Lehrdeputat

An der Führungsakademie der Bundeswehr bringen Spitzenführungskräfte aus allen Bereichen der Streitkräfte ihre Expertise in unterschiedlichen Formaten in die Lehre ein.

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Alumni

Die Führungsakademie der Bundeswehr ist traditionell international stark vernetzt. Weltweite Kooperationen sind die Basis unseres Beitrages zur Völkerverständigung.

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Master: MFIS

Die Führungsakademie der Bundeswehr bietet ihren Lehrgangsteilnehmern in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universität einen international anerkannten Masterabschluss:

„Militärische Führung und Internationale Sicherheit“

Dialog

Als Begegnungsstätte für den offenen Dialog aller gesellschaftlicher Gruppen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene trägt die FüAkBw zur Friedensicherung und Völkerverständigung bei.

Der Hamburger Diskurs

„Wir können unheimlich viel voneinander lernen“

Autor: FüAkBw ; Fotos: FüAkBw

Hamburg, 27.07.2017

Moderne Ausbildungsräume: Jeff LaMoe, Chef des Stabes im U.S. Army Combined Arms Center, führt Konteradmiral Stawitzki durch das Lewis & Clark Center in Fort Leavenworth

Verbundenheit mit Tradition: In den Carlisle Barracks, dem Sitz des Army War College, erinnert eine Statue an Friedrich den Großen

Transatlantische Freundschaft: Major General Kem überreicht Konteradmiral Stawitzki eine Chronik der militärischen Liegenschaft Leavenworth im Besprechungsraum des deutschen Heeresverbindungsstabs

 

 

 

 

 

 

Kommandeur Konteradmiral Carsten Stawitzki zum Antrittsbesuch bei den Partnerakademien in den USA

Auf einmal scheint Deutschland sehr viel näher, als die vielen Stunden im Flugzeug auf dem Weg über den Atlantik es vermuten lassen.
Im Lewis & Clark Center in Fort Leavenworth trifft Konteradmiral Carsten Stawitzki, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, unvermittelt auf "seinen Chef", den amtierenden Generalinspekteur.

General Volker Wiekers Foto hängt in der Wall of Fame des U.S. Army Command and General Staff College (CGSC), gleich neben dem Bild von Generalleutnant Jörg Vollmer, dem Inspekteur des Heeres. Wie 27 Regierungschefs – vier davon noch im Amt – und unzählige militärische Topentscheider rund um den Globus, haben beide hier nach ihrer Zeit an der Führungsakademie auch den amerikanischen Heeresgeneralstabslehrgang besucht. Im Feld der Professional Military Education ist das CGSC eine der ersten Adressen in der Welt – und seit über 50 Jahren Kooperationspartner der Führungsakademie.


Grund genug für Stawitzki, die erste Woche der Akademieferien für einen Besuch hier zu nutzen: "Nachdem wir seit der Rede unserer Ministerin am 3. November und gerade auch in den letzten Monaten die Weichen für die Weiterentwicklung unserer Akademie gestellt haben, war es mir wichtig, jetzt Flagge bei unseren Partnern im Ausland zu zeigen."
In Fort Leavenworth stehen für Konteradmiral Stawitzki ein Gespräch mit dem Provost des CGSC,  Major General John S. Kem, ein Besuch in der School of Advanced Military Studies, Teffen mit Lehrpersonal und dem Vertretern der Army University Press und natürlich Gesprächsrunden mit deutschen Lehrgangsteilnehmenden und Stammpersonal auf dem Plan.

Ein volles Programm – und damit exemplarisch für seine Woche: Tatsächlich ist Leavenworth in Kansas für ihn bereits Station Nummer vier in den Vereinigten Staaten. In den drei Tagen zuvor hat der Kommandeur der Führungsakademie bereits die National Defense University (NDU) in Washington D.C., das Army War College in Carlisle und das Naval War College in Newport besucht und sich dort mit seinen Amtskollegen ausgetauscht. Nach dem Stop in Fort Leavenworth geht es weiter nach Montgomery, zur Air University der U.S. Luftwaffe. Konteradmiral Stawitzki: „Die militärische Spitzenkräfteausbildung in den USA unterscheidet sich an vielen Stellen von unserer Arbeit hier an der Akademie. In anderen Punkten liegen wir wiederum sehr dicht beieinander. Mir war wichtig, ein ganzheitliches Bild davon zu bekommen, wie unser transatlantischer Partner seine militärische Führungselite auf ihr anspruchsvolles Aufgabenpaket vorbereitet – deswegen habe ich mich bei allen Teilstreitkräften angemeldet.“ Im Sinne des Auftrags der Ministerin, die Führungsakademie zu einem strategischen Think Tank weiterzuentwickeln, liegt sein Fokus gerade auch auf der Frage, wie das U.S.-Militär Strategen ausbildet und durch Forschungsprojekte und wissenschaftliche Veröffentlichungen zur nationalen Strategiefähigkeit beiträgt. „In den Bereichen Strategiefähigkeit und Vernetzung mit unterschiedlichsten Expertiseträgern nehme ich eine Menge mit – auch methodisch, zum Beispiel durch War Gaming auf höchstem Niveau.“

Was ursprünglich vor allem als Antrittsbesuchsreise für den im September 2016 ins Amt berufenen Kommandeur bei den Partnerinsitutionen in den USA geplant war, stellt sich für Konteradmiral Stawitzki im Kontext der laufenden Weiterentwicklung der Führungsakademie als inspirierender Gedankenaustausch heraus: „Natürlich kann man Modelle, die in den USA funktionieren, nicht eins zu eins übertragen. Aber die NDU und die War Colleges haben hier tolle Programme aufgeboten, der Austausch war sehr offen – sowohl auf Führungsebene, als auch mit Angehörigen der Fakultäten. Meine Gespräche mit den deutschen Soldaten in allen fünf Stationen haben mir die restlichen Seiten des Würfels gezeigt. Ganz klar – wir können unheimlich viel voneinander lernen. Und was mir am wichtigsten ist: Die Verbindung über den Atlantik steht, und die Bande, die uns „über den Teich“ zusammenhalten, sind stark wie eh und je.“
Nach sechs Tagen in den USA ist Konteradmiral wieder in Hamburg zurück, der Großteil der Akademie befindet sich im wohlverdienten Sommerurlaub. Für ihn und sein Team beginnt die nächste Planung: Für das vierte Quartal 2017 hat der Kommandeur sich vorgenommen, die europäischen Verteidigungsakademien der Combined Joint European Excercise Partner zu besuchen.

