Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

Landstreitkräfte demonstrieren Können auf der ILÜ 2017

Autor: Philipp Lenske; Fotos: Philipp Lenske / Bundeswehr

Hamburg, 18.10.2017

Brigadegeneral Thomas Hambach eröffnet die ILÜ 2017

Im Gefechtsstand: Einweisung in die Lage

Das mobile Rettungszentrum der Sanitäter bereitet sich auf Verwundetentransport vor

Ein Höhepunkt der Übung war das Gefechtsschießen in Bergen

Wie wirken die an Land operierenden Teilstreitkräfte im Einsatz zusammen? Welche Aufgabe hat die Streitkräftebasis? Wie sieht die Truppenpraxis aus? Um praktische Antworten auf Fragen dieser Art zu geben, haben rund 150 Soldaten und zivile Mitarbeiter der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) zwei Tage lang die alljährlich stattfindende Informationslehrübung (ILÜ) der Bundeswehr besucht. Diese dreiwöchige Großübung, die sich vor allem an den Führungskräftenachwuchs der Bundeswehr und an die Streitkräfte aus den Partnernationen wendet, fand auch in diesem Jahr in Munster/Bergen statt. Das deutsche Heer und die Streitkräftebasis haben mit etwa 2000 Soldaten ihre Einsatzfähigkeit vor gut 5.000 Besuchern demonstriert und dabei 100 Kettenfahrzeuge und 500 Radfahrzeuge eingesetzt. Von der Leistungsfähigkeit der eingesetzten Kräfte hat sich auch der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, einen Eindruck verschafft.

Lernen durch Erleben

,,Bereits theoretisch erlernte Inhalte mit Bildern und Erlebnissen zu versehen, um diese somit auch für den praktischen Teil anwendbar zu machen, ist das Ziel dieser Übung." Mit diesen Worten begrüßte der ehemalige Direktor Lehre der FüAkBw und jetzige stellvertretende Kommandeur des Logistikkommandos in Erfurt, Brigadegeneral Thomas Hambach, die Teilnehmer der ILÜ 2017. Er betonte die Wichtigkeit dieser Vorführung mit Blick darauf, die Lehre des Führungskräftenachwuchses zu optimieren. Ziel der ILÜ war es zugleich, den angereisten Bündnispartnern aus den Niederlanden und Polen sowie den Teilnehmern des internationalen Generalstabs- und Admiralstabsdienstlehrgangs der FüAkBw (LGAI) das Zusammenwirken und Handeln der deutschen Streitkräfte aufzuzeigen. 

Leben in der Lage: Phasen des Gefechts

An verschiedenen Stationen wurde der Weg von der Befehlsausgabe über die Durchführung bis hin zur Auftragserfüllung innerhalb einer vorgegebenen, fiktiven Rahmenlage dargestellt. Nach der theoretischen Einweisung, die an jeder Station erfolgt ist und dem Besucher die Lageentwicklung verdeutlicht hat, ging es über zum praktischen Teil der Übung. Dabei wurden die vier Operationsarten des Gefechts, Verzögerung, Verteidigung, Angriff und Stabilisierung detailliert erklärt und anhand von Darbietungen veranschaulicht.

Erlebnisse schaffen Erinnerungen

Am Ende führte die Teilnahme an der ILÜ bei den Übungsbesuchern zu einem Mehrwert für den militärischen Berufsweg, denn die praktische Anwendung vom Führungs- und Einsatzgrundsätzen ist durch einsatznahe Bilder verständlicher geworden. In jedem Fall verbleiben eindrucksvolle Bilder dieser Tage als Erinnerung.  Besonders für die Teilnehmer des Internationalen Generalstabsdienst- und Admiralstabsdienstlehrgangs der FüAkBw waren es sehr eindrucksvolle Erlebnisse in Munster. In diesem Sinne äußerte sich in seinen Dankesworten Oberstleutnant Imeda Gvrittishvili aus Georgien: ,,Im Namen des gesamten Lehrgangs bedanke ich mich bei allen Beteiligten, auf welches facettenreiche Portfolio aus Mensch und Material die deutschen Streitkräfte zurückgreifen können - das persönlich zu erleben ist für mich eine sehr eindrucksvolle Erfahrung.“

Gelebte Kameradschaft

Mit einem gemeinsamen Abend zum Abschluss endeten die beiden Besuchstage in Munster. Die Teilnehmer aus den verschiedenen Nationen diskutierten das gemeinsam Erlebte. Es ist das sichtbare Zusammenwachsen der Nationen, das den alljährlichen Erfolg der Informationslehrübung in Munster auszeichnet.


 

 

 

Aktuelles

„Projektmanagement“ an der Führungsakademie

Autor: Michél Gallien; Fotos: Stefan Fritzsche

Hamburg, 11.10.2017

Gespanntes Zuhören…

…bis es selbst ans Werk geht

Erarbeiten eigener Konzepte

Vorstellung der Gruppenergebnisse

Wer hat nicht schon mal ein Projekt geleitet oder daran mitgewirkt? Aber wer ist tatsächlich auch auf eine solche Aufgabe zielgerichtet vorbereitet worden?

Kompetenzbasierter Ansatz

Im Modul „Projektmanagement“ stellen sich vierzehn Teilnehmer, die aus Soldaten und Zivilbediensteten der Bundeswehr bestehen, dieser Aufgabe an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw). Nach kurzer theoretischer Wissensvermittlung folgt schnell der „Sprung ins kalte Wasser“ und die Lehrgangsteilnehmenden müssen nun ein konkretes Projekt mithilfe der erlernten Managementmethoden erfolgreich zum Abschluss bringen. Das Selbst-Ausprobieren ist eine Methode der kompetenzorientierten Ausbildung. Lernen durch Machen und nicht Lernen durch Zuhören. Deswegen gilt es jetzt, in Kleingruppen ein Festival auf einer Burgruine zu planen. Zwei alte Freunde treffen sich, dem einen gehört eine Burgruine, der andere leitet eine Theatergruppe, aber keiner hat Zeit, diese beiden zusammen zu bringen. Hier springen die Lehrgangsteilnehmer ein.

Hausaufgaben gemacht?

