Autor: Matthias Wittenburg; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 21.03.2017

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Teilnehmer der ,,Arbeitsgruppe Führungskultur"

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Kommandeur zu den Herausforderungen in der Führungskräfteentwicklung

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Bundeswehr muss den individuellen Ansprüchen potenzieller Bewerber genügen

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Dialog fördern, Austausch intensivieren

„Der Erfolg einer Unternehmung entscheidet sich durch gute Führung“ - diese Aussage des Kommandeurs des Zentrums für Innere Führung der Bundeswehr, Generalmajor Reinhardt Zudrop, konnten alle Teilnehmer der „Arbeitsgruppe Führungskultur“ unterschreiben. Das Gremium traf sich gerade zur Auftaktveranstaltung an der Führungsakademie der Bundeswehr. Unter dem Vorsitz des Kommandeurs der Akademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, diskutierten zwanzig hochkarätige Experten aus Bundeswehr, Verwaltung und Wirtschaft über Aspekte zeitgemäßer Führungskonzepte. Vorausgegangen war im Herbst des vergangenen Jahres ein „Runder Tisch“ unter Leitung der Bundesministerin der Verteidigung. Im Anschluss wurde diese Arbeitsgemeinschaft mit dem Ziel eingerichtet, das Thema weiter zu beleben.

Individualisierung und veränderte Arbeitswelten

Impulsvorträge begleiteten die lebhafte Diskussion, deren Schwerpunkt auf den spezifischen Herausforderungen der Bundeswehr als moderner Arbeitgeber lag. „Der geschlossene Personalkörper der Streitkräfte führt dazu, dass wir uns darauf einstellen müssen, Führungspotenzial systematisch zu entwickeln“, stellte Admiral Stawitzki klar. „Wir müssen uns heute selbstverständlich mit Themen wie Chancengleichheit, Work-Life-Balance und Vernetzung auseinander setzen.“ Dass dies auch neue Wege in der Personalentwicklung nötig macht, brachten mehrere Teilnehmer auf den Punkt: Die Bundeswehr muss vermehrt darüber nachdenken, wer für eine bestimmte Aufgabe am besten geeignet sei, unabhängig vom Dienstgrad oder der Dienstzeit einer Funktion. Gerade die aktuellen Jahrgänge der Berufseinsteiger würden hierzu jedoch Anforderungen stellen, denen die Bundeswehr bislang nur teilweise nachkommen könne.

Innere Führung in der Bundeswehr

General Zudrop und der stellvertretende Vorsitzende des Beirats für Fragen der Inneren Führung, Rolf Clement, erläuterten in ihren Vorträgen den kontinuierlichen Wandel der Führungskultur innerhalb der Bundeswehr. Dieser ist nach Aussage Zudrops beispielsweise durch das Aussetzen der Wehrpflicht, die neuen Herausforderungen in den Einsätzen, aber auch durch Aspekte wie individuelle Berufsansprüche an den Arbeitgeber geprägt. Zwar lautet der einfachste Befehl seit jeher schlicht „Mir nach!“. Damit allein könne den heutigen Herausforderungen jedoch nicht mehr begegnet werden. Die Komplexität der Aufgabe der Streitkräfte erfordert, so das einhellige Urteil der Teilnehmer, insbesondere eine Abwägung zwischen autoritärer und kooperativer Führung.

Kontinuierlicher Dialog

Die „Arbeitsgruppe Führungskultur“ trifft sich künftig in regelmäßigen Abständen zu weiteren Gesprächen. Gastgeber der nächsten Veranstaltung wird dabei das Zentrum für Innere Führung der Bundeswehr in Koblenz sein. Ziel ist es, neben einer Fortsetzung der Diskussion auch neue Wege für einen intensiveren Austausch zwischen zivilen und militärischen Führungskräften zu begehen.