Hier gelangen Sie zum Beitrag vom -> Besuch des Konteradmirals Stawitzki im United States Army Combined Arms Center <-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelles

Generalstabslehrgang besucht das Zentrum Innere Führung

Autor: Stefan Bremkens ; Fotos: ZInFü Koblenz

Koblenz, 24.07.2017

LGAN zu Gast im "Mutterhaus" der Inneren Führung

General Zorn über die Führungsphilosophie in den Streitkräften

Erfahrene "Spieße"diskutieren mit den jungen Führungskräften über die Anwendung der Inneren Führung im Truppenalltag

Workshops und Coachings gehen auf die unterschiedlichen Aspekte des Themenkomplexes der Inneren Führung ein

 

 

 

 

 

 

Als Auftakt für eine zweiwöchige Weiterbildung zur Thematik der „Inneren Führung“ besucht der nationale Lehrgang Generalstabs- und Admiralstabsdienst (LGAN 2015) das Zentrum Innere Führung (ZInFü) in Koblenz. Im Mutterhaus der Führungsphilosophie der Bundeswehr erhalten die Lehrgangsteilnehmenden und ihre Tutoren Informationen aus erster Hand über die aktuellen Entwicklungen und Handlungsfelder der Inneren Führung. „Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass die angehenden Generalstabsoffiziere vor Ort Gelegenheit zum Austausch haben über das, was uns Menschen in deutscher Uniform zusammenhält“, sagt Generalmajor Reinhard Zudrop, der Kommandeur des ZInFü. Beim gemeinsamen Icebreaker berichtet er sehr persönlich aus seiner langjährigen Erfahrung als Truppenführer und gibt den Lehrgangsteilnehmenden bei dieser ungezwungenen Möglichkeit Zeit zum Gespräch mit anderen Angehörigen des ZInFü.


Die „Konzeption Innere Führung“ als zeitlose Philosophie?

Harte Arbeit kommt an den nächsten beiden Tagen auf die Offiziere zu. Sie werden in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt und bearbeiten unterschiedliche Aspekte der Inneren Führung. Die Anwendbarkeit der Inneren Führung im Zeitalter moderner Kommunikation und sozialer Netzwerken wird diskutiert. Ob die Grundidee von Wolf Graf von Baudissin im Zeitalter von Populismus und Extremismus noch Gültigkeit hat, wird kritisch hinterfragt. Abschließend erfahren die Lehrgangsteilnehmenden in einem Rollenspiel die Funktion und den Mehrwert von Coachings. An der Führungsakademie wird zur Zeit im Rahmen der Einführung der kompetenzorientierten Ausbildung geprüft, inwieweit Coaching-Elemente abgebildet werden können.

Ungewöhnlicher Erfahrungsaustausch inklusive

Abgerundet werden die Workshops mit einem Treffen mit Spitzendienstgraden der Feldwebellaufbahn aus allen Teilstreitkräften. Die erfahrenen „Spieße“ diskutieren mit den jungen Führungskräften über die konkrete Anwendbarkeit der Inneren Führung im Truppenalltag und tauschen Erfahrungen aus. „Ich bin begeistert, was für tolle ‚Spieße‘ wir in der Bundeswehr haben, sie werden ihrem Ruf als Mutter der Kompanie gerecht. Außerdem ist es spannend zu hören, dass das Zusammentreffen trotz der so unterschiedlichen Ebenen ergeben hat, dass wir alle die gleichen Herausforderungen für unsere Innere Führung sehen“, berichtet ein Lehrgangsteilnehmer hinterher beeindruckt. Eine Wiederholung der Begegnung wird von allen Seiten gewünscht.


Vielfältige Fortsetzung in Hamburg

In der zweiten Woche der Weiterbildung werden die Gespräche und Workshops an der Führungsakademie in Hamburg fortgesetzt. Dabei steht täglich ein Experte aus Wissenschaft, Gesellschaft oder Militär zur Verfügung. Unter den Vortragenden ist Prof. Dr. Elmar Wiesendahl, der nach langjähriger Tätigkeit an der Führungsakademie und der Universität der Bundeswehr Hamburg Experte für Innere Führung ist. Er befürwortet eine Anpassung der Inneren Führung an die aktuellen Einsatzszenarien und die Aussetzung der Wehrpflicht. Dr. Alexander Tiedtke, Hamburger Unternehmer, berichtet, wie ihm seine Kenntnisse der Inneren Führung im Zivilleben geholfen haben, in Führungspositionen zu bestehen. General a.D. Wolfgang Schneiderhan berichtet als ehemaliger Generalinspekteur von der Anwendung des Konzepts auf höchster militärischer Führungsebene und spricht sich für eine zeitgemäße und kritische Auseinandersetzung mit der Inneren Führung aus. Dieses hochkarätige Programm wird genauso wie in Koblenz in Arbeitsgruppen weiter vertieft. Die Inhalte der Weiterbildung werden die künftigen Generalstabsoffiziere auf ihrem weiteren Weg begleiten. Sie haben die Möglichkeit genutzt, Impulse zu setzen und sich mit den Inhalten der Inneren Führung aus verschiedenen Blickwinkeln zu befassen.

 

 

 

 

 

 

Quo vadis, Deutsches Heer? Inspekteur berichtet über Aktuelles

Autor: Frank Magnus ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 21.07.2017

Lehrdeputate dürfen auch kurzweilig sein

Die Zukunft zusammen gestalten - Lehrgangsteilnemer im Austausch mit dem Inspekteur des Heeres

General Vollmer berichtet über Entwicklungen im Heer

Generalleutnant Jörg Vollmer, der Inspekteur des Heeres, besucht gern und regelmäßig „seine“ Heeressoldaten an der Führungsakademie der Bundeswehr. Dieses Mal lag ihm besonders daran, sich über die Weiterentwicklung der Akademie zu informieren, so wie es von der Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen, am 3. November 2016 in ihrer richtungsweisenden Rede angewiesen wurde (Rede der Ministerin). Er zeigte sich sehr interessiert an den bisherigen Entwicklungen zur Einrichtung eines Think Tanks, kompetenzorientierter Ausbildung und der Überarbeitung der Lehrgangskonzepte. Konteradmiral Carsten Stawitziki, der Akademiekommandeur, spannte im Gespräch mit ihm den ganzheitlichen Bogen über die Entwicklungen der letzten und nächsten Monate.


Digitalisierung der Ausbildung

Der Bereich Heer hat zusammen mit dem Fraunhofer-Institut etwas innovatives entwickelt: einen digitalen Lagetisch. Er ermöglicht die Operationsplanung in einem multidimensionalen Ansatz an einer digitalen Karte, die mit zahlreichen Informationen hinterlegt ist. Der Bediener hat die Möglichkeit, sämtliche in der Bundeswehr verfügbaren Daten abzurufen und diese für eine umfassende Beurteilung der Lage zu nutzen. „Der Lagetisch bietet Möglichkeiten zur Informationsbearbeitung und -zusammenstellung, die wir in dieser Kompaktheit noch nicht hatten. Ich bin begeistert und freue mich, dass es hier, an der höchsten Ausbildungsstätte der Bundeswehr, zum Einsatz kommt.“, fasst Vollmer seine neuen Eindrücke zusammen.


