Autor: Simon Rüschkamp: Simon Rüschkamp

Hamburg, 15.11.2017

Freundlicher Empfang: Air Vice Marshal Chris Luck, Commandant des britischen Joint Service Command and Staff College, begrüßt Konteradmiral Stawitzki in Shrivenham

Freundlicher Empfang: Air Vice Marshal Chris Luck begrüßt Konteradmiral Stawitzki in Shrivenham

Gute Beziehungen: Konteradmiral Stawitzki im Gespräch mit dem Direktor der Escuela Superior de las Fuerzas Armadas, Generalmajor Generalmajor Franciso de Paula Bisbal Pons

Wiedersehensfreude: Präsident des Centro Alti Studi per la Difesa begrüßt Konteradmiral Stawitzki in Rom

Große Geschichte: Im spanischen Königspalast erhält Konteradmiral Stawitzki tiefe Einblicke in Historie, Kultur und Politik Spaniens

Große Geschichte: tiefe Einblicke in Historie, Kultur und Politik Spaniens im spanischen Königspalast 

Wiedersehensfreude: Einen Monat nach Generalleutnant Massimiliano Del Casales Besuch an der FüAkBw begrüßt der Präsident des Centro Alti Studi per la Difesa Konteradmiral Stawitzki in Rom

Gute Beziehungen: Konteradmiral Stawitzki im Gespräch mit Generalmajor Franciso de Paula Bisbal Pons

Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Konteradmiral Carsten Stawitzki zu Besuch bei den CJEX-Partner-Akademien


Investigatio - cognitionis - doctum: In silbernen Buchstaben prangt diese lateinische Inschrift auf einem grünen Banner, in einem Jahrhunderte alten, ehrwürdigen Gemäuer. „Untersuchung ist die Lehre der Erkenntnis – das könnten wir auch bei uns in Hamburg aufhängen.“ Konteradmiral Carsten Stawitzki notiert sich den Text und lächelt.

Tatsächlich schmückt dieses grüne Banner mit den drei lateinischen Begriffen nicht die Führungsakademie der Bundeswehr, sondern den Leitungsbereich der Escuela Superior de las Fuerzas Armadas in Madrid. Die spanische General- und Admiralstabsschule ist die dritte Station auf Stawitzkis fünftägiger Reise zu den europäischen Verteidigungsakademien, die seit 2001 jährlich die gemeinsame Übung „Combined Joint European Exercise (CJEX)“ – eine Übung auf operativer und strategischer Ebene – realisieren.

Intensiver Austausch

„Vor dem Hintergrund unserer gemeinsamen Verantwortung für Europa und der ausgesprochen engen Beziehung unserer Nationen habe ich entschieden, noch in diesem Jahr alle unsere CJEX-Partner zu besuchen“, erklärt Admiral Stawitzki. Sicherheit und Wohlstand in und für Europa, vor allem aber unsere gemeinsame Verantwortung für Frieden, Recht und Freiheit in der Welt, wie beispielsweise in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union niedergelegt, ließen sich auch nur gemeinsam, Schulter an Schulter, verwirklichen.

Gemeinsam stark

„Ein hoher Anspruch, der jeden Tag aufs Neue gelebt werden will – durch jeden einzelnen von uns, jeder an seinem Platz“, fährt der Akademiekommandeur fort. Keine der aktuellen Kernherausforderungen lässt sich seiner Ansicht nach im nationalen Alleingang oder durch ein einzelnes Ressort lösen. Deshalb gehört der Dialog aller angehenden Top-Führungskräfte – national wie international – zwingend zu unserer Ausbildung“, erklärt der Kommandeur der Führungsakademie.

Ein rundes Programm

Konteradmiral Stawitzkis Reise führt ihn von Paris, wo er die École de Guerre und das Centre des Hautes Études militaire besucht, über das britische Joint Services Command and Staff College in Shrivenham nach Madrid. Von dort geht es zur letzten Station, dem Centro Alti Studi per la Difesa in Rom. „Paris, Rome, Madrid and us in five days - you're really getting around“, kommentiert ein britischer Flottillenadmiral anerkennend das Programm des Akademiekommandeurs.

Neuausrichtung der Führungsakademie

An allen Institutionen stehen Gespräche mit der jeweiligen Leitung, mit Militärattachés, deutschen Lehrgangsteilnehmenden und Einweisungsvorträge auf seiner Agenda. Thematisch geht es neben CJEX auch um Kooperationsmöglichkeiten in bestehenden Lehrgängen und der Denkfabrik sowie um aktuelle Entwicklungen an den Akademien. Stawitzki nutzt die Gelegenheit, seine europäischen Counterparts über die Agenda 2017+ zu informieren und stößt dabei auf großes Interesse.

Persönlicher Kontakt

„Das persönliche Gespräch, gegenseitiges Kennenlernen, Verstehen von Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschieden, und die Offenheit aller meiner Gesprächspartner auf dieser Reise waren der größte Mehrwert“, lautet das Resümee des Kommandeurs der Führungsakademie. „Seien es Überlegungen zur gesamtstaatlichen Verteidigung, zu akademische Abschlüssen an unseren Akademien oder auch zu Möglichkeiten, unseren angehenden Spitzenführungskräften stärker als bisher Kompetenzen im Management von Budget und Ressourcen zu vermitteln: Wir stehen an vielen Punkten vor den gleichen Herausforderungen. Ich kann mir da viele Anknüpfungspunkte für weitere Kooperationen vorstellen. Denn bei allen Unterschieden im Detail: An den entscheidenden Stellen passt zwischen unsere europäischen Partner und uns kein Blatt Papier.“

Wertvolle Anregungen, positives Fazit

Der Kommandeur der Führungsakademie nimmt viele Anregungen mit zurück nach Hamburg und zieht ein durchweg positives Fazit seiner Reise durch Europa: „Mein Logbuch ist gut gefüllt – jetzt freue ich mich darauf, meine Eindrücke an die Akademie weiterzugeben. Was ich in jedem Fall mitnehme, ist ein ordentliches Maß an Dankbarkeit: Zum einen gegenüber unseren Austausch- und Verbindungsoffizieren, die mir durch ihre Arbeit und Vermittlung so eine großartige Gesamtschau ermöglicht haben.“ Gegenüber seinen Vorgängern zeigt er Dankbarkeit. „Ihrem Weitblick verdanken wir CJEX und damit nicht nur ein hervorragendes Ausbildungsmittel, sondern vor allem eine exzellente Gelegenheit zur Bildung eines internationalen Netzwerks und eine unverbrüchliche Freundschaft zu unseren wichtigsten europäischen Partner-Akademien - beides ist für die angehenden Top-Entscheider unserer Bundeswehr von nicht zu überschätzender Bedeutung.“