Aufbruch zur Entdeckung Europas

Autor: Maximilian Voß; Fotograf: Bundeswehr/Internet

Hamburg, 20.03.2017

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Auftakt der Europareise - das europäische NATO-Hauptquartier

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Treffen mit Vertretern der NATO und EU

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Erläuterungen zu militärischen Vorgehensweisen der afrikanischen Streitkräfte

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Grenzübergang auf den Golanhöhen

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Besuch bei der Presidential Guard in Jericho

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Reisegruppe „Frankreich und United Kingdom"

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Hauptsitz der Vereinten Nationen in Genf

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NATO Communications and Information Agency

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“Schwerter im Felsen” –  Stavanger

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Besuch der Vereinten Nationen in Wien

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Operatives Hauptquartier der NATO in Neapel

Europa und die Welt – die Teilnehmer der Generalsstabs- und Admiralstabsdienstausbildung an der Führungsakademie in Hamburg brachen zu einer Seminarreise auf, um relevante Sicherheitsorganisationen und Staaten kennenzulernen. Brüssel als europäische Metropole und Hauptstadt der Europäischen Union stand als erstes Ziel auf dem Reiseplan. Von hier aus besuchte die Seminargruppe das europäische NATO-Hauptquartier bei Mons sowie das unterstellte Oberkommando im niederländischen Brunssum. Die Zusammentreffen mit hochrangigen Vertretern dieser Einrichtungen sowie der Militärausschüsse der NATO und der EU ließen tiefe Einblicke in die Struktur und Arbeitsabläufe beider Organisationen zu. Im Anschluss gliederte sich die Seminargruppe in acht kleinere Teile auf. Diese setzten ihre Reise mit unterschiedlichen Zielen fort, von Norwegen bis Ghana.

Entlang der Ostseeküste

Der stellvertretende Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, und der Delegationsleiter Oberst i.G. Hansjörg Witt führten ihre Gruppe in die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Die hochrangige Wahrnehmung der Teilnehmer in den Botschaften, den Verteidigungs- sowie Außenministerien der bereisten Länder lieferte den Reisenden zentrale Erkenntnisse über deren Kultur. In diesen Ländern, die aktuell besonders im Fokus stehen, lernten sie Einiges über das nationale Selbstverständnis, die Bedrohungswahrnehmung und die innerpolitischen Dynamiken. „Komplettiert und abgerundet hat das Programm ein Besuch des NATO Centers of Excellence zum Thema ‚Cyber‘ sowie ‚Strategische Kommunikation‘ “, berichtete der Teilnehmer Martin Starkloff. „In Verbindung mit dem vorangegangen Reiseteil ist der Besuch der baltischen Staaten nicht nur in Bezug auf die politischen Aspekte als eine absolute Bereicherung anzusehen“, fasste der Oberstleutnant ergänzend zusammen.

Der „vergessene“ Kontinent

Das Kennenlernen der innerafrikanischen Sicherheitsarchitektur und der Besonderheiten von afrikanischen Staaten als mögliche Einsatzländer der Bundeswehr standen für die Teilnehmer der „Teilreise Afrika“ im Fokus. „Bei unserem Besuch der westafrikanischen Staaten Ghana und Nigeria nutzten wir die Gelegenheit, uns unter anderem über das aktuelle deutsche Engagement im Rahmen nationaler und internationaler Projekte auf diesem Kontinent zu informieren“, erklärt Major Daniel Spitzer. So erfuhr die Gruppe beispielweise in Ghana mehr über den langjährigen Einsatz der Pionierberatergruppe bei den Streitkräften oder die Abstellung deutscher Stabsoffiziere als Dozenten an das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre der Vereinten Nationen. „In Nigeria stellte sich heraus, wie dieser Staat als starke lokale wirtschaftliche und militärische Größe in regionale und überregionale Bündnisse verankert und damit in der Lage ist, die eigenen Streitkräfte zur Lösung von innerafrikanischen Problemen im Sinne der Vereinten Nationen einzusetzen“, berichtete der Lehrgangsteilnehmer weiter.

Zwischen Frieden und Krieg

Zu einem besseren Verständnis des Nahostkonflikts gelangte eine andere Delegation der Führungsakademie. „Die ganztägige Exkursion zu den Golanhöhen entlang der israelisch-syrischen und der israelisch-libanesischen Grenze ließ zurückliegende Auseinandersetzungen zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten spürbar werden“, berichtete der Teilnehmer Steve Wilhelm. Ebenso sehe es mit dem syrischen Bürgerkrieg aus, dessen Gefechte bis in diese Region wahrzunehmen seien. Der Besuch des israelischen Command and Staff College, einem Pendant der Führungsakademie, trug zur besseren Kenntnis der Rolle Israels bei und erwies sich als willkommener Anlass für einen Erfahrungsaustausch unter den Stabsoffizieren beider Nationen.

Zwei Seiten des Konflikts

Nach der Besichtigung Grenzübergangs Kerem Shalom am südlichsten Zipfel des Konfliktgebietes Gazastreifen reflektierte Major Wilhelm: „Die Spannungen zwischen den Israelis und den Palästinensern sind allgegenwärtig und ständig präsent.“ Ganz andere Impressionen hinterließ die Stadt Jerusalem bei ihm. Aufgrund ihrer Geschichte und der religiösen Gegensätze sei sie mit keiner anderen Stadt der Welt vergleichbar. „Ich war überwältigt von den Eindrücken dieses Ortes“, erklärte Wilhelm. Den Nahostkonflikt aus der palästinensischen Perspektive verdeutlichte eine Führung durch eine Ausbildungseinrichtung der palästinensischen Presidential Guard in Jericho – eine Einheit, deren Kernauftrag der Schutz von Präsident Mahmud Abbas ist. Eine offizielle Kranzniederlegung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem rundete die Teilreise würdig ab.

Von der Seine an die Themse

Major Daniel Jarzynka nahm an der Reise „Frankreich und United Kingdom" teil, die an der französischen Militärakademie École Militaire in Paris startete. „Wir konnten uns dort einen tiefen Einblick in die aktuellen Einsätze der französischen Streitkräfte, die deutsch-französischen Kooperationsvorhaben und französische Verteidigungs- sowie Sicherheitspolitik verschaffen“, blickte Jarzynka zurück. Ein Austausch zu weiteren, nicht rein militärischen Themen gelang durch den Besuch der Deutschen Botschaft, wo die Teilnehmer mit dem Botschafter und Militärattaché zusammentrafen. „Ähnlich setzte sich unsere Tour in England fort. In London wurden wir ebenfalls prominent in der deutschen Botschaft und im britischen Verteidigungsministerium wahrgenommen“, berichtete der Major. Die Gespräche beinhalteten gegenwärtige Themen britischer Innen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik.

Lissabon und Genf

Auch die Delegation in Portugal führte in Lissabon offene Gespräche mit dem deutschen Botschafter zur politischen Rahmenlage des Landes. „Noch heute ist das Land durch seine Geschichte als Seefahrernation und seine geografische Lage am Rande Europas stark geprägt“, ließ Major Oliver Nill wissen. Auf dem Reiseprogramm stand neben dem Besuch der Militärakademie des Landes auch die NATO-Einrichtung des Joint Analysis and Lessons Learned Centres. Weitere internationale Organisationen sowie Nichtregierungsorganisationen lernten die Teilnehmer am nächsten Reiseziel Genf kennen. Unter anderem wurden hier die Vereinten Nationen und die Think Tanks „Geneva Centre for Security Policy“ und „Democratic Control of Armed Forces“ aufgesucht. „Die nachhaltigsten Eindrücke über das, was die Welt zusammenhält, hinterließ bei mir jedoch die Großforschungseinrichtung der Europäischen Kernforschungsorganisation CERN“, sagte Nill.

Niederländisches Königreich

Ein Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters in den Niederlanden stellte den Auftakt für die Teilreise „Niederlande und Norwegen" dar, die durch den Direktor Lehre der Führungsakademie, Brigadegeneral Thomas Hambach, begleitet wurde. „Bei angenehmer Atmosphäre in den unglaublich schönen Räumlichkeiten konnten wir uns mit den Alumni der deutschen und niederländischen Generalstabslehrgänge sowie mit zahlreichen Militärattachés austauschen“, berichtete Major Stefan Bremkens. Anschließend standen unter anderem der Besuch der NATO Communications and Information Agency und des internationalen Gerichtshofes in Den Haag auf der Tagesordnung. „Eine Führung durch das Anne-Frank-Haus in Amsterdam hat das kulturelle Programm gebührend abgerundet“, machte Bremkens klar.

Im hohen Norden

Die Reisegruppe führte es folgend in den hohen Norden. Am Joint-Warfare-Center der NATO in Stavanger, wo das Personal in der Durchführung von Operationen im strategisch-operationellen Kontext trainiert wird, erhielten die Teilnehmer Einblicke in die Lehre und Methodik dieser Ausbildungsstätte. Ein Mittagessen mit dem deutschen Botschafter in Oslo vervollständigte den Norwegenanteil der Reise. „Durch ein intensives und interessantes Rahmenprogramm wurden uns die norwegischen Streitkräfte von einer politisch-strategischen Vorstellung bis hin zur gesellschaftlichen Integration der Streitkräfte nahegebrach“, erklärte Major Bremkens. „Beide Nationen betonten die große Bedeutung einer strategisch engen Partnerschaft und Zusammenarbeit - sowohl jetzt als auch zukünftig.“ Insgesamt sei die Reise eine echte Bereicherung für die Teilnehmer gewesen, die ihren Blick erheblich erweitert habe.

