Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

Zur Veranstaltung

Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

Zum Netzwerk

Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

Girl’s Day: Mädchen voran

Autor: Daniel Eisenbraun; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 28.04.2016

Kameratraining im Mannfred-Wörner-Zentrum

Viele Fragen, viele Antworten

Die CRC-Gruppe verrichtet in dieser Ausrüstung regelmäßig ihre Arbeit

Erheber und Ermittler: die Detektive der Feldjäger

Die Feldjägerausstattung ist vielfältig

Hauptfeldwebel Jaenicke gibt die Kommandos

„Clausewitz-Kaserne – Führungsakademie der Bundeswehr“, liest Dorit Alina Dankert neugierig auf dem Schild. Aufmerksam wandert ihr Blick über das Gelände der Kaserne. Zwischen den Gittern der Zäune erblickt sie ein eindrucksvolles Gebäude – „offenbar das Herzstück der Institution“, denkt sich die Gymnasiastin aus Tostedt. Und dann: „So viele uniformierte Personen auf einmal habe ich noch nie gesehen.“ Die 15-jährige Schülerin und weitere 35 Schülerinnen und Schüler sind besonders aufgeregt. Sie sind heute zu Besuch bei der Bundeswehr. Es gibt viel zu entdecken.


Es hat der diesjährige Girl’s Day stattgefunden. Alle Fragen von jungen und wissbegierigen Schülerinnen und Schülern hat die Bundeswehr beantwortet und ihnen einen Eindruck vom Soldatendasein vermittelt. Stabsfeldwebel Stefan Dankelmeier, ein erfahrener und langjähriger Berufssoldat der Bundeswehr, war als Projektleiter für den Girl’s Day 2017 verantwortlich. Der IT-Spezialist aus dem Sachgebiet Kommunikation hieß die Schulgruppe im Admiral-Dieter-Wellershof-Gebäude herzlich willkommen.

Kulturenvielfalt in der Bundeswehr

Dass die Führungsakademie der Bundeswehr keine normale Kaserne ist, wird den Schülern im Vortrag von Fregattenkapitän Kai Paetau sofort bewusst. Schon seit 60 Jahren werden hier militärische Spitzenkräfte auf ihre anspruchsvollen und federführenden Aufgaben in den Streitkräften, der NATO, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen vorbereitet. Deswegen treffen die Schüler in dieser Kaserne auch auf internationale Lehrgangsteilnehmer, die wiederum mit ihren unterschiedlichen Uniformen und Kulturen, die Vielfalt der Führungsakademie zum Vorschein bringen.

Über Pressearbeit und Facebook-Auftritte

Nach der Vorstellung der Akademie folgte auch schon der nächste Programmpunkt: die Medienarbeit. Sie ist facettenreich und fordert einen Scharfsinn für Menschen, Meinungen, Sachverhalte. Das Landeskommando Hamburg war vor Ort dabei, um die Schüler über die Aufgaben eines Pressesoldaten zu informieren. „Wir beschäftigen uns jeden Tag mit medialen Aufgaben und sorgen in der Öffentlichkeitsarbeit für ein gutes Bild der Bundeswehr“, sagt Kapitänleutnant Janne Sommerkorn, eine routinierte Fachfrau. Mit der eigenen Facebook-Seite ist es dem Landeskommando möglich, neue Beiträge und Nachrichten aus der Bundeswehr aktuell zu platzieren. Über 2600 interessierte Leser hat das Landeskommando bereits für sich gewinnen können, die mit ihren Kommentaren und Anregungen die Seite genauso wie das Presseteam des Landeskommandos mitgestalten und bereichern.

Ein treuer Freund und Begleiter

Der nächste spannende Programmpunkt: die Feldjäger. Sie demonstrieren den Jugendlichen Drogen- und Sprengstoffspürhunde, die für die Bundeswehr eine große Unterstützung darstellen. Mit ihrem feinen Spürsinn schaffen sie es, unterschiedliche Substanzen in ihrem Versteck ausfindig zu machen. Zum Girl’s Day wurde diese Hundestaffel in Person von Hauptfeldwebel Alexander Jaenicke und seinem Hund Rocky vorgestellt. Noch bevor es richtig losgeht, sehen die Schüler, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Während Jaenicke der Schulgruppe seine Aufgaben als Hundeführer erklärt, beobachtet Rocky in aller Seelenruhe seinen Partner und wartet auf dessen bevorstehende Kommandos. Egal, wie gut die Kapsel mit dem Sprengstoff am Fahrzeug versteckt wird, Rocky erschnüffelt es in Sekundenschnelle. „Jeder Hundeführer hat eine große Verantwortung gegenüber seinem tierischen Begleiter“, berichtet der Hauptfeldwebel. Die richtige Erziehung sowie jahrelanges Training sind erforderlich, um den Hund bestens auf die kommenden Einsätze vorzubereiten. Die Tiere werden spielerisch an die Übungen herangeführt, doch für die Hundeführer ist es jedes Mal purer Ernst.

Militärpolizei im Einsatz

Schilde, Helme und Protektoren – für die CRC-Gruppe (Crowd and Riot Control) gehört diese Grundausstattung zur Lebensversicherung, wenn es darum geht, unfriedliche Menschenansammlungen zu überwachen und wenn nötig einzudämmen. Mit neugierigen Augen betrachteten die Schüler, was CRC ausmacht, aber auch die Feldjägerausrüstung der Erheber und Ermittler. Am Tatort sichern sie Spuren, dokumentieren und stellen im Fall der Fälle die Beweismittel den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung. Ausgestattet wie ein echter Feldjäger – die Schulgruppe erfuhr es am eigenen Leib. Die Waffen blieben dabei natürlich außen vor. Wie schwer so eine Ausrüstung ist, haben die Schüler selbst erfahren dürfen.

