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Kleine Geschichte der Führungsakademie der Bundeswehr


MENS AGITAT MOLEM, der GEIST BEWEGT DIE MATERIE, bestimmt von Anfang an Auftrag und Selbstverständnis der Führungsakademie der Bundeswehr. Diese "Kleine Geschichte" der Akademie soll einen Überblick über den Wandel der Zeiten mit sich stetig ändernden Rahmenbedingungen und einem fortlaufenden Anpassungsprozess geben.

Bild : Blick auf den Haupteingang des Stabsgebäudes
Zoom
Blick auf den Haupt­eingang des Stabs­gebäudes
(Quelle:FüAkBw)

MENS AGITAT MOLEM

Seit ihrer Gründung wurden unter dem Leitmotiv "MENS AGITAT MOLEM" eine Vielzahl deutscher und ausländischer Offiziere für ihre künftigen Aufgaben im nationalen und inter­nationalen Bereich ausgebildet. Diese "Kleine Geschichte" der Akademie soll einen Überblick über den Wandel der Zeiten mit sich stetig ändernden Rahmen­bedingungen und einem fort­laufenden Anpassungs­prozess geben.

Umzug von Bad Ems nach Hamburg

Im Herbst 1958 zog die Akademie von Bad Ems nach Hamburg an die Elbe.
Sehr schnell wurde deutlich, dass diese Standortwahl nicht günstiger hätte sein können.
Die Einbindung der Akademie in das gesellschaftliche und kulturelle Leben dieser traditionsreichen Hansestadt gelang in kurzer Zeit. Die Weltoffenheit Hamburgs einerseits sowie die Internationalität der Führungsakademie ergänzen sich bis heute vortrefflich. In der Folge wurden die Lehrpläne in Einklang mit den Entwicklungen in Bundeswehr und Gesellschaft angepasst und fortgeschrieben. So traten zur taktischen und technischen Fachausbildung zahlreiche nichtmilitärische Wissensgebiete hinzu. Ganz in der Tradition der preußischen Reformer stehend galt es, über die Grenzen der Teilstreitkräfte hinaus geistes- und sozialwissenschaftliche Bildung zu vermitteln. Hinzu kamen politische Verantwortung und rechtliche Einordnung, geleitet von den Prinzipien der Inneren Führung und dem Leitbild vom Staatsbürger in Uniform.
Die Dauer der Lehrgänge wurde weiter verlängert, die Inhalte erweitert und innerhalb der Teilstreitkräfte liefen mehrere Lehrgänge parallel.
Mit Aufnahme des Lehrbetriebs in Hamburg nahmen auch die ersten Offiziere aus den NATO-Staaten an der Generalstabs-/Admiralstabslehrgängen teil. Die zunehmende Anzahl von Besuchen hochgestellter Persönlichkeiten, so des Bundespräsidenten Theodor Heuss 1959 und des Französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle 1962, ließ rasch erkennen, dass sich die Akademie zu einem geistigen Zentrum der Bundeswehr entwickelte.

Einrichtung des Generalstabslehrgangs - Mittlere Führung

1962 wurde der zehnmonatige „Generalstablehrgang – Mittlere Führung“ eingerichtet. Mit ihm eröffnete sich auch für Offiziere aus Staaten, die nicht der NATO angehörten, die Möglichkeit, an der Ausbildung in Hamburg teilzunehmen.
Der begehrte General-Heusinger-Preis wurde zum ersten Mal 1967 verliehen.
Die bedeutende Ehrung gilt dem Offizier, der sich durch Haltung und Leistung auch in den Augen der Kameraden besonders ausgezeichnet hat.
Erster Preisträger war Major Wilhelm Jacobi.
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Eingliederung der Stabsakademie

1973 wurde die früher eigenständige Stabsakademie der Bundeswehr in die Führungsakademie eingegliedert. Ihre Aufgabe war es, den künftigen Stabsoffizieren teilstreitkraftgemeinsam die notwendige berufsbezogene Bildung sowie verwendungsbezogene Ausbildung für die vielseitigen Aufgaben zu vermitteln. Gleichzeitig wurden die ehemaligen Stabsoffizier- und Auswahllehrgänge der Teilstreitkräfte aufgelöst. Deren Prüfungsauftrag wurde mit dem Bildungs- und Ausbildungsangebot des Stabsakademielehrganges im neuen Grundlehrgang der Fortbildungsstufe C zusammengefasst.
Ein Jahr später, 1974, wurde die Führungsakademie beauftragt, als zentrale Ausbildungsstätte alle Stabsoffiziere der Bundeswehr aus-, weiter- und fortzubilden. Das Aus- und Fortbildungssystem, gegliedert in den Grundlehrgang, die Verwendungslehrgänge und Funktions- und Sonderlehrgänge, baute aufeinander auf. Hinzu kam der Bereich Ausbildung und Lehre mit den einzelnen Fachgruppen, den späteren Fachbereichen sowie der Stab. Entsprechend war die Akademie gegliedert. Mit geringfügigen Änderungen sollte diese Gliederung Bestand bis an das Ende der neunziger Jahre haben.
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Die Wiedervereinigung 1990

