweiten Weltkrieges war die Reinigung der 369 Grabsteine sowie die Ausbesserung bzw. Neuausmalung der insgesamt 2228 Inschriften. Dabei war für alle Teilnehmer neben der praktischen Arbeit insbesondere die geistige Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Soldatenschicksal ein besonderer, emotionaler Moment. "Keiner der Gefallenen ist so alt geworden wie ich, viele so alt wie die Lehrgangsteilnehmer des LGAN. Die Masse jedoch fiel in einem Alter zwischen 18 und 25 Jahren", so Generalmajor Bergmann. Weiter machte der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr deutlich: "Ich will, dass viele uns nachahmen" und weiter "wir müssen dafür sorgen, dass solche Gräber nie wieder entstehen".Auch für die internationalen Teilnehmer der Arbeitsgruppe, zwei französische und einen kanadischen Stabsoffizier, hatte der Arbeitseinsatz eine besondere Bedeutung. So bemerkte Major Fred Wolanski aus Kanada: "Alle Männer in der Familie meines Vaters sind in den Kriegen für Deutschland gefallen." Heute steht er Seite an Seite mit seinen alliierten Kameraden.
Auch Malerarbeiten in der Eingangs- und Kondolenzhalle und in einem Aufenthaltsraum standen auf dem Programm.
„Ravivage de la flamme“
Den krönenden Abschluss des Arbeitseinsatzes bildete die "Ravivage de la Flamme" unter dem Arc de Triomphe in Paris am Abend des 29. Juni 2010. Täglich wird hier die Flamme zu Ehren des unbekannten gefallenen Soldaten durch Institutionen oder Organisationen entzündet. Bei dieser feierlichen Zeremonie, die unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit an der "Flamme des unbekannten Soldaten" stattfand, wurde Generalmajor Bergmann die große Ehre zuteil, diese seit 1921 brennende Flamme gemeinsam mit dem Generalsekretär des Volksbundes neu zu entzünden.Tief bewegt und zugleich stolz auf diese Ehre, die der deutschen Delegation zu Teil wurde, dankte General Bergmann dem ehemaligen Inspekteur des französischen Heeres und heutigem "Direktor der Flamme", General a. D. Bruno Cuche.