Blick nach vorn

Den mit reichhaltigem Programm gespickten Tag beendete General Vollmer mit einem Vortrag über die Situation des Heeres. „Die sicherheitspolitische Lage hat sich im Großen und Ganzen verschlechtert. Die Aufgaben für das Heer umfassen vor allem im Einsatz das gesamte Spektrum von Afghanistan über Afrika bis zu einsatzgleichen Verpflichtungen im Baltikum“, führt Vollmer aus. Landes- und Bündnisverteidigung sowie Stabilisierungseinsätze müssen gleichrangig und gleichzeitig sichergestellt werden. In der Konsequenz bedeutet dies, dass das Personal auf allen Ebenen sowohl breit als auch en detail perfekt ausgebildet und mit ausreichend und einsatzklarem Material versorgt sein muss. Vollmer ließ keinen Zweifel daran, dass das eine Herkulesaufgabe ist, betonte aber ebenso, dass die Trendwenden, die aus dem Bundesministerium der Verteidigung eingeleitet worden sind, bereits jetzt mehr Spielräume verschaffen.

Trendwenden auf dem Vormarsch

Es gibt eine „Trendwende Personal“, eine „Trendwende Material“ und eine Trendwende „Finanzen“. Die voranschreitende Multinationalisierung ermöglicht dabei noch weitere Handlungsoptionen. Dass General Vollmer bei allen bestehenden Herausforderungen die nötige Portion Humor mitbringt, zeigt er in seiner abschließenden Bemerkung: „Mir macht mein Beruf unglaublich viel Spaß. Ich kann aber nicht alles alleine machen und brauche Sie dazu. Engagieren Sie sich also ordentlich, damit wir die Zukunft des Heeres gemeinsam gestalten können."

 

 

 

 

 

 

Begreifen durch Bilder zum Anfassen: Mit der Seilbahn zum Teambuilding

Autor: Jürgen Bredtmann ; Fotos: Jürgen Bredtmann

Bad Reichenhall, 10.07.2017

Gibt die Richtung vor: Konteradmiral Carsten Stawitzki, Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr

Zu den 142 menschlichen Dienstposten im Zentrum kommen 54 Tiere, meist diese genügsamen Maultiere, also Nachkommen von Eselhengst und Pferdestute

Grandiose Aussicht auf 1.750 Meter Höhe

Geschafft: 600 Höhenmeter in etwa drei Stunden

Gebirgsjäger stürmen unter Deckungsfeuer und dem Einsatz von Nebel von oben die feindliche Stellung

Der Marsch am Bach bot etwas Entspannung zwischen den beiden Bergmärschen

Auch eine mentale Herausforderung: Der einfache Seilsteg

 

 

Zum Teambuilding, aber auch zur Ausbildung riefen die Berge. Nach etwa 90-minütigem Flug mit dem Airbus A400 M und kurzer Standrundfahrt durch Salzburg landete der Lehrgang General-/ Admiralstabsdienst National 2016 (LGAN 16) in der Kaserne der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“. Der Kommandeur, Oberst Jared Sembritzki, erläuterte kurz den Auftrag der Brigade: Einsatz. Danach ging es für die Lehrgangsteilnehmer hoch hinaus. Eine Ausbildungsgruppe fuhr auf die Winklmoosalm, die andere auf die Reiteralpe. Beide Gruppen richteten sich zunächst in den Berghütten ein und bereiteten den kommenden Ausbildungstag vor. Intensive Gespräche, auch mit dem Kommandeur der Führungsakademie, sowie Gesellschaftsspiele prägten den ersten Abend.  


Tag des Tragtieres

Aus dem Einsatz- und Ausbildungszentrum für Tragtierwesen 230 berichtete die Dienststellenleiterin, Oberfeldveterinär Heike Henseler. Maultiere und Haflinger werden hier für den Transport von Lasten oder zum Reiten genutzt und dafür trainiert. Die Maultiere sollen vor allem Waffen, Munition sowie Versorgungsgüter tragen und schaffen auch auf nur 40 Zentimeter breiten Wegen am Berg etwa vier Kilometer pro Stunde. Die Pferde können außerdem zur Erkundung oder Aufklärung eingesetzt werden. Alternative Tragtiere wie Kamele, Elefanten oder Yaks seien zwar grundsätzlich denkbar, aber derzeit wohl nicht realistisch, beantwortete die Frau Oberfeldveterinär schmunzelnd eine Nachfrage.


Auf den Berg

Der Marsch am Nachmittag über 600 Höhenmeter war als Bergwanderung angekündigt. Einige der Kameraden mussten sich allerdings mit der ungewohnten Belastung erst anfreunden. „Das ist aber schon mehr als eine Wanderung hier“, keuchte der ein oder andere während der zum Teil steilen Anstiege und auf dem Grat. Aber: aufgeben gibt es nicht, die Gruppe startet gemeinsam und kommt gemeinsam an - ein Team eben.

Oben

Am Gipfelkreuz begrüßte der jeweilige Bergführer jeden einzelnen der drei Marschgruppen traditionell per Handschlag und „Berg heil!“. Der Bergführer einer Gruppe wurde am Gipfel zum Oberstleutnant befördert. Diese Beförderung durch einen U-Boot Fahrer und Admiral am Gipfelkreuz bleibt sicher eine besondere Erinnerung. Am Abend stärkte die Band der Führungsakademie, „Cause of Action“, durch ein über zweistündiges Unplugged-Konzert die Kameradschaft. Alle durften mitsingen, auch einige spezielle Musikwünsche improvisierten die Musiker. „Das war ein toller Abend, das haben wir hier noch nicht gehabt“, meinten auch die betreuenden Kameraden der Gebirgsjägerbrigade.

Rundum fitte Soldaten

Am dritten Tag zeigte die Gebirgsjägerbrigade deren Kampfwert in „ihrem“ Gelände. In Bergen und Schluchten, da sind die Kameraden zu Hause. Abseilen, Seilgeländer sowie Seilrutsche, 40 Kilogramm schwere Rucksäcke mit Waffen und Munition hoch in die Stellung, unsichtbare Scharfschützen, Sturmtrupps rennen den Steilhang runter, Retten eines Verletzten aus dem Berg: „Realistische und beeindruckende Bilder, die uns das Gebirgsjägerbataillon 232 mit seinen fitten Soldaten da gezeigt hat“, bedankte sich Major Stefan Hille stellvertretend für den LGAN 16 beim Kommandeur der Gebirgsjäger, Oberstleutnant Michael Bender.

Mit der Seilbahn auf den Truppenübungsplatz

Nach einem zünftigen bayerischen Mittagessen ging es im Anschluss zu Fuß durch die Weißbachtal- Klamm, ein 90-minütiger Marsch entlang des teils reißenden Baches. Am Ende warteten die Busse, um die Soldaten zur Talstation zu bringen: mit der Seilbahn fuhren die Kameraden rauf auf die Reiteralpe, einen Truppenübungsplatz der Bundeswehr. Nach einem kurzen Abend warteten am nächsten Tag neue Anstrengungen auf die Lehrgangsteilnehmer. Klettern in der Felswand, einfacher Seilsteg und Abseilen sowie der Aufstieg zum großen Weitschartenkopf auf 1976 Meter.