Der Donau folgend

Aktuelle und landesspezifische Aspekte der Sicherheits- und Verteidigungspolitik gleich dreier Staaten standen auf dem Programm der Teilreise „Mittel-Ost-Europa“, die Institutionen in Wien, Bratislava und Budapest zum Ziel hatte. Den Auftakt der Besuche in den unterschiedlichen Hauptstädten bildete jeweils eine Einweisung in der Botschaft. „Wir lernten zudem die Landesverteidigungsakademie, die vergleichbar mit der Führungsakademie ist, und Einrichtungen der Vereinten Nationen in Wien kennen“, sagte Oberstabsarzt Dr. Johannes Retka. Der Donau folgend waren in Bratislava und Budapest Vorträge und Diskussionen mit Vertretern aus den Verteidigungsministerien Bestandteil der Reise. Einen Einblick der besonderen Art ermöglichte das Centre of Excellence for Military Medicine im Militärkrankenhaus in Budapest, als Ort des Austausches im Bereich der Militärmedizin. „Nicht nur hier wurde die Bedeutung der Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik plastisch erfahrbar“, fasste Retka zusammen.

La Dolce Vita

„Es war unvermeidbar, das süße Leben (La Dolce Vita) Italiens kennenzulernen“, berichtete Major Björn Ebersoll. Er war Mitglied der 15-köpfigen Teilreise „Italien", bei der insbesondere zwei Städte im Mittelpunkt standen. Nach dem anfänglichen Besuch des NATO-Oberkommandos in Brunssum informierten sich die Reisenden nun auch über das zweite operative Hauptquartier der NATO in Neapel. Anschließend ging es nach Rom. „Wir besuchten nicht nur die Hauptstadt eines wichtigen europäischen Partners, sondern auch eines der Epizentren der europäischen Kultur und Geschichte“, erklärte Ebersoll rückblickend. „Die Informationen über die Arbeitsprozesse und Beziehungen internationaler Entscheidungsträger ließen tiefe Einblicke in die bestimmenden Faktoren eines wichtigen Bündnispartners zu."

 

Nah dran an den Krisen der Welt – Militärpolitik im Blitzlicht

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 16.03.2017

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Sicherheitspolitische Herausforderungen der NATO und EU im Fokus

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Ideen zur Gründung der Bündnisse nach wie vor aktuell

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Teilnehmer erfahren die Motive des Wandels

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Wiermann: „Wir brauchen die NATO und EU dringender denn je“

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Tiefe Einblicke in die Militärpolitik

„Muss man Europas Sicherheit neu denken?“ Generalleutnant Hans-Werner Wiermann, Deutschlands militärischer Vertreter bei NATO und EU in Brüssel, hat die Lehrgangsteilnehmer der Generalstabs- und Admiralstabsdienstausbildung in seinem Vortrag auf eine brandaktuelle Zeitreise mitgenommen. Was macht unsere Sicherheit aus? Was hat sich verändert? In seinem Bericht sind sowohl seine umfangreiche, langjährige Expertise als auch umfassende Informationen aus einem sicherheitspolitisch virulenten Umfeld eingeflossen. Jüngste weltweite Entwicklungen stellen uns sowie die Alliierten, aber auch die NATO und die EU vor unerwartete, zahlreiche neue Herausforderungen.

Ohne EU keine Sicherheit

General Wiermann beginnt mit einem Zitat von Johnny Cash. „Wie soll ich wissen, wo ich hingehe, wenn ich nicht weiß, wo ich herkomme und wo ich bin?“ Wiermann setzt historisch am Ende des Zweiten Weltkrieges an. Deutschland ist ein zerstörtes Land. Es hat ein erhebliches Interesse, den europäischen Gedanken voranzutreiben. Und es hat Glück mit seinen europäischen Partnern. Denn die wollten das auch. Sie folgen der Grundannahme: In Europa kann es ohne die EU keine Sicherheit geben. Und er fügt hinzu: „Europa wäre ohne das amerikanische Engagement nicht zu verteidigen gewesen, daran hat sich bis heute nichts verändert.“

Treiber des Wandels

Weitere Veränderungen: die Entwicklungen in Russland. Die Annexion der Krim. Damit hatte keiner gerechnet. „Ist das eine Existenzgefährdung für die NATO-Mitglieder? Mit dieser Frage begann 2014 der ,Game changer´ - Kollektive Verteidigung ist wieder ein Thema, und mit dem Aufrechterhalten des Friedens sowie der Abschreckung muss die NATO 3.0 dem Krisenmanagement, der Kollektiven Verteidigung Alt und Neu, also allen drei Bereichen gerecht werden.“ Weiterer Treiber dieser Entwicklung ist auch die Migration („Afrika ist ein junger Kontinent voller Menschen ohne Perspektive“). Disruptive Faktoren spielen eine wichtige Rolle (Stichwort: USA, Großbritannien, Frankreich, Türkei). Aber auch der weltweite Terrorismus ist ausschlaggebend, nine eleven, ISIS. „Terrororganisationen agieren wie Staaten, das ist ein neues Phänomen.“

Notwendige Debatten

Heute werden NATO und EU in Frage gestellt. „Erstaunlich, denn wir brauchen sie dringender denn je.“ Viele Debatten über die Kohäsion der Allianz werden laut Wiermann heute geführt. „Sie müssen auch geführt werden, weil die Existenz der Organisationen in Frage gestellt wird.“ Mit der Fokussierung auf Russland und mit der Frage nach dessen Positionierung sowie dessen Interessenlagen schloss sich für die Zuhörer der Kreis einer globalen Betrachtung internationaler Krisen. General Wiermanns Schlussfolgerung aus dieser Betrachtung: „Bedeutet das eine reale Bedrohung für die NATO und ihre Länder?“ Klare Antwort: Ja. Anhand konkreter Beispiele verdeutlichte er einzelne Szenarios.

Politik der kleinen Schritte

Dabei wurde unter anderem deutlich, dass hybride Kriegsführung weiterhin eine unterschätzte Gefahr ist, dass das Militär nicht der einzige Akteur ist und die EU handlungsfähiger ist als die NATO aufgrund ihrer vielen zivilen Ressourcen. Außerdem zitierte der General die neue europäische Sicherheitsstrategie und sprach verschiedene Möglichkeiten an, mit Partnern Sicherheit neu zu denken. Er plädierte dabei vornehmlich für einen stetigen Dialog sowie Pragmatismus. „Häufig helfen die kleinen pragmatischen Schritte weiter als die große Vision.“

Militärpolitik mit Leib und Seele

Mit spannenden Einblicken in die Mission Enhanced Forward Presence schloss der General seinen Vortrag. Die Zuhörer waren begeistert, weil der Deutsche Militärische Vertreter beim NATO-Militärausschuss interessante Einblicke in seine Tätigkeit gewährt hat. Und weil deutlich geworden ist: Militärpolitik ist seine Herzensangelegenheit. Er ist mit Leib und Seele Militärpolitiker. Die beste Basis für gute Beziehungen auf dem internationalen Parkett.

 

Die Mitarbeiter mitnehmen, von A bis Z

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Christiane Rodenbücher

Hamburg, 09.03.2017

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Seminarteilnehmer entwickeln Vorgehen für Veränderungsprozesse

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Interaktion schafft Handlungssicherheit

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Neue Gedanken über die Zukunft der Akademie

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Methodenkompetenz im Prozessmanagement



Welt im Wandel: Heute bewegen wir uns mit immer schnellerer Geschwindigkeit durch den Alltag. Äußere und innere Entwicklungen fordern, dass wir uns zügig anpassen. Die Arbeitswelt ist vielschichtiger und schnelllebiger geworden. Das bedeutet für Mitarbeiter, egal in welcher Branche, egal auf welcher Ebene: Wir müssen uns darauf einstellen und mit permanenten Veränderungen leben. Das betrifft auch die Bundeswehr, und besonders ihre Ausbildungseinrichtungen, die sich, ihre Ausbilder und Inhalte, ständig hinterfragen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben und die lernenden jungen Menschen bestmöglich auf die Anforderungen von morgen, auf ihre künftigen vielseitigen Tätigkeiten, vorzubereiten. 

Reaktionsvermögen steigern

„Wir müssen die Menschen bei Veränderungen mitnehmen“, erklärt der Experte Dr. Philipp Schaller. Er ist an der Führungsakademie der Bundeswehr für Veränderungsmanagement (VM) zuständig. Hauptmann Schaller vermittelt in Seminaren Grundlagen des Veränderungsmanagements. Sein Ausbildungsziel: Die Seminarteilnehmer erlernen Möglichkeiten, Veränderungsmaßnahmen in ihren Verantwortungsbereichen zu analysieren, zu planen und umzusetzen. „Wir vertiefen Kenntnisse für spätere Tätigkeiten und entwickeln ein besseres Verständnis für Betroffene, damit sie auf Widerstände, Barrieren besser vorbereitet sind und mit adäquaten Verhaltensweisen darauf reagieren. Damit steigern wir die Handlungssicherheit der Lehrgangsteilnehmer.“

Kompetenzorientierung

Worüber Schaller bislang in Seminaren referiert hat, ist nun erstmals in einem größeren vernetzten Ansatz realisiert worden. Der Jahrgang 2016 der nationalen Generalstabs- und Admiralstabsdienstausbildung (LGAN) hat in einem zweitätigen Seminar VM live durchexerziert, auf der Basis von Faktenwissen zum aktuellen Stand der Neuentwicklung der Akademie und mit der Methodik der Kompetenzorientierten Ausbildung (diese sieht fünf Kernkompetenzen vor, die im Fokus stehen, u.a. Führungs-, Selbst- und Sozialkompetenz). Das Szenario für die Offiziere war äußerst ambitioniert angelegt. 

