Autor: Christof Schulz; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 13.06.2017

Einsatz der verbundenen Kräfte

Die Analysephase ist in vollem Gang

Luftunterstzüng am deutschen Beispiel

Gute Vorarbeit ist alles

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit welchen Methoden kann das gegnerische Handeln analysiert werden, wenn Vorgehen und Denken von den eigenen Einsatzgrundsätzen abweichen? Wie behalten wir einen Kenntnisvorsprung, wenn das militärische Vorgehen des anderen nicht unbedingt auf der Hand liegt? Das Modul „Militärisches Nachrichtenwesen in Landoperationen“ schließt diese Lücke auf Basis bewährter Methoden und eröffnet neue inhaltliche Aspekte im Führungsprozess.

Bunte Mischung aus Erfahrungen

Mehr als 20 Teilnehmer aus dem Militärischen Nachrichtenwesen beschäftigten sich im Seminar „Militärisches Nachrichtenwesen in Landoperationen“ mit diesen spannenden Fragen. Von deutschen Soldaten aus der Division Schnelle Kräfte oder aus dem Kommando Strategische Aufklärung bis hin zu Reservedienstleistenden und sogar Soldaten befreundeter Nationen waren Experten des Militärischen Nachrichtenwesens mit einer riesigen Erfahrungsbandbreite anwesend. Die Diskussionen waren damit äußerst lebhaft, es gab einen regen Gedankenaustausch und nicht zuletzt sorgte der Lehrgang dafür, alle Teilnehmer auf einen gemeinsamen Wissenstand zu bringen - den sie selbst wiederum in ihren eigenen Bereich als Multiplikator mitnehmen konnten.

„Neue Bedrohung“ - Herausforderung bei der Analyse

Die Multinationalität der Teilnehmer spiegelte sich in der Anwendung ebenso multinational genutzter Analyseverfahren wider. Bereits bekannte Verfahren bildeten die Analysegrundlage, um das theoretische und praktische Vorwissen zu vertiefen und in konkreten Beispielen und Lagen auf die „neue Bedrohung“ anzuwenden. Konkret bedeutet das, dass ein möglicher Gegner auf zwei Arten ungewöhnlich agiert: Zum einen wendet er sogenannte Bataillonskampfgruppen an, das heißt er agiert in (relativ) kleinen Kampfgruppen mit mehreren hundert Soldaten. Diese Bataillonskampfgruppe ist jedoch zum Einsatz von verbundenen Kräften befähigt und verfügt daher unter anderem über eigene Kampfunterstützungselemente wie z.B. Artillerie sowie eigene Aufklärungskräfte und eine verstärkte logistische Befähigung. Das entspricht nicht unseren üblichen Einsatzgrundsätzen, die die Autarkie erst auf Brigadeebene vorsehen. Ein derart eigenständiger Gegner erfordert flexibel agierende eigene Kräfte, um ihn erfolgreich abzuwehren. Die Rolle des Militärischen Nachrichtenwesens und der Aufklärung wird noch bedeutsamer.

Konsequenzen für das Militärische Nachrichtenwesen

Die neue Gegnerkonstellation stellt den Führungsprozess im Heer und insbesondere im Militärischen Nachrichtenwesen vor neue Herausforderungen. Hier muss es bereits im Analyseprozess und anschließend erst recht im Führungsprozess gelingen, einen derart flexiblen Gegner möglichst früh zu erkennen, um seinen Handlungen zielgerichtet und zielführend begegnen zu können.

Ziel erreicht

Das Ziel der Modulausbildung wurde aus Sicht der Lehrgangsleitung erreicht: ein gemeinsames Grundverständnis für die Thematik des Gefechts der verbundenen Kräfte in Bataillonskampfgruppen einschließlich der Anwendung der bekannten Analyse- und Aufklärungsverfahren des Militärischen Nachrichtenwesens wurde geschaffen. Die Angehörigen aller Teilstreitkräfte wurden bedarfsorientiert für ihre Funktionsbereiche mit dem Blick in die Zukunft geschult.