Autor: FüAkBw; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 27.07.2017

Moderne Ausbildungsräume: Jeff LaMoe, Chef des Stabes im U.S. Army Combined Arms Center, führt Konteradmiral Stawitzki durch das Lewis & Clark Center in Fort Leavenworth

Moderne Ausbildungsräume: Jeff LaMoe, Chef des Stabes im U.S. Army Combined Arms Center, führt Konteradmiral Stawitzki durch das Lewis & Clark Center in Fort Leavenworth

Verbundenheit mit Tradition: In den Carlisle Barracks, dem Sitz des Army War College, erinnert eine Statue an Friedrich den Großen

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Transatlantische Freundschaft: Major General Kem überreicht Konteradmiral Stawitzki eine Chronik der militärischen Liegenschaft Leavenworth im Besprechungsraum des deutschen Heeresverbindungsstabs

Transatlantische Freundschaft: Major General Kem überreicht Konteradmiral Stawitzki eine Chronik der militärischen Liegenschaft Leavenworth im Besprechungsraum des deutschen Heeresverbindungsstabs

Kommandeur Konteradmiral Carsten Stawitzki zum Antrittsbesuch bei den Partnerakademien in den USA

Auf einmal scheint Deutschland sehr viel näher, als die vielen Stunden im Flugzeug auf dem Weg über den Atlantik es vermuten lassen. Im Lewis & Clark Center in Fort Leavenworth trifft Konteradmiral Carsten Stawitzki, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, unvermittelt auf "seinen Chef", den amtierenden Generalinspekteur.

General Volker Wiekers Foto hängt in der Wall of Fame des U.S. Army Command and General Staff College (CGSC), gleich neben dem Bild von Generalleutnant Jörg Vollmer, dem Inspekteur des Heeres. Wie 27 Regierungschefs – vier davon noch im Amt – und unzählige militärische Topentscheider rund um den Globus, haben beide hier nach ihrer Zeit an der Führungsakademie auch den amerikanischen Heeresgeneralstabslehrgang besucht. Im Feld der Professional Military Education ist das CGSC eine der ersten Adressen in der Welt – und seit über 50 Jahren Kooperationspartner der Führungsakademie. Grund genug für Stawitzki, die erste Woche der Akademieferien für einen Besuch hier zu nutzen: "Nachdem wir seit der Rede unserer Ministerin am 3. November und gerade auch in den letzten Monaten die Weichen für die Weiterentwicklung unserer Akademie gestellt haben, war es mir wichtig, jetzt Flagge bei unseren Partnern im Ausland zu zeigen."

In Fort Leavenworth stehen für Konteradmiral Stawitzki ein Gespräch mit dem Provost des CGSC, Major General John S. Kem, ein Besuch in der School of Advanced Military Studies, Teffen mit Lehrpersonal und dem Vertretern der Army University Press und natürlich Gesprächsrunden mit deutschen Lehrgangsteilnehmenden und Stammpersonal auf dem Plan. Ein volles Programm – und damit exemplarisch für seine Woche: Tatsächlich ist Leavenworth in Kansas für ihn bereits Station Nummer vier in den Vereinigten Staaten. In den drei Tagen zuvor hat der Kommandeur der Führungsakademie bereits die National Defense University (NDU) in Washington D.C., das Army War College in Carlisle und das Naval War College in Newport besucht und sich dort mit seinen Amtskollegen ausgetauscht. Nach dem Stop in Fort Leavenworth geht es weiter nach Montgomery, zur Air University der U.S. Luftwaffe. Konteradmiral Stawitzki: „Die militärische Spitzenkräfteausbildung in den USA unterscheidet sich an vielen Stellen von unserer Arbeit hier an der Akademie. In anderen Punkten liegen wir wiederum sehr dicht beieinander. Mir war wichtig, ein ganzheitliches Bild davon zu bekommen, wie unser transatlantischer Partner seine militärische Führungselite auf ihr anspruchsvolles Aufgabenpaket vorbereitet – deswegen habe ich mich bei allen Teilstreitkräften angemeldet.“ Im Sinne des Auftrags der Ministerin, die Führungsakademie zu einem strategischen Think Tank weiterzuentwickeln, liegt sein Fokus gerade auch auf der Frage, wie das U.S.-Militär Strategen ausbildet und durch Forschungsprojekte und wissenschaftliche Veröffentlichungen zur nationalen Strategiefähigkeit beiträgt. „In den Bereichen Strategiefähigkeit und Vernetzung mit unterschiedlichsten Expertiseträgern nehme ich eine Menge mit – auch methodisch, zum Beispiel durch War Gaming auf höchstem Niveau.“

Was ursprünglich vor allem als Antrittsbesuchsreise für den im September 2016 ins Amt berufenen Kommandeur bei den Partnerinsitutionen in den USA geplant war, stellt sich für Konteradmiral Stawitzki im Kontext der laufenden Weiterentwicklung der Führungsakademie als inspirierender Gedankenaustausch heraus: „Natürlich kann man Modelle, die in den USA funktionieren, nicht eins zu eins übertragen. Aber die NDU und die War Colleges haben hier tolle Programme aufgeboten, der Austausch war sehr offen – sowohl auf Führungsebene, als auch mit Angehörigen der Fakultäten. Meine Gespräche mit den deutschen Soldaten in allen fünf Stationen haben mir die restlichen Seiten des Würfels gezeigt. Ganz klar – wir können unheimlich viel voneinander lernen. Und was mir am wichtigsten ist: Die Verbindung über den Atlantik steht, und die Bande, die uns „über den Teich“ zusammenhalten, sind stark wie eh und je.“ Nach sechs Tagen in den USA ist Konteradmiral wieder in Hamburg zurück, der Großteil der Akademie befindet sich im wohlverdienten Sommerurlaub. Für ihn und sein Team beginnt die nächste Planung: Für das vierte Quartal 2017 hat der Kommandeur sich vorgenommen, die europäischen Verteidigungsakademien der Combined Joint European Excercise Partner zu besuchen.

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