In einer Woche werden neben der praktischen Anwendung die Basics des Projektmanagements vermittelt. Anschließend geht es in die zweite Phase des Moduls als Fernaufgabe: alle Lehrgangsteilnehmer müssen innerhalb von vier Wochen beweisen, dass sie das Gelernte situativ angepasst anwenden können. Ähnlich dem Burgruinenfestival gilt es dabei ein Projekt auf die Beine zu stellen, was es zukünftigen Start-Ups erleichtern soll, ein besseres Netzwerk zu gestandenen Unternehmen aufzubauen. Im Anschluss daran erlangen die Teilnehmer die „Basiszertifizierung im Projektmanagement“ an der FüAkBw.

Kooperation zwischen Führungsakademie und Universität

Der Modulleiter, Oberstleutnant Stefan Fritzsche, bekommt Unterstützung von Professor Dr. Hans Koller von der Helmut-Schmidt-Universität (Universität der Bundeswehr/ HSU) Hamburg. Koller hat 2009 die Anregung für diese Kooperation zwischen FüAkBw und HSU gegeben. Entgegen der grundsätzlichen Konzeption der postuniversitären Weiterbildung an der Akademie dürfen am Projektmanagement auch Studenten der HSU teilnehmen. Hier zeigt sich wieder einmal in einem kleinen Puzzlestück, wie gut die Vernetzung zwischen der FüAkBw und der HSU klappt.

Methodenkompetenz erlangt

Inzwischen werfen die Stichworte „Stakeholderanalyse“, „Ishikawa-Diagramm“ und „Matrix zur Zielverträglichkeit“ keine Fragen mehr auf. „Endlich“, sagt Oberstleutnant i.G. Maik Teichgräber vom Einsatzführungskommando in Potsdam, „ bekommt das Kind ein Namen! Viele Methoden haben wir schon oft angewendet, aber wir wussten nicht, wie sie heißen und worauf man besonders achten muss.“ Ganz selbsterklärend ist Projektmanagement also doch nicht. Für Fritzsche ist besonders wichtig, dass die Teilnehmer strukturiertes Wissen um Methoden mitnehmen, um sich als militärische und zivile Berater schnell auf neue Aufgaben einstellen zu können, weil sie das theoretische Wissen blitzschnell abrufen können.


 

 

 

Gemeinsame Perspektiven für optimierte Ausbildung

Autor: Christiane Rodenbücher; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 10.10.2017

General Del Casale trägt sich ins Gästebuch ein

Italienische ,,Führungsakademie" zu Besuch in Hamburg

Deutsch-italienische Freundschaft wird in Hamburg gelebt

Der Besuch von Generalleutnant Massimiliano Del Casale an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) war von viel Herzlichkeit sowie einem intensiven Austausch geprägt. Der Präsident der italienischen Einrichtung Centro Alti Studi per la Difesa (CASD), auf Deutsch Zentrum für höhere Verteidigungsstudien, hat mit großem Interesse zahlreiche Fragen gestellt, zum Beispiel nach dem Aufbau des Generalstabsdienstlehrgangs in Deutschland sowie dem Beginn und der Gestaltung der Phase, in der die Teilstreitkräfte in Deutschland gemeinsam ausgebildet werden.

Stationen in der Vita des Präsidenten

Die kenntnisreichen Fragen des Generals ließen auf seine vielen früheren Tätigkeiten schließen: Nach zahlreichen Führungsverwendungen als Grenadier im Heer war er wiederholt als Chef des Stabes in Auslandsmissionen der NATO beschäftigt. Del Casale hatte verschiedene Führungspositionen in Ausbildungszentren sowie im italienischen Verteidigungsministerium inne, bis er 2015 Präsident der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung in Rom wurde. Die 1949 gegründete Einrichtung untersteht (wie in Deutschland die FüAk) dem italienischen Generalstabschef. Im italienischen Äquivalent heißt das Pendant zum Generalstabsdienstlehrgang Istituto Superiore di Stato Maggiore Interforze (ISSMI). Der Kurs dauert neun Monate. Teilnehmer des ISSMI stammen aus allen Teilstreitkräften, außerdem kommen sie von der Finanzpolizei, den Carabinieri, der Gendarmerie Italiens sowie aus anderen Ministerien.

Reger Austausch, intensive Gespräche

„Mir liegt besonders am Herzen“, betont Konteradmiral Stawitzki, „die Bande zu anderen militärischen Akademien zu stärken, daher freue ich mich sehr über den Besuch von General Del Casale und seinem Team.“ Im Vordergrund steht für den Akademiekommandeur, noch besser zu verstehen, wie die Institutionen anderer Nationen arbeiten. Außerdem soll der Informationsaustausch gefördert werden. Darüber hinaus nutzt Admiral Stawitzki stets die Möglichkeit, mehr über die Ausgestaltung von Äquivalenten des Masterstudiengangs Militärische Führung und Internationale Sicherheit (MFIS) zu erfahren. Nach einem ersten Kennenlernen jüngst in London ist damit nun kurze Zeit später der erste ausführliche Besuch erfolgt.

 

 

 

Woher wir kommen

General Del Casale erhielt von Oberst i.G. Martin Simberg, Leiter Ausbildungsprozessmanagement, einen Einblick in die Geschichte der FüAk. Die Namensgeber der zwei Kasernen wurden erwähnt, das Konzept der Inneren Führung erläutert. Simberg ging auf die neue Struktur der FüAk mit den Schwerpunkten Ausbildung und Training sowie Strategie und Fakultäten ein. Er erläuterte die Aspekte der Lehre von den Teilstreitkräften über Politik und Soziologie bis zu den Konzepten verbundener Operationen. 500 Personen aus mehr als 60 Nationen sind immer an der FüAk präsent. 3000 Studenten pro Jahr nehmen diverse Aus- und Fortbildungsangebote in mehr als 80 Kursen wahr.

Aktuelle Konzepte der Ausbildung

Simberg erklärte das Konzept des lebenslangen Lernens sowie der kompetenzorientierten Ausbildung. „Risiken, Herausforderungen, Bedrohungen: Diese Parameter prägen die heutige komplexe Welt, darauf müssen wir unser Top-Führungspersonal von morgen vorbereiten.“ Besonders zu bedenken ist dabei: „Die Offiziere kommen mit einem breiten Erfahrungshintergrund zu uns, sie haben schon viel Expertise in der Truppe gesammelt und ein Studium absolviert. Diese Erfahrung wollen wir erkennen, fördern und im Rahmen unserer künftigen Denkfabrik nutzen.“ Mit großem Interesse hat General Del Casale auch die Ausführungen zum internationalen Generalstabslehrgang verfolgt. Das Konzept der FüAk, Wissen über den grundsätzlichen Aufbau deutscher Streitkräfte an internationale Lehrgangsteilnehmer zu vermitteln, deutsche Prozesse im politisch-parlamentarischen Raum sowie den Ansatz vernetzten Handelns zu erklären, hat er sehr aufmerksam wahrgenommen.

