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Arbeit für den Frieden lohnt sich immer


Hamburg/Solers, im Juni 2010

"Wer an Eu­ropa zwei­felt, oder gar ver­zwei­felt, der soll über Kriegs­gräber­stätten gehen, um Moti­va­tion für ein gemein­sames Eu­ropa und zur Völker­ver­stän­digung zu er­langen." Unter diesem an Jean Claude Jun­cker (Premier­minister Luxem­burgs) an­gelehnten Motto führte eine Ab­ordnung der Führungs­aka­demie der Bundes­wehr unter Führung ihres Komman­deurs, General­ma­jor Robert Berg­mann, vom 22. Juni bis zum 01. Juli 2010 einen Arbeits­einsatz für den Volks­bund Deutsche Kriegs­gräber­für­sorge e.V. in Solers, ca. 30 Kilometer süd­östlich von Paris, durch.

Bild : Neubeschriftung eines GrabsteinesZoom
Generalmajor Bergmann beschriftet einen Grabstein neu (Quelle: FüAkBw)

In den frühen Morgen­stunden des 22. Juni 2010 ver­legte eine zwölf­köpfige Arbeits­gruppe der Führungs­akademie der Bundes­wehr zur deutschen Stabs­gruppe in Frank­reich nach Fontaine­bleau, um von dort aus einen Arbeits­einsatz auf einem deutschen Soldaten­friedhof im Rahmen der Kriegs­gräber­pflege durch­zuführen. Das durch General­major Berg­mann geführte Komman­do, be­stehend aus 4 na­tionalen und 3 inter­natio­nalen Teil­nehmern des Lehr­gangs General­stabs- und Admiral­stabs­dienst 2009, sowie einem Projekt­offizier aus dem Aka­demiestab, zwei Unter­offi­zieren mit Porte­pee und dem Zivil­kraft­fahrer des Komman­deurs, hatte dabei die Auf­gabe, auf dem deutschen Soldaten­friedhof Reini­gungs- und Restaurierungs­arbeiten durch­zuführen. Ver­stärkt wurde das Team durch den General­sekretär des Volks­bundes Deutsche Kriegs­gräber­fürsorge e.V., Oberst der Reserve Rainer Ruff.

Bild : Einmarsch der SoldatenZoom
Einmarsch zur Kranzniederlegung (Quelle: FüAkBw)

Kranzniederlegungen als erster Höhepunkt

Auf­takt und zu­gleich ersten Höhe­punkt des Arbeits­einsatzes bildeten die feier­lichen Kranz­niederlegungen an den Gedenk­stätten der Ge­fallenen sowohl auf dem deutschen Sol­daten- als auch dem ört­lichen fran­zösischen Fried­hof. Unter großer Anteil­nahme der Bevöl­kerung, sowie zahl­reicher Fahnen­ab­ordnungen der fran­zösischen Veteranen­verbände, wurden die Kranz-niederlegungen durch General­major Berg­mann und den Bürger­meister der Gemein-de Solers, Herrn Yves Marmet, durch­geführt. So konnte eindrucks­voll das gemein­same Ge­denken an die Ge­fallenen bei­der Welt­kriege be­gangen werden. Beim an­schließenden kleinen Em­pfang im Gemeinde­haus standen dann auch die nach den Welt­kriegen ent­standene Deutsch-Fran­zösische Freund­schaft sowie das gemein­same Ge­denken im Vorder­grund.


Bild : Soldaten säubern die GrabsteineZoom
Arbeit an den Grabsteinen (Quelle: FüAkBw)

369 Steine mit 2228 Inschriften von Gefallenen stimmten nachdenklich

Haupt­auf­gabe auf dem 1962 offi­ziell er­öffneten Fried­hof für deutsche Ge­fallene des Zweiten Welt­krieges war die Reini­gung der 369 Grab­steine sowie die Aus­besserung bzw. Neu­aus­malung der insgesamt 2228 In­schriften. Dabei war für alle Teil­nehmer neben der prak­tischen Ar­beit ins­besondere die geistige Aus­ein­ander­setzung mit jedem ein­zelnen Soldaten­schicksal ein beson­derer, emotio­naler Moment. "Keiner der Gefallenen ist so alt geworden wie ich, viele so alt wie die Lehrgangs­teil­nehmer des LGAN. Die Masse jedoch fiel in einem Alter zwischen 18 und 25 Jahren", so General­ma­jor Berg­mann. Weiter machte der Komman­deur der Führungs­aka­demie der Bundes­wehr deutlich: "Ich will, dass viele uns nach­ahmen" und weiter "wir müssen dafür sorgen, dass solche Gräber nie wieder ent­stehen".

Auch für die inter­natio­nalen Teil­nehmer der Arbeits­gruppe, zwei fran­zösische und einen kana­dischen Stabs­offi­zier, hatte der Arbeits­ein­satz eine be­sondere Be­deutung. So be­merkte Major Fred Wolanski aus Kana­da: "Alle Män­ner in der Fami­lie meines Va­ters sind in den Krie­gen für Deutsch­land ge­fallen." Heute steht er Seite an Seite mit seinen alli­ierten Kamer­aden.

Auch Malerarbeiten in der Eingangs- und Kondolenzhalle und in einem Aufenthaltsraum standen auf dem Programm.


Bild : Soldaten am Arc de TriompheZoom
Am Arc de Triomphe (Quelle: FüAkBw)

„Ravivage de la flamme“

Den krönen­den Ab­schluss des Arbeits­ein­satzes bildete die "Ravi­vage de la Flam­me" unter dem Arc de Triom­phe in Paris am A­bend des 29. Juni 2010. Täg­lich wird hier die Flamme zu Ehren des un­be­kannten ge­fallenen Sol­da­ten durch Insti­tutio­nen oder Orga­ni­sa­tionen ent­zündet. Bei dieser feier­lichen Zere­monie, die unter großer An­teil­nahme der Öffent­lich­keit an der "Flamme des un­be­kannten Sol­daten" statt­fand, wurde General­ma­jor Berg­mann die große Ehre zuteil, diese seit 1921 brennen­de Flamme gemein­sam mit dem General­sekre­tär des Volks­bundes neu zu ent­zünden.

Tief be­wegt und zu­gleich stolz auf diese Ehre, die der deutschen Dele­ga­tion zu Teil wurde, dankte Gene­ral Berg­mann dem ehe­maligen Ins­pek­teur des fran­zö­sischen Heeres und heu­tigem "Direktor der Flamme", General a. D. Bruno Cuche.


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Stand vom 12.07.2010 | Autor: Offiziere der Arbeitsgruppe, Gemeinschaftsprodukt