Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

Versöhnung über den Gräbern zum Volkstrauertag

Autor: Inka v. Puttkamer; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 19.11.2017

Admiral Stawitzki bei der Ansprache zum Volkstrauertag

3. v.l. Bezirksamtleiterin Dr. Liane Melzer, 4. v.l. Generalkkonsul Frankreich Laurent Toulouse

Internationale Teilnehmer am Volkstrauertag

Die britische Band "Band of the Royal Armoured Corps"

Ansprache des französischen Generalkonsuls Toulouse

Deutsche Offiziere legen Kranz nieder

Italienischer Generalkonsul Giorgio Taborri am Friedhof

Kranzniederlegung durch Honorarkonsul Nicholas Teller

Einen ganz besonderen Rahmen hatte der Volkstrauertag in diesem Jahr auf dem Blankeneser Friedhof: Der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Konteradmiral Carsten Stawitzki, hat Vertreter der ehemaligen deutschen Kriegsgegner zu einer gemeinsamen Kranzniederlegung und Feierstunde eingeladen. Amerikaner, Briten, Franzosen und Italiener standen Seite an Seite mit Deutschen, um ihrer Toten zu gedenken. Dieser internationale Ansatz mit knapp 100 geladenen Gästen ist bisher einmalig und einzigartig. Durch weitere Teilnehmer des internationalen General- und Admiralstabslehrgangs waren Soldaten von vier verschiedenen Kontinenten versammelt.


Mehrsprachiges Gebet

Bei stürmischem Novemberwetter beginnt der Festakt mit einer Andacht durch den evangelischen Militärdekan an der FüAkBw, Dr. Hartwig von Schubert. Er erinnert an die unmenschlichen Verbrechen der Kriege. Nach dem von allen anwesenden Nationen in ihrer Sprache gemeinsam gebeteten Vaterunser resümiert er, dass sich an diesem Tag alle zusammen sowohl als Täter als auch als Opfer verbeugen, ganz gleich welcher Nationalität. Anschließend versammeln sich die Gäste am Gedenkstein des Friedhofs.


„Gedenken gehört in die Mitte der Gesellschaft“

Eingerahmt von einer Ehrenformation aus französischen Offizieren, die allesamt Studierende der Helmut-Schmidt-Universität (Universität der Bundeswehr Hamburg) sind, begrüßt Stawitzki nun die zahlreichen Gäste. Er holt sie mit einem Zitat aus Erich Maria Remerques „Im Westen nichts Neues“ direkt in den Kriegsalltag des einfachen Soldaten vor knapp hundert Jahren. Er hebt hervor, dass dagegen an diesem Tag 2017 Nationen Schulter an Schulter stehen, die ehemals gegeneinander in den Krieg gezogen sind: „Wir stehen hier heute als Freunde, Verbündete und Partner – in dem Bewusstsein, dass wir die Probleme dieser Welt nur gemeinsam bewältigen können.“


Frieden in Europa

Stawitzki ruft seinen Zuhörern ins Gedächtnis, dass Europa sich in der längsten Friedensperiode seit Ende des Zweiten Weltkrieges befindet und wie großartig diese Tatsache ist. „Es kann nur der aus der Vergangenheit lernen, der sich ihr stellt.“ Die Vergangenheit nimmt uns in die Verantwortung, unser Handeln immer an die Normen der Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit zu binden, mit Offenheit und Toleranz zu agieren, so Stawitzki. „Verantwortung – uns entschieden und mutig und wenn es sein muss, lautstark und mit aller Kraft entgegenzustellen, wo immer die Würde des Menschen angetastet wird.“ Der Kommandeur der Führungsakademie verweist schließlich auf die vielen Soldaten, Polizisten, Entwicklungshelfer und freiwilligen Helfer aller Nationen, die sich in Auslandseinsätzen befinden.


Erinnerung und Orientierung

Extra angereist ist die britische „Band of the Royal Armoured Corps“, um für eine würdige musikalische Untermalung zu sorgen. Beim „Lied vom guten Kameraden“ schwingt die Atmosphäre des Gedenkens unter den Gästen mit, die anschließend beim Verlesen des Totengedenkens verbalisiert wird. Wichtig ist an diesem Tag, dass grade nicht nur an die Toten aus den Weltkriegen, sondern auch an die gefallenen Soldaten der über 60-jährigen Bundeswehrgeschichte und an die jüngsten Opfer von Terror und Gewalt erinnert wird. Für die internationalen Ehrengäste spricht der französische Generalkonsul Laurent Toulouse. Mit bewegenden Worten bedankt er sich „aus tiefstem Herzen“, dass sich das erste Mal Vertreter der ehemaligen Kriegsgegner zu diesem Tag der Einkehr treffen. Toulouse verdeutlicht, dass ein gesunder Patriotismus und Menschenverstand dazu führen, dass die Vergangenheit nicht nur zum Gedenken, sondern vor allem auf die Zukunft verpflichtet – und gerade das gilt für alle Völker. Die „Zukunft“ wird unter den Gästen auch durch Schüler des „Lycée Français de Hambourg“ repräsentiert.

 

Kränze zum Gedenken

Die Ehrengäste legen anschließend Kränze nieder: Für Deutschland ist es Admiral Stawitzki. Den italienischen Kranz legt der Generalkonsul Giorgio Taborri nieder, für Großbritannien ist es der Honorarkonsul Nicholas Teller, für die USA der aus Berlin angereiste Militärattaché Colonel Terry Anderson. Den Schluss bildet Toulouse. Die anschließende Schweigeminute wird eingerahmt durch das französische Stück „Aux Morts“ und die hoffnungsfrohe Europahymne zum Schluss.

 

Der Verantwortung stellen

An der FüAkBw gibt es anschließend Erbsensuppe zusammen mit der Gelegenheit zur gemeinsamen Reflexion der Veranstaltung. Alle sind sich einig, dass der internationale Rahmen dem Tag besondere Würde verliehen hat. Die Bezirksamtsleiterin von Altona, Dr. Liane Melzer, spricht als zivile Vertreterin zu den Gästen. Sie fragt sich, ob der Volkstrauertag heute noch Bedeutung hat, er scheint „sehr weit vom Alltag entfernt zu sein“. Das ganz eindeutige Ja begründet sie mit der angemahnten Aussöhnung zwischen den Völkern. Aussöhnung, die im Angesicht der jüngsten europäischen Konflikte niemals an Aktualität verlieren wird. „Der Frieden ist ein Gut, das nicht als gegeben hingenommen werden kann.“ Melzer erinnert zum Schluss an Jean-Claude Juncker, der bereits vor neun Jahren zum Volkstrauertag die Europazweifler dazu aufrief, Soldatenfriedhöfe zu besuchen, um sich so das Leid zu vergegenwärtigen, das ohne Völkerverständigung passieren kann.

 

Beispielhafte Veranstaltung

So gelungen organisiert wurde die Gedenkfeier vor allem durch den älteren nationalen Lehrgang General- und Admiralstabsdienst. Die Resonanz der Gäste – international und im Altersband zwischen zwei und achtzig Jahren, in Uniform und ohne - zeigt, dass der Volkstrauertag tatsächlich nichts Vergangenes ist, sondern in Hamburg auf dem Blankeneser Friedhof und an der FüAkBw wirklich von allen Generationen erinnert und die angesprochene Verantwortung gelebt wird.