Brücke zwischen Akademie und Uni

Den Ausführungen von Jörn Thießen, Leiter Politik- und Gesellschaftswissenschaften, lauschte der italienische General gespannt. Thießen erklärte in einem mitreißenden Vortrag die immense Bedeutung des bereits erwähnten Masterstudiengangs MFIS: „Das ist eine der wichtigsten Brücken zwischen der FüAk, der Helmut-Schmidt-Universität und der Öffentlichkeit. Es hat acht Jahr gedauert, bis wir dieses unglaublich große Potenzial zum Leben erwecken konnten.“ Der MFIS sorgt laut Thießen für die Verbindung der Welten Militär und akademisches Wissen. „Hier besteht eine riesige Chance, mit einem gemeinsamen Auftrag die Wege beider Institutionen zusammen zu führen.“

Rom-Besuch bereits geplant

Abschließend betonten der General und der Admiral beider Akademien die Wichtigkeit realitätsbasierter Szenarios für die Vorbereitung des militärischen Top-Führungspersonals von morgen. Darüber hinaus waren sich beide einig: Jede Ausbildungseinrichtung kann und muss sich ständig weiter entwickeln. Um diese Ziele gemeinsam zu verfolgen und diesen guten Draht zueinander weiter auszubauen, haben sich beide auf einen Gegenbesuch in Rom schon in wenigen Wochen verständigt.

 

 

 

 

Treffen der ehemaligen Lehrgangsteilnehmer

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 06.10.2017

Teilnehmer des 18. LGAN mit ihren Ehepartnern und dem Kommandeur der FüAKBw, Konteradmiral Carsten Stawitzki

 

Vortrag über aktuelle Neuigkeiten an der FüAk

 

Kranzniederlegung zu Ehren der Verstorbenen mit Generalleutnant a.D. Friedrich Riechmann (1.v.l.)

 

Bei der Ansprache an die Lehrgangsteilnehmer

 

Es liegt 40 Jahre zurück, dass sich die Teilnehmer des 18. Lehrgangs der Generalstabs- und Admiralstabsoffiziere National von der Führungsakademie der Bundeswehr  am 30 September 1977 verabschiedet haben und in ihre entsprechenden Tätigkeiten gerufen worden sind. In diesem Jahr traf sich ein großer Teil des damaligen Lehrgangs zusammen mit ihren Ehefrauen an der Führungsakademie. Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, begrüßte die 31 Teilnehmenden im Moltke-Saal der Clausewitz-Kaserne. In seiner Begrüßungsansprache nahm der Kommandeur die Besucher mit in die Gegenwart der aktuellen Fragestellungen zum Traditionserlass und zur Führungsakademie.

Von Mürwik bis zur neuen Struktur

„Wenn eines passen würde, dann das Bild meiner alten Kadettenschule in Mürwik“, so der Kommandeur vor den Besucherinnen und Besuchern im Hinblick auf die Darstellung einer Traditionslinie, „denn dieses Gebäude sei das einzige, was seit der Kaiserzeit ununterbrochen im Dienst der Marine gestanden habe und bis heute steht.“ Damit war der Kommandeur bereits bei seinem Thema, denn wenige Wochen zuvor hat die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, den ersten Workshop zur Überarbeitung des Traditionserlasses in der Bundeswehr eröffnet.

Die drei Peillinien der Bundeswehr

Die Bundeswehr habe drei Peillinien, was dem Vorgehen eines Seemanns entspräche, um einen genauen Standort anzupeilen: Man benötige drei Peilungen, jedoch ist das Fehlerdreieck immer noch ungenau zur Standortbestimmung. So verhält es sich auch mit der Bundeswehr: Die drei Peillinien der Tradition der Bundeswehr sind die preußischen Reformer, die Personen um den 20. Juli 1944 sowie die eigene Geschichte der zurückliegenden 60 Jahre Bundeswehr. Er, der Kommandeur, verstehe den Auftrag für die FüAkBw so, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und dabei keinen Hochmut, jedoch auch keine Demut zur Leitfigur des eigenen Handelns zu machen. In beiden Worten stecke aber das Wort „Mut“. Und mit Mut wird auch der Auftrag der FüAkBw umgesetzt, der aus drei Bausteinen bestehe: aus der Basisqualifikation, aus der Elitenqualifikation zur Heranbildung einer Verantwortungselite des Staatsbürgers in Uniform und schließlich noch aus den Modulen mit ihren Lehrangeboten zur Weiterbildung.

Der bestehende Auftrag der FüAkBw

Geht man vom Auftrag der FüAkBw, der von der BM´in der Verteidigung im November letzten Jahres erweitert worden ist, aus, so steht die FüAkBw auf zwei Säulen. Zum einen ist dies die Ausbildung von Führungspersonal/ Führungskräften und zum anderen die Strategieberatung. Bei ersterem Aspekt geht es um die Frage, mit welchen Führungskenntnissen ein zukünftiger Kommandeur, auch der zukünftige Akademiekommandeur, ausgestattet sein muss, damit er auch in 20 Jahren seinen Auftrag erfüllen kann. Neue Ausbildungsfelder werden die bestehenden ebenso ergänzen wie die Einführung der kompetenzorientierten Ausbildungsmuster. 

Der erweiterte Auftrag der FüAkBw

Im zweiten Teil geht es um die Wissenschaft. Die Akademie ist in einem Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Praxis. Damit sie den Output-Auftrag der Beratung für die Ministerien und die Bundesregierung erfüllen kann, erhielt die FüAkBw den Auftrag zum Ausbau eines Think-Tanks. Dieser Think-Tank wird dabei nicht allein die Akademie bilden. Die Beratungsexpertise wird in Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität gebildet. Bereits heute können die Absolventen der nationalen Generalstabs- / Admiralitätsstabslehrgänge den Abschluss eines "Masters für Militärische Führung und internationale Sicherheit" (MFIS) erwerben. Für Admiral Stawitzki ist die FüAkBw einem Ginko-Blatt vergleichbar. Getreu nach Goethe: „Wir sind zwei und doch eins.“

Ein reicher Tag ging zu Ende

Eine Kranzniederlegung zum Gedenken an die bereits verstorbenen Lehrgangsteilnehmer sowie ein Vortrag von Oberst i.G. Frank Schmidt zum Auftrag und Gliederung des Bereiches Heer an der Führungsakademie, der Lehre Landstreitkräfte sowie den aktuellen konzeptionellen Herausforderungen zur Weiterentwicklung des Heeres beendeten den bereichernden Besuchstag der Teilnehmer des 18. LGAN national.

