Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 01.03.2017

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Kommandeur der Führungsakademie begrüßt die Bundestagsabgeordnete Heidtrud Henn 

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 Eintragung ins Gästebuch der Akademie

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Oberfeldarzt Wehde informiert Frau Henn über die Sanitätseinrichtung

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Im Gespräch mit dem Personal des Zentrums

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Kommandeur berichtet über die Ausbildung und Neuausrichtung der FüAk 

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Großes Interesse über die Themen auf Seiten Frau Henns führen zu einer lebhaften Diskussion mit der Führung der Akademie 

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Für beide Seiten ein gelungener Besuch mit Aussicht auf ein Wiedersehen 

Einen ganzen Tag hat sich Heidtrud Henn Zeit genommen, um die Führungsakademie aus verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen. Die Bundestagsabgeordnete hat ein großes Herz für die Bundeswehr: Als Mitglied im Verteidigungsausschuss hat die unter anderem als Diakonin ausgebildete Politikerin ein großes Interesse an den Tätigkeiten der Menschen in den Streitkräften, aber auch an dem Wohlergehen der Männer und Frauen. „Ich bin viel unterwegs in den Bundeswehr-Standorten – sie alle haben etwas Besonderes“, erklärte Henn, die ursprünglich aus Birkenfeld stammt. Aufgeschlossen für die Menschen an der Führungsakademie (FüAk) und offen für sämtliche Themen, die die höchste Bildungseinrichtung der Bundeswehr beschäftigen, zeigte sich die Politikerin, die sehr gut informiert war und in Diskussionsrunden bewiesen hat, dass sie versiert mit Themen aus den Streitkräften umgehen kann.

Medizinische Versorgung

Außerdem nutzte die Bundestagsabgeordnete die Gelegenheit, sich über das Sanitätsversorgungszentrum Hamburg-Altona in der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne, einer Liegenschaft der Führungsakademie, zu informieren. „Schön, dass ich heute hier sein darf“ – mit diesen Worten begrüßte sie die Leiterin des Zentrums, Oberfeldarzt Birgit Wehde. Ein Rundgang durch die verschiedenen Bereiche der Sanitätseinrichtung verschaffte der gelernten Altenpflegerin einen guten Überblick. Ergänzt durch kurze Gespräche mit dem Personal vor Ort, stellte sie schnell fest, dass „Es höchste Zeit wird, auch innerhalb der Bundeswehr die elektronische Krankenakte einzuführen.“ Der Hintergrund: Soldaten äußern sich immer wieder unzufrieden über den Verlust von Daten oder Akten. „Eine digitale Datenerfassung und die Führung einer elektronischen Patientenakte könnte dabei helfen, Fehlerquellen auszuschließen“, schlussfolgerte Henn.

Direkter Draht

„Dinge begreifen, sich vor Ort ein Bild machen, sich persönlich austauschen – Ihr Besuch freut mich sehr, denn all das geht am besten persönlich“, sagte der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki. Er zeichnete kurz die Entwicklungen an der Führungsakademie seit dem 3. November 2016 nach, als die Bundesministerin der Verteidigung mit ihrer eindrucksvollen Rede die Initialzündung für umfangreiche Weiterentwicklungsmaßnahmen an der FüAk möglich machte. Seitdem hat sich bereits viel getan, und Admiral Stawitzki und sein Team arbeiten weiter engagiert an der Neukonzeption: „Wir haben an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr die Latte sehr hoch gehängt, wir haben einen enormen Anspruch und verfolgen im akademischen Bereich die Idee der Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität äußerst konsequent“, erklärte Admiral Stawitzki.

Verantwortung im Fokus

„Sie haben die vielen jungen Menschen gesehen, darunter waren Hauptleute, die an den Karfreitagsgefechten in Afghanistan teilgenommen haben, und die drücken nun hier die Schulbank: Wir haben den Anspruch, diesen Menschen im Rahmen einer modernen Erwachsenenbildung umfassend gerecht zu werden, unsere Aufgabe ist es, die Lehrgangsteilnehmer mit ihrer Erfahrung ernst zu nehmen“, erläuterte der Kommandeur den konzeptionellen Hintergrund seiner Neuausrichtung. Darüber hinaus ging er gegenüber Heidtrud Henn ausführlich auf die internationale Ausrichtung der Führungsakademie ein. „Wir sind eine Art kleine UNO, aufgrund der internationalen Lehrgänge und Lehrgangsteilnehmer“, so Stawitzki. Rund 250 Lehrgangsteilnehmer aus knapp vierzig Nationen belegen jedes Jahr Lehrgänge, von den Vereinigten Staaten über Brasilien und Kamerun bis zu Irak und Usbekistan. Mit großem Interesse verfolgte die Bundestagsabgeordnete seine Ausführungen.