 

 

 

Aktuelles

Zielgerichtete Vorbereitung auf den Einsatz in UN-Hauptquartieren

Autor: Manfred Ertl; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 20.11.2017

Im Fokus des Lehrgangs: Der Einsatz in Hauptquartieren von UN-Missionen

Teilnehmende auch aus dem zivilen Bereich

Austausch zwischen deutschen und internationalen Teilnehmenden

Praktische Anwendung des Gelernten in einer Planübung

 

 

Der Einsatz deutscher Soldatinnen und Soldaten in Friedensmissionen der Vereinten Nationen (UN, United Nations) ist mittlerweile ein fester Bestandteil des Aufgabenspektrums der Bundeswehr, der künftig noch an Bedeutung gewinnen wird. Die Bundeswehr hat ein Paket von Maßnahmen geschnürt, um die Soldaten bestmöglich auf diese Einsätze vorzubereiten. Eine dieser Maßnahmen ist die Schaffung eines UN Staff Officer Course (UNSOC) an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Ziel dieses dreiwöchigen Lehrgangs ist es, Angehörige der deutschen Streitkräfte auf den Einsatz als Stabsoffizier in Hauptquartieren von UN-Missionen vorzubereiten. Der UN Staffofficer Course (UNSOC) gehört weltweit zu den wenigen Lehrgängen, die von den Vereinten Nationen zertifiziert und deswegen besonders attraktiv sind.

Zivile und militärische Teilnehmer

Da UN-Hauptquartiere nie rein militärische Einrichtungen sind, steht der UNSOC auch Mitarbeitern ziviler Institutionen offen. So nehmen zum Beispiel regelmäßig Vertreter deutscher Polizeibehörden am Lehrgang teil. Darüber hinaus entsenden auch andere Nationen Offiziere an die Führungsakademie. Dadurch ist der UNSOC durch Multinationalität geprägt wie auch das Aufeinandertreffen einer Vielzahl unterschiedlicher Organisationskulturen, was für die Situation in UN-Einrichtungen typisch ist. Es verwundert nicht, dass die Lehrgangssprache Englisch ist – eine Notwendigkeit, um in einer multinationalen Gruppe gemeinsam lernen und arbeiten zu können.

Peacekeeping-Missionen im Fokus

Der Lehrgang besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Im ersten, zwei Wochen dauernden Abschnitt werden die Grundkenntnisse vermittelt, die erforderlich sind, um Grundlagen der Vereinten Nationen als Institution sowie die Funktionsweise von Peacekeeping-Missionen zu erfassen. Dazu befassen sich die Teilnehmenden zunächst mit den historischen, rechtlichen und konzeptionellen Grundlagen des Peacekeepping.

Anschließend geht es um die konkrete Organisation einer Friedensmission sowie um die unterschiedlichen Aufgaben und Zielsetzungen, die im Fokus derartige Missionen stehen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Prinzip des multidimensionalen Peacekeepings, das große Übereinstimmung mit dem Prinzip der vernetzten Sicherheit aufweist.

Dem liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die meisten heutigen Konflikte nicht rein militärisch sind, sondern dass sie eine Vielzahl weiterer Dimensionen umfassen wie etwa eine prekäre humanitäre Lage, mangelndes Demokratieverständnis der Konfliktparteien, ethnische Spannungen und fehlende staatliche Strukturen. Folglich darf eine Stabilisierungsoperation auch nicht eindimensional auf die Sicherheitslage einwirken. Sie muss vielmehr auf politischem, humanitärem oder ökonomischem Gebiet die Voraussetzungen schaffen, dass ein Waffenstillstand auch zu einem dauerhaften und belastbaren Frieden führt.

Verknüpfung ziviler und militärischer Aspekte

Vor diesem Hintergrund werden beim Lehrgang insbesondere Fragestellungen aus den Bereichen humanitäre Hilfe, Entwicklungsarbeit sowie Wiederaufbau von Polizeistrukturen und der lokalen Zivilgesellschaft behandelt. Im dem Zusammenhang befassen sich die Teilnehmenden auch mit den Grundprinzipien der Logistik bei einer solchen Mission, die sich von den Prinzipien und Prozessen rein militärischer Logistik zum Teil erheblich unterscheiden. Den Input-Teil des UNSOC runden Vorträge über die Staff Procedures in UN-Missionen, Verhaltensregeln für UN-Personal und grundlegende Prinzipien der Vereinten Nationen wie die Berücksichtigung von Gender-Aspekten oder der Schutz der Zivilbevölkerung im Einsatzland ab.

Planübung zur praktischen Anwendung des Gelernten

In der dritten Woche des Lehrgangs wenden die Teilnehmenden das Erlernte im Rahmen einer Planübung praktisch an. Sie erhalten den Auftrag, in dem fiktiven Land Kolpoto im Westen Afrikas eine UN-Peacekeeping-Mission zu planen. Der militärische Operationsplan für die Friedenstruppe ist dabei allerdings nur ein Teil des Vorhabens. Denn parallel dazu muss in der Übung ein Konzept für den politischen Prozess, ein Plan für die humanitäre Operation und für die Koordinierung von Entwicklungsprojekten sowie ein Logistikkonzept entwickelt werden. Hierbei steht im Vordergrund, dass die Lehrgangsteilnehmenden am Beispiel einer konkreten Problemstellung nachvollziehen können, welche Aufgaben die verschiedenen Akteure in einem Hauptquartier einer Peacekeeping-Mission haben und wie sie interagieren.

Damit leistet die Führungsakademie einen elementaren Beitrag für gelingende UN-Missionen.

 

Projekt mit Zukunft: IT wird neu aufgesetzt

Projekt mit Zukunft: IT wird neu aufgesetzt

Autor: Daniel Giese; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 16.11.2017

Gruppenfoto der Teilnehmer nach dem Eintrag ins Gästebuch

Der Kommandeur eröffnet das Strategiegespräch

Fruchtbarer Dialog und enge Zusammenarbeit

 

 

 

Für die Führungsakademie der Bundeswehr ist es von zentraler Bedeutung, auch künftig über ein leistungsfähiges, innovatives und zukunftsweisendes IT-System zu verfügen. Vor diesem Hintergrund erörterten Vertreter der Führungsakademie, des Bundesministeriums der Verteidigung, der BWI GmbH sowie des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr Mitte November in einem Strategiegespräch in Hamburg die Rahmenbedingungen für die Realisierung des neuen „IT-Systems FüAkBw 2017+“. Ziel dieses Projekts ist es, das bestehende IT-System der Führungsakademie in den Regelbetrieb des HERKULES-Folgeprojekts zu überführen und auf dieser technischen Basis neu aufzusetzen.