Praktische Ausbildung, körperliche Forderungen

Am Seilsteg die Sicherung einhaken, das fiel den meisten noch leicht. Sich dann aber kopfüber auf das Seil zu legen, das natürlich dann nachgab, war für viele schwierig. Und dann das Gleichgewicht oben auf dem Seil zu halten - das gelang leider nicht allen. Aber alle kamen auf die andere Seite, das Team machte zusammen weiter. Auch beim Aufstieg auf den 1976 Meter hohen Berg, bei dem es in einer Tour 400 Höhenmeter zu überwinden galt. Die ein oder andere Pause wurde durchaus notwendig, aber alle schafften auch diese Herausforderung - sowie anschließend auch den Berg wieder runter. Insgesamt eine äußerst wertvolle Woche, befand Oberst i.G. Henning Weeke, der den Lehrgang LGAN 2016 leitet. „Unser Respekt und unsere Wertschätzung für die Gebirgstruppe haben sich verstetigt“, bedankte er sich bei den Kameraden der Brigade 23 für deren großen Mühen und Aufwand. „Und wir sind enger zusammen gewachsen. Das war eine prima Woche und ein tolles Erlebnis!“

 

 

 

 

 

 

Verabschiedung internationaler Lehrgangsteilnehmer

Verabschiedung internationaler Lehrgangsteilnehmer: Kameradschaft ohne nationale Schranken  

Autor: Inka von Puttkamer ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 12.07.2017

Die Familien der Lehrgangsteilnehmer hören interessiert zu

Konteradmiral Carsten Stawitzki bei der Begrüßung

Generalmajor Shigenobu Tanaka speziell aus Japan angereist

Hauptmann Ali Al-Jawdah aus dem Irak

Freundschaften auch über die Lehrgangszeit hinaus

 Erfahrungsaustausch vor und nach dem offiziellen Teil

 Viele Nationen und Kulturen gemeinsam in der Ausbildung

 

 

Die 79 Absolventen des 55. internationalen Generalstabs- und Admiralstabslehrgangs (LGAI) sind nach einjähriger Lehrzeit in einer feierlichen Abschlussveranstaltung von der Führungsakademie der Bundeswehr verabschiedet worden. Zwei Jahre haben die Offiziere aus 38 verschiedenen Nationen - darunter 17 Deutsche - insgesamt im Land verbracht, erst gemeinsam deutsch am Bundessprachenamt in Hürth gelernt, anschließend die Schulbank in Hamburg gedrückt.  

Großartige Unterstützung

Viele Familien sind mitgekommen, Verteidigungsattachés sind aus Berlin angereist, Freunde und Wegbegleiter der Lehrgangsabsolventen tummeln sich im Manfred-Wörner-Zentrum, teilweise sogar in landestypischen Trachten. Die 200 Gäste umranken die stolzen Offiziere bei ihren Feierlichkeiten, das Blechbläserquintett des Marinemusikkorps sorgt mit stimmungsvollen Stücken wie „I am sailing“ für eine schöne Atmosphäre. Alle denken noch einmal an die anstrengenden und herausfordernden, aber auch sehr schönen letzten Monate zurück.

Gemeinsam stark

Konteradmiral Carsten Stawitzki, Kommandeur der Führungsakademie, verabschiedet die bunte Truppe mit persönlichen Worten. Er appelliert an den notwendigen Schulterschluss zwischen den Nationen in einer globalisierten Welt: „Nur gemeinsam werden wir Frieden, Recht und Freiheit in unseren Ländern bewahren können!“ Aber auch für die Persönlichkeit will Stawitzki allen Absolventen etwas mitgeben. Die „drei K für einen Generalstabsoffizier“ sollen sie sich bewahren – Kritikfähigkeit, Konsensfähigkeit und Konfliktfähigkeit. Nur so können sie das gemeinsame Ziel mit der bestmöglichen Lösung erreichen. Frei nach Graf von Baudissin, dem Gründungsvater der Inneren Führung, prägt er seinen Zuhörern ein: „Das ‚Was‘ ist dem Soldaten in der Regel aufgegeben, das ‚wie‘ aber liegt in seiner Hand!“


Festredner aus Fernost

Admiral Stawitzki übergibt das Wort an Generalmajor Shigenobu Tanaka. Er ist eigens aus Japan angereist, um die Festrede zu halten. Inzwischen ist es gute Tradition, einen LGAI-Absolventen und Flagoffizier zu diesem Zweck einzuladen, um den zu Verabschiedenden lebhaft vor Augen zu führen, was ein ehemaliger Lehrgangsteilnehmer erreichen kann. Es soll auch Motivation sein, selbst immer das Höchstmögliche anzustreben.


Wehmut und Zukunftsappell

Hauptmann Ali Al-Jawdah aus dem Irak hält als Lehrgangssprecher anschließend eine Rede. Hatte er beim zurückliegenden Abschlussball schon die richtigen Worte gefunden,  so bringt er hier auch noch einmal alle zum Schmunzeln, als er sagt, „Ich selbst bekomme bereits Heimweh, sobald ich mehr als 100 Kilometer von Blankenese entfernt bin.“ Die Umgebung der Führungsakademie ist zur zweiten Heimat geworden. Aber auch ernste Worte richtet Al-Jawdah an seine Kameraden: Sie sollen die gewonnen Freundschaften aktiv erhalten, um für ein besseres gegenseitiges Verständnis zu sorgen und die Welt lebenswerter und friedlicher zu machen. Das sei bei 38 Nationen und unterschiedlichsten Prägungen und Glaubensrichtungen keine Selbstverständlichkeit. Am Ende bedankt er sich beim Personal der Führungsakademie, den Paten und den Mitgliedern des „Freundeskreises Ausbildung ausländischer Offiziere“ und betont, dass er sich schon jetzt auf ein Wiedersehen freut – egal, ob in Blankenese oder wo anders auf dieser Welt.


Freiwillige Initiative 

Dr. Martin Willich, Vorsitzender des Freundeskreises, schafft es als letzter Redner, einen der Lehrgangsabsolventen so richtig zu überraschen. Tief bewegt zeigt sich Oberstleutnant Kolawolé Adegnika aus Benin, als er erfährt, dass er den Scharnhorst-Preis für überragende gezeigte Leistungen erhält. Oberst i.G. Matthias Kohnen, Lehrgangsleiter des LGAI, betont, „es geht bei dem Preis gerade nicht darum, dass der Offizier die beste Planübung geleitet hat, sondern dass er eine hervorragende Gesamtpersönlichkeit ist“. So wundert es nicht, dass Dr. Willich in der Laudatio unter anderem das ehrenamtliche Engagement Adegnikas beim Gemeinde-Bürgerkommitee Steinhagen für ein Projekt in seinem Heimatland herausstellt.