 

Ein Einblick in die südostasiatische Welt

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 04.10.2017

Generalleutnant Perry Lim, Chief of Defense von Singapur

Generalinspekeur Volker Wieker beim Eintrag ins Gästebuch

v.li.: Konteradmiral Carsten Stawitzki, Generalleutnant Perry Lim, General Volker Wieker

 

Eintauchen in die Lage Südostasiens - Besuch des Chief of Defense von Singapur

Mit dem Besuch von Generalleutnant Perry Lim Cheng Yeow, Chief of Defense von Singapur, an der Führungsakademie der Bundeswehr, hat die Führungsakademie den Blick nach Südostasien gerichtet. Der in Begleitung von General Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr, nach Hamburg gereiste Chef der Verteidigungskräfte Singapurs hielt vor den Lehrgangsteilnehmenden der Lehrgänge des Generalstabs- und Admiralstabsdienstes international (LGAI 2017) und national (LGAN 2016) einen Vortrag über die Verteidigungsstrategie Singapurs. Seit August 2015 steht Perry Lim den Streitkräften seines kleinen Commonwealth-Mitgliedsstaates vor.  

Sicherheitspolitische Lage eines kleinen Landes

General Lim nimmt seine Zuhörer mit in die sicherheitspolitischen Herausforderungen des Stadtstaates an der Spitze der Malaiischen Halbinsel. Wenngleich die Bevölkerung nur 5,6 Millionen Menschen beträgt, so stellt Singapur doch eine militärische Macht in der süsdostasiatischen  Region dar. Die Wirtschaftsleistung, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, beträgt mit etwa 300 Milliarden USD etwa ein Zehntel der von Deutschland. Doch gibt Singapur jährlich 3,4 % seines BIP für die Singapur Arme Forces aus. Die Streitkräfte der Republik umfassen drei Teilstreitkräfte. Neben dem Heer, das über etwa 50.000 aktive Soldaten und eine Reserve von 170.000 Mann verfügt, besteht die Marine, in der etwa 4.500 Soldaten dienen. Die Luftwaffe Singapurs ist die jüngste der drei
Teilstreitkräfte und wurde erst nach dem Rückzug der Royal Air Force im Jahre 1968 aufgestellt. In Ihr leisten 6.000 Soldaten ihren Dienst.

Total Defense-Strategie - jeder Bürger muss ran

Singapurs Verteidigung orientiert sich mit der „Total Defense“-Strategie an der von Österreich, Schweden und Dänemark. Die 1984 etablierte Strategie bedeutet die Vernetzung sämtlicher Lebensbereiche zur Abwehrbereitschaft des Staates und beruht auf fünf Säulen. "Military Defence" wird durch die Singapore Armed Forces (SAF) sichergestellt, deren Auftrag darin besteht, Singapurs Sicherheit und Frieden durch Abschreckung und Diplomatie zu gewährleisten. Umgesetzt wird derzeit die Militärdoktrin der sogenannten dritten Generation für die SAF. "Civil Defence" umfasst die Vernetzung sämtlicher ziviler Bereiche. Durch diese Säule der Strategie werden die Einwohner Singapurs zu jeder Zeit darauf vorbereitet, was sie im Falle einer Verteidigungssituation zu tun haben. Unterstützt wird dieser generelle Ansatz durch die Singapore Civil Defence Force (SCDF). Die SCDF bildet Zivilpersonal in Erster-Hilfe aus oder trainiert Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen mit den Einwohnern. "Economic Defence" umfasst die Erhaltung der wirtschaftlichen Strukturen und der Wirtschaftsleistung des Staates. Darunter wird in Singapur, so General Lim, auch verstanden, die Konkurrenzfähigkeit des Staates ebenso sicherzustellen wie die Sicherung von Zielen des Umweltschutzes. Lim führte aus, dass es im Kern darum geht, dass Singapurs Wirtschaft in Zeiten einer Krise nicht zusammenbricht.

Harmonisches Zusammenleben und Loyalität zum Staat sind Strategie

„Der "Social Defence" komme", so Lim weiter, „die größte Bedeutung zu, denn sein Land lebt unter der Herausforderung, eine multi-ethnische, multi-kulturelle und multi-religiöse Gesellschaft zu sein“. So ist die Sicherung eines harmonischen Zusammenlebens wichtig, da diese erst die vollumfängliche Verteidigungsbereitschaft zulässt.  "Psychological Defence" ist die letzte der fünf Säulen. Hierunter wird in Singapur das klare Committment der Bevölkerung zum Staat Singapur verstanden. Diese Loyalität ist die Basis, um einem Angreifer Widerstand leisten zu können und für den kleinen Staat einstehen zu wollen.

Singapurs Einflussstärke in der Region

In der abschließenden Diskussion mit den Lehrgangsteilnehmenden bewertete der Besucher aus Fernost noch einmal die Bedeutung seines Landes für die Region. „Gewiss“, so der Generalleutnant, „Singapur ist ein kleines Land“. Doch nähme es Einfluss in der Region durch das Fünf-Mächte-Verteidigungsbündnis, dass neben Singapur auch Großbritannien, Australien, Neuseeland und Malaysia umfasse. Singapur unterstützt die Asien-Pazifik-Politik der Vereinigten Staaten. General Lim betonte, dass Singapur seit langem Teilhabe an den humanitären Hilfsmaßnahmen wie auch an den Friedensmissionen der Vereinten Nationen hat. Die Bindungen zwischen der FüAkBw und Singapur sind eng. Dieses zeigte nicht nur der Besuch des Chief of Defense der Republik Singapur, sondern auch daran, dass die FüAkBw regelmäßig auch Offiziere der Singapur Armed Forces ausbildet. Diese lebendige Beziehung nach Singapur wurde durch den Besuch von Generalleutnant Lim noch einmal gefestigt.