Wertvolle Erinnerungen

Ein spannender Tag neigt sich dem Ende zu. „Heute, konnte ich viel über das Soldatendasein in der Bundeswehr erfahren“, denkt sich Dorit, als sie die Kaserne mit ihrer Freundin verlässt. In den Gedanken der Schülerinnen und Schüler bleibt wertvolle Erfahrungen fest verankert. Für Dorit, und viele andere auch, ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. 

 

Aktuelles

Argentinien - Außergewöhnlich anziehend

Autor: Mario Bünnagel; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 24.04.2017

Kulturelle Einblicke in die südamerikanische Republik

Sichtliche Freude - Lehrgangsteilnemer mit der Musikgruppe ,,Tango Chocolate"

Zahlreiche Gäste besuchen den GNIT in der Rotunde

Kulturelle Einblicke durch Musik und Tanz

Argentinien ist eine junge Nation mit großer kultureller Vielfalt, eindrucksvollen Landschaften, hoher Leidenschaft und stolzen Einwohnern, aber auch zahlreichen Herausforderungen. Hiervon konnten sich die Teilnehmer des „Großen Nationalen Informationstages“ (GNIT) Argentinien in der Rotunde des Manfred-Wörner-Zentrums am 11. April 2017 überzeugen.

Land und Leute

In ihrem überaus lebendigen Vortrag, der streckenweise an eine Bühnenaufführung erinnerte, stellten Fregattenkapitän Alejo Bonanni und Oberstleutnant Hernan Chamadoira, beide Lehrgangsteilnehmer im Lehrgang Generalstabs-/ Admiralstabsdienst International (LGAI) ihr Heimatland mit südamerikanischer Leidenschaft vor. Neben Informationen zu Klima und Bevölkerung wurden die Zuschauer auch über kulturelle Besonderheiten des Landes informiert. So wurden insbesondere dem Tanz und der Musik ein besonderer Stellenwert eingeräumt und durch die Musikgruppe „Tango Chocolate“ und Tango-Tänzer der Gruppe „Tango Mujer“ spektakulär eingerahmt. Selbst die Familien der argentinischen Lehrgangsteilnehmer waren eingebunden. Die zwölfjährige Guadalupe reichte ihrem Vater während des Vortrages das argentinische Nationalgetränk „Mate“ zur Erfrischung und die Söhne beider Vortragenden, Manuel, Pedro, Juan Cruz und Antonio liefen in Trikots der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft auf. Hier konnte sich Fregattenkapitän Bonanni eine Spitze dann doch nicht verkneifen: Mit Hinweis auf die letzten Niederlagen Argentiniens gegen Deutschland während der Fußball-Weltmeisterschaft bemerkte er mit einem Augenzwinkern: „Wir sehen uns wieder im Finale in Russland!“

Politik und Militär

Ein zentrales Thema erhielt im Rahmen des Informationstages besonderes Gewicht: Oberstleutnant Chamadoira und Fregattenkapitän Bonanni beleuchteten ausführlich die argentinische Perspektive zum Thema Malvinas, hierzulande besser bekannt als Falkland-Inseln. Neben der Darstellung von geschichtlichen, rechtlichen und geographischen Aspekten resümierten sie: „Argentinien wird sich weiterhin friedlich um die Rückgewinnung der Malvinas bemühen. Dieses Thema hat in Argentinien Verfassungsrang!“ Aber auch die großen Herausforderungen des Landes wurden dargestellt. Neben Armutsbekämpfung und Korruptionsprävention stellen insbesondere die illegale Fischerei und der Kampf gegen den Drogenhandel Argentinien täglich vor Probleme.

Kulinarischer Ausklang

Die Vortragenden hatten für ihre Präsentation große Erwartungen geweckt und wurden diesen vollauf gerecht. Klassische Vortragsanteile wechselten sich mit synchron kommentierten Filmbeiträgen und Videoeinspielungen ab, und die abschließende Frage an das Publikum zu einer Zugabe argentinischen Tangos fand begeisterten Zuspruch. Das Vortragsprogramm wurde abgerundet durch eine Probe argentinischer Weine sowie landestypischen Speisen in der Pause und nach der Veranstaltung. Beim Genuss von Alfajores, Empanadas und Locro (einem landestypischen Eintopf) waren sich fast alle Besucher einig: „Der beste GNIT seit langem!“

 

Offene Türen für Besucher aus der Politik

Autor: Philipp Lenske; Fotografin: Katharina Junge

Hamburg, 20.04.2017

Begeisterte Teilnehmer beider Verbände

Hauptmann Merten im Gespräch mit einem Mitglied der Jungen Union - Altona

Der CDU-Ortsverband Nienstedten unter Führung des Ortsvorsitzenden Herrn Peter Schmidt hat gemeinsam mit Mitgliedern der Jungen Union Altona die Führungsakademie der Bundeswehr besucht. Dieser Besuch war eingebettet in eine Reihe von Institutionsbesichtigungen, die der Ortsverband in jüngster Zeit unternommen hat.

Ursprung und Zukunft der Akademie

Begrüßt wurde die Gruppe durch den Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, der in seiner Einführungsrede die besondere Bedeutung der Inneren Führung und die damit einhergehende Verantwortung des Führungspersonals der Bundeswehr betonte.