Kulturelle Vielfalt

Auch den deutschen Lehrgangsteilnehmern haben die zwei Jahre viel Spaß gemacht. Deutschland und die Bundeswehr mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten, aber auch intensive Freundschaften zu entwickeln und viel über die Heimatländer der Offiziere zu lernen, hat den Lehrgang ausgezeichnet. „Die Abschlussveranstaltung war ein gelungenes i-Tüpfelchen auf dem Lehrgang. Die Stimmung war heiter und ausgelassen!“, sagt Oberstleutnant Malte Kruit, bevor er seinen für ihn als Deutschen sehr kurzen Heimweg antritt. Besonders die ausländischen Offiziere, die ihre Familien nicht mit nach Deutschland gebracht haben, freuen sich auf die Rückkehr in die Heimatländer. Wenn auch das Heimweh nach Blankenese bleibt, stellt Hauptmann Al-Jawdah mit dem Blick in die Zukunft als Resümee fest: „Ohne Abschied gibt es kein Wiedersehen!“

Lange Geschichte

Der LGAI hat an der Führungsakademie einer über 50jährige Tradition: So lange schon werden Offiziere aus insgesamt 120 Nationen zum Generalstabs- und Admiralstabsoffizier ausgebildet. Sie werden auf operativer und taktischer Ebene im gesamten Aufgabenspektrum der Streitkräfte geschult und nehmen besonders persönliche Eindrücke einer Parlamentsarmee, des Leitbilds vom Staatsbürger in Uniform, des Führens mit Auftrag und des Konzepts der Inneren Führung in ihren persönlichen Erfahrungsschatz auf. Neben dieser militärischen Ausbildung erhalten die Lehrgangsteilnehmer zusätzlich eine Vielzahl kultureller, politischer und wirtschaftlicher Einblicke in die deutsche Gesellschaft. Unterstützt werden sie dabei von einem Drittel deutscher Lehrgangsteilnehmer. Für alle Absolventen stehen nun die nächsten herausfordernden Aufgaben im Heimatland an.


 

 

 

 

 

Anders als gewohnt: Führungskräftetraining

Autor: FüAkBw ; Fotos: Fachbereich Führung und Management

Hamburg, 13.07.2017

Zunächst noch skeptische Blicke

Offene Diskussionen im lockeren Rahmen

Entwerfen der Führungskraft in 2030 im Gruppenrahment

 

 

Sich als Führungskraft reflektieren, den eigenen Horizont erweitern, erfahren, wie „die Anderen“ ticken und sich gegebenenfalls neu kalibrieren: darum geht es im bundeswehrgemeinsamen Führungskräftetraining. Hier bearbeitet das künftige militärische und zivile Spitzenpersonal aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr führungsrelevante Themen mit teils bekannten, teils ungewöhnlichen Methoden. Das in vielen Durchgängen erprobte Konzept brachten Oberstleutnant Reinhard Beckmann von der Führungsakademie der Bundeswehr und die Wissenschaftliche Direktorin Silke Brand-Schoder vom Bildungszentrum der Bundeswehr in Hamburg mit vielen eigenen Akzenten zum Einsatz.


Die Führungskraft im Mittelpunkt

Mit dem Situations-Check läuft bereits die Vorstellungsrunde nicht wie sonst in der Bundeswehr üblich. Auch die Aufgabe, sich selbst als Führungskraft mit LEGO-Steinen zu bauen und den anderen Teilnehmenden vorzustellen, „ist ungewöhnlich, aber sehr aufschlussreich“, wie einer der Teilnehmer in der Reflexionsrunde formuliert. Er stellt zur Sicherheit lachend klar: „positiv anders“. Selbst Pausen sind Teil des Konzeptes und dienen der Fortsetzung des Austausches in anderer Form und lockerer Runde. So liegt es nahe, dass mit der Methode World Café gearbeitet wird. Es handelt sich um eine ergebnisorientierte Tischdiskussion mit verschiedenen Fragestellungen und wechselnden Gruppenkonstellationen. Sogar Bilderwürfel, die Story Cubes, kommen zum Einsatz. „Bei aller Themen- und Methodenvielfalt steht immer der oder die Einzelne als Führungskraft im Mittelpunkt“, zeigt Oberstleutnant Beckmann den roten Faden des Seminares auf.


Teamfindung mit Serious Play

Die preisgekrönte Führungskraft des Jahres 2030, die alte Zöpfe abgeschnitten und Lehmschichten durchdrungen hat, ist die Vision, die mit der Methode LEGO Serious Play entwickelt wurde. „Ein LEGO-Modell hilft, einen gemeinsamen Zeichensatz zu schaffen. Auch Abstraktes wie ein Prozess kann damit begreifbar und beschreibbar gemacht werden“, fasst ein Teilnehmer seine Erkenntnisse zusammen. „Wir reden anhand des Modelles am Ende tatsächlich alle über das Gleiche“, meint ein Anderer leicht erstaunt. Am Ende der lebhaften Debatten in den drei zivil-militärisch gemischten Teams folgt die banal klingende, den entstandenen Teamgeist gleichwohl verdeutlichende Feststellung: „So verschieden sind wir gar nicht, es geht uns um die gleichen Werte und Kernthemen.“

Breites Themenspektrum

Eingerahmt werden die Gruppenarbeiten zu „Führung“ in wechselnder Zusammensetzung von Fachvorträgen aus den Bereichen Personalgewinnung und -management. „Jede Menge Erkenntnisgewinne über die jeweils andere Statusgruppe“, umschreiben die Teilnehmenden diesen Block in der abschließenden Feedback-Runde. Mit Themen wie „Unconscious Bias“, (unbewusste Verzerrungen/ Denkmuster), Familie, Dienst und Beruf oder Prozessmanagement und dem integrierten Planungsprozess wird das Portfolio um wichtige „weiche“ und „harte“ Bausteine ergänzt. Das Team-Teaching-Duo Beckmann / Brand-Schoder bespielt - wie die Teilnehmenden - mit seinen unterschiedlichen Biografien, Geschlechtern und Sichtweisen selbst die Klaviatur der Vielfalt in der Bundeswehr. Das kam bei den Teilnehmenden sehr gut an. „Ein Lehrgang, den ich unbedingt weiterempfehle“, lautet am Ende der Woche das einhellige Fazit.