Umfassender Ansatz

Der erste Tag der Veranstaltung war als Informationstag geplant. Nach einer kurzen Verortung des Themas VM im Gesamtkontext des Moduls 7 „Prozessmanagement“ durch Oberst i.G. Ove Horstmann folgte ein Grundlagenvortrag durch Hauptmann Schaller, den Inhaber der Dozentur für Veränderungs- und Wissensmanagement im Fachbereich Führung und Management: „Veränderungen in Organisationen, also komplexen sozialen Systemen, können nur gelingen, wenn die betroffenen Menschen intensiv am Wandel beteiligt werden.“ Darüber hinaus erfordere VM zudem ein starkes persönliches Engagement der Führung, die dem hohen Informationsbedürfnis des Personals in der Veränderung gerecht werden müsse. Auf den Grundlagenvortrag folgte ein Praxisbericht über das Veränderungsmanagement im Rahmen der Reform des Rüstungsmanagements durch Oberst i.G. Frank Töpfer, der den theoretischen Beitrag mit aktuellen Beschaffungsbeispielen aus der Bundeswehr illustrierte.

Nah dran an Entwicklungen

Der zweite Tag war als Handlungstraining im Sinne der Kompetenzorientierten Ausbildung  angelegt. Die LGAN-Teilnehmer konnten verschiedene VM-Werkzeuge anhand des Beispiels ‚Agenda 2017+‘ der Akademie anwenden und hatten so die Möglichkeit, aktuellste Neuigkeiten dieser Reform zu erfahren sowie mit begleitendem Personal aus der Gruppe Strategie und Entwicklung (SE) hierzu in die Diskussion einzutreten. Um diese Hinweise direkt aufzunehmen und den Lernprozess zu unterstützen, waren die Vertreter der Gruppe SE und der Kommunikation während der gesamten Veranstaltung vor Ort. So wurden nicht nur Methodenkompetenzen im Veränderungsmanagement, wie Stakeholder-Analyse, Kommunikationsplan und Change Story, aufgebaut, sondern auch wertvolle Ideen entwickelt und Fragen aufgeworfen, die die aktuell anstehenden Veränderungen an der Führungsakademie betreffen.

Handeln im Fokus

So konnten sich lebhafte Diskussionen über die Gegenwart und Zukunft der Führungsakademie entwickeln. Das Handlungstraining folgte dabei der Logik der „vollständigen Handlung": Zunächst mussten sich die LGAN-Teilnehmer selbst anhand realer Dokumente über die ‚Agenda 2017+‘ informieren. Anschließend entwickelten sie mithilfe der  Lernunterlagen ein geeignetes Vorgehen für einen Veränderungsprozess und realisierten dieses, um letztlich die Ergebnisse im Rahmen einer Präsentation zu reflektieren.

 

Konkretes Umsetzungspotenzial

Die Mitglieder der Gruppe SE waren begeistert von dem Seminar und dem Engagement der Teilnehmer. Oberstleutnant i.G. Roman Lau, Leiter des Sachgebiets Qualitätsmanagement, erklärte abschließend: „Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die ausgewählten VM-Instrumente genutzt, um das VM zur ‚Agenda 2017+‘ zu reflektieren und um ganz konkrete Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Wir sind jetzt dabei, diese Impulse aufzugreifen." Auch für Oberstleutnant i.G. Erik Voigt aus der Gruppe SE hat die Veranstaltung zahlreiche Vorteile gebracht. „Wir sind dankbar für die Gelegenheit, einmal in unserer Aufgabe ‚Veränderungsmanagement Agenda 2017+‘ innezuhalten und uns selbst in unserem Tun, auf der Basis der im Seminar erarbeiteten vielfältigen und wichtigen Gedanken des LGAN zu hinterfragen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir die Expertise, die an dieser Akademie vielfältig vorhanden ist, produktiv nutzen können."

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 07.03.2017

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Schirmherrin der Veranstaltung mit dem Kommandeur der Führungsakademie und dem Inspekteur der Marine

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Inspekteur Krause zum Spagat, den die Marine vollbringen muss

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Interesse der Zuhörer spiegelt sich in den vielen Nachfragen wider

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Direktor Lehre im Gespräch zur kompetenzorientierten Ausbildung

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Prof. Dr. Palt: „Personal langfristig und individuell entwickeln“

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Diskussionen zu den Themen der Veranstaltung setzten sich zwischen den Vorträgen fort

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Dirk Petersen ermöglicht Einblicke in die Schiffbaubranche

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Peter Fieser: „Gute Führung zum Gelingen des Wandels von Nöten“

Attraktivität – ein Thema, das viele Organisationen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der Digitalisierung und der Ressourcenknappheit vor große Herausforderungen stellt. In einem Symposium der Sektion Hamburg und Schleswig-Holstein der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. (DWT e.V.) und der Führungsakademie der Bundeswehr konnten sich Vertreter aus Unternehmen, Bundeswehr und öffentlicher Verwaltung mit einer Vielzahl an Fragen zu dieser Thematik auseinander setzen. Impulsvorträge von wissenschaftlichen Grundlagen bis hin zu Best-Practice-Lösungen gaben Anlass zu lebhaften Diskussionen.

Unterschiedliche Bedürfnisse des Einzelnen

„Die Besatzung eines Schiffes ist eine Einheit – ein eingeschworenes Team“, erklärte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause. Damit hob er auch gleich eine Besonderheit der Marine im Hinblick auf die Attraktivität heraus. Nur als Gemeinschaft, als Team, könne man sich den Anforderungen, die sich aus Seefahrt und Einsatz ergeben, stellen. „Diese Einheit besteht jedoch aus vielen Einzelteilen, aus unterschiedlichen Biographien“, sagte er weiter. Dies mache die Schlussfolgerung der Attraktivitätskriterien, weil jeder einzelne unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen habe, für die Marine zu einer schwierigen Aufgabe. 

Herausfordernder Balanceakt

„Der demografische und soziale Wandel sowie der Megatrend zur Individualität sind unaufhaltsame Entwicklungen in der Gesellschaft, die auch uns ergreifen“, berichtete der Inspekteur. „Die Marine hat diesen Wandel begriffen und nutzt ihn als Chance.“ Mit „maßgeschneiderten Maßnahmen“ solle die Marine nicht nur diese gesellschaftlichen Entwicklungen bestehen, sondern zugleich zukunftsfähig werden. Dabei sei der Arbeitsalltag - der aus Seefahrt, Einsätzen und monatelangen Abwesenheiten, aus unausweichlicher Nähe durch das Leben auf einer technischen Plattform ohne Rückzugsort sowie einem Dienst, der körperlich und psychisch sehr anspruchsvoll ist, bestehe - in Einklang mit den individuellen Vorstellungen zum eigenen Privatleben zu bringen.

Ohne Attraktivität keine Mitarbeiter  

„Das ist für uns eine Herkulesaufgabe“, erklärte Krause. Eins sei jedoch klar: Der Wandel ist eingeläutet und unaufhaltsam. „Wir müssen uns stärker am Menschen orientieren, denn er ist unser wichtigstes Kapital, ohne das es eine zukunftsfähige Marine nicht geben kann“, weiß der Admiral. Er stellte heraus, dass gerade an dem Maß und der Planbarkeit der Seefahrt gearbeitet werden müsse. „Mit der Intensivnutzung unserer Kampfschiffe und dem Mehrbesatzungsmodell schaffen wir erste Bedingungen, die die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter und unseren Auftrag in Balance bringen sollen. Denn eins ist klar: Ohne gute Bedingungen keine Attraktivität, ohne Attraktivität keine Mitarbeiter.“

Kompetenzorientiert ausbilden

„Eine nachhaltige Personalentwicklung funktioniert nicht ohne eine zeitgemäße und individuell angepasste Ausbildung der Mitarbeiter.“ Das machte der Abteilungsleiter für die Streitkräftegemeinsame Ausbildung im Kommando Streitkräftebasis, Brigadegeneral Markus Kurczyk, deutlich. „Ausbildung erfährt damit eine zunehmende Relevanz, wenn es um die Attraktivität eines Arbeitgebers geht“, schlussfolgerte er und leitete auf die kompetenzorientierte Ausbildung der Bundeswehr über. „Es reicht heutzutage nicht aus, einen Power-Point-Vortrag mittels Projektor an die Wand zu werfen. Wir müssen verschiedene Lagen entwickeln, Handlungssituationen in der Ausbildung nachstellen und so die Kompetenzen unserer Soldaten erweitern“, so der General. 

„Umsetzung nicht immer trivial“

Herausforderungen ergeben sich bei der Bewertung einzelner Teilkompetenzen und deren Ausprägungen. „Die Umsetzung der kompetenzorientierten Ausbildung in den gesamten Streitkräften wird künftig auch Auswirkungen auf die Personalauswahl, auf Dienstpostenbeschreibungen und die Lernpfade innerhalb der Bundeswehr haben“, erklärte Kurczyk. Als starker Verfechter der kompetenzorientierten Ausbildung präsentierte sich auch der Direktor Lehre der Führungsakademie, Brigadegeneral Thomas Hambach. „Die Umsetzung dieser Ausbildungsform in unseren zum Teil sehr verschulten Lehrgängen ist nicht immer trivial“, weiß er zu berichten. „Unser Ziel ist es, den einzelnen Lehrgangsteilnehmer mehr in die Verantwortung für seine eigene Ausbildung zu nehmen“, sagte Hambach. Aus diesem Grund sei das gesamte didaktische und methodische Konzept der Akademie überarbeitet worden. 

Vom Wissen zum Können

„Nicht das Wissen, sondern die Handlungsfähigkeit ins Zentrum der Ausbildung zu stellen, ist der neue Ansatz“, erklärte General Hambach. Er weiß: „Erfahrung kann man nicht lernen, sondern man muss sie sich erwerben.“ Gleichwohl unterstrich er, dass es keine Abkehr vom ‚Wissen‘ bedeute. Vielmehr müsse das ‚Wissen‘ in Anwendung gebracht, zum ‚Können‘ werden. „Mit der Umstellung auf die kompetenzorientierte Ausbildung erfährt die Führungsakademie eine tief greifende Veränderung, denn sie führt auch an anderen Stellen zu einem Wandel.“ Wie der Direktor Lehre berichtete,  entwickele sich beispielsweise die Rolle des Dozenten künftig in die eines Lernbegleiters. Ebenso müssen der Stundenplan in Zukunft zeitliche Freiräume für die Selbstreflexion der Lernenden lassen.