Die Namensgebung der drei Kasernen in Hamburg geht auf Strategen, Philosophen, Reformer und Militärwissenschaftler zurück, deren Theorien heute immer noch großen Einfluss auf die Lehre der Akademie haben.

Politische Besucher herzlich willkommen

Der Kommandeur der Führungsakademie betonte die Wichtigkeit von Besuchern aus der Politik. „Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee und muss sich offen der Politik gegenüber präsentieren, um ein umfassendes und transparentes Bild für kommende Entscheidungsfindungen darzulegen.“ Aus diesem Grund wurde die Führungsakademie 1958 aus der Kleinstadt Bad Ems in Rheinland-Pfalz hoch in den Norden in die Hansestadt verlegt, „um die Akademie tief in die Gesellschaft zu verankern“, so der Kommandeur. Admiral Stawitzki ging auf die von der Bundesministerin der Verteidigung Frau Dr. Ursula von der Leyen beauftragte Weiterentwicklung der Führungsakademie und die künftige Rolle als Denkfabrik ein.

Vielseitige Einblicke

Die Führung unter Leitung von Hauptmann Johannes Merten wurde im Manfred-Wörner-Zentrum fortgeführt. Präsentiert wurde unter anderem das Plenum und die umfassende technische Ausstattung des Regieraums. Darüber hinaus wurden die Besucher über das informationstechnische Fähigkeitsprofil der Führungsakademie unterrichtet. Besonders die Besucher der Jungen Union zeigten sich sehr interessiert. Zudem wurden die Besucher detailiert über den Einfluss des kürzliche aufgestellten Kommando Cyber und Informationsraum (KdoCIR) auf die Ausbildung an der Akademie informiert.

Der Besuch endete mit abschließenden Gesprächen und einem gemeinsamen Mittagessen in der Truppenküche der Führungsakademie. Alle sind sich einig: Die vielseitigen Einblicke haben den Besuch zu einem großen Erfolg gemacht.

 

Clausewitz im 21. Jahrhundert? Strategieseminar für Teilnehmer des LGAN 2015

Autor: Marcel Bohnert; Fotograf: Marcel Bohnert

Hamburg, 18.04.2017

Umfassendes Verständnis für Clausewitz

 

Reales Kriesenszenario

„Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ – Wer hat dieses Carl von Clausewitz-Zitat in seiner Dienstzeit nicht schon häufiger gehört oder sogar selbst benutzt? Die richtige Einordnung dieser Aussage fällt angesichts der Komplexität der von Clausewitz entwickelten Strategietheorie allerdings nicht allzu leicht. Zudem ist das Zitat in der obigen Form nur eine sinngemäße Wiedergabe der Formulierung in seinem Hauptwerk „Vom Kriege“.


Das Clausewitz-Netzwerk für Strategische Studien (CNSS) führte an der Führungsakademie der Bundeswehr ein Strategieseminar durch, um den Clausewitz´schen „Nebel des Krieges“ für ausgewählte nationale und internationale Teilnehmer des Lehrganges Generalstabs-/Admiralstabsdienst 2015 (LGAN 2015) ein wenig zu lüften. In der ersten Woche wurden den Teilnehmern grundlegende Gedankengänge des Militärwissenschaftlers näher gebracht. Prof. Dr. Lennart Souchon vermittelte dabei in Vorträgen die Kernelemente der Militärtheorie. Diese wurden in gemeinschaftlichen Diskussionen vertieft. Im Verlaufe der Woche wurde auf diese Weise unter anderem ein Verständnis für Wahrscheinlichkeiten und Zufälle im Krieg sowie Moralische Größen erworben. Zwei Paneldiskussionen rundeten die erste Seminarwoche ab. Dort wurden die Kernelemente der Theorie in einen Zusammenhang gebracht, um daraus eine Methode zu entwickeln, mit der strategische Lagen tiefgreifend um umfassend erfasst werden können.


Die Seminarleitung der Praxiswoche übernahm Fregattenkapitän Oliver Heinicke. Er wurde dabei zeitweise von Dr. Martin Wolff (Expertise: Philosophie mit Schwerpunkt Konfliktforschung) sowie von Stefan Licht (Expertise: Wirtschaft und Unternehmensberatung) unterstützt. Das Praxisszenario war in die reale und tagesaktuelle Situation eines Konfliktgebietes eingebettet. Die Seminarteilnehmer nahmen die Rolle von Referenten im BMVg ein und wurden damit beauftragt, militärische Handlungsoptionen im Rahmen des gesamtpolitischen Handelns Deutschlands zu entwickeln. Auch wenn der Auftrag die Erstellung einer Tischvorlage vorsah, lag der Schwerpunkt darauf, die Denkprozesse zu erkennen und zu verstehen, die bei der Auftragsanalyse und eigenen Standortbestimmung, der Konfliktanalyse sowie zur Entwicklung zielgerichteter Handlungsoptionen ablaufen. Die Ergebnisse der Praxiswoche wurden dem Direktor Lehre an der Führungsakademie der Bundeswehr, Brigadegeneral Thomas Hambach, in Form eines Tischgespräches vorgetragen.


In der abschließenden Feedbackrunde wurde deutlich, dass das zweiwöchige Seminar begeistern konnte und von allen Teilnehmern als äußerst gewinnbringend empfunden wurde. Das Verständnis davon, wie sehr das Denken von Clausewitz´ die militärischen Führungsprozesse beeinflusst und wie aktuell seine Ideen auch heute noch sind, konnte vermittelt und die Vorstellungen einer verstaubten Theorie aufpoliert werden.