Dem Militärischen Nachrichtenwesen auf der Spur

Autor: Michél Gallien; Fotos: Laura Clayborn

Hamburg, 28.09.2017

Modulteilnehmer beim Kartenstudium

Qualmende Köpfe

Der Teilnehmerkreis

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Beim Militärischen Nachrichtenwesen geht es doch sicherlich um Spionage“, kommt dem einen oder anderen in den Sinn. Keineswegs! Eine Woche lang haben sich zwölf nationale und internationale Teilnehmende aus militärischen wie zivilen Dienststellen an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) mit der oftmals „abgeschirmten“ Welt des Militärischen Nachrichtenwesens in einem NATO-Planungsstab beschäftigt. Hinter den Aufgaben der Leiter des Militärischen Nachrichtenwesens beschäftigt sich eine vielfältige Welt. Was in einem solchen Stab gemacht werden muss, damit haben sich die Lehrgangsteilnehmer vertraut gemacht. In dem Modul „Militärisches Nachrichtenwesen auf operativer Ebene“ wurde dieses Wissen anhand von praktischen Übungen einstudiert. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff, was bedeutet diese Welt?

Was ist Militärisches Nachrichtenwesen?

Das Militärische Nachrichtenwesen beschäftigt sich grundlegend mit der Frage, wie und mit welchen Möglichkeiten der Informationsbedarf der eigenen Kräfte gedeckt werden kann. Jede Person oder Instanz benötigt Informationen, um künftig handlungsfähig zu sein und zu bleiben. Dies gilt für das Einsatzführungskommando wie auch für den einzelnen Soldaten. Genau dort setzt das Militärische Nachrichtenwesen an. Der Soldat, der im bewaldeten Versteck den anrückenden Feind beobachtet, trägt, seinen Teil zur Deckung der benötigten Informationen bei. Ebenso tut dies das Einsatzführungskommando, das die nationalen Streitkräfte in den Auslandseinsätzen führt und die Nachrichtenlage auswertet und beurteilt.

Rollenwechsel mit den Augen des Feindes

In ihren Auslandseinsätzen haben es die verbündeten NATO-Streitkräfte oftmals mit einem Gegner zu tun, der sich nicht an internationales Recht und Gesetz hält. Um das Militärische Nachrichtenwesen effektiv einzusetzen, ist für die Planung der Blick aus den Augen des Feindes notwendig. Für diesen Erkenntnisgewinn versetzt sich der Planer in die Rolle des Gegners. Dabei erarbeitet er die wahrscheinlichsten und für die NATO-Streitkräfte gefährlichsten Handlungsmöglichkeiten des Feindes. Im Fachjargon wird dieses „Red Teaming“ genannt. Daraus ergeben sich eigene Optionen des Handelns im Rahmen des internationalen Rechts. „Es ist, als würde ich einen neuen Wagen der Konkurrenz mit allen legalen und illegalen Mitteln ausplanen, damit ich herausfinde, wie der nächste Entwurf eines Wagens meiner Firma aussehen muss, um sich besser verkaufen zu lassen… und das ausschließlich mit legalen Mitteln.“ So fasst ein teilnehmender Reserveoffizier, der in seinem Zivilberuf in der Automobilbranche beschäftigt ist, diesen Übungsabschnitt zusammen.

Wissen ist Macht durch Informationsüberlegenheit

 Die Fähigkeit, die Stärken und Schwächen des Gegners zu analysieren, soll dazu dienen, dass die eigenen Streitkräfte dem Feind an Informationen überlegen sind. Das an der FüAkBw angebotene Modul wird im kommenden Jahr in aktualisierter und erweiterter Form angeboten. Für die unterrichtenden Dozenten ist es wichtig, dass nicht nur Fachleute des Militärischen Nachrichtenwesens daran teilnehmen. Am Ende bleibt für die Lehrgangsteilnehmenden die Erinnerung an einen informationsreichen Einblick in eine „abgeschirmte“ Welt. „Wir haben viel mitgenommen, viele neue Aspekte kennen gelernt, es war eine große Bereicherung“, sind sich die Lehrgangsteilnehmer einig.

Frischer Wind mit neuem General- und Admiralstabslehrgang

Autor: Inka von Puttkamer; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 29.09.2017

Oberst Grewen bei der Begrüßung der Teilnehmer

Gespannt auf die nächsten zwei Jahre: LGAN 2017

Austausch beim anschließenden Empfang

Beim Netzwerken: Lehrgangsteilnehmer unter sich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In 95 gespannte Augepaare blickt Konteradmiral Carsten Stawitzki, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, als er die Teilnehmer des jüngst an die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAk) angereisten General- und Admiralstabslehrgangs „von ganzem Herzen willkommen“ heißt. Es ist der 14. streitkräftegemeinsame und nationale Lehrgang, der stattfindet. Angereichert durch internationale Teilnehmer aus NATO-Partnerstaaten und erstmals auch einen schweizerischen Offizier, sitzt eine bunte Mischung aus Heeres-, Luftwaffen- und Marineuniformen vor dem Admiral. Sie alle sind gespannt auf die kommenden zwei Jahre, in denen die hochwertigste Ausbildung der deutschen Streitkräfte auf sie wartet. Sie werden einen Überblick über alle Bereiche der Bundeswehr bekommen und durch viele Seminare, Module und Vorträge dazu angeregt, über ihren bisherigen Tellerrand hinaus zu denken. Sie beschäftigen sich mit Themen innerhalb und außerhalb der Bundeswehr, die den Weitblick fördern sollen.

Im Sinne der Denkfabrik

Das ist es auch, was Stawitzki von den Neuankömmlingen fordert. „Ich lege Wert auf den kritischen Diskurs. Wir brauchen wieder Verständnis für die gesamtstaatliche Verteidigung und das schließt ein, dass wir alle Schulter an Schulter zusammen stehen, um Probleme zu lösen. Wir wollen Sie bestmöglich auf Ihre späteren Verwendungen vorbereiten.“ Konsequent betont Stawitzki mit seinen Ausführungen, dass von den angehenden General- und Admiralstabsoffizieren nicht nur Input, sondern grade auch eigene Antworten auf die Fragen von morgen gefordert sind. Das beinhaltet, was Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, vor einem knappen Jahr als neue Aufgabe der FüAk definiert hat – sie soll mit ihrem vielfältigen Personal zum Think Tank werden, was besonders die Lehrgangsteilnehmer einschließt. An dieser Stelle spannt der Akademiekommandeur den Bogen zum neuen Masterstudiengang, der extra für die Lehrgangsteilnehmer eingeführt wurde. „Militärische Führung und Internationale Sicherheit“ kann lehrgangsbegleitend und in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität (Universität der Bundeswehr Hamburg) belegt werden. Soeben wurden zum dritten Mal Masterurkunden an einen scheidenden Lehrgang verliehen (Link zum Artikel). Spätestens mit der Erstellung der Masterarbeiten werden die Lehrgangsteilnehmer zu einem aktiven Teil der Denkfabrik.

