Autor: Frank Magnus ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 21.07.2017

Lehrdeputate dürfen auch kurzweilig sein

Lehrdeputate dürfen auch kurzweilig sein

Die Zukunft zusammen gestalten - Lehrgangsteilnemer im Austausch mit dem Inspekteur des Heeres

Die Zukunft zusammen gestalten - Lehrgangsteilnemer im Austausch mit dem Inspekteur des Heeres

General Vollmer berichtet über Entwicklungen im Heer

General Vollmer berichtet über Entwicklungen im Heer

Generalleutnant Jörg Vollmer, der Inspekteur des Heeres, besucht gern und regelmäßig „seine“ Heeressoldaten an der Führungsakademie der Bundeswehr. Dieses Mal lag ihm besonders daran, sich über die Weiterentwicklung der Akademie zu informieren, so wie es von der Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen, am 3. November 2016 in ihrer richtungsweisenden Rede angewiesen wurde (Rede der Ministerin). Er zeigte sich sehr interessiert an den bisherigen Entwicklungen zur Einrichtung eines Think Tanks, kompetenzorientierter Ausbildung und der Überarbeitung der Lehrgangskonzepte. Konteradmiral Carsten Stawitziki, der Akademiekommandeur, spannte im Gespräch mit ihm den ganzheitlichen Bogen über die Entwicklungen der letzten und nächsten Monate.


Digitalisierung der Ausbildung

Der Bereich Heer hat zusammen mit dem Fraunhofer-Institut etwas innovatives entwickelt: einen digitalen Lagetisch. Er ermöglicht die Operationsplanung in einem multidimensionalen Ansatz an einer digitalen Karte, die mit zahlreichen Informationen hinterlegt ist. Der Bediener hat die Möglichkeit, sämtliche in der Bundeswehr verfügbaren Daten abzurufen und diese für eine umfassende Beurteilung der Lage zu nutzen. „Der Lagetisch bietet Möglichkeiten zur Informationsbearbeitung und -zusammenstellung, die wir in dieser Kompaktheit noch nicht hatten. Ich bin begeistert und freue mich, dass es hier, an der höchsten Ausbildungsstätte der Bundeswehr, zum Einsatz kommt.“, fasst Vollmer seine neuen Eindrücke zusammen.


Blick nach vorn

Den mit reichhaltigem Programm gespickten Tag beendete General Vollmer mit einem Vortrag über die Situation des Heeres. „Die sicherheitspolitische Lage hat sich im Großen und Ganzen verschlechtert. Die Aufgaben für das Heer umfassen vor allem im Einsatz das gesamte Spektrum von Afghanistan über Afrika bis zu einsatzgleichen Verpflichtungen im Baltikum“, führt Vollmer aus. Landes- und Bündnisverteidigung sowie Stabilisierungseinsätze müssen gleichrangig und gleichzeitig sichergestellt werden. In der Konsequenz bedeutet dies, dass das Personal auf allen Ebenen sowohl breit als auch en detail perfekt ausgebildet und mit ausreichend und einsatzklarem Material versorgt sein muss. Vollmer ließ keinen Zweifel daran, dass das eine Herkulesaufgabe ist, betonte aber ebenso, dass die Trendwenden, die aus dem Bundesministerium der Verteidigung eingeleitet worden sind, bereits jetzt mehr Spielräume verschaffen.

Trendwenden auf dem Vormarsch

Es gibt eine „Trendwende Personal“, eine „Trendwende Material“ und eine Trendwende „Finanzen“. Die voranschreitende Multinationalisierung ermöglicht dabei noch weitere Handlungsoptionen. Dass General Vollmer bei allen bestehenden Herausforderungen die nötige Portion Humor mitbringt, zeigt er in seiner abschließenden Bemerkung: „Mir macht mein Beruf unglaublich viel Spaß. Ich kann aber nicht alles alleine machen und brauche Sie dazu. Engagieren Sie sich also ordentlich, damit wir die Zukunft des Heeres gemeinsam gestalten können."