 

„Die wahre Realität ist niemals diejenige, die sich am offenkundigsten zeigt …“

Autor: Jörg Barandat; Fotograf: Jörg Barandat / AIRBUS

Hamburg, 13.04.2017

OTL i.G. a.D. Uwe Krempf: Gehirn macht Strategie - ich denke - also bin ich - also irre ich.

OTL i.G. Dr. Dr. Kai Busch, Referat Zukunftsanalyse, Planungsamt der Bundeswehr: Hybride Kriege sind keine neue Form der Konfliktaustragung.

Werksbesichtigung im Anschluss an die Gewährung tieferer Einblicke in „Strategy & Development“ im Konferenzraum

stellte bereits 1955 der französische Ethnologe Claude Lévi-Strauss fest. Was bedeutet dies angesichts des rasanten Wandels, der Multiplexität und Vielschichtigkeit im heutigen Cyber- und Informationsraum und dem damit verbundenen akuten Risiko, dass wir als „Informationsgiganten“ zu „Wissenszwergen“ werden? Und welche Folgerungen sollten wir daraus für unser politisches und strategisches Denken, Planen und Handeln ziehen?

Nachdem in den beiden Seminaren in 2016 Chinas Seidenstraßen-Strategie („One Belt, one Road - Initiative“) thematisiert wurde, rückt im diesjährigen Seminar das Thema „Hybride Machtprojektion“ in den Fokus. Mit Beginn des Seminars richteten sich alle Lerneinheiten -Globalisierung, Strategiegeschichte, Fähigkeiten strategischen Denkens und Kommunikation - in der politischen Machtprojektion bereits an dieser Schwerpunktsetzung aus.

Insbesondere der Beitrag des Planungsamts der Bundeswehr zur Zukunftsanalyse „als Fernlicht der Bundeswehr“ stellte dabei nachfolgend sehr deutlich den Charakter hybrider Kriege/Konflikte heraus:
- Räumlich und zeitlich entgrenzte, dabei meist nur schwer zum Verursacher zurück verfolgbare Machtprojektionen, vorrangig in zivile Gesellschaftsbereiche mit dem Ziel der Unterbrechung, Störung und Lähmung politischer, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Systeme.
- Nutzung auch verdeckter militärischer Operationen, allerdings möglichst unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges.

Der halbtägige Block „Hybride Machtprojektion am Beispiel der russischen „Gerasimov Doktrin““ vertiefte und konkretisierte dann diese Grundlagen weiter durch die Analyse historischer, politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in Osteuropa, klärte politische Interessenlagen sowie konzeptionelle Grundlagen russischer hybrider Machtprojektion und machte am konkreten Beispiel Balkan Methoden russischer Einflussnahme transparent.

Mit dem abschließenden Besuch bei AIRBUS wurde uns die Möglichkeit eröffnet, vergleichend strategisches Denken in einem sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Kontext zu betrachten und dabei Gemeinsames wie Unterschiedliches zu entdecken.


Mit diesem Seminar haben wir uns bewusst als Suchende in ein Themenfeld begeben, in der viele politisch-strategische Fragen noch offen sind, sofern überhaupt schon erkannt („unknown unknowns“). Das, was wir bisher an Fake-News-Attacken und -Aktivitäten von „Troll-Fabriken“ erlebt haben, scheinen noch „Testballons“ zu sein, mit denen Akteure Erfahrungen sammeln und ihre Instrumente weiter entwickeln. Möglicherweise werden wir allerdings schon in naher Zukunft komplexen und koordinierten hybriden Angriffen ausgesetzt sein.

Wie sind wir darauf vorbereitet und welche erfolgversprechenden Abwehrstrategien haben wir? Militärisch sind wir wohl operativ-taktisch bei der Bundeswehr und NATO (NATO Handbook of Russian Information Warfare) schon gut aufgestellt. Aber wie sieht es mit unseren Fähigkeiten zur ressortübergreifenden „Gesamtverteidigung“ aus, wenn das Angriffsziel der Zusammenhalt der zivilen Gesellschaft ist?
Wissen, (politische und historische) Bildung, Persönlichkeit und Kultur sind in solchen Formen Hybrider Machtprojektion sehr bedeutsame Ressourcen im Kampf um Resilienz / Widerstandsfähigkeit gegen Desinformations- und Desintegrationskampagnen.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie fest in unserer Gesellschaft die Wertevorstellungen der europäischen Aufklärung verankert sind. Welche Rolle spielt z.B. die Forderung Immanuel Kants: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“?
Und wie halten wir Soldaten es mit der, schon vom preußischen Heeresreformer Generalleutnant Gerhard von Scharnhorst gestellten Forderung „Bildung ist Berufspflicht!“ mit dem Ziel der Herausbildung von Selbstdenken und eigener Urteilskraft?

Aus dem Kreis der Teilnehmer waren durchweg positive Bewertungen zu hören. „Das Seminar macht mehr Lust auf mehr Strategie“, kommentierte ein Seminarteilnehmer. Ein anderer zeigte sich ob der „vielen, vielen bunten Bauklötze mit einem sehr offenen Bauleitplan“ begeistert.

Das nächste Seminar Strategisches Denken ist für das erste Quartal 2018 geplant. Auch dann wird es wieder um ein aktuelles politisches Thema gehen, das einen angeregten und vor allem strategischen Diskurs befördern wird.

Weitere Informationen zum Modul 1007 finden Sie über diesen LINK.

