Führungsakademie Baudissin-Medaille verliehen
Hamburg/Berlin, 30. November 2009
Im Rahmen einer Feierstunde wurde der Führungsakademie der Bundeswehr die Wolf-Graf-von-Baudissin-Medaille, gestiftet durch den Deutschen BundeswehrVerband, verliehen.
Die Medaille wird seit 2002 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Innere Führung verdient gemacht haben.
Begrüßung namhafter Gäste
»Es ist mir eine ganz besondere Ehre und große Freude, Sie alle hier am heutigen Tage zu diesem, wie ich finde, ganz besonderen und außergewöhnlichen Anlass an der Führungsakademie begrüßen zu dürfen.«
Mit diesen Worten eröffnete Generalmajor Robert Bergmann, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, eine Veranstaltung, bei der die Akademie durch den Deutschen BundeswehrVerband ausgezeichnet wurde.
General Bergmann konnte zahlreiche Gäste, unter ihnen in Vertretung des Präsidenten der Bürgerschaft der Stadt Hamburg, Frau Barbara Duden und den Abgeordneten Hans Detlef Roock, der zugleich auch Reserveoffizier ist, begrüßen.
»Durch Ihre Anwesenheit unterstreichen Sie wieder einmal die Verbundenheit der Stadt Hamburg mit der Führungsakademie und dieses entspricht einem Ziel der Inneren Führung, nämlich die Integration der Streitkräfte in die Gesellschaft. Und als Reserveoffizier verkörpern Sie, Herr Roock, ein Beispiel für das Leitbild des Staatsbürgers in Uniform«, so der Kommandeur.
Des Weiteren begrüßte General Bergmann unter anderem den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Herrn Reinhold Robbe, als höchsten Repräsentanten der Bundeswehr den Befehlshaber im Wehrbereich I Küste, Konteradmiral Jens-Volker Kronisch, Vertreter des konsularischen Corps, der Handelskammer Hamburg und des Freundeskreises der Ausbildung ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr.
Last but not least begrüßte der Kommandeur den Vorsitzenden des Deutschen BundeswehrVerbandes und Vorsitzenden der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung, Oberst Ulrich Kirsch.
»Ich habe Sie natürlich nicht vergessen. Sie nehmen als Verleiher der Baudissin-Medaille für die heutige Veranstaltung natürlich eine Schlüsselrolle ein. Seien Sie, erstmals in dieser Funktion an der Führungsakademie, herzlich willkommen und dies nicht nur, weil Sie der Akademie gleich einen Preis verleihen werden,«so General Bergmann.
General Bergmann brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass die Führungsakademie in diesem Jahr als Preisträger für die Baudissin-Medaille ausgewählt wurde.
Zur Einstimmung auf das Bevorstehende wurden die Gäste in einem Kurzfilm mit auf die Reise durch die Geschichte der Akademie genommen. Hier wurde bereits deutlich, dass an der Führungsakademie Innere Führung gelebter Alltag ist.
Innere Führung im Mittelpunkt von Fachtagungen und Symposien
In seiner Laudatio ging Oberst Kirsch mit Blick auf die Geschichte auf die am 14. Juli 1956 gegründete Interessenvertretung aller Soldaten, den Deutschen BundeswehrVerband, ein und machte deutlich, dass diese Gründung direkter Ausdruck der "Inneren Führung" und der "Staatsbürger in Uniform" Sinnbild und Richtgröße der Führungsphilosophie der Bundeswehr ist. Das Leitbild des verantwortlichen Staatsbürgers, der freien Persönlichkeit und des einsatzbereiten Soldaten der Bundeswehr habe sich bewährt und entwickelt. Die vormalige Friedensarmee Bundeswehr wandelte sich zu einer auf Krisen und Konflikte reagierenden Einsatzarmee, geprägt von den von Baudissin erarbeiteten Grundprinzipien der "Inneren Führung".»Innere Führung ist lebendig und daher ständig weiterzuentwickeln und zu transformieren«, so der Verbandsvorsitzende.
Aus diesem Grunde wurde durch den Deutschen BundeswehrVerband die Auszeichnung "Wolf-Graf-von-Baudissin-Medaille" im Jahre 2002 ins Leben gerufen und bislang zweimal verliehen. Der Preis würdigt Personen und Institutionen, die sich in besonderer Weise um die Verbreitung und Weiterentwicklung der "Inneren Führung" und des "Staatsbürgers in Uniform" verdient gemacht haben.
