Autor: Michél Gallien; Fotos: Stefan Fritzsche

Hamburg, 11.10.2017

Gespanntes Zuhören…

Gespanntes Zuhören…

…bis es selbst ans Werk geht

…bis es selbst ans Werk geht

Erarbeiten eigener Konzepte

Erarbeiten eigener Konzepte

Vorstellung der Gruppenergebnisse

Vorstellung der Gruppenergebnisse

Wer hat nicht schon mal ein Projekt geleitet oder daran mitgewirkt? Aber wer ist tatsächlich auch auf eine solche Aufgabe zielgerichtet vorbereitet worden?

Kompetenzbasierter Ansatz

Im Modul „Projektmanagement“ stellen sich vierzehn Teilnehmer, die aus Soldaten und Zivilbediensteten der Bundeswehr bestehen, dieser Aufgabe an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Nach kurzer theoretischer Wissensvermittlung folgt schnell der „Sprung ins kalte Wasser“ und die Lehrgangsteilnehmenden müssen nun ein konkretes Projekt mithilfe der erlernten Managementmethoden erfolgreich zum Abschluss bringen. Das Selbst-Ausprobieren ist eine Methode der kompetenzorientierten Ausbildung. Lernen durch Machen und nicht Lernen durch Zuhören. Deswegen gilt es jetzt, in Kleingruppen ein Festival auf einer Burgruine zu planen. Zwei alte Freunde treffen sich, dem einen gehört eine Burgruine, der andere leitet eine Theatergruppe, aber keiner hat Zeit, diese beiden zusammen zu bringen. Hier springen die Lehrgangsteilnehmer ein.

Hausaufgaben gemacht?

In einer Woche werden neben der praktischen Anwendung die Basics des Projektmanagements vermittelt. Anschließend geht es in die zweite Phase des Moduls als Fernaufgabe: alle Lehrgangsteilnehmer müssen innerhalb von vier Wochen beweisen, dass sie das Gelernte situativ angepasst anwenden können. Ähnlich dem Burgruinenfestival gilt es dabei ein Projekt auf die Beine zu stellen, was es zukünftigen Start-Ups erleichtern soll, ein besseres Netzwerk zu gestandenen Unternehmen aufzubauen. Im Anschluss daran erlangen die Teilnehmer die „Basiszertifizierung im Projektmanagement“ an der FüAkBw.

Kooperation zwischen Führungsakademie und Universität

Der Modulleiter, Oberstleutnant Stefan Fritzsche, bekommt Unterstützung von Professor Dr. Hans Koller von der Helmut-Schmidt-Universität (Universität der Bundeswehr/ HSU) Hamburg. Koller hat 2009 die Anregung für diese Kooperation zwischen FüAkBw und HSU gegeben. Entgegen der grundsätzlichen Konzeption der postuniversitären Weiterbildung an der Akademie dürfen am Projektmanagement auch Studenten der HSU teilnehmen. Hier zeigt sich wieder einmal in einem kleinen Puzzlestück, wie gut die Vernetzung zwischen der FüAkBw und der HSU klappt.

Methodenkompetenz erlangt

Inzwischen werfen die Stichworte „Stakeholderanalyse“, „Ishikawa-Diagramm“ und „Matrix zur Zielverträglichkeit“ keine Fragen mehr auf. „Endlich“, sagt Oberstleutnant i.G. Maik Teichgräber vom Einsatzführungskommando in Potsdam, „ bekommt das Kind ein Namen! Viele Methoden haben wir schon oft angewendet, aber wir wussten nicht, wie sie heißen und worauf man besonders achten muss.“ Ganz selbsterklärend ist Projektmanagement also doch nicht. Für Fritzsche ist besonders wichtig, dass die Teilnehmer strukturiertes Wissen um Methoden mitnehmen, um sich als militärische und zivile Berater schnell auf neue Aufgaben einstellen zu können, weil sie das theoretische Wissen blitzschnell abrufen können.