 

Sicherheitspolitik - hautnah und aus erster Hand

Autor: Jan Heinsohn; Fotograf: Jürgen Schrödl

Hamburg, 07.04.2017

Die 40-köpfige Seminargruppe im BMVg

25 zivile und militärische Führungskräfte, darunter je ein Teilnehmer aus Österreich, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich, haben in den letzten fünf Wochen unter Leitung von Oberst i.G Jürgen Schrödl und dem Senior Mentor Generalleutnant a.D. Jürgen Bornemann das Hochwertseminar der Führungsakademie der Bundeswehr „Internationale Höhere Führung 2017“ absolviert.

Zielsetzung des Seminars ist es, die aktuellsten Entwicklungen im Bereich der globalen Sicherheitspolitik vorzustellen und zu diskutieren und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezielt auf zukünftige Aufgaben im nationalen und internationalen Bereich vorzubereiten. Elementarer Bestandteil ist dabei die Begleitung der Seminargruppe durch einen Senior-Mentor, um jederzeit und möglichst unmittelbar die gemachten Erfahrungen und Eindrücke reflektieren zu können.

 

Einen ausführlichen Artikel über den Seminarverlauf sowie weitere Informationen über diesen Hochwertlehrgang finden Sie unter folgendem Link .

 

 

 

 

New Work – Die künftige Arbeitswelt hat viele Facetten

New Work –  Die Arbeitswelt von morgen bedeutet Chance und

Herausforderung zugleich

Autor: Jan Heinsohn; Fotos: Xing

Hamburg, 05.04.2017

Die Zukunft der Führungsetagen -  Admiral Stawitzki im Gespräch über den Aufbruch in die neue Arbeitswelt

Bodo Jassen erläutert neue Führungsprinzipien für mehr Mitarbeiterzufriedenheit

Persönlichkeit entwickeln und Handlungskompetenz stärken - das steht für den Kommandeur der Führungsakademie an erster Stelle

Voller Erfolg -  das interaktive Format lässt alle Teilnehmenden mit neuen Impulsen in die Zukunft der Arbeitswelt starten 

Die Welt um uns herum verändert sich in einem rasanten Tempo. Insbesondere die Digitalisierung verändert unseren Alltag, die Art und Weise, wie wir kommunizieren und wie wir konsumieren. Hinzu kommt eine zunehmend starke Veränderungsdynamik der Arbeitswelt. Unternehmen realisieren, dass sie mit traditionellen Führungsmethoden immer schlechter in der Lage sind, im Wettbewerb und gegen den Innovationsdruck zu bestehen. Die Beziehungen zwischen alter Arbeitswelt und neuem Denken erörterten Experten, Vordenker und Praktiker unter dem Titel „Aufbruch in die neue Arbeitswelt“ in interaktiven Formaten auf der New Work Experience 2017, die das Karriere-Netzwerk XING in Berlin veranstaltete. Die Teilnehmer diskutierten die Werte, Haltungen und Ideale sowie die Konsequenzen für Unternehmen und Individuen, die sich aus den erforderlichen Transformationsprozessen ergeben.

Entscheidungsfreudigkeit als Impulsgeber

Um Erfolgsrezepte und persönliche Führungsstile und -philosophien vorzustellen, war der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Konteradmiral Carsten Stawitzki, eingeladen, auf diesem Event mitzudiskutieren. Er sagt: „Die Arbeitswelt hat sich verändert. Die Digitalisierung und die Demographie stellen uns vor große Herausforderungen, die Gesellschaft polarisiert sich zudem zunehmend. Längst ist die „Aufbruchstimmung“ der Jahrtausendwende einer gewissen „Gereiztheit“ gewichen. In Zeiten wie diesen müssen wir als Bundeswehr, ähnlich wie nahezu jedes Unternehmen, eingespielte Strukturen und Prozesse hinterfragen – auch und vor allem gilt das im Bereich des Leadership. Ein „weiter so“, das reicht nicht mehr.“

Wirksame Führung erreicht man seiner Meinung nach im Wesentlichen durch zwei Prinzipien. Einerseits führe erst „eine wahre Gefolgschaft im Sinne des angestrebten Ziels“ zu robusten Führungssituationen. Andererseits seien Entscheidungsfreudigkeit, Risikobereitschaft und damit die Handlungsfähigkeit von militärischen Führern entscheidend und erfolgskritisch. Es geht also darum, die Persönlichkeit des Top-Führungspersonals der Bundeswehr zu entwickeln und deren Handlungskompetenz zu stärken. Notwendig dafür ist ein stabiles Fundament, dem ein Wertesystem („Persönlichkeitsprofil“) und ein klares Selbstverständnis im Sinne einer Unternehmensphilosophie bzw. einer Corporate Identity zugrunde liegen.

Lebenslanges Lernen als Erfolgsfaktor

Laut Konteradmiral Stawitzki ist in diesem Zusammenhang die Aus- und Weiterbildung von Persönlichkeiten von zentraler Bedeutung. Eine Führungskraft sollte damit bei sich selbst beginnen. Er fordert: „Lebenslanges Lernen darf keine Worthülse bleiben!“ Gleichzeitig basiert Führungskompetenz auf zwei Säulen, der sozialen Kompetenz und der Methodenkompetenz. Soziale Kompetenz besteht aus dem Dreiklang „Freiheit, Verantwortung und Respekt“. Die Methodenkompetenz hingegen folgt vor allem einer Leitlinie. Das „Führen mit Auftrag“ ist ein entscheidendes Wesensmerkmal militärischer Führung, da die Zielerreichung über allem steht.