Strategiegespräch an der Führungsakademie

Bei seiner Begrüßung der 20 Teilnehmenden unterstrich der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, dass sich die Weiterentwicklung und Neugestaltung des IT-Systems in die aktuell laufende Neuausrichtung der höchsten Bildungseinrichtung der Bundeswehr einfügt und diese unterstützt. „Entscheidende Anforderungen ergeben sich über den Lehrbetrieb hinaus aus der neuen Rolle der Führungsakademie als strategische Denkfabrik für Bundeswehr und Verteidigungsministerium“, erklärte der Kommandeur. „Das neue IT-System muss nicht zuletzt die Voraussetzungen erfüllen für ein künftig noch komplexeres Wissensmanagement wie auch für erweiterte Kooperationen mit anderen nationalen und internationalen Institutionen.“


Innovatives IT-Projekt mit Leuchtturmcharakter

Oberst i.G. Hansjörg Witt, Leiter der Steuerungsgruppe IT-System der Führungsakademie, wies auf die Wichtigkeit hin, den Lehrgangsteilnehmern und Dozenten eine auftrags- und bedarfsgerechte sowie zeitgemäße und leistungsfähige IT zur Verfügung zu stellen. „Auf diesem Feld wollen wir Innovationsmotor sein“, sagte er. Absicht sei es, bei Themen wie Fernstudium oder e-Learning an der Spitze zu stehen. Über die Führungsakademie hinaus solle in die gesamte Bundeswehr hinein und auch international das Signal ausgesendet werden: „Wir haben eine innovative und zukunftsfähige IT, die auch als Blaupause für andere Nutzer dienen kann.“

Enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit

Die Partner hoben die vertrauensvolle Zusammenarbeit hervor, die das Miteinander aller Beteiligten bislang geprägt habe. Durch großartiges Engagement und intensives Zusammenwirken sei es gelungen, in nur kurzer Zeit den Grundstein für dieses IT-Projekt zu legen. Alle Partner waren sich einig, dass es sich um ein wichtiges Leuchtturmprojekt handelt.

 

Studienbesuch des philippinischen Generalstabslehrgangs

Autor: Thomas Böhlke; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 13.11.2017

Diskussionsrunde mit Dr. Heiduk

Informationsbesuch im Büro des Wehrbeauftragten

Besuch der Sanitätsstaffel Einsatz in Munster

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung

Abschlussabend auf dem Segelschiff Rickmer Rickmers

 

Reisen bildet! Diesem Motto folgend besuchten 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 62. Generalstabslehrgangs der philippinischen Streitkräfte Deutschland. Ziel der Reise war es, einerseits einen vertieften Einblick in die deutschen Streitkräfte, in die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Bundesrepublik wie auch in die Ausbildung an der Führungsakademie der Bundeswehr zu erhalten, sowie andererseits auch die Kultur und die Menschen hierzulande kennenzulernen. Die philippinische Delegation wurde angeführt von Generalmajor Herminigildo F. C. Aquino, Kommandeur des neugebildeten „Education, Doctrine and Training Command“.

Innere Führung und „Staatsbürger in Uniform“

Besonders Interesse zeigte der Führungsnachwuchs der philippinischen Streitkräfte am Konzept der Inneren Führung und am Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“. Bei einem Besuch des Büros des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages in Berlin informierten sich die angehenden Generalstabsoffiziere über die historischen Ursprünge und die konzeptionellen Grundlagen der Führungsphilosophie der Bundeswehr. Dabei wurde ihnen unter anderem auch vermittelt, wie die demokratischen Rechte eines jeden Soldaten geschützt werden und wie die parlamentarische Kontrolle der Streitkräfte im politischen System der Bundesrepublik in der Praxis umgesetzt wird.

Umfassendes Besuchsprogramm in Berlin

Den Startpunkt des kompakten, anderthalbtägigen Programms in der Hauptstadt bildete ein Empfang in der philippinischen Botschaft durch Botschafterin Melita Sta. Maria-Thomeczek. Bei diesem Termin gab der Botschaftsstab zunächst eine Einschätzung der aktuellen deutsch-philippinischen Beziehungen. Die Teilnehmer des Generalstabslehrgangs informierten ihrerseits die Mitarbeiter der Botschaft über die derzeitige militärische Situation auf der philippinischen Inselgruppe Mindanao sowie über Rolle und Stellung von Frauen in den Streitkräften.

Bei einem Besuch der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) erfuhren die Gäste interessante Details zur Rolle der Stiftung als unabhängiger Think Tank und zu ihren Aktivitäten in der Politikberatung. Auf großes Interesse stieß die Tatsache, dass aktive Bundeswehroffiziere als „Fellows“ im akademischen Team der SWP tätig sind. Der anschließende intensive Gedankenaustausch zu sicherheitspolitischen Fragen in Südostasien und Europa sowie zum Ausgang der Bundestagswahl vermittelte den philippinischen Stabsoffizieren wie auch den Stiftungsmitarbeitern viele neue Erkenntnisse.

Dies galt ebenso für den Termin in der Hamburgischen Landesvertretung in Berlin. Der Leiter der Landesvertretung, Steffen Hebestreit, vermittelte den philippinischen Offizieren exklusive Einblicke in die Praxis der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern am Beispiel der Hansestadt. Für die Gäste war dies ein spannender Wissenstransfer, da auf den Philippinen derzeit über die Einführung eines föderalen Staatssystems nachgedacht wird.

Attraktive Unternehmensbesichtigungen

Neue Entwicklungen in der Militärtechnologie, speziell im Bereich des Baus gepanzerter Fahrzeuge sowie bei Artilleriesystemen, standen im Mittelpunkt des Besuchs bei der Firma Rheinmetall im niedersächsischen Unterlüß. Darüber hinaus wurde der philippinischen Delegation bei Airbus in Finkenwerder nicht nur der Militär-Airbus A400M vorgestellt, sondern vor allem auch das Konzept der Fertigung von Flugzeugen im Verbund mehrerer europäischer Produktionsstandorte.

Informationen über medizinische Versorgung im Einsatz

Besonders interessiert waren die philippinischen Gäste zudem am deutschen System der medizinischen Versorgung von Soldaten. Vor diesem Hintergrund bot ein Besuch der Sanitätsstaffel Einsatz in Munster unmittelbare Einblicke in die Ausstattung und die Möglichkeiten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Die Generalstabsoffiziere erhielten aus erster Hand nicht nur Informationen zu den konzeptionellen Grundlagen der medizinischen Versorgung. Auch die Planung und die praktische Umsetzung im Einsatz wurden vorgestellt. Soldaten der Sanitätsstaffel präsentierten mithilfe von Fahrzeugen und Materialien sehr anschaulich das gesamte integrierte Versorgungsspektrum der militärischen „Retter“.

Besuch der Führungsakademie

Einen zentralen Programmpunkt der Reise bildete der Besuch der Führungsakademie in Hamburg. Den Auftakt bildete ein informativer Vortrag über die Einsätze der Bundeswehr im multinationalen Rahmen. Da multinationale Operationen derzeit nicht auf der Agenda der philippinischen Streitkräfte stehen, kam es im Anschluss zu einer intensiven Diskussion etwa über die anzuwendende Doktrin wie auch zu Aspekten von Kompatibilität und Führung.

