Die Mitarbeiter mitnehmen, von A bis Z

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Christiane Rodenbücher

Hamburg, 09.03.2017

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Seminarteilnehmer entwickeln Vorgehen für Veränderungsprozesse

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Interaktion schafft Handlungssicherheit

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Neue Gedanken über die Zukunft der Akademie

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Methodenkompetenz im Prozessmanagement



Welt im Wandel: Heute bewegen wir uns mit immer schnellerer Geschwindigkeit durch den Alltag. Äußere und innere Entwicklungen fordern, dass wir uns zügig anpassen. Die Arbeitswelt ist vielschichtiger und schnelllebiger geworden. Das bedeutet für Mitarbeiter, egal in welcher Branche, egal auf welcher Ebene: Wir müssen uns darauf einstellen und mit permanenten Veränderungen leben. Das betrifft auch die Bundeswehr, und besonders ihre Ausbildungseinrichtungen, die sich, ihre Ausbilder und Inhalte, ständig hinterfragen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben und die lernenden jungen Menschen bestmöglich auf die Anforderungen von morgen, auf ihre künftigen vielseitigen Tätigkeiten, vorzubereiten. 

Reaktionsvermögen steigern

„Wir müssen die Menschen bei Veränderungen mitnehmen“, erklärt der Experte Dr. Philipp Schaller. Er ist an der Führungsakademie der Bundeswehr für Veränderungsmanagement (VM) zuständig. Hauptmann Schaller vermittelt in Seminaren Grundlagen des Veränderungsmanagements. Sein Ausbildungsziel: Die Seminarteilnehmer erlernen Möglichkeiten, Veränderungsmaßnahmen in ihren Verantwortungsbereichen zu analysieren, zu planen und umzusetzen. „Wir vertiefen Kenntnisse für spätere Tätigkeiten und entwickeln ein besseres Verständnis für Betroffene, damit sie auf Widerstände, Barrieren besser vorbereitet sind und mit adäquaten Verhaltensweisen darauf reagieren. Damit steigern wir die Handlungssicherheit der Lehrgangsteilnehmer.“

Kompetenzorientierung

Worüber Schaller bislang in Seminaren referiert hat, ist nun erstmals in einem größeren vernetzten Ansatz realisiert worden. Der Jahrgang 2016 der nationalen Generalstabs- und Admiralstabsdienstausbildung (LGAN) hat in einem zweitätigen Seminar VM live durchexerziert, auf der Basis von Faktenwissen zum aktuellen Stand der Neuentwicklung der Akademie und mit der Methodik der Kompetenzorientierten Ausbildung (diese sieht fünf Kernkompetenzen vor, die im Fokus stehen, u.a. Führungs-, Selbst- und Sozialkompetenz). Das Szenario für die Offiziere war äußerst ambitioniert angelegt. 

Umfassender Ansatz

Der erste Tag der Veranstaltung war als Informationstag geplant. Nach einer kurzen Verortung des Themas VM im Gesamtkontext des Moduls 7 „Prozessmanagement“ durch Oberst i.G. Ove Horstmann folgte ein Grundlagenvortrag durch Hauptmann Schaller, den Inhaber der Dozentur für Veränderungs- und Wissensmanagement im Fachbereich Führung und Management: „Veränderungen in Organisationen, also komplexen sozialen Systemen, können nur gelingen, wenn die betroffenen Menschen intensiv am Wandel beteiligt werden.“ Darüber hinaus erfordere VM zudem ein starkes persönliches Engagement der Führung, die dem hohen Informationsbedürfnis des Personals in der Veränderung gerecht werden müsse. Auf den Grundlagenvortrag folgte ein Praxisbericht über das Veränderungsmanagement im Rahmen der Reform des Rüstungsmanagements durch Oberst i.G. Frank Töpfer, der den theoretischen Beitrag mit aktuellen Beschaffungsbeispielen aus der Bundeswehr illustrierte.

Nah dran an Entwicklungen

Der zweite Tag war als Handlungstraining im Sinne der Kompetenzorientierten Ausbildung  angelegt. Die LGAN-Teilnehmer konnten verschiedene VM-Werkzeuge anhand des Beispiels ‚Agenda 2017+‘ der Akademie anwenden und hatten so die Möglichkeit, aktuellste Neuigkeiten dieser Reform zu erfahren sowie mit begleitendem Personal aus der Gruppe Strategie und Entwicklung (SE) hierzu in die Diskussion einzutreten. Um diese Hinweise direkt aufzunehmen und den Lernprozess zu unterstützen, waren die Vertreter der Gruppe SE und der Kommunikation während der gesamten Veranstaltung vor Ort. So wurden nicht nur Methodenkompetenzen im Veränderungsmanagement, wie Stakeholder-Analyse, Kommunikationsplan und Change Story, aufgebaut, sondern auch wertvolle Ideen entwickelt und Fragen aufgeworfen, die die aktuell anstehenden Veränderungen an der Führungsakademie betreffen.

Handeln im Fokus

So konnten sich lebhafte Diskussionen über die Gegenwart und Zukunft der Führungsakademie entwickeln. Das Handlungstraining folgte dabei der Logik der „vollständigen Handlung": Zunächst mussten sich die LGAN-Teilnehmer selbst anhand realer Dokumente über die ‚Agenda 2017+‘ informieren. Anschließend entwickelten sie mithilfe der  Lernunterlagen ein geeignetes Vorgehen für einen Veränderungsprozess und realisierten dieses, um letztlich die Ergebnisse im Rahmen einer Präsentation zu reflektieren.

 

Konkretes Umsetzungspotenzial

Die Mitglieder der Gruppe SE waren begeistert von dem Seminar und dem Engagement der Teilnehmer. Oberstleutnant i.G. Roman Lau, Leiter des Sachgebiets Qualitätsmanagement, erklärte abschließend: „Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die ausgewählten VM-Instrumente genutzt, um das VM zur ‚Agenda 2017+‘ zu reflektieren und um ganz konkrete Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Wir sind jetzt dabei, diese Impulse aufzugreifen." Auch für Oberstleutnant i.G. Erik Voigt aus der Gruppe SE hat die Veranstaltung zahlreiche Vorteile gebracht. „Wir sind dankbar für die Gelegenheit, einmal in unserer Aufgabe ‚Veränderungsmanagement Agenda 2017+‘ innezuhalten und uns selbst in unserem Tun, auf der Basis der im Seminar erarbeiteten vielfältigen und wichtigen Gedanken des LGAN zu hinterfragen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir die Expertise, die an dieser Akademie vielfältig vorhanden ist, produktiv nutzen können."