Autor: Ralf Heimrich ; Fotos: Achim Melde/Nico Schneider

Hamburg, 28.06.2017

Berlin präsentiert sich bei bestem Wetter

Im Kanzleramt mit Blick auf den Deutschen Bundestag

MdB Florian Hahn beim Vortrag

Blick ins Plenum des Verteidigungsausschusses

Deutsche und Franzosen im BMVg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutsch-französische Zusammenarbeit – viele gemeinsame Themen, diverse Erfahrungen, vielfältige Perspektiven, ein enger und intensiver Austausch. Einmal im Jahr treffen sich hochrangige Offiziere und Zivilpersonal aus Frankreich und Deutschland zu einem sicherheitspolitischen Seminar in Berlin. Centre des Hautes Études Militaires (CHEM) aus Paris und die Bundeswehr haben insgesamt 36 Personen entsandt. Vier Tage haben sie mit einem umfangreichen Programm in der Hauptstadt verbracht. „Der Einblick in die deutsche Militär- und Sicherheitspolitik stand im Vordergrund“, erklärt OTL i.G. Ralf Heimrich, „das Seminar ist eine hervorragende Gelegenheit für den Gedankenaustausch und die Weiterbildung.“

Gewinn bringende Gedanken

Die Tage in Berlin waren gespickt mit zahlreichen Besuchen: in Ministerien und in der französischen Botschaft, aber auch eine Stadtrundfahrt sowie ein Rundgang auf der Reichstagskuppel standen als attraktive Punkte auf dem Programm. Die Oberste und Kapitäne zur See der jeweiligen Streitkräfte sowie die zivilen Top-Führungskräfte waren begeistert, sich aus erster Hand zu informieren. Das CHEM bietet diese Reise im Rahmen der einjährigen Akademieausbildung an, bevor die Offiziere in weitere Spitzenverwendungen gehen. Die deutschen Teilnehmer bestanden aus künftigen Militärattachés der Bundeswehr, aber auch Bundeswehr-Angehörigen mit einem Frankreich-Bezug.

Gruppenarbeit und Biergarten

Im Fokus des jährlich stattfindenden Seminars steht der Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf sicherheitspolitische Fragestellungen, aber auch gegenseitige Kooperationen – nicht zuletzt sollten auch die guten deutsch-französischen Beziehungen auf einer sehr persönlichen Ebene weiter gefestigt werden. Das war nicht nur bei den abendlichen Erkundungen der Berliner Biergartenkultur der Fall, sondern vor allem in einer Gruppenarbeit, in der die Zukunft der NATO sowie die Zukunft einer gemeinsamen europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die Rüstungszusammenarbeit und die territoriale Wehrorganisation von unterschiedlichen nationalen Standpunkten aus beleuchtet wurden.

Bunte Themenvielfalt

Im Bundespräsidialamt und im Bundeskanzleramt waren die Rolle des Bundespräsidenten und das Zusammenspiel mit dem Kanzleramt innerhalb der Regierungsarbeit von besonderem Interesse. Die Teilnehmer freuten sich über die Begleitung durch den Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Brauksiepe, der sie durch das Bundesministeriums der Verteidigung führte. Für die Franzosen stand neben gemeinsamen sicherheitspolitischen Themen die Sahelzone im Mittelpunkt. Dieses Thema wurde zum Besuch des Bundesnachrichtendienstes gleich aufgegriffen.

Vielseitige Einblicke

Auch zum Thema Terrorismus gab es interessante Einblicke durch das Bundesinnenministerium. Diskutiert wurde im Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr der Einsatz der Bundeswehr im Inneren. Im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages stellten sich die Abgeordneten Florian Hahn (CSU) und Dr. Mathias Höschel (CDU) geduldig den Fragen der Seminarteilnehmer.

L’axe franco-allemand

In der kurzweiligen Woche wurden viele Diskussionspunkte mit unterschiedlichen Ansichten besprochen. Die Teilnehmer waren offen, sie tauschten sich kontrovers aus. Unter den deutschen Seminarteilnehmern waren auch zahlreiche „alte Hasen“: Fast alle konnten sich durchgängig auf Französisch verständigen. Die enge Verbindung und das vertrauensvolle Verhältnis hat sich bei den Seminarteilnehmern eingeprägt. Die Atmosphäre war schon so vertraut, dass ein französischer Teilnehmer beeindruckt über die Reichstagskuppel sagte: „Norman Foster hat hier etwas so Großartiges und Schönes geschaffen, das traut man einem Briten gar nicht zu. Man sollte ihm die französische Staatsbürgerschaft dafür anbieten." Alle reisten mit viel gemeinsamem Lachen, freundlichen Austausch und zahlreichen in Erinnerung bleibenden Begegnungen wieder heim. Allen gemeinsam ist die Aussage am Heimweg: „Das Seminar war viel zu kurz!“.