Autor: Matthias Siegemund ; Fotos: Laura Clayborn/ Maik Bugenhagen

Hamburg, 16.06.2017

Generalmajor Rieks trägt vor

Exklusive Zuhörerschaft aus der Luftwaffe

Der Chef des Luftfahrtamtes der Bundeswehr im Cockpit des A400M

Der Allrounder der Luftwaffe  - Airbus A400M

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Kompetenz und Sicherheit für die militärische Luftfahrt.“ Dieses Motto stand über dem Lehrdeputat, das Generalmajor Dr. Ansgar Rieks an der Führungsakademie der Bundeswehr abgehalten hat. Als Amtschef des Luftfahrtamtes der Bundeswehr hat er vor den Luftwaffenoffizieren des nationalen General- und Admiralstabslehrgangs 2016 über seine Aufgaben und Herausforderungen gesprochen.

„Militärisches Luftfahrt-Bundesamt“

Als nationale militärische Luftfahrtbehörde bündelt das Luftfahrtamt der Bundeswehr alle Kompetenzen und Aufgaben für einen sicheren militärischen Flugbetrieb in Deutschland in einer Dienststelle. Damit verfügt es über ein ähnliches Aufgabenspektrum wie die Europäische Agentur für Flugsicherheit oder das Luftfahrt-Bundesamt für die zivile Luftfahrt.

Alles unter einem Dach

„Das Alleinstellungsmerkmal des Luftfahrtamtes der Bundeswehr ist, dass wir die bestmögliche Verknüpfung von sicherem Flugbetrieb und operationeller Einsetzbarkeit militärischer Luftfahrzeuge schaffen“, beschreibt der Amtschef den Kernauftrag seiner Dienststelle. „Es ist eben nicht nur meine Aufgabe, einen höchstmöglichen Maßstab für den sicheren Flugbetrieb zu setzen, sondern dabei stets den militärischen Auftrag unserer Luftfahrzeuge bestmöglich zu berücksichtigen.“ Hierzu fasst das Amt ein breites Aufgabenspektrum unter einem Dach zusammen. Gemeint sind dabei zum Beispiel die Kompetenzen, Luftfahrtzeuge zur prüfen oder die Verkehrszulassung für Luftfahrzeuge zu erteilen.

Europäische Kooperation

Dank internationaler Standardisierung ist die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnernationen, die ebenfalls vergleichbare militärische Luftfahrtbehörden aufstellen, zukunftsfähig sichergestellt. „Wenn wir es schaffen, dass ein Eurofighter der Luftwaffe von einem britischen Techniker mit Werkzeug und Ersatzteilen der spanischen Luftwaffe repariert wird, haben wir eines unserer Fernziele erreicht.“ Umgesetzt werden soll es durch die Schaffung eines einheitlichen europäischen Regelungsraumes für die Zulassung und den Betrieb militärischer Luftfahrzeuge, der sogenannten European Military Airworthiness Requirements (EMAR). Viele Nationen nutzen gleiche Luftfahrzeuge wie den Eurofighter oder den Airbus A400M. Unvorteilhaft ist, dass jede Nation ihr eigenes Werkzeug, ihre eigenen Techniker und ihre eigenen Ersatzteile einsetzt. Hier sollen künftig Synergien dahingehend erreicht werden, den logistischen Einsatz einzelner Nationen durch Bündelung erheblich zu reduzieren.

Konstruktive Diskussion

Der Vortrag entwickelte sich zügig zu einem intensiven Lehrgespräch, in welchem offen, unverstellt und kontrovers diskutiert wurde. Kritisch sahen die angehenden Generalstabsoffiziere den oftmals zu engen Rahmen der Zulassungsvorschriften, welche immer wieder wichtige Weiterentwicklungen an den Luftfahrzeugen erheblich verzögern oder die operationelle Freiheiten unnötig einschränken. Hier verspricht sich Generalmajor Dr. Rieks künftig einen besseren Austausch, da die militärischen und zivilen Fachleute sich in seinem Haus nunmehr „Tür an Tür“ austauschen können. „Bringen sie die Experten zusammen! Sorgen sie dafür, dass Probleme von Angesicht zu Angesicht diskutiert werden! Achten Sie darauf, dass sich die Leute persönlich kennen!“, mit diesen Appellen warb der Amtschef abschließend und eindringlich darum, wie wichtig der persönliche Austausch auch in Zeiten digitaler Kommunikation ist und bleibt.