Lebenslanges Lernen

„Als Arbeitgeber entwickeln wir unser Führungspersonal aus-, fort- und weiter – ich glaube, es gibt wenige Arbeitgeber, die das so konsequent tun, denn uns unterscheidet vom zivilen Bereich: Wir gehen ein lebenslanges Commitment ein“, sagte Admiral Stawitzki. „Alle Berufsoffiziere kommen hier zu uns an die Akademie“, fuhr er fort, „und ich kann Ihnen sagen: Die Basislehrgänge Stabsoffizier 2016 und 2018 werden nicht mehr viel gemeinsam haben, mit dem Wegfall einer Prüfung ergibt sich viel Gestaltungsspielraum.“ Strategisch betrachtet, befinde sich die FüAk damit auf einem gänzlich anderen Weg. „Natürlich bedeutet das auch, dass wir uns mit dem Wegfall der Prüfung viele neue Gedanken über das Eignungsurteil für den General- und Admiralstabsdienstlehrgang machen müssen.“

Breites Angebot

„Ich bin dankbar, dass Sie sich vor Ort informieren“, erklärte Admiral Stawitzki gegenüber Frau Henn, die erwiderte, dass sie sich sehr für Studenten einsetzt und daher an Ausbildung stark interessiert sei. Interessiert verfolgte sie die Erklärungen des Kommandeurs zur Modullandschaft. Ein breit gefächertes Portfolio erwartet die zahlreichen Lehrgangsteilnehmer an der Führungsakademie, von Politik und Wirtschaft über Recht bis zu Ethik und vielen weiteren Themengebieten. „Unsere Absicht besteht darin, den jungen Menschen vom Basislehrgang Stabsoffizier zu zeigen: Das alles bietet die Führungsakademie an. Und wir würden uns freuen anzuregen, dass die jungen Leute begeistert sagen: ,Ich will wieder kommen‘.“

Alles griffbereit

Der Kommandeur erklärte der Bundestagsabgeordneten Henn das, was die FüAk beibringt, als „Rucksackwissen“. „Wir wollen hier ein Systemverständnis erwecken, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt ausbilden, daher fragen wir uns ganz kritisch: Was müssen wir im Basislehrgang Stabsoffizier vermitteln, um diesem Ziel gerecht zu werden?“ Gemeinsam mit einer Konzeptions- und Planungsgruppe sowie zahlreichen Ideenwerkstätten entwickelt die Führungsakademie nun weiter, was die Bundesministerin der Verteidigung im November vergangenen Jahres gefordert hat.

Kardinalthema Führung

Ein besonderes Augenmerk legte die Bundestagsabgeordnete auf das Thema „Führung“. „Darüber mache ich mir viele Gedanken, wie wird das vermittelt, wie wird es kontinuierlich weiter geführt? Die Fortbildung in der Führung muss immer weiter gemacht werden“, sagte Henn. „Es war mir ein großes Anliegen, in den Verteidigungsausschuss zu gehen, um für die Soldaten und deren Betreuung zu sorgen.“ Gemeinsam mit dem stellvertretenden Kommandeur, Flottillenadmiral Karsten Schneider, und dem Direktor Lehre, Brigadegeneral Thomas Hambach, entstand eine sehr ausführliche und persönliche Diskussion zu diesem Thema. Heidtrud Henn war begeistert von ihrem Besuch an der Führungsakademie, und die Akademieführung sehr angetan von dem umfassenden Interesse Henns. Beide Seiten sind sich sicher: Sie wollen den Kontakt aufrechterhalten. „Frau Abgeordnete, Ihr Besuch war sehr erfrischend“, sagte der Kommandeur zum Abschied, „ich öffne sehr gerne erneut die Tür der Führungsakademie, seien Sie uns stets ein willkommener Gast.“