In der Ruhe liegt die Kraft

Für Stawitzki selbst verdeutlicht der Beginn des neuen Lehrgangs, dass die Zeit sehr schnell ins Land geht: „Vor einem Jahr habe ich hier als Kommandeur neu angefangen, inzwischen sitzen viele vertraute Ausbildergesichter vor mir.“ Er betont, dass genau das die FüAk ausmacht, nicht nur „Kästchen und Verfahren, sondern vor allem die Menschen“. Der Akademiekommandeur rät den angehenden General- und Admiralstabsoffizieren, die kommenden zwei Lehrgangsjahre intensiv dafür zu nutzen, den eigenen Standort zu bestimmen, sich durch die vielen Erfahrungsträger und das breite Portfolio an Expertise beraten zu lassen und sich weiterzuentwickeln. Nichtsdestotrotz regt er auch an, sich zurückzulehnen und „einfach mal nachzudenken“, sich zu sortieren und zu entschleunigen, solche Pausen auch dem später unterstellten Personal einzuräumen. Stawitzki entlässt seine neuen Lehrgangsteilnehmer ganz in diesem Sinne in einen Empfang und in die Gelegenheit zum lockeren Gespräch mit einem Ausblick auf den Tag der Bundeswehr 2018, der an der Akademie mit den Feierlichkeiten zum 60jährigen Bestehen der FüAk zusammenfällt. „Sie haben zwei großartige Jahre vor sich! Ich habe noch niemanden getroffen, der von der Ausbildung hier enttäuscht war!“

Zurück zur Alma Mater: Oberst Boris Nannt ist neuer Direktor Lehre

Autor: Inka von Puttkamer / Christiane Rodenbücher; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 25.09.2017

Oberst Nannt im Kreis der FüAk-Angehörigen

Direktor Lehre begrüßt philippinische Delegation

 

Nach vielen vielseitigen Stationen führt der Weg erneut an die Alma Mater des Top-Führungspersonals der Bundeswehr: Oberst i.G. Boris Nannt, der von 2002 bis 2004 seine Generalstabsdienstausbildung in Hamburg absolviert hat, ist jetzt Direktor Lehre an der Führungsakademie geworden. Er kennt die Akademie zudem aus seiner Zeit als G3 Fachbereich Führungslehre Heer im Anschluss an seinen Generalstabslehrgang . Nach verschiedenen Tätigkeiten im Bereich Logistik und Ausbildung, nach einem Auslandseinsatz in Afghanistan und im Kosovo, der Generalstabsausbildung in Spanien, zuletzt Verwendung als stellvertretender Sprecher für das Bundesministerium der Verteidigung ist der studierte BWL-er nun für Ausbildungsprozessmanagement, für die Bereiche der Teilstreitkräfte, für die Lehre von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und vieles mehr an der FüAk zuständig. Aufgrund seiner früheren Tätigkeiten sowie seiner Rolle als Mitbegründer der Seminarreihe „Führen lernen“ ist er für seine Position sehr gut aufgestellt.

Der gleiche Zeichenvorrat

Nannt löst Brigadegeneral Thomas Hambach ab, der Stellvertretender Kommandeur im Logistikkommando in Erfurt geworden ist. Konteradmiral Carsten Stawitzki übertrug Oberst Nannt vor dem komplett versammelten Akademiepersonal die Aufgaben des Direktors Lehre. „Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit“, erklärte der Akademiekommandeur. „Mein Führungsteam ist jetzt wieder komplett“, sagte der Admiral, der sich dankbar zeigte, dass nun eine Heeresuniform das derzeit maritim geprägte Führungsteam ergänzt (Stawitzkis Stellvertreter ist Flottillenadmiral Karsten Schneider). „Wir haben den gleichen Zeichenvorrat“, fügte Stawitzki hinzu. Das liege an zahlreichen dienstlichen Begegnungen, ob im Bundesministerium der Verteidigung oder in Afghanistan. „Mit Ihrer Fach- und Führungskompetenz“, erklärte Stawitzki gegenüber Nannt, „sind Sie bestens für den Dienst an dieser Akademie aufgestellt!“

Zur Vita von Oberst i.G. Boris Nannt

Digitalisierung im Fokus: FüAk bei Ausbildungsmesse

Autor: Matthias Friedrich; Fotos: Colin Schramm / FüAkBw

Hamburg, 20.09.2017

Hauptmann Körner im Gespräch

Virtuelle Realität erleben - modern Technik zum Ausprobieren

Die Keynotes sorgen stets für einen vollen Hörsaal

Impressionen vom (Aus)Bildungskongress: Ein Blick von oben

An der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU/ UniBw HH) hat der 4. (Aus)Bildungskongress der Bundeswehr unter dem Motto „Biografien 4.0?! – (Aus)Bildung, Arbeit und Organisationsentwicklung im Wandel gestalten“ stattgefunden. Der Schwerpunkt: Digitalisierung. Die Führungsakademie der Bundeswehr (FüAk) hat sich als höchste militärische Ausbildungseinrichtung mit einem Messestand beteiligt. Neben allgemeinen Informationen über die Akademie haben die Angehörigen der FüAk in diesem Jahr das Modulangebot in den Mittelpunkt gestellt, weil es besonders vielfältig ist.

Breites Angebot

Die FüAk bietet pro Jahr über 80 unterschiedliche Module an, die durchschnittlich fünf Tage dauern. Das Portfolio reicht von „Führung und Einsatz von Streitkräften“ über „Individuelle Führungskompetenzen“ und „Grundbetrieb Bundeswehr“ bis zu „Staaten, Gesellschaft, Militär“. Ausführliche Informationen zu den Modulen finden Sie hier.Viele Seminare richten sich auch an Zivilisten, sowohl in der Bundeswehr als außerhalb.