 

 

 

 

 

 

Generalinspekteur stellt sich klaren Fragen

Autor: Inka von Puttkamer ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 06.07.2017

General Wieker: „Sicherheit nicht zum Nulltarif"

Admiral Carsten Stawitzki bei der Begrüßung

Zwei Flagoffiziere schreiten zur Tat

Weiter auf dem gemeinsamen Weg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Offen und freimütig‘‘- zu einem intensiven Austausch hat der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, die Teilnehmer des Basislehrgangs Stabsoffizier (BLS) und „Grundlagen der operativen Führung und Operationsplanung‘‘ angeregt. Der ranghöchste Soldat der Bundeswehr in Deutschland ist für einen Vortrag sowie Gedankenaustausch extra an die Führungsakademie der Bundeswehr gereist, um die Offiziere, die sich für den Generals- und Admiralstabsdienst qualifizieren, im persönlichen Gespräch zu treffen. Traditionell nimmt er sich für den BLS sehr gerne Zeit, obwohl es eine „Herausforderung ist, jeden in der Bundeswehr mit den für uns wichtigen Botschaften zu erreichen‘‘, wie er erklärt.

Fragen im Klartext

In diesen bewegten Zeiten ist ihm der persönliche Austausch besonders wichtig. Die jungen Offiziere, die gerade am Beginn ihrer Karriere als Berufssoldaten stehen, nehmen ihn beim Wort. Sie stellen persönliche, kontroverse und provokante Fragen zu allem, was zurzeit in der Bundeswehr diskutiert wird: zur hohen Einsatzbelastung, zu aktuellen Diskussionen in den Medien über die Truppe, Fragen zu Personal, Material, Haushalt, aber auch zur Binnenkommunikation und zu Beschaffungsprojekten.

Ungeschminkte Antworten

Bereitwillig antwortet Wieker - und die Offenheit und Ehrlichkeit, die er unter anderem durch eine Kompaniechefin aus Donauwörth mit persönlichen Erlebnissen erfährt, sind sehr groß. Das braucht und zeigt Vertrauen - auf beiden Seiten. Er macht bei der Beantwortung aller Fragen deutlich, wie seine vermittelnde Rolle zwischen den Soldaten und der politischen Leitung des Bundesministeriums der Verteidigung aussieht. „Das gemeinsame Ziel steht jedoch im Vordergrund‘‘, sagt er.

Ansprechende Verbesserungen

Er betont, dass die letzte Legislaturperiode viele positive Entwicklungen gebracht hat, und erwähnt in diesem Zusammenhang die signifikante Budget- und Personalerhöhung, die effektiven Werbemaßnahmen und die Beteiligung an der Aufstellung der Very High Readiness Joint Task Force, der schnellen Eingreiftruppe der NATO. So schlägt er den Bogen zur sicherheitspolitischen Lage, in der sich Deutschland zurzeit befindet. „Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif‘‘, erklärt er und beschreibt nach einer Reihe von Beispielen von Krim-Krise bis Nato-Truppenstationierung in den baltischen Staaten, dass Deutschland als verlässlicher und verantwortungsvoller Partner in Europa im Blick ist. Es gebe eine Erwartungshaltung an die Mittelmacht Deutschland. Die Landes- und Bündnisverteidigung ist wieder in den Fokus gekommen, sagt Wieker auch mit einem Verweis auf die Ergebnispräsentation des nationalen Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst mit dem Thema „Landes- und Bündnisverteidigung neu denken‘‘.

Kameradschaftliche Worte

Was die Lehrgangsteilnehmer aus dem BLS mitnehmen sollten, wird Wieker zum Schluss gefragt. Mit Blick auf die neue, kompetenzorientierte Ausbildung ohne Prüfungen antwortet er, dass der Lehrgang nach der Umstellung das Augenmaß anlege, das dem Anliegen gebühre, die gesamte Persönlichkeit und die Talente der Lehrgangsteilnehmer zu erfassen (Informationen zur kompetenzorientierten Ausbildung). Zweifelsfrei gibt es derzeit viel Redebedarf in der Bundeswehr zwischen den Hierarchieebenen. Wieker sagt, „die neuen Entwicklungen brauchen jetzt Zeit, um ihre Wirkung zu zeigen, alle Beschäftigten der Bundeswehr müssen den Weg gemeinsam gehen, um erfolgreich zu sein.‘‘ Bei aller Fülle des Terminkalenders steht die Kommunikation auf seiner Prioritätenliste ganz oben, und er hält fest: „Ich bleibe lieber im Format, miteinander als übereinander zu sprechen.‘‘ Getreu diesem Motto darf sich der folgende BLS in den Spätsommermonaten sicherlich auf zahlreiche ehrliche und ungefilterte Worte seines höchsten Vorgesetzten freuen.

 

 

 

 

 

Das Beste aus jedem Einzelnen herausholen: Individuelle Kompetenz-Entwicklung

Autor: Christoph Weigmann ; Fotos: Bundeswehr

Hamburg, 10.07.2017

Stärken identifizieren und ausbauen

Wo soll es hingehen?

Auch eine Kompetenz: interkulturelle Fähigkeiten

 Entscheidungen treffen „leicht gemacht“

 Ziel: auch im Team besser werden

 

 Verschiedene Lernmethoden im Einsatz

 

 

 

 

 

 

 

 

Kompetenzen sind in der Bundeswehr der entscheidende Faktor, um Soldaten entsprechend ihrer Fähigkeiten einzusetzen. Um die vorhandenen Kompetenzen noch besser erkennen und ausbauen zu können, hat die Führungsakademie der Bundeswehr gerade einen Coach nach dem Prinzip KODE® ausbilden lassen. Oberstleutnant Felix Heymann aus dem Fachbereich Führung und Management kennt sich nun bis ins Detail mit der Kompetenz-Diagnostik und Entwicklung (KODE®) aus. Was ist das?

Kompetenzen sind Fähigkeiten zur Selbstorganisation

In einer durch Digitalisierung und Individualisierung komplexer werdenden Welt wird es immer schwieriger, Entscheidungen zu treffen. Stabilität für den, der sich in diesem Umfeld der Unsicherheit wiederfindet, gibt es durch eine gute Selbstorganisation. Sie ist das Prinzip, das KODE® als Schlüssel zu den eigenen Kompetenzen zugrunde liegt. Dahinter versteckt sich ein komplexes Diagnose-, Trainings- und Coaching-System, das unter dem Dach der Selbstorganisation die Kompetenzen jedes Einzelnen und auch womöglich verstecktes Potenzial herausfinden und fördern will.

Vier Basiskompetenzen mit messbarem Ergebnis

Dazu werden die Kompetenzen in vier Basiskategorien eingeteilt: die personale Kompetenz, die Aktivitäts- bzw. Handlungskompetenz, die Fach- und Methodenkompetenz und die sozial-kommunikative Kompetenz. Unter die personale Kompetenz fallen zum Beispiel untergeordnete Fähigkeiten wie Loyalität, Hilfsbereitschaft und Humor. Unter die Fach- und Methodenkompetenz fallen unter anderem Lehrfähigkeit, Fachwissen und Fleiß. Es ergibt sich ein Cluster von insgesamt 64 einzelnen Kompetenzen.