Die Kunst der Führung

Was macht nun gute Führung in der heutigen Zeit aus? Für den Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr bedeutet gute Führung zunächst einmal, sich selbst zu führen. Dabei gilt es, sich immer wieder kritisch zu reflektieren. Gute Führung manifestiert sich in einigen wenigen, vermeintlich einfachen Grundregeln (z.B. zielorientiertes Handeln, Konzentration auf das Wesentliche), die aber jeden Tag gelebt werden wollen. Dafür sei es nicht notwendig, immer neue Begriffe zu erfinden. Konteradmiral Stawitzki führt weiter aus: „Für mich liegt die Kunst der Führung im Entschleunigen und nicht im Beschleunigen. Und, ganz wichtig: Anstatt immer nach vermeintlich besseren, damit neuen und wirkungsvolleren Methoden zu rufen, sollten wir manchmal einfach MACHEN!“

Hier gelangen Sie zur Veranstaltung -> New Work Experience <-

 

 

 

„Global Health Security“ - Globale Gesundheit im Fokus

Autor: Major Nicolai Völker, OFA Dr. Michael Froneberg; Fotos: Major Nicolai Völker, OFA Dr. Michael Froneberg

Hamburg, 03.04.2017

„Krisenstrategien" - Zusammenhang von Global Health und Secrurity

Flottillenarzt Dr. Haggenmiller führte fachkompetent in die Thematik ein

Gesundheit weltweit anstreben - Oberfeldarzt Benner über die gemeinsame grenzüberschreitende Kooperation

Kein Thema nur für Ärzte - Zusammenarbeit bildet die Zielsetzung des Seminars

„Global Health“ und „Security“ – zwei Begrifflichkeiten, die im Allgemeinen getrennt voneinander betrachtet werden. In der Krisensituation fällt jedoch auf, dass ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen ihnen besteht. Diesen aufzuzeigen und den Lehrgangsteilnehmern der nationalen General- und Admiralsstabdienstausbildung zu verdeutlichen, war die Zielsetzung des Seminarblocks „Krisenstrategien“. Traditionell ausgerichtet und organisiert vom Fachbereich Politik- und Gesellschaftswissenschaften der Führungsakademie fand deshalb das zuletzt durchgeführte Seminar in enger Zusammenarbeit mit dem Bereich Sanitätsdienst und Gesundheitswissenschaften statt.

Umfassende Betrachtung

Unter den Schlagworten Globale Gesundheit und Sicherheit sollten die Seminarteilnehmer eine umfassende, ressortübergreifende Darstellung der Zusammenhänge zwischen „Global Health“ und „Security“ sowohl auf politischer als auch operativer Ebene erhalten. An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) teil.

Potenzieller Krisenfaktor

Unter der Federführung von Oberfeldarzt Thomas Benner und mit Unterstützung des Flottillenarztes Dr. Christian Haggenmiller näherten sich die am Seminar teilnehmenden der Thematik durch Impulsvorträge, Literaturrecherche und eigen erstellte Präsentationen. Jeder erblickte sehr schnell, dass Krankheiten das Potenzial haben, globale Krisen auszulösen. Die „spanische Grippe“ von 1918, aber auch aktuelle Fälle wie SARS, EHEC oder der letzte Ebola-Ausbruch in Liberia, Sierra Leone und anderen west-afrikanischen Staaten waren einige der beleuchteten Beispiele.

Zusammenarbeit gefordert

Exemplarisch zeigten diese die Relevanz multinationaler Kooperationen im Gesundheitssektor auf allen Handlungsebenen. Das Fazit lautete: Gesundheit weltweit anzustreben bedeutet, gemeinsam die grenzüberschreitende Dimension von Krankheiten und Gesundheitsrisiken zu erkennen. Ebenso im Fokus muss das Erarbeiten von ganzheitlichen Lösungen stehen – von der Entwicklung politischen Richtlinien bis hin zur Koordination der Kooperation von Akteuren am Ort der Krise.

Ressortübergreifende Aufgabe

Die verschiedenen Blickwinkel auf die Themenstellung brachten die Vorträge der externen Vertreter. Dr. Mathias Bonk von der WHO beleuchtete den globalen Aspekt, während Heiko Warnken (BMZ) und Annette Bremer (GIZ) im Anschluss die nationale Perspektive im Umgang mit dieser Thematik aufzeigten. „Global Health“ ist ressortübergreifend bei der Betrachtung von Krisenstrategien relevant – auch mit Schnittmengen für die Bundeswehr, wenn man Gesundheit im Zusammenhang mit Sicherheit betrachtet. Nicht also nur Thema für Ärzte – dies deutlich zu machen, war Ziel des Seminars.

 

Operative Planung – Pilotlehrgang für Spezialkräfte

Autor: Maximilian Voß; Fotografin: Laura Clayborn

Hamburg, 31.03.2017

Gemeinsamer Startpunkt für die Teilnehmer

Grundlagen der operativen Planung als wesentliches Fundament für die Weiterbildung an NATO-Einrichtungen

Oberstleutnant Schulz begrüßt General Baehr

General der Spezialkräfte zu den künftigen Herausforderungen

 

 

„Planungsprozess COPD für zukünftiges SOCC Stabspersonal“ – hinter dieser sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein speziell auf die Bedürfnisse der Spezialkräfte der Bundeswehr abgestimmter Pilotlehrgang an der Führungsakademie. Die Zielgruppe dieses Seminars sind Führungskräfte, die künftig eine Tätigkeit in einem der Kommandos für spezialisierte Operationen auf nationaler oder internationaler Ebene aufnehmen werden.