Vorgestellt wurde ferner die Ausbildung an der Führungsakademie sowie die aktuell laufende Neuausrichtung. Im Fokus stand dabei nicht zuletzt die Frage, wie eine zeitgemäße, kompetenzorientierte Ausbildung von Stabsoffizieren heute und künftig konzipiert sein sollte. Bei einer Besichtigung des Manfred-Wörner-Zentrums konnten sich die Gäste darüber hinaus ein umfassendes Bild von den technischen Möglichkeiten der Ausbildungsgestaltung an der Akademie machen.

Der Aufenthalt in der Hansestadt bot auch die Gelegenheit zu einem Besuch des Internationalen Seegerichtshofs. Dort informierte sich die Delegation über die rechtlichen Grundlagen des Gerichtshofs wie auch über seine Funktion und Arbeitsweise.

Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit

Der einwöchige Aufenthalt des philippinischen Generalstabslehrgangs erfolgte im Rahmen der langjährigen Kooperation der Führungsakademie mit dem „Command and General Staff College“ und dem „National Defense College“ der philippinischen Streitkräfte. Ausdruck der erfolgreichen Zusammenarbeit ist nicht zuletzt auch die regelmäßige Teilnahme von zwei philippinischen Stabsoffizieren am Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst International (LGAI).

In der Vergangenheit ergaben sich aus dem intensiven Austausch immer wieder inhaltliche Anregungen, von denen einige im Anschluss von den philippinischen Streitkräften rezipiert wurden, so etwa die Einführung eines „Senior Mentors“ in der Ausbildung oder die Implementierung von Aspekten des Wargamings in der Operativen Planung.

Bei Gegenbesuchen in Manila wurden im vergangenen Jahr die Themen zivile und demokratische Kontrolle, Joint Ausbildung sowie der Beitrag von Streitkräften zur Konfliktbewältigung von Dozenten der Militärakademien beider Länder gemeinsam bearbeitet. Zu Gast in der philippinischen Hauptstadt waren im Herbst 2016 auch die Teilnehmer des Deutschen „Capstone Course“. Teilnehmer des LGAN besuchten die Philippinen in den letzten Jahren mehrfach im Rahmen von Studienaufenthalten für die Erstellung ihrer Lehrgangsarbeiten.
Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, und der Kommandeur des „Education, Doctrine und Training Command“, Generalmajor Herminigildo F. C. Aquino, bekräftigen ihren Willen, diese Zusammenarbeit mit Tradition weiter fortzuschreiben. Zu diesem Zweck unterzeichneten sie im Rahmen des Besuchs der philippinischen Delegation eine gemeinsame „Declaration of Intent“.

Griechischer Generalstabschef erhält Bundesverdienstkreuz 

Autor: Daniel Giese; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 10.11.2017

Begrüßung an der Führungsakademie durch Flottillenadmiral Schneider (r.)

Eintrag ins Gästebuch der Führungsakademie

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes durch den Generalinspekteur

Dankesworte des griechischen Generalstabschefs

Admiral Apostolakis beantwortet Fragen der Lehrgangsteilnehmer

Große Ehre für Admiral Evangelos Apostolakis, Chef des Generalstabs der griechischen Streitkräfte: An der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg hat ihm General Volker Wieker, Generalinspekteur der Bundeswehr, das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Mit der Auszeichnung werden die außerordentlichen Leistungen von General Apostolakis um die deutsch-griechische Freundschaft, die militärische Zusammenarbeit beider Länder sowie sein Einsatz für die europäische Sicherheit gewürdigt.. 

Festakt an der Führungsakademie

Die Ordensverleihung fand im Rahmen eines Festakts mit mehr als 200 Gästen, darunter Vertretern der Akademieführung sowie Teilnehmern der Generalstabs-/Admiralstabslehrgänge National (LGAN) 2016 und 2017, im Manfred-Wörner-Zentrum statt. Zuvor hatte sich Admiral Apostolakis nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Kommandeur der Führungsakademie, Flottillenadmiral Karsten Schneider, im Stabsgebäude in das Gästebuch der Akademie eingetragen.

Generalinspekteur würdigt Verdienste

Der Generalinspekteur würdigte Admiral Apostolakis in seiner Laudatio als „passionierten und unerschütterlichen Europäer“, der Partnerschaft und Kooperation aus tiefer Überzeugung lebe, fördere und fordere. Konfrontiert mit den aktuellen Herausforderungen, die die europäischen Grundwerte bedrohten, habe er sich in den vergangenen zwei Jahren als griechischer Generalstabschef vorbildlich für unsere gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik eingesetzt. General Wieker betonte, Admiral Apostolakis sei „ein Offizier, den besondere Integrität, Weitsicht und analytische Fähigkeiten auszeichnen“.  Er habe ihn als militärische Führungskraft mit Entschlossenheit, Pragmatismus, Verantwortungsbewusstsein und herausragendem Engagement kennen gelernt.

Vortrag von Admiral Apostolakis

Admiral Apostolakis hob in seinen Dankesworten hervor, die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz sei eine „große Ehre“, die er auch stellvertretend für die griechischen Streitkräfte entgegen nehme. Die Verleihung reflektiere nicht zuletzt die sehr guten Beziehungen zwischen den Armeen beider Staaten. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten 17 griechische Generalstabsoffiziere an der Führungsakademie ausgebildet worden sind. Damit hat er die bis heute andauernde Bedeutung des LGAN nachhaltig verdeutlicht.

Griechenlands Rolle in der Welt

In seinem Vortrag gab der griechische Generalsstabschef eine Einschätzung der aktuellen sicherheitspolitischen Lage in Europa wieder. Angesichts der neuen Herausforderungen etwa durch Islamismus und Migration sei es das Ziel, die Leistungsfähigkeit der griechischen Streitkräfte insbesondere durch Modernisierung und Neustrukturierung zu erhöhen. Außerdem bemühe sich sein Land, die Zusammenarbeit mit allen Anrainerstaaten im östlichen Mittelmeerraum weiter zu intensivieren. Admiral Apostolakis unterstrich, dass Griechenland auch künftig einen wichtigen Beitrag zur Stabilität in der Region leisten wolle.

Reger Gedankenaustausch

Nach seinem Vortrag stand der griechische Generalstabschef den Lehrgangsteilnehmern in einer Fragerunde Rede und Antwort. Den angehenden Generalstabsoffizieren bot sich dabei die besondere Gelegenheit, von der Expertise eines hochrangigen NATO-Offiziers zu profitieren und vor allem auch eine Einschätzung gegenwärtiger sicherheitspolitischer Problemstellungen aus externer Perspektive zu erhalten. Dieser offene Austausch über aktuelle sicherheitspolitisch relevante Themen hat für beide Seiten erkenntnisreiche Einblicke gebracht. Ein lebendig gelebtes Lehrdeputat: Um diese Art von Austausch aktiv zu fördern, wurde das Lehrdeputat aus der Taufe gehoben. Mit Admiral Apostolakis ist das Konzept erneut aufgegangen.

  

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist mehr als nur Sport!