 „Jeder am richtigen Platz“

Die Schirmherrin der Veranstaltung und Leiterin der Sektion Hamburg und Schleswig-Holstein des DWT e.V., Fregattenkapitän der Reserve Dr. Beatrix Palt, zeigte in ihren Ausführungen auf, wie und wodurch sich in einer Organisation Expertise herausbildet. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung warf sie die Frage auf, ob die Mitarbeiter mit der entscheidenden Expertise auch am richtigen Platz in der Unternehmung sitzen. „Um das Personal langfristig im Sinne des Unternehmens zu entwickeln, muss Zeit und Kapital in die Ausbildung und Förderung individueller Fähigkeiten investiert werden“, weiß die Professorin. Jedoch müssten stets die persönlichen Unterschiede hinsichtlich der Auffassungsgabe und der Selbstreflexion des Einzelnen berücksichtigt werden. Nur dadurch entwickeln Mitarbeiter die gewünschten Kompetenzen und Handlungssicherheit in bestimmten Situationen handeln. 

Führungs- oder Fachlaufbahn
 

Auch Wilfried Hollstegge, Director Human Resources der PLATH Group, plädierte in seinen Ausführungen für einen kompetenz- und motivationsgerechteren Personaleinsatz in den Unternehmen. „Nicht jeder will oder kann eine Führungskraft sein“, berichtete der Diplom-Psychologe. So müsse es auch für Spitzenkräfte in einer Fachlaufbahn attraktive Posten in der Unternehmensführung geben. Ebenso solle mehr auf die individuelle Leistungs- und Entwicklungsmotivation des Mitarbeiters geblickt werden. „In dem man Mitarbeiten realistische Perspektiven aufzeigt, wie sie sich stufenweise weiter entwickeln können, kann man den Wettstreit um die klügsten Köpfe bestehen und dieses Personal auf einem umkämpften Markt langfristig zu binden.“ 

Mit dem „Werftenvirus“ infiziert
 

Als Personalchef der German Naval Yards Kiel GmbH verfolgte Dirk Petersen einen eher pragmatischeren Ansatz. Für ihn ist klar: „Wir müssen dafür sorgen, dass junge Menschen
Einblick in die Schiffbaubranche erhalten. Wer einmal vom ‚Werftenvirus‘ gepackt ist, für den spielt der Ort, die Region oder ähnliches keine übergeordnete Rolle mehr.“ Er wisse, dass die Stadt Kiel mit der Metropolregion Hamburg in unmittelbarer Nähe kaum mithalten könne. „Doch der Standort direkt an der Küste sowie die Komplexität der Projekte und der Produkte machen unser Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv“, berichtete Petersen. So habe die Abwechslung und Vielseitigkeit der Tätigkeiten in dieser Branche in der Vergangenheit in seinem Unternehmen für eine große Berufszufriedenheit der Mitarbeiter gesorgt. 

Generationsmanagement

Mit einer gänzlich anderen Herausforderung sieht sich der Personalabteilungsleiter der Diehl Defence Holding GmbH konfrontiert. „Wir müssen uns aufgrund der demografischen Entwicklung Gedanken machen, wie wir den unterschiedlichen Generationen in unserem Unternehmen die optimalen Voraussetzungen für die Arbeit bieten“, erklärte Dieter Monka. „Die verschiedenen Altersgruppen mit ihren unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnissen arbeiten immer länger zusammen, so dass wir es mit Hilfe eines Generationsmanagements schaffen müssen, diese zu vereinen.“ Für ihn sei dies eine Weiterentwicklung der Unternehmenskultur in Richtung Mitarbeiterorientierung und somit auch ein entscheidender Attraktivitätsfaktor in der Zukunft.

Wandel ist Führungsaufgabe

Weitere Impulsvorträge unterstrichen, dass jeder Wandel nur gelingen kann, wenn auch das Personal eingebunden und sprichwörtlich ‚mitgenommen‘ wird. Führungskräfte müssten Werte Verhaltensweisen vorleben, die der Unternehmenskultur entsprechen. So äußerte sich Peter Fieser von der Airbus Defence and Space GmbH treffend: „Der Wandel wird meist durch die Führung eingeleitet. Diese sollte dann aber auch durch den Wandel führen.“

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 01.03.2016

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Generalleutnant Zimmer zu dem Ausrüstungsprozess der Bundeswehr

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Zuhörern werden die Besonderheiten militärischer Rüstungsprojekte aufgezeigt

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Zusammenarbeit mit anderen Nationen als Chance zur Kostenminimierung 

Jüngste Medienberichte zu Großprojekten der Industrie offenbaren, was Generalleutnant Benedikt Zimmer schon lange weiß: „Die zivile Industrie kämpft bei der Einführung neuer Systeme mit ähnlichen Problemen wie die Bundeswehr.“ Er erklärte im Rahmen eines Lehrdeputats an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, dass es viele Parallelen im Flugzeug-, Fahrzeug- oder Schiffbau hinsichtlich der Umsetzung neuer technischer Lösungen gäbe. Als Abteilungsleiter Ausrüstung im Bundesverteidigungsministerium und nationaler Rüstungsdirektor ist er für die konkrete Ausgestaltung der Rüstungspolitik im Rahmen der strategischen Leitlinien des Ministeriums verantwortlich und hat somit einen umfassenden Überblick über den Status der Rüstungsprojekte.

An der Grenze des Machbaren

Am Beispiel des leichten Unterstützungshubschraubers für die Luftwaffe zeichnete er ein Bild, „wie schwierig die Vorgänge in der Rüstung sein können“. Seiner Meinung nach gibt es im militärischen Bereich trotz der oben erwähnten Gemeinsamkeiten einige Unterschiede zur zivilen Industrie. Im Vergleich zu den zivilen Projekten liege dies hauptsächlich an der hohen Komplexität großer, militärischer Systeme. So lassen beispielsweise besondere Sicherheitsvorkehrungen sowie die Nachrüstung von elektrischem Equipment, einhergehend mit der damit verbundenen Verträglichkeitsprüfung, sogar die Einführung eines Hubschraubers „von der Stange“ bis zu zwei Jahre verzögern. „Hinzu kommt, dass wir uns bei der Planung und Einführung von Rüstungsgütern stets am Rande des technologisch Machbaren bewegen“, erklärte er weiter.

Für die Zukunft wappnen

Änderungen von Regelwerken und gesetzlichen Vorgaben machen zwischen der Planungs- und der Umsetzungsphase technische Abwandlungen notwendig. „Dies allein kann zu einer immensen Verzögerung unserer langfristigen Rüstungsprojekte führen“, sagte der General. „Um dem vorzubeugen, müssen wir frühzeitig Ausnahmeregelungen beantragen und durchsetzen.“ Ähnlich wie in anderen Bereichen der Bundeswehr spielt zunehmend die Europäisierung auch in der Rüstung eine Rolle. So könnten europaweite Ausschreibungen dazu führen, dass die Ausgaben für künftige Projekte sinken. Ein anderer Ansatz ist die konsequente Zusammenarbeit mit anderen Nationen bei künftigen Rüstungsprojekten. Auch hier könnten sowohl bei der Forschung und Entwicklung, als auch durch die Ausbringung höher Stückzahlen die Kosten minimiert werden.

 

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 01.03.2017

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Kommandeur der Führungsakademie begrüßt die Bundestagsabgeordnete Heidtrud Henn 

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 Eintragung ins Gästebuch der Akademie

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Oberfeldarzt Wehde informiert Frau Henn über die Sanitätseinrichtung

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Im Gespräch mit dem Personal des Zentrums

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Kommandeur berichtet über die Ausbildung und Neuausrichtung der FüAk 

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Großes Interesse über die Themen auf Seiten Frau Henns führen zu einer lebhaften Diskussion mit der Führung der Akademie 

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Für beide Seiten ein gelungener Besuch mit Aussicht auf ein Wiedersehen 

Einen ganzen Tag hat sich Heidtrud Henn Zeit genommen, um die Führungsakademie aus verschiedenen Perspektiven kennen zu lernen. Die Bundestagsabgeordnete hat ein großes Herz für die Bundeswehr: Als Mitglied im Verteidigungsausschuss hat die unter anderem als Diakonin ausgebildete Politikerin ein großes Interesse an den Tätigkeiten der Menschen in den Streitkräften, aber auch an dem Wohlergehen der Männer und Frauen. „Ich bin viel unterwegs in den Bundeswehr-Standorten – sie alle haben etwas Besonderes“, erklärte Henn, die ursprünglich aus Birkenfeld stammt. Aufgeschlossen für die Menschen an der Führungsakademie (FüAk) und offen für sämtliche Themen, die die höchste Bildungseinrichtung der Bundeswehr beschäftigen, zeigte sich die Politikerin, die sehr gut informiert war und in Diskussionsrunden bewiesen hat, dass sie versiert mit Themen aus den Streitkräften umgehen kann.

Medizinische Versorgung

Außerdem nutzte die Bundestagsabgeordnete die Gelegenheit, sich über das Sanitätsversorgungszentrum Hamburg-Altona in der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne, einer Liegenschaft der Führungsakademie, zu informieren. „Schön, dass ich heute hier sein darf“ – mit diesen Worten begrüßte sie die Leiterin des Zentrums, Oberfeldarzt Birgit Wehde. Ein Rundgang durch die verschiedenen Bereiche der Sanitätseinrichtung verschaffte der gelernten Altenpflegerin einen guten Überblick. Ergänzt durch kurze Gespräche mit dem Personal vor Ort, stellte sie schnell fest, dass „Es höchste Zeit wird, auch innerhalb der Bundeswehr die elektronische Krankenakte einzuführen.“ Der Hintergrund: Soldaten äußern sich immer wieder unzufrieden über den Verlust von Daten oder Akten. „Eine digitale Datenerfassung und die Führung einer elektronischen Patientenakte könnte dabei helfen, Fehlerquellen auszuschließen“, schlussfolgerte Henn.

