Autor: Benedikt Bussmann ; Fotos: Benedikt Bussmann / Bundeswehr

Hamburg, 15.06.2017

Generalleutnant Schütz bei seinen Ausführungen zu den Aufgaben der Luftwaffe

Transport Hubschrauber CH-53

Der Lehrgang vor dem Luftabwehrraketensytem PATRIOT

Der Allrounder der Luftwaffe  - Airbus A400M

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Teilnehmer des deutschen General- und Admiralstabslehrgangs 2016 haben sich in den Luftwaffenstützpunkten Laage und Todendorf einen umfassenden Überblick über die Fähigkeiten der Luftwaffe verschafft.

Theoretische Grundlagen

Den Startschuss für die lehrreiche Reise lieferte ein Vortrag von Generalleutnant Helmut Schütz, Kommandierender General des Luftwaffentruppenkommandos in Köln-Wahn. Er führte die Lehrgangsteilnehmer in das Leistungsspektrum der Luftwaffe ein. Das besondere Interesse der zukünftigen Generalstabsoffiziere lag im Beitrag der Luftwaffe an Land- und Seekriegsoperationen vor dem Hintergrund der Aufgabe der Landes- und Bündnisverteidigung. Der Kommandeur des Zentrums Luftoperationen in Kalkar, Generalleutnant Joachim Wundrak, knüpfte in einem Folgevortrag inhaltlich an die Ausführungen von General Schütz an und führte in die komplexen Zusammenhänge der operativen Planung von Luftkriegsoperationen ein. Daneben stellte er zugleich das breite Aufgabenportfolio seines Zentrums dar, das von der Überwachung der Weltraumlage bis zur Sicherung des Luftraumes reicht.

Theorie ist nicht alles

Am dritten Tag ging es auf dem Fliegerhorst in Laage in die Praxis. Der Tag begann mit dem für eine Flugzeugbesatzung üblichen „Flight Mission-Briefing‘‘. Damit wurde ein realistischer Einblick in das luftwaffenspezifische Terrain ermöglicht. Bei der nachfolgenden „Flugschau‘‘ konnten die begeisterten Offiziere nicht nur Starts von Tornados, Eurofightern, Transalls und Hubschraubern beobachten, sondern als besonderen Höhepunkt auch den eines A400M. Sie bewunderten vor allem die Flugkünste der Piloten.

Fliegender Lehrgang

Schließlich ging es in die Luft: Ein Mitflug im CH53 bildete den Höhepunkt des komplexen Nachmittagsprogramms. Begonnen hatte er mit der Besichtigung des fliegenden „Krankenhauses‘‘ A310 und Gesprächen mit dem kompetenten Fachpersonal des Fliegerhorstes und Eindrücken aus der Luftbildaufklärungskompetenz der deutschen Luftwaffe. Letzter beeindruckender Programmpunkt war der Eurofighter-Flugsimulator, der erahnen ließ, wie aufwendig die Ausbildung in der Luftwaffe technisch unterstützt wird. Der Simulator ist von so hoher Qualität, dass auszubildende Piloten problemlos und ohne Umgewöhnung den Übergang in das echte Cockpit schaffen.
 

Gut gewappnet für Mali

Die letzte Station der Reise war der Standort der Flugabwehr in Todendorf. Was mit einem Vortrag von Oberst Kuebart, Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 1, begann, wurde mit einer anschließenden Besichtigung der Flugabwehrsysteme und den Objektschutzkräften fortgeführt. Das Kennelernen dieser, die ihren liebevollen Spitznamen „Schweizer Taschenmesser der Luftwaffe‘‘, ihren vielfältigen Aufgaben verdanken, wurde zum echten „eye-opener‘‘.

Hohe Messlatte

Durch die Reise konnte die Luftwaffe untermauern, dass ihre komplexe Technik von hochmotiviertem und leistungsfähigem Personal beherrscht wird. Durch die eindrucksvolle Präsentation dieser Teilstreitkraft wurde die Messlatte für Heer und Marine sehr hoch gesetzt. Oberst i.G. Saur, Leiter des Fachbereichs Luftwaffe an der Führungsakademie, resümierte, dass die Kameraden des Heeres und der Marine in kürzester Zeit ein grundlegendes Verständnis für das Fähigkeitsprofil der deutschen Luftwaffe erhalten haben.