Autor: Michel Gallien; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 09.11.2017

Die drei Säulen des BGMs

Rückenschule als eine der BGM-Maßnahmen

Training ist auch am Arbeitsplatz möglich

BGM – Für Soldaten und Zivile Angehörige

Vielfältige Übungen: Vom Pezziball bis zum TRX-Band


TRX-Schlingentraining zur Stärkung der Rückenmuskulatur

Der Rücken schmerzt, der Nacken ist verspannt, die Konzentration versinkt im Stress. Wer kennt die alltäglichen Leiden nicht? Was sich anfangs oft als vermeintlich harmlose Beschwerden darstellt, kann bei zu wenig Beachtung schnell zu ernst zu nehmenden körperlichen oder psychischen Krankheiten führen. Um diesen und vielen weiteren Herausforderungen im Alltag zu begegnen, ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) geschaffen worden. Im September hat an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) die Erprobungsphase für das BGM begonnen. 2018 soll das BGM in den Regelbetrieb übergehen.

Was ist das BGM?

Unter dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) wird die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse verstanden, die zum Ziel haben, die Arbeit, die Organisation und das Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. Dies soll den Beschäftigten und dem Unternehmen gleichermaßen zugute kommen.

Drei Säulen der Gesundheit

Das BGM umfasst drei Säulen. Den Schwerpunkt bildet die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF). Die BGF hilft, z.B. mit Stressfaktoren umgehen zu können oder den eigenen Bewegungsapparat gezielt zu trainieren und zu stärken. Umfassende Angebote zur BGF werden nach und nach in allen Dienststellen eingeführt. Dazu gehören Bewegungskurse wie „Rückenschule“ oder „Aquajogging“, aber auch „Raucherentwöhnung“ oder „Suchtprävention“. Die Teilnahme an den Maßnahmen der BGF sind für alle Beschäftigten freiwillig. Einen besonderen Attraktivitätsgewinn stellt die BGF für Zivilbeschäftigte dar, für die zuvor kein Sport während der Dienst– oder Arbeitszeit vorgesehen war.

Arbeits- und Gesundheitsschutz als zweite Säule

Die zweite Säule bildet der Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS). Dieser ist gesetzlich vorgegeben und umfasst einerseits die Fürsorgepflicht des Vorgesetzten / Arbeitgebers. Andererseits werden durch den AGS situativ angepasste Arbeitsmittel bereitgestellt. Ein Beispiel hierfür ist der elektrisch höhenverstellbare Schreibtisch, der eine bessere und gesündere Körperhaltung ermöglicht. Weitere wichtige Bestandteile des AGS sind unter anderem Gefährdungsbeurteilungen durch psychische Belastungen oder auch externe Gefahrenquellen, wie Lärm oder Strahlung.

Motivation durch Information

Die Bereitschaft zur Teilnahme am BGM soll durch die dritte Säule „Führung und Organisation“ (FuO) gefördert und gewährleistet werden. Die Führungskräfte sind dazu angehalten, die Mitarbeiter zu sensibilieren, auf die eigene Gesundheit zu achten. Dabei handeln die Führungskräfte zugleich mit Vorbildfunktion. Damit eine Führungskraft vorbildlich führt, sind ein selbst eingehaltener, gesunder Führungsstil und das richtige Delegieren von Aufträgen wichtige Erfolgsfaktoren.

Konzeption und Verantwortlichkeit

Im Zuge der Agenda „Bundeswehr in Führung – Aktiv. Attraktiv. Anders.“ ist 2015 durch das BMVg damit begonnen worden,  das Betriebliche Gesundheitsmanagement an zunächst elf ausgewählten Standorten einzuführen. Unter dem Titel  „Gesundes Arbeiten“ wird es jetzt nach und nach bis 2019 bundeswehrweit etabliert. Die Federführung bei der Umsetzung lag im Schwerpunkt beim Sanitätsdienst. Das BGM gilt von der Truppe bis zum Ministerium, vom Bundeswehrkrankenhaus bis hin zur Militärseelsorge. Dabei unterstützen BGM-Koordinierende an den Standorten. Jede Dienststelle gründet dafür ein Gremium "Gesundheit", das die Einführung des BGM plant, steuert und später überwacht. Die Durchführung von Maßnahmen im Sinne der Betrieblichen Gesundheitsförderung obliegt den durchführenden Dienststellen.

Vielfältige Angebote an der FüAK

Der Angebotskatalog der BGM-Maßnahmen ist umfangreich. An der FüAkBw werden Maßnahmen wie beispielsweise „Funktionelles Training“ oder „Rückenschule“, systematisches Ganzkörpertraining mit dem eigenen Körpergewicht oder unter Zuhilfenahme von Pezziball oder Thera-Band, angeboten. Dies dient auf der einen Seite zur Kräftigung der Tiefenmuskulatur, hilft aber auch gleichzeitig dabei, Rückenbeschwerden vorzubeugen oder zu lindern, denn Rückenprobleme treten oftmals schon durch Fehlhaltungen am Arbeitsplatz auf. Beim „TRX-Schlingentraining“ und „AquaGym“ wird gezielt die Koordination und Beweglichkeit durch gelenkschonende Übungen gestärkt und verbessert. Die Stärkung der körperlichen Flexibilität und Sensibilisierung der eigenen Körperwahrnehmung steht hier im Fokus. Die Beseitigung innerer und äußerer Verspannungen abzubauen und den Köprer und Geist der Teilnehmenden zu fördern, zu mobilisieren und zu stabilisieren, ist das Ziel des gleichnamigen Kurses. Wer seine Zeit gern im Freien verbringt, kann sich bei der wenig verletzungsanfälligen Outdoor-Sportart „Nordic Walking“ durch die grüne Natur bewegen. Wer schließlich noch zukünftig mit einem gesünderen Führungsstil arbeiten möchte, lernt im Kurs „Gesundes Führen“, wie wichtig es ist, ein eigenes Zeit- und Belastungsmanagement aufzubauen. Für den nachhaltigen, gesundheitsfördernden Umgang zur Prävention, aber auch mit bereits eingetretenen Beeinträchtigungen sieht das BGM unter anderem psychosoziale Beratungen und sporttherapeutische Lehrgänge vor. Letztere werden an der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf angeboten werden.

Ein Zwischenfazit

Die Ressourcen von Menschen sind endlich. Gehen die Ressourcen aus oder werden diese zu schnell verbraucht, führt dies zu Kopf- und Gliederschmerzen, Depressionen oder sogar letztlich zur Arbeitsunfähigkeit. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement soll dies verhindern helfen. Die Angebote sind vielfältig, die Mitgestaltung einfach, der Effekt enorm.

Tag der Regionen 2017: kulinarische Reise durch Deutschland 

Tag der Regionen 2017: kulinarische Reise               durch Deutschlands Bundesländer

Autor: Marc Nolte; Fotos: Katharina Roggmann

Hamburg, 08.11.2017

Oberst i.G. Hennig Weeke begrüßt die Gäste

Deutsche und internationale Lehrgangsteilnehmer im Dialog

Die Gastgeber präsentierten Kölschen Karneval zum Anfassen

Bayerische Traditionen in Lederhosen und Dirndl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist eine liebgewonnene Tradition an der Führungsakademie: Beim „Tag der Regionen“ werden die Familien und Freunde der neuen Teilnehmer des internationalen und nationalen Generalstabslehrgang begrüßt. Die vom nationalen General-/Admiralstabslehrgang (LGAN) 2016 ausgerichtete Willkommensveranstaltung präsentierte den rund 350 geladenen Gästen aus aller Welt die kulinarische und kulturelle Vielfalt der 16 Bundesländer. Für viele von ihnen ist es der erste Aufenthalt in Deutschland. So bot der Abend nicht nur die Möglichkeit, sich zu vernetzen und neue Freundschaften zu schließen, sondern auch die verschiedenen Regionen des Landes kennenzulernen, das in den kommenden zwei Jahren ihr Lebensmittelpunkt sein wird. 