Vielseitige Informationsmöglichkeiten

„Die FüAk beteiligt sich an der Ausbildungsmesse auch deshalb mit einem Stand, weil sie sich damit auf dem Arbeitgebermarkt positioniert und nach außen signalisiert: Wir haben die Treiber des Wandels erkannt und stellen uns offen der Diskussion – jeder kann hier mit uns in Kontakt treten“, erklärt Oberst i.G. Martin Simberg, der Leiter im Ausbildungs- und Prozessmanagement der FüAk ist. Welche Wichtigkeit die volatile Arbeitsmarktlage und das lebenslange Lernen für die Bundeswehr hat, betonte Generalleutnant Eberhard Zorn, Abteilungsleiter Personal im Bundesministerium der Verteidigung, der den Kongress eröffnete.

Alles 4.0?!

Zahlreiche militärische und zivile Redner und Aussteller haben ihren Weg nach Hamburg gefunden. Die Digitalisierung in der Bildung ist das Hauptthema, das alle Teilnehmer bewegt. Wie der Bedarf der Industrie 4.0 an das Personal ist, wie die Bundeswehr ihre Ausbildungseinrichtungen fit für die Digitalisierung macht oder wie die militärische Führung unter dem „Diktat“ der Digitalisierung aussieht – all diese nicht leicht zu beantwortenden Fragen greifen unter anderem das Bildungszentrum der Bundeswehr, Vertreter verschiedener Truppenschulen, die Bw Consulting und zahlreiche Universitäten auf.

Mehrwert der Messe

Als Weiterentwicklung des ehemaligen Fernausbildungskongresses der Bundeswehr ist die neue Messeform stärker als früher zukunftsorientiert: Eine wissenschaftliche, aber auch praxisorientierte Tagung wird durch eine Fachausstellung abgerundet und bietet damit gleich zwei Perspektiven, um sich dem Thema Bildung in der Bundeswehr zu nähern. Der Kenntnisstand kann zum einen in zahlreichen Vorträgen auf den neusten Stand gebracht werden. Außerdem können Interessierte das persönliche Bildungsnetzwerk im Gespräch am Messestand erweitern.

Berufsbegleitender Master

Einen passenderen Rahmen als den (Aus)Bildungskongress hätte die Verleihung der Masterurkunden für die Studenten des Studiengangs „Militärische Führung und internationale Sicherheit“ (MFIS) nicht finden können: Am zweiten Kongresstag wurden die Absolventen des nationalen General- und Admiralstabslehrgangs von der FüAk mit den lange ersehnten Urkunden ausgezeichnet und unterstrichen damit nicht nur die Theorie des lebenslangen Lernens, sondern auch die gute Zusammenarbeit zwischen HSU und Akademie. Im nächsten TOP-Thema berichten wir ausführlich über die MFIS-Verleihung.

Militärfachliches Studium MFIS erfolgreich bestanden

Autor: Michél Gallien; Fotos: Ines Blandau

Hamburg, 22.09.2017

Intro zur Veranstaltung

Professor Seidel bei der Begrüßung

Konteradmiral Stawitzki begrüßt Gäste und Absolventen

Ehrengast Generalleutnant von Heimendahl

 

Dritte erfolgreiche Runde im Abschluss Militärfachliches Studium MFIS

Zum dritten Mal haben 33 Absolventen den Master-Studiengang „Militärische Führung und Internationale Sicherheit“ MFIS erfolgreich abgeschlossen. Dieses Studium, das an den Lehrgang General- und Admiralstabsdienst National, kurz LGAN, anknüpft und auch für Studierende an der Helmut-Schmidt Universität (HSU) möglich ist, eröffnet für Offiziere neue Möglichkeiten, die militärische Ausbildung mit wissenschaftlicher Weiterbildung anzureichern. Damit können Offiziere sich für künftige Entscheidungen besser aufstellen und erhalten einen besseren Überblick über sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenhänge.

Anspruchsvolles Niveau

„Führungskräfte müssen ein vertiefendes Verständnis für ihr Handeln entwickeln, sie sind unser wichtigstes Zukunftspotenzial“, hebt Professor Wilfried Seidel, Präsident der HSU, die Leistung der Absolventen hervor. „Durch MFIS erfahren Offiziere eine Verbreiterung ihrer Fertigkeiten“, lobt Konteradmiral Carsten Stawitzki, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), den neuen Studiengang und die Kooperation beider Bildungseinrichtungen. Dass die Teambildung und der gemeinschaftliche Zusammenhalt bei solch einem anspruchsvollem Studium unentbehrlich sind, betont Konteradmiral Stawitzki, selbst MFIS-Student, mit einem Zitat vom ehemaligen preußischen General Gerhard Johann David von Scharnhorst: „Verzweiflung an der Kunst, Ermüdung in der Nachforschung und Einseitigkeit in der Ansicht ist nicht selten die Folge des isolierten Studiums. Nur durch gegenseitige Belehrung und Aufmunterung kann diese nachteilige Lage gemildert werden.“ Von den Offizieren wird während ihres zweijährigen Studiums viel abverlangt. An sechs zusätzlichen Wochenenden besuchen die jungen Führungskräfte Seminare und Module.

Wissen auf Vorrat genügt nicht

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Zeugnisverleihung durch den Abteilungsleiter Führung Streitkräfte, Generalleutnant Klaus von Heimendahl, der die jungen Kameraden persönlich beglückwünscht. „Vor nunmehr fast 40 Jahren habe ich selbst als junger Student aus Anlass meiner Immatrikulation hier in dieser Aula gesessen.“ Während des Studiums werden hohe Anforderungen an die jungen Offiziere gestellt. So gehören beispielsweise die Module Menschenführung und Organisation von Planungsprozessen zu den Bestandteilen ihrer wissenschaftlichen Ausbildung.

Lebenslanges Lernen

General Heimendahl verweist auf die bevorstehenden Herausforderungen in künftigen Tätigkeiten. Mit der bestandenen Master-Prüfung sind die Offiziere nun für ihre Berufspraxis sehr gut vorbereitet, sagt der General, denn „für diese komplexe Welt bedarf es eines besonderen Typus des militärischen Beraters und Entscheiders, nämlich des militärischen Führers, der auf die Anwendung industrieller Technik, des modernen Managements sowie erziehungswissenschaftlicher Methoden angewiesen ist“. Auch künftig werden sich Offiziere im neuen Studiengang wissenschaftlich entfalten dürfen. Selbst die Professoren haben mittlerweile „Blut geleckt“: „Es würde mich reizen, als Studierender an MFIS teilnehmen zu dürfen, fürchte aber nicht mehr zur Zielgruppe zu gehören.“, scherzte Professor Dr. Klaus Beckmann.