»In diesem Jahr die Führungsakademie mit dieser Medaille zu ehren, hat seinen triftigen Grund,«so Oberst Kirsch. Weiter führte Kirsch aus:
»So ist die Pflege des Erbes und der Gedankenwelt des Vaters der Inneren Führung auf das Engste mit der Führungsakademie verbunden. Nach außen sichtbar trägt eine Kasernenanlage den Namen von Baudissins. Die Teilnehmer des Stabsoffizierlehrgangs und anderer Lehrgänge werden durch den Namen und durch die Büste von Baudissins im Foyer des Speisesaals täglich an das Erbe der Inneren Führung erinnert. Darüber hinaus ist die Akademie Heimstatt des Baudissin Dokumentationszentrums, welches die interdisziplinäre Baudissin-Forschung fördert. Dazu gehören wissenschaftliche Arbeiten in der Bundeswehr und im zivilen Bereich ebenso wie Ausstellungen, Fachtagungen und Symposien auch und gerade an der Führungsakademie der Bundeswehr.«
Der Verbandsvorsitzende ging auch auf die besondere Arbeit der Lehre an der Führungsakademie ein. Er machte deutlich, dass die vom Fachbereich Führung und Management verantwortete Führungslehre den Ideen Baudissins verschrieben sei und dass die angehenden Stabs- und Generalstabsoffiziere über den Stellenwert der Inneren Führung für ein offenes geistiges Klima und die Integration von Bundeswehr und Gesellschaft diskutierten.
»Vor allen Dingen der Fachbereich Sozialwissenschaften gibt Impulse, Innere Führung aus einem ganzheitlichen Verständnis heraus im Sinne von Baudissin als geistigen Überbau, als Unternehmensphilosophie für die Bundeswehr zu verstehen, die über eine bloße Menschenführung und eine Führungsphilosophie weit hinausreicht. Arbeiten aus diesem Bereich tragen ständig zur Aktualisierung und Weiterentwicklung des Konzepts der Inneren Führung im Sinne von Baudissin bei,«so Oberst Kirsch.
Abschließend stellte der Verbandsvorsitzende fest:
»Mit ihren vielfältigen und wegweisenden Aktivitäten sorgt die Führungsakademie auf der Grundlage interdisziplinärer Vorgehensweise dafür, dass die Innere Führung im Denken, Fühlen und Handeln der künftigen Bundeswehr-Führung einen angemessenen Platz findet. Diese Medaille soll Auszeichnung und Ansporn sein, auf das die Lehre an der Führungsakademie weiterhin beispielgebend wirke.«
Dank an Generationen
Generalmajor Bergmann dankte Oberst Kirsch für die Auszeichnung und die Laudatio und machte deutlich, dass diese Auszeichnung, die er gerne stellvertretend für alle Angehörigen der Führungsakademie entgegennähme,»uns alle hier mit großem Stolz erfüllt.«
Der Kommandeur dankte auch und gerade all den Generationen unserer Vorgänger, die als Befürworter der Konzeption der Inneren Führung und der Idee des Staatsbürgers in Uniform in der andauernden Auseinandersetzung mit deren Gegnern aus seiner Sicht eindrucksvoll den Sieg davongetragen hätten.
»Aus meiner Sicht im täglichen Dienstbetrieb aber besonders auf Grund meiner Einsatzerfahrung bin ich von diesem Prinzip aus tiefstem Herzen überzeugt und behaupte, dass die Befürworter der Inneren Führung gegenüber ihren Widersachern immer die besseren Argumente hatten und haben,«so General Bergmann.
Der Kommandeur wies auch darauf hin, dass wir neben Generalleutnant Graf von Baudissin aber die Anderen nicht vergessen dürften, mit deren unermüdlichem Einsatz die Konzeption der Inneren Führung Dynamik und Bedeutung gewonnen hätte.
»Ich möchte mit General Graf von Baudissin in einem Zug die Generale Graf von Kielmannsegg und de Maizière nennen. Letztgenannter war einer der ersten Kommandeure des Zentrums Innere Führung und später Kommandeur der Führungsakademie und hat in dieser Funktion maßgeblich die Innere Führung, die uns heute auszeichnet, mitgestaltet,«so General Bergmann.
Mit einem Blick nach vorn beendete der Kommandeur die Veranstaltung:
»Diese Auszeichnung stellt eine, sicherlich hochbedeutende, Wegmarke im Streben der Akademie um die Fortentwicklung der Inneren Führung dar. Sie wird uns allen Ansporn sein, diesen Weg weiter konsequent zu beschreiten.«