Direkter Draht

„Dinge begreifen, sich vor Ort ein Bild machen, sich persönlich austauschen – Ihr Besuch freut mich sehr, denn all das geht am besten persönlich“, sagte der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki. Er zeichnete kurz die Entwicklungen an der Führungsakademie seit dem 3. November 2016 nach, als die Bundesministerin der Verteidigung mit ihrer eindrucksvollen Rede die Initialzündung für umfangreiche Weiterentwicklungsmaßnahmen an der FüAk möglich machte. Seitdem hat sich bereits viel getan, und Admiral Stawitzki und sein Team arbeiten weiter engagiert an der Neukonzeption: „Wir haben an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr die Latte sehr hoch gehängt, wir haben einen enormen Anspruch und verfolgen im akademischen Bereich die Idee der Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität äußerst konsequent“, erklärte Admiral Stawitzki.

Verantwortung im Fokus

„Sie haben die vielen jungen Menschen gesehen, darunter waren Hauptleute, die an den Karfreitagsgefechten in Afghanistan teilgenommen haben, und die drücken nun hier die Schulbank: Wir haben den Anspruch, diesen Menschen im Rahmen einer modernen Erwachsenenbildung umfassend gerecht zu werden, unsere Aufgabe ist es, die Lehrgangsteilnehmer mit ihrer Erfahrung ernst zu nehmen“, erläuterte der Kommandeur den konzeptionellen Hintergrund seiner Neuausrichtung. Darüber hinaus ging er gegenüber Heidtrud Henn ausführlich auf die internationale Ausrichtung der Führungsakademie ein. „Wir sind eine Art kleine UNO, aufgrund der internationalen Lehrgänge und Lehrgangsteilnehmer“, so Stawitzki. Rund 250 Lehrgangsteilnehmer aus knapp vierzig Nationen belegen jedes Jahr Lehrgänge, von den Vereinigten Staaten über Brasilien und Kamerun bis zu Irak und Usbekistan. Mit großem Interesse verfolgte die Bundestagsabgeordnete seine Ausführungen.

Lebenslanges Lernen

„Als Arbeitgeber entwickeln wir unser Führungspersonal aus-, fort- und weiter – ich glaube, es gibt wenige Arbeitgeber, die das so konsequent tun, denn uns unterscheidet vom zivilen Bereich: Wir gehen ein lebenslanges Commitment ein“, sagte Admiral Stawitzki. „Alle Berufsoffiziere kommen hier zu uns an die Akademie“, fuhr er fort, „und ich kann Ihnen sagen: Die Basislehrgänge Stabsoffizier 2016 und 2018 werden nicht mehr viel gemeinsam haben, mit dem Wegfall einer Prüfung ergibt sich viel Gestaltungsspielraum.“ Strategisch betrachtet, befinde sich die FüAk damit auf einem gänzlich anderen Weg. „Natürlich bedeutet das auch, dass wir uns mit dem Wegfall der Prüfung viele neue Gedanken über das Eignungsurteil für den General- und Admiralstabsdienstlehrgang machen müssen.“

Breites Angebot

„Ich bin dankbar, dass Sie sich vor Ort informieren“, erklärte Admiral Stawitzki gegenüber Frau Henn, die erwiderte, dass sie sich sehr für Studenten einsetzt und daher an Ausbildung stark interessiert sei. Interessiert verfolgte sie die Erklärungen des Kommandeurs zur Modullandschaft. Ein breit gefächertes Portfolio erwartet die zahlreichen Lehrgangsteilnehmer an der Führungsakademie, von Politik und Wirtschaft über Recht bis zu Ethik und vielen weiteren Themengebieten. „Unsere Absicht besteht darin, den jungen Menschen vom Basislehrgang Stabsoffizier zu zeigen: Das alles bietet die Führungsakademie an. Und wir würden uns freuen anzuregen, dass die jungen Leute begeistert sagen: ,Ich will wieder kommen‘.“

Alles griffbereit

Der Kommandeur erklärte der Bundestagsabgeordneten Henn das, was die FüAk beibringt, als „Rucksackwissen“. „Wir wollen hier ein Systemverständnis erwecken, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt ausbilden, daher fragen wir uns ganz kritisch: Was müssen wir im Basislehrgang Stabsoffizier vermitteln, um diesem Ziel gerecht zu werden?“ Gemeinsam mit einer Konzeptions- und Planungsgruppe sowie zahlreichen Ideenwerkstätten entwickelt die Führungsakademie nun weiter, was die Bundesministerin der Verteidigung im November vergangenen Jahres gefordert hat.

Kardinalthema Führung

Ein besonderes Augenmerk legte die Bundestagsabgeordnete auf das Thema „Führung“. „Darüber mache ich mir viele Gedanken, wie wird das vermittelt, wie wird es kontinuierlich weiter geführt? Die Fortbildung in der Führung muss immer weiter gemacht werden“, sagte Henn. „Es war mir ein großes Anliegen, in den Verteidigungsausschuss zu gehen, um für die Soldaten und deren Betreuung zu sorgen.“ Gemeinsam mit dem stellvertretenden Kommandeur, Flottillenadmiral Karsten Schneider, und dem Direktor Lehre, Brigadegeneral Thomas Hambach, entstand eine sehr ausführliche und persönliche Diskussion zu diesem Thema. Heidtrud Henn war begeistert von ihrem Besuch an der Führungsakademie, und die Akademieführung sehr angetan von dem umfassenden Interesse Henns. Beide Seiten sind sich sicher: Sie wollen den Kontakt aufrechterhalten. „Frau Abgeordnete, Ihr Besuch war sehr erfrischend“, sagte der Kommandeur zum Abschied, „ich öffne sehr gerne erneut die Tür der Führungsakademie, seien Sie uns stets ein willkommener Gast.“

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 27.02.2017

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Generalleutnant Pfeffer zum Lehrdeputat an der Führungsakademie: Einsätze der Bundeswehr

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Ausführungen zum Planungsprozess und zur späteren Einsatzrealität

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"Vom Einsatz her denken" - Leitsatz den der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos und der Kommandeur der Akademie teilen

„Vom Einsatz her denken“, ist das Credo des Kommandeurs der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, und soll ein Garant für die erfolgsorientierte Planung von Übungen und Missionen durch die Lehrgangsteilnehmer in der General- und Admiralstabsausbildung sein. Jemand, der diesen Leitsatz teilt, besuchte vor kurzem die Akademie. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, hielt im Rahmen eines Lehrdeputats einen Vortrag über sein Kommando und die aktuellen Einsatzverpflichtungen der Streitkräfte. Zum Auftakt der Veranstaltung machte er seine ganz persönliche Motivation deutlich.

Große Verbundenheit zur FüAk

„Ich freue mich sehr, dass ich heute bei Ihnen sein darf, denn ich habe an der Führungsakademie eine für mich sehr prägende Zeit erlebt“, eröffnete Pfeffer seine Ausführungen. So habe der heutige Drei-Sterne-General nicht nur als Lehrgangsteilnehmer in der Generalstabsausbildung, sondern auch als Tutor die Akademie kennenlernen und „den Frieden schätzen lernen dürfen“, wie er sagt. Dabei sei ihm besonders der 11. September 2001 in Erinnerung geblieben, als er die Berichterstattung zu den Terroranschlägen auf das World Trade Center in der Rotunde, dem Veranstaltungsort seines jetzigen Vortrages, verfolgte.

Qualifiziertes Personal gefragt

Dass die Einsätze der Bundeswehr reibungslos funktionieren, liegt hauptsächlich im Verantwortungsbereich des Einsatzführungskommandos. Alle Einstätze, egal ob im nationalen oder multinationalen Rahmen, werden grundsätzlich von hier geplant und geführt. „Das Kommando ist ein gut eingespieltes und stabiles System, obwohl es noch relativ jung ist“, erklärte Pfeffer. „Das liegt nicht zuletzt an unserem Personal, das sich ins besonderem durch Kompetenz, Erfahrung und Flexibilität auszeichnet.“ Seit der Aufstellung des Kommandos vor nunmehr 16 Jahren entwickle man im Zusammenspiel mit zahlreichen nationalen und internationalen Dienststellen hier die Einsatzplanung permanent anhand der tatsächlichen Realität vor Ort weiter.

Einsatz als „Produkt“ der Bundeswehr

„Das Einsatzführungskommando stellt die Rahmenbedingungen vor Ort und trägt damit eine große Verantwortung für die Streitkräfte und unsere Soldaten“, sagte der Generalleutnant. Er machte klar, dass „der Einsatz im weitesten Sinne das Produkt des Unternehmens Bundeswehr“ sei. Dieses Produkt müsse bei einer sich ändernden sicherheitspolitischen Lage jedoch auch einer Anpassung unterliegen. So sei es nicht verwunderlich, dass „derzeit die Landes- und Bündnisverteidigung zurück in den Fokus“ rücke, wie General Pfeffer erklärte.

Verantwortung für Streitkräfte und Soldaten

„Kein Einsatz ist wie der andere“, weiß der Befehlshaber. Es gebe immer wieder Stellgrößen und Akteure, die man nicht beeinflussen könne. „Auch die Besonderheiten des Einsatzgebietes können Herausforderungen an die Infrastruktur und Logistik stellen, die dazu führen, dass beispielsweise Verfahren und die materielle Ausstattung angepasst werden müssen.“ Umweltbedingungen, wie hohe Temperaturen und Niederschläge, könnten zudem Ausfälle bei Drittdienstleistern, die Bestandteil der logistischen Kette sind, hervorrufen. „Man kann die Realität nicht üben, mögliche Probleme nicht vorhersehen. Wir können nur versuchen, uns so gut wie möglich vorzubereiten“,fasste der Generalleutnant zusammen.