Rede von Generalleutnant Klaus von Heimendahl

Die Kunst des Führens: LGAN 2015 wird verabschiedet

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 14.09.2017

Generalinspekteur Wieker neben Guntrum-Heusinger und Flottillenadmiral Endres

General Volker Wieker bei seiner Begrüßungsansprache

Auszeichnung des österreichischen Lehrgangsteilnehmers Oberstleutnant Bernhard Gruber durch die Clausewitz Gesellschaft

Major Philipp Lange (re.), Generalleutnant a.D. Kurt Hermann (Mi.) und Kapitän zur See Richard Kesten

Abschied von der Führungsakademie

General a.D. Schuwirth (re.) von der DWT zeichnet Major Marc Füger (Mi.) mit dem Zukunftspreis der DWT aus

Von der Kunst des Führens: Generalinspekteur verabschiedet Lehrgang 2015

Fast 90 Lehrgangsabsolventen, darunter Offiziere aus zwölf verschiedenen befreundeten Ländern sowie eine Regierungsdirektorin aus dem zivilen Ämterbereich, haben in einer feierlichen Zeremonie vom Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, sowie Konteradmiral Carsten Stawitzki ihre Abschlussurkunden und eine Medaille der Führungsakademie überreicht bekommen. Sie waren Teilnehmer des 12. streitkräftegemeinsamen Lehrgangs für den General- und Admiralitätsstabsdienst National (LGAN). „Die Kunst einer Führungskraft besteht darin, in kritischen Situationen zu entschleunigen, um mit Ruhe in Führung zu gehen‘‘, erklärte Admiral Stawitzki. Führung heiße, sich der Situation in der Führung bewusst zu sein. „Man stirbt für ein Volk, nicht für eine Menge. Man stirbt aus Liebe zu einem Menschen, wenn er der Schlussstein im Gewölbe zu einer Gemeinschaft ist. Man stirbt für das allein, für das man leben kann‘‘, zitierte der Akademiekommandeur den französischen Flieger und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupery.

Mut zur Klarheit

General Wieker appellierte an die Lehrgangsteilnehmenden, Mut zur Klarheit zu haben. Moltke liege richtig, wenn er uns daran erinnert: „Unsicherheit im Befehlen erzeugt Unsicherheit im Gehorsam‘‘, sagte Wieker vor den Lehrgangsteilnehmern und ihren Gästen. Die Bundeswehr sei darauf angewiesen, dass die künftigen Führungskräfte im Generalstab „militärischen Rat entwickeln und diesen auch zum Tragen bringen‘‘. Es gelte, so der General, die innere Führung überzeugend vorzuleben und dies stelle eine große Aufgabe dar, denn „dies ist die DNA des soldatischen Handelns‘‘.

Zwei Seiten der Führung

Führung hat laut Wieker immer zwei Dimensionen: Führung bedeute zum einen das Führen der anvertrauten Menschen. Führung bedeutet jedoch auch das „sich Führen‘‘. „Für eine militärische Führungskraft müssen beide Dimensionen vollumfänglich erfüllt sein.‘‘ Schließlich konstatierte er: „Feste Bestandteile Ihrer Pflicht - Ihres Dienens - werden Handeln und Führen sein.‘‘ Und: „Tragen Sie am Ende des Tages die Verantwortung! Gelegentlich neigen wir dazu, uns so zu organisieren, dass klare Verantwortungen auf rätselhafte Weise diffundieren und irgendwie in Graubereichen verschwimmen."

Besondere Leistungen ausgezeichnet

Mehrere Preise für herausragende Prüfungs- und Lehrgangsleistungen wurden vergeben. Die Clausewitz-Gesellschaft hat Oberstleutnant Bernhard Gruber für seine Analyse der Auswirkungen maritimer Sicherheit auf die Republik Österreich ausgezeichnet. Ebenfalls geehrt wurde Major Philipp Lange für seine Arbeit zum Ansatz des „Global Zero‘‘. Der Major überprüfte den Ansatz des US-Präsidenten Barack Obama, eine Welt anzustreben, in der Kernwaffen vollständig abgerüstet sind, also eine „globale Null‘‘, auf sicherheitspolitische Durchführbarkeit.

Preis für Zukunftstechnologie

Die Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. (DWT) verlieh den Zukunftspreis der DWT 2017 an Major Marc Füger. Füger schlägt mit seiner Arbeit über die Nutzung von Waffenlasern im Heer den Bogen von technologischem Neuland zur militärischen Nutzung. Major Marcel Bohnert erhielt den Preis als „Primus inter Pares‘‘ des Lehrgangs. Dieser Preis wird durch die FüAkBw an denjenigen Lehrgangsteilnehmer verliehen, der in „Kameradschaft, persönlicher Integrität, ethischer Grundhaltung, beruflichem Selbstverständnis und Leistung für den Lehrgang‘‘ überzeugt hat. Als bester ausländischer Lehrgangsteilnehmer erhielt Oberstleutnant Bastiaan Theodorus Johannes Kuipers den Dr.-Manfred-Wörner-Preis, mit dem regelmäßig die herausragende Leistung und die vorbildliche Haltung eines künftigen Generalstabsoffiziers des Auslands gewürdigt wird. Zusammen mit Frau Guntrum-Heusinger, Tochter des ersten Generalinspekteurs der Bundeswehr, verlieh General Wieker den General-Heusinger-Preis 2017 an Major Florian Beerenkämper. Er würdigte seine Haltung und Leistung während des LGAN 2015. Einen Sonderpreis des Kommandeurs der Führungsakademie erhielt Major Sandra Matuszewsk für ihre besondere wissenschaftliche Leistung.

Würdiger Ausklang

Das Bläserquintett des Marinemusikkorps Kiel sorgte für ein festliches musikalisches Rahmenprogramm aus verschiedenen Jahrhunderten. Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft. Mit dem Verweis auf die Zukunft und die Bedeutung der in den vergangenen zwei Jahre entstandenen Freundschaften schloss der Generalinspekteur: „Sie alle werden mit der Zeit feststellen, wie wichtig dieses Netzwerk ist, das Sie sich in den zurückliegenden beiden Jahren aufgebaut haben. Es reicht weit über die Grenzen des Dienstlichen hinaus. Ich freue mich, Sie die Zukunft unserer Bundeswehr mitgestalten zu sehen.‘‘







Die Mitteilung der DWT finden Sie hier







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