Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 09.06.2017

 Brigadegeneral Thomas Hambach bei seiner Abschiedsrede

 

Konteradmiral Carsten Stawitzki mit dem alten und dem kommissarischen Direktor Lehre, Brigadegeneral Hambach und Direktor Thießen

 

Musikkorps Kiel sorgt für den würdigen musikalischen Rahmen der Veranstaltung

Brigadegeneral Hambach und seine Ehefrau beim Empfang

Geladene Gäste in der Rotunde bei der Verabschiedung

Kommissarischer Nachfolger Direktor Jörn Thießen



„Anspruchsvoll“ und „herausfordernd“: Brigadegeneral Thomas Hambach beschreibt seine vergangenen drei Jahre. Damals hat er das Amt des Direktors Lehre an der Führungsakademie übertragen bekommen. „Sich jeden Tag Gedanken über das machen zu dürfen, was wir den angehenden Stabsoffizieren und Admiralstabs-/ Generalstabsoffizieren mit auf ihren weiteren bekannten wie auch unbekannten Weg geben sollten und darüber, wie wir das am besten an die Frau bzw. den Mann bringen.“ General Hambach hat das immer als große Bereicherung empfunden. Mit einem weinenden Auge verlässt er nun Hamburg Richtung Erfurt, wo er stellvertretender Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr wird. Als kommissarischer Nachfolger übernimmt Jörn Thießen, Leiter Politik- und Gesellschaftswissenschaften, das Amt des Direktors Lehre.

Persönliches Engagement

In einer feierlichen Zeremonie hat der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, General Hambach für sein großes Engagement gedankt und dafür, wie er sich mit seiner persönlichen und menschlichen Art für die Hamburger Institution eingebracht hat. 150 Personen haben an der Abschiedszeremonie teilgenommen. Hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sowie aus verschiedenen Bereichen der Streitkräfte waren zu der Veranstaltung gekommen.

Dank an alle Mitarbeiter

Mit einem Zitat von Konfuzius drückt General Hambach in seiner Abschiedsrede aus, dass sein Dienst an der Akademie für ihn eine tägliche Freude gewesen ist: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du musst keinen einzigen Tag arbeiten.“ Er stellt heraus, dass dies nur mit der professionellen Unterstützung aller Soldaten und Mitarbeiter möglich gewesen ist und ergänzt in seinem Dank an alle Mitarbeiter: „Die Wahl wurde mir abgenommen, aber dass ich meine Zeit hier so empfinden konnte, ist im Wesentlichen Ihr aller Verdienst.“

Mehrwert in der Ausbildung

Neben der Vermittlung von Inhalten stand für General Hambach stets im Vordergrund, im Rahmen der Ausbildung einen Mehrwert für die Lehrgangsteilnehmer zu schaffen. Gerade heute in der fordernden und volatilen Zeit etwas von der eigenen Erfahrung mit auf den Lebensweg zu geben, wovon die jungen Menschen, unsere Führungskräfte von morgen, zehren können, ist ihm ein großes Anliegen gewesen.
 

Sicherheit im Handeln

Anhand der drei Stichworte ,,Können", ,,Wollen" und ,,Dürfen" macht er deutlich, welchen Mehrwert die Ausbildung an der Führungsakademie allen Lehrgangsteilnehmern geben soll: „Das ,,Können" steht für die Handlungsfähigkeit des militärischen Führers in jeder noch so unvorhergesehenen Situation, das ,,Wollen" steht für Handlungswilligkeit und den Willen zur persönlichen Weiterentwicklung, und das ,,Dürfen" rundet die Trilogie ab, in dem der Offizier an der Akademie den Rahmen findet, sein persönliches Führungsverständnis ausprobieren zu dürfen."

Mut zu Fehlerkultur

In der Ausbildung geht es darum, auch Fehler machen zu dürfen, erklärt General Hambach, das gehöre dazu, „und wo geht das besser als hier an der Akademie?“ Mit dieser Maxime rundet General Hambach das avisierte Ausbildungsziel, das er in seiner Tätigkeit an der Akademie mit prägen durfte, ab. Ergänzend erwähnt er eine Fragestellung, die für ihn bis heute Gültigkeit für das Wesen insbesondere eines Admiralstabs-/Generalstabstabsoffiziers besitzt: Wie vermitteln wir Führung im Sinne unserer tatsächlich einmaligen Konzeption der „Inneren Führung“?

Kreativität und Verantwortung

Und weiter: „Die eigene Absicht so zu formulieren, dass sie der Kreativität und dem Ideenreichtum den erforderlichen Spielraum belässt", ist für General Hambach immer wieder eine Herausforderung, die er auch den Lehrgangsteilnehmern vermitteln möchte. ,,Verantwortung abzugeben, aber auch zu tragen. Vertrauen zu schenken, sich dieses aber auch verdienen zu müssen sind die zwei Seiten der einen Medaille.“ Mit seinen wertvollen Gedanken zum Abschied hat er neben dem Blick zurück auf das Geschehene die aktuellen Fragestellungen der Akademie benannt. Er hat auf anspruchsvolle, sich häufig ändernde Bedingungen hingewiesen und zugleich darauf aufmerksam gemacht, dass Veränderungen immer auch ihre Zeit brauchen.

Kritik und Ideenreichtum

„Den Dienstposten als Direktor Lehre übernommen zu haben, mag einfach oder weniger einfach gewesen sein, ihn aber wieder abgeben zu müssen, fällt mir deutlich schwerer“, erklärt General Hambach, „und dass ich meine Zeit hier so empfinden konnte, ist im Wesentlichen der Verdienst der Akademieangehörigen, der Fachbereichsleiter, Dozentinnen und Dozenten, einschließlich der vielen Reservedienstleistenden. Ich bin dankbar für die Aufnahme, für die Offenheit und vor allem für das Vertrauen, für die kritischen Worte und Hinweise sowie für das Engagement und Ideenreichtum.“

„Keine einfache Aufgabe“

In seinen Abschiedsworten weist Admiral Stawitzki darauf hin, dass in den Jahren unter General Hambach 200.000 Unterrichtseinheiten erfolgt sind, die einhundert Dozenten und über 500 Gastdozenten Soldaten aus über 100 Nationen vermittelten. Der Kommandeur fährt fort: „Für Ihre Arbeit und Ihr Engagement spreche ich Ihnen meinen außerordentlichen Dank aus, es ist eine besondere Herausforderung, diese Tätigkeit mit Herz, Verstand und Sensibilität auszuüben.“ Der Kommandeur lobt Hambachs Handwerkszeug, seine durchdachten Methoden, die kritische Beratung sowie das konstruktive Miteinander. „Das alles haben Sie angeregt und gefördert – vielen herzlichen Dank.“

Musiker des Marinemusikkorps Kiel unter der Leitung von Fregattenkapitän Szepanski sorgen mit Stücken in Moll und Dur für einen würdigen Rahmen bei der Verabschiedung, Musikstücke, die die traurigen Aspekte des Abschieds, aber auch die fröhlichen Momente der vergangenenen Zeit und der kommenden Aufgabe betonten.