 

Abend der Nationen: Völkerverständigung gewinnt

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 23.02.2016

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Ausländische Lehrgangsteilnehmer präsentieren ihre Heimatländer

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Eine Vielzahl an abwechslungsreichen Speisen und Getränken wurde den Gästen geboten

Dreizehn Nationen präsentierten sich auf dem „Abend der Nationen“ und ermöglichten einen attraktiven Rahmen zur Völkerverständigung. Kulinarische Köstlichkeiten, landestypische Trachten und weitere Landesinformationen erlaubten den Gästen einen bunten Strauß an Eindrücken. Einmal jährlich findet dieses Event an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg statt. Die ausländischen Lehrgangsteilnehmer der nationalen General- und Admiralstabsausbildung organisieren diese Veranstaltung und nutzen gleichzeitig die Gelegenheit, ihr Heimatland vorzustellen. Der persönliche Austausch unter den Angehörigen der Akademie und deren Familien, weit ab von der sonst so üblichen Diskussion an der Akademie zu militärpolitischen und strategischen Themen, stand an diesem Abend im Vordergrund..

Leckere Speisen und buntes Programm

Der Scharnhorstsaal der Führungsakademie bot die Kulisse für diesen international geprägten Abend. Hier wurden abwechslungsreiche Speisen, von italienischer Pasta über amerikanisches Pulled Pork bis zur estländischen Elchwurst, und eine Vielfalt an Getränken, vom englischen Bier bis zum griechischen Ouzo, kredenzt und gereicht. Ein ebenso buntes Unterhaltungsprogramm für die jüngsten Familienmitglieder rundete die gelungene Veranstaltung ab. Die kleinen Gäste nahmen die eingerichteten Spielflächen und eine Kletterwand rege in Anspruch, so dass sich die Familien und Freunde der Lehrgangsteilnehmer im Saal nebenan über heimische Kultur und Werte austauschen konnten. Mit einer Tombola und der anschließenden Preisverleihung endete der mannigfaltige und interessante Abend.

 

Autor: Mark Fritsche/Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge / Bundeswehr

Hamburg, 20.02.2017

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Kommandeur der Führungsakademie begrüßt die erste Präsidentin eines Bundesamtes im Geschäftsbereich des BMVg

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Die Präsidentin des BAIUDBw über die Unterstützung der Soldaten im Einsatz

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Soldaten brauchen Unterkünfte - hier das Feldlager der Streitkräfte in Incirlik (TUR)

Die Präsidentin des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), Ulrike Hauröder-Strüning, besuchte im Rahmen eines Lehrdeputats die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Den Teilnehmern der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung stellte sie in ihrem Vortrag nicht nur die Organisation, Aufgaben und Ziele ihrer Behörde vor, sondern ging auch auf die besonderen Herausforderungen ein, die sich aus den derzeitigen Einsätzen der Bundeswehr für ihren Amtsbereich ergeben. Durch die Lehrdeputate der Spitzenführungskräfte der Bundeswehr erhalten die Lehrgangsteilnehmer der Akademie tiefe Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche der Streitkräfte.

Vielfältiges Aufgabenspektrum

Ausgestattet mit rund 23.000 Dienstposten, umfasst die Behörde neben dem Amt in Bonn unter anderem das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr, das Verpflegungsamt der Bundeswehr, den Bereich Kompetenzzentrum Travel Management (Reiseplanung, Reiseabrechnung, Trennungsgeld- und Umzugsbearbeitung), die 43 Bundeswehr-Dienstleistungszentren, 7 Bundeswehrverwaltungsstellen im Ausland und 8 Einsatzwehrverwaltungsstellen. Dabei trägt das BAIUDBw die Verantwortung für alle nicht ministeriellen, zentralen Aufgaben aus den Bereichen Infrastruktur, gesetzliche Schutzaufgaben, Finanzen und Controlling sowie Dienstleistungen und Recht. Die Aufgaben werden in zivil-militärisch gemischten Strukturen wahrgenommen.

Unterstützung im Einsatz

Der Schwerpunkt der Ausführungen der Präsidentin lag auf den besonderen Herausforderungen bei der Einsatzunterstützung. Hauröder-Strüning wies besonders auf den dreifach Spagat zwischen bestmöglicher Unterstützung der Soldaten im Einsatz, gesetzlichen Vorgaben und den tatsächlichen Gegebenheiten im Einsatzland selbst hin. So verpflichtet das Amt auch Dritte für die Unterstützung bei der Unterbringung im Einsatz. Es kann sich hier um multinationale Partner, aber auch um Agenturen oder gewerbliche Dienstleister handeln, deren Schwankungen in Qualität und Anspruch das Amt in den o.g. Einsatzwehrverwaltungsstellen bestmöglich auszugleichen versucht.

Leistungspakete geschnürt

Gemeinsam mit der Bw Consulting, einer Inhouse-Beratung der Bundeswehr, hat das Amt für die Planung, Errichtung und den Betrieb der Feldlager in den Einsatzländern ein Leistungspaket entwickelt, um die Leistungen Dritter schneller in den Einsatz zu bringen. Für diese Leistungspakete soll derzeit im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung der bestmögliche industrielle Partner identifiziert werden. Dabei wird ganz bewusst Augenmerk darauf gelegt, dass der mögliche Dienstleister seine Leistungsfähigkeit auch unter Einsatzbedingungen unter Beweis stellt.

Aktuelle Herausforderungen

Von den aktuellen Einsatzgebieten hob die Präsidentin insbesondere den Einsatz in türkischen Incirlik hervor, wo für weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Einsatzbedingungen die Planungen bereits weit fortgeschritten sind. Die Umsetzung, so die Präsidentin Hauröder-Strüning, scheitere aber bislang an der Nichtratifizierung der Verträge und Vereinbarungen. Als aktuellstes Szenario stellte die Amtschefin den Einsatz im litauischen Rukla heraus, wo bei einem Investitionsvolumen von mehr als 20 Millionen Euro die Bautätigkeiten unter extremen Winterbedingungen durchgeführt werden. Momentan wird nach einer tragfähigen Interimslösung gesucht.

Ihren Vortrag schloss die erste Präsidentin des BAIUDBw mit einen Appell an die Teilnehmer: Wir als Wehrverwaltung stehen mit dem gesamten Spektrum unserer Dienstleistungen der Truppe im Inland, im Ausland und insbesondere in den Einsätzen zur Seite.

 

Ein kleines Rädchen mit großer Bedeutung

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 20.02.2017

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Kommandeur begrüßt den Generalmajor Thomas an der Führungsakademie

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Vorstellung des Kommandeurs Logistikkommando in der Rotunde

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Logistisches System der Bundeswehr als Themenschwerpunkt des Lehrdeputats

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"Ohne die Logistik geht es nicht", erklärt Generalmajor Thomas den Zuhörern

„Die Bundeswehr engagiert sich in einer Vielzahl von Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen. Ein Schlüsselelement ist die Logistik, die in ihrer Bandbreite von der Versorgung der Streitkräfte im Inland bis zur Unterstützung der Truppe in den Einsätzen eine tragende Rolle spielt.“ Mit diesen Worten begrüßte der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, den im Rahmen eines Lehrdeputats angereisten Generalmajor Volker Thomas. In seiner Funktion als Kommandeur des Logistikkommandos der Bundeswehr sprach dieser zu den Lehrgangsteilnehmern des Generalstabs- und Admiralstabsdienstes über die Zukunft des Logistiksystems.

In Deutschland und im Einsatz

„Die Logistik ist Teil eines Gesamtsystems, nur ein kleines Rädchen. Aber sie ist auch ein Rädchen von großer Bedeutung, denn ohne die Logistik geht es nicht“, stellte General Thomas gleich zu Beginn seines Vortrages klar und leitete zu den Aufgaben seines Kommandos über. Dies sei die Unterstützung der Soldaten, egal ob im Inland oder im Ausland. „Jedes Einsatzgebiet bedarf der logistischen Versorgung der Truppe, die sich über die Lagerung, Lieferung und Bewirtschaftung von Material und Gerät erstreckt“, erklärt Thomas. „Wir müssen unsere Soldaten so versorgen, dass sie vor Ort jederzeit einsatzfähig sind.“

Neue Herausforderungen

Mit den sicherheitspolitischen Entwicklungen in Europa und der westlichen Welt ändert sich auch die Auftragslage der Bundeswehr. Neben der Krisenbewältigung und dem Engagement der Bundeswehr im Ausland rückt die Landes- und Bündnisverteidigung vermehrt in den Fokus. Der General leitete draus ab: „Die Anzahl der Einsätze und damit der Aufträge für das Logistikkommando werden künftig deutlich zunehmen.“ Jeder Einsatz der Bundeswehr benötige logistische Unterstützung. Zunehmend gewinne nun auch der logistische Beitrag für die Verstärkungskräfte der alliierten Partner an Bedeutung.

Moderne Technik

„In der heutigen Zeit ist die moderne Informationstechnik aus der Logistik nicht mehr wegzudenken“, berichtete Thomas. „Sowohl die Software als auch die Infrastruktur, beispielsweise in Form einer Breitbandanbindung, sind für das rechtzeitige Bereitstellen von Daten sowie Informationen und damit für die gesamte Logistik von großer Bedeutung. Ebenso können innovative Lösungen logistische Prozesse vereinfachen oder gar ersetzen.“ So sei die Ersatzeilversorgung im Einsatzland mithilfe eines 3D-Drucker für den Generalmajor ein durchaus vorstellbares Szenario.