Entscheidende Diagnostizierung

„KODE® bietet mir als Coach die Möglichkeit, die Handlungskompetenzen meiner Coachees besser zu erfassen“, erzählt Oberstleutnant Heymann angetan von seinem neuen „Werkzeug“ und fasst zusammen: „so kann ich sie noch zielgerichteter und wirksamer bei ihren Fragestellungen unterstützen“. Er berichtet, wie die Persönlichkeit durch gezielte Fragen herausgearbeitet und das Ergebnis in den vier Basiskategorien nicht nur visualisiert, sondern auch quantifiziert wird. Der Coach kann genau sehen, welche Kompetenzen bei seinem Coachee mehr oder weniger ausgeprägt sind und welche demzufolge noch weiter ausgebaut werden können.

Der Mensch im Mittelpunkt

Im nächsten Schritt wird mit dem Coachee sehr individuell erarbeitet, wie er seine Handlungen aufbaut. Der Frage nach dem Handlungsideal folgt die Frage nach der Handlungserwartung, bevor die Praxis in den Mittelpunkt rückt: Wie wird die Handlung tatsächlich vollzogen und was ist ihr Ergebnis? Kurz gesagt: Es wird ein Soll-Ist-Vergleich vorgenommen. KODE® betrachtet das Handeln immer unter zwei Aspekten: unter normalen und unter schwierigen Bedingungen. Die genaue Analyse mithilfe der elektronischen Verfahren von KODE® bringt im Ergebnis, welche Kompetenzen ausgebaut werden können und sollen – für den Coachee gibt es dann konkrete Handlungsanleitungen, wie er das tun kann. KODE® ermöglicht, die Kompetenzvielfalt der Soldatinnen und Soldaten klar und deutlich erst diagnostizieren und dann entwickeln zu können.

Umfassende Kompetenzorientierung

Der Fokus auf die Kompetenzen ist in der Bundeswehr besonders wichtig, da sie bei komplexen Problemen eine Entscheidungshilfe sind. Die Fähigkeit zum selbstständigen Handeln hat durch die Einsatzorientierung noch mehr an Bedeutung gewonnen. Im Beitrag über die kompetenzorientierte Ausbildung im Basislehrgang Stabsoffiziere wurde gezeigt, dass der Aufbau, Erhalt und die Weiterentwicklung von Kompetenzen die Handlungsfähigkeit des Einzelnen in komplexen und unerwarteten Situationen unterstützt und festigt, weil Wissen, Können und Handeln schon in Lernsituationen zusammengeführt werden.

Way ahead

Wofür kann das neue Verfahren nun genutzt werden? Die Anwendung von KODE® steckt an der Führungsakademie noch in den Kinderschuhen. Es kann der Begleitung von Verhaltenstrainings und Teamentwicklungsmaßnahmen dienen, der objektiven Erkennung von Talenten, es kann aber auch zur Begleitung der Personalentwicklung bis hin zur Ableitung differenzierter Personalmaßnahmen genutzt werden. Aktuell befindet sich in der Prüfung, wie das Coaching in den Lehrgängen der Führungsakademie prominenter oder durch mehr Coaches einen Platz finden kann.

Trendforum Führung

Die Bundesagentur für Arbeit, mit der die Führungsakademie erst jüngst das gemeinsame Trendforum Führung veranstaltet hat, ist seit kurzem Vorreiter: Sie setzt das KODE®-Verfahren bereits ein, um die Fähigkeiten von Arbeitsuchenden herauszuarbeiten. Oberstleutnant Heymann ist überzeugt, dass die Methode auch Soldaten helfen kann: „Wir können den Charakter eines Erwachsenen nicht mehr ändern. Aber wir können herausfinden, was er besonders gut kann und seine Stärken ausbauen.“

 

 

 

 

 

 

Truppenverlegungen planen – ohne Detailarbeit läuft nichts

Autor: Detlef Harry Baum ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 04.07.2017

Squadron Leader (UK RAF) Tony O’Neill beim Vortrag über das Movement Coordination Center Europe

Zahlreiche Fachreferenten trugen zum Thema vor

Experten diskutieren aktuelle Aspekte der Mobilität

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wie bekommen wir Truppen über weite und mittlere Entfernungen zeitgerecht von A nach B?“ Eine Woche lang beschäftigten sich nationale und internationale Experten mit Themen rund um die Verlegung von Mensch und Material in ein mögliches Einsatzgebiet.

Nicht nur Logistikexperten

Zum Modul „Strategische und operative Mobilität“ waren nicht nur in- und ausländische Vertreter des Militärs gekommen, sondern ebenso zivile Teilnehmer und Vortragende, wie z.B. vom Logistikdienstleister Kühne+Nagel Co. KG. Durch die Erfahrungsbandbreite der Teilnehmenden konnten somit nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch intensive Gespräche geführt und das persönliche Netzwerk ausgebaut werden. Es waren neben Logistikexperten auch fachfremde Interessierte eingeladen, um besonders bei ihnen ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen.

Thema mit Einsatzrelevanz

Die strategische und operative Mobilität bekommt gerade in der derzeitigen sicherheitspolitischen Lage eine immer größere Bedeutung bei der Planung militärischer Operationen: Mensch und Material müssen kurzfristig in ein Einsatzgebiet gebracht und auch wieder zurückgeholt werden können. „Die Einsatzsituation wie in Afghanistan, wo Transportwege Jahre lang existieren und sich gut etablieren können, wurde gemäß der Beschlüsse der letzten NATO-Gipfel ergänzt“, führt der Seminarleiter Oberst i.G. Detlef Baum aus und ergänzt weiter: „Die Etablierung der Very High Readiness Joint Task Force, besonders schnell verlegbare Eingreifkräfte zum Schutz der NATO-Außengrenzen, erfordert ein Umdenken und bedingt extrem schnelle Reaktionsfähigkeit.“

Bunter Strauß an Vorträgen

Vortragende von verschiedenen Stellen gestalteten das Programm. Nach einer Einleitung durch das Einsatzführungskommando der Bundeswehr trugen Vertreter des Logistikkommandos der Bundeswehr aus Erfurt, des Logistikzentrums der Bundeswehr aus Wilhelmshaven sowie des Multinationale Kommandos Operative Führung aus Ulm waren vor. Weiterhin war ein Vertreter des Movement Coordination Centre Europe aus Eindhoven anwesend. Dieses koordiniert und vergibt Einsatzstunden auf verschiedenen Transportflugzeugen aller teilnehmenden Nationen.

Abgerundetes Lagebild

Ein Vertreter der NATO Support and Procurement Agency, der Logistikagentur der NATO, trug zu Unterstützungsmöglichkeiten vor. Das Bild wurde thematisch durch Vertreter der Kühne+Nagel Co. KG abgerundet, die die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der zivilen Wirtschaft erörterten. Unter der Planung und Leitung von Oberst i.G. Detlef Baum, Leiter des Fachgebietes „Joint Logistics“, war der tägliche Input groß, um angeregte Diskussionen zu führen.