NATO-Vorgaben im Fokus

„Der Lehrgang bildet die Grundlage für spätere Planungslehrgänge an der NATO Special Operations School in Belgien“, erklärte Oberstleutnant Christoph Schulz. Er ist der zuständige Fachdozent aus dem Bereich Heer der Akademie und war mit der Leitung des Seminars betraut. „Daher steht die Vermittlung von Grundlagen, beispielsweise die Vorstellung und praktische Anwendung der NATO-Vorgaben zur Operationsplanung, der Allied Command Operations COMPREHENSIVE OPERATIONS PLANNING DIRECTIVE (COPD), hier im Fokus“, sagte er.

Grundlagen schaffen

„Dieser Pilotlehrgang ist insbesondere geprägt durch seine streitkräftegemeinsame als auch multinationale Ausrichtung“, berichtete Schulz. Die Schaffung eines gemeinsamen Startpunktes für alle Teilnehmer sei daher von besonderer Bedeutung. Die allgemeine Einführung in die Grundlagen der operativen Planung sowie die Abgrenzung zwischen taktischer, operativer, militärstrategischer und politischer Ebene standen deshalb an erster Stelle. In einem zweiten Schritt wurden ausgewählte Phasen des Planungsprozesses detaillierter betrachtet und später in einzelnen Kleingruppen die jeweiligen Schritte praktisch erarbeitet.

Aktueller Praxisbezug

Einen aktuellen Praxisbezug erhielten die 17 Teilnehmer aus den Verbänden der Spezialkräfte des Heeres, der Marine, der Luftwaffe und des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr durch die Teilnahme und ergänzenden Beiträge von Gastreferenten aus den unterschiedlichsten Bereichen, beispielsweise aus dem NATO-Hauptquartier der Spezialeinheiten oder dem amerikanischen AFRICA COMMAND (U.S. AFRICOM). Auch der General der Spezialkräfte der Bundeswehr, Brigadegeneral Dag Baehr, stattete dem Seminar, welches maßgeblich auf seine Initiative zurückzuführen ist, einen persönlichen Besuch ab und ordnete die Lehrgangsinhalte in seinem Grußwort in aktuelle Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen für Deutsche Spezialkräfte ein.

Intensiver Gedankenaustausch

„Insbesondere für die jüngeren Offiziere bildete das Seminar eine Plattform, um erste Erfahrungen mit dem Planungsprozess der NATO zu sammeln“, weiß Schulz. „Folglich entwickelte sich sehr zu meiner Freude in Kombination mit den weiterführenden Fragen und Ergänzungen einiger erfahrener Stabsoffiziere eine rege Beteiligung und ein sehr guter themenbezogener Gedankenaustausch.“ Besonders hervorzuheben sei der Beitrag eines Experten vom Joint Warfare Center aus Stavanger, Norwegen, der mit einigen Praxisbeispielen und viel Erfahrung den angehenden Führungskräften hilfreiche Tipps & Tricks für die Zukunft mitgeben konnte.

Positive Bilanz

„Am Ende zogen die Teilnehmer eine positive Bilanz und gaben sehr gute Anregungen für mögliche Erweiterungen und Anpassungen dieses gelungenen Auftaktes“, berichtete Schulz. „Insgesamt ist es ein erfolgreicher Pilotlehrgang gewesen, der für alle eine solide Basis für die künftigen Weiterbildungen an der NATO Special Operations School legen konnte“, fasste der Seminarleiter zusammen.

 

Vision einer europäischen Führungsakademie

Autor: Maximilian Voß; Fotograf: Andreas Amann

Hamburg, 30.03.2017

Kommandeur bei der sicherheitspolitischen Konferenz der SPD-Bundestagsfraktion

Reger Austausch und viele Nachfragen

Eine gemeinsame europäische Außen- und Verteidigungspolitik rückt vor dem Hintergrund des Brexit und des Wechsels in der US-Administration stärker in den Fokus der politischen Verantwortungsträger. Unter dem Titel „Impulse für eine europäische Verteidigungsunion“ führte deshalb die SPD-Bundestagsfraktion eine sicherheitspolitische Konferenz in Berlin durch. Konkret ging es um die Frage, ob und inwiefern die Mitgliedstaaten der Europäischen Union in der Außen- und Verteidigungspolitik noch enger kooperieren könnten. So diskutierten die Teilnehmer beispielsweise über bisherige Kooperationen deutscher Streitkräfte sowie über die bestehenden Probleme der gemeinsamen militärischen Beschaffungen von Material und Großgerät.

Langer Weg zur gemeinsamen Führungskultur

Die unterschiedlichen militärischen Kulturen lassen auch die Frage nach einer Harmonisierung, beispielsweise durch eine gemeinsame europäische Führungsakademie, aufkommen. Um diese Idee zu beleuchten, war der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Konteradmiral Carsten Stawitzki, eingeladen diese Veranstaltung zu begleiten. Er weiß: „Die Etablierung eines gemeinsamen Führungsverständnisses und einer Führungskultur ist ein sehr langer Prozess.“ Nach seiner Erfahrung sei Europa im Bereich Führungskultur aber schon sehr weit.