Sofort nach der Vereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 wurde mit der Ausbildung von Kommandeuren der ehemaligen Nationalen Volksarmee der DDR an der Führungsakademie begonnen, um sie mit den Grundsätzen einer Armee in der Demokratie vertraut zu machen.

In Folge der sicherheitspolitischen Umgestaltung Europas des Jahres 1991 stieg die Zahl der an einer Ausbildung interessierten Staaten an. Seitdem nehmen auch Offiziere aus den Staaten Mitteleuropas, Ost- und Südosteuropas an dem Lehrgang "Generalstabs- / Admiralstabsdienst mit internationaler Beteiligung" teil, der 1995 seine heutige Gliederung einnahm.

Zu Beginn des Jahres 1992 nahm die Akademie eine Gliederung ein, wie sie im Prinzip noch heute gilt:
In den Bereich Akademiestab, den Bereich Lehrgänge und den Bereich Lehre.
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Gründung des "Freundeskreises Ausbildung ausländischer Offiziere"

1993 wurde der "Freundeskreis Ausbildung ausländischer Offiziere" gegründet, der sich seither in herausragender Weise der Integration der ausländischen Offiziere und ihrer Familien annimmt.
Im Juni 1994 ist durch den Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe die General Schwartzkopff-Kaserne in Generalleutnant-Graf-v.-Baudissin-Kaserne umbenannt worden.
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Einrichtung des EURO-Lehrganges 1996

1996 wurde für Teilnehmer aus ausgewählten europäischen Staaten ein EURO-Lehrgang eingerichtet, der sich an den nun zehnmonatigen Lehrgang "Generalstabs- / Admiralstabsdienst mit internationaler Beteiligung" anschließt.

Seit 1997 wird für den besten ausländischen Lehrgangsteilnehmer aus Nicht-NATO-Staaten der vom Freundeskreis "Ausbildung ausländischer Offiziere" gestiftete "Scharnhorst-Preis" verliehen. Erster Preisträger war Major Iqbal Shaukat aus Pakistan.
Erstmals haben 1997 mit Oberstabsarzt Dr. Martina Raffelt eine Frau und mit Major Lothar Schunk ein ehemaliger Angehöriger der NVA den nationalen Generalstabslehrgang absolviert.
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40-jähriges Bestehen der Akademie 1997

Am 21. und 22. Mai 1997 beging die Führungsakademie in Anwesenheit hochrangiger Gäste aus dem In- und Ausland ihr 40jähriges Bestehen.

1998 ist das Zentrum Führung Gemeinsamer Operationen im Bereich Lehre an der Führungsakademie eingerichtet worden. In diesem Jahr wurde auch die Abteilung Funktions- und Sonderlehrgänge ebenso aufgelöst wie der Stabsdienstlehrgang, der durch den neugeschaffenen Führungslehrgang Streitkräfte ersetzt wurde.

Im November 1999 wurde das "Internationale Clauswitz-Zentrum" als Forum für die geistige Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Fragen an der Akademie eröffnet.
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Bild : Eingangsschild des MWZZoom
Eingangs­schild des Manfred-Wörner-Zentrums
(Quelle:FüAkBw)

Inbetriebnahme des heutigen Manfred-Wörner-Zentrums

Mit dem neuen Fachzentrum Planübungen hat die Führungsakademie im März 2000 eine Ausbildungseinrichtung in Betrieb genommen, in der die Ausbildung unter Einsatz modernster Informationstechnik durchgeführt werden kann. Das Zentrum ist nach dem 1995 verstorbenen deutschen NATO-Generalsekretär Manfred Wörner benannt. (Foto)


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40 Jahre LGAI

Das Jahr 2002 stand im Zeichen eines besonderen Jubiläums. Der Lehrgang "Generalstabs- / Admiralstabsdienst mit internationaler Beteiligung" feierte sein 40jähriges Bestehen.

Hier endet zunächst die kleine Geschichte, die keinen Anspruch auf Vollzähligkeit erheben kann. Es ist vorgesehen, über eine Lehrgangsarbeit eine Chronik der Akademie zu schreiben, die den Ansprüchen an eine lückenlose Darstellung der Akademiegeschichte Rechnung tragen wird.
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Stand vom 24.03.2006