Autor: Martin Simberg ; Fotos: FüAk

Hamburg, 21.06.2017

Grundlagendokument für Kompetenzentwicklung

Grundlagendokument für Kompetenzentwicklung

Diskussion gehört dazu

Diskussion gehört dazu

Grundlagen werden im Vortrag vermittelt

Grundlagen werden im Vortrag vermittelt

Was ist Kompentezorientierung?

Was ist Kompentezorientierung?

Eigene Erfahrungen sind gefragt

Eigene Erfahrungen sind gefragt

Verschiedene Ausbildungsmethoden kommen zum Einsatz

Verschiedene Ausbildungsmethoden kommen zum Einsatz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bundeswehr ist mit den frei am Markt operierenden Unternehmen in vielen Aspekten vergleichbar. Das Gewinnen und Weiterqualifizieren von Fach- und Führungskräften ist für die Bundeswehr die zentrale Herausforderung der nächsten Jahre. Das Bildungsangebot trägt maßgeblich zur Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber bei. Es ist eine wesentliche Säule der Personalentwicklung und unterstützt als Teil des lebenslangen Lernens die Kompetenzentwicklung der Bundeswehrangehörigen.

Einsatzorientierte Weiterbildung

Doch der Blick auf die Kompetenzen der Soldaten und Soldatinnen ist vor allem auch vor einem anderen Hintergrund notwendig: die Bundeswehr agiert weltweit. Damit ist die Einsatzorientierung der Gradmesser der Anforderungen an die Bundeswehrangehörigen. Die einsatzorientierte Handlungsfähigkeit soll durch kompetenzorientierte Aus-, Fort- und Weiterbildung noch besser gefördert werden. Aufbau, Erhalt und Weiterentwicklung von Kompetenzen der einzelnen Person rücken dabei immer stärker in den Mittelpunkt. Eine kompetenzorientierte Ausbildung muss Wissen, Können und Handeln schon beim Lernen zusammenbringen. Übergeordnetes Ziel der Kompetenzorientierung in der Bundeswehr ist der „erfolgreich“ handelnde Soldat. Dieser kann auch unter Belastung unbekannte Aufgaben und Problemstellungen erfassen, beurteilen und bewältigen.

Neue Methoden

Seit Beginn des Jahres läuft an der Führungsakademie der Bundeswehr die Umstellung des Basislehrgangs Stabsoffizier (BLS) auf die Inhalte der kompetenzorientierten Ausbildung (KOA). Mit der Erstellung der Lernfelder wurde nunmehr ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Um die Kompetenzen und Fähigkeiten der Lehrgangsteilnehmenden für die zukünftigen Verwendungen und Laufbahnen möglichst umfassend herausfiltern zu können, hat die Führungsakademie das Modell für den BLS neu erstellt.

Warum BLS?

Der BLS ist ein dreimonatiger Laufbahnlehrgang, an dem alle Berufsoffiziere vor dem Schritt zum Stabsoffizier teilnehmen müssen. Grundsätzlich können diese erst nach erfolgreicher Teilnahme im Anschluss an den Lehrgang in den Dienstgrad Major bzw. Korvettenkapitän befördert werden. Zusätzlich gibt dieser Lehrgang für die Teilnehmenden einen Hinweis für den weiteren Werdegang hinsichtlich der Eignung für einen späteren Generalstabs-/Admiralstabslehrgang. Militärfachliches Grundlagen- und Methodenwissen ist dabei ebenso Inhalt des Lehrgangs wie die Vermittlung von sicherheitspolitischen Zusammenhängen, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen und dem Konzept der Inneren Führung.

Kompetenzen - gemessen an der Wirklichkeit

Abgeleitet aus dem Kompetenzmodell der Bundeswehr mit seinen Grund- und Teilkompetenzen hat die Führungsakademie zunächst ein „Basiskompetenzprofil Stabsoffizier der Bundeswehr“ entwickelt. Dieses Profil beschreibt die Teilkompetenzen, die die angehenden Stabsoffizier zum Ende der Ausbildung im BLS erreichen sollen. In einem zweiten Schritt ist das „Basiskompetenzprofil“ mit den Inhalten des aktuellen Lehrplans verglichen worden. Diese Phase zeigte deutlich, wie gut die bisherige Ausbildung der Führungsakademie auch den neuen Vorgaben mit dem Schwerpunkt Kompetenzentwicklung bereits Rechnung getragen hat. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Lehrinhalte die Vorgaben dieses „Basiskompetenzprofils“ bereits erreicht. Nur wenige Anpassungen waren notwendig. Für den dritten Schritt ist nun das Berufsfeld, also die künftigen Tätigkeiten des „Stabsoffiziers der Bundeswehr“, analysiert worden. Die wesentlichen Aufgaben sowie die dafür notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse wurden identifiziert und in „differenzierten beruflichen Handlungen“ beschrieben.

„Fachlichkeit des Stabsoffiziers“

Aus dem Ergebnis dieses Prozesses konnten allgemeine Anforderungen an die fachlichen Kenntnisse eines Stabsoffiziers formuliert werden. Dabei geht es aus Sicht der Führungsakademie für den Lehrgangsteilnehmer des BLS in erster Linie um das bundeswehr- und streitkräftegemeinsame Wissen sowie um die Formen und Verfahren der Stabsarbeit auf verschiedenen Hierarchieebenen. Die vorangegangenen Analyseschritte sind notwendige Voraussetzung gewesen, um die Lernfelder für den BLS zu erstellen und daraus Lernsituationen abzuleiten. Die Lernfelder wurden mit wissenschaftlicher Unterstützung der szenaris GmbH entwickelt. Die Führungsakademie konnte auf deren Kompetenzen aus dem Abschlussbericht der Studie „Kompetenzorientierte Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Bundeswehr (KOA)“ und auf Erfahrungen aus bereits durchgeführten Umstellungen der Ausbildung an Bundeswehrschulen zurückgreifen.

Vom Lernfeld zum Kompetenzfeld

Die kompetenzorientierte Ausbildung wird in Lernfeldern beschrieben, die aus den Handlungsfeldern abgeleitet werden. Innerhalb der Lernfelder werden konkrete Kompetenzen formuliert, wie z.B. „Grundlagen, Abläufe, Formen und Verfahren der nationalen Stabsarbeit anwenden“. Es wird ein Kompetenzziel vorgegeben, etwa „Die Lehrgangsteilnehmer wenden die Verfahren der Stabsarbeit in ihrem beruflichen Alltag zweckmäßig und situationsgerecht an“. Darüber hinaus werden in den Lernfeldern Vorschläge für die Gestaltung der Lernsituation und für die zu vermittelnden wesentlichen Teilkompetenzen gemacht. Die konkrete Ausgestaltung der Lernsituation und die Umsetzung liegen in der Verantwortung des jeweiligen Dozenten.

Gut aufgestellt für die Zukunft

Mit der Erarbeitung der Lernfelder ist die Grundlage geschaffen, um die bisher theoretischen Überlegungen praktisch umzusetzen. Hierzu sollen bis 2018 die entsprechenden Lernsituationen entwickelt werden. Auf dieser Basis wird die Führungsakademie ab den BLS-Durchgängen 2018 erfolgreich kompetenzorientiert ausbilden können. Am Ende schließt sich der Kreis: die Führungsakademie stellt sicher, dass die Bundeswehr ein attraktiver Arbeitgeber bleibt und die Stabsoffiziere der Bundeswehr einsatzorientiert ausgebildet sind.