Relevanz der Logistik

General Thomas bringt die Logik der Logistik auf den Punkt: „Die Logistik ist ein sehr interessantes und facettenreiches Geschäft, das oftmals die letztliche Entscheidung hinsichtlich der Durchführbarkeit von Vorhaben bringt: Entweder es geht oder es geht nicht.“ Der General unterstrich damit die Bedeutung der Logistik für das Gesamtsystem Bundeswehr.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 14.02.2017

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Mit eigenen Werten und kulturellen Hintergründen auseinandersetzen

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Kulturbegriff deuten und einordnen

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Interkulturelle Kompetenz als Schlüssel-qualifikation gefragt – nicht nur beim Militär

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Tomforde will Impulse zur eigenen Reflexion über den Umgang mit anderen Kulturen geben

Die Welt wächst zusammen, Globalisierung und erhöhte Mobilität der Menschen sorgen dafür, dass Landesgrenzen keine Barrieren mehr darstellen. Beschleunigt durch die Liberalisierung der Arbeitsmärkte, sehen sich viele Länder mit Multi- und Interkulturalität auseinandergesetzt. So kennzeichnet heute die Vielzahl an religiösen, ethnischen und kulturellen Hintergründen der Bevölkerung die moderne Gesellschaft. Für ein gegenseitiges Verständnis ist deshalb die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten sowie der Rolle und Funktionen von Stereotypen und Vorurteilen von großer Bedeutung.

Verständnis erlangen

„Die interkulturelle Kompetenz spielt eine immer wichtigere Rolle bei der Förderung einer gesellschaftlichen Identität, des inneren Friedens und wirtschaftlichen Erfolgs“, erklärt Ethnologin Dr. Maren Tomforde. Sie leitet gemeinsam mit Psychologin Heike Bühring das Modul „Interkulturelle Kompetenz“ an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Die Teilnehmer des Seminars gehen deshalb nicht nur auf die Konzeptionen für Kultur, interkulturelle Kompetenz und des Fremden ein, sondern setzen sich vor allem auch mit sich selbst auseinander.

Schlüsselqualifikation

Aufgrund der zunehmend kulturellen Vielfalt in den deutschen Streitkräften, der Verwendung in multinationalen Stäben oder der Entsendung in Auslandseinsätze sind auch die Soldaten der Bundeswehr in zunehmendem Maße mit kulturellen Unterschieden und interkulturellen Erfahrungen konfrontiert. „Interkulturelle Kompetenz wird deshalb seit einigen Jahren als eine der Schlüsselqualifikationen für Soldaten einer Einsatzarmee betrachtet“, weiß Tomforde

Fähigkeiten stärken

Das Modul „Interkulturelle Kompetenz“ an der Führungsakademie verfolgt das Ziel, kulturallgemeine Grundlagen zu vermitteln und interkulturelle Fähigkeiten, wie beispielsweise ein grundlegendes Verständnis der eigenen Kultur, Ambiguitätstoleranz, Empathie, Rollendistanz sowie Kommunikationsflexibilität zu stärken. „Wir betrachten das Seminar als Bestandteil eines langfristigen Lernprozesses, mittels dessen die Teilnehmer professionell in einer zunehmend kulturell komplexen Umgebung auftreten zu können“, erklärt die Seminarleiterin.

Expertise von außen

Mehrere Vorträge von auswärtigen Referenten bereicherten das diesjährige Seminar. So trug beispielsweise eine Referentin vor, die in verschiedenen internationalen Unternehmen als Beraterin in diesem Themenfeld tätig war. Unter anderem zeigte sie auf, wie sie ihrer Firma auf kultursensible Art und Weise in Japan dazu verhalf, die lokalen Mitarbeiter für ein fast gescheitertes Projekt zu motivieren und für bis dahin unbekannte Arbeits- und Denkweisen zu begeistern. Zwei weitere Referenten eröffneten durch ihre authentischen Erfahrungsberichte aus der aktiven Flüchtlingshilfe neue Perspektiven auf die Themen Flucht, Integrationsmodelle und Umgang mit fremden Kulturen.

Historische Sicht auf Flucht und Migration

Ein Besuch des Auswanderermuseums in der Ballinstadt in Hamburg rundete dieses Mal das Seminar ab. Das Museum setzt sich anhand der mehr als fünf Millionen Flüchtlinge, die im 19. und 20. Jahrhundert von Hamburg aus per Schiff vorwiegend nach Nord- und Südamerika migrierten, mit der Entwicklung von Ein- und Auswanderung auseinander und erlaubt einen persönlichen Einblick in das damalige Leben der Menschen zu Zeiten ihrer Migration. „Der Besuch des Auswanderermuseums war sicherlich ein kultureller Höhepunkt für uns, der uns die vielfältigen Aspekte eines Aufeinandertreffens fremder Kulturen in plastischer Weise vor Augen führte“, fasste der Seminarteilnehmer Christoph Mey im Anschluss des Besuchs zusammen.

Impulse setzen

In Ergänzung zu den historischen Perspektiven erlaubten aktuelle Entwicklungen der Bevölkerungszunahme, Städteentwicklung und Migration einen anderen Blick auf die heutige Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa. „Wir möchten damit einen weiteren Impuls zur Reflexion über den Umgang mit anderen Kulturen anregen“, erklärte Dr. Tomforde die Intention des Museumsbesuchs. Wie ein Teilnehmer am Ende des Seminars wissen ließ, ist der Funke übergesprungen: „Das Modul ist eine Inspiration als auch Bereicherung unserer Gedankenwelt. Mein künftiges Handeln wird dies sehr beeinflussen. Ich empfehle die Teilnahme an diesem Seminar jedem, der in Führungsverantwortung im internationalen Rahmen als auch in unserer von Kulturen durchmischten Gesellschaft steht.“

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 13.02.2017

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Generalleutnant Roßmanith zu den Herausforderungen von multinationalen Operationen

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Hohe Aufmerksamkeit in den Reihen der Zuhörer

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Hohe Anforderungen an Personal und Material zur erfüllung des Auftrags

Eine multinational besetzte Dienststelle der Streitkräftebasis, die darauf ausgerichtet ist, im Auftrag der Vereinten Nationen, der NATO oder der EU die Planung und Führung von weltweiten Krisenmanagementeinsätzen zu übernehmen, stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Generalleutnant Richard Roßmanith. In seiner Funktion als Befehlshaber des Multinationalen Kommandos Operative Führung in Ulm besuchte er im Rahmen eines Lehrdeputats die Führungsakademie der Bundeswehr und hielt dort vor den Teilnehmern der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung einen Vortrag zu den Aufgaben und Herausforderungen dieses Kommandos.

Sonderstellung in den Streitkräften

„Das Ulmer Kommando ist die zukunftsweisende Antwort auf die immer komplexer werdenden Herausforderungen von Einsätzen und auf den Zwang zur effizienteren Nutzung vorhandener militärischer Mittel“, erklärte Roßmanith und zeigte damit gleich die Relevanz dieser Einrichtung auf. Im Falle der Bündnisverteidigung sei es notwendig, dass die Nationen dem jeweiligen Bündnis die richtige Infrastruktur zur Führung der militärischen Kräfte verfügbar machen. „Genau diese Lücke schließt das Multinationale Kommando Operative Führung.“ So hänge der Erfolg einer Mission maßgeblich von der Infrastruktur, inklusive der IT-Landschaft, ab. Der General stellte klar: „Sie ist die Achillesferse der Führungsfähigkeit“.

Jederzeit und weltweit

Die Strukturen des Kommandos basieren wesentlich auf Jahre langen Erkenntnissen und Erfahrungen aus Übungen und den laufenden Einsätzen der Bundeswehr. „Unsere Kernkompetenz ist die Planung und Führung von zusammenwirkenden Land-, Luft- und Seestreitkräften, Sanitätspersonal und spezialisierten Kräften aus 16 verschiedenen Nationen, auch mit den zivilen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren im Krisengebiet“, fasste der General zusammen. „Dabei ist das Kommando jederzeit schnell und weltweit verlegbar. Ständig einsatzbereites Personal sowie eine hochmobile Gefechtsstand- und moderne IT-Ausstattung gewährleisten die Erfüllung dieser Anforderung.“

Auf Einsatz ausgerichtet

Das multinationale Kommando befindet sich in einem fortlaufenden Evaluierungs- und Zertifizierungsprozess. „Wir wollen auch zukünftig als verlässliches Führungsinstrument der Bundeswehr und unseren Bündnispartner zur Verfügung stehen“, erklärte Roßmanith. Personal und Ausrüstung sowie Prozesse und Strukturen unterliegen deshalb einer regelmäßigen Neubewertung. „Mit den Übungen SABRE STRIKE im nächsten und TRIDENT JAGUAR im übernächsten Jahr bereiten wir uns auf mögliche Einsatzszenarien vor und wollen unseren Erfahrungsschatz weiter ausbauen. Anschließend streben wir die Zertifizierung als NATO-Headquarters an“, formulierte der Befehlshaber die klare Zielsetzung.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 06.02.2017

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Der Inspekteur der Streitkräftebasis zum Lehrdeputat an der Führungsakademie der Bundeswehr

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Ausführung zu den Herausforderungen der SKB

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Relevanz der SKB dargelegt: "Ohne uns läuft nichts"

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Reges Interesse und zahlreiche Nachfragen

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Jeder Besuch auch Anlass zum Austauschen

„Aktuelle und künftige Herausforderungen der Streitkräftebasis“: Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, hielt zu diesem Thema einen Vortrag im Rahmen eines Lehrdeputats. So sieht sich die Streitkräftebasis (SKB) durch die Errichtung des neuen Bereiches ‚Cyber- und Informationsraum‘ mit strukturellen und personellen Veränderungen konfrontiert. General Schelleis fügt sich mit seinem Lehrdeputat in eine Reihe regelmäßig stattfindender Veranstaltungen ein, durch die den Lehrgangsteilnehmern der Akademie tiefe Einblicke in die Arbeitsbereiche der Spitzenführungskräfte der Bundeswehr gewährt werden.