Deutschland stellt sich vor 

In seiner Begrüßungsansprache betonte der Leiter des LGAN 2016, Oberst i.G. Hennig Weeke, die beiden zentralen Ziele des Abends: „Wir möchten die neuen Lehrgänge begrüßen und vor allem den Familien der internationalen Lehrgangsteilnehmer die vielen Facetten unseres Heimatlandes nahe bringen.“ An Ständen, die alle 16 Bundesländer repräsentierten, konnten die Gäste ausgewählte kulinarische Spezialitäten probieren. Das vielfältige Angebot reichte vom berühmten Pfälzer Saumagen über thüringischen Mutzbraten, die Currywurst aus dem Ruhrpott bis hin zu Hamburger Küstennebel und badischem Wein. Die Kameradinnen und Kameraden des LGAN 2016 richteten den Blick der Gäste dabei nicht nur auf regionale Speisen und Getränke. Vielmehr ging es auch darum, ihnen landestypische Kleidung und Bräuche vorzustellen. Hamburger Fischerhemden und Bayerische Dirndl prägten die Veranstaltung daher ebenso wie Kölscher Karneval und süddeutsche Bierzeltatmosphäre.

Diversität und Multinationalität  

Vor diesem Hintergrund war der „Tag der Regionen“ für den Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, nicht zuletzt eine Veranstaltung mit Symbolcharakter: „Die hier gezeigte Diversität unseres Landes ist eine Stärke Deutschlands, und die vielen unterschiedlichen Nationen, die hier an der Akademie zusammen lernen und leben, zeigen die Stärke unserer heutigen, mit unseren Partnern gelebten Multinationalität.“ Beide Aspekte sind prägend für das Miteinander an der höchsten militärischen Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr und waren an diesem Abend für die Gäste auf ganz besondere Weise erlebbar. 

Welt zu Hause in Hamburg 

Im Fokus des Abends stand daher nicht nur das Kennenlernen Deutschlands. Vielmehr sollte besonders den Familien der internationalen Lehrgangsteilnehmer die Möglichkeit geboten werden, in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen, sich zu vernetzen und neue Freundschaften zu schließen. Während die Erwachsenen den anregenden Abend bei Livemusik genossen, gab es für die kleinen Gäste mit Hüpfburg und großer Spielecke ein spannendes Alternativprogramm. „Es ist faszinierend zu sehen, wie unsere Kinder ohne Hemmungen miteinander spielen, auch wenn sie unterschiedliche Sprachen sprechen“, freute sich ein italienischer Lehrgangsteilnehmer.

"Wir sind angekommen"

Nachdem die vielen Brotzeiten und Bratwürste verzehrt waren, formulierten die Gäste als einhelliges Fazit: Der „Tag der Regionen 2017“ war eine rundum erfolgreiche Veranstaltung und insbesondere für die Angehörigen und Familien der internationalen Lehrgangsteilnehmer ein gelungener Auftakt ihres Aufenthalts in Deutschland. „Auch über die dienstlichen Belange hinaus sind wir an der Führungsakademie jetzt richtig angekommen“, lautete daher ein oftmals gehörtes Resümee der neuen Kameradinnen und Kameraden.

  

 

Ein Wiedersehen mit der alten Alma Mater

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 02.11.2017

Begrüßung durch den Kommandeur

Die Militärattachés folgten dem Vortrag mit großem Interesse

Generalleutnant Martin Schelleis stellt die SKB vor

Viele ausländische Gäste

Militärattachés im Dialog

 

„Willkommen zu Hause“ – mit diesen Worten hat der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw), Konteradmiral Carsten Stawitzki, 26 Militärattachés aus aller Welt an der FüAk begrüßt. „Schön, dass Sie wieder bei der alten Alma Mater zu Besuch sind.“ Alma Mater für zahlreiche ausländische Offiziere? Klar, für etwa die Hälfte der Militärattachés bedeutet die Reise nach Hamburg eine Rückkehr an ihre ehemalige Ausbildungsstätte. Sie haben hier den internationalen Generalstabslehrgang (LGAI) besucht. Die Attachés aus der Schweiz und Österreich waren die einzigen deutschsprachigen Teilnehmer. Vertreter der einzelnen Nationen reichten von Albanien, Algerien oder Australien über China bis zu Venezuela. 

Neuigkeiten von der FüAk

Der Besuch der Gruppe der Militärdiplomaten startete mit einem Kurzvortrag über die Veränderungen an der FüAk. Der Kommandeur stellte heraus: „Die internationale Ausrichtung der Akademie, die sich durch den Besuch der ausländischen Lehrgangsteilnehmenden am LGAI zeigt, ist der beste Weg, um den militärpolitischen Herausforderungen in einer globalisierten Welt zu begegnen.“ Die FüAk habe zunächst einen Input-Auftrag, der beinhaltet, den Lehrgangsteilnehmern Wissen und Können mit auf ihren Karriereweg zu geben. Das sei der klassische Auftrag der FüAk. Es käme ein zweiter Auftrag hinzu: der Aufbau eines Think-Tanks. Hieraus ergibt sich auch ein Output-Auftrag. Dieser wird durch eine Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr (HSU) und einem bereits etablierten Ausbildungsgang, einem Lehrgang mit dem Abschluss eines Postdegree-Masterabschlusses, erfüllt. Durch diese Zusammenarbeit soll die bereits bestehende Expertise für Forschungsansätze noch nutzbarer gemacht werden.

Streitkräftebasis als Spinne im Netz

Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, stellte den ausländischen Militärattachés im Anschluss an die Worte des Kommandeurs die Streitkräftebasis der Bundeswehr vor. Hierbei handelt es sich um ein „netzwerkverbindendes Element der Bundeswehr, das alles aufnimmt und alles macht, was militärisch ist, jedoch nicht zu den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe oder Marine oder zu den beiden Organisationsbereichen Sanitätswesen oder Cyber gehört“. Im Rahmen des Auftrags der SKB, der unter dem Motto „Führen-Koordinieren-Unterstützen“ zusammengefasst werden kann, hat die SKB 17 Aufgaben, die „von A wie ABC über die Bereiche Feldjäger, Logistik, national-territoriale Aufgaben, Reserve, Spitzensport, Übungskoordination bis Z wie zivil-militärische Zusammenarbeit“ reichen.

