Autor: Helena Linder-Jeß; Fotos: Helena Linder-Jeß

Hamburg, 14.06.2017

Gruppenbild des Lehrgangs vor der Deutschen Botschaft, Washingtion D.C

Die „Non Violence“- Skulptur vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York war ein Geschenk Luxemburgs an die VN

173 Meter langer Lenkwaffenkreuzer -  Die USS San Jacinto

Besuch auf den Schiffen der US Navy in Norfolk VA

Eines von sechs Regionalkommandozentren - Das United States Central Command in Tampa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um den sicherheitspolitischen Blick zu weiten, reisten die Lehrgangsteilnehmer des 12. streitkräftegemeinsamen Lehrgangs Generalstabs-/ Admiralstabsdienst National in die USA. Während der 12-tägigen Reise wurde den Lehrgangsteilnehmenden ein hochkarätiges und dicht gepacktes Programm geboten. Immer wieder traten sie an deutschen und amerikanischen Dienststellen in den Dialog, um den Genius Loci, den „Geist des Ortes“ zu erleben. Ziel war es, das auf dem Lehrgang vermittelte Wissen noch besser einordnen zu können.

Nord nach Süd

Unter der Führung des stellvertretenden Akademiekommandeurs, Flottillenadmiral Karsten Schneider, reiste die 90-köpfige Reisegruppe von New York über Washington D.C., Norfolk und Tampa bis nach Miami. In New York waren die Vereinten Nationen und die Ständige Vertretung Deutschlands Dreh- und Angelpunkt. Die Generalversammlung und den Sicherheitsrat einmal in der Realität zu sehen, war ein Erlebnis der besonderen Art.

Im Herzen der USA – Washington D.C.

In der Hauptstadt konnten die angehenden Admiral- und Generalstabsoffiziere in ausgiebigen Diskussionsrunden mit Vertretern des US-Außen- und Verteidigungsministeriums sowie der National Defense University ihre persönlichen Standpunkte austauschen. Diskutiert wurden besonders die gegenseitigen nationalen Erwartungen nach dem Administrationswechsel in den USA - und wie diese erfüllt werden können. An der Deutschen Botschaft erfolgte eine Einordnung der derzeitigen sicherheitspolitischen Lage aus deutscher Sicht. Vorträge bei der Weltbank und eine aktuelle Fragestunde bei Brookings, einer Denkfabrik für Forschung, Bildung und Publikation mit dem Schwerpunkt öffentlicher Politik in den Gebieten Wirtschaft, Auslandspolitik und Staatsführung, rundeten das Programm in der Hauptstadt ab.

US Navy und NATO im Fokus

In Norfolk, Standort des größten Marinestützpunktes der USA, bekamen die Hamburger Stabsoffiziere eine Führung über die Schiffe „USS San Jacinto“ und „USS Monterey“. Allein an den Fähigkeiten und Aufgaben dieser beiden Lenkwaffenkreuzer war in beeindruckender Weise zu sehen, welchen Machtanspruch die USA weltweit projizieren können. Anschließend fanden beim „Supreme Allied Command Transformation“ (SACT), einem der beiden strategischen Hauptquartiere der NATO, Briefings und ein Gespräch unter Beisein von Admiral Manfred Nielson, dem Stellvertretenden Kommandeur des SACT, statt.

Letzte Station – Sunshine State

Die letzte Etappe führte die Delegation nach Florida zu zwei sehr unterschiedlichen US-Regionalkommandos. Das CENTCOM in Tampa fokussiert sich thematisch auf den erweiterten Mittleren Osten und gab interessante Einblicke in die amerikanische Einschätzung der Lage in den nordafrikanischen und Nahoststaaten. Bei SOUTHCOM in Miami wiederum beschäftigten sich die Offiziere durch den Blick auf Südamerika und die Karibik mit einigen Aspekten, die im europäischen Denken nicht immer im Fokus stehen: zum Beispiel dem weltweiten Drogenhandel und der prekären politische Lage in Venezuela.

Mission accomplished

Um es mit den Worten des 33. Präsidenten der USA, Harry S. Truman, zu sagen: „It is amazing what you can accomplish if you do not care who gets the credit!“ - der unschätzbare Wert von Demut im gegenseitigen Umgang und Verlässlichkeit ist gerade in Zeiten von Instabilität besonders wichtig. Die vielen Gespräche und Diskussionen des Besuchs haben auf einer sehr persönlichen Ebene für gegenseitiges Verständnis und Vertrauen gesorgt und das bisher auf dem Lehrgang erworbene Wissen durch einen Blick über den transatlantischen Tellerrand hinaus ergänzt.