Blick über den logistischen Tellerrand

Als Zugabe erhielten die Teilnehmer eine Einweisung in den operativen NATO-Planungsprozess und dessen logistische Besonderheiten. Die Woche wurde mit einer Ausbildungsfahrt in den Hamburger Hafen zur „Hamburg Port Authority“ beendet. Dort gab es eine Einweisung in die Digitalisierung des Seeschifffahrtshafens Hamburg. Zufrieden und thematisch auf dem neusten Stand reisten am Ende der Woche alle wieder in ihre Dienststellen und Unternehmen zurück.

 

 

 

 

 

 

Strategie & Analysen: LGAN stellt sein Können unter Beweis

Autor: Philip Diebold ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 04.07.2017

Zahlreiche Generale und Admirale bei der Ergebnispräsentation

Generalleutnant Martin Schelleis, General Volker Wieker und Konteradmiral Carsten Stawitzki

Zuhörer folgen interessiert dem Geschehen

Mit Decken und Notrationen versorgt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der 12. Streitkräftegemeinsame Lehrgang Generalstabs-/Admiralstabsdienst National (LGAN) hat zur Ergebnispräsentation seiner Studienphase nach Hamburg geladen. „Landes- und Bündnisverteidigung neu denken – Deutschlands Rolle in der Verteidigung Europas“. Zu diesem Thema haben sich die Lehrgangsteilnehmer knapp vier Wochen lang über unterschiedliche Herausforderungen und Fragestellungen für die Bundeswehr Gedanken gemacht.

Große Resonanz

„Die Akademie muss als Think Tank auch das Undenkbare denken“, erklärt Konteradmiral Carsten Stawitzki, der Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, und verweist damit auf das Potenzial, das die FüAk gerade mit dem LGAN hinsichtlich einer seiner Denkfabrik-Arbeit besitzt. Dass der Lehrgang mit dem Thema den Puls der Zeit getroffen hat, zeigte die große Resonanz aus dem Kreis der Bundeswehr-Führung. Über 60 Admirale, Generale und vergleichbare Zivilbeschäftigte aus allen Bereichen der Bundeswehr sind zur Ergebnispräsentation nach Hamburg gereist.

Finger in die Wunde gelegt

Anhand eines fiktiven, eskalierenden Krisenszenars wurden verschiedene Facetten der deutschen Rolle in der Verteidigung Europas beleuchtet. „Das Szenar war hervorragend geeignet, die notwendigen Handlungsfelder aufzuzeigen“, lobte Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, am Ende der Präsentation. Konteradmiral Carsten Stawitzki ergänzte, dass der Lehrgang „die richtigen Schwerpunkte gesetzt, Fragen gestellt und der Generalität und Admiralität eben auch die entsprechenden Hausaufgaben aufgegeben hat.“

Breites Spektrum

Aufgrund des breit angelegten Szenars wurden für jeden der Teilnehmer Anknüpfpunkte für seinen jeweiligen Aufgabenbereich geboten. „Die Defizite und Darstellungen wurden in einer Dichte dargestellt, wie ich es bisher selten präsentiert bekommen habe“, sagte Generalmajor Reinhardt Zudrop, Kommandeur des Zentrums Innere Führung, am Rande der Veranstaltung. Zur Verdeutlichung beigetragen haben nicht zuletzt die einfallsreichen multimedialen Elemente. Den Zuhörern wurden vorab aufgenommene Nachrichtensendungen geboten, sie konnten sich selbst „im Fernsehen“ bewundern und wurden schlussendlich sogar mit Decken und Notrationen versorgt, als das Szenar sich dem Ende zuneigte. Eine äußerst gelungene Veranstaltung, waren sich alle Beteiligten einig.

 

 

 

 

 

 

Mit vertiefter Zusammenarbeit in die gemeinsame Zukunft

Autor: Inka v. Puttkamer ; Fotos: Katharina Junge

Hamburg, 03.07.2017

Beide Kommandeure hören gebannt zu

Admiral Sakata beim Eintrag ins Gästebuch

Handschlag auf das freundschaftliche Verhältnis

Admiral Stawitzki mit der japanischen Delegation

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine 30-köpfige Delegation vom „Joint Staff College“ (JSC) in Tokyo, dem japanischen „Counterpart“ der Führungsakademie, ist von weit her nach Deutschland gereist. Berlin und Hamburg standen auf dem Programm. Unter Leitung des Kommandeurs des JSC, Vizeadmiral Ryuzo Sakata, waren die Lehrgangsteilnehmer hierher gekommen, um sich in Deutschland weiterzubilden.

Breit gefächertes Programm

Der Kommandeur der Führungsakademie, Konteradmiral Carsten Stawitzki, begrüßte die Delegation und begleitete sie bei ihrem Programm an der Akademie, nachdem diese bereits das Bundesministerium der Verteidigung in Berlin und den „Wald der Erinnerung“ in Potsdam besucht hatte. In Hamburg standen die Ausbildung der nationalen General- und Admiralstabsoffiziere sowie das Weiterbildungsangebot für die Ebene der Oberste und Kapitäne zur See durch die breitgefächerte Modullandschaft der Führungsakademie im besonderen Interesse. Des Weiteren ging es um die Grundidee des breit aufgestellten General-/Admiralstabsoffiziers als Berater der politischen Leitungsebene.

Gegenseitiges Interesse

Der japanische Lehrgangsteilnehmer, der zurzeit den internationalen Lehrgang General-/ Admiralstabsdienst besucht, konnte seine Erfahrungen hautnah und authentisch an die japanische Führung weitergeben. Diese Möglichkeit zum Austausch wurde rege genutzt – auch in die andere Richtung. Die japanische Akademie steuerte nämlich selbst einen Vortrag zur derzeitigen sicherheitspolitischen Lage aus japanischer Sicht bei.

Feierlicher Höhepunkt

Der Höhepunkt des Tages war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zwischen den beiden Akademien. Im festlichen Rahmen vereinbarten die Kommandeure der deutschen und japanischen Akademie mit ihrer Unterschrift, dass sie im steten Austausch über die Ausbildung an ihren Institutionen bleiben wollen. Dies soll durch gegenseitige Unterstützung bei geplanten gegenseitigen Besuchen regelmäßig geschehen. Beide Seiten bekräftigten damit ihre freundschaftlichen Beziehungen und förderten den aktiven Meinungsaustausch.

Zufriedene Gäste

Die Gäste beendeten den Tag mit einem Gang durch das Manfred-Wörner-Zentrum, in dem sie der Ausstellung „Uniformierte Vielfalt“ besondere Aufmerksamkeit schenkten. Sie wurde im Rahmen des diesjährigen „Diversity Tags“ eröffnet. Sehr zufrieden verabschiedete sich Admiral Sakata nach einem breit gefächerten Programm mit Vorfreude auf die weitere Zusammenarbeit. Er bedankte sich herzlich bei Admiral Stawitzki für die Gastfreundschaft und den regen Gedankenaustausch.

 

 

 

 

 

 

 

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