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Das Inter­nationale Clausewitz-Zentrum an der Führungs­aka­demie der Bundes­wehr


Im November 1999 hat die Führungs­aka­demie zur Wahrung des Erbes des Militär­philosophen und Reformers Carl von Clausewitz und zur geistigen Aus­ein­ander­setzung mit diesem eine inter­nationale Begegnungs­stätte zur Diskus­sion sicher­heits­politischer Themen ein­gerichtet.

Bild : Bildnis von ClausewitzZoom
Bildnis von Clausewitz (Quelle: Clausewitz-Gesellschaft e.V.)

»Fragen wie zuerst nach dem Ziel, worauf der ganze Krieg gerichtet werden muss, um für den politischen Zweck das rechte Mittel zu sein.«
Carl von Clausewitz, "Vom Kriege", 1. Buch, 2. Kapitel, 214.

Kann bei einer heutigen Beur­teilung der sicher­heits­politischen Lage die philo­sophische Denk­methode und die Theorie des preußischen Generals Carl von Clausewitz von Nutzen sein? Diese Frage ist ein­deutig zu bejahen, da inter­diszi­plinäre sicher­heits­politische Risiko­analysen und strate­gisches "Vordenken" in Deutschland gegen­wärtig nur defizitär vor­handen sind. In der öffent­lichen Diskus­sion werden zu Recht bezogen auf die militär­ische Sicher­heits­vorsorge kritisch-konstruktives Enga­gement und höhere Finanz­mittel gefordert. Aber die Defizite bei Aus­lands­einsätzen hin­sicht­lich klarer Ziel­setzung, ein­deutiger politischer Be­gründung und einer breiten gesell­schaftliche Debatte sind philoso­phischer Natur.

Diese Erkennt­nis hat in der geis­tigen Orient­ierung der Führungs­aka­demie der Bundes­wehr zu er­heblichen Konse­quenzen ge­führt. Mit der Grün­dung des Internationalen Clausewitz-Zentrums an der Führungs­aka­demie der Bundes­wehr – im Jahre 1999 – ist ein Forum für einen intensiven sicher­heits­politischen Diskurs an der Schnitt­stelle zwischen Streit­kräften und der "strategic community" institutio­nalisiert worden, welches das Erbe des Militär­philosophen Carl von Clausewitz bewahrt und weiter­entwickelt. Die Aus­einander­setzung ist in kritischer Loyalität – aber ohne formale Bindung an offizielle BMVg-Positionen – zu führen.

Das ICZ wird inzwischen als Gesprächs­forum von der Führungs­aka­demie der Bundes­wehr und deren Lehr­gangs­teilnehmern, den Universitäten und Instituten im In- und Ausland und der interes­sierten Öffentlich­keit aktiv genutzt. Erfolgreiche Koopera­tionen bestehen in Hamburg mit dem Übersee-Club, der Amerika-Gesellschaft, dem Harvard-Club, der Katholischen Akademie und dem Haus Rissen sowie der Universität Potsdam.

„Die bis heute durch­­geführten Clausewitz-Gespräche - mit bei­­spiels­weise Ernst Uhrlau, Helga Haftendorn, Gunter Pleuger, Andreas Herberg-Rothe, Franz Josef Jung, Klaus Naumann und Peter Struck - so­wie die zahl­­rei­chen publi­­zierten Clausewitz-In­for­mationen des ICZ inten­­sivieren den sicher­­heits­­poli­tischen Dis­kurs und die Kennt­­nisse über die Lehren des Carl von Clausewitz sowie über deren ak­tuelle Relevanz. Zudem wurde die Grün­dung des Clausewitz Netz­werks für Stra­te­­gische Stu­dien (CNSS) mit ak­tiver Unter­­stützung der Führungs­­aka­demie der Bunde­s­wehr und der Clause­witz – Gesell­schaft e.V. ge­grün­det. Junge General­stabs­offiziere und Wissen­schaftler er­örtern un­ter Zuhilfe­nahme der Netz­werk­struk­tur des CNSS kon­krete sicherheits­politische Themen­stellungen, wobei die Ein­sich­ten und metho­dischen An­sätze des Sol­daten und Philo­sophen Carl von Clausewitz ge­nutzt werden.

Das CNSS ist ein Netzwerk aus Wissen­schaft­lern und General­stabs­offizieren mit einem doppelten Zweck:

Er­for­schen des Vermächt­nisses des preußischen Kriegs­theore­tikers Carl von Clausewitz

Schaffen einer Grund­lage für stra­tegische Ana­lysen dräng­ender sicherheits­poli­tischer Fragen

Auf die­sem Fun­dament wird der wissen­schaftlich inter­diszipli­näre und insti­tutio­nell über­greif­ende Diskurs ge­för­dert und ein Bei­trag zu einer brei­ten De­batte sicher­heits­politischer Zukunfts­fragen zwi­schen Poli­tik, Wissen­schaft, Streit­kräften sowie der in­te­ress­ierten Öffent­lich­keit ge­lei­stet.“

Führungsakademie der Bundeswehr
Internationales Clausewitz - Zentrum (ICZ)
22585 Hamburg
Tel: +49- (0)40-8667-6504
Fax: +49- (0)40-8667-6509



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Stand vom 12.12.2007 | Autor: Kapitän zur See a.D. Prof. Dr. Lennart Souchon