Bundeswehr im Wandel

„Wir befinden uns in einer Zeit des Wandels“, erklärte der Generalleutnant gleich zu Beginn seiner Ausführungen und deutete so auf die jüngsten sicherheitspolitischen Entwicklungen in Europa und der westlichen Welt. „Eine Organisation, die relevant bleiben will, muss sich permanent verändern“, sagte er und spielte damit auf die Tatsache an, dass steter Wandel heute zum Wahren der Kontinuität gehört. Auch die Bundeswehr habe sich den Gegebenheiten anzupassen und müsse sich so aufstellen, dass sie jederzeit in der Lage sei, auf Bedrohungen des Landes oder des Bündnisses reagieren und ihren Betrag leisten zu können.

Große Verantwortung

Sein Vortrag tangiert auch die Rolle Deutschlands in verschiedenen Bündnissen. Im Zentrum Europas fungiert Deutschland mehr und mehr als Drehscheibe für die alliierten Verstärkungskräfte. Ebenso ist Deutschland als ein Kernstaat der EU ein wesentlicher Träger der europäischen Verteidigung und muss sich entsprechend an Bündnissen militärisch beteiligen. Auch die Unterstützung innerstaatlicher Organisationen, beispielsweise im Rahmen der Hochwasser- und Flüchtlingshilfe, sind in der jüngsten Vergangenheit in einem so hohen Maß erfolgt, dass der Einsatz der Bundeswehr im Innern zunehmend diskutiert wurde. „In allen Szenarien wird die SKB auch in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen und ihren Beitrag leisten“, schlussfolgerte Schelleis.

Streitkräftebasis baut sich um

Nach einer ausführlichen Vorstellung des Organisationsbereiches mit seiner Struktur und seinen Fähigkeiten leitete der Inspekteur auf die bevorstehenden Unterstellungswechsel einiger Dienststellen über. Er machte klar, dass auch der strukturelle Wandel auch vor der SKB keinen Halt machen wird. Die Relevanz der neuen Dimension ‚Cyber‘ und die damit einhergehende Etablierung eines eigenen Bereiches in der Bundeswehr hinterlassen innerhalb der SKB deutliche Spuren. „Viele Soldaten des künftigen Bereiches kommen in ihrer Funktionalität aus der SKB“, berichtete Schelleis. „Trotz des Wechsels von Dienststellen und Personals bleibt die SKB auch in Zukunft der zweitgrößte Bereich der Bundeswehr.“

Vielfalt und Zwänge

Die SKB zeichnet sich durch eine besondere Vielzahl an unterschiedlichen Fähigkeiten aus und unterstützt die Bundeswehr bei ihren Einsätzen im In- und Ausland. So sind in diesem Organisationsbereich unter anderem die Logistik, das Nachrichtenwesen, die bundeswehrgemeinsame Ausbildung sowie das territoriale Netzwerk abgebildet. Fähigkeiten, ohne die kaum eine Aktivität der Streitkräfte möglich wäre. „Ohne uns läuft nichts“, weiß der Generalleutnant. Die Unverzichtbarkeit führt jedoch auch zu Zwängen und Belastungen. Aufgrund der laufenden Einsätze, der einsatzgleichen Verpflichtungen, durch beispielsweise mehrwöchige Manöver, und die zunehmende Übungstätigkeit der SKB sei das Personal der SKB stark eingebunden.

Gelungene Veranstaltung

„Die Streitkräftebasis kann ein Beispiel für Europa sein“, weiß der Inspekteur. So sollen die Zusammenarbeit sowie der Austausch in speziellen Themenfelder, wie beispielsweise der Logistik, mit anderen Nationen der europäischen Gemeinschaft intensiviert werden. „Wir beabsichtigen deshalb, die SKB multinationaler auszurichten und unsere Fähigkeiten mit anderen Streitkräften noch mehr zu harmonisieren“, sagte er weiter. Die Zuhörer zeigten ein großes Interesse an den Ausführungen zu den Themen der SKB und nutzten die Gelegenheit für zahlreiche Nachfragen. „Für mich ist es nicht nur eine Verpflichtung, sondern es ist mir immer wieder auch eine Freude, die Führungsakademie zu besuchen“, erklärte Generalleutnant Schelleis schließend. Die Akademie und die Lehrgangsteilnehmer dankten General Schelleis für sein persönliches Engagement.

 

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 30.01.2017

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Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, besuchte die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. In seiner Rede widmete er sich in einer intensiven Auseinandersetzung den aktuellen Themen der Weiterentwicklung der Akademie und zeigte damit sein besonderes Interesse am Führungsnachwuchs der Bundeswehr. Der Leiter der Abteilung ‚Führung Streitkräfte‘ im Verteidigungsministerium, Generalleutnant Eberhard Zorn, begleitete ihn bei diesem Besuch. In einer offenen und aufgeschlossenen Diskussion stellten sie sich den Fragen des Stammpersonals.

 

Autor: Maximilian Voss; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 31.01.2017

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Generalmajor Huhn über den Cyberinformationsraum

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Lehrgangsteilnehmer folgen interessiert den Ausführungen

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,,Cyber" als aktuelles Thema des Verteidigungsbündnisses

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Herzlicher Empfang durch stellv. Kommandeur, Flottillenadmiral Karsten Schneider

Anlässlich eines Lehrdeputats an der Führungsakademie der Bundeswehr besuchte Generalmajor Walter Huhn, Kommandeur der NATO Communication and Information Systems Group (NATO CIS Group), die Lehrgangsteilnehmer der Generalstabs- und Admiralstabausbildung, um über die aktuellen Herausforderungen des Verteidigungsbündnisses im Bereich Cyber zu berichten. Gleichzeitig war es der Auftakt einer Veranstaltungsreihe, durch welche die Lehre an der Führungsakademie vom Wissen der Spitzenkräfte profitieren soll.

Bedrohung durch Cyberangriffe steigt

"Nach unseren neuesten Erhebungen gab es im vergangenen Jahr pro Monat durchschnittlich 500 bedrohliche Cyberangriffe auf Einrichtungen der Nato, die ein intensives Eingreifen von Seiten unserer Experten erforderlich machten", äußerte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor kurzem gegenüber den Medien. Damit sei die Anzahl der Angriffe um knapp 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die meisten dieser Attacken würden "von staatlichen Institutionen anderer Länder gesponsert", berichtete Stoltenberg weiter. "Ich bin äußerst besorgt über diese Entwicklung.“

Strategie der NATO

„Angesichts der Zunahme von Angriffen auf unsere Netzwerke und der großen Bandbreite an gegnerischen Potenzialen sind wir gezwungen Strategien zu entwickeln, um auf diese Bedrohungen angemessen reagieren zu können“, erläuterte Generalmajor Huhn seinen Zuhörern. „Wir betrachten Cyber als eigene "Domäne", parallel zu den Operationsebenen Land, See, Luft“, erklärte er weiter und unterstrich damit die Relevanz des Informationsraumes für die erfolgreiche Durchführung militärischer Missionen.

Technologischer Fortschritt heizt Entwicklung an

Laut Huhn gehe die Organisation davon aus, dass die Attacken zukünftig komplexer und herausfordernder werden. „Immer mehr Endgeräte kommunizieren über das Internet miteinander, Stichwort ‚Internet der Dinge‘. Diese Geräte können unmerklich für den Benutzer gehackt, zu einem schlagkräftigen Netzwerk verbunden und für Angriffe missbraucht werden“, begründet der General den Bedeutungszuwachs der Dimension Cyber. „Die dahinterstehenden Ziele können ganz unterschiedlich sein. Von der Einschleusung von Viren bis zum Datenklau ist alles vorstellbar“, führt Huhn aus. „Im Resultat kann festgehalten werden, dass es das Bündnis schädigen oder zumindest unsere Kampfkraft mindern soll.“

Schwere Folgen

Auch im militärischen Bereich basiert heute vieles auf der Übertragung von Daten. „Kommt es zu einer Beeinträchtigung unser Kommunikations- und Informationsmittel, kann das schwerwiegende Folgen für die Verteidigungsbereitschaft der NATO haben“, weiß Huhn. Er erläuterte an zahlreichen Beispielen die möglichen Folgen von Cyberattacken. Bei einem mehrwöchigen Angriff auf Estland im Jahr 2007 gelang es den Angreifer wichtige Elemente der Infrastruktur lahmzulegten und ganze Einrichtungen des Staates und der Politik einfach auszuschalten. „Übertragen auf die Streitkräfte der Bündnisstaaten hieße das“, so der Generalmajor, „sie wären schlichtweg kampfunfähig“.

Schwachstellen erkannt

„Unsere Systeme sind gut geschützt“, berichtet Huhn. Jedoch wies er auf eine ständig latente Gefahr hin. „Das schwächste Glied in einer Kette von Sicherheitsmaßnahmen“, hob er hervor, „ist und bleibt der Mensch“. So sei die Nutzung eines ungeprüften USB-Sticks meist die einzige Möglichkeit ein entkoppeltes, autarkes Netzwerk zu infiltrieren. Um die Sensibilität der Mitarbeiter zu erhöhen, setzt die NATO weiterhin auf sogenannte Awareness-Maßnahmen, „Das Personal zu schulen und über den sicheren Umgang mit neuen Technologien zu unterrichten, hat höchste Priorität“, erklärt der General. „Nur so lässt sich ein Kulturwechsel im Umgang mit IT einleiten und die Prozesse verbessern.“

Ein gutes Stück Arbeit

Das Herausheben des Cyber- und Informationsraumes als gesonderte Operationsebene ist nur der erste Schritt für die NATO. Damit das Bündnis zukünftig im internationalen Rahmen auf Bedrohungen adäquat reagieren und im Cyberraum operieren kann, muss das eigene Personal qualifiziert und infrastrukturelle Kapazitäten geschaffen werden. Ebenso sind die Mitgliedstaaten gefordert operative Fähigkeiten im Cyberraum zu entwickeln und diese später ins das Militärbündnis einzubringen. „Wir haben bisher viel erreicht, jedoch auch noch ein gutes Stück Arbeit zu leisten“, fasste Generalmajor Huhn schließend zusammen.

 

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