Dieser Auftrag ist insofern bedeutend, als in dem neuen Weißbuch alle Aufträge an die Bundeswehr gleichbedeutend nebeneinanderstehen. Damit tritt die Bedeutung Landes- und Bündnisverteidigung wie auch des Heimatschutzes wieder gleichrangig neben den Auftrag, die außen- und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands sicherzustellen. Und: Sicherheit und Stabilität im internationalen Rahmen zu fördern. Die Militärattachés folgten dem Vortrag mit großem Interesse.

Multinationale  Zusammenarbeit im Fokus

Für die SKB wird der multinationale Auftrag der Bundeswehr im Host-Nation-Support deutlich. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, das dazu dient, Dienstleistungen der SKB für die Streitkräfte anderer Nationen zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise „leisten wir Hilfe und einen Beitrag zur Lösung kritischer Strukturen“, so General Schelleis. Diese „Multinationalisierung“ der SKB-Aufgaben wird beispielsweise im Aufbau eines Network für Logistic Hubs in Europe umgesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Basis, die ausländischen Streitkräften zur Verfügung gestellt werden kann, um jede Nation mit Material und Personal zu bedienen.

Mit dem Blick hinter die Kulissen der SKB sowie der FüAk ging ein erkenntnisreicher Tag für die weltweit angereisten Offiziere zu Ende. Er stellte für die in Deutschland akkreditierten Attachés die erste Etappe ihrer Städtereise dar. Besuche bei Unternehmen stehen ebenso auf der Agenda wie viele weitere Dienststellen der Bundeswehr. Sie vervollständigen das runde Reise-Programm für die Militärattachés, um ihre Sicht auf Deutschland zu vertiefen. Ein Vorteil für die Kooperation auf beiden Seiten.

  

 

 


 

 


 

 

 

Anders als gewohnt: Bundeswehrgemeinsames Führungskräftetraining

Autor: Silke Brand-Schoder; Fotos: Silke Brand-Schoder / Bundeswehr

Hamburg, 26.10.2017

Die Seminarteilnehmer nach getaner Arbeit

Visualisierungen in jeglicher Form

Beim bundeswehrgemeinsamen Führungskräftetraining

Mit bekanntem Spielzeug zum Erkenntnisgewinn

 

 

 

Wer möchte es nicht: Zeit haben und reflektieren können, ob das eigene Führungsverhalten zielführend gewesen ist. Momente dieser Art sind „Geschenke“ in einem sehr kurzlebigen und hektischen Umfeld. Sich als Führungskraft zu reflektieren, den eigenen Horizont erweitern, erfahren, wie „die Anderen“ ticken und sich gegebenenfalls neu kalibrieren: Darum geht es im bundeswehrgemeinsamen Führungskräftetraining für die Besoldungsebenen im Dienstrang Oberstleutnant. 
In diesem Modul bearbeitet das zukünftige militärische und zivile Spitzenpersonal aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr führungsrelevante Themen mit teils bekannten, teils ungewöhnlichen Methoden. Das in vielen Durchgängen erprobte Konzept brachten Oberstleutnant Reinhard Beckmann von der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) und die Wissenschaftliche Direktorin Silke Brand-Schoder vom Bildungszentrum der Bundeswehr im März in Hamburg mit vielen eigenen Akzenten zum Einsatz.

Die Führungskraft im Mittelpunkt

Angenehm anders – so zeigte sich das Seminar gleich zu Beginn, denn mit einem Situations-Check läuft bereits die Vorstellungsrunde nicht wie sonst in der Bundeswehr üblich starr und stereotyp ab, sondern aufgelockert. Die Aufgabe, sich selbst als Führungskraft mit LEGO-Steinen zu bauen und den anderen Teilnehmenden vorzustellen, „ist ungewöhnlich, aber sehr aufschlussreich“, wie einer der Teilnehmer in der Reflexionsrunde formulierte. Er stellte zur Sicherheit klar: „Positiv Anders“. Selbst Pausen sind Teil des Konzeptes und dienen der Fortsetzung des Austausches in anderer Form und lockerer Runde. „Bei aller Themen- und Methodenvielfalt steht immer die Reflexion über die eigene Rolle als Führungskraft im Mittelpunkt“, zeigte Oberstleutnant Beckmann den roten Faden des Seminares auf.

Team- und Entscheidungsfindung mit Serious Play

Die preisgekrönte Führungskraft des Jahres 2030, die alte Zöpfe abgeschnitten und Lehmschichten durchdrungen hat, war die Vision, die mit der Methode LEGO Serious Play entwickelt wurde. „Ein gemeinsames LEGO-Modell hilft, einen gemeinsamen Zeichensatz zu schaffen. Auch Abstraktes wie ein Prozess kann damit begreifbar und beschreibbar gemacht werden“, fasste ein Teilnehmer seine Erkenntnisse zusammen. „Wir reden anhand des Modelles am Ende tatsächlich alle über das Gleiche“, meinte ein anderer erstaunt. Am Ende der lebhaften Debatten in den drei zivil-militärisch gemischten Teams folgte die banal klingende, den entstandenen Teamgeist gleichwohl verdeutlichende Feststellung: „So verschieden sind wir gar nicht, es geht uns um die gleichen Werte und Kernthemen.“

Breites Themenspektrum

Eingerahmt wurden die Gruppenarbeiten zu „Führung“ in wechselnder Zusammensetzung von Fachvorträgen aus den Bereichen Personalgewinnung und –management. „Jede Menge Erkenntnisgewinne über die jeweils andere Statusgruppe“, umschrieben die Teilnehmenden diesen Block in der abschließenden Feedback-Runde. Mit Themen wie „Unconscious Bias“, (unbewusste Verzerrungen/ Denkmuster), einem Kommunikationstraining oder Gesundheitsmanagement wurde das Portfolio um wichtige Bausteine ergänzt. Das Team-Teaching-Duo Beckmann / Brand-Schoder bespielte mit seinen unterschiedlichen Biografien, Geschlechtern und Sichtweisen selbst die Klaviatur der Vielfalt in der Bundeswehr. Das kam bei den Teilnehmenden sehr gut an. „Ein Lehrgang, den ich unbedingt weiterempfehle“, lautete am Ende der Woche das einhellige Fazit.

 

 


 

 


 

 

 

Welt im Chaos – Frieden neu denken?

Frieden, Gewalt, Konflikt – Herausforderungen für eine zeitgemäße Politikgestaltung

Autor: Christoph Weigmann; Fotos: Bundeswehr / Online

Hamburg, 24.10.2017

"Non-Violence" Skulptur von Carl Fredrik Reuterswärd

 

Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig von Bruno Schmitz (1913)

 

Gemälde von Gerard ter Borch (1648)" Westfälischer Frieden"

 

Afghanistan - Auf der Suche nach einem Frieden

 

 

Welt im Chaos – Frieden neu denken?  „Die Welt, wie wir sie gekannt haben, scheint aus den Fugen geraten. Muss unsere Vorstellung vom Frieden korrigiert oder gar neu erfunden werden?“ Diese und weitere Fragen stellten sich die 17 Teilnehmer des ausgebuchten Seminars „Frieden, Gewalt, Konflikt – Herausforderungen für eine zeitgemäße Politikgestaltung“, das an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkBw) stattgefunden hat.