Pragmatischer Ansatz gefordert

„Das Austauschen von Gedanken, das Miteinander, ist eine große Stärke von uns Europäern. Eine gemeinsame Akademie könnte dem einen Rahmen geben.“ Er unterstrich, dass ein gemeinsames Personalentwicklungsziel von entscheidender Bedeutung sei. Erst daraus lassen sich die Ziele und Inhalte der Lehre ableiten. Er warnte davor, dass ein Harmonisierungsstreben nicht in einer „beliebigen Gleichmacherei“ enden dürfe und forderte einen pragmatischen Ansatz.

 

Livestream-Mitschnitt der Fachkonferenz "Impulse für eine europäische Verteidigungsunion"  der SPD Bundestagsfraktion im Internet

 

„American way of life” hautnah erleben

Autor: Jens Landau; Fotografen: Bundeswehr / diverse

Hamburg, 27.03.2017

Unterschiedliche Uniformen – Gleiches Mindset

Combined und Joint! Analyse des Konfliktes

Tradition und eindrucksvolle Architektur

GenLt Pope über militärische Beziehungen

Kennenlernen von Land und Leuten: St. Louis

Die Teilnehmer der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung, die Lehrgangsteilnehmer des Jahrgangs 2015, tauschten für knapp zwei Wochen ihren Lernort, die heimische Führungsakademie der Bundeswehr gegen das Command and General Staff College im amerikanischen Fort Leavenworth ein. Hintergrund der Reise war die alljährlich stattfindende internationale Stabsübung „EAGLE OWL“, bei der unter anderem amerikanische, britische und deutsche Soldatinnen und Soldaten gemeinsam ihre Führungsverfahren auf der Ebene einer Heeresbrigade anwandten, voneinander lernten und Netzwerke für zukünftige gemeinsame Aufgaben bildeten.

Traditioneller gegenseitiger Austausch

Im Rahmen der seit 50 Jahren bestehenden Partnerschaft beider Akademien nahm bereits im Dezember des vergangenen Jahres eine amerikanische Delegation an einer ähnlich angelegten Übung in Hamburg teil. Nunmehr reisten zehn deutsche und zwei internationale Lehrgangsteilnehmer in die USA zum Gegenbesuch. Im Fokus der jetzigen Reise stand die Integration in eine multinationale Stabsübung, in der es um die Lösung eines zwischenstaatlichen Konfliktes bei gleichzeitigen hybriden Bedrohungen ging. Dazu wurden mehrere internationale Führungsprozesse genutzt und im Vorfeld gegenseitig unterrichtet. Ein amerikanischer Teilnehmer stellte dabei heraus: „Die kulturellen Unterschiede und verschiedenartigen Verfahren spielen letztlich nur eine geringe Rolle. Am Ende führen die gemeinsamen Werte und Traditionen sowie die vergleichbare militärische Sozialisierung zu schnellen und kreativen Lösungen.“

Command and General Staff College – Think BIG

Die innerhalb der US Landstreitkräfte als „Intellektuelles Zentrum“ bekannte Ausbildungseinrichtung beeindruckte die Besucher nicht nur durch seine Tradition und Architektur, sondern insbesondere durch die schieren Ausmaße. In über 80 Hörsälen werden hier unter anderem die Stabsoffiziere des amerikanischen Heeres in einem einjährigen Kurs aus- und weitergebildet. Dabei umfasst die Lehre Themen wie Militärgeschichte, Führungskultur und militärische Planung. Der Auftrag der Akademie ist klar formuliert, aber in seiner Tragweite nahezu unendlich: „Preparing the Army and its leaders for war“. Bereichert wird die Akademie zusätzlich durch Lehrgangsteilnehmer aus verschiedenen Partnernationen wie z.B. Südkorea, Serbien oder Indien. Auch Deutschland entsendet jedes Jahr zwei Absolventen der Generalstabs- und Admiralstabsausbildung.

„Militärische Zusammenarbeit über die Grenzen alternativlos“

Zu einem der Höhepunkte der Reise gehörte der sicherheitspolitische Vortrag des britischen Generalleutnants Nick Pope, der in seinen Ausführungen die internationalen militärischen Beziehungen seines Landes sowie deren Entstehung beleuchtete. „Beziehungen zwischen Nationen können an den ungewöhnlichsten Orten und aus den ungewöhnlichsten Gründen entstehen. Unsere britisch-amerikanische entstand auf dem Schlachtfeld.“ In der Folge thematisierte er die Bedeutung gemeinsamer Werte und Interessen und unterstrich abschließend mit einem Zitat von Winston S. Churchill die Notwendigkeit von militärischen Kooperationen trotz möglicher Schwierigkeiten: „There is only one thing worse than fighting with allies; and that is fighting without them.“

Tiefe Einblicke in die amerikanische Kultur

Neben der gemeinsamen Planung einer militärischen Mission und dem Kennenlernen fremder Führungsprozesse waren vor allem die kulturellen Programmpunkte ein Gewinn für die Reise. Der Besuch des eindrucksvollen World War I Museums in Kansas City, die gemeinsame Teilnahme an Sportveranstaltungen, aber insbesondere der intensive und freundschaftliche Austausch zwischen den Soldaten verschiedener Nationen erzeugten ein tiefes gegenseitiges Verständnis der jeweiligen kulturellen Besonderheiten. Ein Lehrgangsteilnehmer fasste den Kern der Reise treffend zusammen: „Wir haben hier ein Fundament für die Zusammenarbeit mit Verbündeten in multinationalen Stäben oder in Einsätzen gelegt, auf das wir zukünftig bauen und von dem wir noch lange profitieren werden können“.

 

Wir stellen uns vor

Fotos

Fotos auf Flickr
Alle Fotos auf flickr.com

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

Zur Veranstaltung