Das Spektrum der Seminarteilnehmer reichte von zehn militärischen über sechs Reservedienstleistende bis zu einer Teilnehmerin aus dem zivilen Bereich. Vier Tage haben sie sich mit den Herausforderungen rund um das Thema „Frieden“ beschäftigt und sind der Frage nachgegangen, mit welchen Konzeptionen eine den Frieden im Blick haltende Politik beachten muss.

Idee des Friedens

In einem ersten Abschnitt des von Dr. Sabine Jaberg, Dr. Cora Schenke und Dr. Alexander Mätzig angeleiteten Moduls haben sich die Teilnehmer zum einen mit der Idee des Friedens auseinandergesetzt und zum anderen mit dem Friedensbegriff. Die Gegenüberstellung des „Friedens“ zur „Sicherheitspolitik“ lässt anschaulich werden, welche Schwierigkeiten zum Verständnis bestehen, wenn sich zunächst Klarheit über den Begriff des Friedens verschafft werden muss. „Frieden“, so Jaberg, „beinhaltet zunächst eine soziale Komponente, die keine Gewalt beinhaltet. Demgegenüber lässt der Begriff ,,Sicherheit" durchaus eine Gewaltkomponente zu. Er trägt ein asoziales Element in sich.“  

Bewährte Friedensordnungen

Am zweiten Tag stand die Frage im Mittelpunkt, inwieweit die nach großen Kriegen gefundenen Arrangements als Friedensordnungen gesehen werden können. Dieses zeigen der Westfälische Frieden (1648) nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Wiener Kongress (1815) im Anschluss an die Napoleonischen Kriege. Erwähnt werden müssen zudem die Friedensverträge von Versailles (1919/20) zur Beendigung des Ersten Weltkriegs und die Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, die durch das Potsdamer Abkommen (1945) und die UNO-Charta (1945) entstand. Die Bedeutung von Verhandlungen oder kongressähnlichen Institutionen erörterten die Experten als wiederkehrende Konstanten.

Frieden bedeutet immer Arbeit

,,Frieden bedeutet Arbeit". Dieser Aspekt stand im dritten Abschnitt des Seminars im Mittelpunkt. Verdeutlicht werden konnte dieses unter anderem anhand des Dialogs zwischen den Weltreligionen. Im Hier und Jetzt sollen dabei Gemeinsamkeiten gefunden werden, ohne Unterschiede zu leugnen. Eine gute Basis für einen Dialog in wechselseitiger Anerkennung sei die goldene Regel, die jeder Weltreligion innewohne. Ihre wohl prominenteste Fassung lautet: „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg‘ auch keinem andern zu“. Ob eine Arbeit am Frieden erfolgreich ist, ist nicht vorhersagbar, doch ermuntern gute Beispiele, wie Ruanda oder die Peacekeeping-Maßnahmen im Rahmen von UN-Missionen zeigen.

Kritik an wissenschaftlicher Perspektive

An drei Tagen wurden wissenschaftliche Betrachtungen des Friedens diskutiert. Am letzten Tag des Seminars wurde „Frieden“ als wissenschaftliches Thema und politische Herausforderung kritisch betrachtet. Auf diese Weise rundete ein starker Kontrapunkt das Seminar ab. Das Fazit lautet: Frieden muss nicht ganz neu erfunden werden. Jedoch sollten Diskurse zueinander neu geschüttelt, bestehende Ansätze kritisch gewogen und alternative Wege erkundet und gegebenenfalls beschritten werden. Den ausführlichen Bericht von Dr. Sabine Jaberg zum Seminar finden Sie hier: Link


 

 


 

 

 

Diplomatie als Mittel deutscher Außenpolitik

Diplomatie als Mittel

Autor: Sebastian Hagen; Fotos: Bundeswehr / Online

Hamburg, 19.10.2017

Die Welt zu Gast in Genf - UNO Sitz in Europa

Professor Kodolitsch beim Vortrag

Teilnehmer bei der Symposiumsarbeit

Diplomatischer Erfolg - Westfälischer Friede in Münster / Osnabrück

Das Clausewitz-Netzwerk für Strategische Studien e.V. (CNSS) hat sein diesjähriges Symposium mit dem Thema „Diplomatie als Mittel“ betitelt. Zahlreiche Teilnehmer aus Wirtschaft, Sicherheitspolitik und Wissenschaft haben daran teilgenommen. Begrüßt wurden die Teilnehmer von Flottillenadmiral Karsten Schneider, dem stellvertretenden Kommandeur der Führungsakademie. Das CNSS diskutierte über die historischen Entwicklungen, die Methoden und aktuellen Problematiken wie auch die denkbaren Handlungsfelder der Diplomatie. Der Münchener Politikwissenschaftler Professor Carlo Masala bereicherte das Thema aus politikwissenschaftlicher Perspektive.

Spontaner hochrangiger Besuch

Masala gewann die Aufmerksamkeit der Teilnehmer mit seinem Impulsvortrag während des festlichen Abendessens im Casino der Führungsakademie. Welchen Stellenwert das CNSS hier genießt, zeigte sich auch daran, dass General a.D. Hans-Lothar Domröse, der aus anderem Grunde an der Führungsakademie weilte, sich spontan der Abendgesellschaft des CNSS anschloss. 

Am Ende dieser sehr kurzweiligen Tage des Austausches und gemeinsamen Nachdenkens konnten mehrere Ergebnisse festgeschrieben werden: Zunächst: Diplomatie benötigt eine überlegte und abgestimmte Vorgehensweise, eine Strategie. Diese ist analog zur Clausewitz´schen Zweck-Ziel-Mittel-Relation zu betrachten. Auch die Diplomatie muss einen „Kriegsplan“ entwickeln, um effektiv wirken zu können. 

Desweiteren: Diplomatie benötigt Informationen zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Hierbei spielen Nachrichtendienste und damit auch das Militär eine entscheidende Rolle. Zuweilen sind jedoch die verantwortlichen Entscheider wie auch die Öffentlichkeit nicht sofort in der Lage, alle Fakten nachvollziehen zu können. Das heißt: Regelmäßige Informationen sind notwendig, um alle Beteiligten "mitzunehmen".

Botschaften nicht mehr einzige Quelle

Die Botschaften als Einrichtungen und Institutionen verlieren zunehmend ihre Bedeutung als Informationsquelle der ersten und einzigen Quelle. An ihre Stelle treten Massenmedien, herausragende Persönlichkeiten und internationale Organisationen, die ihre eigene Diplomatie betreiben. Das verändert das "Geschäft" der Diplomatie in noch unbekannter Weise.  Die Diplomatie muss auch dann weitergehen, wenn ein Konflikt bereits unter Einsatz von Waffengewalt ausgetragen wird. Ebenso wie die Politik an sich, muss auch die Diplomatie stetig als Ausweg offen und zur Verfügung stehen.

CNSS in der Tradition eines Think-Tanks

In bester Think-Tank-Tradition sollen diese Ergebnisse in Form von Videos, Denkschriften und Thesen-Papieren ausgearbeitet und publiziert werden, um dringende Handlungsfelder zu benennen und Lösungsvorschläge anzubieten.

 

Weitere Informationen erhalten sie unter www.Clausewitz-Netzwerk.de

 

 

 

 

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